Corona-Chronik: So verlief die Pandemie im Oktober 2020

- Quelle: dpa/wetter.com
Die Symptome von Covid-19, der Grippe und einer Erkältung sind sehr ähnlich.
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Auch im Oktober 2020 dominierte die Corona-Pandemie die Nachrichten. In unserem umfangreichen Corona-Ticker haben wir die täglichen Meldungen gesammelt.

Hier kannst du nachlesen, welche täglichen Nachrichten über die Corona-Pandemie im Oktober 2020 erschienen sind:


31.10.2020: Auch aus Bayern müssen Touristen abreisen

Touristen müssen Hotels in Bayern wegen der Corona-Pandemie spätestens am Vormittag des 2. November verlassen. Touristische Übernachtungen seien von dem Tag an nicht mehr gestattet, sagte ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums am Samstag. "Übernachtungsgäste dürfen aus Kulanz auch noch im Laufe des Vormittags des 2. Novembers abreisen, obwohl die Verordnung eigentlich schon ab Mitternacht gilt."

Zuvor hatten bereits Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ähnliche Regelungen mitgeteilt. In Schleswig-Holstein müssen Touristen grundsätzlich bis zum 2. November abgereist sein, Urlauber auf den Nordsee-Inseln und Halligen bekommen wegen der Kapazitäten im Fährverkehr sowie den Autozügen bis zum 5. November Zeit. 

Touristen aus Mecklenburg-Vorpommern müssen spätestens bis zum 5. November abreisen. Grundsätzlich dürften dort vom 2. November an für den restlichen Monat keine Gäste mehr für touristische Zwecke aufgenommen werden.


31.10.2020: Nächtliches Ausgangsverbot für ganz Griechenland

Die griechische Regierung hat am Samstag ein landesweites nächtliches Ausgangsverbot angekündigt, um die Ausbreitung von Corona zu verringern. "Nach einer langen Phase der Stabilität nehmen die Fälle auch in unserem Land exponentiell zu", begründete Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis den Schritt in einer Videoansprache. "Unsere Wissenschaftler warnen davor, dass die neue Pandemie bald die Widerstandsfähigkeit des nationalen Gesundheitssystems erschüttern wird."

Das Ausgangsverbot zwischen Mitternacht und 5.00 Uhr morgens soll am kommenden Dienstag in Kraft treten. Zudem wird von Dienstag an im ganzen Land Maskenpflicht gelten. In sogenannten roten Zonen, in denen die Corona-Zahlen hoch sind, müssen zudem Restaurants, Bars, kulturelle und andere Freizeiteinrichtungen schließen. Das betrifft auch die Region Attika samt der Hauptstadt Athen. Universitäten sollen ebenfalls nicht öffnen. Der gesamte Hochschulbetrieb soll online abgehalten werden.


31.10.2020: Gewalt bei Demonstrationen in Spanien

In mehreren spanischen Städten hat es in der Nacht zu Samstag gewalttätige Demonstrationen gegen die neuen Corona-Beschränkungen gegeben. Im Zentrum Barcelonas in Katalonien lieferten sich mehrere Hundert Menschen und die Polizei bis spät in die Nacht Straßenschlachten, wie die Zeitung "La Vanguardia" und das staatliche Fernsehen RTVE berichteten. 

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie die Polizei mit Pflastersteinen beworfen wurde, Müllcontainer brannten und Barrikaden errichtet wurden. Medien berichteten auch von einigen geplünderten Geschäften, während Anwohner die Demonstranten von ihren Balkonen aus beschimpft hätten. Zwölf Menschen seien festgenommen worden.

Die Polizei machte vor allem rechte Hooligans von der berüchtigten Fangruppe "Boixos Nois" (Verrückte Jungs) des Fußballvereins FC Barcelona für die Gewalt verantwortlich. Auch in anderen Städten wie Bilbao im Baskenland oder Burgos in Kastilien und León gab es Unruhen. In der Stadt Vilafranca del Penedès im Süden Kataloniens hätten 120 junge Leute "Freiheit" von den Corona-Maßnahmen gefordert und versucht, das Rathaus zu stürmen, schrieb "La Vanguardia".


31.10.2020: Intensivpatienten sollen deutschlandweit verteilt werden

Bund und Länder wollen an Covid-19 erkrankte Intensivpatienten bei knappen Kapazitäten künftig zwischen den Bundesländern verteilen. "Entwickelt sich eine Lage, die eine Verlegung über die Nachbarländer beziehungsweise angrenzende Regionen hinaus erforderlich macht, findet ein sogenanntes Kleeblattprinzip Anwendung", heißt es im Konzept des Bundesinnenministeriums, das den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorliegt.

Die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD), sagte den Funke Zeitungen: "Deutschland ist hierfür in fünf Regionen aufgeteilt, welche sich sowohl innerhalb der Regionen als auch zwischen den Regionen über die Auslastung der klinischen Kapazitäten informieren und im Bedarfsfall freie klinische Kapazitäten zur Verfügung stellen. Sollte sich in einem Bundesland oder einer Region eine starke Beanspruchung abzeichnen oder sogar eine Überlastung eintreten, wird über zentral eingerichtete Stellen in den Regionen der überregionale Patiententransport in aufnahmefähige Regionen organisiert."

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Durch klare Strukturen und Abläufe, medizinisch-fachliche Beratung und Bündelung von Transportressourcen wird gewährleistet, dass bei drohender beziehungsweise eingetretener regionaler Überlastung von intensivmedizinischen Kapazitäten ein Ausgleich innerhalb Deutschlands auch unter komplexen Rahmenbedingungen bewältigt werden kann."


31.10.2020: WHO warnt vor Langzeitfolgen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor Spätfolgen von Coronavirus-Infektionen gewarnt. "Für eine bedeutende Zahl von Menschen hat dieses Virus eine Reihe ernsthafter Langzeitfolgen", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitagabend in Genf. Berichte über anhaltende Komplikationen nach Covid-19 gebe es von Krankenhauspatienten ebenso wie von daheim behandelten, jungen sowie alten Menschen. Zahlen dazu, wie viele Patienten betroffen sind, gibt es laut WHO noch nicht.

"Besonders besorgniserregend ist die große Bandbreite an Symptomen, die sich im Laufe der Zeit verändern, oft überschneiden und jedes System im Körper betreffen können", sagte Tedros. Betroffene berichteten etwa von monatelang andauernden Symptomen wie starker Erschöpfung, Atemproblemen, Herzrasen oder Gedächtnisschwierigkeiten, die eine Rückkehr in den Beruf oder Alltag teils unmöglich machten.


31.10.2020: Fast 100.000 Neuinfektionen in den USA

Die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen eines Tages hat in den USA mit fast 100.000 kurz vor der Präsidentenwahl einen neuen Höchststand erreicht. Am Freitag wurden 99.321 Fälle verzeichnet, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) hervorgeht. Das sind fast 11.000 mehr als noch am Vortag.

Insgesamt wurden nach JHU-Angaben in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie rund 9,05 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. Etwa 229.700 Menschen starben bislang - mehr als in jedem anderen Land der Welt.


31.10.2020: Wieder neuer Höchstwert bei Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat mit 19.059 Fällen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert erreicht. Dies geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts vom Samstagmorgen hervor. Der bisherige Rekordwert vom Vortag lag bei 18.681 Fällen.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 518 753 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 31.10., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Samstag um 103 auf insgesamt 10.452.


30.10.2020: Weitere Sonderregeln für Arztbesuche

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen sollen ab diesem Montag weitere Sonderregeln gelten, damit Patienten für bestimmte Anliegen nicht extra in Praxen gehen müssen. Dies soll zunächst bis 31. Januar 2021 befristet sein, wie der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken am Freitag beschloss. So sollen etwa bei Logopäden Behandlungen auch per Video stattfinden können, wenn es therapeutisch möglich ist und Patienten einverstanden sind. Folgeverordnungen für häusliche Krankenpflege, Hilfs- und Heilmittel sollen nach Telefon-Rücksprache zu haben sein.

Auch Verordnungen von Krankentransporten und Krankenfahrten sollen telefonisch möglich sein. Erleichterungen sind auch bei Fristen von Verordnungen vorgesehen. Bereits möglich ist es wieder, sich bei leichten Erkältungsbeschwerden nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt krankschreiben zu lassen - zunächst für sieben Tage. Dies kann telefonisch für weitere sieben Kalendertage verlängert werden.

Der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses, Josef Hecken, sagte, Gebot der Stunde sei, unnötige Kontakte zu vermeiden. Es gelte, das Infektionsrisiko zu verringern, ohne dass kranke Menschen auf wichtige Behandlungen verzichten müssten. Weder der Weg in eine Praxis noch der Aufenthalt dort solle zur Gefahr werden.


30.10.2020: Touristen müssen Schleswig-Holstein bis 2. November verlassen

Touristen müssen spätestens bis zum 2. November aus Schleswig-Holstein abreisen. Für Urlauber auf den Nordsee-Inseln und Halligen gelte eine Frist bis zum 5. November wegen der Kapazitäten im Fährverkehr sowie den Autozügen, teilte die Landesregierung am Freitag in Kiel mit und verwies auf die jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse für einen Teil-Lockdown im November.


30.10.2020: Österreich und Italien fast ganz als Risikogebiete eingestuft

Die Bundesregierung hat Österreich bis auf zwei kleine Exklaven und fast ganz Italien wegen dramatisch steigender Infektionszahlen ab diesem Sonntag zu Corona-Risikogebieten erklärt.

Mit Kroatien, Slowenien, Ungarn, Bulgarien und Zypern werden zudem fünf EU-Länder komplett auf die Risikoliste gesetzt, wie das Robert Koch-Institut am Freitag auf seiner Internetseite mitteilte.

Erstmals wurden auch Gebiete in Griechenland und Lettland als Risikogebiete eingestuft. Weitere Regionen kommen in Dänemark, Portugal, Schweden und Litauen hinzu. Auch die kleinen Staaten Monaco, San Marino und der Vatikan sind nun Risikogebiete.

In Österreich war bisher Kärnten als einziges Bundesland ausgenommen. Nun gibt es nur noch zwei Ausnahmeregelungen für das Kleinwalsertal und die Gemeinde Jungholz mit zusammen gut 5000 Einwohnern. Beide Exklaven sind auf der Straße nur von Deutschland aus erreichbar. In Italien ist nun Kalabrien im Süden des Landes die einzige Region, die aus deutscher Sicht kein Risikogebiet ist.


30.10.2020: Corona-Notstand in Spanien bis Mai 2021 - Regionen riegeln sich ab

Im von der Pandemie besonders schwer getroffenen Spanien wird der Corona-Notstand bis Mai 2021 herrschen. Auf Antrag der linken Regierung billigte das Parlament am Donnerstag in Madrid eine ebenso umstrittene wie lange Verlängerung des sogenannten Alarmzustandes.

Im Rahmen des Notstandes kündigen derweil immer mehr Regionen eine Abriegelung ihres Territoriums an. Am Donnerstag taten das auch Katalonien mit der Metropole Barcelona, Madrid sowie Kantabrien. Damit haben bereits 12 der 17 "Autonomen Gemeinschaften" eine Absperrung für bis zu zwei Wochen beschlossen. Die betroffenen Menschen dürfen ihre Region nur mit triftigem Grund verlassen - etwa, um zur Arbeit oder zum Arzt zu fahren.

Spanien ist eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder Westeuropas. Am Donnerstag wurde erneut ein Rekord an neuen Infektionen gemeldet: Binnen 24 Stunden seien 23.580 Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 erfasst worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Gesamtzahl erhöhte sich auf 1,16 Millionen. Mehr als 35-000 Menschen starben mit Covid-19. Die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde am Donnerstagabend mit 230 angegeben. Zum Vergleich: In Deutschland betrug dieser Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts 99.


30.10.2020: Neue Ausgangsbeschränkungen in Frankreich ab Freitag

Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, sollen in Frankreich am Freitag weitreichende Ausgangsbeschränkungen in Kraft treten. Staatschef Emmanuel Macron hatte die Maßnahmen am Mittwoch angekündigt. Bürger dürfen sich demnach nicht mehr ohne Weiteres frei bewegen. Menschen können auf die Straße gehen, wenn sie arbeiten, wichtige Einkäufe erledigen, einen Arzt aufsuchen oder frische Luft schnappen wollen - müssen dafür dann aber eine Bescheinigung ausfüllen.

Macron will das Land mit seinen 67 Millionen Menschen aber nicht so weit lahmlegen wie noch während des Lockdowns im Frühjahr. Die Wirtschaft soll so weit wie möglich weiterlaufen; die Menschen sollen arbeiten, aber möglichst von zu Hause aus. Anders als im Frühjahr sollen die Schulen geöffnet bleiben. Bars, Restaurants und "nicht unentbehrliche Geschäfte" müssen jedoch schließen.

Auch Reisen in andere Regionen des Landes sind nicht ohne Weiteres möglich - für die Rückkehr aus den Herbstferien soll es am Wochenende aber Ausnahmen geben. Die Maßnahmen sind zunächst bis zum 1. Dezember befristet.

Frankreich ist von der Pandemie stark betroffen, zuletzt waren die Infektionszahlen zudem deutlich gestiegen. Es starben bisher mehr als 36.000 Menschen in dem Land, das 67 Millionen Einwohner hat.


30.10.2020: Flixbus stellt Betrieb im November vorübergehend ein

Der Fernreise-Anbieter Flixbus stellt aufgrund der neuen Corona-Kontaktbeschränkungen seinen Betrieb vorübergehend ein.

Der Mitgründer und Geschäftsführer von FlixMobility, André Schwämmlein, verwies in der "Welt am Sonntag" auf die von der Politik gewünschten Reiseeinschränkungen. "Deswegen fahren wir unseren Bus- und Zugbetrieb jetzt im November auch komplett runter in der Hoffnung, an Weihnachten mit Flixbus für unsere Kunden im Einsatz sein zu können. Flixtrain macht vorübergehend Winterpause." Wenn Kanzlerin Angela Merkel (CDU) darum bitte, "nicht zu reisen, hat das natürlich Einfluss auf die Nachfrage", sagte Schwämmlein. 


30.10.2020: Neuer Höchstwert: 18.681 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat mit 18 681 Fällen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert erreicht. Dies geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Freitagmorgen hervor. Der bisherige Rekordwert vom Vortag lag bei 16.774 Fällen. Am Freitag vor einer Woche hatten die Gesundheitsämter dem RKI 11.242 Neuinfektionen gemeldet.

Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 499.694 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 30.10., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Donnerstag um 77 auf insgesamt 10 349. Das RKI schätzt, dass rund 345.700 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Donnerstag bei 0,97 (Vortag: 1,03). Das bedeutet, dass ein Infizierter etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. 

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Donnerstag bei 1,17. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


29.10.2020: Söder: Bayern steht erneut vor Ausrufung des Corona-Katastrophenfalls

Im Kampf gegen das Coronavirus werden in Bayern ab dem 2. November noch strengere Kontaktbeschränkungen gelten als von Bund und Ländern vereinbart - nämlich ausdrücklich auch in Privaträumen. Zudem werden bis Ende November Veranstaltungen aller Art untersagt und nicht nur solche, die der Unterhaltung dienen.

Ausnahmen gelten nur für Gottesdienste und Demonstrationen. Das hat das bayerische Kabinett am Donnerstag in München beschlossen.

In Bayern gilt somit grundsätzlich verbindlich, dass sich - egal wo - nur noch die Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes treffen dürfen, und zwar mit insgesamt maximal zehn Personen. 

Wegen der stark steigenden Corona-Infektionszahlen erwägt Bayern bald wieder die Ausrufung des Katastrophenfalls. In den nächsten Tagen könne dies notwendig werden, um auf die "dramatische Entwicklung" besser reagieren zu können, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München. In Bayern habe sich in den vergangenen neun Tagen die Belegung der Intensivbetten verdoppelt, in einigen Regionen drohten in den kommenden Tagen bereits Kapazitätsengpässe. Durch die Ausrufung des Katastrophenfalls könne das Land die Verteilung der Intensivpatienten besser koordinieren. 

"Wir sind in einer sehr, sehr ernsten Situation", betonte Söder. Es müsse zur Eindämmung der Infektionen eine Reduzierung der Kontakte um 75 Prozent erreicht werden. Andernfalls drohe die Lage außer Kontrolle zu geraten, auch in Bayern.

Im Freistaat seien am Donnerstag vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit 3057 neue Infektionszahlen gemeldet worden. "Das ist eine neue Rekordzahl", sagte Söder. Die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Region in sieben Tagen, liege landesweit bei 107. Damit bewege sich Bayern bundesweit zwar noch im Mittelfeld, gleichwohl sei die Zahl "einfach zu hoch". 13 Kommunen in Bayern lägen bereits über einer Inzidenz von 50, einige sogar über 200.


29.10.2020: Bundeswehr hat inzwischen 3200 Soldaten im Corona-Einsatz 

Die Bundeswehr hat inzwischen etwa 3200 Soldaten zur Unterstützung von Ländern und Kommunen in der Corona-Pandemie im Einsatz. In den vergangenen beiden Wochen sei die Nachfrage rapide gestiegen, sagte Generalleutnant Martin Schelleis, Inspekteur der Streitkräftebasis und Nationaler Territorialer Befehlshaber, am Donnerstag beim Besuch in einem Altenheim im sächsischen Freital, wo mehrere Soldaten die Arbeit des Pflegepersonals unterstützen.

Die Streitkräfte sind demnach für weitere Aufgaben gerüstet. "Wir haben ein Kräftekontingent von 15 000 Soldatinnen und Soldaten seit Frühjahr in Bereitschaft", sagte Schelleis. "Wir sind eingerichtet auf weitere Nachfragen", sagte der General, in dessen Regie die Hilfseinsätze laufen. Es gebe noch eine ganze Reihe von Dingen, die die Bundeswehr machen könnte: "Aber wir werden ja nicht von uns aus aktiv, sondern wir stehen bereit, wenn wir angefordert werden."

Nach den Worten von Schelleis verfügt die Bundeswehr auch über Fähigkeiten im Bereich der Logistik. So lagere man für das Bundesland Sachsen-Anhalt medizinische Schutzausrüstung ein und verteile sie.

ABC-Abwehrkräfte könnten bei Bedarf großflächige Desinfektionen durchführen und Desinfektionsmittel produzieren. In Bayern habe man in einem Fall bereits sechs Tonnen Desinfektionsmittel feldmäßig hergestellt. Ferner könne die Bundeswehr Sicherungskräfte für den Schutz kritischer Infrastruktur bereitstellen.


29.10.2020: Lockdown für nordgriechische Städte Thessaloniki, Serres und Rodopi

Im Kampf gegen das Corona-Virus hat die griechische Regierung einen Lockdown für die Städte Thessaloniki, Serres und Rodopi im Norden Griechenlands angeordnet. Wie bereits beim Ausbruch der Pandemie im Frühjahr müsse Griechenland härter und schneller Maßnahmen ergreifen als andere Länder, um das Schlimmste zu verhindern und den Druck auf das Gesundheitssystem zu mindern, sagte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis am Donnerstagmittag in Athen.

Die Maßnahmen ähneln jenen in Deutschland; so sollen beispielsweise Kinder weiterhin zur Schule gehen, aber Versammlungen sind verboten und Restaurants müssen geschlossen bleiben. Griechenland war im Vergleich zu anderen europäischen Ländern bisher verhältnismäßig schwach von Corona betroffen, doch in den vergangenen Wochen schnellten die Zahlen in die Höhe. 


29.10.2020: Merkel: Befinden uns "in dramatischer Lage"

Kanzlerin Angela Merkel hat in einer Regierungserklärung im Bundestag die Corona-Lage in Deutschland als dramatisch bezeichnet. In den vergangenen Wochen seien die Zahlen der Neuinfektionen "deutlich in die Höhe geschnellt", sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag. Auch die Zahl der Menschen, die auf Intensivstationen betreut werden, steige, viele Gesundheitsämter seien an der Belastungsgrenze. "Eine solche Dynamik wird unsere Intensivmedizin in wenigen Wochen überfordern", sagte Merkel. "Wir befinden uns zum Beginn der kalten Jahreszeit in einer dramatischen Lage. Sie betrifft uns alle. Ausnahmslos."

Als Merkel auf die Beschlüsse der Videokonferenz mit den Regierungschefs der 16 Bundesländer vom Mittwoch verwies, wurde sie durch wütende Zwischenrufen aus den Reihen der AfD unterbrochen, die Gewaltenteilung anmahnten. Abgeordnete aller Fraktionen hatten zuletzt angemahnt, die Parlamente stärker zu beteiligen.


29.10.2020: Merkel: Neue Corona-Maßnahmen gelten bundesweit

Die harten Corona-Maßnahmen, die Bund und Länder am Mittwoch vereinbart haben, gelten nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in ganz Deutschland. "Die Beschlüsse gelten bundesweit", sagte Merkel nach den Beratungen in Berlin. Alle müssten sie durch Allgemeinverordnungen umsetzen. Thüringen werde noch das Parlament befassen. "Aber so, wie es hier steht, gilt es bundesweit." In den vergangenen Monaten waren die Bundesländer bei ihren Corona-Schutzmaßnahmen unterschiedlich vorgegangen. Immer wieder waren bundesweit einheitlichere Regeln gefordert worden.


29.10.2020: Neuer Höchstwert: 16.774 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat mit 16.774 Fällen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert erreicht. Dies geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Donnerstagmorgen hervor. Der bisherige Rekordwert vom Vortag lag bei 14.964 Fällen. Am Donnerstag vor einer Woche hatten die Gesundheitsämter 11.287 Neuinfektionen gemeldet. Damit hatte der Wert erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland die Marke von 10.000 überschritten.

Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 481.013 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 29.10., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Donnerstag um 89 auf insgesamt 10.272. Das RKI schätzt, dass rund 339.200 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Mittwoch bei 1,03 (Vortag: 1,17). Das bedeutet, dass ein Infizierter etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. 

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Dienstag bei 1,17. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


29.10.2020: Virologe: Umfassende Corona-Impfung wird bis 2022 dauern

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut geht davon aus, dass eine Impfung der gesamten Bevölkerung gegen das Coronavirus auch bei schneller Entwicklung eines Impfstoffs Ende 2021 noch nicht abgeschlossen sein wird. "Es wird längere Zeit dauern, bis wir durch die Impfung eine spürbare Veränderung des Infektionsgeschehens sehen werden, dass wir sagen können, jetzt kann wieder Ruhe einkehren", sagte der Virologe Thomas Mertens den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). Wenn man etwa pro Tag 100.000 Menschen impfen würde, brauche man 150 Tage, um 15 Millionen Menschen zu impfen. Dieses Tempo wäre nach Mertens Ansicht bereits eine Herausforderung.

"Der Start der Impfungen darf nicht übereilt passieren: Es kommt nicht darauf an, vier Wochen früher oder später mit dem Impfen anzufangen", sagte der Virologe. Vor allem Transport und Lagerung, die Einrichtung der regionalen Impfzentren und die bundesweit zeitgleiche Dokumentation der Impfungen müssten gut vorbereitet werden, ebenso die Auswertung der Sicherheitsaspekte und des medizinischen Impferfolgs.

Mertens rechnet zudem damit, dass es angesichts eines zunächst knappen Impfstoffs Konflikte über die gerechte Verteilung geben wird. "Es kann auch sein, dass einzelne, die nicht gleich zum Zuge kommen, dagegen klagen werden." Laut Bundesgesundheitsministerium sollen zunächst sogenannte "vulnerable" Gruppen geimpft werden, also Personen mit hohem Gesundheitsrisiko. Mertens kündigte an, dass die ethischen Rahmenbedingungen für die Impfstoffverteilung Anfang nächster Woche veröffentlicht werden sollen. Die Beratungen der Ständigen Impfkommission, des Deutschen Ethikrats und der Leopoldina würden Ende dieser Woche abgeschlossen.


28.10.2020: Merkel: Haben eine "nationale Gesundheitsnotlage"

Deutschland befindet sich wegen der weiter steigenden Corona-Infektionszahlen nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einer "akuten nationalen Gesundheitsnotlage". "Wir müssen handeln, und zwar jetzt", sagte die Kanzlerin am Mittwoch nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder. "Die Kurve muss wieder abflachen." Man brauche jetzt im November eine befristete "nationale Kraftanstrengung", sagte Merkel und sprach von harten und belastenden Maßnahmen.  

75 Prozent des Infektionsgeschehens in Deutschland lasse sich nicht mehr nachverfolgen. Das Gesundheitssystem werde damit noch fertig. Aber wenn es bei dem Tempo des Infektionsgeschehens bleibe, komme man binnen Wochen an die Grenzen, sagte die Kanzlerin. Die Zahl der Menschen, die wegen Corona auf Intensivstationen behandelt würden, nehme erheblich zu. Heute sei ein schwerer Tag auch für politische Entscheider.

Bund und Länder hatten sich bei dem Corona-Krisengespräch zuvor auf vorübergehende massive Beschränkungen des öffentlichen Lebens ähnlich wie im Frühjahr verständigt. Die Maßnahmen sollen ab kommenden Montag bis Ende November gelten. Restaurants und Kneipen sollen wieder schließen, genauso wie Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo- und Fitnessstudios oder Kinos. 

In der Öffentlichkeit sollen sich nur noch maximal zehn Menschen aus dem eigenen und einem zweiten Hausstand gemeinsam aufhalten dürfen. Veranstaltungen werden gestrichen und Zuschauer in der Bundesliga wieder verboten. Offen bleiben sollen Schulen, Kindergärten, der Groß- und Einzelhandel und Friseurläden.


28.10.2020: Bund plant neue Corona-Nothilfen für Unternehmen

Der Bund plant milliardenschwere Nothilfen für Unternehmen, die von den vorübergehenden Schließungen zur Eindämmung des Coronavirus betroffen sind. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch von Teilnehmern der Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie den Ministerpräsidenten der Länder. Erstattet werden sollen Umsatzausfälle, die Finanzhilfe soll ein Volumen von bis zu zehn Milliarden Euro haben.


28.10.2020: Bund und Länder: Vorerst keine touristischen Übernachtungsangebote

Bund und Länder wollen wegen der weiter steigenden Corona-Infektionszahlen touristische Übernachtungsangebote im Inland im November verbieten. Diese dürften nur noch für notwendige Zwecke wie zwingende Dienstreisen gemacht werden, beschlossen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten bei einer Videokonferenz am Mittwoch.


28.10.2020: Bund und Länder: Risikogruppen bestmöglich vor Corona schützen 

Bund und Länder wollen Kranke, Pflegebedürftige, Senioren und Behinderte besonders gegen die sich verschärfende Corona-Krise schützen. Die verfügbaren Corona-Schnelltests «sollen jetzt zügig und prioritär in diesem Bereich eingesetzt werden», damit sichere Kontakte ermöglicht werden könnten. Darauf verständigten sich Bund und Länder nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch bei einer Video-Konferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten. 

Der besondere Schutz von Krankenhäusern, Pflegeheimen, Senioren- und Behinderteneinrichtungen dürfe aber nicht zu einer vollständigen sozialen Isolation führen. 

Einrichtungen der Sozial- und Jugendhilfe sowie vergleichbare Beratungseinrichtungen sollen geöffnet bleiben, ergänzten Bund und Länder am Mittwoch.


28.10.2020: Bund und Länder: Firmen sollen Heimarbeit ermöglichen

Bund und Länder fordern die Unternehmen angesichts hoher Corona-Infektionszahlen eindringlich auf, Heimarbeit zu ermöglichen - wo immer dies umsetzbar ist. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch von Teilnehmern der Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie den Ministerpräsidenten der Länder.


28.10.2020: Bund und Länder wollen Kosmetikstudios und Massagepraxen schließen 

Bund und Länder wollen wegen der sich verschärfenden Corona-Krise Betriebe im Bereich der Körperpflege wie Kosmetikstudios, Massagepraxen oder Tattoostudios im November schließen. Friseursalons bleiben aber unter den bestehenden Hygienevorgaben geöffnet. Auch medizinisch notwendige Behandlungen wie Physiotherapien sollen weiter möglich sein. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus der Video-Konferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch.


28.10.2020: Bund und Länder: Groß- und Einzelhandel bleiben offen

Trotz drastisch steigender Corona-Infektionszahlen sollen Groß- und Einzelhandel im November offen bleiben. In einer Videokonferenz einigten sich die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aber darauf, dass sich in den Geschäften nicht mehr als ein Kunde pro zehn Quadratmeter aufhalten darf. In der Beschlussvorlage des Bundes war ursprünglich von 25 Quadratmetern die Rede gewesen.


28.10.2020: Schweden verzeichnet Höchststand bei Corona-Neuinfektionen 

Schweden hat innerhalb von 24 Stunden mehr als 2000 neue Infektionen mit dem Coronavirus registriert. Am Mittwochnachmittag kamen in der Datenbank der Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten insgesamt 2128 bestätigte Corona-Fälle hinzu - nach Angaben des Fernsehsenders SVT ist das der höchste Tageswertseit Beginn der Pandemie. Allerdings wird mittlerweile auch deutlich mehr auf Corona getestet, weshalb sich die Zahlen nur bedingt mit denjenigen aus der ersten Jahreshälfte vergleichen lassen.

Damit sind mittlerweile knapp 118 000 Infektionen in Schweden nachgewiesen worden. Die Anzahl der mit Covid-19-Erkrankungen in Verbindung stehenden Todesfälle stieg um neun auf 5927.

Im Frühjahr hatten die Schweden deutlich höhere Infektions- und Todeszahlen verzeichnet als der Rest Skandinaviens. Auf 100 000 Einwohner heruntergerechnet ist die Zahl der Gesamtinfektionen bis heute etwa doppelt und die Gesamttodesfallzahl fast fünfmal so hoch wie in Deutschland. Der derzeitige Wert der Neuinfektionen in Schweden liegt im europäischen Vergleich jedoch bevölkerungsbereinigt relativ niedrig und auch unter den Werten Deutschlands.


28.10.2020: Bund und Länder: Schulen und Kindergärten sollen weiter offen bleiben

Schulen und Kindergärten sollen trotz der stark steigenden Corona-Zahlen auch im November verlässlich geöffnet bleiben. Darauf einigten sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur Bund und Länder bei den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch.


28.10.2020: Bund und Länder wollen Gastronomiebetriebe vorübergehend schließen

Bund und Länder wollen zur Eindämmung der Corona-Pandemie Gastronomiebetriebe vom 2. November für den restlichen Monat schließen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch. Zuerst hatte die Funke Mediengruppe darüber berichtet. Davon ausgenommen sein soll die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause, Kantinen sollen offen bleiben dürfen.


28.10.2020: Bund und Länder wollen "Gesundheitsnotlage" ausrufen

Bund und Länder haben sich darauf verständigt, zur Eindämmung der Corona-Krise eine "Gesundheitsnotlage" für Deutschland auszurufen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus der Videokonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten. Offen blieb zunächst, was das genau bedeutet.

Zudem hieß es, die Gesundheitsnotlage sei erst dann beschlossen, wenn am Ende alle Einzelpunkte des geplanten Maßnahmenpakets beschlossen seien.


28.10.2020: Corona-Reisewarnung für die ganze Türkei ab 9. November

Die Bundesregierung setzt die Reisewarnung für die ganze Türkei wegen der Corona-Pandemie zum 9. November wieder in Kraft. Die bisher bestehende Ausnahmeregelung für die Touristenregionen Aydin, Izmir, Mugla und Antalya am Mittelmeer würden nur noch bis zum 8. November gelten, teilte das Auswärtige Amt am Mittwoch in seinen Reisehinweisen für die Türkei im Internet mit.


28.10.2020: Bund und Länder wollen Freizeiteinrichtungen weitgehend schließen

Bund und Länder wollen wegen der Corona-Krise Veranstaltungen, die der Unterhaltung und der Freizeit dienen, im November deutschlandweit weitgehend untersagen. So sollen Theater, Opern oder Konzerthäuser vom 2. November an bis Ende des Monats schließen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch. Die Regelung betreffe auch den Freizeit- und Amateursportbetrieb, Individualsport soll ausgenommen werden.


28.10.2020: Bund und Länder: Kontakte in Öffentlichkeit drastisch beschränken

Bund und Länder wollen angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen den gemeinsamen Aufenthalt in der Öffentlichkeit nur noch Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes mit maximal zehn Personen gestatten. Dies gelte verbindlich, Verstöße gegen diese Kontaktbeschränkungen würden von den Ordnungsbehörden sanktioniert, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung über diese Einigung berichtet.


28.10.2020 Bund und Länder: Beginn von Kontaktbeschränkungen am 2. November

Bund und Länder wollen die drastisch steigenden Corona-Infektionszahlen mit massiven Kontaktbeschränkungen über den November hinweg in den Griff bekommen. Deutschlandweit sollen die Maßnahmen bereits vom 2. November an und nicht wie ursprünglich in der Beschlussvorlage des Bundes vorgesehen vom 4. November an in Kraft treten. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder.


28.10.2020: Experte: Schon tausend Corona-Tote pro Tag in Europa

Die Anzahl der Coronatoten hat in Europa nach Aussage eines Experten drastisch zugenommen. "Letzte Woche lag die Zahl um ein Drittel höher als in der Vorwoche, das bedeutet, dass rund 1000 Menschen jeden Tag an Covid sterben", sagte Peter Piot, Sonderberater der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei der Bekämpfung des Coronavirus, am Mittwoch in Brüssel. 

"Die Lage ist sehr ernst und sie droht, noch schlimmer zu werden, wenn wir nicht dringende und drastische Maßnahmen ergreifen", fügte er hinzu. Piot forderte, dass noch viel mehr Menschen in Europa einen Mund-Nasen-Schutz tragen. "Wir müssen bei rund 95 Prozent statt jetzt 60 Prozent ankommen; das kann Hunderttausende Leben retten, wenn wir das tun", sagte er. 

Langfristige Anstrengungen seien notwendig im Kampf gegen die Pandemie. Es müsse ein sicherer Impfstoff in ausreichender Menge entwickelt werden. Man dürfe auch nicht Gesundheitsschutz und Wirtschaft gegeneinander ausspielen. Nur wenn die Pandemie besiegt werde, könne die Wirtschaft florieren. 

Piot warnte, dass inzwischen auch viele Menschen unter langwierigen Covid-19-Erkrankungen und Langzeiteffekten litten. "Und ich weiß, wovon ich rede, ich hatte es selber, monatelang", sagte der Experte.


28.10.2020: Cyberkriminelle greifen Webseite des RKI an

Cyberkriminelle haben am vergangenen Donnerstag die Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI) zeitweise lahmgelegt. Der Angriff sei morgens zwischen 8.00 und 10.00 Uhr erfolgt, sagte ein Sprecher des Informationstechnikzentrums Bund (ITZBund). Er bestätigte damit einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel". Es habe sich um einem sogenannten DDOS-Angriff (Distributed Denial of Service) gehandelt.

Die Berliner Polizei wurde nach der Cyberattacke nicht eingeschaltet. Das Institut habe keine Strafanzeige erstattet, sagte eine Sprecherin der Polizei am Mittwoch.

Bei DDoS-Attacken werden Server mit einer Flut sinnloser Anfragen in die Knie gezwungen. So können Angriffe im großen Stil ausgeführt werden. Wer hinter der Attacke steckt, sei bisher nicht bekannt und werde noch untersucht, heißt es vom ITZBund. Der staatliche IT-Dienstleister betreibt die Webseite des RKI.

Das RKI ist die deutsche Bundesoberbehörde für Infektionskrankheiten und steht seit Monaten im Kontext der Corona-Pandemie im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Das sogenannte Dashboard, in dem aktuelle Zahlen zum Pandemiegeschehen gesammelt und angezeigt werden, war von dem Angriff nicht betroffen, da es auf einer anderen Webseite gehostet wird. Auch Funktionen der Corona-Warn-App waren durch den Angriff nicht betroffen. Die Angreifer seien auch nicht in das Netz des RKI eingedrungen.


28.10.2020: Nach Corona-Fällen: 4,7 Millionen Menschen in China getestet

Nach einem Corona-Ausbruch in Nordwestchina haben die Behörden in der Stadt Kashgar innerhalb von nur vier Tagen 4,7 Millionen Einwohner auf eine mögliche Infektion mit dem Virus getestet. Bei 183 Menschen sei der Erreger nachgewiesen worden, davon 161 ohne Symptome wie Husten oder Fieber, berichtete das Gesundheitsamt der autonomen Region Xinjiang am Mittwoch. Nur 22 zeigten demnach Anzeichen für die Atemwegserkrankung Covid-19.

Daneben zählte China lediglich 20 aus dem Ausland importierte Krankheitsfälle. Die meisten Flüge in die Stadt Kashgar sind seit dem Wochenende gestrichen. Auch berichteten Augenzeugen von Straßenkontrollen auf dem Weg in die Stadt. Die staatlichen Gesundheitsbehörden in Peking entsandten eine Arbeitsgruppe nach Kashgar. Der Ausbruch wurde auf eine Fabrik zurückgeführt, ohne dass Details bekannt wurden. 

Mit strengen Maßnahmen wie Massentests, strikter Quarantäne, genauer Nachverfolgung von Kontaktpersonen und Einreisebeschränkungen hat China das Virus weitgehend unter Kontrolle gebracht. Seit Monaten verzeichnet das bevölkerungsreichste Land der Erde, wo die ersten Infektionen mit dem Coronavirus im Dezember vergangenen Jahres bekannt wurden, nur noch wenige, lokale Ausbrüche.

Infektionen werden in China vor allem noch bei Einreisenden festgestellt, die aber ohnehin grundsätzlich zwei Wochen in strikte Quarantäne müssen. Durch eine Unvorsichtigkeit in einem Krankenhaus in der Hafenstadt Qingdao, wo ein eingereister Patient behandelt worden war, hatte es Anfang Oktober den letzten Ausbruch gegeben. Innerhalb von vier Tagen wurden daraufhin zehn Millionen Menschen getestet, wobei 13 Infektionen nachgewiesen wurden.


28.10.2020: Rekord bei Corona-Neuinfektionen: RKI meldet 14.964 Fälle

Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Mittwochmorgen 14.964 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet - das ist ein Rekord seit Beginn der Pandemie.

Die Werte sind mit denen aus dem Frühjahr allerdings nur bedingt vergleichbar, da inzwischen deutlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden. Am Mittwoch vor einer Woche hatte die Zahl bei 7595 gelegen. Am Samstag war mit 14.714 Neuinfektionen der bisherige Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland verzeichnet worden. 

Die Gesamtzahl der Corona-Fälle in Deutschland lag am Mittwochmorgen bei 464.239, die Zahl der Todesfälle bei 10.183 (85 mehr als am Vortag). 

Die Zahl der Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen lag bundesweit am Dienstag bei 87. In der Woche zuvor (20.10.) hatte das RKI eine Inzidenz von 48,6 Fällen gemeldet. Nach RKI-Angaben haben rund 70 Prozent der Kreise eine Inzidenz von über 50, acht Kreise liegen nach diesen Angaben sogar bei über 200. 

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Dienstag bei 1,17 (Vortag: 1,37). Das bedeutet, dass zehn Infizierte knapp 12 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Dienstag bei 1,21. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


28.10.2020: Drosten: Jetzt auf die Bremse zu treten hätte nachhaltigen Effekt

Der Virologe Christian Drosten hat sich für einen zeitlich begrenzten Lockdown ausgesprochen. "Wenn die Belastung zu groß wird, dann muss man 'ne Pause einlegen", sagte der Charité-Wissenschaftler in der am Dienstag veröffentlichten Folge des "Coronavirus-Update" von NDR-Info. "Dieses Virus lässt nicht mit sich verhandeln. Dieses Virus erzwingt bei einer bestimmten Fallzahl einfach einen Lockdown."

Momentan sei die Inzidenz in Deutschland noch vergleichsweise niedrig. "Wenn wir jetzt einmal auf die Bremse treten würden, dann hätte das einen ganz nachhaltigen Effekt."

Drosten beschrieb den Vorteil eines befristeten Lockdowns, der zum Beispiel auch Ausnahmen wie geöffnete Schulen machen könne: "Alle wissen von vorneherein, der ist zeitlich befristet." Etwa drei Wochen - etwas mehr als eine Quarantänezeit brauche man aus Sicht des Wissenschaftlers dafür. «Die Inzidenz ist danach erheblich gesenkt und ist dann auch unter bestimmten Umständen auf lange Frist gesenkt".

Fast zwei Drittel der Bürger rechnen nach einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur damit, dass es wegen der stark steigenden Infektionszahlen wieder zu Schließungen von Geschäften, Restaurants oder Schulen kommen wird. Am Mittwoch berät Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder über Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus.


28.10.2020: Spanien meldet höchste Zahl an Corona-Toten seit Monaten

In Spanien sind innerhalb eines Tages so viele Todesfälle nach einer Infektion mit dem Coronavirus erfasst worden wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Binnen 24 Stunden seien aus den Regionen insgesamt 267 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstagabend in Madrid mit. Die höchste Werte waren in Spanien Ende März und Anfang April mit zum Teil deutlich mehr als 900 Toten innerhalb eines Tages registriert worden.

Die Gesamtzahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 belief sich auf 35.298. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen kletterte unterdessen um 18.418 auf gut 1,1 Millionen.

Wegen der rapide steigenden Infektionszahlen hatte die Regierung am Sonntag den nationalen Notstand ausgerufen und praktisch im gesamten Land eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Lediglich die im Kampf gegen Corona zuletzt erfolgreichen Kanarischen Inseln sind davon ausgenommen. Der Notstand gilt zunächst für zwei Wochen. Die linke Regierung will am Donnerstag im Parlament gleich eine Verlängerung um sechs Monate beantragen. Gegen einen so langen Notstand haben sich unterdessen neben der konservativen Opposition auch Regionalparteien und Unternehmerverbände ausgesprochen.

Spanien ist eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder Westeuropas. Die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen lag am Dienstag im 47-Millionen-Einwohner-Land bei 228 mit steigender Tendenz. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt dieser Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts 87.


28.10.2020: Bund: Risikogruppen bestmöglich vor Corona schützen

Der Bund will Kranke, Pflegebedürftige, Senioren und Behinderte besonders gegen die sich verschärfende Corona-Krise schützen. Die verfügbaren Corona-Schnelltests "sollen jetzt zügig und prioritär in diesem Bereich eingesetzt werden", damit sichere Kontakte ermöglicht werden könnten, heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Entwurf der Beschlussvorlage des Bundes für die Video-Konferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten an diesem Mittwoch. 

Der besondere Schutz von Krankenhäusern, Pflegeheimen, Senioren- und Behinderteneinrichtungen dürfe aber nicht zu einer vollständigen sozialen Isolation führen. Steigende Infektionszahlen führten leider auch zu einem Anstieg an Infektionen in medizinischen Einrichtungen und bei solchen Risikogruppen. 

Nach dem Entwurf sollen auch die Kontrollen zur Einhaltung der gesamten Maßnahmen flächendeckend verstärkt werden. Zudem würden Bund und Länder die Informationen über die geltenden Corona-Maßnahmen "noch einmal verstärken und durch möglichst einheitliche Maßnahmen die Übersichtlichkeit erhöhen".


27.10.2020: Erste Intensivstationen in Europa überlastet - WHO mahnt zur Vorsicht

Angesichts rapide steigender Corona-Infektionen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einer Überlastung von Intensivstationen vor allem in Europa und Nordamerika gewarnt. "Viele Länder auf der Nordhalbkugel sehen derzeit einen besorgniserregenden Anstieg von Fällen und Einweisungen ins Krankenhaus", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. An einigen Orten füllten sich die Intensivstationen schnell.

Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag ergab, sind teils die Kapazitätsgrenzen sogar schon erreicht. Dies gilt unter anderem für Regionen in Belgien, Großbritannien und Tschechien.

So sind in der belgischen Provinz Lüttich Dutzende Ärzte und Pfleger in den völlig überlasteten Kliniken nach Angaben von Gewerkschaftern trotz Corona-Infektion im Dienst. "Wir müssen wählen zwischen einer schlechten und einer sehr schlechten Lösung", sagte Philippe Devos vom Verband der medizinischen Gewerkschaften der Deutschen Presse-Agentur. Die sehr schlechte Lösung sei, Patienten gar nicht zu behandeln. Belgien ist nach Angaben der EU-Seuchenbehörde ECDC EU-weit das Land mit den meisten Corona-Infektionen binnen 14 Tagen pro 100.000 Einwohner - dieser Wert lag am Dienstag bei 1390,9. Patienten wurden auch über die deutsche Grenze nach Aachen verlegt.

Auch in Großbritannien ist die Lage sehr angespannt. Die Kapazität erster Kliniken etwa im Großraum Manchester ist Medienberichten zufolge erschöpft. Das Problem: Der staatliche Gesundheitsdienst NHS ist chronisch unterfinanziert. Schon bei einer Grippewelle im Winter können viele Kliniken dem Ansturm der Patienten nicht Herr werden. Tausende Operationen wurden bereits abgesagt, die Regierung ließ mehrere provisorische Kliniken errichten. Schon während der ersten Ausbruchswelle starben viele Ärzte und Krankenpfleger. Da es nicht ausreichend Schutzkleidung und Masken gab, hatten einige sogar versucht, sich mit Müllbeuteln gegen das Virus zu wappnen. An Tests mangelt es noch heute. Nach Angaben der Statistikbehörde gibt es über 61.000 Totenscheine, auf denen eine Corona-Infektion vermerkt ist.

