Mega-Hype um neue App: Das ist problematisch an Clubhouse

- Sabrina Fuchs
Mega-Hype um neue App: Das ist problematisch an Clubhouse
© dpa
Eine Nutzerin der Social-Media-App Clubhouse, wie die App Zugriff auf alle Einträge im Adressbuch fordert.

Plötzlich ist die App namens Clubhouse DAS Gesprächsthema. Vor allem über das vergangene Wochenende ist ein regelrechter Hype um die Social-Media-App entstanden. Aber warum eigentlich?

Eine neue Social-Media-App namens Clubhouse löst gerade einen regelrechten Hype aus. Im Frühjahr 2020 ist die App bereits in den USA an den Start gegangen. Doch wieso der aktuelle Hype und was kann die App eigentlich? Allzu voreilig sollte man die App nicht installieren, denn sie sammelt extrem viele Nutzerdaten. Bei Clubhouse handelt es sich nämlich um eine App mit einigen Kritikpunkten. 

Bei den aktuellen Charts der Gratis-Anwendungen im App Store von Apple ist Clubhouse aktuell auf Platz zwei, vor Telegram und WhatsApp (Stand: Montag, 18.01.21). Verfügbar ist sie aktuell nur für iPhone-Nutzer, für Android gibt es die Anwendung momentan nicht. 

Was passiert bei Clubhouse? 

Clubhouse ist eine Audio-App. Es geht also im Vergleich zu Instagram oder TikTok nicht um Bild- oder Video-Inhalte. Es gibt verschiedene virtuelle Diskussionsrunden. Dafür können die Nutzer sich in Audio-Chatrooms treffen und sich live miteinander über vorab festgelegte Themen unterhalten – alles virtuell über die App. Dabei kann man entweder passiv bleiben und den anderen bei ihrer Diskussion zuhören oder sich selbst zu Wort melden und mitdiskutieren, wie bei einem Live-Podcast oder einer Telefon-Konferenz.  

Als Nutzer kann man über die App auch selbst einen Raum zu einem beliebigen Thema eröffnen und dort sprechen. Jeder Raum kann öffentlich für alle Nutzer sichtbar sein oder eingeschränkt sichtbar sein, sodass sich dort nur Menschen treffen können, denen man folgt.  

Weitere Infos zu Clubhouse erfährst du im Video:


Wer mitmachen will, braucht eine Einladung 

Aktuell darf jedoch nur mitmischen, wer auch eine Einladung erhält. Eine Einladung kann man von Freunden oder Bekannten erhalten, die in der App bereits registriert sind. Das funktioniert nur über die Handynummer. Auf diese Weise wird der Hype um die App natürlich noch befeuert, da jeder eine exklusive Einladung erhalten möchte. Dabei gehen manche jedoch gedankenlos mit ihren Daten um. 

Nach Angaben von Clubhouse hat diese künstliche Verknappung aber einen praktischen Grund. Bei der aktuellen Version der Anwendung handele es sich noch um eine Art Testversion. Bei zu vielen Nutzern würde die Software zusammenbrechen - deshalb lasse man vorerst nur eine begrenzte Zahl zu.

App erlangt Zugriff auf gesamtes Adressbuch 

Wer anderen Personen nämlich zu Clubhouse einladen möchte, muss der App erlauben, dass sie auf das Adressbuch des Smartphones zugreifen darf. Somit gibt man nicht nur seine eigenen persönlichen Daten an Clubhouse weiter, sondern auch alle Personendaten, die man in seinem Adressbuch gespeichert hat. So erhält die App auch Daten von Menschen, die gar keine Nutzer von Clubhouse sind. Von Datenschutzexperten wird dies massiv kritisiert. 

Auch WhatsApp-Nutzer sind sich oft nicht bewusst, wie viele sensible Informationen sie in WhatsApp preisgeben. Mit einfachen Handgriffen kannst du deine Privatsphäre schützen:

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Gespräche werden mitgeschnitten 

Ein weiterer Aspekt, weshalb die App kritisch betrachtet werden sollte: Die Gespräche werden mitgeschnitten. In den Nutzungsbedingungen heißt es zwar "vorübergehend und verschlüsselt", ein Mitschnitt erfolgt jedoch trotzdem. Laut Clubhouse werden die Aufnahmen gelöscht, sobald ein Raum geschlossen wird, außer jemand beschwert sich über unangemessene Inhalte, die eine weitere Untersuchung nach sich ziehen. Alle geführten Gespräche in der App werden also zunächst auf Servern gespeichert, ein weiterer großer Kritikpunkt von Datenschützern.

Außerdem sollen auch Hasstiraden und Verschwörungstheorien über die App verbreitet werden, moderiert werden die Diskussionsrunden von den Betreibern nicht. 

Wieso dieser Hype?  

Trotz aller Datenschutzbedenken hat die App derzeit anscheinen einen gewaltigen Zulauf in Deutschland. Auch viele Promis und Influencer, darunter beispielsweise Joko Winterscheidt oder Caro Daur, sind Teil von Clubhouse. Für Fans bedeutet das wahrscheinlich einen weiteren Anreiz, die App auch zu nutzen. So können sie schließlich mit ihren Vorbildern diskutieren.  

Vermutet wird, dass der Hype deshalb so groß ist, weil man die Angst hat etwas zu verpassen. Schließlich kann man die App nur mit Einladung nutzen, weshalb diese derzeit auch so begehrt sind. Das ist auf jeden Fall eine clevere Taktik der Betreiber, da sie so einen künstlichen Hype erschaffen. Wer mitmachen darf, fühlt sich schließlich als exklusiver Teil etwas Besonderen. Ob die App jedoch auch in Zukunft Bestand hat, bleibt abzuwarten. 

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