Vulkan in Tonga: Insel sendet Notsignal - hat Aschewolke Folgen fürs Klima?

- Quelle: Daniela Kreck/dpa
Nach Vulkanausbruch bei Tonga: Meteorologe erklärt die Folgen fürs Klima >
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Noch immer weiß niemand, was der Vulkanausbruch auf den Inseln Tongas angerichtet hat. Ein abgelegenes Eiland sendete jetzt ein Notsignal. Welche Folgen für das Klima hat das Ereignis?

Eine dicke Ascheschicht überzieht das sonst so farbenfrohe Südsee-Archipel Tonga. Dabei ist das Ausmaß der gewaltigen Eruption des Untersee-Vulkans Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai im Pazifik weiter unklar.

Keine Kommunikation zu Tonga durch gekapptes Unterseekabel

Die Kommunikationsverbindungen blieben am Dienstag weiter beeinträchtigt, weil ein wichtiges Unterseekabel durch das Seebeben gekappt wurde. Speziell zur Inselgruppe Ha'apai gebe es bisher keinen Kontakt, teilte das Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) mit.

Notsignal von der Insel Mango

Sorge gebe es nach dem von dem Vulkan ausgelösten Tsunami vor allem um die tiefliegenden Inseln Mango und Fonoi. Von Mango sei ein Notsignal empfangen worden. "Die Kommunikation ist weiter das größte Problem, da Internet und internationale Telefonleitungen immer noch außer Betrieb sind", so die UN-Behörde. Satellitentelefone seien das einzige zuverlässige Instrument zur Kommunikation mit der Außenwelt, aber auch sie funktionierten nicht immer zuverlässig.

Tonga: Vulkan löst Tsunami im Südpazifik aus >
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"Insgesamt scheint es auch rund um die Hauptinsel Tongatapu erhebliche Schäden an der Infrastruktur zu geben", berichtete OCHA weiter. Strände, Häuser und Hotels vor allem im Westen der Insel sollen ebenfalls betroffen sein.

Zwei Todesfälle wurden in Tonga bestätigt

Die neuseeländische Regierung teilte unter Berufung auf die Polizei in Tonga mit, bislang seien zwei Todesfälle bestätigt worden. Eines der Opfer ist demnach eine 50-jährige Britin, die von einer Flutwelle erfasst wurde, als sie ihre Hunde retten wollte, wie ihr Bruder gegenüber dem britischen Sender BBC bestätigte. Die Frau leitete in Tonga ein Tierheim. Über den anderen Toten gab es zunächst keine weiteren Informationen.

Trinkwasser wird transportiert - Wasser durch Asche verschmutzt

Neuseeland wollte noch am Dienstag zwei Schiffe mit Hilfsgütern nach Tonga schicken. Eines der Schiffe soll dringend benötigtes Trinkwasser transportieren, denn auf Tonga ist das Wasser durch Asche verschmutzt.

Am Montag hatten beide Nachbarstaaten Flugzeuge nach Tonga geschickt, um die Situation aus der Luft zu erkunden. Die Streitkräfte veröffentlichten Aufnahmen, die farblose Landschaften unter einer dicken Ascheschicht zeigen. Maschinen können derzeit nicht in der Hauptstadt landen, weil auch der Flughafen zunächst von der Asche befreit werden muss.

Nach Eruption: Länder bemerken Auswirkungen des Vulkanausbruchs

Der gewaltige Ausbruch des Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai-Vulkans am Samstag bekam die halbe Welt zu spüren. Die Druckwelle des Vulkanausbruchs hat den ganzen Erdball umrundet.

Selbst in Deutschland und ganz Europa war die Druckwelle messbar gewesen und wurde deutlich gegen 20 Uhr registriert. Zudem löste die Eruption Flutwellen aus und führte in vielen Pazifik-Staaten zu einer erhöhten Alarmbereitschaft. Überschwemmungen in Santa Cruz im US-Staat Kalifornien wurden auf den Ausbruch zurückgeführt. Neuseeland, Japan und Fidschi bemerkten Tsunami-Wellen an ihren Küsten.

Riesige Aschewolke: Einfluss auf Wetter und Klima?

Zudem war eine gewaltige Aschewolke wie ein Atompilz kilometerweit in die Höhe gestiegen. Hilfsorganisationen warnten vor Gesundheitsschäden durch die Asche und rieten den Bewohner:innen Tongas dazu, Masken zu tragen und nur Wasser aus Flaschen zu trinken.

Dieses Ereignis, das gefühlt unendlich weit entfernt stattfindet, kann auch Auswirkungen auf die ganze Welt haben. Schließlich bewegt sich die riesige Aschewolke bereits über den Südpazifik und erreicht mittlerweile auch die Ostküste Australiens. Welchen Einfluss hat das auf unser Wetter in Europa?

Aschewolke in der Stratosphäre - Einfluss auf globale Temperatur möglich

Das hängt davon ab, in welcher Höhe sich die Wolke befindet. "Wenn durch den Vulkanausbruch die Aschewolke bis in die Stratosphäre vordringt, kann das unter bestimmten Bedingungen Einfluss auf die globale Temperatur haben", so Meteorologe Georg Haas. "Große Mengen von Feinstaub dimmen das Sonnenlicht und in der Folge wird es kühler", so der Experte.

In der Stratosphäre kann sich die Asche länger halten, weil sie über den Wolken nicht vom Regen ausgewaschen wird. Somit ergibt sich eine kühlere Phase, bis die feinsten Aschepartikel ganz langsam wieder runtergefallen sind. Das hätte Auswirkungen auf mehrere Folgejahre.

"Jedoch muss es sich um gigantische Mengen handeln. Ein kurzer Vulkanausbruch mit kleiner Aschewolke fällt in Bezug auf das globale Klima nicht ins Gewicht. Die entscheidende Frage ist, wie viel Asche weit hinauf in die Stratosphäre gelangt", erklärt Haas.

Nicht genug Aschepartikel in der Stratosphäre

Satellitendaten zeigen nun, dass die Asche- und Staubwolke des Vulkanausbruchs bis in 30 Kilometer Höhe geschleudert wurde. Damit ist die Stratosphäre erreicht. Müssen wir uns auf sinkende Temperaturen einstellen? Es gibt Entwarnung. Erste Auswertungen zeigen, dass sich nicht genug Aschepartikel in der Stratosphäre halten konnten, da die Eruption zu kurz war.

Eine sehenswerte Kehrseite gibt es aber auch. "Durch den vermehrten Feinstaub in der Atmosphäre kann man auf der Südhemisphäre herrliche Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge bestaunen", so Haas.

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