Tschechien hat drastische Maßnahmen wie eine nächtliche Ausgangssperre beschlossen, um eine innerhalb von zwei Wochen erwartete Überlastung der Krankenhäuser doch noch zu verhindern. Das Gesundheitsministerium ordnete an, in allen Kliniken planbare Operationen zu verschieben. Von den insgesamt knapp 4000 Intensivbetten sind nur noch rund 1100 für Covid-Erkrankte und alle anderen Patienten verfügbar. Große Sorgen bereitet der Personalmangel. Mehr als 13.000 Mitarbeiter im Gesundheitswesen haben sich nach Angaben der Ärztekammer selbst mit Corona infiziert. Die meisten arbeiten weiter, wenn sie keine Symptome zeigen.


27.10.2020: Wissenschaftler fordern drastische Reduzierung von sozialen Kontakten 

Die Deutsche Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina und fünf andere Forschungsgemeinschaften fordern eine drastische Reduzierung von sozialen Kontakten in der Corona-Krise. Notwendig sei angesichts steigender Infektionszahlen eine Verringerung der Kontakte ohne Vorsichtsmaßnahmen auf ein Viertel, nach bundesweit einheitlichen Regeln, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Leopoldina, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Leibniz-Gemeinschaft und der Max-Planck-Gesellschaft. Gemeint sind damit alle Kontakte, die ohne die aktuell geltenden Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen stattfinden. 

"Eine Halbierung der Kontakte ohne Vorsichtsmaßnahmen eines jeden Einzelnen reicht laut wissenschaftlichen Simulationen des möglichen Pandemieverlaufs gegenwärtig nicht aus, um die Zahl von Neuinfizierten pro Woche zu senken", erklärten die Experten weiter.

Der Anstieg der Infektionszahlen sei in vielen Orten Deutschlands nicht mehr kontrollierbar. "Je früher eine konsequente Reduktion von Kontakten ohne Vorsichtsmaßnahmen erfolgt,desto kürzer können diese andauern und desto weniger psychische, soziale und wirtschaftliche Kollateralschäden werden diese verursachen", heißt es. 

Jeder Kontakt, der den Gesundheitsämtern entgehe, sei der Keim einer neuen Infektionskette, die sich dann der Kontrolle entziehe. "Steigt die Zahl der unerkannten Virusträger weiter signifikant, dann geben immer mehr Personen das Virus weiter, ohne davon zu wissen, und treiben das exponentielle Wachstum der Infektionszahlen an", heißt es in der Erklärung. Nach drei Wochen einer entsprechenden Senkung der Kontakte sei es entscheidend, die dann erreichte niedrige Fallzahl mit bundeseinheitlichen und konsequent verfolgten Schutzmaßnahmen zu halten. Dazu gehören nach Darstellung der Wissenschaftler unter anderem die Einhaltung der sogenannten AHA+L+A-Regeln (Abstands-, Hygiene-und Alltagsmasken, Lüften und Corona-Warn-App).


27.10.2020: Gericht setzt Beherbergungsverbot vorläufig außer Vollzug

Das Oberverwaltungsgericht in Magdeburg hat das Beherbergungsverbot in Sachsen-Anhalt für Gäste aus Corona-Risikogebieten gestoppt. Der 3. Senat setzte die Regelung des Landes vorläufig außer Vollzug, wie das Gericht am Dienstag mitteilte. Damit war der Eilantrag eines Vermieters von Ferienwohnungen erfolgreich.


27.10.2020: Neue Obergrenzen für Veranstaltungen in Berlin wegen Corona 

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen gelten in Berlin bald niedrigere Obergrenzen für Veranstaltungen.

Drinnen dürfen dann nur noch maximal 800 Menschen zu Tagungen, Messen oder Sportveranstaltungen zusammenkommen statt bisher 1000, draußen nur noch 1000 statt bisher 5000 Menschen. Darauf verständigte sich der Senat am Dienstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur.


27.10.2020: Hotspot Baesweiler: Infektionskennziffer geht leicht zurück auf 546

Im Coronavirus-Hotspot Baesweiler bei Aachen ist die wichtige Kennziffer für Neuinfektionen am Dienstag im Gegensatz zu den Vortagen nicht mehr gestiegen. Die 27 000-Einwohner-Stadt wies einen Wert von 546 auf, wie die Städteregion Aachen berichtete. Am Montag waren noch 554 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche gemeldet worden, am Freitag davor 328. In der Stadt gibt es nach Angaben der Städteregion Aachen derzeit 129 aktive Coronavirus-Erkrankungen. Um Infektionen zu unterbinden, setzen die muslimischen Gemeinden in dem Ort bis zum 31. Oktober das Freitagsgebet aus.

In der ganzen Städteregion, zu der Aachen und neun weitere Kommunen gehören, wurde am Dienstag ein Wert von 207 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche angegeben, am Vortag hatte der Wert bei 199 gelegen. NRW-weit lag die sogenannte Inzidenz am Dienstagmorgen (Stand: 0.00 Uhr) bei 116,8.


27.10.2020: Corona-Infektionen: Rosenheim in Bayern reißt 200er-Marke

Die bayerische Stadt Rosenheim hat laut Robert Koch-Institut (RKI) die Kennziffer von 200 Corona-Neuinfektionen gerissen. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen lag am Dienstag nach Angaben auf der RKI-Homepage bei 217,1. "Die Stadtspitze steht in ständigem Austausch mit den Gesundheitsbehörden", sagte ein Sprecher der Stadt auf Anfrage.

Derzeit gelten in Rosenheim die bayernweiten Corona-Maßnahmen für Städte und Landkreise, in denen die Corona-Ampel auf dunkelrot gesprungen ist. Das ist bei mehr als 100 Infektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen der Fall. Diesen Wert hat Rosenheim inzwischen um mehr als das Doppelte überschritten.

"Der nächste Schritt wären dann in der Tat Lockdown-Maßnahmen wie in Rottal-Inn oder im Berchtesgadener Land", sagte der Sprecher. "Wir haben da aber noch nichts in aktueller Planung." Er könne allerdings nicht ausschließen, dass sich daran in den kommenden Tagen oder sogar im Laufe des Tages noch etwas ändere. Konkrete Infektionsherde gebe es in der Stadt nicht. "Es ist der Klassiker: diffuses Infektionsgeschehen."


27.10.2020: RKI: Nur noch ein Kreis in NRW unter 50er-Wert

In NRW liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) nur noch ein Kreis unter der Warnschwelle von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Der Kreis Soest verzeichnete demnach am Dienstagmorgen den Wert von 40,8.

Die Kreise Paderborn (50,7) und Euskirchen (71,3) rissen im Gegensatz zum Montag nun die 50er-Schwelle. Landesweit lag die sogenannte Inzidenz am Dienstagmorgen (Stand: 0.00 Uhr) bei 116,8. An der Spitze lag Solingen mit rund 206 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in der vergangenen Woche.


27.10.2020: WHO-Chef warnt vor Überlastung von Intensivstationen auch in Europa

Angesichts rapide steigender Zahlen von Infektionen mit dem Coronavirus hat der Chef der Weltgesundheitsorganisation vor einer Überlastung von Intensivstationen vor allem in Europa und Nordamerika gewarnt. "Viele Länder auf der Nordhalbkugel sehen derzeit einen besorgniserregenden Anstieg von Fällen und Einweisungen ins Krankenhaus", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus bei einem Briefing in Genf am Montag. An einigen Orten füllten sich die Intensivstationen schnell.  

Seit Beginn der Pandemie sind weltweit mehr als 40 Millionen Infektionen nachgewiesen worden. Mehr als eine Million Menschen sind in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

Tedros äußerte Verständnis dafür, dass viele Menschen eine gewisse "Pandemie-Müdigkeit" fühlten. Die psychische und physische Belastung durch das Arbeiten von zu Hause aus sowie die Distanz zu Freunden und Familie sei hoch. Dennoch dürften die Menschen jetzt nicht aufgeben.

Vor allem aber müssten die Gesundheitssysteme geschützt werden und die Menschen, die für sie arbeiteten. Der WHO-Chef rief die Menschen dazu auf, alle Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um Ansteckungen zu vermeiden. Nur so könnten auch weitere Lockdowns vermieden werden.


27.10.2020: Fast zwei Drittel der Deutschen rechnen mit einem Lockdown

Fast zwei Drittel der Deutschen rechnen damit, dass es wegen der dramatisch steigenden Corona-Infektionszahlen wieder zu Schließungen von Geschäften, Restaurants oder Schulen kommen wird. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 63 Prozent, dass sie einen solchen Lockdown erwarten. Nur 23 Prozent glauben nicht daran, 13 Prozent machten keine Angaben.

Unter einem Lockdown versteht man weitreichende Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Zur Bekämpfung der ersten Corona-Welle hatten Bund und Länder beschlossen, Schulen und Kitas zu schließen sowie

Kultur- und Sporteinrichtungen für die Öffentlichkeit zu sperren. Die meisten Gaststätten, Läden und Dienstleister durften keine Kundschaft empfangen, Zusammenkünfte etwa in Kirchen oder Sportvereinen waren verboten. Ansammlungen von mehr als zwei Personen unterschiedlicher Haushalte waren über Wochen nicht zulässig.

Im Gegensatz zu den flächendeckenden Maßnahmen des Frühjahrs gibt es jetzt zur Eindämmung der zweiten Corona-Welle vor allem Gegenmaßnahmen in den sogenannten Hotspots, also Städten und Regionen mit hohen Infektionszahlen. Dazu gehören eine Ausweitung der Maskenpflicht, eine Begrenzung der Gästezahl bei privaten Feiern, Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum und eine Sperrstunde für die Gastronomie. 

Härtere Maßnahmen könnten aber folgen. Wegen der angespannten Corona-Lage beraten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder bereits am Mittwoch in einer Video-Konferenz über das weitere Vorgehen.


27.10.2020: Strobl: Bei Corona-Verschärfung gut eine Woche "alles dicht machen"

Der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Thomas Strobl fordert bei einer weiteren Verschärfung der Corona-Lage einen gut einwöchigen Lockdown in Deutschland. "Wenn die Zahlen sich weiter so entwickeln, dann müssen wir Maßnahmen in den Blick nehmen, etwa, dass wir auch einmal für eine Woche alles dicht machen, dass von Freitag bis Sonntag die Woche drauf gar nichts mehr geht", sagte der baden-württembergische Innenminister dem Nachrichtenportal "ThePioneer" (Dienstag). Auf die Frage, ob die Schließung auch Schulen, Kitas und Geschäfte betreffen würde, sagte Strobl: "Alles heißt alles." Das bedeute auch Einschränkungen im Grenzverkehr. 

Damit könne man das Infektionsgeschehen zum Stillstand bringen, argumentierte Strobl. Der Vorteil dieser "sehr, sehr harten" Lösung wäre die zeitliche Begrenzung. Der CDU-Politiker betonte aber auch, dann wären ein Weihnachtsgeschäft und eine gemeinsame Weihnachtszeit mit der Familie wieder möglich.


27.10.2020: 11.409 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Dienstagmorgen 11.409 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Am Dienstag vor einer Woche hatte die Zahl bei 6868 gelegen. 

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 449.275 Menschen mit dem Virus infiziert (Stand: 27.10., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Montag um 42 auf insgesamt 10.098. Das RKI schätzt, dass rund 326.700 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 1,37 (Vortag: 1,45). Das bedeutet, dass zehn Infizierte knapp 14 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Montag bei 1,30. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


26.10.2020: Söder: "Entscheidungswoche" im Kampf gegen Corona  

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht den Kampf gegen Corona in einer entscheidenden Woche. "Ich glaube schon, dass es ziemlich ernst jetzt ist, und dass sich alle nochmal klar machen müssen, um was es geht", sagte Söder am Montag auf den Münchner Medientagen mit Blick auf die nächste Ministerpräsidentenkonferenz in wenigen Tagen. "Das ist die Entscheidungswoche." Söder bekräftigte: "Wir haben klare Ziele: Wir wollen der Wirtschaft keinen Schaden zufügen, wir wollen Schule und Kitas so lange wie möglich offen halten." Er verwies aber auch auf die bayern- und bundesweit immer weiter steigenden Corona-Zahlen.


26.10.2020: Lockdown im Landkreis Rottal-Inn ab Dienstag

Angesichts extrem gestiegener Corona-Zahlen gelten im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn ab Dienstag um 00.00 Uhr strikte Ausgangsbeschränkungen. Das teilte am Montag ein Sprecher des Landratsamtes in Pfarrkirchen mit. Am Sonntag lag der Schwellenwert in dem Kreis laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bei etwa 228 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Neben dem Landkreis Berchtesgadener Land ist Rottal-Inn aktuell der zweite Landkreis in Bayern mit Ausgangsbeschränkungen. In anderen Bundesländern gibt es bisher keine vergleichbar strikten Ausgangsbeschränkungen. 

Schulen und Kindergärten werden geschlossen und Veranstaltungen abgesagt, wie es in einer Mitteilung heißt. Am Nachmittag wollten Gesundheitsministerin Melanie Huml und Landrat Michael Fahmüller (beide CSU) über die Maßnahmen informieren.


26.10.2020: Frankreich: Erstmals mehr als 50 000 Corona-Neuinfektionen

In Frankreich sind binnen 24 Stunden erstmals mehr als 50 000 neue Corona-Infektionen registriert worden. Die Gesundheitsbehörde meldete am Sonntagabend 52 010 neu erfasste Ansteckungen. Damit gab es erneut einen Spitzenwert innerhalb eines Tages seit Beginn der großflächigen Corona-Testungen in Frankreich.

Die Corona-Lage verschlechtert sich in dem Land mit 67 Millionen Einwohnern seit Wochen dramatisch. Die Behörden meldeten allein in der vergangenen Woche mehrmals neue Rekorde bei den Neuinfektionen. Am Freitagabend war die Marke von einer Million gemeldeter Fälle seit Beginn der Pandemie überschritten worden. Mehr als 34 700 Menschen im Land sind bereits im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Rund 17 Prozent der Corona-Tests sind nach Angaben von Sonntag positiv. 

Seit Samstag gilt in Frankreich die nächtliche Ausgangssperre für rund zwei Drittel der Einwohnerinnen und Einwohner des Landes, also rund 46 Millionen Menschen. Die Ausgangssperre gilt in 54 Départements und dem französischen Überseegebiet Französisch-Polynesien. In den Nachtstunden dürfen die Menschen nur mit einem triftigen Grund vor die Tür.


26.10.2020: Merkel: Deutschland stehen schwere Monate bevor

Deutschland steht bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie nach Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel vor einer schwierigen Phase. "Es stehen uns sehr, sehr schwere Monate bevor", sagte die CDU-Politikerin laut "Bild"-Zeitung vom Sonntagabend in einer Schaltkonferenz mit den CDU-Fraktionschefs der Bundesländer. Die Kanzlerin gehe von weiter stark steigenden Infektionszahlen aus und rechne damit, dass mindestens bis Februar auch draußen keine größeren Veranstaltungen mehr möglich seien. 

Über die bevorstehende Ministerpräsidentenkonferenz, die von Mittwoch bis Freitag unter Vorsitz Berlins geplant ist, zeigte sich Merkel laut "Bild" besorgt. Sie habe "kein so gutes Gefühl", sagte die Kanzlerin demnach. "So kann es nicht weitergehen".

Am Montag berät Merkel erneut mit den zuständigen Bundesministern im Corona-Kabinett. Am Freitag kommen die Regierungschefs der Bundesländer zu ihrer Jahreskonferenz zusammen, den Vorsitz hat seit Anfang Oktober Berlin inne. 


26.10.2020: 8685 Corona-Neuinfektionen in Deutschland 

Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Montagmorgen 8685 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Erfahrungsgemäß sind die Fallzahlen an Sonntagen und Montagen niedriger, auch weil an Wochenenden weniger getestet wird. Am Montag vor einer Woche hatte die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden bei 4325 gelegen. 

Am Samstag war mit 14.714 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht worden. Die Zahl der Todesfälle übersteig am Wochenende die Marke von 10.000.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 437.866 Menschen mit dem Virus infiziert (Stand: 26.10., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Montag um 24 auf insgesamt 10.056. Das RKI schätzt, dass rund 321 600 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Sonntag bei 1,45 (Vortag: 1,36). Das bedeutet, dass zehn Infizierte knapp 15 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Samstag bei 1,39 (Vortag: 1,38). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


25.10.2020: Spanien Regierung ruft erneut Notstand gegen Corona aus 

Die spanische Regierung hat erneut einen nationalen Notstand beschlossen, um eine nächtliche Ausgangssperre gegen die Corona-Pandemie verhängen zu können. Die Ausrufung des Alarmzustands, der dritthöchsten Notstandsstufe des Landes, wurde am Sonntag bei einer außerordentlichen Ministerratssitzung in Madrid vereinbart, wie Ministerpräsident Pedro Sánchez mitteilte. Der Notstand, der noch am Sonntag in Kraft trat, gilt zunächst für zwei Wochen.

Eine Verlängerung müsste gemäß Verfassung vom Nationalparlament gebilligt werden. Er hoffe, den Notstand mit Unterstützung des Parlaments bis zum 9. Mai verlängern zu können, sagte der Chef der linken Minderheitsregierung. Die Ausrufung des Notstands sei von zehn der insgesamt 17 Regionen Spaniens, den sogenannten Autonomen Gemeinschaften, beantragt worden. "Europa und Spanien sind mitten in der zweiten Welle", so Sánchez.


25.10.2020: Fast ganz NRW als Risikogebiet ausgewiesen

Nahezu alle der 53 Kreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen gelten mittlerweile als Corona-Risikogebiete. Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) und des Landeszentrums Gesundheit von Sonntag (0.00 Uhr) lagen lediglich die Kreise Euskirchen, Minden-Lübbecke, Paderborn und Soest unter der Warnschwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Den höchsten Wert wies laut RKI die Stadt Solingen mit 200,3 aus. Das Landeszentrum Gesundheit (LZG) registrierte am Sonntag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 199,7 für die Stadt. Dahinter lagen laut RKI und LZG die Stadt Duisburg mit 174,1 und der Kreis Düren mit 170,0. Für Nordrhein-Westfalens einwohnerstärkste Stadt Köln wurden 152,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche gemeldet.

Zunächst blieb allerdings unklar, ob tatsächlich alle von den Gesundheitsämtern registrierten Neuinfektionen in die RKI-Statistik von Sonntag eingeflossen waren. Denn: Für acht Kreise und kreisfreie Städte in NRW wiesen RKI und LZG von Samstag auf Sonntag keine Neuinfektionen aus. Erst am Donnerstag war es wegen einer technischen Störung bei der Übermittlung der Zahlen zu Datenlücken gekommen. Grundsätzlich sind die amtlich gemeldeten Zahlen an den Wochenenden wegen der Personalkapazitäten in den Laboren und Gesundheitsbehörden meist niedriger.

Für die übrigen 45 Kreise und Städte in NRW meldete das RKI am Sonntag 3142 Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen im bevölkerungsreichsten Bundesland lag damit bei 107 759 - etwa ein Viertel aller bundesweit registrierten Fälle (429.181).


25.10.2020: Corona-Ampel für München springt auf "Dunkelrot"

In der Corona-Pandemie ist in der bayerischen Landeshauptstadt ein weiterer kritischer Wert der Neuinfektionen überschritten worden. Nach Zahlen des Robert Koch-Institutes vom Sonntag (00:00 Uhr) liegt der Wert bei 100,6 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Damit hat München nach der bayerischen Corona-Ampel nun den Status "Dunkelrot".

Ab dem Schwellenwert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen müssen die Bewohner der betroffenen Kommune mit verschärften Einschränkungen im Alltag rechnen: Die Sperrstunde gilt ab 21.00 Uhr, ebenso gilt ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen ab 21.00 Uhr. Bei kulturellen Veranstaltungen wird die Personenzahl auf maximal 50 begrenzt. 


25.10.2020: Frankreich erreicht Spitzenwert mit über 45.000 Corona-Neuinfektionen 

In Frankreich sind binnen 24 Stunden erstmals mehr als 45.000 neue Corona-Infektionen registriert worden. Die Gesundheitsbehörde meldete am Samstagabend 45.422 neu erfasste Ansteckungen. Damit gab es erneut einen Spitzenwert innerhalb eines Tages seit Beginn der großflächigen Corona-Testung in Frankreich. In Frankreich leben rund 67 Millionen Menschen.

Die Corona-Lage in Frankreich verschlechtert sich seit Wochen. Die Behörden meldeten allein in der vergangenen Woche mehrmals neue Spitzenwerte bei den Neuinfektionen. Demnach war am Freitagabend erstmals die Marke von einer Million gemeldeter Fälle seit Beginn der Pandemie überschritten worden. Mehr als 34.500 Menschen im Land sind bereits im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

Seit Samstag gilt in Frankreich die nächtliche Ausgangssperre für rund zwei Drittel der Einwohnerinnen und Einwohner des Landes, also rund 46 Millionen Menschen. Die Ausgangssperre gilt in 54 Départements und dem französischen Überseegebiet Französisch-Polynesien. In den Nachtstunden dürfen die Menschen nur mit einem triftigen Grund vor die Tür.


25.10.2020: Kolumbien: Zahl der Corona-Fälle überschreitet eine Million

Als achtes Land der Welt hat Kolumbien mehr als eine Million Corona-Fälle registriert. Nach Zahlen des Gesundheitsministeriums vom Samstag (Ortszeit) stieg die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in dem südamerikanischen Land seit Beginn der Pandemie auf über 1.000.000. Im Vergleich zum Vortag waren demnach knapp 8800 Neuinfektionen, rund 5700 Genesene und 198 Todesopfer zu der Statistik hinzugekommen. Insgesamt liegt die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Krankheit Covid-19 bei 30.000 - nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität in den USA sind das die elftmeisten weltweit.

Kolumbien hat mit rund 50 Millionen Einwohnern gut 30 Millionen weniger als Deutschland, aber rund dreimal so viele Corona-Todesopfer und mehr als doppelt so viele Infektionen zu beklagen. Zeitweise herrschten dort strenge Ausgangsbeschränkungen, seit September ist das Land jedoch größtenteils wieder geöffnet.


25.10.2020: Positiver Corona-Test bei Stabschef von US-Vizepräsident Pence 

Der Stabschef von US-Vizepräsident Mike Pence ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Test bei Pence selbst sei negativ ausgefallen und er wolle an seinem Programm unter anderem mit Wahlkampfauftritten festhalten, teilte Pence' Sprecher in der Nacht zum Sonntag mit. Sein Stabschef Marc Short sei jetzt in Quarantäne.

Es ist bereits das zweite Mal, dass die US-Regierungsspitze direkt von der Pandemie getroffen wird. Erst Anfang des Monats waren Präsident Donald Trump und diverse Mitarbeiter des Weißen Hauses positiv getestet worden. Trump erholte sich von seiner Covid-19-Erkrankung, nachdem er unter anderem mit einem noch experimentellen Antikörper-Mittel behandelt worden war.


25.10.2020: Über 10.000 Tote in Deutschland 

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) innerhalb eines Tages 11.176 neue Corona-Infektionen gemeldet. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen allerdings meist niedriger, auch weil am Wochenende weniger getestet wird. Insgesamt haben sich demnach seit Beginn der Pandemie 429 181 Menschen in Deutschland mit dem Virus infiziert. (Stand: 25.10., 00.00 Uhr) Vor genau einer Woche waren es noch 5587 Neuinfektionen an einem Tag.

Die Zahl der Todesfälle in Deutschland im Zusammenhang mit dem Virus erhöhte sich um 29 auf insgesamt 10 032. Die Marke von 10.000 war am Vortag überschritten worden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Samstag bei 1,36 (Vortag: 1,23). Das bedeutet, dass zehn Infizierte knapp 14 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Samstag bei 1,38 (Vortag: 1,30). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


24.10.2020: Auch Landeshauptstadt Erfurt jetzt Corona-Risikogebiet

In Thüringen ist seit Samstag auch Erfurt Corona-Risikogebiet. Nach 40 Neuinfektionen seit Freitag übersprang die Landeshauptstadt die Marke von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen, wie die Stadt auf ihrer Internetseite mitteilte. Damit gelten jetzt sieben Landkreise und kreisfreie Städte als Risikogebiete: die Kreise Altenburger Land, Eichsfeld, Saale-Holzland, Sömmerda, Unstrut-Hainich sowie Erfurt und Gera, wo die Corona-Ampel am Samstag ebenfalls auf Rot sprang. Aktuell sind 146 Menschen in Erfurt infiziert.

Hauptgrund für die hohe Zahl der Neuinfektionen in Erfurt ist ein Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim. In dem Heim mit 260 Bewohnern gibt es laut Stadtverwaltung derzeit 26 Corona-Fälle. Drei Menschen liegen im Krankenhaus. Die beiden betroffenen Wohnbereiche stehen unter Quarantäne.

Die Stadt hatte bereits eine Verschärfung der Maskenpflicht und Beschränkungen für Veranstaltungen und Privatfeiern angekündigt. Eine entsprechende Allgemeinverfügung soll voraussichtlich Mitte kommender Woche erlassen werden. In der Tagesübersicht des Berliner Robert Koch-Instituts war Erfurt am Samstag noch nicht als Risikogebiet aufgeführt. Bei der Übermittlung der Daten durch die Gesundheitsämter und Landesbehörden an das RKI kann es zu Verzögerungen kommen.


24.10.2020: "Warnstufe Rot" - Auch Halle ist Corona-Risikogebiet 

Die Stadt Halle hat die Sieben-Tage-Inzidenz von 50 überschritten und gilt somit als Risikogebiet. «Damit befindet sich die Stadt Halle in der Warnstufe Rot», sagte Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) am Samstag. Der Wert der Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner habe am Samstag konkret 54,05 betragen. Demnach registrierte die Stadt mit den rund 240.000 Einwohnern 33 neue Fälle des Coronavirus. Insgesamt gibt es den Angaben nach derzeit 219 Infizierte in Halle. Auch Kinder und Familien seien betroffen. Am Sonntag will der Oberbürgermeister nach eigenen Angaben bekanntgeben, was das für den Betrieb an Schulen nach den zu Ende gegangenen Herbstferien bedeute. Zudem seien weiterhin ein Telefondienst bei Fragen und eine Corona-Teststation für alle Bürger erreichbar.

Die Stadt habe bereits bei einem Grenzwert von 35 Neuinfektionen pro Woche und 100 000 Einwohner schärfere Maßnahmen ergriffen, betonte Wiegand. Seit Donnerstag gilt etwa die Maskenpflicht unter freiem Himmel in der Innenstadt, auf einer Einkaufsmeile und vor dem Hauptbahnhof. Am Freitag seien bei Kontrollen 442 mündliche Verwarnungen ausgesprochen worden. Nur in vier Fällen weigerten sich die Angesprochenen zum Tragen einer Maske und kassierten ein Bußgeld. Zudem wurden bereits private Feiern und Veranstaltungen beschränkt.

Bund und Länder hatten sich vergangene Woche darauf geeinigt, die Corona-Regeln in Kreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 50 zu verschärfen. Solange die jeweilige Landesregierung das, wie in Sachsen-Anhalt, noch nicht in Landesrecht umgesetzt hat, ist dies nicht rechtlich bindend. In den vergangenen Tagen wurde der 50er-Grenzwert laut Sozialministerium auch schon im Landkreis Jerichower Land und im Burgenlandkreis überschritten.


24.10.2020: Staatssekretär Jäger mit Coronavirus infiziert - Treffen mit Spahn 

Der Staatssekretär im Bundesentwicklungsministerium, Martin Jäger, hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Jäger hatte sich am Montagmittag mit dem inzwischen ebenfalls mit dem Virus infizierten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn getroffen. Ein Sprecher Spahns sagte dazu am Samstag: "Ob und wie die jeweiligen Infektionen mit dem Treffen zusammenhängen, ist unklar."

Der Sprecher erklärte weiter: "Nachdem am Mittwoch alle Kontaktpersonen des Ministers informiert worden waren, hatte sich Staatssekretär Jäger direkt testen lassen und in die häusliche Quarantäne begeben." Bei Spahn hätten sich nach wie vor ausschließlich Erkältungssymptome entwickelt.


24.10.2020: Istanbuls Bürgermeister Imamoglu mit Coronavirus infiziert 

Der Bürgermeister der türkischen Millionenmetropole Istanbul, Ekrem Imamoglu, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Politiker der wichtigsten türkischen Oppositionspartei CHP sagte am Samstag in einem auf Twitter geposteten Video, er befinde sich jedoch im Krankenhaus auf dem Weg der Besserung. Er sei häufig auf das Coronavirus getestet worden. Am Freitagabend sei er mit hohem Fieber ins Krankenhaus gegangen. "Jetzt geht es mir eigentlich gut. Mein Fieber ist nicht schlimm (...) So Gott will, werde ich wieder gesund werden", sagte der seit Mitte 2019 amtierende Bürgermeister.


24.10.2020: Erstmals über 15.000 Corona-Neuinfektionen in Tschechien 

Tschechien hat zum ersten Mal die Grenze von mehr als 15.000 bestätigten Corona-Neuinfektionen pro Tag überschritten. Am Samstag meldeten die Gesundheitsbehörden in Prag mit 15.252 neuen Fällen binnen 24 Stunden den bisherigen Rekord-Zuwachs. Die Gesamtzahl der Infektionen seit dem Ausbruch der Pandemie im Frühjahr kletterte auf mehr als 238.000, wie Daten des Gesundheitsministeriums belegten. Insgesamt 1971 Infizierte sind in dem 10,7 Millionen Einwohner zählenden Nachbarland Deutschlands bereits gestorben.

Tschechien kämpft in Relation zur Einwohnerzahl mit der stärksten Zunahme an Corona-Neuinfektionen in der Europäischen Union. Deshalb gelten seit eineinhalb Wochen weitgehende Ausgangsbeschränkungen. Die meisten Geschäfte sind geschlossen. Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in Tschechien binnen 14 Tagen am Samstag bei 1210,8 - und damit deutlich höher als in allen anderen EU-Ländern.


24.10.2020: Snowboard-Weltmeisterin Jörg infiziert - DSV-Team in Quarantäne

Nach einer Corona-Infektion bei Snowboard-Weltmeisterin Selina Jörg hat sich das deutsche Race-Weltcupteam in eine freiwillige Quarantäne begeben. Das teilte Snowboard Germany am Samstag mit. Die Infektion bei der 32-Jährigen aus Sonthofen sei bei wöchentlichen Routinetests bemerkt worden. Die gesamte Lehrgangsgruppe habe sich daraufhin noch einmal auf das Virus testen lassen, hieß es weiter. "Selina geht es den Umständen entsprechend gut. Bisher zeigen keine weiteren Teammitglieder Symptome", sagte Sportdirektor Andreas Scheid in der Mitteilung. Alle hätten schnell und verantwortlich reagiert.


24.10.2020: Ausgangsbeschränkungen und Corona-Massentests in der Slowakei

In der Slowakei sind am Samstag landesweite Ausgangsbeschränkungen in Kraft getreten. Bis einschließlich 1. November dürfen die Bürger ihre Wohnungen nur für den Weg zur Arbeit sowie für Lebensmittelkäufe oder andere dringende Besorgungen verlassen. In vier besonders stark von Neuinfektionen betroffenen ländlichen Bezirken an der polnischen Grenze gelten noch strengere Bestimmungen. Dort dürfen Personen, die keinen negativen Corona-Test vorweisen können, außer ins Testlabor fast nirgendwohin gehen - auch nicht zur Arbeit.

In diesen Bezirken begann schon am Freitag unter der Regie des Verteidigungsministeriums die erste regional begrenzte Phase einer geplanten Massentestung fast der gesamten Bevölkerung. An den beiden darauffolgenden Wochenenden sollen dann im ganzen Land alle über zehn Jahre alten Bewohner auf das Coronavirus getestet werden.

Während am Freitag mehrere Teststationen mit Personalmangel zu kämpfen hatten, verliefen die Tests am Samstag nach Medienberichten problemlos ab. Der populistisch-konservative Ministerpräsident Igor Matovic half am Vormittag in der Kleinstadt Tvrdosin selbst mit.


24.10.2020: Merkel: Gebot der Stunde heißt Kontakte reduzieren

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat vor dem Hintergrund deutlich steigender Corona-Infektionszahlen erneut an die Bürger appelliert, durch weniger Kontakte bei der Eindämmung der Pandemie mitzuhelfen. «Wir sind nicht machtlos gegen das Virus, unser Verhalten entscheidet, wie stark und wie schnell es sich ausbreitet. Und das Gebot der Stunde heißt für uns alle: Kontakte reduzieren. Viel weniger Menschen treffen», sagte sie in ihrem am Samstag veröffentlichten Videopodcast.

Vor einer Woche hatte die Kanzlerin an dieser Stelle in einem dramatischen Appell die Bürger zur Mithilfe aufgefordert. Die Videobotschaft hatte viele Reaktionen hervorgerufen. Eine Woche später habe sich die Pandemielage noch weiter zugespitzt, sagte Merkel. "Für mich gilt das, was ich Ihnen letzte Woche gesagt habe, noch Wort für Wort (...) Und so folgt jetzt noch einmal der Podcast vom vergangenen Samstag", so die Kanzlerin, bevor erneut die Ansprache von vergangener Woche abgespielt wird.

Darin hatte Merkel dazu aufgerufen, Kontakte außerhalb der eigenen Familie deutlich zu verringern und darum gebeten, auf Reisen und Feiern, die "nicht wirklich zwingend notwendig" sind, zu verzichten. "Bitte bleiben Sie, wenn immer möglich, zu Hause, an Ihrem Wohnort."


24.10.2020: Region Hannover überschreitet Corona-Grenzwert 

Die Region Hannover in Niedersachsen hat bei Neuinfektionen mit dem Coronavirus einen wichtigen Grenzwert überschritten. Für Samstag meldete das Landesgesundheitsamt in Hannover 52,7 Infektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Für die 1,15 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner der Region treten damit weitere Einschränkungen in Kraft.

Das Land Niedersachsen insgesamt lag am Samstag (Stand 9.00 Uhr) rechnerisch knapp unter der 50er-Inzidenz. Der Wert wurde mit 49,6 angegeben. Entscheidend für die Corona-Auflagen ist allerdings nicht die Lage im Land, sondern in den einzelnen Landkreisen oder kreisfreien Städten. Am Samstag lagen 14 der 45 Kreise und kreisfreien Städte über dem als kritisch erachteten Inzidenzwert von 50. Am stärksten betroffen war die Stadt Delmenhorst mit 241,1 Fällen, gerechnet auf 100.000 Einwohner in einer Woche.

Nach der jüngsten Verordnung der Landesregierung bedeutet dies, dass in den betroffenen Kreisen oder kreisfreien Städten private Treffen auf zehn Personen aus zwei Haushalten beschränkt sind - egal, ob zu Hause, draußen oder im Restaurant. Die Gastronomie muss um 23.00 Uhr schließen, außerdem wird die Maske auch an einigen Orten unter freiem Himmel zur Pflicht. Wo genau die Maskenpflicht gilt, darüber entscheidet die betroffene Kommune.


24.10.2020: Polens Präsident Duda positiv auf Coronavirus getestet 

Der polnische Präsident Andrzej Duda ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte Präsidentensprecher Blazej Spychalski am Samstagmorgen auf Twitter mit. Der 48 Jahr alte Präsident fühle sich gut, betonte Spychalski. "Wir sind in ständigem Kontakt mit dem Gesundheitsdienst", schrieb der Sprecher weiter.

Polen hatte am Freitag mit 13 600 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden einen neuen Höchststand gemeldet. Von Samstag an sollen neue Verschärfungen der Maßnahmen die Verbreitung des Virus eindämmen.


24.10.2020: Zahl der Corona-Fälle in päpstlicher Schweizergarde steigt auf 13

Im Vatikan sind zwei weitere Mitglieder der päpstlichen Schweizergarde positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit stieg die Zahl der nachweislich infizierten Gardisten auf 13, wie die Schweizergarde am Freitag mitteilte. Es gebe bisher keine schweren Krankheitsverläufe, nur einige der Gardisten zeigten Symptome wie Fieber, Husten, Gelenkschmerzen und einen Verlust des Geruchssinns, hieß es weiter. Die bunt uniformierten Wachen schützen Papst Franziskus und seine Residenz.

Ein größerer Corona-Ausbruch unter den Gardisten könnte daher auch für den Papst gefährlich werden, der mit seinen 83 Jahren zur Risikogruppe gehört. Dem Argentinier war im Alter von 21 Jahren wegen einer schweren Pneumonie ein Teil der rechten Lunge entfernt worden. Er gilt aber für sein Alter als relativ gesund.


24.10.2020: Einreise nach Dänemark nur noch mit triftigem Grund erlaubt

Die Einreise von Deutschland nach Dänemark ist seit Samstag, 0 Uhr, nur noch eingeschränkt möglich. Aufgrund der steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen hat das Nachbarland im Norden Deutschland zum Risikoland erklärt. Das bedeutet, dass nur noch Einreisen kann, wer einen triftigen Grund nachweisen kann. Das kann zum Beispiel ein Verwandtenbesuch, ein Vorstellungsgespräch oder eine Beerdigung sein.

Auch Berufspendler und Studenten dürfen weiter einreisen. Ausnahmen gelten außerdem für die Bewohner Schleswig-Holsteins und für Besitzer eines Ferienhauses. Den triftigen Grund muss man an der Grenze angeben.


24.10.2020: Schärfere Corona-Auflagen in Trier - Maskenpflicht in Fußgängerzone 

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen muss von Samstag an in der Fußgängerzone in Trier ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Außerdem herrscht an allen weiterführenden Schulen während der gesamten Schulzeit, also auch im Unterricht, eine Maskenpflicht, wie die Stadt am Freitag mitteilte. Diese und weitere Schritte sehen neue Allgemeinverfügungen vor, die im Fall der Stadt Trier am Samstag und im Fall des Kreises Trier-Saarburg am Montag in Kraft treten.

Der Wert an Corona-Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner war zuletzt laut Gesundheitsministerium in Trier auf 63,7 gestiegen, im Kreis Trier-Saarburg lag er zuletzt bei 54,9.

Der Ausschank und Verkauf von Alkohol ist den Verfügungen zufolge ab 24.00 Uhr bis 6.00 Uhr verboten. Deutliche Einschränkungen gelten auch für Sporttraining. Innen ist es nur noch mit bis zu fünf Personen zulässig, Wettkampfsituationen sowie Kontaktsport wie Fußball oder Handball sind untersagt. Im Freien dürfen bis zu 30 Menschen auf Sportanlagen trainieren, auch dort sind Wettkampfsimulationen tabu. In Duschen und in nicht räumlich getrennten Umkleiden darf jeweils nur eine Person sein.


24.10.2020: Landkreis erlässt nach Corona-Ausbruch Einschränkungen für Güstrow 

Nach dem Corona-Ausbruch an einem Gymnasium in Güstrow hat der Landkreis Rostock zwei Allgemeinverfügungen erlassen, um das Infektionsgeschehen lokal einzudämmen. Sie betreffen die Schüler sowie die Stadt Güstrow und das Amt Güstrow-Land, teilte ein Sprecher des Landkreises am Freitag mit.

In Güstrow und im Amt Güstrow-Land sind in den zurückliegenden sieben Tagen 27 Corona-Infektionen festgestellt worden, was einer sogenannten Inzidenz von 60 Infektionen je 100.000 Einwohner entspricht. In der Region dürfen sich ab sofort nur noch maximal 15 Menschen in privaten Räumlichkeiten oder unter freiem Himmel treffen. Private Treffen mit mehr als 25 Personen in Gaststätten sind ebenfalls untersagt. In allen Einkaufszentren und auf Märkten muss eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden. Ausgenommen sind Kinder vor Schuleintritt und Menschen mit medizinischen Beeinträchtigungen.

Für die Schüler des betroffenen Gymnasiums wurde dem Sprecher zufolge je nach Infektionsrisiko Quarantäne oder eine Kontaktreduzierung angeordnet. 23 Schüler, zwei Lehrkräfte und eine Person aus dem Umfeld seien als coronainfiziert gemeldet. Aus der Testreihe an der Schule würden am Sonnabend und Sonntag weitere Ergebnisse erwartet.


24.10.2020: 39 Corona-Infizierte in Ulmer Schlachthof 

In einem Schlachthof in Ulm haben sich 39 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Durch die regelmäßigen Reihentestungen könne sich die Zahl fortlaufend ändern, teilte ein Sprecher des Alb-Donau-Kreises am Freitag mit. Betroffen ist demnach vor allem die Rinderschlachtung, es gebe jedoch Hinweise, dass das Geschehen auch auf weitere Bereiche gestreut habe. Zu dem Ausbruch wurde im Gesundheitsamt des Landkreises eine Arbeitsgruppe gebildet.

Die Stadt Ulm stimme sich derzeit mit dem zuständigen Gesundheitsamt beim Alb-Donau-Kreis über mögliche Maßnahmen ab, sagte eine Stadtsprecherin. Der Landkreis kündigte entsprechende Quarantäne- und Infektionsschutzmaßnahmen an.

Der Ulmer Betrieb ist nach der Corona-Verordnung des Landes zu wöchentlichen Tests verpflichtet. Das Gesundheitsamt habe dem Schlachthof keine Ausnahme erteilt, auch wenn der Betreiber dies beantragt habe, teilte der Sprecher des Landkreises mit. "Die wöchentlichen Reihentestungen der Beschäftigten haben nun dazu geführt, dass das Infektionsgeschehen zeitnah erkannt werden konnte." Mehrere Medien hatten zuvor darüber berichtet.


24.10.2020: Mund-Nasen-Schutz-Pflicht an verschieden Orten in Potsdam

Wegen steigender Corona-Neuinfektionen hat die Stadt Potsdam ab Samstag für verschiedene Orte eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes festgelegt. Betroffen sei von 9.00 bis 19.00 Uhr auch die Haupteinkaufsstraße Brandenburger Straße, teilte die Stadt am Freitag mit. Im Umfeld des Hauptbahnhofes müsse der Schutz rund um die Uhr getragen werden. Auf den Wochenmärkten am Bassinplatz, am Nauener Tor und in Babelsberg sei der Schutz nur für die Zeit der Öffnung notwendig. Die Regelung solle vorerst bis zum 2. November gelten, hieß es.

Die Einhaltung der Anordnung kontrollieren nach Angaben der Stadt die Ordnungsämter. Innenminister Michael Stübgen hatte zur Durchsetzung und Einhaltung der ausgeweiteten Corona-Beschränkungen verstärkte Kontrollen angekündigt. Die Polizei unterstütze die Gesundheitsämter und Ordnungsämter dabei, wann immer es gehe. Zudem führten Polizisten gemeinsam mit den Landkreisen an bestimmten Tagen Schwerpunktkontrollen durch, hieß es.

Hintergrund ist die neue Verordnung des Landes. Danach muss eine Stadt ab dem Überschreiten der 7-Tage-Inzidenz von 35 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner eine Mund-Nasen-Schutz-Pflicht auf Straßen und Plätze erlassen, wenn der Mindestabstand von 1,5 Meter überwiegend nicht eingehalten werden kann. Seit Montag liegt der Wert in Potsdam durchgehend über dem Grenzwert von 35.


24.10.2020: Inzidenz bei 48 - Strengere Corona-Regeln für ganz Dithmarschen 

Wegen weiter schnell steigender Corona-Zahlen weitet der Kreis Dithmarschen von diesem Samstag an seine bisher nur für die Stadt Heide geltenden verschärften Maßnahmen auf das gesamte Kreisgebiet aus. Mit 16 Neuinfektionen am Freitag überschreite der Kreis den vierten Tag in Folge den sogenannten Inzidenzwert von 35 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen, teilte der Kreis mit. Am Freitag betrug den Angaben zufolge der Inzidenzwert 47,30.

"In der Gesamtbetrachtung der aktuellen Corona-Lage für Dithmarschen ist ein zunehmend diffuses Ausbruchsgeschehen mit einer ansteigenden Anzahl an Fällen, bei denen die Infektionsquelle nicht ermittelt werden kann, zu verzeichnen", teilte der Kreis mit. Ein regional begrenztes Ausbruchsgeschehen lasse sich nicht mehr feststellen. Bei der Fallzahlenentwicklung der vergangenen Tage sei nicht auszuschließen, dass Dithmarschen kurzfristig den Schwellenwert von 50 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner überschreiten werde.

Dann müssten gemäß den Bund-Länder-Beschlüssen vom 14. Oktober noch einschneidendere Maßnahmen erfolgen.

Unter anderem muss ab Samstag kreisweit in bestimmten öffentlichen Bereichen eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Zudem gilt eine Sperrstunde für Gastronomiebetriebe von 23.00 Uhr bis 6.00 Uhr am Folgetag sowie eine Begrenzung der Teilnehmerzahlen für Veranstaltungen im öffentlichen und privaten Raum sowie für die Sportausübung innerhalb und außerhalb von Sportanlagen.


