Böllerverbot: Wo Silvesterfeuerwerk zum Jahreswechsel nicht erlaubt ist

- Quelle: dpa/wetter.com
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Jedes Jahr aufs Neue werden Verbote von Silvester-Feuerwerken in Deutschland diskutiert - entweder aus Umwelt- oder Sicherheitsgründen. An einigen Orten ist das Böllern zu Silvester bereits verboten.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und so langsam beginnen bei den meisten die Planungen für Silvester. Für viele gehört ein Feuerwerk zum Jahreswechsel einfach dazu. Doch nicht überall darf geknallt werden, meistens aus Sicherheitsgründen.

Gleichzeitig rückt aber auch die hohe Feinstaubbelastung, die durch das Feuerwerk jedes Jahr entsteht, bei der Diskussion mehr und mehr in den Vordergrund. So hat die Deutsche Umwelthilfe im Sommer in zahlreichen deutschen Städten ein Verbot von privatem Silvesterfeuerwerk beantragt. 

Deshalb wird immer wieder vor Silvesterfeuerwerken gewarnt

Neu ist die Debatte nicht - der Streit flammt jedes Jahr um Silvester herum auf. Tierschützer warnen vor Stress für Hunde und Katzen, Pferde und Wildtiere. Feuerwehr und Notärzte richten sich auf Brände und Verletzte ein. Umweltschützer warnen vor Feinstaub und tonnenweise Müll.

Und Hilfsorganisationen regen an, statt Raketen und Krachern doch lieber zu spenden - das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt etwa unter dem Stichwort "Brot statt Böller".

Ende vergangenen Jahres fragte das Meinungsforschungsinstitut YouGov nach: Demnach sagen 61 Prozent, Silvesterknaller sollten in Innenstädten verboten werden. 60 Prozent fänden es richtig, wenn es in großen Städten nur noch offizielle Feuerwerke gäbe. Silvesterknaller komplett verbieten lassen wollen demnach etwa zwei von fünf Deutschen (43 Prozent). 

Forderung nach Böllerverbot der Deutschen Umwelthilfe

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat im Sommer in vielen Städten ein Verbot privater Silvesterfeuerwerke beantragt, welches der Luftreinhaltung dienen soll. Der Organisation geht es vor allem um besonders mit Feinstaub belastete Bereiche in den Citys. Denn auch Raketen und Knaller, so warnen Umweltschützer, sorgen für eine hohe Feinstaubbelastung.

Grenzwerte für Feinstaub vom Typ PM10 gibt es fürs Jahresmittel und das Tagesmittel, an 35 Tagen im Jahr darf der Tagesmittelwert aber überschritten werden. Laut Umweltbundesamt werden Stand 2016 zum Jahreswechsel rund 4500 Tonnen Feinstaub freigesetzt - rund ein Sechstel der im kompletten Jahr im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge.

Städte können Böllerverbot nicht so einfach einführen

Die Gesetzeslage in Sachen Feuerwerks-Verbot ist nicht eindeutig: Das bundesweite Sprengstoffgesetz untersagt zwar das "Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden". Was "unmittelbare Nähe" bedeutet, ist nicht näher definiert.

Bundesinnenminister Horst Seehofer kündigte auf Nachfrage von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter eine Überarbeitung des Gesetzes an - allerdings erst zur nächsten Legislaturperiode, wie die "Süddeutsche Zeitung" kürzlich berichtete. Frühestens Ende 2021 sollen die Städte größere Freiräume bekommen, selbst festzulegen, wo Böller gezündet und Raketen abgeschossen werden dürfen.

Kommunen können sich auch auf das kommunale Sicherheitsrecht stützen. Komplette Verbotszonen können nur eingerichtet werden, wenn ein konkretes Sicherheitsrisiko vorliegt - für Menschen oder "historisch wertvolle Gebäude", wie es im Landesstraf- und Verordnungsgesetz heißt. Beurteilt wird das Risiko von Sicherheitskräften, etwa der Polizei oder Feuerwehr. Wer das Verbot ignoriert, muss mit einer Geldstrafe rechnen.

So könnte "Silvester der Zukunft" aussehen

Als Vorbild für das "Silvester der Zukunft" sieht die Umwelthilfe etwa Landshut in Bayern, wo man den Jahreswechsel mit einer Lasershow zu Musik statt mit einem Feuerwerk feiert.

