Tragisch! Hunderte tote Delfine an Frankreichs Atlantikküsten

- Marvin Klecker
Tragisch! Hunderte tote Delfine an Frankreichs Atlantikküsten
© dpa
Immer häufiger werden in Frankreich tote Delfine an die Küste gespült (Symbolbild).

An die Küsten Frankreichs sind seit Jahresbeginn unzählige tote Delfine angespült worden. Schuld daran ist die starke Fischerei in der Region.

Traurige Nachrichten von Frankreichs Atlantikküsten! Dort sind in diesem Jahr bis zum vergangenen Wochenende 670 tote Delfine an die Strände gespült worden. Besonders betroffen seien die Küsten des Golfs von Biskaya, so der Wissenschaftler Matthieu Authier von der Universität La Rochelle gegenüber Spiegel Online.

Fangnetze Schuld an den toten Delfinen

Da viele Tiere eindeutige Spuren von Fanggeräten zeigen, kann davon ausgegangen werden, dass der Großteilt der Delfine ein Beifang von Fischern war.

Zudem wird vermutet, dass noch viel mehr Tiere ums Leben gekommen sind. Die meisten toten Delfine werden nämlich nicht an den Strand gespült, sondern gehen im Ozean unter.

11.000 tote Delfine im letzten Jahr

Schätzungen zufolge sind allein im vergangenen Jahr knapp 11.000 Delfine vor Frankreichs Küsten ums Leben gekommen. Laut Untersuchungen von Wissenschaftlern sind die engmaschigen Netze der Fischerboote schuld am Tod der Tiere. Die Delfine verfangen sich unabsichtlich in den riesigen Fangnetzen und tragen Verletzungen davon, die sie in den meisten Fällen nicht überleben.

Nicht nur an Frankreichs Atlantikküsten, sondern auch an den Küsten der Kap Verde kommt es zu einem Massensterben von Delfinen:

Massensterben von Delfinen auf Kapverden
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Kritik von Tierschützern

Daher hagelt es von vielen Seiten Kritik; allen voran von der Tierschutzorganisation "Sea Shepherd". Diese sprechen unter anderem von einer "skandalösen Haltung" der Fischereiverbände. 

Auch Kritik durch Fischereiausschuss

Doch auch die Tierschützer werden kritisiert, wie von Olivier de Nezet, Präsident des Fischereiausschusses der Bretagne. Er spricht gegenüber des Senders France Bleu von einer "Schikane" der Tierschützer, die in der Nacht für mehrere Stunden die Fischer bei ihrer Arbeit gefilmt haben.

Gesetz soll Todeszahl eindämmen

Die französische Regierung hat auf die hohe Delfin-Todeszahl reagiert und ein ab diesem Jahr gültiges Gesetz verabschiedet, das bestimmte Fischdampfer dazu verpflichtet, Pinger an ihren Netzen anzubringen. Diese geben ein akustisches Signal ab, wodurch die Delfine von den Fangnetzen vertrieben werden sollen.

Es ist in Planung, dass die Maßnahme sowohl auf alle französischen als auch auf internationale Schiffe ausgeweitet wird. Dadurch soll die Zahl der getöteten Delfine stark sinken.

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