24.10.2020: Beliebte öffentliche Plätze in Rom wegen Corona zeitweise gesperrt

Beliebte öffentliche Plätze in Rom sollen wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen in Italien zeitweise gesperrt werden. Das Verbot gelte freitags und samstags ab 21.00 Uhr bis Mitternacht, teilte die Stadt am Freitag mit. Betroffene Plätze seien der Campo de' Fiori sowie die Piazza Trilussa, die Piazza Madonna de' Monti und die Via del Pigneto. Diese Orte sind in den Abendstunden beliebte Treffpunkte für viele junge Menschen. Die neue Maßnahme sollen verhindern, dass sie sich in den Fußgängerzonen und auf den Plätzen große Gruppen treffen. Die umliegenden Restaurants, Bars und Wohnungen bleiben jedoch weiterhin zugänglich.

Italien will mit regionalen Maßnahmen und nicht mit einem landesweiten Shutdown auf die aktuelle Krise reagieren. Das Land verzeichnete am Donnerstag binnen 24 Stunden mehr als 16.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie.


24.10.2020: In Schleswig-Holstein tritt verschärfte Maskenpflicht in Kraft 

Wegen der steigenden Corona-Zahlen tritt in Schleswig-Holstein am Samstag eine ausgeweitete Maskenpflicht in Kraft. Es gelten schärfere Regeln in Restaurants, im Handel und auf Märkten. In Neumünster wurde der verkaufsoffene Sonntag abgesagt. Nach dem Corona-Ausbruch in einem Hotel in Timmendorfer Strand mit 37 coronainfizierten Mitarbeitern erließ der Kreis Ostholstein am Freitag eine Maskenpflicht und andere Beschränkungen für das Ostseebad.

Die Kreise Ostholstein, Dithmarschen, Stormarn und Pinneberg sowie die Stadt Neumünster haben verschärfte Corona-Maßnahmen ergreifen müssen, weil der entscheidende Wert von 35 Infektionen berechnet auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten wurde.


24.10.2020: Neues Corona-Risikogebiet - Dresden überschreitet Grenzwert 

Dresden hat einen kritischen Schwellenwert bei der Zahl der Neuinfektionen überschritten und gilt nun als Risikogebiet. Der Inzidenzwert lag nach Angaben der Stadtverwaltung vom Freitag zuletzt bei 57. Binnen eines Tages kamen 12 Neuinfektionen dazu. Die Stadt erlässt daher zum 27. Oktober eine Allgemeinverfügung, die mehr Beschränkungen vorsieht. Damit soll den Bürgern eine Übergangsfrist und die Möglichkeit für Fragen eingeräumt werden, hieß es.

Zu den Auflagen gehören die Erhebung von personenbezogenen Daten beim Besuch von Veranstaltungen und in der Gastronomie, eine Sperrstunde ab 22.00 Uhr, eine Ausweitung der Maskenpflicht unter anderem auf Bahnhöfe, Wochenmärkte, Haltestellen und "belebte Innenstadtlagen". Bei Feiern zu Hause oder in angemieteten Räumen sind höchstens zehn Personen erlaubt, bei Sport- und Großveranstaltungen maximal 100. 

"Die Geschwindigkeit, mit der sich das Virus im Moment in unserer Stadt und unserer Region verbreitet, macht weitere Einschränkungen in jedem Fall erforderlich", begründete Oberbürgermeister Dirk Hilbert die Entscheidung.


24.10.2020: Oberverwaltungsgericht kippt Beherbergungsverbot im Norden

Schleswig-Holsteins Oberverwaltungsgericht hat das sogenannte Beherbergungsverbot für Touristen aus Corona-Hotspots gekippt. Das Gericht in Schleswig stufte die Regelung am Freitag als rechtswidrig ein. Es erklärte die Regelung in einem Eilverfahren für außer Vollzug gesetzt, bis eine Entscheidung in der Hauptsache getroffen ist.


24.10.2020: Erste Patienten aus Niederlanden nach Deutschland geflogen

Zum ersten Mal in der zweiten Welle der Corona-Pandemie werden Patienten aus den Niederlanden in deutsche Kliniken verlegt. Ein Hubschrauber transportierte am Freitagmorgen einen Patienten in ein Krankenhaus nach Münster. Das teilte das Koordinierungszentrum für die Verteilung von Patienten am Freitag in Rotterdam mit. Ein zweiter Flug ebenfalls von Almere nach Münster sollte folgen.

Der nordrhein-westfälische Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner betonte, mit der Hilfe für das Nachbarland bekenne sich NRW zur europäischen Solidarität. "Wir stehen an der Seite unserer europäischen Freunde und Partner - gerade in schweren Zeiten. Nur zusammen werden wir die Pandemie erfolgreich bewältigen."

Durch die Verlegungen soll der Druck auf die Intensivstationen in den Niederlanden gesenkt werden. Dort ist bereits fast jedes zweite Bett auf Intensivstationen mit einem an Covid-19 erkrankten Patienten belegt. Zuletzt waren am Donnerstag fast 9300 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet worden. Die Niederlande gehören zu den am stärksten von der zweiten Welle der Pandemie betroffenen Ländern Europas.


24.10.2020: Polen schließt Restaurants - Belgien macht Freizeitparks dicht

Angesichts dramatischer Infektionszahlen werden die Maßnahmen gegen die zweite Corona-Welle in den Nachbarländern Deutschlands immer weiter verschärft. Polen schließt von Samstag an alle Restaurants und verbietet Versammlungen mit mehr als fünf Personen. Belgien macht die Freizeitparks dicht. In Tschechien muss unterdessen der Gesundheitsminister seinen Posten räumen, weil er gegen die eigenen Vorschriften verstoßen hat.

Für deutsche Touristen schrumpft die Zahl der potenziellen Ziele im Ausland an diesem Samstag weiter. Ab Mitternacht gilt die am Donnerstag beschlossene Reisewarnung für die Schweiz, fast ganz Österreich, große Teile Italiens, Polen sowie einige weitere Regionen in der EU.


24.10.2020: US-Tagesrekord seit Pandemie-Beginn: Mehr als 80.000 Neuinfektionen 

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen eines Tages in den USA ist erstmals seit Beginn der Pandemie auf über 80.000 gestiegen. Die Johns-Hopkins-Universität (JHU) verzeichnete am Freitag 83.757 neue Fälle, rund 12.000 mehr als noch am Vortag.

Die Gesamtzahlen der Infektionen liegen generell über denen vom Frühjahr. Sie sind aber wie auch in Deutschland nur bedingt vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Insgesamt wurden laut JHU in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie knapp 8,5 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. Etwa 224.000 Menschen starben bislang - mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen aber auch wieder nach unten korrigiert.


24.10.2020: Technische Panne am RKI - Fehler in Corona-Zahlen für NRW

Wegen einer technischen Störung am Robert Koch-Institut (RKI) ist es am Freitag zu Fehlern in den Corona-Zahlen für Nordrhein-Westfalen gekommen. Nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums gingen bei elf Kreisen und kreisfreien Städten in NRW fälschlicherweise null Neuinfektionen in die RKI-Statistik ein.

Dadurch wurde dort unter anderem die wichtige Kennziffer der Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen deutlich zu niedrig angegeben. Betroffen waren unter anderem Großstädte und Corona-Hotspots wie Dortmund, Duisburg und Wuppertal. Auch die landesweite Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen lag tatsächlich höher als vom RKI am Freitag gemeldet. Die fehlenden Zahlen könnten nun erst am Samstag in die Statistik einfließen, sagte der Ministeriumssprecher.

Hintergrund für die Datenlücken waren Probleme bei der Übermittlung der Corona-Infektionszahlen aus den Bundesländern an das Robert Koch-Institut. Durch einen Ausfall eines Webservers beim RKI am Donnerstagnachmittag seien knapp drei Stunden lang bis 17.30 Uhr Übermittlungen von den Gesundheitsämtern zu den zuständigen Landesbehörden und von denen zum RKI gestört gewesen, teilte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher am Freitag mit und bestätigte Medienberichte. Die fehlenden Daten sollten automatisch im Laufe des Freitags übermittelt werden und dann in die nächsten aktuellen Zahlen am Samstag einfließen.


24.10.2020: In Timmendorfer Strand gelten ab sofort Maskenpflicht und Sperrstunde 

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Hotel in Timmendorfer Strand hat der Kreis Ostholstein eine Maskenpflicht und andere Beschränkungen für das Ostseebad erlassen. Der Ausbruch habe wesentlich dazu beigetragen, dass der Inzidenzwert von 35 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner für den Kreis überschritten worden sei, sagte der Landrat des Kreises, Reinhard Sager, am Freitag. Da es sich aber um einen lokal begrenzten Ausbruch handele, sei es ausreichend, die Beschränkungen nur für das Ostseebad zu verhängen. In dem Hotel in Timmendorfer Strand hatten sich nach neuestem Stand 37 von 101 Mitarbeitern mit dem Corona-Virus infiziert.

Seit Freitag muss nun in Timmendorfer Strand auf besonders frequentierten Straßen und Plätzen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Das gilt unter anderem für die Promenade, die Großparkplätze und die Seebrücken. Gaststätten müssen um 23 Uhr schließen. Die Zahl der Gäste, die bei Feiern in der Öffentlichkeit und in Privathaushalten zusammenkommen dürfen, wird auf 25 beziehungsweise 15 beschränkt. Die Allgemeinverfügung gilt nach Angaben des Kreises zunächst bis zum 29. Oktober.


23.10.2020: Neue Corona-Regel in Hamburg: Nur noch zehn Menschen dürfen sich privat treffen 

Wegen der deutlich gestiegenen Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus hat der Hamburger Senat am Freitag weitere Kontaktbeschränkungen beschlossen. Nur noch zehn Personen aus zwei Hausständen sollen sich zu privaten Feiern oder Zusammenkünften zu Hause oder im öffentlichen Raum treffen dürfen. Das werde ab Montag gelten, kündigte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Freitag an. Die Begrenzung auf zwei Hausstände gelte nicht für familiäre Beziehungen jeder Art, also auch nicht für Patchwork-Familien.


23.10.2020: Ministerium erwartet Corona-Impfungen ab Anfang 2021 

In der Corona-Krise richten sich angesichts weiter rasant steigender Infektionszahlen wachsende Erwartungen an einen Impfstoff gegen das Virus. Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte seine Einschätzung, dass erste Corona-Impfungen voraussichtlich in den ersten Monaten des nächsten Jahres möglich werden. 

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte am Freitag auf Anfrage, man gehe weiterhin davon aus, dass Anfang 2021 ein Impfstoff zur Verfügung stehen könnte. Der "Spiegel" zitiert Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in seiner neuen Ausgabe mit den Worten, es könne Januar sein, vielleicht auch Februar oder März - oder sogar noch später. 

"Bild" hatte zuvor unter Berufung auf Teilnehmer einer Videokonferenz der Gesundheitsminister der Länder mit Spahn Anfang der Woche berichtet, dass Impfungen schon früher möglich sein könnten. Spahn habe dort erklärt, die Firma Biontech (Mainz) stehe dicht vor der Zulassung eines Impfstoffs. Auf Nachfragen, wann er mit ersten Impfungen rechne, habe Spahn gesagt: "Das könnte noch vor Ende des Jahres passieren."

Der Vorstandschef des Tübinger Biopharmaunternehmens Curevac, Franz-Werner Haas, rechnet weiter mit dem ersten Halbjahr 2021, dass ein Impfstoff seiner Firma auf den Markt kommt. Das Unternehmen Curevac hatte nach der Mainzer Firma Biontec als zweites deutsches Unternehmen die Genehmigung für eine klinische Studie bekommen.


23.10.2020: Mehr als 50 Corona-Infizierte in Hildesheimer Pflegeheim 

In einem Alten- und Pflegeheim in Hildesheim gibt es einen Corona-Ausbruch. Mit Stand Donnerstagabend waren 41 Bewohner sowie 14 Beschäftigte des Heims positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, wie eine Sprecherin des Landkreises Hildesheim mitteilte. Sie befinden sich in häuslicher Quarantäne. Die Ermittlung der Kontaktpersonen sei noch nicht abgeschlossen. In dem Heim herrsche nun ein strenges Betretungsverbot, sagte eine Sprecherin des Arbeiterwohlfahrts (AWO)-Bezirks Hannover. Über den Ausbruch hatte zuerst die "Hildesheimer Allgemeine Zeitung" berichtet.

Wie das Coronavirus eindringen konnte, sei nicht bekannt, sagte die AWO-Sprecherin. Eine Bewohnerin mit leichten Erkältungssymptomen habe am Montag von ihrem positiven Test erfahren. Vorsorglich seien dann alle 88 Heimbewohner sowie alle Beschäftigten bis zum Pförtner getestet worden. Derzeit seien zwei Personen im Krankenhaus. Sie hätten aber keine schweren Symptome.

In diesem Herbst hat es bereits Corona-Ausbrüche in mehreren niedersächsischen Heimen gegeben, etwa in Neu-Wulmstorf (Landkreis Harburg), Vechta und Bad Essen (Landkreis Osnabrück). Dabei starben auch Menschen. 

In Hildesheim waren die Bewohner und Mitarbeiter der betroffenen Einrichtung vor dem Ausbruch nicht regelmäßig getestet worden. Eine neue Testverordnung des Bundesgesundheitsministeriums trat am Donnerstag (15. Oktober) in Kraft. Sie ermöglicht Pflegeeinrichtungen und Kliniken, ihr Personal sowie Bewohnerinnen und Bewohner beziehungsweise Patienten regelmäßig auf Covid-19 zu testen. Die Pflegekammer Niedersachsen begrüßte die neue Verordnung.


23.10.2020: Umfrage: Fast ein Drittel für härtere Corona-Maßnahmen

Fast ein Drittel der Deutschen spricht sich einer Umfrage zufolge für noch härtere Corona-Maßnahmen aus. 30 Prozent der Befragten gehen die bestehenden Maßnahmen nicht weit genug, wie aus dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer hervorgeht. 54 Prozent halten die Maßnahmen demnach für genau richtig, 14 Prozent für übertrieben. Im September waren nur 18 Prozent und im Oktober 23 Prozent für härtere Regelungen gewesen - obwohl diese seitdem vielerorts verschärft wurden.

Die einzelnen Maßnahmen finden überwiegend große Zustimmung: 87 Prozent der Befragten hielten die Ausweitung der Maskenpflicht für richtig. Die Begrenzung der Teilnehmerzahl bei privaten Feiern und Treffen in der Öffentlichkeit fand eine Zustimmung von 86 beziehungsweise 79 Prozent. Dass Bars und Restaurants vielerorts früher schließen müssen, fanden dagegen nur 54 Prozent richtig.

Unabhängig von der Notwendigkeit empfinden verhältnismäßig viele Menschen die Einschränkungen bei Treffen mit Freunden und Familie als störend (33 Prozent der Befragten). Dahinter folgen Einschränkungen bei Kultur- und Sportveranstaltungen (24 Prozent) und beim Reisen (19 Prozent).

56 Prozent der Befragten glauben, dass ihre Gesundheit durch das Coronavirus gefährdet sei. Dennoch ist eine Mehrheit optimistisch: 81 Prozent aller Befragten meinten, dass Deutschland in den nächsten Monaten alles in allem "eher gut" durch die Pandemie kommen werde.

Hier waren Anhänger von CDU/CSU mit 86 Prozent am zuversichtlichsten, die der AfD mit 60 Prozent am wenigsten zuversichtlich. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov zufolge steigt die Akzeptanz der Masken-Regeln im öffentlichen Raum: 86 Prozent der Befragten gaben im Oktober an, sich immer an die Regeln zu halten. Im August waren es noch 80 Prozent gewesen. Etwas mehr Frauen (88 Prozent) als Männer (83 Prozent) halten sich eigenen Angaben zufolge an die Regeln.


23.10.2020: Hamburg jetzt offiziell Risikogebiet - RKI-Inzidenzwert bei 52,8

Die Stadt Hamburg gilt jetzt offiziell als Corona-Risikogebiet. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts lag der Sieben-Tage-Wert der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner (Inzidenz) am Freitag bei 52,8 und kletterte damit über den kritischen Wert von 50. Die Hamburger Gesundheitsbehörde hatte am Donnerstag 276 neue Fälle gemeldet - so viele Corona-Neuinfektionen wie noch nie seit Ausbruch der Pandemie. Der von der Stadt berechnete Sieben-Tage-Wert kletterte auf 64,6 Infektionen je 100 000 Einwohner.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte diesen in rechtlicher Hinsicht maßgeblichen Wert am Donnerstag für Hamburg mit 46,5 angegeben. Laut Gesundheitsbehörde liegt die Abweichung vor allem in einer verzögerten Erfassung der Daten begründet.

Hamburgs rot-grüner Senat kommt an diesem Freitag zu einer Sondersitzung zusammen, um über weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie zu beraten. Es dürfte dabei unter anderem um eine Beschränkung der Zahl von Personen gehen, die bei privaten Feiern im eigenen Wohnraum zusammenkommen dürfen.


23.10.2020: Ab Samstag landesweit Maskenpflicht in Griechenland

Im Kampf gegen das Corona-Virus hat die griechische Regierung die Maßnahmen verschärft: Von Samstagmorgen an gilt landesweit Maskenpflicht, wie Regierungschef Kyriakos Mitsotakis am Donnerstagabend mitteilte. Außerdem wird für Gegenden mit hohen Infektionszahlen wie etwa die Region Attika mitsamt der Hauptstadt Athen ein nächtlicher Lockdown gelten. Davon ausgenommen sind Menschen, die nachts arbeiten. 

"Wir erwarten, dass die kommenden Monate schwierig werden", warnte Mitsotakis in einer Fernsehansprache. Mit den Maßnahmen wolle man einen vollständigen Lockdown vermeiden.

Griechenland ist im Vergleich zu anderen europäischen Ländern bisher verhältnismäßig schwach von Corona betroffen, doch in den vergangenen Wochen stiegen die Zahlen stark an. Zum Teil wurden mehr als 800 neue Fälle pro Tag verzeichnet - ein Negativrekord. Das Land mit seinen rund 11 Millionen Einwohnern zählt seit Ausbruch der Pandemie gut 28.000 Infektionsfälle und 550 Tote. Zum Vergleich: Das einwohnermäßig ähnlich große Bundesland Baden-Württemberg verzeichnet insgesamt rund 65 000 Infektionen und fast 2000 Todesfälle. Die griechische Regierung hatte zu Beginn der Pandemie schnell reagiert und etwa Schulen noch vor anderen EU-Staaten geschlossen.


23.10.2020: Frankreich erreicht Spitzenwert mit über 41 000 Corona-Neuinfektionen

Frankreich hat mit 41 622 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden einen Spitzenwert erreicht. Das seien rund 15.000 mehr als am Vortag, teilten die Behörden am Donnerstagabend mit. Insgesamt stieg die Zahl der Neuinfektionen auf 999 000 und erreichte damit fast die Marke von einer Million. 

Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Menschen ist stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen. Premierminister Jean Castex hatte angekündigt, dass die bereits in Paris und anderen Metropolen geltende nächtliche Ausgangssperre auf rund zwei Drittel der Einwohnerinnen und Einwohner des Landes ausgedehnt wird. 

Die Ausgangssperre gelte vom Samstag an dann in 54 Départements und dem französischen Überseegebiet Französisch-Polynesien. Nach Angaben der Regierung haben sich in den vergangenen sieben Tagen 251 Menschen pro 100 000 Einwohner mit dem Coronavirus infiziert. Es starben bisher mehr als 34 000 Menschen.


23.10.2020: Neue Corona-Regeln in Österreich erst ab Sonntag

Die neuen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus treten in Österreich überraschenderweise erst am Sonntag in Kraft.

Wie das österreichische Gesundheitsministerium am Donnerstagabend mitteilte, dürfen sich ab dann drinnen nur noch sechs Personen zu privaten Veranstaltungen wie Tanz- und Yogakursen oder zu Geburtstagsfeiern treffen. Für Feiern in der eigenen Wohnung gilt der dringende Appell, sich ebenfalls an diese Regel zu halten. Im Freien liegt die Obergrenze bei zwölf Menschen. Die Regierung hatte ursprünglich angekündigt, dass die strengeren Maßnahmen schon ab Freitag gelten werden.

Für Bewohner in Seniorenheimen gilt künftig eine Maskenpflicht in den allgemein zugänglichen Bereichen, gleiches gilt für Fußgänger-Passagen. Hobby-Chöre und Kapellen dürfen auf Amateurniveau in Räumen nur maximal zu sechst zusammenkommen. 

Das österreichische Gesundheitsministerium meldete am Donnerstag 2435 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden - ein Rekordwert für die Alpenrepublik mit ihren rund neun Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie. Die Zahl neu gemeldeter Fälle binnen sieben Tagen stieg österreichweit auf 134,5 pro 100 000 Einwohner. Deutschland hatte am Donnerstag seine Reisewarnung auf fast ganz Österreich ausgeweitet.


23.10.2020: Neuer Höchststand bei Corona-Neuinfektionen in Italien

Italien hat binnen 24 Stunden mehr als 16 000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Die Gesundheitsbehörden des Landes meldeten am Donnerstag 16 079 neue Corona-Fälle. Einen Tag zuvor waren es knapp 15 200 gewesen, auch das war ein Rekordwert. Insgesamt haben sich in dem Mittelmeerland bisher nachweislich mehr als 465 700 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Todesfälle stieg am Donnerstag um 136 auf 36 968. Italien hat rund 60 Millionen Einwohner. 

Besonders schwer getroffen ist wie schon bei der ersten Welle der Pandemie die norditalienische Lombardei mit Mailand als Hauptstadt. 4125 der neuen Fälle wurden dort verzeichnet


23.10.2020: 11.242 Corona-Neuinfektionen in Deutschland 

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Freitagmorgen 11.242 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Die Zahl ist vergleichbar mit dem Rekordwert von 11.287 Fällen vom Vortag und liegt deutlich über den 7334 gemeldeten Neuinfektionen vom Freitag vergangener Woche.

Die jetzigen Werte liegen damit über denen vom Frühjahr, sind aber nur bedingt vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden. Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 403.291 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 23.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9954. Das waren 49 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es inzwischen etwa 310.200 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Donnerstag bei 1,11 (Vortag: 1,09). Das bedeutet, dass zehn Infizierte etwa elf weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen liegt dieser Wert nun bei 1,23 (Vortag: 1,17). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


22.10.2020: Nur noch maximal 25 Teilnehmer bei privaten Feiern in Rheinland-Pfalz erlaubt

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie dürfen in Rheinland-Pfalz von Montag an nur noch maximal 25 Menschen an privaten Feiern "in angemieteten oder zur Verfügung gestellten" Räumen teilnehmen. Diese Entscheidung des Ministerrats teilte Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) am Donnerstag mit. Bisher waren private Feierlichkeiten noch teils mit bis zu 75 Personen möglich.

Die Regelung gilt landesweit. Private Partys und Familienfeiern seien nach wir vor die Hauptursache für die rasant steigenden Corona-Infektionszahlen, sagte Dreyer. 


22.10.2020: 22 von 30 Klosterschwestern mit Corona infiziert

In einem Kloster in Mönchengladbach (NRW) sind 22 von 30 Schwestern positiv auf Corona getestet worden. Zwei Schwestern, beide schon weit über 80, sind ins Krankenhaus gekommen. Die anderen hätten teilweise Symptome, teilweise auch nicht, sagte eine der Schwestern vom Orden der Salvatorianerinnen, Esther Strauß, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. 

"Es ist nicht schleichend reingekommen, sondern plötzlich", erläuterte die 84 Jahre alte Nonne. "Wir müssen uns alle zur selben Zeit infiziert haben." Wie das geschehen sei, wüssten sie nicht.


22.10.2020: Sachsen weitet Maskenpflicht aus

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie wird die Maskenpflicht in Sachsen ausgeweitet. Sie soll ab diesem Samstag für öffentliche Räume gelten, in denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einzuhalten ist. Das gab Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Donnerstag in Dresden bekannt. Welche Orte das sind, sollen die Landkreise selbst festlegen. Eine Maskenpflicht gilt auch in Schulen, aber nicht im Unterricht. 

Köpping stellte am Donnerstag die neue Corona-Schutzverordnung vor. Sie tritt am Samstag in Kraft und soll bis 25. Januar gelten. Aufgrund steigender Infektionszahlen auch in Sachsen gibt es Verschärfungen. Schank und Speisewirtschaften müssen zwischen 23.00 und 5.00 Uhr schließen. Köpping appellierte an das Verantwortungsgefühl der Bürger. Vor allem das private Umfeld sei ein Infektionsherd. Niemand wolle Kontrollen im privaten Bereich, deswegen sollten sich die Bürger an die Vorkehrungen halten.


22.10.2020: Rekordzahl von 276 Corona-Neuinfektionen in Hamburg

In Hamburg sind so viele Corona-Neuinfektionen registriert worden wie noch nie seit Ausbruch der Pandemie. Die Gesundheitsbehörde meldete am Donnerstag 276 neue Fälle. Der bisherige Rekordwert war am 24. März mit 248 Corona-Infektionen gemeldet worden.


22.10.2020: Wieler: Coronavirus könnte sich regional unkontrolliert ausbreiten 

Der Präsident des Robert Koch-Instituts Lothar Wieler hat angesichts des rasanten Infektionsgeschehens an die Bürgerinnen und Bürger appelliert, unbedingt die Corona-Regeln einzuhalten.

Wieler sagte am Donnerstag in Berlin, es sei inzwischen möglich, dass sich das Coronavirus regional unkontrolliert ausbreiten könne. Um die Ausbreitung zu verlangsamen, seien Abstandhalten, Hygienemaßnahmen und wo nötig das Tragen von Mund-Nase-Masken sowie Lüften, unbedingt zu beherzigen.


22.10.2020: Polen und Schweiz auf Corona-Risikoliste - Kanaren nicht mehr

Die Bundesregierung hat die Nachbarländer Polen und Schweiz, fast ganz Österreich und große Teile Italiens mit Wirkung ab dem kommenden Samstag zu Corona-Risikogebieten erklärt. Die Kanarischen Inseln werden dagegen von der Risikoliste gestrichen, wie das Robert Koch-Institut am Donnerstag mitteilte.


22.10.2020: Zahl der Corona-Infektionen in Spanien übersteigt eine Million

Spanien hat am Mittwoch die Marke von einer Million Corona-Infektionen durchbrochen. Seit dem Beginn der Pandemie seien 1.005.295 Menschen in dem Land mit 47 Millionen Einwohnern positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit. Das waren 16 973 mehr als am Vortag, ein neuer Tagesrekord. Die Zahl von mehr als einer Million Infektionen ist der höchste Wert aller westeuropäischen Länder und weltweit Platz sechs. Nur die USA, Indien, Brasilien, Russland und Argentinien haben noch mehr Infizierte gemeldet. Die Zahl der mit Corona gestorbenen Menschen sei seit dem Vortag um 156 auf nun 34 366 gestiegen. 

Die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde mit gut 178 angegeben. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt dieser Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts zurzeit 51,3.

Unterdessen wurden immer mehr Gemeinden, Städte und ganze Regionen mehr oder weniger abgeschottet oder haben dies für die nächsten Tage angekündigt, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Davon seien 7,6 Millionen Menschen betroffen, berichtete das staatliche Fernsehen RTVE. 


22.10.2020: Neue Corona-Ausbrüche an Seniorenheimen im Südwesten

In mehreren Seniorenheimen im Südwesten steigen derzeit die Zahlen der Corona-Infizierten. Einrichtungen in Laichingen, Blaustein (beide Alb-Donau-Kreis) und Mannheim haben in den vergangenen Tagen ein Besuchsverbot ausgesprochen. In dem Seniorenheim in Laichingen starben bislang sechs Bewohner in Folge einer Infektion, wie eine Sprecherin der Einrichtung am Mittwoch mitteilte. Insgesamt seien in dem Heim seit vergangener Woche 42 Bewohner und 22 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden. Fünf weitere Infizierte befinden sich laut Sprecherin in einem kritischen Zustand. 

In Blaustein sind 26 Bewohner und 8 Mitarbeiter nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Von 6 Wohngruppen sind derzeit 5 betroffen. Auch hier muss, wie im Seniorenzentrum Laichingen, die nicht betroffene Wohngruppe völlig separat betreut werden. Weitere Testergebnisse stehen hier noch aus. Für die Heime besteht ein Aufnahme- und Besucherstopp.

Auch in Mannheim kam es zu einem Corona-Ausbruch in einem Altenpflegeheim. Das Virus sei bislang bei sieben Bewohnern und einem Mitarbeiter nachgewiesen worden, teilte das Pflegeheim am Mittwoch mit. Um eine weitere Verbreitung zu verhindern, blieben in Absprache mit dem Gesundheitsamt Mannheim alle 23 Bewohner der Gruppe zur Quarantäne in ihren Zimmern. Dort würden sie von jeweils fest zugeordneten Pflegekräften betreut. Der positiv getestete Mitarbeiter befinde sich in häuslicher Quarantäne. 


22.10.2020: Neuer Höchststand bei Corona-Neuinfektionen in Italien

Italien hat bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus am Mittwoch einen neuen Höchststand verzeichnet. Die Gesundheitsbehörden des Landes meldeten knapp 15 200 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden.

Am 16. Oktober hatte das Land mit seinen 60 Millionen Einwohnern erstmals seit Beginn der Pandemie im Februar die Marke von 10 000 überschritten. Außerdem wurden am Mittwoch 127 Covid-19-Tote gemeldet.

Die Dynamik der zweiten Corona-Welle sorgt in Italien zunehmend für Angst vor ernsten Engpässen in den Krankenhäusern. Ministerpräsident Giuseppe Conte forderte die Italiener in einer Rede im Senat in Rom auf, alle nicht notwendigen Reisen zu unterlassen. Es gelte einen großen Lockdown wie im Frühjahr zu vermeiden. Besonders schwer getroffene Regionen wie die Lombardei haben inzwischen begrenzte Verschärfungen wie nächtliche Ausgangsbeschränkungen erlassen. 

Insgesamt haben sich in dem Mittelmeerland bisher nachweislich fast 450 000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Gesamtzahl der bekannten Todesfälle stieg auf 36.832.


22.10.2020: Corona-Neuinfektionen in Deutschland erreichen Rekordwert von 11.287

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages in Deutschland ist erneut stark gestiegen und hat erstmals den Wert von 10.000 überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Donnerstagmorgen 11.287 Fälle binnen 24 Stunden. Der bisherige Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland war am Samstag mit 7830 Neuinfektionen erreicht worden.

Am Donnerstag vergangener Woche waren mit 6638 Fällen erstmals mehr als im Frühjahr gemeldet worden. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühling vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Mit Blick auf stetig steigenden Fallzahlen will das Robert-Koch-Institut am Donnerstag in einem Presse-Briefing im Online-Format zur Entwicklung der Pandemie in Deutschland informieren. RKI-Präsident Lothar Wieler hatte zuletzt den Ernst der aktuellen Lage betont.

Seit Anfang September schwankt die Zahl der Coronatests pro Woche zwischen 1,1 und 1,2 Millionen - mit ganz leicht steigender Tendenz. Die Positivenrate ist in der Zeit jedoch von 0,75 auf 3,63 Prozent gestiegen. Seit zwei Wochen steigt der Probenrückstau erneut an. Einige Labore wiesen auf Lieferschwierigkeiten für Arbeitsmaterialien hin.

Zuletzt lagen knapp ein Drittel aller vom RKI erfassten Kreise und Städte über dem Schwellenwert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche (Datenstand 21.10.), ab dem vielerorts verschärfte Infektionsschutzmaßnahmen greifen. Bei rund 30 Kreisen und Städten lag der Wert sogar über 100.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 392.049 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 22.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9905. Das waren 30 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es inzwischen etwa 306.100 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Mittwoch bei 1,09 (Vortag: 1,25). Das bedeutet, dass zehn Infizierte knapp elf weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen liegt dieser Wert nun bei 1,17 (Vortag: 1,23). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


21.10.2020: Bundesgesundheitsminister Spahn positiv getestet

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte das Gesundheitsministerium in Berlin mit. Spahn habe sich umgehend in häusliche Isolierung begeben, bislang hätten sich bei ihm nur Erkältungssymptome entwickelt, hieß es weiter.

Das Bundeskabinett muss nicht gesammelt in Quarantäne, obwohl der mit dem Coronavirus infizierte Bundesgesundheitsminister an dessen Sitzung am Mittwoch teilgenommen hat. Ein Regierungssprecher teilte mit, das Kabinett tage unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln, die darauf abzielten, dass auch im Falle der Teilnahme einer Person, die später coronapositiv getestet werde, eine Quarantäne anderer oder gar aller Teilnehmer nicht erforderlich werde.


21.10.2020: NRW führt Maskenpflicht für Schüler auch im Unterricht wieder ein

Schüler ab der 5. Klasse müssen in Nordrhein-Westfalen nach den Herbstferien auch an ihrem Sitzplatz im Unterricht wieder Maske tragen. Die Regelung soll bis zu den Weihnachtsferien gelten, teilte das Schulministerium am Mittwoch in einer Mail an alle Schulen mit.


21.10.2020: Tschechien verhängt landesweiten Lockdown und schließt Geschäfte 

Angesichts sprunghaft steigender Corona-Zahlen greift Tschechien zu drastischen Maßnahmen, die einem landesweiten Lockdown gleichkommen. Von Donnerstagmorgen um 6.00 Uhr an müssen fast alle Geschäfte schließen, wie Gesundheitsminister Roman Prymula am Mittwoch bekanntgab. Ausgenommen sind Lebensmittelläden und Supermärkte, Drogerien und Apotheken. Zudem werden Ausgangsbeschränkungen wie im Frühjahr verhängt. 

Die Regierung ordnete an, dass die Menschen zu Hause bleiben und ihre Kontakte mit anderen Leuten auf die "absolut notwendige Zeit" begrenzen müssen. Ausnahmen gelten nur für den Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Familienbesuche. Erlaubt sind auch Spaziergänge in Parks und der freien Natur - allerdings nur allein, zu zweit oder mit anderen Familienmitgliedern. In Tschechien gilt offiziell seit dem 5. Oktober der Notstand. 

"Wir müssen in erster Linie die Leben unserer Bürger retten", sagte Ministerpräsident Andrej Babis. Es gebe einen "enormen Anstieg" bei der Zahl der Menschen, die im Krankenhaus behandelt werden müssten. Ohne die Maßnahmen würde das Gesundheitssystem in weniger als drei Wochen zusammenbrechen. "Es ist eine Entscheidung auf die Schnelle, aber es bleibt keine Zeit", sagte der Multimilliardär und Gründer der populistischen Partei ANO. 80 Prozent der ursprünglich für Corona-Partienten reservierten Krankenhausbetten sind demnach schon jetzt belegt.

Auch das Ausland wurde um Hilfe gebeten. Nächste Woche sollen zwei Dutzend Ärzte der US-Nationalgarde als Verstärkung eintreffen. Die neuen Restriktionen gelten zunächst bis zum Ende des Notstands am 3. November. Beobachter rechnen damit, dass der Ausnahmezustand mit Zustimmung des Parlaments verlängert wird. Bereits zuvor hatte Tschechien alle Schulen und Restaurants geschlossen. Sowohl in Innenräumen als auch im Freien gilt eine weitgehende Maskenpflicht.

Tschechien, das gut durch das Frühjahr gekommen war, kämpft seit Wochen mit einer neuen Corona-Welle. Am Mittwoch wurde abermals ein neuer Höchststand bei der Zahl der täglichen Neuinfektionen vermeldet. Es kamen 11.984 Fälle innerhalb von 24 Stunden hinzu. Die Gesamtzahl der jemals Infizierten stieg damit auf knapp 194.000. Mehr als 1600 Menschen starben seit Beginn der Pandemie in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Der EU-Mitgliedstaat hat knapp 10,7 Millionen Einwohner.


21.10.2020: Grenzwert bei Neuinfektionen pro Woche für Deutschland überschritten

Der kritische Wert von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche ist auf die gesamte Bundesrepublik bezogen überschritten worden. Der Wert gilt als eine wichtige Schwelle für strengere Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl am Mittwoch mit 51,3 an, am Vortag lag sie bei 48,6. 

"Aktuell ist ein beschleunigter Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten", schreibt das RKI in seinem Lagebericht vom Dienstag. "Daher wird dringend appelliert, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert." Dazu zählt das RKI unter anderem Abstands- und Hygieneregeln auch im Freien, Lüften von Innenräumen und, wo geboten, eine Mund-Nasen-Bedeckung. 

Zuletzt lagen knapp ein Drittel aller vom RKI erfassten Kreise und Städte über dem Schwellenwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche (Datenstand 21.10.). Bei rund 30 Kreisen und Städten lag der Wert sogar über 100. 


21.10.2020: Spahn sieht keinen bundesweiten "Lockdown"

Zu einem großflächigen Stillstand in Deutschland wie im Frühjahr wird es nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der jetzigen Corona-Situation nicht kommen. "Einen zweiten Lockdown, so wie er immer gemeint wird, den sehe ich nicht", sagte Spahn auf die entsprechende Frage eines Nutzers der Social-Media-App Jodel. Dort hatten sich auch in der Vergangenheit bereits Spitzenpolitiker, unter anderem Kanzleramtschef Helge Braun (CDU), Fragen von Nutzern gestellt.

Spahn begründete seine Aussage damit, dass man wisse, dass es beispielsweise im Einzelhandel, bei Friseuren und in anderen Bereichen momentan keine Ausbrüche gebe, wenn auf die sogenannte AHA-Regel - Abstand, Hygiene, Alltagsmaske - geachtet werde. "Also wir haben Bereiche, von denen wissen wir heute besser als im März, wo die Risiken händelbar sind, und deswegen würde man sie auch nicht wieder schließen müssen."


21.10.2020: Gericht kippt Beherbergungsbeschränkungen für Mecklenburg-Vorpommern

Auch in Mecklenburg-Vorpommern sind die bislang geltenden Beherbergungsbeschränkungen für Urlaubsgäste aus Corona-Risikogebieten gerichtlich gekippt worden. Das Oberverwaltungsgericht in Greifswald gab am Dienstag den Eilanträgen von zwei Hotelbetrieben statt, die gegen die geforderten Corona-Negativtests geklagt hatten. Die Landesregierung habe keinen sachlichen Grund darlegen können, weshalb Urlaubsgäste aus Risikogebieten anders zu behandeln seien als etwa Schüler, Studenten oder Berufspendler, teilte das Gericht zur Begründung mit.


21.10.2020: Stuttgart führt Sperrstunde ein

Angesichts steigender Zahlen von Corona-Neuinfektionen führt die Stadt Stuttgart eine Sperrstunde ein. Demnach ist der Betrieb von Gaststätten zwischen 23 Uhr abends und 6 Uhr morgens untersagt, teilte die Stadt am Dienstag mit. Damit werden Maßnahmen umgesetzt, die in der vergangenen Woche von Bund und Ländern beschlossen worden waren.

Außerdem werde der Verkauf von Alkohol weiter eingeschränkt und damit der Ausschank von alkoholischen "To-go"-Getränken im gesamten Stadtgebiet ganztägig verboten. Die Regelungen gelten den Angaben zufolge von diesem Donnerstag an und sollen zunächst bis 8. November andauern. 

"Wir führen die Sperrstunde ein, weil sie ein weiteres Instrument ist, vor Infektionen zu schützen", sagte Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne). Ausnahmen von der Sperrstunde soll es für die Bewirtung von Übernachtungsgästen geben, sofern nur Speisen und alkoholfreie Getränke abgeben werden.


21.10.2020: 7595 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Mittwochmorgen 7595 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert bleibt damit knapp hinter der Höchstmarke von 7830 vom Samstag zurück, liegt aber deutlich über den 5132 gemeldeten Neuinfektionen vom vergangenen Mittwoch.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

"Aktuell ist ein beschleunigter Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten", schreibt das RKI in seinem Lagebericht vom Dienstag. "Daher wird dringend appelliert, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert." Dazu zählt das RKI unter anderem Abstands- und Hygieneregeln auch im Freien, Lüften von Innenräumen und, wo geboten, eine Mund-Nasen-Bedeckung. Die Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen - sei im Bundesschnitt auf 48,6 gestiegen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 380.762 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 21.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9875. Das waren 39 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 302.100 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Dienstag bei 1,25 (Vortag: 1,35). Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel 12 bis 13 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen liegt dieser Wert nun bei 1,23 (Vortag: 1,25). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


21.10.2020: Seniorenheim in Laichingen meldet 62 Infizierte

In einem Seniorenheim in Laichingen (Alb-Donau-Kreis) haben sich 41 Bewohner und 21 Mitarbeiter der Einrichtung mit dem Coronavirus infiziert. Vier Senioren seien in Folge der Infektion gestorben, teilte das Landratsamt Alb-Donau-Kreis am Dienstag mit. Auch aus einem weiteren Seniorenzentrum im Landkreis waren zuvor mehrere Infektionen gemeldet worden. Der Ausbruch in den Einrichtungen schlage sich in den Infektionszahlen des Landkreises

nieder: Dort liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz nach neusten Angaben aus dem Landesgesundheitsamt bei 89,8. Der Wert zeigt an, wie viele Menschen pro 100 000 Einwohner sich mit dem Virus anstecken.


20.10.2020: Berliner Senat weitet Maskenpflicht aus

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie wird die Maskenpflicht in Berlin ausgeweitet. Sie soll künftig auch für Wochenmärkte, bestimmte Einkaufsstraßen und Warteschlangen gelten, in denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einzuhalten ist. Das beschloss der Senat am Dienstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Koalitionskreisen.


20.10.2020: Brandenburg: Kabinett beschließt Begrenzung von Feiern und Alkoholverbot 

In Brandenburg gelten in Regionen mit hohen Infektionszahlen künftig schärfere Begrenzungen für private Feiern und ein nächtliches Ausschankverbot. Dies kündigte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Potsdam an. Das Nachbarland Frankreich habe angesichts der steigenden Infektionszahlen bereits den Gesundheits-Notstand ausrufen müssen, mahnte die Ministerin. "In Deutschland stehen wir an einem Wendepunkt."

Beschlossen wurde vom Kabinett, dass ab 35 neuen Infektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche in diesen Landkreisen und kreisfreien Städten nur bis zu 25 statt derzeit 50 Menschen in öffentlichen Räumen und 15 statt 25 Menschen zuhause privat feiern dürfen. Für Kneipen, Restaurants und Gaststätten gilt ein Ausschankverbot für Alkohol von 23 Uhr bis 6 Uhr. Dies würde bislang die Landkreise Oder-Spree, Prignitz und Spree-Neiße sowie die Städte Potsdam und Frankfurt (Oder) betreffen, wo die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz über den kritischen Wert von 35 gestiegen ist.

Cottbus ist mit einer sogenannten 7-Tage-Inzidenz von 87,3 bereits Corona-Risikogebiet. Ab einem Wert von 50 dürfen sich in den betroffenen Regionen nach den Beschlüssen nur noch bis zu zehn Menschen in der Öffentlichkeit treffen. Für Feiern sollen die Obergrenzen auf zehn Menschen in öffentlichen Räumen und zehn von bis zu zwei Haushalten in Privaträumen sinken. Auf belebten öffentlichen Plätzen und in Einkaufszentren können Kommunen eine Maskenpflicht erlassen.


20.10.2020: Region Hannover führt Maskenpflicht in Unternehmen ein

Wegen der steigenden Corona-Zahlen führt die Region Hannover eine Maskenpflicht in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen ein. Sie soll ab Donnerstag (22. Oktober) gelten, wie die Behörde mitteilte. Der Inzidenzwert der Region lag am Dienstag bei 36,1 Fällen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Die Mund-Nasen-Bedeckung müsse nicht am eigenen Schreibtisch, aber auf den Fluren und Treffpunkten wie in der Küche getragen werden, erläuterte eine Sprecherin. Ausgenommen sind Schulen und Kitas, in denen weiterhin die bestehenden Hygienekonzepte gelten.

In Berlin gibt es bereits eine Maskenpflicht in Unternehmen. In Niedersachsen entscheiden darüber laut Gesundheitsministerium in Hannover bislang die kommunalen Gesundheitsämter. Die Unternehmerverbände Niedersachsen begrüßten die Entscheidung. Die Region Hannover besteht aus 21 Gemeinden und hat 1,18 Millionen Einwohner.


20.10.2020: Irland kündigt strenge Corona-Maßnahmen an

Irland verschärft seine Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie drastisch. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag tritt für sechs Wochen die höchste von fünf Maßnahmen-Stufen in Kraft, wie der irische Premierminister Micheál Martin in einer Rede am Montagabend ankündigte. Wer kann, muss bis zum 1. Dezember von zu Hause aus arbeiten. Nur für das tägliche Leben unverzichtbare Geschäfte wie Supermärkte dürfen noch geöffnet bleiben. Treffen mit anderen Haushalten zu Hause oder selbst im heimischen Garten sind untersagt. Um einen kompletten Lockdown handelt es sich jedoch nicht.