Auch jenseits von Verboten denken Städte über Alternativen nach. In Köln beispielsweise wird darüber diskutiert, das jährliche Spektakel "Kölner Lichter" umzugestalten und das Feuerwerk teilweise durch eine Laser-Show oder beleuchtete Drohnen zu ersetzen.

Böllerverbot: Hier ist das Silvester-Feuerwerk in Deutschland bereits verboten

Feuerwerksverbote gibt es bereits - aber meist nicht aus Umweltschutz-, sondern aus Sicherheitsgründen - etwa in historischen Altstädten mit Fachwerkhäusern und vor Krankenhäusern. In einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter 53 Städten und Gemeinden gaben 25 an, keine Böllerverbote zu verhängen. In 23 Städten soll es nur in bestimmten Gebieten Verbote geben, Bremen, Frankfurt (Oder) und Potsdam wollten noch über eventuelle Verbote entscheiden.

Komplett untersagt sind Böller und Feuerwerke nur an der Nordsee: Das Amt Föhr-Amrum und die Gemeinde Sylt erlauben den Silvesterbrauch schon lange nicht. Aufgrund der Reetdachhäuser ist die Brandgefahr hier besonders hoch.

In der folgenden Übersicht sind die befragten Städte aufgelistet, mit dem jeweiligen Status im Hinblick auf ein Böllerverbot. Städte, die teils ein Böllerverbot aussprechen, schützen damit meist historische Gebäude in den Innenstädten.

  • Aachen: Teils
  • Amt Föhr-Amrum: Ja
  • Augsburg: Teils
  • Bamberg:Teils
  • Berlin: Teils
  • Brandenburg: Nein
  • Braunschweig: Teils
  • Bremen: Noch unklar
  • Chemnitz: Nein
  • Cottbus: Nein
  • Darmstadt: Nein
  • Dortmund: Teils
  • Dresden: Nein
  • Düsseldorf: Teils
  • Flensburg: Nein
  • Frankfurt/Main: Nein
  • Frankfurt (Oder): Noch Unklar
  • Freising: Teils
  • Fürth: Teils
  • Göttingen: Teils
  • Halle: Nein
  • Hamburg: Nein
  • Hannover: Teils
  • Ingolstadt: Teils
  • Kaiserslautern: Nein
  • Karlsruhe: Teils
  • Kassel: Nein
  • Kiel: Nein
  • Köln: Teils
  • Landau: Nein
  • Landshut: Teils
  • Leipzig: Nein
  • Lübeck: Nein
  • Ludwigshafen: Nein
  • Lüneburg: Teils
  • Magdeburg: Nein
  • Mainz: Nein
  • Mannheim: Nein
  • München: Teils
  • Münster: Nein
  • Nürnberg: Teils
  • Offenbach: Nein
  • Oldenburg: Nein
  • Passau: Teils
  • Potsdam: Noch Unklar
  • Regensburg: Nein
  • Stuttgart: Teils
  • Sylt: Ja
  • Timmendorfer Strand: Teils
  • Trier: Nein
  • Wiesbaden: Teils
  • Wolfsburg: Nein
  • Würzburg: Teils

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In anderen Ländern ist Silvester ohne Feuerwerk ganz normal

Ein Silvester ohne Feuerwerk ist in Deutschland kaum vorstellbar, in anderen Nationen ist die Situation oft eine ganz andere. In Australien gibt es bereits ein komplettes Verbot von privaten Feuerwerken. Auch wer Silvester in Paris verbringt, könnte enttäuscht werden. In Frankreich ist privates Feuerwerk generell nicht üblich, in der Hauptstadt wurde es die letzten Jahre sogar komplett verboten. Stattdessen wird dort ein großes Feuerwerk von der Stadt organisiert.

Ganz ähnlich ist es auch in Griechenland. In Dänemark ist sogar jede Art von Feuerwerk verboten, in Irland sind hingegen nur Wunderkerzen und Tischfeuerwerk erlaubt.

Jedes Land hat also offensichtlich individuelle Regeln. Bevor du über Silvester verreist, solltest du dich unbedingt darüber informieren, was erlaubt ist und was nicht.

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