Hohes Bußgeld! Wasserentnahme aus Seen und Flüssen verboten

- Quelle: dpa/wetter.com
Hohes Bußgeld! Wasserentnahme aus Seen und Flüssen verboten
© dpa
Ein Ende der Trockenheit ist nicht in Sicht.

Die Trockenheit in Deutschland ist so schlimm, dass nun sogar die Wasserentnahme aus Bächen verboten wurde. Widersetzt man sich diesem Verbot, drohen hohe Bußgelder.

Die Pflanzen dorren, die Flüsse schwinden: Die Trockenheit hat Teile Deutschlands weiter fest im Griff. Die ersten Landkreise reagieren bereits.

Wasserentnahme aus Bächen, Seen und Flüssen verboten

Der Vogelsbergkreis verhängt wegen der anhaltenden Trockenheit ein Verbot für die Wasserentnahme aus Bächen, Seen und Flüssen. "Wir wollen unsere Tier- und Pflanzenwelt in den Gewässern vor Schaden bewahren", begründete Landrat Manfred Görig die Entscheidung. Damit folgt der Vogelsbergkreis dem Main-Taunus-Kreis, der bereits Tage vorher eine entsprechende Verfügung ausgesprochen hatte.

Im Vogelsberg führen nach Angaben des Kreises einige Gewässer nur noch sehr wenig Wasser. Eine Änderung der Situation ist "im Moment nicht absehbar". 

Bußgeld von bis zu 100.000 Euro

Die Kreisverwaltung in Lauterbach hatte wegen der Trockenheit bereits im vergangenen Sommer eine Wasserentnahme verboten. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 Euro rechnen.

Das Umweltministerium in Wiesbaden hatte zum sorgsamen Umgang mit Wasser aufgefordert. "Wir haben hier in Hessen stabile Grundwasservorkommen und können die Versorgung der Bevölkerung aus diesen sicherstellen. Trotzdem müssen wir sorgsam mit diesem kostbaren Gut umgehen", sagte Umweltministerin Priska Hinz. 

Auch im Erzgebirgskreis gilt Verbot der Wasserentnahme 

Nach Chemnitz und dem Landkreis Nordsachsen hat auch der Erzgebirgskreis die Wasserentnahme aus Flüssen, Bächen und Seen verboten. Wegen der langen Trockenheit und der niedrigen Wasserstände könnten bereits geringfügige Mengen nachteilige Auswirkungen auf die Gewässerökologie haben, teilte das Landratsamt in Annaberg-Buchholz am Dienstag mit. In den Gewässern des Kreises seien die Wasserstände flächendeckend sehr niedrig und die Abflüsse gering.

Erst am Vortag hatte der Landkreis Nordsachsen ein Verbot zur Wasserentnahme verhängt, das bis zum 31. Oktober gilt. Auch dort sei die Situation für im Wasser lebende Tiere und Pflanzen sehr angespannt und werde durch den Einsatz von Pumpen noch verschärft, hieß es. 

In der vergangenen Woche hatte bereits Chemnitz als erste sächsische Großstadt so ein Verbot verhängt. Sowohl die Stadt als auch die beiden Landkreise drohten bei Verstößen Bußgelder von bis zu 50 000 Euro an.

Drei Schleusen in Südbrandenburg geschlossen

Wegen des extremen Niedrigwassers der Spree werden in Südbrandenburg drei Schleusen von Mittwoch an geschlossen. Durch die Sperrung der Schleusen Leibsch (in den Dahme-Umflut-Kanal), Krausnicker Strom und Groß Wasserburg für den Bootsverkehr solle das bei Schleusungen im Staugürtel Schlepzig und der Wehrgruppe Leibsch in das Einzugsgebiet der Dahme abfließende Wasser in der Spree gehalten werden, teilte das Landesumweltministerium am Dienstag mit.

Wegen der anhaltenden Trockenheit gilt laut dem Ministerium in mehreren Landkreisen bereits seit vergangener Woche eine Entnahme-Verbot für Wasser. In den Landkreisen Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße, Cottbus, Dahme-Spreewald und Elbe-Elster darf zwischen 6.00 Uhr und 21.00 Uhr aus Flüssen und Seen kein Wasser mehr gepumpt werden. Dies gilt auch im Landkreis Barnim.

Im schlimmsten Fall droht Fischsterben

Die Trockenheit der vergangenen Wochen macht den Bächen und kleineren Flüssen in Nordrhein-Westfalen ebenfalls immer mehr zu schaffen. Wegen der sinkenden Wasserstände erhöht sich die Temperatur in den Gewässern, sagt Experte Roland Funke vom Landesumweltamt (Lanuv). 

"Es kommt dann auch zu verstärktem Pflanzenwachstum. Dies kann dazu führen, dass der Sauerstoffgehalt sinkt. Das wiederum mögen die Fische und andere Lebewesen gar nicht." Im schlimmsten Fall komme es zu einem Fischsterben, wie es mancherorts bereits im vergangenen Jahr der Fall war.

Zu wenig Regen: Wasserstände in Flüssen sinken

Wie aus einer Übersichtskarte des Lanuv hervorgeht, liegen etwa die Wasserstände der Sieg in Siegen oder der Rur zwischen Düren und Jülich deutlich unterhalb der durchschnittlichen Wasserstände. Auch die Grundwasserstände sind gesunken. 

"Im Vergleich zum Vorjahr sind die Grundwasserstände auf einem ähnlichen Niveau", sagt Funke. Der Experte geht davon aus, dass wegen der hohen Temperaturen und des hohen Wasserbedarfs die Grundwasserstände bis mindestens in den Spätsommer hinein weiterhin fallen werden.

Trinkwasserversorgung auch bei Hitze gesichert

Die Trinkwasserversorgung sieht Funke generell nicht in Gefahr. "Die Trinkwasserbrunnen sind für gewöhnlich in recht großer Tiefe. Die können ein mehrjähriges Absinken der Grundwasserstände verkraften." Das Umweltministerium hatte Ende Juni betont, dass die Trinkwasserversorgung in Nordrhein-Westfalen auch an heißen Tagen gesichert sei. Umweltministerin Ursula Heinen-Esser hatte gleichzeitig dazu aufgerufen, Wasser nicht zu verschwenden.

Bis Mittwoch ist nicht mit größeren Niederschlagsmengen in Deutschland zu rechnen. Ob danach endlich mehr Regen kommt, erklären wir Dir im 7-Tage-Trend.

Wetter 7 Tage: Geht doch! Perfekter Spätsommer für die meisten
Initialisierung des Players
fehlgeschlagen!
Bitte aktivieren Sie Flash!
Kontakt & Support
 

P.S. Bist Du auf Facebook? Dann werde jetzt Fan von wetter.com!

Zur News-Übersicht Panorama

Nach oben scrollen