Die Schulen und Kindergärten im Land bleiben geöffnet. Sport im Freien darf in einem Radius von fünf Kilometern betrieben werden. Pubs, Restaurants und Cafés können zumindest Lieferdienste anbieten.

Kontakte etwa zur Unterstützung von Alleinerziehenden und Senioren zwischen zwei Haushalten sind erlaubt. Auch Hochzeiten sind mit bis zu 25 Gästen noch gestattet. Das Baugewerbe soll weiter seiner Arbeit nachgehen. Der öffentliche Verkehr wird auf 25 Prozent reduziert. Die Maßnahmen treten in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in Kraft, wie eine Regierungssprecherin am Dienstag auf Anfrage bekräftigte. 


20.10.2020: Iran: Corona-Totenzahlen mehr als doppelt so hoch wie angegeben

Die Zahl der Corona-Toten im Iran ist nach Angaben aus dem Krisenstab des Landes mehr als doppelt so hoch wie vom Gesundheitsministerium angegeben. "Die amtliche Statistik müsse mit 2,5 multipliziert werden, um an die realen Zahlen zu kommen", sagte Massud Mardani, Mitglied des iranischen Corona-Krisenstabs, der Nachrichtenagentur Isna am Dienstag. Nach dieser Berechnung läge die Zahl der Corona-Todesfälle bei mehr als 840 pro Tag - und nicht wie vom Gesundheitsministerium angegeben bei 337.

Auch andere Gesundheitsexperten im Iran teilen die Einschätzung Mardanis. Sie gehen davon aus, dass die offiziell angegebene Totenzahl deswegen noch relativ niedrig ist, weil es zu wenige Testmöglichkeiten gebe. Fachleute fordern daher eine umgehende Ausgangssperre in Großstädten, besonders in der Hauptstadt Teheran mit ihren 13 Millionen Einwohnern. Sonst könnte es zu kritischen Engpässen bei der medizinischen Versorgung und zu einem Mangel an Krankenhausbetten kommen. Präsident Hassan Ruhani aber ist aufgrund wirtschaftlicher Erwägungen weiterhin dagegen.

Am Montag meldete das iranische Gesundheitsministerium mit 337 gestorbenen Covid-19-Patienten binnen 24 Stunden so viele Corona-Tote wie noch nie zuvor. Die Gesamtzahl der Corona-Toten liege damit seit dem Ausbruch der Pandemie im Iran Ende Februar bei 30.712, die der Infizierten bei 534.631. Der Iran hat etwa so viele Einwohner wie Deutschland.


20.10.2020: Gesamtes Ruhrgebiet gilt als Risikogebiet 

Das gesamte Ruhrgebiet gilt seit Dienstagmorgen als Risikogebiet. Laut Robert Koch-Institut (RKI) ist auch die Stadt Oberhausen mit 52,7 über die wichtige Corona-Kennzahl von 50 gekommen. Auf einer Karte des RKI zieht sich ein durchgehender roter Streifen von Aachen bis Bielefeld. Die Städteregion Aachen, Solingen, Gelsenkirchen und Herne sind sogar dunkelrot markiert - sie liegen über dem Wert von 100 Neuinfizierten pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Die Stadt Köln liegt mit dem Wert 97,8 noch knapp unter der 100. Allerdings nahm die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in der Domstadt von Montag auf Dienstag um 22,4 Punkte stark zu.


20.10.2020: Trump verspricht baldiges Pandemie-Ende - Fauci eine "Katastrophe"

Rund zwei Wochen vor der US-Wahl hat Präsident Donald Trump Stimmung gegen renommierte Gesundheitsexperten und die kritische Pandemie-Berichterstattung vieler Medien gemacht. "Die Leute haben die Pandemie satt", sagte der Republikaner am Montag (Ortszeit) bei einem Wahlkampfauftritt im südwestlichen Bundesstaat Arizona. "Die Pandemie ist bald vorbei", versprach er seinen Anhängern - obwohl das im Widerspruch zur aktuellen Entwicklung in den USA steht, wo die Zahl der Neuinfektionen zuletzt wieder anstieg.

Zuvor hatte Trump den Top-Immunologen Anthony Fauci Medienberichten zufolge schwer gescholten und ihm Fehler beim Management der Pandemie vorgeworfen. "Der Typ ist eine Katastrophe", sagte Trump nach Angaben der "New York Times" in einer Telefonschalte mit seinem Wahlkampfteam. "Die Leute haben es satt, Fauci und diese Idioten zu hören, all diese Idioten, die Fehler gemacht haben." Trump sagte nach Angaben von CNN mit Blick auf Fauci: "Wenn ich auf ihn gehört hätte, hätten wir 500 000 Tote." Trump dementierte die Berichte nicht. Auf Twitter schrieb er: "Alles, was ich von Tony verlange, ist, dass er bessere Entscheidungen trifft."

In den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, sind bislang mehr als 220 000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Seit Beginn der Pandemie haben sich mehr als 8,2 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten mit dem Virus angesteckt. Die Zahl der Neuinfektionen stieg zuletzt wieder auf etwa 50 000 pro Tag. 


20.10.2020: Idylle wird zu Hotspot: Ausgangssperre im Berchtesgadener Land 

Im Kampf gegen das Coronavirus greift Bayern wegen ungebremster Infektionszahlen im Kreis Berchtesgadener Land zu drastischen Maßnahmen. Von Dienstag 14.00 Uhr an gelten in der Region an der Grenze zu Österreich die ersten Ausgangsbeschränkungen seit dem Lockdown im Frühjahr. Die Menschen dürfen die eigene Wohnung dann nur noch aus triftigen Gründen verlassen. Schulen, Kitas, Freizeiteinrichtungen und Restaurants müssen schließen, Veranstaltungen werden untersagt.

Der Landkreis lag bei der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen - am Montagabend bei 272,8. Das ist bundesweiter Spitzenwert. Die Beschränkungen gelten vorerst für 14 Tage.


20.10.2020: 6868 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Dienstagmorgen 6868 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert liegt damit deutlich über den 4122 gemeldeten Fällen vom Dienstag vergangener Woche. Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 373.167 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 20.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9836. Das waren 47 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 298.300 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 1,35 (Vortag: 1,44). Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel 13 bis 14 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen liegt dieser Wert nun bei 1,25 (Vortag: 1,35). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


19.10.2020: Corona: Südafrika setzt Deutschland auf Liste der Hochrisikoländer

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen in Deutschland hat Südafrika am Montag auch die Bundesrepublik auf die Liste seiner Hochrisikoländer gesetzt. In einer Erklärung teilte die Regierung in Pretoria mit, für Geschäftsreisende, Investoren oder Experten seien auf Antrag aber ebenso Ausnahmen für eine Einreise möglich wie für Deutsche mit Immobilien im Lande. Südafrika hatte den regulären internationalen Flugverkehr erst Anfang des Monats nach rund sechsmonatiger Sperre wieder für den Reiseverkehr aus dem Ausland geöffnet. Ausgeschlossen sind allerdings weiter Touristen aus Ländern, die als Hochrisikogebiete gelten.


19.10.2020: Söder: Praktischer "Lockdown" für Berchtesgadener Land

Corona-Angst am Fuße des Watzmann: Im Kampf gegen die extrem gestiegenen Corona-Infektionszahlen im oberbayerischen Berchtesgadener Land will Ministerpräsident Markus Söder (CSU) praktisch einen "Lockdown" verhängen. Es werde ein Maßnahmenpaket geben, "das einem Lockdown entspricht", sagte Söder. Das Robert Koch-Institut meldete am Montag für das Berchtesgadener Land eine Sieben-Tage-Inzidenz von 252,1 - das war zunächst ein bundesweiter Rekord. 

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) solle gemeinsam mit dem Landkreis und der Regierung von Oberbayern die Details ausarbeiten. Das öffentliche Leben müsse im Berchtesgadener Land heruntergefahren werden. "Anders geht es nicht", sagte Söder. Die Kontakte der Infizierten könnten dort nicht mehr verfolgt werden. "Also müssen Kontakte fundamental beschränkt werden", sagte er. Es werde sehr konsequent und sehr deutlich reagiert werden. "Es wird das härteste Protokoll sein, dass wir jetzt an der Stelle haben werden." 

Das Berchtesgadener Land ist mit einer Bevölkerungsdichte von 126 pro Quadratkilometer vergleichsweise dünn besiedelt. Wie es zu der Infektionswelle kommen konnte, ist nicht genau geklärt. "Ausgangspunkt war auch wieder eine entsprechende Party", sagte Söder. Möglicherweise kommen weitere Infektionsherde infrage. 

Auch die Nähe zu Österreich dränge zu einschneidenden Maßnahmen, sagte Söder. Wenn jetzt nicht konsequent gehandelt würde, sei die hohe Zahl nicht mehr zu reduzieren.

Söder kündigte auch an, dass Polizei und Ordnungsbehörden in Bayern verstärkt auf die Durchsetzung der Regeln achten werden. "Wir gehen davon aus, dass 90 Prozent der Bevölkerung sich daran hält", sagte Söder. "Es gibt aber auch einige, die das nicht tun", fügte er hinzu und nannte illegale Partys und Shisha-Partys als Beispiele.

Das Berchtesgadener Land zählte alleine seit vergangenen Freitag 118 neue Corona-Infektionen, wie das Landratsamt am Montag mitteilte. Mehr als 700 Kontaktpersonen befänden sich in häuslicher Quarantäne.

In den Kliniken des Landkreises würden derzeit 13 an Covid-19 erkrankte Patienten stationär betreut, keiner von ihnen auf der Intensivstation. Allerdings gehen Mediziner davon aus, dass schwere Verläufe der Erkrankung mit Zeitverzug auftreten werden.


19.10.2020: Corona-Ausbruch in Hamburger Pflegeheim: Mindestens 27 Infektionen

In einem Pflegeheim in Hamburg-Harburg haben sich mindestens 27 Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. Möglicherweise seien auch Mitarbeiter betroffen, sagte am Montag ein Sprecher der Gesundheitsbehörde. In einer anderen Pflegeeinrichtung in Hamburg-Nord gebe es weiterhin 23 Fälle, in einem Heim in Wandsbek 31. Acht weitere Ansteckungen wurden aus fünf Hamburger Heimen gemeldet, wie der Sprecher weiter sagte.

Die 27 Harburger Fälle seien in den 93 Neuinfektionen enthalten, die am Montag für ganz Hamburg berichtet wurden. Der Sieben-Tage-Wert für die Hansestadt stieg damit über den Warnwert von 50. Das heißt, dass sich statistisch in den vergangenen sieben Tagen 50,6 Menschen je 100 000 Einwohner infiziert haben. Bund und Länder hatten am 15. Oktober beschlossen, dass schärfere Regeln in den Regionen greifen müssen, wo dieser Wert über 50 liegt.


19.10.2020: Hessen schafft Beherbergungsverbot ab

Hessen schafft das Beherbergungsverbot für Reisende aus innerdeutschen Corona-Hotspots ab. Es habe sich nicht als zielführend erwiesen, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Montag in Wiesbaden zur Begründung. In Hessen galt seit Sommer ein Beherbergungsverbot. Diese Regel im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus gab es nicht bundesweit. Als Gebiete mit erhöhten Infektionsgefahren gelten Regionen, in denen binnen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner aufgetreten sind. 

In Baden-Württemberg und Niedersachsen zum Beispiel wurden die Verbote inzwischen in Eilverfahren gekippt. In anderen Bundesländern halten die Landesregierungen von sich aus nicht mehr daran fest. Vor dem Bundesverfassungsgericht ist derzeit eine Klage anhängig, bei der es um das Beherbergungsverbot in Schleswig-Holstein geht. 


19.10.2020: Bundesweiter Hotspot: Delmenhorst verschärft Corona-Regeln

Die niedersächsische Stadt Delmenhorst verschärft nach einem großflächigen Corona-Ausbruch die Schutzmaßnahmen. Es werde eine Sperrstunde für die Gastronomie von 23.00 bis 6.00 Uhr erlassen, sagte Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD) am Montag. Bundesweit sind zuletzt in keiner anderen Region im Vergleich zur Einwohnerzahl so viele Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen gezählt worden.

Alle öffentlichen Veranstaltungen und Gottesdienste werden Jahnz zufolge demnach bis auf Weiteres abgesagt. Private Treffen werden auf zehn Personen begrenzt. Außerdem wird die Maskenpflicht in der Stadt ausgeweitet. Schulen und Kitas sollen allerdings nach den Herbstferien wieder öffnen, solange die Hygienekonzepte es zulassen.

Nach Angaben des Landesgesundheitsamts lag der Sieben-Tage-Wert der Stadt am Montag bei 223,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Der Leiter des Gesundheitsamts der Stadt sagte, die Zahl der nachgewiesenen Fälle habe sich binnen zehn Tagen mehr als verdoppelt.

Nach Einschätzung der Behörden hat der Corona-Ausbruch keinen eindeutigen Ursprung. Es gebe "keinen sogenannten Schwerpunkt", sagte Jahnz. "Wir bewegen uns in kleineren Zellen." Die Nachverfolgung der Kontakte sei daher sehr aufwendig und benötige viel Zeit. "Ich weiß, dass wir damit Spitzenreiter in der Bundesrepublik sind. Das ist traurig, furchtbar, aber wir werden uns dieser Aufgabe stellen", sagte Jahnz.


19.10.2020: Hamburg überschreitet Corona-Warnwert - Sieben-Tage-Wert über 50

Hamburg hat in der Corona-Pandemie die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Die Gesundheitsbehörde gab den Wert für den Stadtstaat am Montag mit 50,6 an. Bund und Länder hatten beschlossen, dass schärfere Regeln greifen müssen, wenn dieser Grenzwert überschritten wird.


19.10.2020: Söder fordert bundesweit Maskenpflicht bei hohen Corona-Zahlen

CSU-Chef Markus Söder fordert eine bundesweite Maskenpflicht für Regionen mit hohen Corona-Zahlen. Bei mehr als 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen solle eine Maskenpflicht in Schulen, auf stark frequentierten öffentlichen Plätzen und auch am Arbeitsplatz gelten, wenn Mindestabstände nicht eingehalten werden könnten, sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag vor einer Schalte des CSU-Vorstands in Nürnberg.


19.10.2020: Rom schränkt Restaurants wegen Corona weiter ein

Italien verschärft zum dritten Mal in weniger als zwei Wochen die Vorschriften zum Coronaschutz für die rund 60 Millionen Bürger. Wegen steil steigender Ansteckungskurven schränkt die Regierung in Rom die Gastronomie weiter ein. Auch Sporttreiben gilt als risikoreich. Ministerpräsident Giuseppe Conte rief die Italiener zu "maximaler Vorsicht" auf, um sich und ihre Mitmenschen vor einer Ansteckung zu schützen. Er sprach am Sonntagabend im Fernsehen von einer "kritischen Lage". 

Nach den neuen Vorschriften dürfen in Lokalen höchstens sechs Menschen am Tisch sitzen, wie Conte sagte. Die Sperrstunde für Restaurants und Bars mit Tischservice bleibe bei Mitternacht. Lokale ohne Sitzplätze müssten jedoch nach 18 Uhr den Service einstellen. Bürgermeister werden ermuntert, beliebte Plätze abends zu schließen, auf denen sich viele Leute treffen. Büros sollen die Arbeit zu Hause forcieren. Das Dekret selbst werde in Kürze präsentiert.  

Sportwettbewerbe von Amateuren sollen eingeschränkt werden. Außerdem gab Conte den Sportstudios eine Woche Zeit für schärfere Anti-Corona-Maßnahmen. Ansonsten drohe eine Schließung.  

Am 7. Oktober hatte Rom eine nationale Maskenpflicht beschlossen, die auch im Freien gilt. Wenig später folgten ein Party-Verbot und die Sperrstunde um Mitternacht. Im Laufe des Oktobers hatte sich der Anstieg der Infektionszahlen drastisch beschleunigt. Aus rund 2500 Fällen täglich Anfang Oktober sind bis Sonntag fast 12 000 Ansteckungen in 24 Stunden geworden. Laut Gesundheitsministerium lag der Vergleichswert, der Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen erfasst, Mitte Oktober in Italien bei 46,8 Fällen.


19.10.2020: 4325 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Montagmorgen 4325 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert ist vergleichsweise niedrig, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln. Gemessen an den 2467 gemeldeten Infektionen vom Montag vergangener Woche ist der aktuelle Wert aber deutlich erhöht. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert erreicht. 

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 366.299 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 19.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9789. Das waren zwölf mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 294.800 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Sonntag bei 1,44 (Vortag: 1,40). Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel 14 bis 15 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen liegt dieser Wert nun bei 1,35 (Vortag: 1,37). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


18.10.2020: Nach Corona-Fall an Schule in Lützow über 80 Schüler in Quarantäne 

Nach einem positiven Corona-Befund bei einem Schüler der 6. Klasse müssen zahlreiche Schüler und Lehrer der Schule Lützow in Quarantäne. Es handelt sich um 82 Schüler der Klassenstufen 5 und 6 und mindestens 8 Lehrer. Die Isolation sei vom Gesundheitsamt des Landkreises Nordwestmecklenburg zunächst bis zum 26. Oktober angewiesen worden, teilte ein Sprecher des Landratsamtes am Sonnta mit.

Für diesen Montag seien Abstrichtests bei allen von der Quarantäne betroffenen Lehrern und Schülern vorgesehen. Eine weitere Testreihe werde es Ende der Woche geben. Je nach Ergebnis könne das Gesundheitsamt dann entscheiden, ob die Quarantäne verkürzt stattfinden könne oder auf die vollen zwei Wochen ausgedehnt werde.

Den Angaben zufolge hatte sich der positiv getestete Schüler im eigenen Haushalt angesteckt. Weitere Kontaktermittlungen im Umfeld der Familie liefen.


18.10.2020: NRW bietet niederländischen Covid-19-Patienten 80 Intensivbetten

In 48 nordrhein-westfälischen Krankenhäusern stehen derzeit 80 Betten zur intensivmedizinischen Versorgung niederländischer Covid-19-Patienten bereit. Das teilte das NRW-Gesundheitsministerium am Sonntag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mit. "Mit Stand heute ist keines davon belegt." Nach Informationen des Ministeriums habe es aus anderen EU-Ländern bislang noch keine Anfragen gegeben.

In den Niederlanden greift das Coronavirus in Windeseile um sich. Die Lage in den dortigen in Krankenhäusern gilt als bedrohlich. Versorgungsengpässe zwangen einige große Städte bereits, ihre Notaufnahmen zeitweilig zu schließen.

"Ministerpräsident Armin Laschet hat den europäischen Nachbarn Solidarität und Unterstützung seitens der Landesregierung bei der Aufnahme von Covid-Intensiv-Patienten zugesagt", unterstrich eine Sprecherin. 


18.10.2020: Sieben-Tage-Inzidenz in Hamburg bei 44 - Sperrstunde ab 23.00 Uhr

Wegen der steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen müssen in Hamburg erstmals alle Gaststätten schon um 23.00 Uhr schließen und dürfen erst wieder um 5.00 Uhr öffnen. Die Sperrstunde gilt bis auf weiteres. In diesem Zeitraum gilt zugleich laut einem Beschluss des Senats ein allgemeines Verkaufs- und Abgabeverbot von alkoholischen Getränken. Gleichzeitig dürfen seit Samstag in der eigenen Wohnung nur noch maximal 15 Menschen feiern, bislang waren es 25.

Auch bei Veranstaltungen ohne feste Sitzplätze, etwa bei Hochzeitsfeiern, gelten nun strengere Regeln. Waren bislang bei derartigen Feiern mit Alkoholausschank im Freien 100 und in Räumen 50 Gäste erlaubt, sind nun den Angaben zufolge nur noch halb so viele Menschen zugelassen. Gleiches gelte für Feiern ohne Alkohol, zu denen bislang 200 beziehungsweise 100 Menschen kommen durften. Für Veranstaltungen mit festen Sitzplätzen muss nun statt ab 200 bereits ab 100 Teilnehmern ein detailliertes Schutzkonzept erstellt werden.

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Hamburg stieg unterdessen um 131 Fälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz erhöhte sich nach Angaben der Gesundheitsbehörde vom Samstag von 42,2 auf 44,0 Neuinfektionen. Der Wert, der die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen angibt, liegt inzwischen seit mehr als einer Woche über dem als kritisch geltenden Wert von 35.


18.10.2020: Corona-Zahlen schießen hoch: Malta verschärft Maskenpflicht

Nach einer langen Phase mit niedrigen Infektionszahlen erlebt Malta eine rasante Ausbreitung des Corona-Virus. Die Regierung in Valletta verschärfte deshalb die Maskenpflicht. Der Mund-Nasen-Schutz ist in dem kleinen EU-Land nun auch im Freien Pflicht. Außerdem gilt für alle Bars ab Montag eine Sperrstunde um 23 Uhr, wie die Regierung in Valletta am Freitag beschloss.

Am Samstag meldeten die Behörden in dem Inselstaat mit rund einer halben Million Einwohnern den Rekordwert von 204 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Am Vortag waren es 122 gewesen. Die Gesamtzahl der Fälle stieg auf knapp 4500. Es gab bisher 45 Covid-19-Tote.

Ärzte und Krankenschwestern warnten nach Angaben der Zeitung "Malta Today" vom Samstag vor einem Zusammenbruch des medizinischen Systems, wenn der Anstieg nicht gebremst werde. Premierminister Robert Abela forderte eine strengere Durchsetzung der Corona-Vorschriften. Bisher waren Schutzmasken in Malta nur in öffentlichen Gebäuden, Läden und Bussen vorgeschrieben gewesen.


18.10.2020: Österreich verzeichnet Rekord bei Corona-Neuinfektionen: 1747 Fälle 

In Österreich ist erneut eine Rekordzahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden am Samstag 1747 neue Fälle binnen 24 Stunden registriert. Der bisher höchste Tageswert war am Donnerstag mit 1552 Fällen gemeldet worden. Die Fallzahlen sind seit Anfang September stetig gestiegen - damals lagen sie noch bei unter 400 pro Tag. Die österreichische Regierung will am Montag mit Vertretern der neun Provinzen über neue Schutzmaßnahmen beraten.


18.10.2020: Nach einem Monat Corona-Lockdown: Erste Lockerungen in Israel

Nach einem Monat Corona-Lockdown sind in Israel am Sonntag erste Lockerungen in Kraft getreten. Kindergärten und Vorschulen öffneten zu Beginn der israelischen Arbeitswoche ihre Tore für Hunderttausende Kinder im Alter von bis zu sechs Jahren. Auch Einrichtungen ohne Publikumsverkehr dürfen ihre Arbeit wieder aufnehmen. Die Auflage, dass Bürger sich nicht weiter als einen Kilometer von ihrem Zuhause entfernen dürfen, wurde aufgehoben. 

Auch Naturparks und Strände können wieder besucht werden. Restaurants dürfen Mahlzeiten zur Abholung verkaufen. Die Klagemauer, die Grabeskirche sowie der Tempelberg in Jerusalem sollen unter Auflagen für Besucher zugänglich sein. Es gelten jedoch weiterhin Versammlungsbeschränkungen.


18.10.2020: Spitzenwert: Mehr als 32.000 Corona-Neuinfektionen in Frankreich 

In Frankreich sind binnen 24 Stunden erstmals mehr als 32.000 neue Corona-Infektionen registriert worden. Die Gesundheitsbehörde meldete am Samstagabend 32.427 neu erfasste Ansteckungen. Damit gab es einen Spitzenwert innerhalb eines Tages seit Beginn der großflächigen Corona-Testung in Frankreich. In Frankreich leben rund 67 Millionen Menschen.

Die Corona-Lage in Frankreich verschlechtert sich seit Wochen. Seit Samstag gilt in Paris und acht weiteren größeren Städten eine nächtliche Ausgangssperre von 21 Uhr abends bis 6 Uhr morgens. Zu dieser Zeit dürfen die Menschen nur mit einem triftigen Grund vor die Tür. Die Gesundheitsbehörden meldeten am Samstag außerdem 90 weitere Tote. Mehr als 33.000 Menschen sind seit Beginn der Pandemie im Land im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkankung gestorben.


18.10.2020: Corona-Fall in belgischer Regierung: Außenministerin Wilmès positiv

Die belgische Außenministerin und Vize-Regierungschefin Sophie Wilmès ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Ansteckung sei vermutlich im Familienkreis erfolgt, teilte die Politikerin am Samstag mit. Grund für die Annahme seien die Vorsichtsmaßnahmen, die sie außerhalb des Haushaltes befolgt habe. Zu möglichen Symptomen äußerte sich Wilmès nicht. Die 45 Jahre alte Politikerin war zuletzt auch knapp ein Jahr Premierministerin gewesen.

Belgien zählt zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern Europas. Die Behörden des Elf-Millionen-Einwohner-Landes meldeten zuletzt im Sieben-Tages-Schnitt fast 6800 registrierte Fälle innerhalb von 24 Stunden. In den vergangenen 14 Tagen wurden nach aktuellen Zahlen rund 621 Infektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet (Stand 17.10.).


18.10.2020: Corona-Fälle in Dresdner Asylunterkunft - Einrichtung geschlossen

Wegen Corona-Infektionen ist eine Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Dresden geschlossen worden. Die Bewohner dürften auf Anordnung des Gesundheitsamtes die Einrichtung vorläufig nicht verlassen und keinen Besuch empfangen, teilte die Landesdirektion Sachsen am Samstag mit. Außerdem wurde das strikte Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen durch das Gesundheitsamt ausdrücklich angeordnet. Derzeit sind in der Unterkunft 196 Menschen untergebracht, darunter 14 Kinder.

Zunächst hatte sich eine Bewohnerin mit Symptomen gemeldet. Gemeinsam mit zwei Kontaktpersonen sei sie in Quarantäne gekommen. Am Samstag teilte das Gesundheitsamt mit, dass auch eine der Kontaktpersonen positiv getestet worden sei. Das Gesundheitsamt hat für die kommende Woche Testungen von Bewohnern und Mitarbeitern der Aufnahmeeinrichtung angekündigt.


18.10.2020: Dramatischer Corona-Appell Merkels an Bürger: "Bleiben Sie zu Hause"

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen schnellt weiter in die Höhe. Die Kanzlerin macht den Bürgern die Dramatik der Lage deutlich. Bei einem umstrittenen Thema gibt es Neuigkeiten aus dem Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern. Der Bundespräsident muss in Quarantäne.

Angesichts sprunghaft gestiegener Corona-Infektionszahlen hat Kanzlerin Angela Merkel die Bürger aufgefordert, soziale Kontakte zu beschränken und weniger zu reisen. "Wir müssen jetzt alles tun, damit das Virus sich nicht unkontrolliert ausbreitet. Dabei zählt jetzt jeder Tag", sagte die CDU-Politikerin in ihrer am Samstag veröffentlichten wöchentlichen Videobotschaft. "Ich bitte Sie: Verzichten Sie auf jede Reise, die nicht wirklich zwingend notwendig ist, auf jede Feier, die nicht wirklich zwingend notwendig ist. Bitte bleiben Sie, wenn immer möglich, zu Hause, an Ihrem Wohnort."

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier begab sich am Samstag in Quarantäne. Wie eine Sprecherin des Bundespräsidialamtes mitteilte, ist ein Personenschützer des Staatsoberhauptes positiv auf das Coronavirus getestet worden. Steinmeier habe sich nun selbst einem Corona-Test unterzogen, das erste Ergebnis liege aber noch nicht vor.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder warnte mit Blick auf die Nachverfolgung von Infektionsketten vor einem "Kontrollverlust" in einigen Regionen in Deutschland. "Das ist hochgefährlich", sagte der CSU-Politiker der "Passauer Neuen Presse".


17.10.2020: 20 Städte und Landkreise erreichen Corona-Warnwert

20 Städte und Landkreise im Freistaat haben nach den jüngsten Daten vom Samstag inzwischen den kritischen Corona-Warnwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen überschritten. 22 weitere haben den Frühwarnwert von mehr als 35 erreicht, wie aus der Statistik des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hervorgeht. Angeführt wird die Liste vom Landkreis Berchtesgadener Land mit einem Wert von 149,16, gefolgt von der Stadt Weiden in der Oberpfalz mit 105,28.

Insgesamt haben sich den Daten zufolge inzwischen bereits 78.187 Menschen im Freistaat mit dem Coronavirus infiziert; 2711 sind gestorben. Als genesen gelten 66.310 Menschen. Wegen der in vielen Regionen stark steigenden Corona-Infektionszahlen gelten in weiten Teilen Bayerns ab diesem Samstag deutlich schärfere Auflagen, etwa eine erweiterte Maskenpflicht.


17.10.2020: Baden-Württemberg ruft höchste Corona-Alarmstufe aus

Wegen des starken Anstiegs der Infektionszahlen ruft Baden-Württemberg die höchste Corona-Alarmstufe aus. Weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wie eine verschärfte Maskenpflicht in der Öffentlichkeit und zusätzliche Kontaktbeschränkungen sollen am Montag in Kraft treten, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Samstag nach einer außerordentlichen Kabinettssitzung mitteilte.

Man müsse aufgrund der Geschwindigkeit, mit der sich die Pandemie entwickele, die Maßnahmen verschärfen, sagte Kretschmann. Die Menschen sollten unnötige Reisen und Kontakte vermeiden. "Das ist das Gebot der Stunde, damit nicht alles aus dem Ruder läuft."

Die Pandemiestufe 3 bedeutet den Eintritt in die "kritische Phase". Die beginnt insbesondere dann, wenn die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche die Grenze von 35 überschreitet. Das ist im Südwesten seit vergangenem Donnerstag der Fall. Am Freitag lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei 42,2.

Kretschmann hatte die Ausrufung der dritten und höchsten Stufe bereits in Aussicht gestellt. Klar ist zudem bereits, dass ab Montag die Maskenpflicht an weiterführenden Schulen auch im Unterricht gilt. Bislang galt sie dort nur auf sogenannten Begegnungsflächen wie Schulfluren, Aula und Toiletten. An Grundschulen müssen weiterhin keine Masken getragen werden. Im Corona-Hotspot Stuttgart gilt bereits eine Maskenpflicht im Unterricht.


17.10.2020: Drohnen sollen britische Kliniken mit Corona-Tests versorgen

Drohnen sollen künftig Corona-Tests und Schutzausrüstungen zwischen Kliniken in Großbritannien liefern. Das Projekt "Apian" habe dafür die Genehmigung der britischen Raumfahrtbehörde bekommen, teilte die Regierung am Samstag in London mit. Der Service wurde von Mitarbeitern des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS im Rahmen eines Förderprogramms gegründet. Die Nutzung von Drohnen verringere im Vergleich zu herkömmlichen Kurierdiensten den Zeit- und Personalaufwand sowie das Infektionsrisiko, betonten Mitarbeiter des Start-ups.

Jede Drohne kann etwa zwei Kilogramm transportieren und mit ihrem Hybrid-Antrieb ein fast 100 Kilometer entferntes Ziel erreichen. Sie fliegt in 90 Metern Höhe auch bei schlechtem Wetter.


17.10.2020: Personenschützer infiziert - Bundespräsident Steinmeier in Quarantäne 

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich am Samstag in Quarantäne begeben. Wie eine Sprecherin des Bundespräsidialamtes in Berlin mitteilte, ist ein Personenschützer des Staatsoberhauptes positiv auf das Coronavirus getestet worden.


17.10.2020: Mecklenburg-Vorpommern hebt Quarantänepflicht im Tourismus auf 

Mecklenburg-Vorpommern gibt seinen harten Kurs beim Beherbergungsverbot für Gäste aus Corona-Risikogebieten auf. Nach wochenlangem Streit und wenige Tage vor einem dazu erwarteten Gerichtsurteil einigten sich Landesregierung und Tourismusbranche am Samstag darauf, dass für Urlaub im Nordosten von Mittwoch an ein aktueller negativer Corona-Test ausreicht. Die bislang geforderte mehrtägige Quarantäne und ein folgender zweiter Test entfallen somit.


17.10.2020: Österreichs Außenminister positiv auf Coronavirus getestet

Der österreichische Außenminister Alexander Schallenberg ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er befinde sich in Quarantäne, zeige bisher aber keine Symptome, sagte seine Sprecherin am Samstag der österreichischen Agentur APA. Die Infektion wurde demnach bei einem Routinetest am Freitag festgestellt.

Schallenberg sagte für nächste Woche angesetzte Reisen nach Großbritannien, Dänemark, Griechenland und Zypern ab. Es sei möglich, dass sich der 51-Jährige bei einem Treffen der EU-Außenminister in Luxemburg am vergangenen Montag mit dem Virus angesteckt habe, sagte die Sprecherin.


17.10.2020: Auch der Kreis Warendorf überschreitet Corona-Warnstufe

Auch der Kreis Warendorf gehört inzwischen zur wachsenden Gruppe der nordrhein-westfälischen Kommunen mit hoher Coronagefährdungsstufe. Mit 52,5 sprang dort die Quote der Neuinfektionen nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen über die als derzeit höchste Corona-Warnstufe geltende Marke von 50 gerechnet auf 100.000 Einwohner und sieben Tage.

In der RKI-Grafik mit täglich zunehmenden roten Warnfeldern gibt es inzwischen sogar einen dunkelroten "Hotspot". Herne lag am Samstag bei der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz mit 115,7 an der Spitze in NRW. Auch Wuppertal kratzte mit 98,2 bereits an der 100er-Schwelle.


17.10.2020: Tschechien: Corona-Neuinfektionen überschreiten 10.000er-Marke 

Mit dem erstmaligen Überschreiten der 10.000er-Marke hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Tschechien einen Rekordwert erreicht. In dem EU-Land wurden am Freitag 11.105 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie am Samstag aus Daten der Gesundheitsbehörden hervorging. Das war der bisher höchste registrierte Wert an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Der vorherige Höchstwert von knapp 9700 Neuinfektionen war am Vortag registriert worden. In Tschechien wurde zuletzt auch mehr getestet.

Insgesamt verzeichnete das knapp 10,7-Millionen-Einwohner-Land bisher 160.112 bestätigte Infektionen und 1283 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Der tschechische Präsident Milos Zeman rief die Bürger in einer Fernsehansprache am Freitagabend zu mehr Disziplin beim Maskentragen auf. "Uns steht nur eine Waffe zur Verfügung, solange es keine Impfung gibt: Diese Waffe ist ein kleines Stück Stoff", mahnte der 76-Jährige. Er empfahl den Menschen, auf Fachleute zu hören und nicht auf Verschwörungstheorien hereinzufallen.


17.10.2020: Weitere Kommunen in Hessen überschreiten kritischen Corona-Wert 

Der Anstieg der Corona-Infektionen in Hessen hält an. Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin vom Samstagmorgen wurden innerhalb eines Tages weitere 882 Fälle bestätigt. Ein weiterer Menschen starb demnach im Zusammenhang mit einer Infektion, insgesamt gibt es bisher 572 Todesfälle. Seit Beginn der Pandemie wurden 25.033 Infektionen gemeldet.

Die Stadt Offenbach lag laut RKI mit einem Wert von 117,4 weiter bei mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Die Stadt hatte wegen steigender Infektionszahlen am Freitag die Kontakte ihrer Bürger weiter eingeschränkt und die Maskenpflicht ausgeweitet. In Kassel lag der Wert bei 105,9 nach einem Ausbruch in einer Flüchtlingsunterkunft.

Den kritischen Wert von 50 überschreiten weiter auch Frankfurt (91,8), der Kreis Groß-Gerau (89,2) und der Main-Taunus-Kreis (67,1).

Zu den Corona-Hotspots in Hessen zählen laut RKI auch Wiesbaden mit einem Wert von 55,3, der Hochtaunuskreis (57,0) und der Landkreis Offenbach (61,3). Hinzu kamen den Angaben zufolge die Stadt Darmstadt mit einem Wert von 54,4, der Lahn-Dillkreis (50,5) sowie der Kreis Marburg-Biedenkopf (52,2).


17.10.2020: In Paris und anderen Städten gilt nächtliche Ausgangssperre

Seit diesem Samstag gilt in Paris und weiteren großen Städten Frankreichs eine nächtliche Ausgangssperre. Die neue Regelung zur Eindämmung der steigenden Corona-Zahlen trat um Mitternacht in Kraft. Die Ausgangssperre gilt nun für mehrere Wochen zwischen 21 Uhr abends und 6 Uhr morgens. Zu dieser Zeit dürfen sich nur Menschen mit einem triftigen Grund vor der Tür aufhalten.

Das Pariser Innenministerium veröffentlichte am Freitagabend ein Formular, das die Menschen, die während der Ausgangssperre vor die Tür müssen, ausgefüllt bei sich tragen sollen. Folgende Ausnahmen können unter anderem darauf angeben werden: Arbeitsweg, medizinische Notfälle, Pflege von Angehörigen oder Betreuung von Kindern oder Weg zum Flughafen oder Bahnhof für Langstreckenreisen. Auch das Gassigehen mit dem Hund ist erlaubt - allerdings nur im Radius von einem Kilometer zur Wohnung.


17.10.2020: Reisewarnungen für Regionen in 15 EU-Ländern in Kraft

Wegen der sprunghaft steigenden Corona-Infektionszahlen in Europa gelten seit Samstag um Mitternacht Reisewarnungen für weitere Regionen in 15 EU-Ländern. Die Niederlande, das französische Festland, Malta und die Slowakei sind nun ganz Corona-Risikogebiete, für die das Auswärtige Amt vor touristischen Reisen warnt. Erstmals stehen mit Kampanien und Ligurien beliebte Touristenregionen in Italien sowie fünf Gebiete in Polen einschließlich der Metropolen Danzig und Krakau auf der Risikoliste. Hinzu kommen acht Kantone der Schweiz, darunter der a Deutschland grenzende Kanton Zürich, erstmals Gebiete in Schweden und Finnland sowie weitere Regionen in Großbritannien, Irland, Kroatien, Portugal, Slowenien und Ungarn.

Die Bundesregierung hatte die Erweiterung der Risikoliste bereits am Donnerstag mit Wirkung ab Samstag beschlossen. Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt, wenn ein Land oder eine Region den Grenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschreiten. Die damit automatisch verbundenen Reisewarnungen bedeuten zwar kein Reiseverbot, sollen aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben. Das Gute für den Urlauber: Er kann eine bereits gebuchte Reise stornieren, wenn sein Ziel zum Risikogebiet erklärt wird. Das Schlechte: Rückkehrer aus Risikogebieten müssen derzeit noch für 14 Tage in Quarantäne, können sich aber durch einen negativen Corona-Test davon vorzeitig befreien lassen.


17.10.2020: Maskenpflicht für bestimmte Stadtgebiete in Bremen

Die Hansestadt Bremen weitet angesichts der stark gestiegenen Corona-Neuinfektionen die Maskenpflicht auf Stadtgebiete mit besonders hoher Besucherfrequenz aus. Betroffen sind von Samstag an die Flaniermeile "Schlachte", der Innenstadtbereich, der Bahnhofsvorplatz, das historischen Viertel Schnoor, Teile des Szenestadtteils "Viertel" sowie die Fußgängerzone in Bremen-Vegesack und dort auch der Bahnhofsplatz, wie die Bremer Innenbehörde am Freitag mitteilte. Die Maskenpflicht gilt teils rund um die Uhr, tagsüber oder von 9.00 bis 24.00 Uhr.

Ziel sei es, die rasante Pandemie-Entwicklung zu stoppen und so schnell wie möglich wieder unter den kritischen Schwellenwert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen zu gelangen. Das Tragen einer Maske sei ein enorm wichtiger Beitrag und leicht umzusetzen, so Innensenator Ulrich Mäurer. Wer sich in diesen Bereichen weigere, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen, müsse mit einer Geldstrafe von 50 Euro rechnen. In der Stadt Bremen lag der wichtige 7-Tage-Wert am Freitag bei 90,9 Infektionen auf 100.000 Einwohner, wie das Gesundheitsressort mitteilte. Demnach stieg die Zahl der Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 im Vergleich zum Vortag um 96 Fälle an.


17.10.2020: Erstmals mehr als 2000 Corona-Neuinfektionen in der Slowakei 

Die Slowakei hat am Freitag zum ersten Mal mehr als 2000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Insgesamt wurden 2075 neue Fälle registriert. Deutschland hatte bereits am Donnerstag beschlossen, die gesamte Slowakei von diesem Samstag an als Risikogebiet einzustufen.

Eindringlich schlug die slowakische Ärztekammer Alarm: "Die Personalsituation beginnt in einigen Krankenhäusern ernst bis kritisch zu werden. Es fehlen nicht nur Ärzte, sondern auch anderes Gesundheitspersonal", warnte Ärztekammer-Präsident Marian Kollar am Freitag vor Journalisten in Bratislava. Dem konservativen Gesundheitsminister Marek Krajci warf er Missmanagement und völlige Kommunikationsverweigerung gegenüber Experten vor. Das Ministerium habe bisherige Warnungen völlig ignoriert, kritisierte Kollar.


17.10.2020: Rekordwerte bei Corona-Neuinfektionen in Litauen und Lettland 

Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Litauen und Lettland haben Rekordwerte erreicht. In beiden baltischen Staaten wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Vilnius und Riga am Freitag so viele neue Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. In Litauen wurden demnach 284 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, in Lettland waren es 148. Die bisherigen Höchstwerte lagen bei 255 und 137. Im dritten Baltenstaat Estland wurden 37 Neuinfektionen festgestellt. 

Angesichts der steigenden Infektionszahlen riefen Litauens Präsident Gitanas Nauseda und die Regierungschefs von Lettland und Estland, Krisjanis Karins und Jüri Ratas, zu mehr Eigenverantwortung und der Befolgung von Hygiene- und Schutzempfehlungen auf. "Wir fordern alle auf, wachsam zu bleiben und Vorsichtsmaßnahmen zu treffen", schrieben sie in einer gemeinsamen Erklärung. 


17.10.2020: Rekordwert - Mehr als 10.000 Corona-Neuinfektionen in Italien

Die Zahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Italien hat erstmals seit Beginn der Pandemie die Marke von 10.000 überschritten. Die Gesundheitsbehörden des Landes meldeten am Freitag 10.010 neue Fälle. Damit erreichten die neu gemeldeten Ansteckungen pro Tag zum dritten Mal in Folge einen Rekordwert. Am Donnerstag wurden mehr als 8800 neue Ansteckungen registriert, am Mittwoch waren es mehr als 7000 gewesen.

In Italien werden allerdings inzwischen sehr viel mehr Tests als am Anfang der Pandemie gemacht, so dass viele Experten von einem direkten Vergleich der Werte mit der ersten Welle abraten.

Damit haben sich in dem Land mit seinen 60 Millionen Einwohnern bisher nachweislich 391 611 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Am Donnerstag wurden zudem 55 neue Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung gemeldet - die Gesamtzahl solcher bekannten Todesfälle stieg damit auf 36.427.


17.10.2020: Spanien meldet Rekordzahl von mehr als 15.000 Neuinfektionen

In Spanien sind am Freitag 15.186 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden, so viele wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Allerdings sind die Zahlen nur bedingt mit denen vom Frühjahr vergleichbar, weil inzwischen viel mehr getestet wird. Der Prozentsatz der positiv getesteten Personen ist mit über 11 Prozent hoch, wie das Gesundheitsministerium in Madrid weiter mitteilte. In Deutschland liegt er bei etwa 2,5 Prozent.

Auch bei den Todesfällen mit Covid-19 gab es einen starken Anstieg. Am Donnerstag waren es 140, am Freitag schon 222. Die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde mit gut 133 angegeben. In Deutschland sind es derzeit 37.


17.10.2020: Mehr als acht Millionen Corona-Infektionen in den USA

Seit Beginn der Pandemie sind in den USA mehr als acht Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Das ging am Freitag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Damit verzeichneten die USA die höchste absolute Zahl an nachgewiesenen Infektionen, gefolgt von Indien mit mehr als 7,3 Millionen Fällen. An dritter Stelle steht Brasilien, wo mehr als 5,1 Millionen Ansteckungen registriert wurden. Experten gehen zugleich von einer hohen Dunkelziffer an Corona-Infektionen aus.

Die USA bekommen die Pandemie nicht unter Kontrolle. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen stieg am Donnerstag über die Marke von 60.000. Besonders stark war der Anstieg zuletzt in einigen Bundesstaaten des Mittleren Westens wie North Dakota, South Dakota und Missouri.

Mehr als 218.000 Menschen sind gestorben - mehr als in keinem anderen Land. Allerdings sind die USA ein Land mit rund 330 Millionen Einwohnern. Auf 100.000 Einwohner kommen damit rund 66 Tote, während es in Peru rund 100, in Brasilien und Spanien rund 72 sind. In Deutschland wurden rund zwölf Tote pro 100 000 Einwohner verzeichnet. Weltweit starben laut Johns-Hopkins-Universität gut 1,1 Millionen Menschen nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2.


