Viele Todesopfer! Menschen weltweit ächzen unter Hitzerekorden

- Bettina Marx
Hunderte Waldbrände in Kanada geraten außer Kontrolle >
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Nahe 50 Grad! Kanada erlebt aktuell eine historische und zugleich eine sehr gefährliche Hitzewelle. Auch in anderen Regionen weltweit gab es neue Hitzerekorde.

Vielen Menschen weltweit macht derzeit extreme Hitze zu schaffen. Vielerorts wurden neue Hitzerekorde aufgestellt. Am extremsten sind die Temperaturen aktuell in Kanada. 

49,5 Grad: Historische Hitzewelle in Kanada

So wurde in Kanada sogar der Allzeit-Temperaturrekord gebrochen. Am Sonntag, den 27 Juni 2021, kletterte das Thermometer in Lytton auf 46,6 Grad. Lytton liegt nordöstlich von Vancouver in British Columbia. So heiß war es seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen noch nie. 

Damit aber nicht genug. Der jüngste Rekord wurde am Montag, den 28. Juni 2021, gleich nochmal deutlich übertroffen. Nun liegt der aktuelle Allzeit-Temperaturrekord bei 47,9 Grad. Das ist schon sehr außergewöhnlich. Am Dienstag, den 29. Juni 2021, wurde der Wert aber erneut gebrochen. Der aktuelle Rekord liegt nun also bei unglaublichen 49,5 Grad. 

https://twitter.com/ECCCWeatherBC/status/1410017678216024067

Der bisheriger Hitzerekord Kanadas lag übrigens bei 45 Grad, der am 5. Juli 1937 in Yellow Gras in Saskatchewan aufgestellt wurde. 

Tödliche Hitze: Todesopfer in Kanada häufen sich

Die gefährliche Hitze hat nach Angaben der Behörden zu Hunderten Todesfällen beigetragen. Von Freitag bis Mittwoch seien in der Provinz British Columbia 486 plötzliche und unerwartete Todesfälle gemeldet worden, teilte die Gerichtsmedizin der Westküsten-Provinz am Mittwoch mit. Diese Zahl werde vermutlich noch steigen. Sie liege 195 Prozent über dem Durchschnitt. Die Behörde geht davon aus, dass der starke Anstieg mit der extremen Hitze zusammenhängt. 

Die Hitzewarnungen bleiben auch noch in den kommenden Tagen aktiv. Den aktuellen Prognosen zufolge dauert die extreme Hitzewelle in Kanada noch diese Woche an. Weitere Hitzerekorde und tropische Nächte sind demzufolge möglich. Normalerweise ist die heißeste Zeit dort Ende Juli und nicht Ende Juni.

Im Zuge der Rekordhitze drohen gesundheitliche, teils lebensbedrohliche Gefahren wie Hitzschläge oder Kreislaufprobleme. Vor allem ältere Menschen sind dabei gefährdet. Bei solch extremen Temperaturen sollte man ausreichend trinken und sowohl die pralle Sonne als auch die Hitze meiden. Weitere Tipps haben wir hier:

Außergewöhnliche Hitzewelle auch in den USA

Heftig ist das Wetter auch in Teilen der USA. Im Nordwesten der USA leiden die Menschen ebenfalls unter der extremen Hitze. Dort gab es zuletzt ebenfalls reihenweise neue Hitzerekorde. So wurden am Internationalen Flughafen in Portland am Sonntag 44,4 Grad gemessen. 

Allein im Bezirk Multnomah County, der mit Portland die größte Stadt Oregons einschließt, seien seit Beginn der großen Hitze am Freitag 45 Menschen im Zusammenhang mit der exzessiven Hitze gestorben, teilte die Behörde für Gerichtsmedizin am Mittwoch mit. In Oregons nördlichem Nachbarstaat Washington stieg die Zahl der Toten auf 13, wie die Zeitung "The Seattle Times" am Mittwoch berichtete.

Der Hitze-Horror geht in den USA weiter, wie folgende Prognose zeigt: 

Einen historischen Hitzerekord verzeichnete auch Seattle im Bundesstaat Washington. Mit 38,3 Grad gab es in der vergangenen Woche den heißestes jemals registrierten Junitag. Der absolute Hitzerekord von 39,4 Grad wurde dann am Montag, den 28. Juni 2021, geknackt, als das Quecksilber über 40 Grad stieg. 

Auch in Spokane im Bundesstaat Washington gab es am Sonntag Rekordwerte. Dort wurden rund 38 Grad gemessen.

Die Temperaturen liegen damit um mehr als zehn Grad über den für diese Jahreszeit typischen Werten. Normalerweise pendeln sich die Temperaturen zu dieser Jahreszeit im Nordwesten der USA bei rund 26 Grad ein. 

Bereits vor rund zwei Wochen machte die brutale Hitze den Menschen in Teilen der USA zu schaffen. In der Wüstenstadt Palm Springs stiegen die Temperaturen auf 49 Grad, wie in diesem Video thematisiert wurde: 

Feuerwehr kämpft gegen Waldbrände in Kalifornien

Kalifornien, das oft unter Trockenheit leidet, hat es wieder früh erwischt. Im Norden des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaates kämpften am Donnerstag über tausend Feuerwehrleute gegen einen Waldbrand nahe der Ortschaft Weed. Die Flammen hatten sich in wenigen Tagen auf eine Fläche von fast 80 Quadratkilometern ausgebreitet.

