In Quarantäne: Coronakrise stellt Polarstern-Expedition vor Herausforderungen

- Quelle: Laura Schmidt/dpa/wetter.com
Ein Jahr eingefroren: Forschungsschiff startet wichtige Arktis-Mission
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Die Coronakrise wirkt sich auch auf die Polarstern-Expedition in der Arktis aus. So musste der Crew-Wechsel um mehrere Wochen verschoben werden. Nun ist es aber endlich soweit.

Der Leiter der Expedition Mosaic, Markus Rex, und seine Kollegen freuen sich auf eine coronafreie Zeit in der Arktis. "Wir werden ein virenfreies Team sein ohne Kontaktbeschränkungen", so Rex. Er wird am 18. Mai zusammen mit 150 Forschern und Seeleuten von Bremerhaven aus mit dem Schiff Richtung Nordpolarmeer aufbrechen. Dann geht es mit dem Team auf eine schwimmende Isolation in die "Prä-Corona-Zeit". Auch Diplom-Geographin Laura Schmidt wird dann mit an Bord sein.

Polarstern driftet ein Jahr lang durch Arktis 

Seit September 2019 hat sich der Forschungseisbrecher Polarstern im arktischen Ozean für ein Jahr einfrieren lassen und driftet durch das Nordpolarmeer. Dabei untersuchen Wissenschaftler aus 19 Nationen die Arktis im Jahresverlauf. 

Ziel der Expedition ist es, den Einfluss der Arktis auf das globale Klima besser zu verstehen. Denn kaum eine Region hat sich in den vergangenen Jahrzehnten so stark erwärmt wie die Arktis. 

Unser wetter.com Meteorologe Dr. Alexander Hildebrand hat zum Expeditionsstart die Hintergründe der Mission erläutert, wie im Video am Anfang des Artikels zu sehen ist.

Personalwechsel wegen Coronakrise verschoben

Während der einjährigen Arktis-Expedition sollten eigentlich alle zwei bis drei Monate die Forscher an Bord ausgetauscht werden. Wegen der Coronakrise hat sich der nächste Crew-Wechsel allerdings um Wochen verzögert, denn Ein- und Ausreisegenehmigungen wurden erteilt und Quarantänevorschriften müssen eingehalten werden. 

So befinden sich die Forscher, die die derzeitigen Crewmitglieder an Bord der Polarstern ablösen werden, nun schon seit zwei Wochen in zwei Hotels in Quarantäne. Die Maßnahme ist an Quarantäneregelungen für Weltraummissionen angelehnt. 

Polarstern unterbricht Drift im Polareis

Ein paar der derzeitigen Forscher an Bord der Polarstern sind bereits über die Station Nord (Nordgrönland) mittels Kanadischer Flugzeuge evakuiert worden.

Für den nun bevorstehenden Crew-Wechsel wird das Forschungsschiff seine Eisdrift unterbrechen. An der Eiskante des Nordpolarmeeres sollen die deutschen Forschungsschiffe Sonne und Maria S. Merian mit dem neuen Expeditionsteam an Bord zeitgleich eintreffen. Ursprünglich war das Manöver per Flugzeug geplant, das ist aber derzeit nicht möglich.

Forscher wegen Coronavirus in Quarantäne

Um garantiert ohne Virus an Bord zu gehen, bleibt die neue Crew bis zur Abfahrt in Quarantäne. "Nach Phase eins, wo jeder nur in seinem Zimmer war und das Essen vor die Tür gestellt bekommen hat, befinden wir uns in Phase zwei, wo wir uns mit Abstand innerhalb des Hotels treffen können", sagte Rex, der bereits zu Expeditionsbeginn für zwei Monate an Bord der Polarstern war. 

Laura Schmidt wird ab dem 18. Mai ebenfalls Teil der Mosaic-Expedition sein. Als Eisbärenwächter gehört sie zum Team "Safety und Logistik". Sie schildert die aktuelle Situation während der Quarantäne folgendermaßen: 

"Seit dem 30.04. bin ich in einem Hotel am Fischereihafen in Bremerhaven. Während der einwöchigen Einzelquarantäne durften die Zimmer bis zum 08.05. nicht verlassen werden. Erst in Phase zwei -  nachdem der zweite Coronatest negativ war - durften wir gemeinsam essen. Wer die Quarantäneregeln bricht, ist von der Expedition ausgeschlossen.

Es ist eine krasse Erfahrung aber man weiß ja, wofür man das alles macht. Das Ganze fühlt sich an, wie eine Expedition vor der Expedition. Ich freue mich, dass es endlich weitergeht und gleichzeitig bin ich natürlich auch traurig, dass ich mich von niemandem verabschieden konnte und keine Kontakte seit März hatte."

Bevor die neue Crew auf das Schiff kommt, wird sie mehrmals auf das Virus Sars-CoV-2 getestet. Zum Glück haben aber auch die letzten Coronatests ergeben, dass niemand mit dem Virus infiziert ist. 

Trotz Corona kein frühzeitiger Abbruch der einjährigen Arktis-Expedition

Als das Bremerhavener Forschungsschiff Polarstern am 20. September 2019 von Norwegen aufbrach, um sich für ein Jahr in der zentralen Arktis einfrieren zu lassen, gab es zahlreiche Notfallszenarien. Die Wissenschaftler wollten auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. "Wir haben Pläne für vieles in den Schubladen", betont Markus Rex, "aber nicht für eine weltweite Pandemie dieses Ausmaßes. Das konnte niemand vorhersehen."

"Wir gehen weiterhin davon aus, dass die Polarstern wie geplant am 12. Oktober nach Bremerhaven zurückkehren wird. Aus derzeitiger Sicht wird die Corona-Pandemie nicht zu einem frühzeitigen Abbruch der Expedition führen."

Wie sich der Klimawandel in Deutschland auswirkt, siehst du in diesem Video: 

Klimawandel in Deutschland: Diese Folgen gibt es bereits
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