17.10.2020: Belgien beschließt wegen Corona Teil-Lockdown

In Belgien müssen wegen der drastisch gestiegenen Corona-Infektionszahlen alle Restaurants und Gaststätten für vier Wochen schließen. Zudem soll es täglich von Mitternacht bis 5.00 Uhr morgens landesweit eine Ausgangssperre geben, wie Premierminister Alexander De Croo am Freitagabend nach einem Krisentreffen mit Vertretern seiner Regierung und der Gemeinschaften und Regionen ankündigte. Die Bürger sind außerdem angehalten, wenn möglich im Homeoffice zu arbeiten und nur noch mit einer Person außerhalb des eigenen Haushalts einen engeren Kontakt zu pflegen.

Auch der Alkoholverkauf nach 20.00 Uhr wird verboten und Weihnachtsmärkte werden abgesagt. Um Restaurants und Gaststätten vor dem Ruin zu bewahren, soll ein Unterstützungsplan erarbeitet werden. Premierminister De Croo räumte in einer Pressekonferenz ein, dass die Maßnahmen «sehr hart» seien. Es gehe nun aber darum, zu handeln und die Infektionszahlen zu senken, sagte er.


17.10.2020: Mehr Maske, weniger Kontakte: Neue Regeln für Bayerns Corona-Hotspots

Wegen der in vielen Regionen stark steigenden Corona-Infektionszahlen gelten in weiten Teilen Bayerns ab diesem Samstag deutlich schärfere Auflagen. Da weite Teile von Schwaben, Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz und Oberfranken inzwischen bei den relevanten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen Werte von mehr als 35 und oft auch über 50 vorweisen, gilt hier etwa eine erweiterte Maskenpflicht. Das Innenministerium kündigte an, dass die Polizei ab Samstag die Einhaltung verstärkt kontrollieren werde.

Das heißt, es müssen überall dort Masken getragen werden, wo Menschen dichter oder länger zusammenkommen. Eine Maskenpflicht gilt dann etwa in Fußgängerzonen, auf Marktplätzen, in allen öffentlichen Gebäuden, an Hochschulen auch in Vorlesungen, aber auch auf Begegnungs- und Verkehrsflächen wie etwa in Fahrstühlen und in Eingangsbereichen von Hochhäusern. Außerdem müssen Zuschauer bei sportlichen Veranstaltungen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, sowie auf Tagungen, Kongressen, Messen, in Kinos und Kulturstätten.

Auch in den Schulen in betroffenen Gebieten mit einer Inzidenz ab 35 gilt die Maskenpflicht im Unterricht für Schüler und Lehrer, ab einem Wert von 50 auch in Grundschulen, Horten und in der Mittagsbetreuung.


17.10.2020: Senat verschärft Corona-Regeln in Hamburg deutlich

Hamburg verschärft wegen der steigenden Zahl an Neuinfektionen die Corona-Regeln deutlich. So müssen von Samstag an alle Gaststätten der Hansestadt bis auf weiteres um 23.00 Uhr schließen und dürfen erst wieder um 5.00 Uhr am Folgetag öffnen, wie der Senat am Freitag mitteilte. In diesem Zeitraum gelte zugleich ein allgemeines Verkaufs- und Abgabeverbot von alkoholischen Getränken. Gleichzeitig dürfen in der eigenen Wohnung nur noch maximal 15 Menschen feiern, bislang waren es 25. Darüber hinaus müssen Berufsschüler und Schüler an den Oberstufen der allgemeinbildenden Schulen von kommender Woche an auch im Unterricht Mund-Nase-Masken tragen.

"Wir tragen jetzt alle die Verantwortung dafür, dass das Virus nicht noch mehr Menschen infiziert und unser Leben erneut zum Stillstand bringt", sagte Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank. Oberstes Ziel sei, dass Menschen gesund blieben, Schulen und Kitas offen seien und die Wirtschaft sich erhole. "Deshalb haben wir strengere Regeln beschlossen, die uns Disziplin abfordern und Verzicht zumuten", sagte die Grünen-Politikerin. Das ist hart, aber unvermeidbar. "Noch haben wir die Chance, das Infektionsgeschehen zu kontrollieren und einen erneuten Lockdown zu verhindern - ich bin optimistisch, dass wir das in Hamburg schaffen."


17.10.2020: Thüringens Lehrer dürfen in den Herbstferien auch in Corona-Risikogebiete reisen

Auch viele Lehrer wollen die Herbstferien für einen Urlaub nutzen.Für Lehrerinnen und Lehrer gibt es mit Blick auf die Herbstferien keine Vorschriften, die ihnen das Reisen in Corona-Risikogebiete untersagen. Das gilt trotz der Gefahr, dass sie nach einer Reise eventuell vorübergehend ihren Dienst nicht wie üblich ausüben können. Weil Lehrer, die in den Ferien privat in ein ausländisches Corona-Risikogebiet reisten, den geltenden Verordnungen zufolge nach ihrer Rückkehr in Quarantäne müssten, habe das Land für sie Möglichkeiten geschaffen, von zu Hause aus zu arbeiten, sagte ein Sprecher des Thüringer Bildungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur. "Weitere generelle arbeits- oder disziplinarrechtliche Konsequenzen hat die Einreise in ein Risikogebiet nicht." An diesem Wochenende beginnen die Ferien.

Allerdings könne es bei verbeamteten Lehrern im Einzelfall sein, dass bei ihnen geprüft werde, ob sie gegen ihre Pflicht zur Gesunderhaltung verstoßen hätten, wenn sie wissentlich in ein ausländisches Corona-Risikogebiet einreisten, sagte der Sprecher. Da dem Ministerium bislang aber keine solchen Fälle bekannt seien, handle es sich dabei um eher theoretische Überlegungen. Diese gelten nach Angaben des Sprechers ohnehin nur für Corona-Risikogebiete außerhalb Deutschlands, weil es für Reiserückkehrer aus innerdeutschen Corona-Reisegebieten in Thüringen zumindest bislang keine Quarantäneregeln gibt.


17.10.2020: Beherbergungsverbot in Brandenburg von Gericht gestoppt

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat das Beherbergungsverbot in Brandenburg für Gäste aus Corona-Hotspots zunächst gestoppt. Das Gericht habe zwei Eilanträgen stattgegeben, teilte es am Freitagabend mit. Damit ist das Übernachtungsverbot in Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Campingplätzen für Besucher aus Regionen in Deutschland mit über 50 neuen Infektionen je 100 000 Einwohnern in einer Woche vorläufig außer Kraft gesetzt. Ein Hotel und eine Vermieterin von Ferienwohnungen hatten sich mit Eilanträgen gegen die Verordnung gewandt. Eine der Antragstellerinnen reichte auch eine Klage ein.

Das Beherbergungsverbot sei voraussichtlich unverhältnismäßig, begründete das Gericht die Entscheidung. Die zu erwartende Eindämmung des Infektionsgeschehens stehe in keinem angemessenen Verhältnis zu den Einschränkungen, die das Hotel und die Vermieterin hinnehmen müssten. Auch die durch die Verfassung geschützte allgemeine Handlungsfreiheit der Urlauber werde zu stark eingeschränkt.


17.10.2020: 7830 Corona-Neuinfektionen in Deutschland - Neuer Höchstwert 

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben 7830 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet, mehr als je zuvor seit Beginn der Pandemie. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen hervor. Am Vortag war mit 7334 neuen Fällen der bis dato höchste Wert registriert worden. In der vergangenen Woche meldete das RKI am Samstag 4721 Neuinfektionen. Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauert es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 356 387 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 17.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9767. Das waren 33 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 290.000 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Freitag bei 1,22 (Vortag: 1,08). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel rund 1,2 weitere Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,30 (Vortag: 1,22). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


17.10.2020: Corona-Warn-App wird um Symptome-Tagebuch erweitert 

Die Corona-Warn-App des Bundes wird am kommenden Montag um zwei Funktionen erweitert. Zum einen können Positiv-Getestete freiwillig in einer Art Tagebuch Krankheitssymptome eintragen, um die Warnung von Kontakte noch präziser umsetzen zu können. Außerdem wird die App über die Grenzen Deutschlands hinaus in etlichen europäischen Ländern funktionieren. Über das baldige Update mit der Symptomtagebuch-Funktion hatte zuerst der "Spiegel" berichtet.

Durch die zusätzlichen Angaben soll die Risikoberechnung der App verbessert werden. Diese ermittelt für Kontaktpersonen von Infizierten, wie hoch ihr Ansteckungsrisiko ist. Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Je mehr wir über die Symptome wissen und den Zeitraum der Symptome kennen, desto genauer können wir die Warnungen in der App einstellen." Infizierte Personen seien nur eine bestimmte Zeit lang infektiös. Sie würden andere Menschen nur in diesem Zeitraum anstecken. Diese Zeitspanne beginne typischerweise zwei Tage vor Symptombeginn und dauere bis etwa eine Woche bis zehn Tage nach Symptombeginn.

Die App ist mittlerweile rund 19,6 Millionen Mal heruntergeladen worden. Experten gehen davon aus, dass die Anwendung von rund 16 Millionen Menschen in Deutschland aktiv genutzt wird. Die neue Version wird am Montagmittag in den App-Stores von Apple und Google erwartet.


16.10.2020: NRW führt in Corona-Hotspots Sperrstunde ab 23.00 Uhr ein

In Nordrhein-Westfalen wird für die Gastronomie in allen Kommunen mit hohen Corona-Neuinfektionszahlen eine verpflichtende Sperrstunde zwischen 23.00 Uhr und 6.00 Uhr eingeführt. Das hat das Landeskabinett am Freitag in Düsseldorf beschlossen. Die Sperrstunde gilt in Kommunen mit 50 oder mehr Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb sieben Tagen, wie Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) mitteilte.


16.10.2020: Hamburg verhängt wegen Corona in Gaststätten Sperrstunde ab 23.00 Uhr

Wegen der steigenden Corona-Zahlen müssen in Hamburg von Samstag an alle Gaststätten um 23.00 Uhr schließen. Die Sperrstunde gelte bis 5.00 Uhr morgens, teilte der Senat am Freitag mit. In diesem Zeitraum gelte zugleich ein allgemeines Verbot des Verkaufs und der Abgabe von alkoholischen Getränken.


16.10.2020: Hessen plant Abschaffung des Beherbergungsverbots

Hessen plant die Abschaffung des Beherbergungsverbots für Reisende aus innerdeutschen Corona-Hotspots. Das kündigte die Staatskanzlei in einer Mitteilung vom Freitag an. Die geplante Abschaffung stehe auf der Tagesordnung für eine Sitzung des Corona-Kabinetts am kommenden Montag. Das Gremium der Landesregierung werde auch über die konkrete Umsetzung der Beschlüsse der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin diese Woche beraten. 


16.10.2020: Maskenpflicht ab Montag in Baden-Württemberg auch im Unterricht

Angesichts stark steigender Infektionszahlen in Baden-Württemberg wird die Maskenpflicht dort an weiterführenden Schulen ab kommender Woche auch auf den Unterricht ausgeweitet. "Die Erweiterung der Maskenpflicht ab Klasse 5 auf den Unterricht gilt ab einer landesweiten 7-Tages-Inzidenz von über 35", teilte eine Sprecherin des Kultusministeriums am Freitag mit. "Wir werden heute die Schulen darüber informieren, dass dies dann ab kommenden Montag zu beachten ist."


16.10.2020: In Bayern gibt es ab Samstag kein Beherbergungsverbot mehr

Das umstrittene Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots läuft in Bayern an diesem Freitag aus. Die Staatsregierung verzichte auf eine Verlängerung der Vorschrift, "wir belassen es dabei", sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München.


16.10.2020: Gericht kippt Berliner Sperrstunde

Das Berliner Verwaltungsgericht hat die wegen der Corona-Pandemie vom Senat beschlossene Sperrstunde in der Hauptstadt gekippt. Das sagte ein Gerichtssprecher am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.


16.10.2020: Höchststand seit August: Mehr als 63.000 neue Corona-Fälle in USA

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in den USA hat erneut einen Höchststand seit Mitte August erreicht. Am Donnerstag (Ortszeit) verzeichnete die Johns Hopkins Universität in Baltimore binnen 24 Stunden rund 63.600 Neuinfektionen, rund 4000 mehr als am Vortag. Ähnlich hoch waren die Zahlen zuletzt am 14. August gewesen, als rund 64.600 neue Fälle gemeldet wurden. 

Besonders stark war der Anstieg in einigen Bundesstaaten des Mittleren Westens wie North Dakota, South Dakota und Missouri. Die Zahl der neuen Todesfälle blieb relativ stabil bei 904. 

Die bislang höchste Anzahl der Coronavirus-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden verzeichnete die Universität am 16. Juli mit mehr als 77.300. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie in den USA mehr als 7,9 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, rund 217.700 starben. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer an Infektionen aus. In den USA leben rund 330 Millionen Menschen.


16.10.2020: Relativ wenig Corona-Infektionen und Quarantäne an Schulen

Bisher hat es laut einem Medienbericht nur relativ wenige Corona-Infektionen und Quarantäne-Maßnahmen an deutschen Schulen gegeben. Bis zum Start der Herbstferien hätten durchschnittlich 98 Prozent aller Schülerinnen und Schüler an Präsenzunterricht teilnehmen können, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag) nach einer Umfrage bei den Kultusministerien der Länder.

Demnach waren in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Bayern rund 0,04 Prozent der Schüler mit dem Coronavirus infiziert. In Berlin waren es 0,07 Prozent. Es gab zudem nur relativ wenige Quarantäne-Maßnahmen. So waren zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen am Stichtag 7. Oktober 98,1 Prozent der Schüler nicht von Quarantäne betroffen. In Bayern befand sich am 15. Oktober rund 1 Prozent der Schüler in Quarantäne.

"Wir haben die Beobachtung gemacht, dass es kein verstärktes oder im Vergleich zur übrigen Gesellschaft erhöhtes Infektionsgeschehen an Schulen oder Kitas gibt", sagte die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) dem RND. "Infektionen finden ganz überwiegend außerhalb der Schulen und Kitas statt und werden von außen hereingetragen."


16.10.2020: Niederlande und Frankreichs Grenzregion als Risikogebiete eingestuft

Die Bundesregierung hat die ganzen Niederlande, das gesamte französische Grenzgebiet zu Deutschland und erstmals auch Regionen in Italien und Polen mit Wirkung ab dem kommenden Samstag zu Corona-Risikogebieten erklärt. Außerdem werden dann Malta und die Slowakei komplett sowie einzelne Regionen in neun weiteren EU-Ländern auf die Risikoliste gesetzt, wie das Robert Koch-Institut am Donnerstag auf seiner Internetseite mitteilte.


16.10.2020: Richter kippen Beherbergungsverbot - Sorge vor Corona-Kontrollverlust

Die umstrittenen Beherbergungsverbote für Reisende aus deutschen Gebieten mit hohen Corona-Infektionszahlen sind in zwei Bundesländern von Gerichten gekippt worden. In Baden-Württemberg setzte der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim das Verbot außer Vollzug, weil es ein unverhältnismäßiger Einschnitt in das Grundrecht auf Freizügigkeit sei. In Niedersachsen erklärte das Oberverwaltungsgericht Lüneburg das Verbot für rechtswidrig. Beide Entscheidungen sind nicht anfechtbar. In Sachsen und im Saarland kündigten die Regierungen an, die Regelungen aufzuheben.


16.10.2020: Österreich stellt Corona-Ampel für vier Bezirke auf Rot

Angesichts der sich ausweitenden Pandemie hat Österreich erstmals seine Corona-Ampel für vier Bezirke in drei westlichen Bundesländern auf Rot gestellt. Betroffen seien Wels Stadt in Oberösterreich, Hallein in Salzburg sowie Innsbruck Stadt und Innsbruck Land in Tirol, wie die Nachrichtenagentur APA am Donnerstagabend nach einem Treffen der zuständigen Expertenkommission berichtete. Für diese Bezirke bestehe ein sehr hohes Risiko, hieß es. Innsbruck-Land und Hallein grenzen an Bayern.

In ganz Österreich war die Zahl der registrierten Neuinfektionen binnen eines Tages auf den Rekordwert von 1552 Fällen gestiegen. Laut Innenministerium wurden allein in Wien 480 neue Fälle registriert. Die Ampel für die Bundeshauptstadt bleibt aber weiter auf Orange. Im Vergleich zu Deutschland sind die Zahlen in Österreich - unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl - in etwa doppelt so hoch.

Die Corona-Ampel ist in Österreich seit Anfang September in Betrieb. Mit ihrer Hilfe wird die Infektionslage jede Woche neu bewertet und auf einer Karte farblich dargestellt - in der Regel für jeden Bezirk, entsprechend etwa den deutschen Landkreisen, sowie für das Bundesland Wien. Die Farben reichen von Grün (Risiko: niedrig) über Gelb (mittel) und Orange (hoch) bis Rot (sehr hoch). Kriterien sind Fallzahlen der vergangenen sieben Tage, Nachverfolgbarkeit der Ansteckungen, Auslastung der Krankenhausbetten und Gesamtzahl an Tests. Außerdem wird berücksichtigt, ob eine Region viele Touristen oder Pendler hat.


16.10.2020: 7334 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen 7334 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Am Vortag war mit 6638 neuen Fällen der bis dato höchste Wert seit Beginn der Pandemie in Deutschland registriert worden. 

Bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten zeichnet sich ein deutlicher Anstieg ab. Laut RKI-Lagebericht wurden am Donnerstag 655 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 329 davon wurden beatmet. Eine Woche zuvor (8.10.) hatte der Wert noch bei 487 (239 beatmet) gelegen, in der Woche davor (1.10.) bei 362 (193 beatmet). Rund 8700 Intensivbetten sind in Deutschland derzeit jedoch noch frei. 

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 348.557 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 16.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9734. Das waren 24 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 287.600 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Donnerstag bei 1,08 (Vortag: 1,04). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,22 (Vortag: 1,16). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


15.10.2020: Gericht setzt Niedersachsens Beherbergungsverbot aus

Das niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat das Beherbergungsverbot des Landes für Reisende aus deutschen Corona-Hotspots in einem Eilverfahren für rechtswidrig erklärt. Der Beschluss sei unanfechtbar, teilte das Gericht am Donnerstag in Lüneburg mit. Geklagt hatte der Betreiber eines Ferienparks.


15.10.2020: Corona-Neuinfektionen in den USA auf höchstem Stand seit August

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in den USA ist mit fast 60 000 an einem Tag auf den höchsten Stand seit Anfang August gestiegen. Am Mittwoch wurden rund 59 500 Menschen positiv getestet, wie aus Zahlen der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorgeht. Besonders stark war der Anstieg in einigen Bundesstaaten des Mittleren Westens wie North Dakota, South Dakota und Missouri. Die Zahl der Todesfälle blieb relativ stabil bei 985. 

Insgesamt wurden in den USA der Universität zufolge seit Beginn der Pandemie 7,9 Millionen Corona-Infektionen gezählt, rund 217 000 Menschen starben. Experten gehen zugleich von einer hohen Dunkelziffer an Corona-Infektionen aus. In den USA leben rund 330 Millionen Menschen.


15.10.2020: Bayern weitet Maskenpflicht deutlich aus

In bayerischen Regionen mit hohen Corona-Zahlen gelten künftig strikte Beschränkungen für private Kontakte, zudem wird die Maskenpflicht in den betroffenen Städten und Landkreisen deutlich ausgeweitet. Das hat das Kabinett am Donnerstag beschlossen. Mit den Gegenmaßnahmen geht die Staatsregierung zum Teil über einen gemeinsamen Beschluss von Bund und Länder vom Mittwoch hinaus.

Schon bei mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen in einer Region dürfen sich nur noch zwei Hausstände oder maximal 10 Personen treffen. Bei einer Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 50 dürfen sich nur noch zwei Hausstände oder maximal fünf Personen treffen. Die Gesundheitsämter müssen dies zwingend anordnen.

Auch die Maskenpflicht in Bayern wird regional deutlich ausgeweitet, und zwar schon bei mehr als 35 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Nach einem Kabinettsbeschluss vom Donnerstag müssen in diesen Regionen dann überall dort Masken getragen werden, wo Menschen dichter oder länger zusammenkommen - etwa in Fußgängerzonen, auf Marktplätzen, in allen öffentlichen Gebäuden, aber auch auf Begegnungs- und Verkehrsflächen wie etwa in Fahrstühlen und in Eingangsbereichen von Hochhäusern.


15.10.2020: Sachsen hebt Beherbergungsverbot in Corona-Pandemie auf 

Sachsen hebt das Beherbergungsverbot für Menschen aus Corona-Risikogebieten auf. Das kündigte die Regierung am Donnerstag nach einem Gespräch mit Landräten und Bürgermeistern aus dem Freistaat an. Die Regelung soll ab Samstag gelten.


15.10.2020: WHO Europa: Corona-Maßnahmen müssen verstärkt werden

Angesichts steigender Infektionszahlen in Europa spricht sich das Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation WHO für eine zielgerichtete Ausweitung der Corona-Maßnahmen aus. Die Reaktionen auf die wachsenden Fallzahlen müssten an die nationalen und subnationalen Gegebenheiten angepasst werden, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Donnerstag auf seiner wöchentlichen Online-Pressekonferenz in Kopenhagen. "Aber ganz allgemein ist es Zeit, um die restrikten Maßnahmen zu verstärken - mit Lockdowns als allerletztem Ausweg."

Man wisse heute sehr präziser als während der ersten Corona-Hochphase im März, was getan werden könne und müsse, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sagte Kluge. Regierungen sollten sich nicht mit relativ kleinen Maßnahmen zurückhalten, um so größere Beschränkungen wie im Frühjahr zu vermeiden. "Eine Menge liegt in unseren Händen - in den Händen der Regierungen und der Menschen." Es müsse unter anderem alles dafür getan werden, dass Schulen offen bleiben könnten.

Die Region Europa, zu der die WHO insgesamt 53 Länder zählt, habe nun mit fast 700.000 gemeldeten Fällen die höchsten wöchentlichen Zahlen seit Beginn der Pandemie verzeichnet, berichtete Kluge. Innerhalb von nur zehn Tagen sei die Gesamtzahl der Infektionen von sechs auf sieben Millionen angestiegen. Dies bedeute nicht, dass man zurück in der Situation Mitte März sei. Obwohl zwei- bis dreimal mehr Infektionen pro Tag registriert würden als im April, gebe es fünfmal weniger Todesfälle. 

Dennoch sei man bei der WHO sehr besorgt, machte Kluge klar. Prognosen verlässlicher epidemiologischer Modelle deuteten darauf hin, dass ein länger anhaltendes lockeres Vorgehen die tägliche Sterblichkeit bis Januar 2021 auf das Vier- bis Fünffache der Werte aus dem April 2020 katapultieren könnte. Dieselben Modelle zeigten jedoch auch, dass durch einfache Maßnahmen wie das konsequente Tragen von Masken und die strikte Kontrolle von Versammlungen bis Anfang Februar schätzungsweise 281 000 Leben in der europäischen Region gerettet werden könnten. "Die Pandemie wird ihren Kurs nicht von selbst umkehren, aber wir werden. Eine verhältnismäßige und gezielte Reaktion ist der Weg voran", sagte Kluge.


15.10.2020: Bayerns Ärztekammerpräsident widerspricht Spahn bei Grippeimpfstoff

Die Bayerische Landesärztekammer (BLÄK) hat Aussagen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zur Verfügbarkeit von Grippeimpfstoff widersprochen. Er könne Spahns Aussage, es bestünden keine Engpässe bei Grippeimpfstoffen, nicht so stehen lassen, sagte BLÄK-Präsident Gerald Quitterer am Donnerstag. Fakt sei, dass in Bayern viele Praxen noch nicht einmal die vorbestellten Impfstoffe komplett erhalten hätten. Nachbestellungen seien zwar möglich, jedoch zeitlich nicht absehbar. "Ob in Zukunft fristgerecht geliefert werden wird, ist eine Hypothek auf die Zukunft", sagte Quitterer.

Die Nachfrage bei Grippeimpfungen sei in diesem Jahr auch in Bayern sehr hoch. Daher seien in einigen Hausarztpraxen die ersten Impfdosen bereits verimpft. Quitterer appellierte an Politik, sie solle "nicht nur die Bevölkerung zum Impfen aufrufen, sondern auch sicherstellen, dass die impfwilligen Patientinnen und Patienten, vor allem die Risikopatienten und chronisch Kranken, diese Impfung auch erhalten können".

Spahn hatte am Mittwoch Befürchtungen vor Versorgungsengpässen beim Grippeimpfstoff zurückgewiesen und besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen dazu aufgerufen, sich impfen zu lassen. Es könne momentan lokal und zeitlich zu Lieferengpässen kommen, das heiße aber nicht, dass es Versorgungsengpässe bei diesem Grippeimpfstoff gebe. Das Bundesgesundheitsministerium hat nach eigenen Angaben für diese Saison 26 Millionen Dosen bestellt, laut Spahn so viel wie noch nie.


15.10.2020: Gericht kippt Beherbergungsverbot in Baden-Württemberg

Der Verwaltungsgerichtshof in Baden-Württemberg hat mit Beschluss vom Donnerstag einem Eilantrag gegen das Beherbergungsverbot in dem Bundesland stattgegeben. Dieses gilt bislang für Gäste aus deutschen Regionen, in denen 50 oder mehr neue Corona-Fälle pro 100 000 Einwohner binnen 7 Tagen registriert wurden.

Die Antragsteller kommen aus dem Kreis Recklinghausen in Nordrhein-Westfalen, der über dieser Marke liegt. Sie hatten einen Urlaub im Kreis Ravensburg gebucht. 

Das Beherbergungsverbot ist in Baden-Württemberg damit vorläufig mit sofortiger Wirkung außer Vollzug gesetzt, wie das Gericht am Donnerstag in Mannheim mitteilte. Es können keine Rechtsmittel eingelegt werden.  

Das Gericht sah den Einschnitt in das Grundrecht auf Freizügigkeit als unverhältnismäßig an. Das Land habe auch nicht darlegen können, dass Hotels und Pensionen "Treiber" des Infektionsgeschehens seien, so dass drastische Maßnahmen nötig seien. Es sei den Antragstellern auch nicht zumutbar, bis zu 48 Stunden vor Ankunft genommene negative Corona-Tests vorzulegen. Man könne nicht gewährleisten, dass Reisende in so kurzer Zeit einen Corona-Test erlangen könnten (Az. 1S3 3156/20).


15.10.2020: Schärfere Corona-Regeln für London: Keine Treffen zwischen Haushalten

In der britischen Hauptstadt London gelten ab Samstag schärfere Corona-Regeln. Angesichts rapide steigender Infektionszahlen dürfen sich Angehörige verschiedener Haushalte in Innenräumen nicht mehr miteinander treffen, wie der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan am Donnerstag bekannt gab. Auch Treffen in Pubs oder Restaurants sind nicht erlaubt.


15.10.2020: Erster Ort in Österreich wieder unter Quarantäne

In Österreich wird der Ort Kuchl im Salzburger Land wegen der Corona-Neuinfektionen unter Quarantäne gestellt. Die Ein- und Ausreise aus der Gemeinde mit rund 6600 Einwohnern sei bis auf einige Ausnahmen ab Samstag bis zum 1. November nicht mehr erlaubt, sagte Salzburgs Landeschef Wilfried Haslauer am Donnerstag. "Die Situation läuft völlig aus dem Ruder", sagte der ÖVP-Politiker über die Lage im Ort. Insgesamt bezeichnete er die Entwicklung im Bundesland als dramatisch. Die Kapazitäten in den Kliniken drohten in weniger als zwei Wochen, an ihre Grenzen zu kommen. Dann wäre ein Lockdown wohl unvermeidlich.

In Österreich ist die Zahl der registrierten Neuinfektionen binnen eines Tages auf den Rekordwert von 1552 Fällen gestiegen. Laut Innenministerium wurden allein in Wien 480 neue Fälle registriert.


15.10.2020: Corona-Ausbruch an Putenschlachthof im Landkreis Mühldorf am Inn

Nach einem Corona-Ausbruch bei einem Putenschlachthof sind die Infektionszahl im Landkreis Mühldorf am Inn nach oben geschnellt. Die Zahlen waren wochenlang mit nur wenig Neuinfektionen auf einem niedrigen Niveau gewesen, wie das Landratsamt mitteilte. 

Am Mittwoch waren 39 Mitarbeiter des Ampfinger Schlachthofes positiv auf Corona getestet worden. Der Putenschlachthof geriet zuletzt wegen vorgeworfener Tierschutz-Verstöße beim Transport der Tiere in die Kritik.

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Donnerstagmorgen für Mühldorf am Inn einen Wert von 73,4 Fällen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Aktuell berät der Landrat, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen. Der Landkreis hat angekündigt, weitere Einschränkungen einzuführen.

Auch in den benachbarten Landkreisen sind die Zahlen über dem Warnwert: Der im Norden angrenzende Landkreis Rottal-Inn weist laut RKI einen Wert von 81,5 Fällen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche auf. Rosenheim meldet für den Landkreis einen Wert von 54 Fällen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen.


15.10.2020: Rheinland-Pfalz verschärft Maßnahmen gegen Corona-Pandemie

Die rheinland-pfälzische Landesregierung verschärft die Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie. So werde beispielsweise ab 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche eine Maskenpflicht eingeführt, wo "Menschen dichter und länger zusammenkommen", teilte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Donnerstag mit.


15.10.2020: Cottbus ist Risikogebiet - Erste Region in Brandenburg

Als erste Region in Brandenburg zählt die Stadt Cottbus zu den bundesweiten Risikogebieten mit mehr als 50 neuen Infektionen je 100 000 Einwohner in einer Woche. Der Wert liege bei 57,2, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Ab dem Wert von 50 sollen künftig schärfere Corona-Regeln gelten.


15.10.2020: Neuer Corona-Rekord trotz verschärfter Regeln in Tschechien

Trotz verschärfter Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie steigen die Corona-Zahlen in Tschechien weiter an. Am Mittwoch wurden 9544 neue Fälle verzeichnet, wie das Gesundheitsministerium in Prag am Donnerstag bekanntgab. Das war der höchste Wert an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Die Gesamtzahl der jemals Infizierten stieg damit auf knapp 140.000. Rund 2700 Menschen werden im Krankenhaus behandelt. Die Zahl der Todesfälle seit Beginn der Pandemie in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung stieg auf 1172.


15.10.2020: Corona: Digitale Einreiseanmeldung soll im November kommen

Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten im Ausland sollen sich ab November noch vor der Einreise nach Deutschland online registrieren. Das teilte das Bundesinnenministerium am Mittwoch in Berlin mit. Gedruckte Aussteigekarten, wie sie zum Beispiel von Fluggesellschaften an Passagiere verteilt wurden, entfallen dann. 

Für Individualreisende, die zum Beispiel im eigenen Auto unterwegs sind, ist die Registrierungspflicht neu. Sie mussten sich nach ihrer Rückkehr aus einem ausländischen Risikogebiet aber bislang schon beim Gesundheitsamt melden, wenn sie keine Aussteigekarte ausgefüllt hatten. Dieser Schritt ist künftig nicht mehr nötig, weil die Gesundheitsämter direkten Zugriff haben sollen auf die Daten aus der Online-Registrierung.

Das neue System soll Nutzern zur Verfügung stehen, sobald die Länder die neuen Quarantäneregeln für Rückkehrer aus ausländischen Risikogebieten in Kraft setzen. Das ist nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert für den 8. November geplant.

Eigentlich war Anfang Oktober als Startzeitpunkt vorgesehen. Das Bundesinnenministerium betonte am Mittwoch, die nötige Software sei einsatzbereit und werde nun dem Gesundheitsministerium zur Verfügung gestellt. 

Reisende sollen ihren Namen, persönliche Daten, Herkunfts- und Zielort sowie den Einreisezeitpunkt angeben, bei Flugreisen auch die Flugnummer. Die Daten werden auf der Grundlage des Infektionsschutzgesetzes erhoben. Die Behörden können sie - ebenso wie Angaben in Gästelisten bei Restaurantbesuchen - auch für die Verfolgung von Straftaten nutzen, wenn dies rechtlich zulässig ist.


15.10.2020: RKI meldet Rekordwert bei Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der binnen eines Tages mit dem Coronavirus neu infizierten Menschen in Deutschland ist erneut sprunghaft gestiegen und hat damit einen Rekordwert erreicht. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Donnerstagmorgen 6638 Neuinfektionen - rund 1500 mehr als am Mittwoch. Bislang waren Ende März mit knapp 6300 Neuinfizierten die meisten registriert worden. Allerdings sind die jetzigen Werte nicht mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Die Zahl der Coronatests schwankt seit Mitte August zwischen rund 1,1 Millionen und 1,2 Millionen pro Woche. Die Rate der positiven Tests ist nach RKI-Angaben vom Mittwochabend jedoch deutlich gestiegen: von 0,74 Prozent Ende August auf 2,48 Prozent in der Woche vom 5. bis 11. Oktober.

In mehreren Labors gebe es einen Rückstau, einige gaben laut RKI Lieferschwierigkeiten für Reagenzien an. "Das RKI erreichen in den letzten Wochen zunehmend Berichte von Laboren, die sich stark an den Grenzen ihrer Auslastung befinden", schreibt das Institut im Lagebericht vom Mittwoch. Der zusätzliche Testbedarf durch Urlauber nach Einführung des Beherbergungsverbots mit der Option zu einer "Freitestung" habe die Situation weiter verschärft.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 341.223 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 15.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9710. Das waren 33 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 284.600 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Mittwoch bei 1,04 (Vortag: 1,18). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,16 (Vortag: 1,20). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


15.10.2020: Neue Corona-Verschärfungen beschlossen - weitere könnten folgen 

Mit härteren Corona-Auflagen hoffen Bund und Länder den rasanten Anstieg der Infektionszahlen insbesondere in deutschen Risikoregionen einzudämmen. Zugleich stellte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach ihrem Treffen mit den Ministerpräsidenten am Mittwochabend mögliche weitere Verschärfungen in Aussicht. "Wir reden von Kontaktbeschränkungen", sagte Merkel dazu. Man müsse jetzt sehen, ob etwa die Sperrstunde 23.00 Uhr richtig sei, oder ob man sie bei 22.00 Uhr machen müsse. "Da muss da nachgeschärft werden."

Zuvor hatten sich Bund und Länder darauf geeinigt, die Schwelle für strengere Maßnahmen in deutschen Corona-Hochburgen zu senken. Diese sollen bereits ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen greifen statt bisher bei 50. So soll dort die Maskenpflicht ausgeweitet werden, die Gästezahl bei privaten Feiern weiter begrenzt und eine Sperrstunde für die Gastronomie eingeführt werden. 

Konkret vereinbarten die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten dies:

MASKENPFLICHT: In Städten und Regionen mit stark steigenden Corona-Zahlen soll die Maskenpflicht erweitert werden. Sie soll ab 35 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in sieben Tagen auch überall da gelten, wo Menschen dichter beziehungsweise länger zusammenkommen.

PRIVATE FEIERN: In Regionen mit einem Wert über 35 Neuinfektionen soll es eine Begrenzung von 25 Teilnehmern im öffentlichen und 15 Teilnehmern im privaten Raum geben. Ab 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen sollen private Feiern auf maximal zehn Teilnehmer im öffentlichen Raum sowie auf höchstens zehn Teilnehmer aus höchstens zwei Hausständen im privaten Raum begrenzt werden.

KONTAKTBESCHRÄNKUNGEN: Übersteigen die Neuinfektionen den 50er Wert dürfen sich künftig nur noch maximal zehn Personen im öffentlichen Raum treffen. Sollten die neuen Maßnahmen den Anstieg nicht zum Stillstand bringen, wird dies auf bis zu fünf Personen oder die Angehörigen zweier Hausstände verringert.

SPERRSTUNDE: Ebenfalls bei 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen soll eine Sperrstunde um 23.00 Uhr für die Gastronomie verhängt werden. Bars und Clubs sollen geschlossen werden.

VERANSTALTUNGEN: Wird der 50er Wert überschritten, wird die Zahl der Teilnehmer bei Veranstaltungen auf 100 Personen begrenzt. Ausnahmen bedürfen eines mit dem zuständigen Gesundheitsamt abgestimmten Hygienekonzeptes.

BEHERBERGUNGSVERBOTE: Die Beherbergungsverbote für Urlauber aus innerdeutschen Risikogebieten waren vor den Beratungen am umstrittensten. Bund und Länder fanden auch im Kanzleramt keine Einigung und vertagten das Thema erst einmal bis zum 8. November. Bis dahin soll diese Maßnahme auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.


15.10.2020: Frankreich führt Gesundheitsnotstand wieder ein

 Im Kampf gegen steigende Corona-Zahlen wird in Frankreich der Gesundheitsnotstand von diesem Samstag an wieder eingeführt. Das teilte die Regierung am Mittwoch in Paris nach einer Kabinettssitzung mit. Der Ausnahmezustand im Gesundheitsbereich bietet einen rechtlichen Rahmen für Beschränkungen, zu denen in letzter Konsequenz auch Ausgangssperren gehören können.


14.10.2020: Bundesregierung: Quarantänepflicht für Risikogebiete ab 8. November

Die neue Quarantänepflicht für Rückkehrer aus ausländischen Corona-Risikogebieten soll ab dem 8. November gelten.

Die Details regelt eine Musterquarantäneverordnung, die das Bundeskabinett am Mittwoch verabschiedete und die eine "gemeinsame Arbeitshilfe für alle Länder" darstellen soll, wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch sagte. Die konkrete Umsetzung liegt bei den Bundesländern, Reisende müssen deren jeweilige Regeln beachten. Ursprünglich sollten die Neuerungen schon zum 15. Oktober kommen.

Wer sich in den zehn Tagen vor der Einreise in einem vom Robert Koch-Institut als Risikogebiet eingestuften Land oder einer solchen Region aufgehalten hat, muss laut Seibert demnächst bei seiner Rückkehr unverzüglich für zehn Tage in Quarantäne gehen. Zudem muss er sich beim Gesundheitsamt melden. Wer die Selbstisolation vorzeitig beenden möchte, kann frühestens am fünften Tag nach der Einreise einen Coronavirus-Test machen lassen. Wenn das Ergebnis negativ ist, endet die Pflicht zur Quarantäne. In jedem Fall ist das Gesundheitsamt über das Ergebnis zu informieren. Wenn der Test negativ ausfällt, aber innerhalb von zehn Tage Symptome einer Covid-19-Erkrankung auftreten, müssen Betroffene einen weiteren Test machen. 


14.10.2020: Bund dringt auf ergänzende Maskenpflicht und kleinere Feiern

Bewohner von Regionen mit hohen Corona-Infektionszahlen müssen sich auf neue Beschränkungen einstellen. Der Bund dringt auf eine erweiterte Maskenpflicht und eine Sperrstunde in der Gastronomie - und zwar bereits in Regionen, die in einer Woche 35 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner registrieren. Das geht aus einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Entwurf für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder am Mittwochnachmittag hervor. 

Die Maskenpflicht soll überall dort eingeführt werden, wo Menschen dichter oder länger zusammenkommen. Zudem sollen Bars und Clubs in solchen Fällen geschlossen werden.

Wann die Sperrstunde beginnen soll und wie viele Teilnehmer in diesen Regionen bei privaten Veranstaltungen noch zugelassen werden können, wird in dem Entwurf offen gelassen. Über die Zahlen wird erheblicher Streit erwartet.   Die Bürger werden zudem gebeten, genau abzuwägen, ob Feierlichkeiten im Familien- oder Freundeskreis derzeit nötig sind. Sie gelten als eine der Haupt-Infektionsquellen. Unternehmen, die wegen der neuen Regeln ihren Geschäftsbetrieb erheblich einschränken müssen, sollen zusätzliche Hilfen bekommen. 

Neue Regeln zum umstrittenen Beherbergungsverbot sind in dem Entwurf nicht enthalten. Vielmehr werden die Bürger "eindringlich" aufgefordert, nicht erforderliche Reisen aus Risikogebieten heraus und in innerdeutsche Gebiete mit hohen Infektionszahlen hinein zu vermeiden.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder wollten am Mittwochnachmittag darüber beraten, wie die deutlich steigenden Infektionszahlen eingedämmt werden können. Merkel hatte wiederholt deutlich gemacht, ein erneutes Herunterfahren des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens wie im Frühjahr müsse unbedingt verhindert werden.


14.10.2020: Italien verschärft Coronaschutz: Partys sollen gestoppt werden

Die italienische Regierung verschärft die Schutzmaßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie weiter. Rom schränkt vor allem private Partys stark ein. Das geht aus einem Dekret hervor, das Ministerpräsident Giuseppe Conte nach einer Nachtsitzung am frühen Dienstag unterzeichnete. 

In dem rund 20-seitigen Text heißt es, private Feiern an "Örtlichkeiten drinnen und draußen" seien verboten. Feierlichkeiten nach Zeremonien, etwa Hochzeiten und Beerdigungen, müssten auf 30 Teilnehmer beschränkt werden. Tanzlokale blieben zu. Außerdem rät Rom den rund 60 Millionen Bürgern dringend, daheim auf Abendessen und andere Treffen mit mehr als sechs Gästen aus anderen Haushalten zu verzichten.

Die Regierung empfiehlt zudem, zu Hause einen Mundschutz zu tragen, wenn Leute zu Besuch sind. Die neuen Regeln sollen ab Mittwoch zunächst für einen Monat - bis 13. November - gelten. Die rechte Opposition und Nutzer im Internet kritisierten das Partyverbot als zu starken Eingriff ins Private.     

Restaurants und Bars müssen nach dem Dekret künftig um Mitternacht schließen. Ab 21.00 Uhr ist es verboten, dass Gäste im Stehen vor Lokalen essen und trinken. Damit sollen abendliche Menschentrauben vor Bars vermieden werden. Die Regierung verbietet auch Schulausflüge. Der Kontaktsport für Amateure, etwa beim Fußball, wird eingeschränkt.

Das Mittelmeerland verzeichnete am Montag 4619 Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 und am Dienstag dann 5901. Davor hatten die Werte der Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden über Tage stets über 5000 gelegen. Es gab am Dienstag 41 Corona-Tote. Italien hatte vor kurzem bereits die Maskenpflicht wegen der steigenden Zahlen ausgedehnt.


14.10.2020: Niederlande im "Teil-Lockdown": Gaststätten zu und Maskenpflicht 

Die Niederlande haben die Corona-Maßnahmen drastisch verschärft. Ministerpräsident Mark Rutte kündigte am Dienstag in Den Haag einen "Teil-Lockdown" an. Kneipen, Cafés und Restaurants werden geschlossen, und der Verkauf von Alkohol wird ab 20 Uhr verboten.

Außerdem dürfen die Bürger nur noch maximal drei Gäste pro Tag in ihren Wohnungen empfangen und sollen Bus und Bahn nur noch in dringenden Fällen nutzen. Premier Rutte kündigte auch eine allgemeine Maskenpflicht an für alle öffentlichen Räume wie Geschäfte, Museen oder Bibliotheken, bisher war dies nur eine dringende Empfehlung. 

Die Regierung reagiert damit auf die dramatisch steigenden Neu-Infektionen mit dem Coronavirus. In den vergangenen sieben Tagen waren 252 Infektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet worden. Am schlimmsten betroffen sind Amsterdam und Rotterdam mit je etwa 410 Infektionen pro 100.000 Einwohner. Fast in allen Regionen sei die Lage "alarmierend", sagte Rutte. 


14.10.2020: Erstmals seit April über 5000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochmorgen erstmals seit April mehr als 5000 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Insgesamt belief sich die Zahl laut RKI auf 5132. Das waren mehr als 1000 Fälle mehr als noch am Vortag. 

Zuletzt waren Mitte April die Zahlen so hoch wie aktuell. Allerdings sind die Werte nicht miteinander vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden. Das RKI schreibt zur momentanen Situation: "Aktuell ist ein beschleunigter Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten. Daher wird dringend appelliert, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert." Der Anteil der Covid-19 Fälle nehme in der älteren Bevölkerung leicht zu.

Die Zahl der Corona-Patienten auf der Intensivstation stieg zwar in den vergangenen Tagen merklich, ist aber weiterhin vergleichsweise niedrig. So wurden laut Daten des DIVI-Intensivregisters von Dienstag rund 620 Covid-Patienten intensivmedizinisch behandelt, eine Woche zuvor waren es noch rund 450. Insgesamt sind demnach in Deutschland aber noch knapp 9000 Intensivbetten frei. 

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 334.585 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 14.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9677. Das waren 43 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 281.900 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Dienstag bei 1,18 (Vortag: 1,29). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert nach Angaben vom Dienstag bei 1,20 (Vortag: 1,25). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


13.10.2020: Bibelschule im Kreis Lippe geschlossen - 60 Schüler infiziert

In einer Bibelschule mit angeschlossenem Internat in Lemgo im Kreis Lippe hat sich mehr als die Hälfte der Schüler mit dem Coronavirus infiziert. Nach Angaben einer Sprecherin des Kreises von Dienstag seien 60 von 117 Getesteten positiv. Der Schulbetrieb ruhe, der Großteil der Schüler aus dem Internat sei abgereist. Die Nachverfolgung von Kontaktpersonen durch das Gesundheitsamt sei noch nicht abgeschlossen. Nach Angaben der Schule waren die ersten beiden Fälle am 6. Oktober bekannt geworden. 

Die Schule bietet einen dreijährigen Ausbildungsgang für Schüler aus ganz Deutschland. Sie bildet die Schüler für die Arbeit mit evangelikalen Christen in Gemeinden und der Mission aus.


13.10.2020: Abstrich oder Ergebnis - Länder-Regeln zu Corona-Test uneinheitlich

48 Stunden ab Abstrich oder ab Testergebnis? In vielen Bundesländern können sich Reisende aus deutschen Corona-Risikogebieten derzeit mit einem negativen Test die Möglichkeit sichern, zum Beispiel im Hotel übernachten zu dürfen. In den einzelnen Ländern gelten jedoch unterschiedliche Regeln in Bezug auf die Aktualität dieser Tests, wie eine Recherche der Deutschen Presse-Agentur in den verschiedenen Bundesländern zeigt.

In Baden-Württemberg beispielsweise darf ein Test nicht älter als 48 Stunden sein. Dafür zählt das Datum auf der Bescheinigung. In Bayern gilt dagegen der Zeitpunkt des Abstrichs, der maximal 48 Stunden her sein darf. Geregelt wird das etwa über die Verordnungen der Bundesländer.

Auch in Schleswig-Holstein sind 48 Stunden die Maßgabe für einen negativen Corona-Test, mit dem Reisende das Beherbergungsverbot umgehen können. Dabei dürfen jedoch zwischen dem Ausstellen des Testergebnisses und der Einreise nicht mehr als 48 Stunden verstrichen sein.

Im gemeinsamen Beschlusspapier der Chefs der Staatskanzleien der Länder vom vergangenen Mittwoch steht: Der Test dürfe "höchstens 48 Stunden vor der Anreise vorgenommen worden sein". Weiter heißt es aber auch: "Maßgeblich für den Beginn der 48-Stunden-Frist ist der Zeitpunkt der Feststellung des Testergebnisses." Die Länder treffen die Entscheidungen am Ende jedoch selbst. In Hessen darf zudem übernachten, wer mit einem ärztlichen Attest nachweisen kann, dass keine Anhaltspunkte für eine Corona-Infektion vorliegen.


13.10.2020: Söder sieht Deutschland vor entscheidenden Wochen im Corona-Kampf

Ganz Deutschland steht nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder im Kampf gegen die sich wieder verschärfende Corona-Krise vor vier entscheidenden Wochen. "Wir müssen jetzt Corona ausbremsen, bevor wir eine echte Notbremsung machen müssen", sagte der CSU-Chef am Dienstag nach einer Sitzung der Landesregierung in München. Söder sprach sich mit Blick auf die an diesem Mittwoch in Berlin anstehende Ministerpräsidentenkonferenz dafür aus, dass es eine erweiterte Maskenpflicht in ganz Deutschland brauche, um die Pandemie besser unter Kontrolle zu halten. Auch private Feiern müssten in den kommenden Wochen runtergefahren werden.

Wo genau es eine erweiterte Maskenpflicht brauche, das müsse auf der Konferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) besprochen werden. Söder nannte als Beispiele öffentliche Plätze, öffentliche Gebäude, aber auch Fahrstühle. "Wo ist der beste Ansatz für mehr Maske", dieser Katalog müsse nun erarbeitet werden. Denn mit mehr Maske könne man die Ausbreitung des Virus verzögern.

Söder betonte, Bund und Länder müssten am Mittwoch einen gemeinsamen Regelungskanon beschließen, um auch die Bevölkerung für die kommenden Wochen zu motivieren. "Wir müssen der Wahrheit ins Auge schauen, wir sind in einer sehr ernsten Lage. Wir sind kurz davor, die Kontrolle zu verlieren", sagte Söder. Dies zeige sich in vielen Nachbarländern "überall um uns herum gibt es extrem negative Anzeichen". 


13.10.2020: EU-Staaten einigen sich auf Ampel-Karte für Reiseeinschränkungen

Bürger können sich künftig auf einer Ampelkarte über die Corona-Lage in Europa informieren. Auf Grundlage gemeinsamer Kriterien werden Regionen je nach Infektionsgeschehen entweder grün, orange oder rot markiert. Für grüne Gebiete mit niedrigen Infektionszahlen sollen künftig keine Einreiseverbote mehr verhängt werden, wie eine Mehrheit der Europaminister am Dienstag in Luxemburg beschloss.

Mit dem Flickenteppich verschiedener Regeln dürfte es damit jedoch nicht vorbei sein. Denn gemeinsame Standards für Reisende aus stärker betroffenen - also orange oder rot markierten - Regionen sieht das Konzept nicht vor. Ebenso wenig gibt es einheitliche Kriterien für Quarantäne- und Testpflichten. Auch sind die Empfehlungen nicht bindend.

Die Ampelkarte soll von der europäischen Gesundheitsagentur ECDC erstellt und wöchentlich aktualisiert werden. Grundlage soll die Zahl der neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner in den letzten 14 Tagen sein, dazu kommen die Quote positiver Tests sowie die Anzahl durchgeführter Tests pro 100.000 Einwohner. 

Bislang entscheidet jedes Land mit eigenen Kriterien, welche anderen EU-Länder oder -Regionen es als Risikogebiet einstuft. Das führt zu großen Unterschieden. Deshalb hatte die EU-Kommission Anfang September Kriterien für einheitliche Reisebeschränkungen sowie Corona- und Quarantäneregeln vorgeschlagen, die noch umfassender als die jetzige Einigung waren.


13.10.2020: RKI: Alltag bleibt auch mit Impfstoff zunächst eingeschränkt

Der Alltag in Deutschland muss nach Ansicht des Robert Koch-Instituts auch mit Einführung eines Corona-Impfstoffs zunächst eingeschränkt bleiben - einschließlich Maskentragen und Abstandsgeboten. Darauf weist das RKI in einem am Dienstag veröffentlichten Strategiepapier hin. Demnach werden zwar voraussichtlich im kommenden Jahr ein oder mehrere Impfstoffe zur Verfügung stehen - und die Bekämpfung des Coronavirus entscheidend verbessern. 

Allerdings dürfte es ein solches Mittel zu Beginn nur in begrenzten Mengen geben und insbesondere Risikogruppen zu Gute kommen. Deshalb seien weiterhin "gewisse Modifikationen des Miteinander-Seins" wichtig. Darunter versteht das RKI unter anderem Abstandhalten, Hygieneregeln beachten, Maske tragen, Lüften sowie die Verlegung von Freizeitaktivitäten möglichst nach drauße


13.10.2020: Hessen: Teilnehmerzahl privater Feiern wird wegen Corona-Gefahr begrenzt

Angesichts steigender Zahlen von Infektionen justiert Hessen seine Corona-Regeln nach. Die neuen Regelungen gelten vom kommenden Montag an und zunächst bis Ende Januar 2021.

FEIERN AUSWÄRTS UND ZUHAUSE

Hessen beschränkt die Teilnehmerzahl bei privaten Feiern im öffentlichen Raum auf 50. Dies gelte in angemieteten Räumen unabhängig vom Infektionsgeschehen in der Region, sagte Bouffier am Montag in Wiesbaden. Bei Feiern in den eigenen vier Wänden sollen es dann maximal 25 Gäste sein - allerdings sei das nur eine Empfehlung.

Sozialminister Kai Klose (Grüne) ergänzte, dass die Regeln bei steigenden Infektionszahlen verschärft werden. Ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen (Inzidenz) dürfen nur noch höchstens 25 Menschen gemeinsam im öffentlichen Raum feiern, ab einer Inzidenz von 75 nur noch 10 Menschen. Es komme darauf an, dass jeder seiner Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft nachkomme, betonte der Minister.

KAMPF GEGEN FANTASIENAMEN AUF GÄSTELISTEN

Gastronomen in Hessen können sich zur Überprüfung von korrekten Angaben auf den Corona-Gästelisten künftig den Ausweis ihrer Kunden zeigen lassen. "Wir haben ausdrücklich beschlossen, dass auf Verlangen des Servicepersonals derjenige, der in eine Gaststätte möchte, auch den Personalausweis vorlegen muss oder ein anderes amtliches Dokument", sagte Bouffier. Das sei der richtige Schritt um zu verhindern, dass auf den Listen Fantasienamen stünden, die eine Nachverfolgung von Infektionsketten mit Covid-19 verhindern.

Laut Bouffier gilt bei solchen Überprüfungen aber das Prinzip der Verhältnismäßigkeit. Wenn es eine Vermutung gebe, dass die Angaben des Gastes falsch seien, müsse das Gastronomiepersonal eingreifen. 

KEINE DREI-QUADRATMETER-REGEL MEHR

Die bisherige Regelung für Geschäfte, Veranstaltungen oder Kulturangebote, dass grundsätzlich drei Quadratmeter Platz pro Besucher oder Kunde zur Verfügung stehen müssen, entfällt. Es gelten nach Angaben der Staatskanzlei die allgemeinen Regeln: eineinhalb Meter Abstand und maximal zehn Personen zusammen. Auch in Schwimmbädern wird die Drei-Quadratmeter-Regelung aufgehoben. 

MUND-NASEN-BEDECKUNG

Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist künftig auch in Wahlräumen und in Wahlkabinen sowie beim Aufenthalt auf Bahnsteigen und an Haltestellen vorgeschrieben, wie die Staatskanzlei mitteilte. In Schulen gelte weiterhin eine Maskenpflicht außerhalb der Klassenzimmer. Vor Ort könne es Ausnahmen geben.


13.10.2020: Spahn rechnet mit Impfbeginn gegen Corona im ersten Quartal 2021

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet innerhalb des nächsten halben Jahres mit ersten Corona-Impfungen in Deutschland. "Stand jetzt würde ich davon ausgehen, Stand heute 12. 10., dass wir im ersten Quartal nächsten Jahres beginnen können", sagte Spahn am Montag bei einer Videokonferenz des ifo-Instituts. Man setze auf mehrere Technologien und Hersteller.

Spahn und Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatten bereits im September die Prognose abgegeben, dass Impfstoffe für erste Bevölkerungsgruppen in den ersten Monaten des nächsten Jahres, für die breite Masse der Bevölkerung allerdings vermutlich erst Mitte kommenden Jahres bereitstehen werden. Zunächst sollen Menschen mit Vorerkrankungen, ältere Menschen und Beschäftigte im Gesundheitswesen und in der Pflege zum Zuge kommen. Spahn betonte am Montag erneut, dass es sich bei Impfungen gegen Corona um freiwillige Impfungen handeln werde.


13.10.2020: Corona-Pandemie: Düsseldorf überschreitet Warnstufe

Düsseldorf hat die wichtige Warnstufe von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Am Montag sei ein Wert von 54,8 erreicht worden, teilte die Stadt mit.

Mit Überschreiten des 50er-Wertes würden in der Landeshauptstadt zusätzliche Schutzmaßnahmen umgesetzt, kündigte die Stadt an. Die Maßnahmen würden vor allem ergriffen, damit die Kontaktpersonennachverfolgung durch das Gesundheitsamt weiterhin möglich bleibe. 


13.10.2020: Neue Corona-Regeln in NRW: Kleinere Feiern, Sperrstunde, Maske beim Konzert 

In NRW dürfen bei Familienfeiern oder Hochzeiten außerhalb der eigenen vier Wände grundsätzlich nur noch 50 Gäste anwesend sein. Ein entsprechender Erlass für alle Kommunen ging am Montag an die Bezirksregierungen. Einheitliche Regeln gibt es damit auch für Kreise und Städte, in denen die wichtige Neuinfektions-Kennzahl über 35 oder gar 50 steigt. 

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will die Regeln am Freitag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bei einem Gipfel mit allen Oberbürgermeistern und Landräten besprechen.

VERANSTALTUNGEN: Durch den Erlass des Gesundheitsministeriums werden ab 35 Neuinfizierten pro 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen Veranstaltungen und Versammlungen mit mehr als 1000 Personen verboten. Steigt der Wert über 50, sind nur 500 Personen im Außenbereich und 250 Personen in geschlossenen Räumen erlaubt. Ausnahmen sind Demos - solange sie unter Corona-Bedingungen stattfinden - und zum Beispiel Parteitage, die gesetzlich stattfinden müssen.

FEIERN: Grundsätzlich sind außerhalb der eigenen Wohnung nur 50 Gäste erlaubt. Steigt die Neuinfektionszahl über 50, sind nur noch 25 Feiernde erlaubt. Das betrifft bereits jetzt viele Großstädte und Kreise in NRW. Darunter Köln, Düsseldorf oder Essen.

STAMMTISCH: Bislang dürfen sich in der Öffentlichkeit - jenseits von Feiern - bis zu zehn Personen aus verschiedenen Haushalten zum Beispiel zum Bier an einem Tisch treffen. In 50er-Regionen wird diese Zahl durch den Erlass auf fünf Personen begrenzt.

STADION: Bisher durfte man zum Beispiel bei einem Konzert oder einem Fußballspiel unter Corona-Bedingungen am Sitz- oder Stehplatz die Maske abnehmen. Das ist ab einer Kennzahl von 35 vorbei. Dann gilt dort eine durchgehende Maskenpflicht.

SPERRSTUNDE: "Festlegung reduzierter Öffnungszeiten gastronomischer Einrichtungen und zeitlich entsprechender Verkaufsverbote für alkoholische Getränke", heißt es als Vorgabe für Kommunen ab der Kennzahl 50. Düsseldorf hat bereits vorgemacht, was das heißt: Ab 1 Uhr ist dort Schicht in der Altstadt, auch bekannt als "Längste Theke der Welt".


13.10.2020: Umstrittenes Beherbergungsverbot auf Eis gelegt

Das bundesweit umstrittene Beherbergungsverbot für Touristen aus Corona-Risikogebieten tritt nun doch noch nicht am heutigen Dienstag in Rheinland-Pfalz in Kraft. Das kündigte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Montag an. Sie begründete die Wende mit der bundesweit "extrem virulenten" Diskussion sowie den "verheerenden Rückmeldungen" aus den Kommunen. Rheinland-Pfalz sei ohnehin kein Fan des Beherbergungsverbots gewesen, habe sich aber einer bundeseinheitlichen Regelung nicht entziehen wollen. 


13.10.2020: Erneut über 4000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Nach einem Rückgang der Zahlen am Sonntag und Montag haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagmorgen erneut mehr als 4000 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Insgesamt beläuft sich die Zahl laut RKI auf 4122. Am Donnerstag hatte die Anzahl neuer Infektionen mit 4058 erstmals seit April die 4000er-Grenze überschritten. Am Samstag waren es gar 4721 neu nachgewiesene Fälle.

Am Montag waren 2467 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet worden. Erfahrungsgemäß liegen die erfassten Zahlen an Sonntagen und Montagen meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI weitergeben. Am Dienstag vor einer Woche waren es 2639 Fälle gewesen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 329.453 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 13.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9634. Das waren 13 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 279.300 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Montag bei 1,29 (Vortag: 1,40). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel knapp 1,3 weitere Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert nach Angaben vom Montag bei 1,25 (Vortag: 1,37). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


12.10.2020: München verbietet Alkoholausschank ab 22.00 Uhr

Wegen steigender Corona-Zahlen in München schränkt die Stadtverwaltung nun den Alkoholkonsum ein. Ab Mittwoch darf in Wirtshäusern und anderen Gaststätten nach 22.00 Uhr kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden, wie das Rathaus nach einer Krisensitzung der Stadtspitze am Montag mitteilte. Am nächsten Wochenende gilt an mehreren bekannten Treffpunkten auch wieder ein abendliches Freiluft-Trinkverbot. In der Innenstadt müssen Fußgänger auf dem Marienplatz, am Stachus und einigen weiteren Örtlichkeiten wieder Masken tragen. Private Treffen sind noch zu maximal fünft erlaubt. Das soll bis zum 27. Oktober gelten.

Die Landeshauptstadt hat laut Robert Koch-Institut den als kritisch geltenden Schwellenwert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner überschritten, ebenso der Landkreis Fürstenfeldbruck im Westen Münchens, der Landkreis Regen im Bayerischen Wald sowie Memmingen und Rosenheim. 

Im Landkreis Fürstenfeldbruck müssen alle Schüler ab der fünften Klasse nun wieder Masken im Unterricht tragen. Das hatte das Landratsamt in einer Allgemeinverfügung angeordnete, die seit Samstag gilt.


12.10.2020: Mehr Covid-19-Patienten in britischen Krankenhäusern als im März

In Großbritannien werden aktuell mehr Patienten mit Covid-19 im Krankenhaus behandelt als im Frühjahr. "Wir haben jetzt mehr Patienten mit Covid-19 in den Krankenhäusern als kurz vor dem Beginn des kompletten Lockdowns am 23. März", sagte der nationale Gesundheitsberater Stephen Powis am Montag in London. Angesichts stark steigender Fallzahlen wollte der britische Premierminister Boris Johnson am Montag schärfere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verkünden. 

Insbesondere der Norden des Landes ist massiv betroffen. Während sich im Spätsommer vor allem jüngere Menschen infizierten, nehmen die Fallzahlen nun auch in den älteren Gruppen wieder zu - und damit auch die schweren Verläufe. Großbritannien ist bislang das am schwersten von der Pandemie getroffene Land in Europa: Der Statistikbehörde zufolge gibt es etwa 58.000 Todesfälle, bei denen Covid-19 auf dem Totenschein erwähnt wurde.


12.10.2020: Umweltbundesamt stellt Leitfaden zum Lüften für Schulen vor

Das Umweltbundesamt will am Donnerstag seinen angekündigten Leitfaden zum richtigen Lüften in Schulen in Corona-Zeiten vorstellen. Die Handreichung werde auf vier Seiten den Stand der Empfehlungen zum Thema und zum möglichen Einsatz von Luftreinigungsgeräten zusammenfassen, sagte ein Sprecher am Montag.

Der Direktor im Umweltbundesamt, Heinz-Jörn Moriske, hatte bei einem Expertengespräch mit der Kultusministerkonferenz (KMK) im September die Erarbeitung einer entsprechenden Handreichung zum Lüften für alle Schulen im Bundesgebiet zugesichert. Die Länder haben auch in eigenen Hygieneplänen schon Vorgaben dafür formuliert. 

Die KMK hatte zu dem Thema Wissenschaftler aus Virologie, Hygiene und Strömungsmechanik angehört. Diese hatten sich dafür ausgesprochen, Klassenzimmer im 20-Minuten-Takt für 3 bis 5 Minuten stoßzulüften und während der Pausen zusätzlich die Türen für Durchzug zu öffnen. Der Einsatz mobiler Luftreinigungsgeräte in Schulräumen wurde grundsätzlich nicht für nötig befunden, sofern sich in den Räumen die Fenster richtig öffnen lassen.


12.10.2020: München überschreitet erneut Corona-Warnstufe

Die Stadt München hat in der Corona-Pandemie erneut die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Wie aus den Angaben des Robert Koch-Instituts vom Montagmorgen hervorgeht, liegt der Wert bei 50,6 (Datenstand 12.10., 0.00 Uhr). Auch die Landkreise Regen und Fürstenfeldbruck sowie die Städte Memmingen und Rosenheim in Bayern übersteigen derzeit den kritischen Wert.


12.10.2020: Duisburg übersteigt Corona-Warnstufe - neue Einschränkungen

Duisburg hat in der Corona-Pandemie die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Wie aus den Angaben des Robert Koch-Instituts vom Montagmorgen hervorgeht, liegt der Wert bei 50,1 (Datenstand 12.10., 0.00 Uhr). Seit Beginn der Corona-Krise haben die Gesundheitsämter in der Stadt 3251 nachweisliche Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet.


12.10.2020: Stuttgart im Fokus des Corona-Infektionsgeschehens im Land 

Beim Blick auf des Infektionsgeschehen im Südwesten rückt immer mehr die Landeshauptstadt in den Fokus. In Stuttgart wurde am Samstag der Warnwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Am Sonntag lag der Wert dann bei 55,8. Allerdings übermitteln an Wochenenden auch nicht alle Gesundheitsämter ihre Daten. Stuttgarts Stadtverwaltung zieht angesichts der Lage die Notbremse: am Mittwoch treten strenge Regeln in Kraft.

So wird etwa in der Innenstadt das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verpflichtend. Der Verkauf von Alkohol soll auf bestimmten Plätzen ab 21 Uhr, der Konsum ab 23 Uhr verboten werden. Diese Beschränkungen gelten laut Stadt für zunächst zwei Wochen. Bei privaten Feiern sind demnächst nur noch zehn Teilnehmer erlaubt, in öffentlichen und angemieteten Räumen dann 25, teilte ein Sprecher des Stadt mit.

Illegale Party sollen durch mehr Kontrollen verhindert werden. Zudem mobilisiert die Stadt zur Verfolgung von Kontaktpersonen im Zuge der Corona-Pandemie die ganze Stadtverwaltung und erbittet die Hilfe der Bundeswehr. 


12.10.2020: 2467 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montagmorgen 2467 neue Corona-Infektionen gemeldet. Am Vortag hatte der Wert noch bei 3483 gelegen, nachdem am Samstagmorgen 4721 Neuinfektionen gemeldet worden waren. Erfahrungsgemäß liegen die erfassten Zahlen an Sonntagen und Montagen meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI weitergeben. Am vergangenen Montag waren 1382 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet worden. 

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 325.331 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 12.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9621. Das waren sechs mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es 276.900 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Sonntag bei 1,40 (Vortag: 1,42). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel 1,4 weitere Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. 

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert nach Angaben vom Sonntag bei 1,37 (Vortag: 1,43). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


11.10.2020: Bald nur noch maximal 50 Personen bei Privatfeiern in NRW?

Nordrhein-Westfalen will die Teilnehmerzahl bei privaten Feiern landesweit auf 50 Menschen begrenzen. Das kündigte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Sonntag nach einer Sondersitzung des nordrhein-westfälischen Kabinetts in Düsseldorf an. Hintergrund sei die landesweit steigende Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus.


11.10.2020: Offenbach erreicht höchtste Corona-Warnstufe

Angesichts weiter steigender Corona-Infektionen hat die Stadt Offenbach die höchste landesweite Warnstufe erreicht. Wie eine Sprecherin des Sozialministeriums am Sonntag in Wiesbaden sagte, wurden innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner mehr als 80 nachgewiesene Corona-Infektionen gemeldet.

Die genauen Zahl lag zunächst nicht vor. Das gestaffelte Eskalationskonzept der Landesregierung sieht vor, dass ab einem Inzidenz-Wert von 75 der Planungsstab Covid-19 des Sozialministeriums die Steuerung der medizinischen Lage übernimmt.Die Stadt war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.


11.10.2020: Essen überschreiter Corona-Warnstufe

Die Stadt Essen hat in der Corona-Pandemie die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Das nordrhein-westfälische Landeszentrum Gesundheit gab den Wert für die knapp 600 000 Einwohner große Ruhrgebietsstadt am Sonntag mit 57,3 an. In Essen gelten nun unter anderem strenge Grenzen für Partys.

Mit Essen gilt auch die viertgrößte Stadt Nordrhein-Westfalens als Corona-Risikogebiet. Am Samstag hatte mit Köln bereits die größte Stadt des Landes den wichtigen Wert von 50 Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen überschritten.

Bereits am Freitag hatte die Stadtverwaltung in Essen einen Katalog mit Einschränkungen vorgelegt, die in Kraft treten sollten, sobald der kritische Corona-Grenzwert überschritten wird. So wird die Zahl der Gäste bei Feiern auf 25 statt wie bisher 50 begrenzt. Außerdem müssen Feste ab elf Teilnehmern bei den Behörden angemeldet werden.

In öffentlichen Gebäuden gilt eine Maskenpflicht. Auf eine Sperrstunde sollte zunächst aber verzichtet werden, hatte Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) nach den Beratungen mehrerer Großstadtbürgermeister mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitag gesagt.


11.10.2020: Söder fordert bundesweites Bußgeld von 250 Euro für Maskenverweigerer

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder macht sich für bundesweit schärfere Strafen bei Verstößen gegen Corona-Regeln stark. In mehreren Interviews forderte der CSU-Chef für Verstöße gegen die Maskenpflicht bundeseinheitliche Bußgelder von 250 Euro. In Bayern gilt dieser Regelsatz bereits.

"Es ist wird langsam gefährlich", sagte Söder der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die Maske sei das wirksamste Mittel. Der "Bild am Sonntag" sagte Söder: "Wir haben fünf vor zwölf. Man darf sich die Lage nicht länger schönreden." Nötig seien rasche Maßnahmen für alle: "Frühere Sperrstunden und keine größeren Partys und Feiern für eine gewisse Zeit."

Der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sagte der bayerische Regierungschef: "Das ständige Kleinreden der Herausforderung hat leider Wirkung. Die Geduld und die Mitmachbereitschaft der Bevölkerung sind dadurch gesunken." Corona sei genauso gefährlich wie im Frühjahr. "Und wenn wir jetzt nicht rasch umsteuern, kann dieselbe Entwicklung wie in Frankreich oder Spanien mit explodierenden Zahlen und nicht mehr beherrschbaren Fällen eintreten", warnte der CSU-Chef.


11.10.2020: Knapp 3500 Corona-Neuinfektionen

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntagmorgen 3483 neue Corona-Infektionen gemeldet. Von Mittwoch auf Donnerstag war der Wert von 2828 auf 4058 erheblich gestiegen, von Donnerstag auf Freitag lag die Zahl bei 4516. Das Robert Koch-Institut meldete am Samstagmorgen 4721 neue Fälle. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die erfassten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 322.864 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 11.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9615. Das waren 11 mehr als am Vortag.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Samstag bei 1,42 (Vortag: 1,34). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel rund 1,4 weitere Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert nach Angaben vom Freitag bei 1,43
(Vortag: 1,37). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


11.10.2020: Trump laut Arzt nach Covid-Erkrankung nicht mehr ansteckend

Nach seiner Covid-19-Erkrankung ist US-Präsident Donald Trump seinem Leibarzt zufolge nicht mehr ansteckend. Das habe der jüngste Coronavirus-Test vom Samstagmorgen ergeben, teilte Sean Conley am Samstagabend (Ortszeit) in einem vom Weißen Haus verbreiteten Schreiben mit. Der Präsident könne nun, rund zehn Tage nach dem Auftreten erster Symptome, gemäß den Kriterien der Gesundheitsbehörde CDC seine freiwillige Quarantäne beenden, erklärte er. Die Tests im Verlauf seiner Erkrankung hätten zudem eine abnehmende Viruskonzentration gezeigt, hieß es weiter.

Er werde Trump, der wieder voll zu seinen Geschäften zurückkehre, weiter beobachten, erklärte Conley. Trump habe seit "weit mehr als 24 Stunden" kein Fieber mehr und alle Symptome hätten sich "verbessert", schrieb der Arzt. Conley machte aber keine Angaben dazu, welche Symptome bei Trump noch in welchem Maß feststellbar waren.   


11.10.2020: Über 150.000 Corona-Tote in Brasilien

Die Zahl der Corona-Toten in Brasilien ist auf über 150.000 gestiegen. 150.198 Patienten seien im Zusammenhang mit der Krankheit Covid-19 gestorben, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag mit. Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus kletterte unterdessen auf über fünf Millionen. Weltweit liegt das größte Land Lateinamerikas bei den Todesopfern damit an zweiter Stelle nach den USA und bei den Infektionen an dritter Stelle hinter den USA und Indien.

Die tatsächlichen Zahlen in Brasilien dürften noch weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet. Wissenschaftliche Studien legen nahe, dass sich mindestens siebenmal so viele Menschen infiziert haben wie bislang bekannt, und doppelt so viele wie erfasst gestorben sind. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist flächenmäßig 24 Mal so groß wie Deutschland. Allerdings gingen die Zahlen der Neuinfektionen und der Todesfälle zuletzt zurück.

Der rechte Staatspräsident Jair Bolsonaro, der wie weitere Mitglieder seiner Familie selbst infiziert wurde, hatte die Krankheit Covid-19 immer wieder als "leichte Grippe" bezeichnet und sich gegen Einschränkungen im öffentlichen Leben ausgesprochen.


10.10.2020: Hamburg verschärft Maskenpflicht

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie verschärft Hamburg ab Montag die Maskenpflicht. In öffentlichen Gebäuden und in Gastronomiebetrieben müsse grundsätzlich ein Mund-Nase-Schutz getragen werden, sagte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Samstag. Auf öffentlichen Plätzen mit starkem Menschenandrang und auf Demonstrationen werde ebenfalls eine Maskenpflicht gelten.

Senatssprecher Marcel Schweitzer kündigte an, im Internet werde eine Karte mit den jeweils betroffenen Straßen und Plätzen zu sehen sein. 


10.10.2020: Tagesrekord bei Neuinfektionen in Österreich

In Österreich sind die täglichen neuen Coronainfektionen auf den Rekordwert von 1235 gestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Samstag bleibt dabei Wien mit 511 Neuinfektionen binnen 24 Stunden landesweit der Spitzenreiter. In den Krankenhäusern veränderte sich die Lage den Angaben zufolge nicht. Insgesamt stieg die Zahl der sogenannten aktiven Fälle auf 10 800. Unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl liegen die Zahlen der Neuinfektionen und der aktiven Fälle deutlich über den aktuellen deutschen Werten.


10.10.2020: Sieben Städte/Kreise in NRW über dem Grenzwert

In Nordrhein-Westfalen haben am Samstag insgesamt sieben Kreise und kreisfreie Städte über der wichtigen Corona-Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen gelegen. Ab diesem Wert gilt eine Region als Corona-Risikogebiet. Landesweit steckten sich 32,4 Menschen pro
100 000 Einwohner in sieben Tagen mit dem Coronavirus an, wie das nordrhein-westfälische Landeszentrum Gesundheit mitteilte. NRW hat seit Tagen die höchsten Ansteckungsraten aller deutschen Flächenländer.

Spitzenreiter war am Samstag die Stadt Herne mit 66,5 Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Die Stadt Hamm, die mehrere Wochen lang auch bundesweit an der Spitze aller Kreise und kreisfreien Städte gestanden hatte, kam noch auf einen Wert von 64,5.
Dahinter folgten Wuppertal (55,2), Hagen (55,1), Köln (54,8), Recklinghausen (52,3) und Remscheid (51,2).

Das Überschreiten der 50er-Marke hat Auswirkungen etwa für Urlauber, die jetzt in den Herbstferien in mehreren deutschen Ferienregionen einen negativen Corona-Test vorweisen müssen. Zudem sind die Regionen ab diesem Wert verpflichtet, weitergehende Einschränkungen für das öffentliche Leben zu erlassen.


10.10.2020: Köln überschreitet Grenzwert

Die Stadt Köln hat in der Corona-Pandemie die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Das nordrhein-westfälische Landeszentrum Gesundheit gab den Wert für die Millionenstadt am Samstag mit 54,8 an. Die Kölner Stadtverwaltung hatte das Überschreiten der Schwelle erwartet und deshalb von diesem Samstag an bereits zahlreiche Einschränkungen für das öffentliche Leben angeordnet.

Auf Straßen und Plätzen darf abends ab 22.00 Uhr kein Alkohol mehr konsumiert werden. An den Wochenenden gilt an Party-Hotspots ein Verkaufsverbot für Alkohol. Außerdem dürfen sich nur noch bis zu fünf Personen aus verschiedenen Haushalten in der Öffentlichkeit treffen - bisher waren es zehn. In Fußgängerzonen müssen die Menschen Masken tragen. Eine Sperrstunde wie in Berlin werde zunächst aber nicht eingeführt, hatte Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) am Freitag betont.

Zudem wurde die Personenzahl bei Feiern beschränkt: Bei privaten Feiern in angemieteten Räumen sind künftig höchstens 25 Personen erlaubt. «Von Feiern in der eigenen Wohnung raten wir dringend ab», hatte Reker gesagt. Mehr als zehn Personen sollten dort nicht zusammenkommen. 


10.10.2020: Größerer Corona-Ausbruch im Landkreis Eichsfeld

Nach Familienfeiern ist es im Landkreis Eichsfeld zu einem größeren Corona-Ausbruch gekommen. Weitere 20 Neuinfektionen seien auf zwei private Feiern von Familien aus Heiligenstadt und Uder zurückzuführen, wie der Landkreis am Freitagabend mitteilte. Damit steigt die Zahl der aktuell Infizierten auf 27. 167 Menschen gelten als genesen, elf seien gestorben.


09.10.2020: Mehr als 100.000 Neuinfektionen europaweit

In Europa ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus nach Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstmals über die Marke von 100 000 Fällen geklettert. Die am Freitag aktualisierte WHO-Grafik weist ein Plus gegenüber dem Vortag von 109 749 Fällen aus. Am Donnerstag wurden knapp 99 000 neue Fälle gemeldet. In Europa wird seit August kontinuierlich eine immer stärkere Verbreitung des Virus verzeichnet. 


09.10.2020: Über 20.000 Neuinfektionen binnen eines Tages in Frankreich

Frankreich hat mit 20 339 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden einen Rekord erzielt. Wie die Behörden am Freitagabend mitteilten, wurde damit der bisherige höchste Wert von 18 746 neuen Fällen vom vergangenen Mittwoch überschritten. Es wurden 62 neue Todesfälle gezählt.

Die Corona-Lage in Frankreich ist sehr angespannt. Gesundheitsminister Olivier Véran warnte zuletzt, dass sich die Lage im Land weiter verschlechtere. Für vier neue Städte - Lyon, Lille, Grenoble und Saint-Étienne - wurde die höchste Corona-Warnstufe ausgerufen. Sie gilt außerdem in Paris, Marseille und dem französischen Überseegebiet Guadeloupe.

Mit der Einstufung gehen zahlreiche Einschränkungen einher - so etwa die Schließung von Bars und gastronomischen Einrichtungen, die keine Speisen verkaufen, für vorerst zwei Wochen. Die Regierung betont immer wieder, dass sie neue landesweite Ausgangsbeschränkungen, wie es sie im Frühjahr gab, vermeiden möchte. Stattdessen setzt sie auf regionale Maßnahmen. 


09.10.2020: Merkel appelliert in Corona-Krise an junge Leute

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angesichts steigender Corona-Infektionszahlen einen Appell vor allem an junge Leute gerichtet, sich an Regeln zu halten. Merkel sagte am Freitag in Berlin nach Beratungen mit Oberhäuptern von Großstädten, junge Menschen fänden Einschränkungen von Feiern oder eine Sperrstunde vielleicht übertrieben. Sie fragte dann aber, ob es nicht wert sei, ein wenig Geduld zu haben und an die Familie und Großeltern zu denken. Sie erwähnte auch die Chance etwa auf Ausbildungsplätze. Oberste Priorität sei es, die Wirtschaft am Laufen zu halten und dass Kinder und Jugendliche auf Kitas und Schulen gehen könnten.


09.10.2020: Schweiz erklärt erstmals deutsche Städte zu Risikogebieten 

Wer aus Berlin oder Hamburg in die Schweiz reisen will, muss dort bald für zehn Tage in die Quarantäne. Wegen der hohen Corona-Infektionszahlen setzte das Schweizer Bundesamt für Gesundheit in Bern das Land Berlin und das Land Hamburg am Freitag auf die Liste der Risikogebiete. Die Bestimmungen treten am Montag in Kraft. In der Schweiz entbindet auch ein negativer Corona-Test nicht von der Quarantäne-Pflicht.  

Ähnliche Bestimmungen gelten bereits für einige Regionen in Frankreich, Österreich und Italien sowie für Dutzende Länder weltweit. Neu dazu kamen am Freitag unter anderem Kanada, Russland und Tunesien. Ausgenommen sind generell Grenzgebiete, weil dort viele Menschen leben, die in der Schweiz arbeiten.  

In der Schweiz selbst steigen die gemeldeten Infektionszahlen sprunghaft. Am Freitag waren es knapp 1500 innerhalb von 24 Stunden. Die 1000er Marke wurde erstmals seit April in dieser Tage gebrochen- Die Zahl der Infektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von zwei Wochen lag zuletzt bei etwa 66.


09.10.2020: Bundeswehr und RKI sollen Experten in Corona-Hotspots schicken

Die Bundeswehr und das Robert Koch-Institut sollen künftig Experten in Corona-Hotspots schicken. Das gilt nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur laut einer am Freitag getroffenen Vereinbarung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Bürgermeistern von Großstädten, wenn in sieben Tagen mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert wurden.

Spätestens wenn der Wert auf 50 Infektionen steigt, sollen die Städte umfangreichere Beschränkungen einführen. Dazu gehört etwa die Erweiterungen der Mundschutz-Pflicht auf den öffentlichen Raum, wenn dort der nötige Abstand nicht eingehalten werden kann. Genannt werden auch Sperrstunden und Alkoholbeschränkungen für Gastronomiebetriebe sowie weitergehende Beschränkungen der Teilnehmerzahlen von Veranstaltungen und private Feiern. 

Die Metropolen sollen ihre Ordnungsämter so entlasten, dass sie die Beschränkungen kontrollieren können. Bund und Länder sollen kurzfristig darüber beraten, wie auch Bundespolizei und Länderpolizeien helfen können. Kommt der Anstieg der Infektionszahlen nicht spätestens nach zehn Tagen zum Stillstand, seien weitere Beschränkungsschritte unvermeidlich.

Merkel hatte sich angesichts stark gestiegener Corona-Infektionszahlen mit den Verantwortlichen der elf größten deutschen Städte getroffen. An der Videokonferenz nahmen die Oberbürgermeister und Bürgermeister von Berlin, Hamburg, Bremen, München, Frankfurt am Main, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Leipzig und Stuttgart teil.


09.10.2020: Medien: Spanische Regierung verhängt Notstand über Madrid

Spaniens Zentralregierung hat nach Medienberichten den Notstand über Madrid verhängt, um angesichts von hohen Corona-Zahlen die Abriegelung der Hauptstadt durchsetzen zu können. Dies berichteten der staatliche Fernsehsender RTVE und andere Medien unter Berufung auf die linke Regierung. Der Notstand soll den Angaben zufolge für zwei Wochen gelten. Eine Verlängerung müsste gemäß Verfassung vom Nationalparlament gebilligt werden.

Vor Ausrufung des Notstands hatte die Justiz die vom Gesundheitsministerium angeordnete Absperrung Madrids und neun weiterer Kommunen in der Umgebung wieder aufgehoben. Dies geschah auf Antrag der konservativen Regionalregierung. Nun kann die Zentralregierung die Bewegungsfreiheit der Bürger doch wieder einschränken. Eine offizielle Bestätigung stand zunächst noch aus.

In den zehn Städten, die nun wieder abgeriegelt sind, dürfen die Menschen ihre Wohngemeinde erneut nur noch mit triftigem Grund verlassen - etwa, um zur Arbeit zu fahren oder einen Arzt aufzusuchen. Betroffen sind knapp 4,8 der insgesamt 6,6 Millionen Einwohner der "Comunidad Autónoma". Auswärtige dürfen diese Städte nur in Ausnahmefällen betreten.

Mit 850 000 Infektionen ist Spanien das von der Pandemie am schwersten getroffene Land Westeuropas. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lag zuletzt bei 115. In der Region Madrid betrug dieser Wert sogar bei 230. Nur die Region Navarra hat in Spanien eine höhere sogenannte 14-Tage-Inzidenz.


09.10.2020: Corona-Übernachtungsverbot für Berliner in Brandenburg 

Berliner können in Brandenburg wegen des hohen Anstiegs der Zahl der Corona-Infektionen in der Hauptstadt nicht mehr in Hotels, Pensionen oder Ferienwohnungen im Umland übernachten. Für sie gelte ein Beherbergungsverbot, weil es mehr als 50 neue Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gebe, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag in Potsdam mit.

Das betreffe nicht die vielen Berufspendler sowie Tagesausflügler und Besucher. Auch wer einen negativen ärztlich attestierten Corona-Test hat, der höchstens 48 Stunden vor Anreise gemacht wurde, oder zwingend notwendig verreist etwa beruflich, darf übernachten - wenn man keine Covid-19-Symptome hat.

Tabu sind Übernachtungen in Brandenburg auch für Gäste aus Frankfurt/Main, Offenbach, der Freien Hansestadt Bremen, aus Hamm, Herne, Remscheid, Rosenheim sowie den Landkreisen Cloppenburg, Vechta und Wesermarsch in Niedersachsen und dem Kreis Esslingen in Baden-Württemberg. Berlin hatte den Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner nach sieben Tagen am Donnerstag mit fast 53 übertroffen.


09.10.2020: Berlins Bürgermeister schließt einschneidende Maßnahmen nicht aus

Noch deutlich weitergehende Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie als bisher sind aus Sicht von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller nicht auszuschließen. "Es ist die Aufgabe von Politik, alle Varianten zu durchdenken und dann natürlich auch auf Gefahren aufmerksam zu machen oder zu sagen, was man auf jeden Fall vermeiden will", so Müller am Freitag bei einer Pressekonferenz mit Vertretern der Berliner Charité.

Solche Entscheidungen fielen inzwischen auf Grundlage vielfältiger Informationen. Anders als zu Beginn der Pandemie im Frühjahr würden unterschiedlichste Faktoren berücksichtigt. "Es werden andere Dinge noch dazu kommen, Testverfahren, Testkapazitäten, Schnelltests. Alles das werden dann Komponenten sein, bei der Beurteilung, ob man tatsächlich zu einer ganz einschneidenden Maßnahme kommen muss oder nicht", sagte Müller 

Wie weit die bereits am Dienstag beschlossenen Maßnahmen wie die Sperrstunde ab 23 Uhr oder die Begrenzung von privaten Feiern in geschlossenen Räumen auf maximal 10 Personen wirkten, lasse sich erst in ein bis zwei Wochen sagen.


09.10.2020: Uni-Kliniken: Planbare Eingriffe müssen wieder verschoben werden

Die steigenden Corona-Zahlen zwingen die Berliner Charité dazu, planbare Eingriffe wie im Frühjahr wieder zu verschieben. "Wir müssen versuchen, die Intensivbetten für Covid-Patienten frei zu bekommen", sagte Vorstandsmitglied Ulrich Frei am Freitag in Berlin. Das sei keine leichte Aufgabe und führe zu schwierigen ethischen Fragen, etwa im Umgang mit Herz- und Tumorkranken. 

Ähnlich äußerte sich der Chef des Uni-Klinikums Frankfurt, Jürgen Graf. Der Spätsommer habe in der Pandemie ein Gefühl der falschen Sicherheit gebracht, weil die Neuinfektionen seltener zu Erkrankungen geführt hätten. Jetzt müssten wieder mehr Patienten stationär aufgenommen werden. "Die Uni-Kliniken sind mit Sicherheit Frühwarnsysteme für das, was auf das Gesundheitssystem zukommt", sagte Graf.

Auf den Intensivstationen liegen nach Freis Angaben noch viele Patienten, deren Eingriffe und Untersuchungen nach der ersten Corona-Welle vom Frühjahr nachgeholt wurden. Zugleich fehlten aber Pflegekräfte.


09.10.2020: Corona-Gleichung: AHA + A + L - 3G = Niedrige Ansteckungszahl

In der Corona-Pandemie geht es täglich um Zahlen. Passend dazu nannte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, am Donnerstag seine Formel für möglichst wenige Ansteckungen: Das einfachste seien die "AHA-Regeln" - Abstand, Hygiene, Alltagsmaske. Bei mehreren Menschen in geschlossenen Räumen müsse man zudem lüften. Deshalb heiße es jetzt "AHA+L-Regel".

"Und bei kühlerem Wetter", so Wielers Appell an die Bürger, "versuchen Sie, die drei Gs zu vermeiden: Die geschlossenen Räume, Gruppen und Gedränge, Gespräche in lebhafter Atmosphäre", was eigentlich vier Gs sind. Jedenfalls könnte so nach Wielers Ansicht die Gleichung aufgehen: "Wenn wir uns alle an diese Regeln halten, können wir Infektionen verhindern - nicht alle, aber einen großen Teil."

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) addierte am Donnerstag noch ein weiteres A hinzu: A für Corona-Warnapp. Das mache Sinn, sagte der Minister. Somit ergibt sich folgende Corona-Ansteckungs-Vermeidungs-Formel: AHA + A + L - 3G = möglichst niedrige Infektionszahl.


09.10.2020: Viele Corona-Infektionen: Siegburg schließt seine Schulen

Die Stadt Siegburg bei Bonn hat wegen hoher Corona-Infektionszahlen alle Schüler vorzeitig in die Ferien geschickt. Die Schulen blieben an diesem Freitag geschlossen, schrieb die Verwaltung am Donnerstag auf ihrer Homepage. Für die Schülerinnen und Schüler beginnen die Herbstferien damit einen Tag früher. Auch für die Kita-Betreuung gelten Einschränkungen. Zudem empfahl die Verwaltung den Bürgern, im gesamten Stadtgebiet auch draußen eine Maske zu tragen.

In Siegburg hatten sich in den vergangen sieben Tagen 69 Menschen pro 100.000 Einwohner angesteckt. 


09.10.2020: Auch Delmenhorst Corona-Risikogebiet - Schulen am Freitag geschlossen

Die Stadt Delmenhorst hat nach dem Überschreiten des kritischen Corona-Grenzwertes für Neuinfektionen für Freitag die Schließung aller Schulen angeordnet. Auch Delmenhorster Schülerinnen und Schüler, die eine Schule außerhalb des Stadtgebietes besuchten, dürften am Freitag nicht am Unterricht teilnehmen, hieß am Donnerstag in einer Mitteilung der Stadt. Am Montag beginnen in Niedersachsen die Herbstferien.

Die Stadt hatte am Donnerstag die Marke von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten.


09.10.2020: Corona-Ausbruch in kleiner Gemeinde bei München - nach Hochzeitsfeiern

In der kleinen Gemeinde Baierbrunn nahe München hat es einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. Zuletzt seien 20 Menschen aus zwei Großfamilien positiv getestet worden, rund 120 Menschen seien in Quarantäne. Der Ort zählt rund 3500 Einwohner. Die Grundschule, eine Kindertagesstätte und ein Hort seien geschlossen worden, sagte der Erste Bürgermeister Patrick Ott. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Als Grund für die vergleichsweise hohe Zahl an Infektionen vermutete Ott zwei Hochzeitsfeiern, zu denen die beiden Großfamilien zusammengekommen waren. Weil deren Kinder auf die Einrichtungen in der Gemeinde verteilt seien, verbreite sich das Virus vor allem dort.


09.10.2020: Alarmstufe Rot in Esslingen - Landkreis verkündet Maskenpflicht 

Mit verschärften Auflagen will der Kreis Esslingen gegen die stark ansteigenden Corona-Infektionen in der Region ankämpfen und eine Eskalation der Lage noch abwenden. Ab Freitag müssen im ersten baden-württembergischen Corona-"Hotspot" auf öffentlichen Plätzen wie in der Fußgängerzone oder auf Wochenmärkten Masken getragen werden, wenn kein ausreichender Abstand eingehalten werden kann.

Das verkündete Landrat Heinz Eininger am Donnerstag auf einer spontan anberaumten Pressekonferenz in Esslingen. Außerdem sind private Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen nur noch erlaubt, wenn höchstens noch 25 Menschen teilnehmen. In privaten Räumen dürfen nicht mehr als zehn Menschen zusammenkommen. 


09.10.2020: Mecklenburg-Vorpommern erlaubt Arbeit in Risikogebiet - Urlaub nicht

Wegen der stark gestiegenen Corona-Zahlen unter anderem in Berlin hat die Landesregierung in Schwerin im Eilverfahren die Corona-Regelungen für Mecklenburg-Vorpommern geändert. Demnach dürfen diejenigen, die in Regionen arbeiten, die zum Risikogebiet erklärt wurden, dort weiter ohne Einschränkung tätig sein. Das teilte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) am Donnerstagabend nach einer kurzfristig anberaumten außerordentlichen Kabinettssitzung mit. Einkaufsfahrten und touristische Besuche in Risiko-Gebieten fallen aber nicht unter die Neuregelungen. Solche Reisen zögen weiterhin eine 14-tägige Quarantäne nach sich, sagte Caffier. 

Die vergleichsweise strikten Einreisebeschränkungen für Touristen nach Mecklenburg-Vorpommern wurden nicht gelockert. Die neuen Regelungen wurden unverzüglich wirksam.


09.10.2020: Neue Corona-Verordnung gilt in Niedersachsen - Privattreffen nun reglementiert

Mit der seit Freitag gültigen neuen Corona-Verordnung werden in Niedersachsen zum ersten Mal seit der Pandemie auch Treffen im Privaten beschränkt. Auch bei Zusammenkünften in der Gastronomie und öffentlichen Veranstaltungen gibt es Änderungen.

PRIVATE FEIERN: Drinnen dürfen sich nur bis zu 25 Menschen treffen, draußen auf privatem Gelände bis zu 50. Je nach Infektionsgeschehen können die Obergrenzen in den Landkreisen und kreisfreien Städten aber auch niedriger ausfallen. Steigt die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche über 35, dürfen sich nur noch bis zu 25 Menschen treffen - egal ob innen oder außen. Bei mehr als 50 Neuinfektionen sind nur noch bis zu zehn Menschen auf privatem Grund erlaubt. Auch ein Zelt im Garten gilt als geschlossener Raum, wie eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums betonte.

In allen Szenarien gelten zudem die Vorgaben zum Abstandhalten und Tragen des Mund-Nasen-Schutzes. Diese gelten nur bei Gruppen von maximal zehn Menschen nicht - bei Angehörigen oder Mitgliedern zweier Haushalte kann die Zahl sogar größer sein. 

PRIVATE TREFFEN IM ÖFFENTLICHEN RAUM: Für private Treffen in öffentlichen Räumen - etwa in der Gastronomie - gelten andere Regeln.

Dort sind bis zu 100 Teilnehmer erlaubt. Diese Obergrenze könnte den Richtwerten für die Neuinfektionen entsprechend zunächst auf 50 und dann auf 25 Gäste gesenkt werden. Während Zusammenkünften und Feiern, an denen mehr als 50 Personen teilnehmen, dürfen ab 18.00 Uhr reine Spirituosen und ab 22.00 Uhr gar kein Alkohol angeboten oder konsumiert werden.

ÖFFENTLICHE VERANSTALTUNGEN: Veranstaltungen wie Messen, Kongresse oder auch Weihnachtsmärkte, an denen das Publikum mindestens zeitweise steht, bedürfen unabhängig von der Zahl der Teilnehmer der vorherigen Zulassung. Es müssen Hygienekonzepte und Abstandsregelungen eingehalten werden. Darüber hinaus müssen die Infektionszahlen in den nächsten Wochen stabil bleiben. 


09.10.2020: Mehr als 4500 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen 4516 neue Corona-Infektionen gemeldet. Von Mittwoch auf Donnerstag war der Wert von 2828 auf 4058 erheblich angestiegen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 314.660 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 9.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9589. Das waren 11 mehr als am Vortag. Rund 271.800 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten zeichnet sich ein deutlicher Anstieg ab. Laut aktuellem RKI-Lagebericht wurden am Donnerstag 487 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 239 davon wurden beatmet. Eine Woche zuvor (1.10.) hatte der Wert noch bei 362 (193 beatmet) gelegen, in der Woche davor (24.9.) bei 296 (166 beatmet). Rund 8500 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei. 

Auch die Rate der positiven Tests stieg zuletzt nach RKI-Daten stark an und lag in der 40. Kalenderwoche (28.9.- 2.10.) bei 1,64 Prozent. In der Woche zuvor waren es 1,22 und davor 1,16 Prozent. Die Anzahl der Tests sank dagegen leicht auf rund 1,096 Millionen in der 40. Woche. Zuvor waren es rund 1,168 Millionen gewesen. 

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Donnerstag bei 1,17 (Vortag: 1,10). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,22 (Vortag: 1,11). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


08.10.2020: Ganz Berlin überschreitet Grenzwert

Eine der zentralen Kennzahlen zur Beurteilung der Corona-Lage ist in Berlin über den als problematisch definierten Wert von 50 gestiegen. Pro 100 000 Einwohner sind in den vergangenen sieben Tagen in der Hauptstadt 52,8 Neuinfektionen gemeldet worden, wie aus dem Lagebericht der Senatsgesundheitsverwaltung vom Donnerstag hervorgeht. In Hinblick auf mögliche Maßnahmen des Senats ist in Berlin allerdings ein eigenes Frühwarnsystem entscheidend


08.10.2020: EU sichert sich Corona-Impfstoff und weitere Dosen Remdesivir

Im Kampf gegen Corona hat sich die EU-Kommission Bezugsrechte für einen weiteren künftigen Impfstoff und für zusätzliche Dosen des Anti-Viren-Medikaments Remdesivir gesichert.

Mit der belgischen Tochter des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson schloss die EU-Behörde Verträge über die mögliche Lieferung von Impfstoff für 200 Millionen Menschen. Vorgesehen ist zudem eine Option für weitere 200 Millionen Personen, wie die Brüsseler Behörde am Donnerstag mitteilte. Zudem steht nun der angekündigte Vertrag mit dem US-Hersteller Gilead über bis zu eine halbe Million weitere Dosen Remdesivir für die EU-Staaten und weitere europäische Länder.

Bei Impfstoffen, die derzeit noch entwickelt werden, hat die Kommission schon ähnliche Verträge mit AstraZeneca und Sanofi-GSK geschlossen, die ebenfalls aussichtsreiche Kandidaten testen. Bisher ist aber noch keiner dieser Stoffe zugelassen. Ein Kommissionssprecher wollte keine Prognose abgeben, wann die Mittel auf den Markt kommen. Man arbeite daran, so schnell wie möglich einen sicheren Impfstoff von hoher Qualität verfügbar zu haben, sagte er.


08.10.2020: Spanische Justiz kippt Corona-Abriegelung der Hauptstadt Madrid 

In Spanien ist die umstrittene Zwangsabriegelung des Corona-Hotspots Madrid durch die Zentralregierung von der Justiz gekippt worden. Die Anordnung des Gesundheitsministeriums beschränke in unrechtmäßiger Form Grundrechte und -freiheiten, entschied das Oberlandesgericht der Region Madrid am Donnerstag. Die zweiwöchige Absperrung der spanischen Hauptstadt und von neun weiteren Gemeinden im Großraum Madrid war am Freitagabend vergangener Woche in Kraft getreten.


08.10.2020: Corona-Infektionskennziffer auch in Aachen über 50

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in einer Woche ist auch in Aachen über die entscheidende Schwelle von 50 gestiegen. In der rund 257.000 Einwohner zählenden Großstadt liege die Kennziffer aktuell bei 50,2. 138 aktive Fälle seien zu verzeichnen, teilte der gemeinsame Krisenstab von Stadt und Städteregion Aachen am Donnerstagvormittag mit.

Damit träten zahlreiche Maßnahmen in Kraft: Feiern mit mehr als 25 Teilnehmern sind genehmigungspflichtig. Die Gästezahl darf 50 nicht überschreiten. Zuvor hatte bereits Hagen und Wuppertal die kritische Grenze überschritten. Für die gesamte Städteregion Aachen einschließlich umliegender Städte wie Eschweiler, Monschau, Stolberg und Würselen beträgt die Sieben-Tage-Kennzahl 38,1.


08.10.2020: Österreich hat mehr neue Corona-Fälle an einem Tag als je zuvor

Die Zahl neu gemeldeter Corona-Fälle in Österreich hat erstmals die Spitzenwerte aus der Hochphase der Pandemie im Frühjahr überstiegen. Behörden zählten am Donnerstag 1209 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, 613 davon allein in Wien. Acht neue Todesfälle wurden seit dem Vortag gemeldet. Im Krankenhaus liegen 506 Covid-19-Patienten, 107 davon auf der Intensivstation.

Die Zahlen seien mit dem Frühjahr nicht vergleichbar, weil mehr getestet werde, betonte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Donnerstag am Rande einer Pressekonferenz in Wien. Er nannte die Situation dennoch schwierig. Etwa 10.000 Menschen galten am Donnerstag österreichweit als aktiv erkrankt, mehr als doppelt so viele wie vor einem Monat.

Die Corona-Ampel zur Bewertung der Lage innerhalb Österreichs könnte einem Medienbericht zufolge am Freitag erstmals für einige Bezirke die höchste Warnstufe rot zeigen. Anschober sagte, er wolle der am Donnerstag beratenden Experten-Kommission zur Ampel nicht vorgreifen. Die Corona-Ampel bewertet neben den Infektionszahlen der vergangenen sieben Tage auch Faktoren wie das Alter der Erkrankten, die Krankenhauskapazitäten und die Nachverfolgbarkeit der Ansteckungen.


08.10.2020: Kanzleramtschef Braun sieht klassischen Beginn einer zweiten Welle

Der Chef des Bundeskanzleramtes, Helge Braun (CDU), sieht wegen der vielerorts steigenden Corona-Infektionszahlen den Beginn einer sogenannten zweiten Welle. Man sehe in einigen Großstädten nicht nur, dass der wichtige 50er-Grenzwert überschritten werde, sondern auch, dass die Zahlen sehr schnell anstiegen. "Das heißt, dass die Kontaktnachverfolgung in den Gesundheitsämtern möglicherweise an einigen Stellen nicht mehr funktioniert, und das ist der klassische Beginn einer zweiten Welle", sagte Braun am Donnerstag im "Frühstart" von RTL/ntv.

Über diese Regionen müsse man die Kontrolle zurückgewinnen. Dabei müsse auch wieder über Kontaktbeschränkungen nachgedacht werden. Gerade mit Großstädten wie Berlin oder Bremen sei man "intensiv im Gespräch". Mit Blick auf am Mittwoch beschlossene Reisebeschränkungen sprach Braun von einer schwierigen Phase. Dies sei das "mildeste und einfachste Mittel".

Die Bundesländer hatten mehrheitlich beschlossen, dass innerdeutsche Urlauber aus Risikogebieten nur dann beherbergt werden dürfen, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorweisen können. Greifen soll dies für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen. Fünf Länder gaben zu dem Beschluss aber abweichende Erklärungen ab. Am Donnerstagmorgen meldete das Robert Koch-Institut mehr als 4000 festgestellte Neuinfektionen.


08.10.2020: Infektiologin warnt vor neuen Engpässen in deutschen Krankenhäusern

An Deutschlands Krankenhäusern steigt angesichts der immer zahlreicheren Coronainfektionen aus Expertenansicht die Gefahr von Engpässen. "Wir bereiten uns darauf vor, auf eine neue Welle an Patienten, die schwer erkrankt sind", sagte die Leiterin der Abteilung Infektiologie des Uniklinikums Gießen, Susanne Herold, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag in Berlin. Derzeit würden 470 Covid-19-Patienten in Deutschland auf Intensivstationen behandelt.

Die Ärzte erwarteten einen deutlichen Anstieg dieser Zahl. Denn die Mediziner befürchteten, dass die Infektionszahlen insgesamt auch in der nächsten Zeit deutlich ansteigen, sagte Herold. Allein bis Donnerstag war die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland sprunghaft auf mehr als 4000 binnen eines Tages angestiegen.

Die Experten betonten zwar, dass die leichten Verläufe überwiegen. Herold sagte aber auch: "Wir bereiten uns vor auf eine neue Welle an Patienten, die schwer erkrankt sind." Für die Kliniken gelte: Räume für neue Patienten müssten geschaffen werden. Vielleicht müssten elektive Operationen, also Eingriffe, die nicht so dringend sind, möglicherweise auch wieder abgesagt werden. Herold hofft nach ihren eigenen Worten, dass die Menschen die Corona-Gefahr ernst nehmen, "so dass wir nicht in diese Situation kommen".

Herold erläutere ferner, dass im Vergleich zu Beginn der Pandemie mehrere wirksame Therapiemöglichkeiten hinzugekommen seien, die den Krankheitsverlauf abmildern könnten. Denn man wisse mehr über die Krankheit - etwa dass es auch zu Infektionen der Gefäße kommen könne. Also kämen nun auch verstärkt Gerinnungshemmer zum Einsatz. Herold nannte auch das Mittel Remdesivir als in Deutschland eingesetzte Therapie. Es war auch bei US-Präsident Donald Trump eingesetzt worden.


08.10.2020: Niedersachsen will doch Beherbungsverbot für Risiko-Urlauber

Niedersachsen will nun doch ein Beherbungsverbot für Urlauber aus Corona-Risikogebieten. Eine entsprechende Landesverordnung werde auf den Weg gebracht, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Donnerstag im Landtag in Hannover. Man habe sich darüber innerhalb der Landesregierung abgestimmt. Viele andere Bundesländer wollen auch keine Touristen aus Corona-Risikogebieten mehr in ihren Hotels und Ferienwohnungen übernachten lassen. Darauf hatten sie sich am Mittwoch bei einer Schaltkonferenz der Chefs der Staatskanzleien der Länder mit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) verständigt. Niedersachsen hatte sich dem zunächst nicht angeschlossen.  

Greifen soll dies für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen. Maßgeblich sei das Datum der Einreise nach Niedersachsen, sagte Weil. Es solle vermieden werden, dass kurzfristig Aufenthalte abgebrochen werden müssen. Zudem könnten Touristen mit einem negativen Corona-Test doch in Niedersachsen Urlaub machen.


08.10.2020: RKI-Chef "beunruhigt" über Corona-Lage

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat sich angesichts der Entwicklung der Corona-Zahlen in Deutschland besorgt geäußert. "Die aktuelle Situation beunruhigt mich sehr", sagte er am Donnerstag in Berlin. "Wir wissen nicht, wie sich die Lage in Deutschland in den nächsten Wochen entwickeln wird. Es ist möglich, dass wir mehr als 10 000 neue Fälle pro Tag sehen. Es ist möglich, dass sich das Virus unkontrolliert verbreitet."

Er hoffe, dass die Infektionen auf einem Level gehalten werden, mit dem man umgehen könne, sagte Wieler. "Unser Ziel ist, so wenig wie möglich Infektionen zuzulassen." Nur dann werde das Gesundheitssystem nicht überlastet, und nur dann verhindere man viele schwere Verläufe und Todesfälle.

Nach Einschätzung des RKI-Chefs ist Deutschland bisher wegen der Schutzmaßnahmen gut durch die Krise gekommen. "Es sind nicht so viele Menschen erkrankt und gestorben, weil wir gemeinsam Maßnahmen ergriffen haben und uns daran gehalten haben." Er rief dazu auf, weiter die Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten. So könne man einen großen Teil der Infektionen verhindern.


08.10.2020: Spahn: Anstieg der Infektionszahlen besorgniserregend 

Angesichts des deutlichen Anstiegs bei der Zahl neuer Corona-Infektionen in Deutschland hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Menschen gemahnt, sich nicht für unverletzlich zu halten. Die Zahlen seien besorgniserregend, sagte Spahn am Donnerstag in Berlin. Dies gelte besonders für die aktuelle, sprunghafte Steigerung auf mehr als 4000 Neuinfektionen binnen eines Tages. "Sie besorgen mich sehr", sagte Spahn.

Es gelte zu verhindern, dass die Zahlen insgesamt wieder exponentiell steigen und es zu einem Moment komme, "wo wir die Kontrolle verlieren", sagte der Minister. "Da sind wir noch nicht." Um die Entwicklung im Griff zu halten, gehe es um die richtige Balance aus Zuversicht wegen der bisher gut gemeisterten Krise, aber auch aus Wachsamkeit und Achtsamkeit. Es komme weiterhin auf Abstand, Hygieneregeln und Masken an - nun in der kalten Jahreszeit ergänzt um Lüften und ein möglichst breites Nutzen der Corona-Warn-App. Es gebe inzwischen mehr Wissen und Instrumente für den Kampf gegen das Virus.

"Es liegt an uns allen, ob wir es schaffen", sagte Spahn. "Wenn 80 Millionen mitmachen, sinken die Chancen des Virus gewaltig." Diese Pandemie sei auch "ein Charaktertest für uns als Gesellschaft", der nur gemeinsam zu bestehen sei.

Derzeit steckten sich vor allem jüngere Menschen an - aber nicht nur. Gerade die Jüngeren hielten sich oft für unverletzlich. "Das sind sie aber nicht", betonte Spahn. Bei Covid-19 handele es sich weiterhin um eine ernsthafte Erkrankung. Die Zahlen an Todesfällen und Intensivpatienten seien aber derzeit vergleichsweise niedrig.


08.10.2020: Infektionskennziffer auch in Hagen und Wuppertal über 50 

Auch in Hagen und Wuppertal ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in einer Woche über die entscheidende Schwelle von 50 gestiegen. Nach der jüngsten Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) betrug am Donnerstag der Wert im etwa 190 000 Einwohner zählenden Hagen 56,2. Die über 360 000 Einwohner zählende Stadt Wuppertal teilte zudem auf ihrer Internetseite mit, dass mit Stand Mittwochabend der Wert von 50 überschritten wurde.


08.10.2020: Deutschland-Urlaub für Bürger aus Risikogebieten wird schwierig 

Bei Urlaubsreisen innerhalb Deutschlands müssen sich Bürger aus Orten mit sehr hohen Corona-Infektionszahlen im Herbst auf erhebliche Schwierigkeiten gefasst machen. Die Länder beschlossen am Mittwoch mehrheitlich, dass solche Reisenden nur dann beherbergt werden dürfen, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test haben. Das wurde am Mittwoch nach einer Schaltkonferenz der Staatskanzleichefs der Länder mit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) mitgeteilt. Greifen soll dies für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen.

Fünf Länder gaben zu dem Beschluss aber abweichende Erklärungen ab. Berlin und Thüringen machten deutlich, dass sie ein Beherbungsverbot nicht mittragen wollen. Niedersachsen und Bremen wollen das prüfen. Mecklenburg-Vorpommern will bei strengeren Qurantäneregeln bleiben.


08.10.2020: Schlachthof in Sögel wird geschlossen - 112 Corona-Fälle

Der Schlachthof Weidemark im emsländischen Sögel wird wegen Dutzender Corona-Fälle vorübergehend geschlossen. Inzwischen seien 112 Beschäftigte des Fleischbetriebs mit dem Coronavirus infiziert, teilte der Landkreis Emsland am Mittwoch mit. Die Schlachtung ende am Freitag, bis Sonntag werde noch zerlegt, danach werde der Betrieb mit rund 2000 Mitarbeitern voraussichtlich 22 Tage dicht sein. 

Auch in einem Schlachthof in Emstek (Landkreis Cloppenburg) stieg die Zahl der Infizierten. Es seien bei Tests unter Mitarbeitern in den vergangenen Tagen insgesamt 63 Fälle bekanntgeworden, teilte Landrat Johann Wimberg (CDU) mit. Der Schwerpunkt der Infektionen sei im Bereich der Grobzerlegung festgestellt worden. Mitarbeiter im Bereich der Schlachtung seien hingegen kaum betroffen. Der Betrieb in dem zum Vion-Konzern gehörenden Schlachthof solle zunächst eingeschränkt, aber nicht komplett heruntergefahren werden.


08.10.2020: Bundesregierung stuft Rumänien und Tunesien als Risikogebiete ein

Die Bundesregierung hat ganz Rumänien, Tunesien, Georgien und Jordanien sowie einzelne Regionen in sieben EU-Ländern zu Corona-Risikogebieten erklärt. Das Robert Koch-Institut aktualisierte seine Risikoliste am Mittwochabend entsprechend. Darauf sind jetzt auch alle fünf niederländischen Provinzen zu finden, die an Deutschland grenzen. Als letzte kam am Mittwoch Limburg hinzu, Zeeland an der Nordseeküste ist die einzige der zwölf niederländischen Provinzen, die noch kein Risikogebiet ist.

Erstmals wurden Teile der Slowakei zu Risikogebieten erklärt. In Slowenien kam unter anderem die Hauptstadt Ljubljana hinzu, außerdem Regionen in Kroatien, Ungarn, Litauen und Bulgarien. Das Auswärtige Amt sprach für alle diese Gebiete auch eine Reisewarnung aus.

Es wurden aber auch zwei Regionen wieder von der Risikoliste gestrichen: Die auch bei deutschen Urlaubern beliebte Insel Korsika und eine Region in Kroatien


08.10.2020: Kritische Corona-Marke überschritten - was passiert in Esslingen

Nach dem Überschreiten einer kritischen Marke für Corona-Neuinfektionen berät der Kreis Esslingen am Donnerstag über konkrete Maßnahmen gegen die weitere Verbreitung des Virus. Der Kreis hatte am Vortag als erste Region im Südwesten mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gezählt - und gilt damit offiziell als innerdeutscher "Hotspot". Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 52,3. Damit gehen schärfere Maßnahmen zum Infektionsschutz einher - welche genau der Landkreis nun ergreift, blieb zunächst offen.

Bereits am Montag hatte der Kreis private Feiern und Zusammenkünfte eingeschränkt, nachdem die Vorwarnstufe von mehr als 35 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten worden war. Auch Stuttgart (38,4), Mannheim (37,3) und der Stadtkreis Heilbronn (35,5) liegen inzwischen über der kritischen Marke von 35 Neuinfektionen. Rathäuser und Landratsämter sind deshalb zu neuen Einschränkungen gezwungen.


08.10.2020: Corona-Neuinfektionen in Deutschland steigen sprunghaft auf über 4000

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist sprunghaft auf mehr als 4000 binnen eines Tages angestiegen. Die Gesundheitsämter meldeten 4058 neue Corona-Infektionen innerhalb der vorangegangenen 24 Stunden, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag mitteilte. Das sind über 1200 mehr als am Mittwoch, als mit 2828 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit April gemeldet worden war. Ein höherer als der nun gemeldete Wert war zuletzt in der ersten Aprilwoche erreicht worden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des RKI mindestens 310.144 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 8.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9578. Das sind 16 mehr als am Vortag. Rund 269.600 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Rate der positiven Tests stieg stark an und lag in der 40. Kalenderwoche (28.9.- 2.10.) bei 1,64 Prozent. In der Woche zuvor waren es 1,22 und davor 1,16 Prozent gewesen.

Als Reaktion auf die steigenden Fallzahlen hatten die Bundesländer am Mittwoch mehrheitlich beschlossen, dass innerdeutsche Urlauber aus Risikogebieten nur dann beherbergt werden dürfen, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorweisen können. Greifen soll dies für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen.

Fünf Länder gaben zu dem Beschluss aber abweichende Erklärungen ab. Thüringen machte deutlich, dass es ein Beherbergungsverbot nicht mittragen wolle, Berlin will zumindest nicht sofort einsteigen. Niedersachsen und Bremen wollen prüfen. Mecklenburg-Vorpommern will bei noch strengeren Quarantäneregeln bleiben.

Bürger aus Orten mit sehr hohen Corona-Infektionszahlen müssen sich im Herbst also bei Urlaubsreisen innerhalb Deutschlands auf erhebliche Schwierigkeiten gefasst machen. Doch auch Reisen ins Ausland sind alles andere als einfach. Nach einer Aktualisierung der Liste mit Corona-Risikogebieten bleiben unter dem Strich nur noch wenige Länder übrig, für die weder vor Reisen gewarnt noch von ihnen abgeraten wird. Dazu zählen die beliebten Urlaubsländer Italien, Griechenland, Zypern und Malta.


07.10.2020: Corona-Ausbruch in Freudentaler Heim für Demenzkranke

In einem Pflegeheim in Freudental (Kreis Ludwigsburg) haben sich 24 von 29 Bewohnern mit dem Coronavirus angesteckt. Außerdem sind sieben Mitarbeiter der Einrichtung infiziert, wie Geschäftsführerin Andrea Nisi-Binder am Mittwoch mitteilte. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.


07.10.2020: Söder kündigt Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots an

Urlauber aus innerdeutschen Corona-Hotspots ohne negativen Corona-Test dürfen von diesem Donnerstag an nicht mehr in bayerischen Hotels und Gaststätten übernachten. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch in München an. Das sogenannte Beherbergungsverbot soll demnach für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen.

Die genauen Gebiete müssen allerdings noch vom bayerischen Gesundheitsministerium benannt werden. Söder erklärte, diese bedeute "eine Testpflicht de facto für Urlauber, die aus Risikogebieten nach Bayern kommen". Denn wer einen aktuellen, negativen Corona-Test vorweisen kann, darf auch weiterhin in Hotels in Bayern übernachten.


07.10.2020: Weitere infizierte Schlachthof-Mitarbeiter in München

Auf einem Schlachthof in München haben sich weitere Arbeiter mit dem Coronavirus angesteckt. Bei einem dritten Reihentest seien acht Beschäftigte positiv getestet worden, teilte die Stadt München am Mittwoch mit. Damit sind es nun insgesamt 20 Mitarbeiter, die sich mit Corona angesteckt haben. Hinzu kommen fünf infizierte Kontaktpersonen. Die Infizierten und ihre nächsten Kontaktpersonen müssen für 14 Tage in Quarantäne, wie es in der Mitteilung heißt. 119 Arbeiter seien negativ getestet worden. 

Nach Bekanntwerden der ersten Fälle Ende September seien "umgehend" die Hygienemaßnahmen des Betriebes in der Innenstadt kontrolliert worden sowie in den Unterkünften. Dabei habe es keine Beanstandungen gegeben. 


07.10.2020: Nach Party in Gnarrenburg bisher 20 bestätigte Corona-Infektionen

Nach einer privaten Feier in Gnarrenburg im Landkreis Rotenburg sind bisher 20 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Wir gehen davon aus, dass in den kommenden Tagen noch mehr dazukommen", sagte eine Sprecherin des Landkreises am Mittwoch. Bei den positiv Getesteten handele es sich sowohl um Gäste der Feier als auch um deren Kontaktpersonen. 

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte am Donnerstag noch vor den Risiken solcher privaten Feiern gewarnt: "Es gibt nicht wenige Beispiele dafür, dass bei solchen Zusammenkünften und auch in größerer Zahl kein Abstand, keine Maske, keine Hygieneregeln beachtet werden." Von Freitag an gilt in Niedersachsen eine überarbeitete Coronaregelung. Darin werde vor allem darauf eingegangen, dass private Partys zu einem großen Infektionsrisiko geworden sind. 


07.10.2020: Corona: Cafés und Bars in Brüssel müssen für einen Monat schließen

Wegen sehr hoher Corona-Zahlen müssen Cafés und Bars in der belgischen Hauptstadt Brüssel erneut schließen. Dies entschieden die Bürgermeister der 19 Brüsseler Kommunen am Mittwoch, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Die Vorgaben gelten demnach von diesem Donnerstag an für einen Monat. Restaurants dürfen offen bleiben. Schon zu Beginn der Corona-Krise war das Gastgewerbe in Belgien monatelang dicht. 

Bereits am Dienstag waren die Corona-Regeln für das gesamte Land verschärft worden. So sollen die Bürger von Freitag an pro Monat nur noch mit drei Personen außerhalb der Familie engen Kontakt pflegen. Im Café dürfen nur noch vier Leute zusammensitzen. Um 23.00 Uhr ist Sperrstunde. Arbeit von zuhause aus wird dringend empfohlen.


07.10.2020: Erneut Corona-Infektionen von Schlachthof-Mitarbeitern

Erneut hat es in einem großen Schlachthof in Niedersachsen eine größere Zahl von Corona-Infektionen gegeben. In dem Betrieb in Emstek (Landkreis Cloppenburg) seien bei Tests unter Mitarbeitern in den vergangenen Tagen insgesamt 63 Fälle bekannt geworden, teilte Landrat Johann Wimberg (CDU) am Mittwoch mit. Der Schwerpunkt der Infektionen sei im Bereich der Grobzerlegung festgestellt worden. Mitarbeiter im Bereich der Schlachtung seien hingegen kaum betroffen. Der Betrieb in dem zum Vion-Konzern gehörende Schlachthof solle zunächst eingeschränkt, aber nicht komplett heruntergefahren werden.

Ob das öffentliche und private Leben wegen der Neuinfektionen flächendeckend im Landkreis eingeschränkt werden muss, stehe noch nicht fest, sagte Wimberg. "Ad hoc sehen wir das nicht." Das Infektionsgeschehen sei bislang auf den Bereich des Schlachthofes eingrenzbar. Er rechne aber damit, dass die Zahl von Neuinfektionen wieder die kritische Marke von 50 Fällen auf 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen überschreiten werde.


07.10.2020: Corona-Neuinfektionen in Tschechien überschreiten 4000er-Marke

In Tschechien spitzt sich die Corona-Lage immer weiter zu. Das EU-Land verzeichnete einen neuen Rekord bei den täglichen Neuinfektionen. Am Dienstag kamen 4457 bestätigte Fälle hinzu, wie am Mittwoch aus Behördendaten hervorging. 794 Menschen starben in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. "Wir sind in der Phase eines relativ intensiven Anstiegs", sagte Gesundheitsminister Roman Prymula nach Angaben der Agentur CTK. Der 56-Jährige kündigte an, dass er am Freitag radikalere Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus bekanntgeben werde. Zudem wolle er dem Kabinett vorschlagen, Medizinstudenten zum Einsatz in den Krankenhäusern zu verpflichten.

Im europaweiten Vergleich ist Tschechien mittlerweile trauriger Spitzenreiter bei den Neuerkrankungen. Nach den letzten Daten der EU-Behörde ECDC steckten sich innerhalb von 14 Tagen im Schnitt 326,8 Personen je 100 000 Einwohner mit dem Virus an. Für Spanien lag der Wert bei 302,4 und für Deutschland bei 35,1.


07.10.2020: Spanien meldet höchste Zahl an Corona-Todesopfern seit April

In Spanien sind innerhalb von 24 Stunden so viele Todesfälle nach einer Infektion mit dem Corona-Virus erfasst worden wie seit fünfeinhalb Monaten nicht mehr. Innerhalb eines einzigen Tages seien aus den verschiedenen Regionen insgesamt 261 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstagabend in Madrid mit. Das ist der höchste Wert seit dem 25. April. Damals wurden 280 Todesopfer gezählt.

Die höchste Opferzahl der vergangenen Monate war am 22. September mit 112 angegeben worden. Ein Ministeriumssprecher betonte, der starke Anstieg vom Dienstag sei mutmaßlich auf Verzögerungen bei den Meldungen aus den Regionen zurückzuführen. Einschließlich nachgemeldeter Fälle wurden am Dienstag knapp 12.000 Neuinfektionen verzeichnet. Die Gesamtzahl der Ansteckungen kletterte damit auf mehr als 825.000. Bei der Gesamtzahl der Todesopfer (32.486) liegt Spanien allerdings hinter Großbritannien und Italien.

Besonders große Sorgen bereitet weiterhin Madrid. Auf die Region um die Hauptstadt entfielen wieder mehr als 40 Prozent aller Neuinfektionen. Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz - die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner - lag dort bei 293. 


07.10.2020: Strengere Beschränkungen in Berlin

Die Berlinerinnen und Berliner müssen sich auf verschärfte Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie einstellen. So gelten ab Samstag eine nächtliche Sperrstunde und strengere Kontaktverbote für drinnen und draußen, wie der Senat am Dienstag beschlossen hat.

Die meisten Geschäfte sowie alle Restaurants und Bars müssen von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr schließen. Im Freien dürfen sich von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr nur noch fünf Personen oder Menschen aus zwei Haushalten versammeln. An privaten Feiern in geschlossenen Räumen dürfen nur noch maximal 10 statt bisher 25 Personen teilnehmen. Die neuen Regeln sind zunächst bis Ende Oktober befristet.


07.10.2020: Nächster Trump-Vertrauter infiziert - Top-Militärs in Quarantäne

Nach der Corona-Diagnose von Donald Trump greift das Virus in der US-Regierung um sich. Ein weiterer enger Berater des Präsidenten, Stephen Miller, wurde am Dienstag positiv getestet. "Es ist offensichtlich, dass es einen Ausbruch im Weißen Haus gab", räumte Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany ein.

Ranghohe Generäle, darunter Generalstabschef Mark Milley, arbeiten laut Medienberichten von zuhause aus, weil sie bei einer Besprechung dem Coronavirus ausgesetzt gewesen sein könnten. Der an Covid-19 erkrankte Präsident hat nach eigenen Angaben keine Symptome mehr, zugleich hält sich das Weiße Haus aber mit Details über seinen Gesundheitszustand zurück.


07.10.2020: Mehr als 2800 Corona-Neuinfektionen - neuer Höchstwert seit April 

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat wieder einen neuen Höchstwert seit der zweiten Aprilhälfte erreicht. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 2828 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen bekanntgab. 

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des RKI mindestens 306.086 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 7.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9562. Das sind 16 mehr als am Vortag. Rund 267.700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Dienstag bei 1,15 (Vortag: 1,21). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,08 (Vortag: ebenfalls 1,08). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


06.10.2020: Frankfurt verhängt Alkoholverbot auf Plätzen und Sperrstunde

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen in Frankfurt hat der Verwaltungsstab der Stadt eine Reihe von Einschränkungen beschlossen. Voraussichtlich von Freitag an und bis Ende kommender Woche werde für Gaststätten eine Sperrstunde in der Zeit von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr eingeführt, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) am Dienstag nach der Sitzung des Krisenstabs. Im öffentlichen Raum - auf Plätzen, Straßen und Grünflächen - werde Alkoholkonsum verboten. In Einkaufspassagen und großen Einkaufsstraßen wie der Zeil werde eine Maskenpflicht eingeführt.

Welche Straßen und Bereiche betroffen sein werden, soll voraussichtlich am Mittwoch mit Experten abgegrenzt werden, sagte Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne). Er rechnete damit, dass schon in den nächsten Tagen die Zahl von 50 Infizierten je 100.000 Einwohnern an sieben aufeinanderfolgenden Tagen überschritten werden könnte. Das entspricht der Warnstufe Rot des Eskalationskonzepts des Landes. Am Dienstagvormittag betrug diese sogenannte 7-Tage-Inzidenz in Frankfurt 46,5 Fälle.


06.10.2020: Brandenburg führt Corona-Maskenpflicht in Büros bei Grenzwert ein

Brandenburg verschärft seine Corona-Regeln angesichts steigender Ansteckungen - vor allem auch im Nachbarland Berlin. Ab Sonntag gilt eine Maskenpflicht nicht nur in öffentlichen Bussen und Bahnen und im Einzelhandel, sondern auch in Bürogebäuden, aber erst ab einem bestimmten regionalen Grenzwert für neue Infektionen. Das kündigte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Dienstag in Potsdam an. Auch Obergrenzen für private Feiern werden verschärft.

Wenn es in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt mehr als 35 neue Ansteckungen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gibt, soll Mund-Nasen-Schutz in Büro- und Verwaltungsgebäuden gelten, wenn man nicht am festen Platz ist und der Mindestabstand von 1,50 Metern nicht eingehalten werden kann. 


06.10.2020: Maske am Tisch und Kontaktliste - Neue Regeln in Pariser Restaurants

Im Kampf gegen das Coronavirus gelten in Pariser Restaurants ab sofort strengere Hygieneregeln. Seit Dienstag müssen Restaurants die Kontaktdaten ihrer Gäste ähnlich wie in Deutschland sammeln. Gastronomen müssen diese Informationen den Gesundheitsbehörden übermitteln, wie es im neuen Regelwerk Gesundheitsministeriums heißt. Die Daten würden nach 14 Tagen vernichtet. Die Regeln schreiben außerdem vor, dass Gäste bis zum ersten Gang und zwischen den Mahlzeiten ihre Maske tragen müssen. An den Tischen sind maximal sechs Personen erlaubt.

Das Hygieneprotokoll schreibt außerdem vor, dass Rechnungen am Tisch und nicht am Tresen beglichen werden. Es ist weiterhin verboten, innerhalb oder außerhalb des Restaurants im Stehen Getränke zu konsumieren. Wegen der sehr ernsten Corona-Lage hatte Frankreichs Regierung die "maximale Alarmstufe" in der französischen Hauptstadt und den inneren Vorstädten ausgerufen.

Seit Dienstag haben dort daher zunächst für zwei Wochen Bars und Cafés geschlossen, es gelten weitere Einschränkungen. So sind Schwimm- oder Turnhallen weitestgehend geschlossen, Feste und Partys sind verboten. Restaurants dürfen geöffnet bleiben, müssen sich aber an die neuen Vorschriften halten. 


06.10.2020: Herrmann: Suche nach Corona-Impfstoff auf gutem Weg

Nach Beratungen mit drei Impfexperten hat die bayerische Staatsregierung optimistische Signale für einen baldigen Corona-Impfstoff gesandt. Die Experten hätten zwar keine konkreten Daten genannt, wann welcher Impfstoffkandidat wie weit sei, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. Er sprach aber von einer "insgesamt sehr positiven Bewertung der Gesamtlage auf dem Weg zur Erreichung eines Impfstoffs". Angesichts dieser schnellen Entwicklung könne man schon froh sein, im 21. Jahrhundert zu leben, betonte der CSU-Politiker.

Einerseits rief Herrmann schon jetzt dazu auf, sich impfen zu lassen, wenn es soweit sei. Ziel sei, dass sich 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung impfen ließen. "Es müssen da viele mitmachen, um eine allgemeine Immunität zu bekommen", sagte Herrmann.

Andererseits betonte Herrmann, es werde nicht auf einen Schlag einen Impfstoff für alle geben, das werde über einen gewissen Zeitraum passieren. Man werde deshalb in Deutschland und Bayern eine Impfstrategie entwickeln - also eine Art Reihenfolge, welche Bevölkerungsgruppen, wenn es so weit ist, wann geimpft werden.


06.10.2020: Corona in China überwunden: Reiseboom in "Goldener Woche"

Neun Monate nach Beginn der Corona-Pandemie in China sind wieder einige Hundert Millionen Chinesen auf Reisen. Da die Volksrepublik seit Wochen keine lokalen Infektionen mehr berichtet, werden über die laufende "Goldene Woche" mit acht freien Tagen zum Nationalfeiertag und Mondfest rund 600 Millionen Reisen erwartet, wie die Tageszeitung «China Daily» am Dienstag berichtete. Damit werden 70 bis 80 Prozent der Vorjahreszahl erreicht.

Während die globale Tourismusindustrie nach Schätzungen in diesem Jahr mehr als eine Billion US-Dollar verlieren dürfte, hat sich damit die Reisetätigkeit zumindest in China wieder weitgehend normalisiert.

Die Ausgaben für Touristenattraktionen dürften rund 90 Prozent der Vorjahreszahlen erreichen, als aber in der "Goldenen Woche" nur sieben Tage frei waren, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Mit strengen Maßnahmen wie der Abriegelung von Millionenstädten, strikter Isolation und Einreisesperren hat China das Virus unter Kontrolle gebracht. Gegenwärtig werden nur noch importierte Fälle berichtet. Normale Visa werden noch nicht wieder vergeben, auch sind internationale Flüge weiter stark beschränkt. Reisende müssen nach der Ankunft für 14 Tage in Quarantäne-Einrichtungen.

Die große Mehrheit der Menschen trägt in Peking weiter Gesichtsmasken. Auch wird an Eingängen zu Geschäften, Restaurants oder Wohngebieten noch immer Fieber gemessen. Mit einer Corona-App auf dem Handy müssen sich die Menschen vielerorts registrieren und auch nachweisen, dass ihre jüngste Reisetätigkeit unbedenklich war.


06.10.2020: Nächste Alarm-Stufe - Baden-Württemberg verlässt die stabile Phase

Baden-Württemberg setzt angesichts steigender Corona-Infektionszahlen erstmals die zweite Stufe im Kampf gegen die Pandemie in Kraft. Sozialminister Manne Lucha (Grüne) verkündet am Dienstag im Kabinett in Stuttgart den Eintritt in die sogenannte Anstiegsphase, wie ein Regierungssprecher der dpa bestätigte. Diese zweite von drei Stufen beinhaltet etwa eine strengere Kontrolle von Maßnahmen, Appelle an die Öffentlichkeit und das bedarfsabhängige Hochfahren von Corona-Ambulanzen und Teststellen.

Anlass sei das aktuelle Infektionsgeschehen im Land, sagte der Sprecher. In einigen Regionen und Städten gebe es ein diffuses Infektionsgeschehen, die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz liege zudem im ganzen Land bereits bei 15. 

Die grün-schwarze Landesregierung hatte im September ein dreistufiges Alarm-System vorgestellt, um eine zweite Corona-Infektionswelle und einen landesweiten Lockdown unter allen Umständen zu verhindern. Entscheidend für die Einstufung dabei ist die Sieben-Tage-Inzidenz.

Sie zeigt die Zahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner. Aber auch andere Faktoren spielten bei der Bewertung eine Rolle, etwa die absoluten Infektionszahlen, die Zahl der Tests oder der Reproduktionswert (R-Wert), der angibt, wie viele Menschen ein Erkrankter im Schnitt mit dem Virus ansteckt.


06.10.2020: Weitere spanische Städte werden wegen Corona abgeriegelt 

Wegen stark steigender Corona-Zahlen werden nach Madrid und neun Kommunen im Umland zwei weitere spanische Städte im Nordwesten des Landes weitgehend abgeriegelt. Betroffen ist die Provinzhauptstadt León mit 124.000 Einwohnern und die südöstlich gelegene Stadt Palenca mit 78.000 Einwohnern. Die Maßnahmen in der autonomen Region Kastilien und in León würden am Dienstag für zunächst 14 Tage in Kraft treten, berichteten spanische Medien am Montag unter Berufung auf die regionale Gesundheitsministerin Verónica Casado. Die Bürger dürften zwar ihre Wohnungen verlassen, die Stadtgrenzen aber nur aus triftigem Grund überqueren.

In beiden Städten lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen bei über 500. Das ist ein sehr hoher Wert, in Deutschland liegt er auf sieben Tage gerechnet bei nur 15,3. Ab der Marke von 500 müssen in Spanien Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern die Bewegungsfreiheit der Bürger einschränken, wenn zugleich mehr als zehn Prozent aller Corona-Test positiv ausfallen und mehr als 35 Prozent der Betten auf Intensivstationen mit Covid-19-Patienten belegt sind. Kleinere Städte sollten ähnlich verfahren.


06.10.2020: Schäuble erlässt Maskenpflicht im Bundestag

Im Deutschen Bundestag muss von diesem Dienstag an ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) habe entschieden, "eine allgemeine Maskenpflicht im Parlament anzuordnen, weil die Entwicklung der Sars-CoV2-Pandemie weiterhin sehr ernst zu nehmen ist", teilte die Parlamentsverwaltung am Montag in Berlin mit. Die Anordnung sei zunächst bis zum 17. Januar befristet.

Bislang galt für den Bundestag nur eine Empfehlung zum Maskentragen. Teile der Hauptstadt überschreiten aktuell die Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, die für ein innerdeutsches Risikogebiet gilt. 

Die Maskenpflicht gelte "für alle Räume, einschließlich des Plenarsaals, der Sitzungssäle und Besprechungsräume, sowie für alle Verkehrsflächen und Aufzugsanlagen der Gebäude", teilte der Bundestag mit. Den Fraktionen werde dringend empfohlen, entsprechende Regelungen auch für ihre Räumlichkeiten zu erlassen.

Die Maßnahme sei auch erforderlich, weil ohne diesen Baustein die Infektionsgefahr steigen würde. In letzter Konsequenz könnte "die Funktionsfähigkeit des Deutschen Bundestages in kurzer Zeit stark beeinträchtigt oder sogar zum Erliegen gebracht werden könnte", heißt es zur Begründung in der Verordnung. Es gebe viel Akzeptanz im Bundestag für Empfehlungen zum Infektionsschutz. "Das gilt jedoch nicht in gleicher Weise für das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung."

Die Mund-Nasen-Bedeckung darf abgelegt werden, wenn man sich an seinem Platz in einem Sitzungs- oder Besprechungsraum oder im Plenarsaal befindet, so der Bundestag - vorausgesetzt, man hat mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen. Auch Sprecher am Rednerpult und an Saalmikrophonen dürfen die Maske ablegen, ebenso Präsidentinnen und Präsidenten, die eine Sitzung leiten.

Wer mit einem ärztlichen Attest belegen kann, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für ihn nicht zumutbar ist, kann demnach auf ein Visier ausweichen.


06.10.2020: Trump zurück im Weißen Haus - Arzt gibt noch keine Entwarnung 

US-Präsident Donald Trump ist nach einer dreitägigen Krankenhaus-Behandlung wegen seiner Covid-Erkrankung ins Weiße Haus zurückgekehrt. Trump inszenierte seine Ankunft am Montagabend (Ortszeit) als Demonstration von Stärke: Er stieg die Treppe zum Balkon auf der Südseite seiner Residenz hoch, nahm dort die Gesichtsmaske ab und salutierte dem Piloten seines abfliegenden Hubschraubers. Danach nahm der Präsident ein Video auf, in dem er seine Landsleute aufrief, keine Angst vor dem Virus zu haben.

Trump war in der Klinik unter anderem mit einem noch experimentellen Antikörper-Mittel behandelt worden. Nach Einschätzung des renommierten Epidemiologen Anthony Fauci könnte dies entscheidend zu einer schnellen Verbesserung von Trumps Gesundheitszustand beigetragen haben. Das Mittel war von der Biotech-Firma Regeneron auf Anfrage der Präsidenten-Ärzte bereitgestellt worden. Es wird für gewöhnliche Patienten noch lange nicht verfügbar sein.

Trump bekräftigte seinen Aufruf an die Amerikaner, sie sollten sich nicht vor dem Virus fürchten. "Lasst es nicht Euer Leben beherrschen. Habt keine Angst davor", sagte der Präsident in einem am Montagabend (Ortszeit) auf dem Balkon des Weißen Hauses aufgenommenen Video. "Geht raus, seid vorsichtig."

Zuvor hatte Trump bei Twitter geschrieben, er fühle sich besser als vor 20 Jahren. "Es ging mir nicht so gut", sagte er dann im Video zu seiner Erkrankung. "Aber vor zwei Tagen fühlte ich mich wieder großartig, besser als ich mich seit langem gefühlt habe." Vielleicht sei er jetzt immun gegen das Coronavirus, mutmaßte der Präsident. Er wirkte immer noch etwas kurzatmig.

Trump dürfte noch ansteckend sein und müsste nach Vorgaben von Gesundheitsbehörden die Maske tragen, um Personen in seiner Nähe zu schützen. Er nahm sie aber ab, während Kameraleute des Weißen Hauses in seiner Nähe waren.


06.10.2020: Mehr als 2600 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat zum zweiten Mal binnen weniger Tage die Schwelle von 2600 überschritten. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 2639 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstagmorgen bekanntgab. Das sind nur knapp weniger als am Freitagmorgen, als mit 2673 Neuinfektionen innerhalb eines Tages der höchste Wert seit der zweiten Aprilhälfte gemeldet worden war.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des RKI mindestens 303.258 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 6.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9546. Das sind 12 mehr als am Vortag. Rund 265 600 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Montag bei 1,21 (Vortag: 1,23). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,08 (Vortag: 1,14). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


06.10.2020: Statistik angepasst: Fast 2800 neue Corona-Todesfälle in Mexiko 

Mexiko hat die Zählweise seiner Corona-Fälle geändert und 28 115 neue Infektionen sowie 2789 neue Todesfälle innerhalb eines Tages registriert. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit der Krankheit Covid-19 - die vierthöchste der Welt - stieg damit am Montag (Ortszeit) auf 81 877. Am Vortag waren 3712 Infektionen und 208 Tote hinzugekommen.

Das Gesundheitsministerium erweiterte nun die Definition eines bestätigten Falls. Es werden demnach jetzt auch Menschen als infiziert gezählt, die Symptome und Kontakt zu positiv Getesteten hatten, jedoch nicht selbst getestet worden sind.

Mexiko, mit knapp 130 Millionen Einwohnern das zehntbevölkerungsreichste Land der Erde, hat mit nun 789.780 bestätigten Corona-Infektionen laut Statistik der Johns-Hopkins-Universität die neuntmeisten weltweit. Die wahren Zahlen dürften noch deutlich höher liegen, da in dem nordamerikanischen Land sehr wenig getestet wird.


05.10.2020: Frankfurt bei Coronainfektionen kurz vor Warnstufe vier 

Frankfurt steuert bei der Zahl der Corona-Infektionen auf die nächste Warnstufe zu: Mit 48,5 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen befindet sich die Stadt kurz vor der 4. Warnstufe des Präventions- und Eskalationskonzeptes des Landes. "Wir befürchten, dass wir beim Infektionsgeschehen in den nächsten Tagen die Eskalationsstufe rot erreichen werden", sagte Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) am Montag. 

Nachdem der Schwerpunkt der Neuinfektionen in der vergangenen Woche der Fokus auf einem lokal begrenzten Infektionsausbruch gelegen habe, werde in dieser Woche deutlich, "dass zwei Drittel der Infektionen mittlerweile im Bereich des Alltagslebens stattfinden, und nun andere Maßnahmen erforderlich sind", sagte Majer.


05.10.2020: Obergrenzen für private Treffen - Entwurf in Niedersachsen

Zum ersten Mal im Laufe der Corona-Pandemie will Niedersachsens Landesregierung auch private Treffen in den eigenen vier Wänden beschränken. Je nach Infektionsgeschehen können die Obergrenzen dabei regional unterschiedlich ausfallen. Folgende Richtwerte zur sogenannten Corona-Inzidenz (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche) sieht der derzeit in der Abstimmung befindliche Entwurf vor.

  • 0 bis 35 Neuinfektionen: Drinnen dürfen sich in privaten Räumlichkeiten bis zu 25 Menschen treffen, draußen auf privatem Gelände bis zu 50.
  • 35 bis 50 Neuinfektionen: Egal, ob drinnen oder draußen, dürfen sich nur noch bis zu 25 Menschen auf privatem Grund treffen.
  • Mehr als 50 Neuinfektionen: Egal, ob drinnen oder draußen, dürfen sich nur noch bis zu zehn Menschen auf privatem Grund treffen.

Anders sieht es in öffentlichen Räumen aus, etwa in der Gastronomie. Dort sollen bis zu 100 Teilnehmer erlaubt werden. Diese Obergrenze könnte den Richtwerten für die Neuinfektionen entsprechend zunächst auf 50 und dann auf 25 Gäste gesenkt werden. In allen Szenarien gelten zudem die Vorgaben zum Abstandhalten und Masketragen.


05.10.2020: Regierung mahnt erneut zu Wachsamkeit wegen Corona-Ausbreitung

Die Bundesregierung hat erneut zur Wachsamkeit wegen steigender Corona-Infektionszahlen in Deutschland aufgerufen. "Die Dynamik nimmt zu", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Es sei nötig, sehr aufzupassen. Ziel sei weiterhin, die Fallzahlen so niedrig zu halten, dass die Gesundheitsämter Ketten von Infizierten nachvollziehen und unterbrechen könnten. Seibert verwies darauf, dass es aktuell in einigen Regionen und Ballungsräumen wie etwa in manchen Bezirken Berlins "kritische Werte" von mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen gibt. 

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kam am Montag erneut mit zuständigen Ministern im Corona-Kabinett zusammen. Beschlüsse seien nicht gefasst worden, sagte Seibert. Vorbereitet wurden demnach aber geplante Neuregelungen zu Tests und Reiserückkehrern aus dem Ausland, die Bund und Länder Ende August grundsätzlich vereinbart hatten.

Eine neue Musterquarantäneverordnung, die das Innenministerium erarbeitet, sieht vor, dass Einreisende aus Risikogebieten nach der Rückkehr für zehn Tage in Quarantäne gehen müssen. Wer einen negativen Test vorlegen kann, soll sie frühestens nach fünf Tage nach der Einreise verlassen dürfen. Zum 1. November sollen digitale Einreiseanmeldungen kommen, um Daten schneller an Gesundheitsämter weiterzuleiten. Das Gesundheitsministerium plant zum 15. Oktober neue Regeln zu Tests, die stärker auf Ältere und Vorerkrankte, Pflegeheime und das Gesundheitswesen ausgerichtet werden sollen. Als Ergänzung sollen auch Antigen-Schnelltests verstärkt eingesetzt werden. 


05.10.2020: Kreis Esslingen schränkt Feiern ein

Angesichts hoher Infektionszahlen werden private Feiern und Zusammenkünfte im Kreis Esslingen eingeschränkt. In öffentlichen oder angemieteten Räumen wie Gaststätten sollen höchstens noch 50 Personen gemeinsam feiern dürfen, wie eine Sprecherin des Landkreises am Montag mitteilte. Eine entsprechende Allgemeinverfügung, die sich auf eine Einigung von Bund und Ländern beruft, solle am Dienstag in Kraft treten. Man beobachte die Lage im Landkreis verstärkt, sagte die Sprecherin.

Sie sprach von einem diffusen Infektionsgeschehen. Es gebe keine einzelnen Hotspot, sondern Ausbrüche in Unterkünften für Flüchtlinge, in Familien, Sportvereinen und Betrieben. Derzeit befänden sich 399 Menschen im Landkreis in Quarantäne. Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz im Kreis Esslingen liegt derzeit bei 40,6 - der derzeit höchste Wert in Baden-Württemberg. Landesweit liegt der Wert bei 15,9. Die 7-Tage-Inzidenz besagt, wie viele gemeldete Neuinfektionen je 100.000 Einwohner es in den vergangenen sieben Tagen gab.


05.10.2020: Entsetzen über Trumps Klinik-Ausflug nach Corona-Infektion 

US-Präsident Trump zeigt nicht gerne Schwäche. Auch wenn sein Zustand ernster war als zunächst dargestellt, bewegte sich der Corona-Patient am Sonntag sogar außerhalb des Krankenhauses - und löste damit heftige Reaktionen aus.

Mehr darüber erfährst du im Video oben.


05.10.2020: Bars in Paris schließen wegen Corona-Lage für zwei Wochen

Wegen der sehr angespannten Corona-Lage in Paris bleiben in der französischen Hauptstadt Bars ab Dienstag für mindestens zwei Wochen geschlossen. Restaurants könnten geöffnet bleiben, wenn sie sich an verschärfte Hygieneregeln hielten, sagte der Pariser Polizeipräfekt Didier Lallement am Montag. Clubs und Tanzsäle würden geschlossen, Studentenpartys und jede Art von Festen seien nicht erlaubt. In Paris gilt nun die "maximale Alarmstufe", wie bereits in Marseille. 

"Die Epidemie schreitet zu schnell voran. Wir müssen jetzt auf die Bremse treten, bevor das Gesundheitssystem überfordert wird", mahnte Lallement. Mehr als 250 von 100.000 Menschen haben sich in Paris in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus infiziert. Auch unter den über 65-Jährigen ist die Zahl besorgniserregend hoch.

Gesundheitsminister Olivier Véran hatte Ende vergangener Woche bereits angedeutet, dass für die französische Hauptstadt strengere Maßnahmen in Kraft treten würden. "Die Maßnahmen werden für die nächsten zwei Wochen getroffen", sagte Lallement. Am Ende dieses Zeitraums werde man die Lage neu bewerten.

Turnhallen oder Schwimmbäder würden nun ebenfalls geschlossen, Fitnessclubs blieben zu. Kulturelle Einrichtungen wie Theater, Kinos und Museen könnten geöffnet bleiben, wenn sie sich strikt an die bereits bestehenden Gesundheitsvorschriften hielten. Der Verkauf von Alkohol zum Mitnehmen und der Konsum von Alkohol auf der Straße bleiben ab 22 Uhr verboten.


05.10.2020: "Corona-Bremse" greift auch in Essen - Wochenwert steigt auf 38,3

Auch in Essen hat der wichtige Sieben-Tage-Wert am Wochenende die 35er-Schwelle überschritten. Wie die Stadt mitteilte, wurden vom 27. September bis einschließlich 3. Oktober 38,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert. Damit greift die landesweit gültige sogenannte Corona-Bremse. Sie sieht vor, dass bei einer Wocheninzidenz von mehr als 35 an privaten Feiern außerhalb einer Wohnung nur noch höchstens 50 Personen teilnehmen dürfen - anstatt 150.

Außerdem müssen die betroffenen Kommunen weitere konkrete Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens mit übergeordneten Behörden abstimmen. Das RKI hatte am Montagmorgen aufgrund unterschiedlicher Meldezeiten für Essen noch einen Wochenwert von 24,9 ausgewiesen.

Laut RKI lagen am Montag in NRW auch Köln (38,8), Leverkusen (38,5), Duisburg (41,3) und Solingen (39,5) oberhalb der 35er-Grenze. In Remscheid (61,3) und Hamm (88,2) lag die Kennzahl weiter jenseits der zweiten wichtigen Stufe von 50. In beiden Städten gelten bereits seit längerem strengere Vorgaben unter anderem für private Feiern.


05.10.2020: Berichte: Italien plant landesweite Maskenpflicht im Freien

Italiens Regierung plant nach Medienangaben zum Corona-Schutz die Einführung einer nationalen Maskenpflicht auch im Freien. Nach Berichten vom Montag sollte die vorgesehene Verschärfung der Regeln in Kürze von der Regierung in Rom veröffentlicht werden. Die Pflicht, überall und zu jeder Zeit in dem Mittelmeerland einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, könnte demnach schon ab Mittwoch gelten.

Einzelne Gebiete, zuletzt die Region Latium, hatten solche Vorsichtsmaßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie schon erlassen. Bisher müssen die Schutzmasken national hauptsächlich in geschlossenen Räumen wie Läden und Büros sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln aufgezogen werden.

Gesundheitsminister Roberto Speranza wolle am Dienstag im Parlament in Rom zudem offiziell eine Verlängerung des Corona-Notstandes bis 31. Januar 2021 vorschlagen, wie unter anderem die Zeitung "Corriere della Sera" schrieb. Diese Maßnahme gibt der Regierung besondere Vollmachten. Der Notstand läuft bisher am 15. Oktober aus.   

Die italienischen Behörden verzeichneten in den jüngsten Wochen einen deutlichen Anstieg der Infektionszahlen. Trotzdem gilt die Pandemie bisher in Italien als unter Kontrolle. Am Sonntag gab es offiziell 2578 neu registrierte Corona-Ansteckungen, 18 Menschen starben mit oder an der Viruskrankheit. Die Gesamtzahl der Covid-19-Opfer liegt in Italien bei rund 36.000.


05.10.2020: 28 Corona-Infizierte in Seniorenwohn- und Pflegeheim - ein Todesfall

In einem  Seniorenwohn- und Pflegeheim in Marxzell (Kreis Karlsruhe) haben sich 18 Bewohner und zehn Mitarbeiter nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Einer der Bewohner sei gestorben, teilte der Kreis Karlsruhe am Sonntagabend mit. Nun würden alle weiteren Bewohner und Mitarbeiter getestet. "Das Infektionsgeschehen beschränkt sich bisher auf einen Wohnbereich, in dem 20 Seniorinnen und Senioren leben. Hinweise, dass sich die Infektion weiter in dem Heim verbreitet, gibt es bislang nicht", sagte der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamtes, Ulrich Wagner. Es müsse aber mit weiteren schweren Krankheitsverläufen gerechnet werden.


05.10.2020: Mehr als 300.000 Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich mehr als 300.000 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen betrug laut Angaben des Robert Koch-Instituts vom Montagmorgen 300.619 (Datenstand 5.10., 0.00 Uhr).

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des RKI 1382 neue Corona-Infektionen gemeldet. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die erfassten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben vom Montagmorgen bei 9534. Seit dem Vortag wurden 5 neue Todesfälle gemeldet. Bis Montagmorgen hatten rund 263.700 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Sonntag bei 1,23 (Vortag: 1,10). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Sonntag bei 1,14 (Vortag: 1,13). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.


04.10.2020: Neue Corona-Beschränkung auf Island

Die Menschen auf Island müssen sich wegen steigender Infektionszahlen auf neue Corona-Beschränkungen einstellen. Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus wird die Teilnehmergrenze für öffentliche Versammlungen ab Montag auf maximal 20 Personen herabgesetzt. Ausnahmen davon gelten etwa für Hochschulen und auf Beerdigungen.

Außerdem werden Bars, Nachtclubs und Fitnessstudios geschlossen, wie die isländische Regierung am späten Samstagabend mitteilte. Damit folgte Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir einem Vorschlag des isländischen Chefepidemiologen Thórólfur Gudnason. Schulen und Kindergärten bleiben offen.


04.10.2020: Spahn kündigt Corona-Schnelltests für Pflegeheime und Kliniken an

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Corona-Schnelltests für Krankenhäuser und Pflegeheime angekündigt. "Schnelltests kommen vor allem für Besucher, Beschäftigte, Bewohner und Patienten von Pflegeheimen und Krankenhäusern in Betracht", sagte Spahn der "Bild am Sonntag".

"Damit können wir verhindern, dass sich alte und kranke Mitbürgerinnen und Mitbürger anstecken. Für sie ist die Gefahr von schwerwiegenden Folgen einer Infektion am größten." Die Frage, wann und unter welchen Bedingungen die Schnelltests von den Krankenkassen bezahlt würden, werde zum 15. Oktober geregelt.


04.10.2020: 2279 Neuinfektionen in Deutschland

Das Robert Koch-Institut hat am Sonntag eine vergleichsweise etwas niedrigere Zahl an neuen Corona-Infektionen gemeldet. Die Gesundheitsämter hatten binnen eines Tages 2279 Fälle übermittelt, wie das RKI am Morgen bekanntgab. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die erfassten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 299 237 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 4.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9529. Seit dem Vortag wurden 2 Todesfälle mehr gemeldet.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Samstag bei 1,10 (Vortag: 0,97). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Freitag bei 1,13 (Vortag: 1,08).
Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.


03.10.2020: Über 100.000 Corona-Tote in Indien

Indien hat die Marke von 100 000 Toten in Zusammenhang mit dem Coronavirus überschritten. Das ging am Samstag aus Regierungsdaten hervor. Demnach waren am Freitag 1069 Tote hinzugekommen, womit 100 842 gestorbene Menschen in der Statistik geführt werden. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Indien weltweit die drittmeisten registrierten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Insgesamt verzeichnete das Land rund 6,4 Millionen Corona-Fälle - das ist der zweithöchste Wert weltweit. Im vergangenen Monat sind WHO-Angaben zufolge zwischen 70 000 und knapp 100 000 Infektionen pro Tag registriert worden.


03.10.2020: Großteil der Schulen trotz Corona in Betrieb

Der überwiegende Teil der Schulen in Deutschland hat bis zum Start der ersten Bundesländer in die Herbstferien den Betrieb trotz Corona wie geplant aufrechterhalten können. Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den Kultusministerien der Länder und eine Auswertung aktuell zugänglicher Meldungen der Ministerien ergab, kommt es vereinzelt zwar zu deutlichen Einschränkungen für Tausende Schüler und Lehrer. Mit Blick auf die Gesamtzahl von rund 40 000 Schulen mit 11 Millionen Schülern und rund 800 000 Lehrern, sind die Zahlen dennoch vergleichsweise überschaubar.

Nach den aktuellsten zum Ende der Woche vorliegenden Daten der zuständigen Landesbehörden oder Kultusministerien der Länder, waren zuletzt knapp 40 000 Schüler und fast 4000 Lehrer wegen Infektionsfällen, Verdachtsfällen oder eigener Infektion in Quarantäne oder als Vorsichtsmaßnahme im Fernunterricht. Daneben meldeten Bundesländer, die keine Einzelzahlen zu Schülern veröffentlichen, insgesamt rund 700 Klassen oder Lerngruppen, die zuletzt nicht in der Schule waren. Komplett geschlossen waren den aktuellen Zahlen zufolge 23 Schulen.


03.10.2020: Über 2500 Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Samstagmorgen 2563 neue Corona-Infektionen gemeldet. Damit bleibt der Wert nun schon zum dritten Mal in Folge über der Schwelle von 2500 Fällen pro Tag.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 296 958 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 3.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9527. Seit dem Vortag wurden 19 Todesfälle mehr gemeldet.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Freitag bei 0,97 (Vortag: 0,90). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Freitag bei 1,08 (Vortag: 1,05). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.


03.10.2020: Trump wird in Militärkrankenhaus eingeliefert

Nach seiner Infektion mit dem Coronavirus wird US-Präsident Donald Trump ins Walter-Reed-Militärkrankenhaus in Bethesda nördlich von Washington gebracht. Das Weiße Haus teilte am Freitag mit, Trump werde die nächsten Tage aus den Büroräumen des Präsidenten in dem Krankenhaus arbeiten. Es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme auf Empfehlung der Ärzte.


02.10.2020: Spaniens Hauptstadt Madrid abgeriegelt

Der spanische und europäische Corona-Hotspot Madrid ist seit Freitagabend zur Eindämmung der Pandemie abgeriegelt. Nur wider Willen setzte Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso um 22.00 Uhr eine entsprechende, äußerst umstrittene Anordnung der spanischen Zentralregierung in Kraft.

Neben der Hauptstadt wurden neun weitere Gemeinden des Großraums Madrid abgesperrt. Man darf diese Städte nur noch mit triftigem Grund betreten oder verlassen - etwa, um zur Arbeit zu fahren oder einen Arzt aufzusuchen. Betroffen ist die große Mehrheit der 6,6 Millionen Einwohner der "Comunidad Autónoma".

Die Maßnahmen sollen zunächst für zwei Wochen gelten. Die konservative Regionalregierung legte allerdings am Freitag beim Nationalen Staatsgerichtshof Einspruch dagegen ein. Sie forderte in ihrem Beschwerdeschreiben, dass die ministerielle Anordnung bis zu einer endgültigen Entscheidung vorläufig ausgesetzt wird.


02.10.2020: Hamm verlängert strikte Corona-Maßnahmen bis Ende Oktober

Die Stadt Hamm mit den NRW-weit höchsten Corona-Neuinfektionszahlen verlängert ihre Schutzmaßnahmen bis Ende Oktober und legt bei privaten Feiern nach. Auch im privaten Raum müssten künftige Feiern ab 25 Personen vorher bei der Stadt angemeldet werden, sagte ein Sprecher am Freitag auf Anfrage. "Wir wollen den Menschen das Feiern nicht kaputtmachen, aber wir müssen Bescheid wissen, die Kontaktlisten kennen und wir möchten, dass sich die Leute Gedanken über ein Hygienekonzept machen."

Das habe man beschlossen, da es in den vergangenen Tagen noch nicht zu einem deutlichen Rückgang gekommen sei bei dem wichtigen sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz-Wert. Die westfälische Stadt mit mehr als 180.000 Einwohnern verzeichnete am Freitag laut Robert Koch-Institut 94,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Ab 50 Fällen sind Schutzmaßnahmen vorgeschrieben. 

Es werde in Hamm bis zum 31. Oktober beim verpflichtenden Mund-Nasen-Schutz im Unterricht für Lehrer und Schüler an weiterführenden Schulen bleiben, erläuterte der Sprecher. Im öffentlichen Raum dürften sich weiterhin nur fünf Personen zusammen aufhalten oder Angehörige von zwei Haushalten.


02.10.2020: Größerer Corona-Ausbruch in Altenheim in Vechta - Kreis informiert

In einem Alten- und Pflegeheim in Vechta gibt es einen größeren Corona-Ausbruch. Betroffen sind nach Angaben des Landkreises sowohl Bewohner als auch Pflegekräfte. Der Landkreis will am Mittag darüber informieren, wie viele Menschen genau infiziert sind und ob der Ausbruch auch Konsequenzen für die Bürger in der Region hat. Das Altenheim hat etwa 250 Pflegeplätze.

Aktuell liegt die Zahl der Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in der vergangenen Woche im Kreis Vechta nach Angaben des Landes bei 23,8. Mit dem neuen Ausbruch dürfte der Wert deutlich in Richtung des Schwellenwertes von 50 steigen, ab dem über verstärkte Schutzmaßnahmen beraten werden muss.


02.10.2020: Trumps Leibarzt: Präsident kann Amtsgeschäfte weiterführen 

Der Leibarzt des US-Präsidenten erwartet, dass Donald Trump trotz seiner Corona-Infektion die Amtsgeschäfte "ohne Unterbrechung" weiterführen kann. Sean Conley erklärte in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) in einer Mitteilung, Trump und seiner Ehefrau Melania gehe es gut und die beiden würden während ihrer Genesung im Weißen Haus bleiben. "Seien Sie versichert, dass ich erwarte, dass der Präsident während der Genesung weiterhin ohne Unterbrechung seinen Pflichten nachkommen wird", erklärte Conley. 


02.10.2020: Ärztevereinigung: Türkische Regierung gesteht Manipulation bei Corona 

Die türkische Ärztevereinigung hat scharfe Kritik an der Erfassung von offiziellen Corona-Fällen im Land geäußert. "Die Regierung hat in Sachen Transparenz versagt und manipuliert Covid-19-Statistiken", sagte Sinan Adiyaman für die Vereinigung am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Gesundheitsminister Fahrettin Koca hatte am Mittwochabend auf einer Pressekonferenz gesagt, seit dem 29. Juli veröffentliche man täglich die Zahl der Corona-Kranken. Kranke seien Menschen mit Symptomen.

Koca habe damit zugegeben, nur Patienten mit Symptomen in die Fallzahlen aufzunehmen, sagte Adiyaman. "Das ist die Anerkennung von dem, was Ärzte seit Monaten sagen." Die Ärztevereinigung hatte die offiziellen Zahlen in der Vergangenheit immer wieder kritisiert und geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt.

In den täglich veröffentlichten offiziellen Zahlen änderte sich zum 29. Juli die Bezeichnung: Die Kategorie "neue Fallzahl" wurde in "neue Krankenzahl" umbenannt. Dennoch: Die offiziellen Zahlen gingen daraufhin nicht zurück. Die Regierung habe die Zahlen bereits vor der Änderung der Methodologie manipuliert, erklärte Adiyaman.

Der Abgeordnete der oppositionellen CHP, Murat Emir, hatte auf Twitter eine Liste veröffentlicht, laut der es an einem Tag im September allein fast 30.000 neue Fälle gegeben habe. Die Ärztevereinigung hält die Zahl für realistisch. Minister Koca kommentierte, das "sogenannte Dokument" sei nicht offiziell.


02.10.2020: Steigende Corona-Zahlen - Kreis Neuwied verschärft Maßnahmen

Der Kreis Neuwied verhängt wegen steigender Corona-Infektionszahlen eine Maskenpflicht im Schulunterricht und schränkt die Teilnehmerzahlen für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen ein. Die neuen Regelungen gelten von diesem Samstag (3.10.) an, wie der Kreis am Donnerstag mitteilte. Als erster Kreis oder kreisfreie Stadt im Land hat Neuwied die Corona-Warnstufe Orange nach dem neuen Warn- und Aktionsplan der rheinland-pfälzischen Landesregierung erreicht. In der Kommune wurden in den vergangenen sieben Tagen 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Inzidenz) festgestellt. 

Der neue, dreistufige Aktionsplan war erst am Dienstag vorgestellt worden. Er sieht Verschärfungen etwa der Kontaktregeln bei steigenden Infektionszahlen vor. Die Warnstufen dafür liegen bei einer Inzidenz von 20, 35 und 50, werden nach Angaben der Landesregierung allerdings erst dann überschritten, wenn der Inzidenzwert fünf Tage lang den jeweiligen Wert erreicht. Es ist aber nur eine Handlungsempfehlung, die Kommunen können auch schneller und früher reagieren. 

Für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sind im Kreis Neuwied daher ab Samstag nur noch bis zu 100 Teilnehmer zulässig, für private Feiern gilt eine Höchstgrenze von 50. Für Feiern zuhause wird empfohlen, sie auf 25 Personen zu beschränken. Sport ist nur dann mit mehreren erlaubt, wenn die Abstandsregeln eingehalten werden. Die neue Allgemeinverfügung soll laut der Kreisverwaltung so lange gelten, bis die Inzidenz mindestens drei Tage in Folge unter 30 Fälle je 100 000 Einwohner liegt.


02.10.2020: Landkreis Rhön-Grabfeld über kritischem Corona-Grenzwert

Der Landkreis Rhön-Grabfeld in Bayern hat die kritische Marke von 50 Corona-Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche überschritten. Das teilte der Landkreis am Donnerstagabend mit. Laut dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit liegt der Wert bei 51,45.

Wegen der Überschreitung sollen laut dem Landkreis etwa Beschränkungen von Gästezahlen bei privaten Feiern statt bis zum 3. bis zum 10. Oktober verlängert werden, hieß es. Ein Schwerpunkt der neu festgestellten Infektionen liege in einem Wohnheim in Mellrichstadt, berichtete der Bayerische Rundfunk unter Berufung auf das zuständige Landratsamt.


02.10.2020: US-Präsident Trump und First Lady positiv auf Coronavirus getestet

US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania haben sich mit dem Coronavirus angesteckt. "Wir werden unsere Quarantäne und Erholung sofort beginnen. Wir werden das GEMEINSAM durchstehen", schrieb Trump in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) auf Twitter. Die USA befinden sich auf der Zielgeraden zur Wahl am 3. November, bei der sich Trump um eine zweite Amtszeit bewirbt.  

Kurz zuvor hatte Trump bestätigt, dass seine enge Beraterin Hope Hicks positiv auf das Virus getestet wurde. Im Umfeld von Trump hat es schon früher Corona-Infektionen gegeben. Hicks verbringt allerdings viel Zeit mit Trump und First Lady Melania. 

Die Beraterin war übereinstimmenden Medienberichten zufolge am Dienstag mit Trump in der Präsidentenmaschine Air Force One zur TV-Debatte nach Cleveland gereist, wo Trump mit seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden aufeinandertraf. Am Mittwoch reiste sie mit zu einem Wahlkampfauftritt nach Minnesota. 

Trump wird in der Corona-Pandemie immer wieder vorgeworfen, die Gefahr durch das Virus nicht ernstzunehmen. Zuletzt hatte er wieder zahlreiche große Wahlkampfauftritte abgehalten. Sie fanden zwar unter freiem Himmel statt. Daran teilnehmen konnten aber Tausende Anhänger, die nicht verpflichtet sind, Masken zu tragen, und größtenteils dicht an dicht stehen. 

Trump selbst trägt in der Öffentlichkeit meistens keine Maske. Das Weiße Haus begründete dies damit, dass der Präsident und sein Umfeld regelmäßig auf das Coronavirus getestet würden. Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany hatte das Tragen von Masken im Juni als "persönliche Entscheidung" bezeichnet und darauf verwiesen, dass sie regelmäßig getestet werde.


02.10.2020: Mehr als 2600 Corona-Neuinfektionen - höchster Wert seit April

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat den höchsten Wert seit der zweiten Aprilhälfte erreicht. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 2673 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen bekanntgab. Zuvor hatte der Wert binnen weniger Tage schon zweimal die Schwelle von 2500 überschritten.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des RKI mindestens 294.395 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 2.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9508. Das sind acht mehr als am Vortag. Rund 259.500 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Ein Anstieg zeichnet sich inzwischen auch bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten ab. Laut aktuellem RKI-Lagebericht werden derzeit (01.10.2020, 12:15 Uhr) 362 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 193 davon werden beatmet. Eine Woche zuvor waren es noch 296 Infizierte (166 beatmet) und eine Woche davor 238 Infizierte (135 beatmet). Rund 8700 der rund 30.540 registrierten Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Donnerstag bei 0,90 (Vortag: 0,96). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Donnerstag bei 1,05 (Vortag: 1,00). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.


01.10.2020: Iran: Alle 7 Minuten Corona-Tote, alle 23 Sekunden Neuinfektionen

Im Iran hat es binnen 24 Stunden alle sieben Minuten einen Corona-Toten und alle 23 Sekunden eine Neuinfektion gegeben.

Das Gesundheitsministeriums registrierte in diesem Zeitraum 211 Tote und 3825 neue Ansteckungen. Damit liegt die aktuelle Zahl der Corona-Opfer bei insgesamt 26.380, die der nachgewiesenen Neuinfektionen bei mehr als 460.000, wie Ministeriumssprecherin Sima Lari am Donnerstag im Staatsfernsehen sagte.

Gesundheitsexperten schlagen Alarm und fordern umgehend Ausgangssperren, Präsident Hassan Ruhani ist dagegen. Er will die akute Wirtschaftskrise im Land nicht noch weiter mit Lockdowns verschärfen.


01.10.2020: Verstöße gegen Corona-Auflagen - Hochzeitsfeier beendet

Wegen anhaltender Verstöße gegen die Hygiene- und Abstandsregeln zum Schutz vor Corona-Infektionen ist in Bremen eine Hochzeitsfeier mit rund 400 Gästen vorzeitig abgebrochen worden. Die Polizei war am späten Dienstagabend von einem Anrufer informiert worden und stellte vor Ort fest, dass in dem Lokal die laut Corona-Rechtsverordnung erlaubte Zahl von 250 Menschen deutlich überschritten wurde.

Zudem habe ein Großteil der Feiernden die Abstandsregeln nicht eingehalten und keinen Mund-Nasen-Schutz getragen, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Der Gäste hätten sich trotz mehrfacher Ansprachen uneinsichtig gezeigt, so dass der Veranstalter die Feier schließlich beendet habe. Die Polizei habe die Verstöße dokumentiert und mehrere Anzeigen angefertigt.


01.10.2020: Niedersachsen will private Feiern auf 25 Menschen beschränken

Feiern in den eigenen vier Wänden sollen in Niedersachsen zum Schutz vor Corona auf maximal 25 Teilnehmer begrenzt werden. Das kündigte Ministerpräsident Stephan Weil am Donnerstag in Hannover an. Die Vorschrift solle verbindlich und landesweit unabhängig von der Entwicklung der Infektionszahlen im jeweiligen Kreis gelten, sagte der SPD-Politiker. Ausgenommen davon seien Partys im Freien. Steigt die Zahl der Ansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche in einer Regional auf mehr als 50, sollen sich nur noch zehn Menschen zu Hause treffen dürfen.

Bisher sind Treffen zu Hause in Niedersachsen nicht beschränkt. Die vergangenen Wochen hätten aber gezeigt, dass private Feiern ohne Hygienekonzepte ein Risiko für neue Infektionsherde seien, erklärte Weil. Die allgemeine Obergrenze für Feiern in Restaurants soll dagegen von 50 auf 100 Menschen angehoben werden, da dort die Regeln besser eingehalten werden könnten. "Das Schutzniveau als solches halten wir, aber wir schichten um", sagte Weil.


01.10.2020: Schweiz erlaubt wieder Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen

Seit Donnerstag sind in der Schweiz wieder Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern erlaubt. Davon profitieren unter anderem Sportvereine, die nun mehr Fans in die Stadien lassen dürfen. Die Regierung verlangt allerdings strikte Hygienekonzepte. In allen Stadien sind nur Sitzplätze erlaubt, die Fans müssen Masken tragen und es dürfen höchstens Zweidrittel der Plätze besetzt werden. Bei Freiluftveranstaltungen wie Ski-, Langlauf- oder Radrennen sowie Dorffesten im freien Gelände sind auch Stehplätze erlaubt. 

Bewilligungen für Veranstaltungen erteilen die Kantone, die je nach Infektionsgeschehen eigene Auflagen machen können. Die Schweiz hatte Messen, Konzerte und andere Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen wegen der Corona-Pandemie als eines der ersten Länder Europas Ende Februar verboten. 


01.10.2020: RKI: Mehrere NRW-Kommunen liegen über Corona-Schwellenwert

Mehrere nordrhein-westfälische Städte und auch ein Kreis liegen laut RKI über dem ersten Corona-Schwellenwert für Einschränkungen von Feiern in Gaststätten und Publikum bei Fußballspielen. Werte oberhalb der Marke von 35 Infizierten pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen wies das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag für Köln (36,4), Duisburg (36,9), Gelsenkirchen (40,7) und den Oberbergischen Kreis (35,6) aus.

Andere Städte wie Bielefeld (30,6), Leverkusen (32,3) und Essen (30,5) lagen nach den jüngsten RKI-Daten in der Nähe des Schwellenwertes von 35. Remscheid (59,5) und Hamm (95,5) liegen nach der Übersicht mit Stand Mitternacht weiter über der Marke von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche, bei der noch striktere Vorgaben der Corona-Schutzverordnung gelten.

Hamm, Remscheid, Gelsenkirchen, Köln und der Oberbergische Kreis gehörten schon im RKI-Lagebericht vom Mittwoch zu den 15 Gebieten mit den höchsten Werten in Deutschland. Bei den RKI-Zahlen kann es allerdings eine Zeitverzögerung durch den Meldeweg geben. Die Kommunen verfügen über aktuelle Daten als erste, sie können damit möglicherweise schon wieder neuere Werte ausweisen als das RKI.

Laut der am Donnerstag in Kraft getretenen Corona-Schutzverordnung des Landes gibt es Beschränkungen bei regionalen Corona-Ausbrüchen, wenn bestimmte Schwellenwerte erreicht werden: Ab einem Wert von 35 Infizierten pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen sind Feiern in Gaststätten nur noch mit bis zu 50 Teilnehmern erlaubt. Bei einer Zahl von 50 Infizierten pro 100 000 Einwohner dürfen nur noch 25 Gäste feiern. Das hatten Bund und Länder am Dienstag vereinbart. In NRW soll es keine generellen Alkoholverbote wegen Corona geben.


01.10.2020: Maskenpflicht für Schleswig-Holsteins Schüler nach Herbstferien 

Nach den Herbstferien müssen Schüler in Schleswig-Holstein ab der fünften Klasse zwei Wochen lang auch im Unterricht Masken tragen. So will Bildungsministerin Karin Prien (CDU) das Risiko einer Ausbreitung des neuartigen Coronavirus an den Schulen durch Reiserückkehrer eindämmen. "Das ist ein vertretbarer Weg aus Fürsorge für die Lehrkräfte und die Schülerinnen und Schüler", sagte Prien.

Bei Lehrern gilt wie bisher auch: Wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann, müssen sie einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Nach den Herbstferien geht die Schule im Norden am 19. Oktober wieder los.


01.10.2020: München hebt Maskenpflicht auf und lockert Kontaktbeschränkungen 

Angesichts der stabilen Entwicklung bei den Corona-Neuinfektionen lockert die Stadt München ab Freitag einige der verschärften Schutzmaßnahmen. So gelte die in Teilen der Innenstadt geltende Maskenpflicht ab dem 2. Oktober nicht mehr, teilte die Stadt am Mittwoch mit. Auch die Regelung, wonach sich nur noch höchstens fünf Menschen treffen dürfen, hob der städtische Krisenstab zu diesem Termin auf. Die maximal zulässige Gruppengröße werde wieder auf zehn Personen angehoben. Der Krisenstab begründete die Lockerungen damit, dass die Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche seit mehreren Tagen stabil unter 50 gelegen habe.

Die Obergrenze bei den Gästen bei privaten Festen wie Geburtstagen und Hochzeiten gilt allerdings fort. In Innenräumen seien nach wie vor nicht mehr als 25 Teilnehmer erlaubt, draußen maximal 50. Private Feiern stellten derzeit die Hauptinfektionsquelle in München dar, begründete die Stadt. Auch das nächtliche Alkoholverbot am Wochenende an beliebten Feier-Treffpunkten im Freien bleibe in Kraft. Eine enttäuschende Nachricht hatte die Stadt auch für Fußballfans: Das Spiel der FC Bayern Amateure am Freitag gegen die SG Dynamo Dresden soll ohne Zuschauer stattfinden. Über die Begegnung am Sonntag zwischen dem FC Bayern und der Hertha BSC werde am Donnerstag entschieden.


01.10.2020: Berliner Corona-Ampel bei Neuinfektionen auf Rot

Im Berliner Corona-Warnsystem ist eine der drei Ampeln auf Rot gesprungen. Für die Zahl der Neuinfektionen gilt nun die höchste Warnstufe: Pro 100.000 Einwohner steckten sich in den vergangenen sieben Tagen 30,2 Menschen nachweislich an, wie die Gesundheitsverwaltung am Mittwoch mitteilte. Am Vortag waren es noch 28,9 - und diese Ampel auf Gelb.

Direkte Konsequenzen hat das Rot nicht, weil die anderen beiden Ampeln auf Grün stehen: Der Reproduktionswert für die vergangenen vier Tage lag nach Angaben der Gesundheitsverwaltung bei 0,93 - so viele Menschen steckt ein Corona-Infizierter durchschnittlich an. Auch bei der Auslastung der Intensivbetten ist Berlin mit 2,4 Prozent weiter im grünen Bereich.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte eine stärkere Eindämmung des Coronavirus in Berlin angemahnt. Die Situation sei vor allem in einigen Stadtbezirken ernst, sagte sie am Dienstag. Der Berliner Senat hatte bei einer Sondersitzung am frühen Dienstagabend einige strengere Regeln beschlossen


01.10.2020: Ganz Belgien und fast ganz Frankreich Corona-Risikogebiet 

Die Bundesregierung hat ganz Belgien, Island und einzelne Regionen in neun weiteren europäischen Ländern wegen steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Das Robert Koch-Institut aktualisierte am Mittwochabend seine Risikoliste, auf der nun mit Wales und Nordirland erstmals auch Gebiete Großbritanniens stehen. In Frankreich kamen die Regionen Pays de la Loire und Burgund (Bourgogne) hinzu. Damit ist im größten Nachbarland Deutschlands nur noch die einst besonders stark von der Pandemie betroffene Grenzregion Grand Est von der Einstufung als Risikogebiet ausgenommen. 


01.10.2020: Zweites Mal binnen weniger Tage mehr als 2500 Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat zum zweiten Mal binnen weniger Tage die Schwelle von 2500 überschritten. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 2503 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen bekanntgab. Das sind nur knapp weniger als am Samstagmorgen, als mit 2507 Neuinfektionen innerhalb eines Tages der höchste Wert seit Ende April gemeldet worden war.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des RKI mindestens 291.722 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 1.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9500. Das sind 12 mehr als am Vortag. Rund 257.900 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Mittwoch bei 0,96 (Vortag: 1,12). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Mittwoch bei 1,00 (Vortag: 1,03). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.


01.10.2020: Tschechien verhängt Ausnahmezustand wegen Corona-Pandemie

Wegen rapide steigender Corona-Zahlen hat Tschechien erneut den Ausnahmezustand ausgerufen. Der Notstand gilt vom kommenden Montag an zunächst für 30 Tage, wie Gesundheitsminister Roman Prymula am Mittwoch in Prag bekanntgab. Er ermöglicht es der Regierung unter anderem, Bürgerrechte wie die Versammlungsfreiheit auszusetzen. Zudem können die Gerichte höhere Strafen verhängen. Der Ausnahmezustand galt bereits im Frühjahr zwei Monate lang.

Man müsse den "raketenhaften Anstieg" der Infektionen stoppen, um einen Engpass bei der medizinischen Versorgung zu verhindern, sagte Prymula. Die Grenzen sollen diesmal offen bleiben. Veranstaltungen und Versammlungen in Innenräumen werden auf zehn und im Freien auf 20 Personen begrenzt. Die meisten weiterführenden Schulen werden auf Distanzunterricht umgestellt. Der Sport muss ohne Zuschauer auskommen. Firmen, Geschäfte und Restaurants sind von den Restriktionen nicht betroffen.

Tschechien war gut durch die erste Phase der Pandemie gekommen, doch seit Wochen explodieren die Zahlen. Die Gesamtzahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten stieg inzwischen auf knapp 67.850. Allein am Dienstag kamen 1965 neue bestätigte Fälle hinzu. 

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