Das Feuer war durch einen Blitzschlag ausgelöst worden. Heftige Winde bei weiter trockenem und heißem Wetter verschärften die Lage. Über tausend Menschen wurden aufgefordert, ihre Häuser in der Gefahrenzone zu verlassen. 

Jetstream begünstigt Extremhitze 

Im Zuge der jüngsten Rekordhitze sind die mobile Klimaanlagen und Ventilatoren ausverkauft. Sportveranstaltungen wurden abgesagt. Schulen und Geschäfte mussten aufgrund der extremen Hitzebelastung schließen. In extra eingerichteten Cooling Center können Obdachlose, ältere oder hilfsbedürftige Menschen Schutz suchen. 

Verantwortlich für die Extremhitze in Nordamerika ist unter anderem der Jetstream, ein Starkwindband in sieben bis zwölf km Höhe. Dieser beeinflusst die Großwetterlage. Der Jetstream hat sich in den vergangenen Tagen und Wochen weit nach Norden verschoben, wodurch die heiße Luft aus Süden bis nach Kanada und in den Norden der USA vordringen konnte. 

Noch heißer war es übrigens zum Sommeranfang im Death Valley. Das "Tal des Todes" ist für seine extremen Temperaturen bekannt. Wie heftig die Hitze dort zuschlug, siehst du in diesem Video: 

Hitzerekord! Heiß, heißer, Europa

Aber nicht nur in Nordamerika werden aktuell viele Hitzerekorde aufgestellt. Auch in Europa begünstigt die Wetterlage historische Hitzewellen. So gab es in den vergangenen Tagen in Estland ebenfalls Temperaturrekorde. Der 23. Juni 2021 war nämlich der bisher heißeste Junitag in Estland. Der Rekord von 34,6 Grad wurde in Narva Estonia aufgestellt.

Weitaus höher sind die Temperaturen allerdings derzeit am Mittelmeer, wie dieses Video zeigt: 

Die seit zehn Tagen andauernde Hitzewelle in Griechenland hat am Donnerstag einen neuen Höhepunkt mit Temperaturen bis zu 44 Grad erreicht. Vielerorts zeigten in den vergangenen Tagen die Thermometer bereits Werte um die 40 Grad an. Betroffen sind vor allem Regionen der Halbinsel Peloponnes im Süden des Landes. 

Auch nachts herrschen hohe Temperaturen um die 30 Grad. Dies sei sehr gefährlich, weil der Körper sich nicht von der Hitze des Tages erholen kann. Mediziner und Meteorologen warnten vor unnötiger Bewegung und Arbeit im Freien.

Hitzewelle auf Zypern - bis 43 Grad im Schatten 

Auch die Urlaubsinsel Zypern wird seit Tagen von einer Hitzewelle heimgesucht. Am Freitag wurde der Höhepunkt mit bis zu 43 Grad im Schatten erwartet, wie der staatliche Rundfunk (RIK) berichtete. Alle Menschen wurden dazu aufgerufen, möglichst zu Hause zu bleiben. Dies gelte vor allem für Kinder und ältere Menschen.

"Besonders zwischen Mittag und dem späten Nachmittag wird es sehr heiß sein", sagte der Chef des zyprischen Meteorologischen Amtes, Kleanthis Nikolaidis, dem RIK. Die Hitzewelle soll erst am Montag leicht nachlassen. Dann werden Temperaturen um die 35 Grad erwartet.

Vier Tote bei großem Waldbrand auf Zypern 

Bei einem Waldbrand auf Zypern sind in der Nacht zum Sonntag vier Menschen ums Leben gekommen. Das bestätigte am Sonntagvormittag ein Regierungssprecher im Staatsrundfunk. Bei den Opfern soll es sich um vier ausländische Landarbeiter handeln. Das Feuer war bei anhaltender Trockenheit und mehrtägiger starker Hitze im Nordosten der Hafenstadt Limassol ausgebrochen.

Elf Löschflugzeuge der Feuerwehr sowie Hunderte Feuerwehrleute und Helfer versuchten, das Feuer einzudämmen, wie der staatliche Rundfunk (RIK) berichtete. "Es gibt noch zwei große Feuerfronten. Wir setzen massiv Löschflugzeuge ein und sind hoffnungsvoll", sagte der Regierungssprecher. Israel, Griechenland und Italien entsendeten Löschflugzeuge nach Zypern.

Hitzeschläge und Nasenbluten aufgrund der Hitze 

Der Westen Libyens hat ebenfalls mit extremen Temperaturen zu kämpfen. Dort gab es in der vergangenen Woche knapp 46 Grad. Da einige Schüler Hitzeschläge und Nasenbluten erlitten, wurden die Schulen geschlossen. Auch in Algerien gab es über 48 Grad.

Entspannung ist auch dort noch nicht in Sicht. Die Wetteraussichten bleiben weiterhin heiß. 

Stromausfälle während Hitzewelle im Irak - bis zu 50 Grad Celsius

Der Irak wird von einer extremen Hitzewelle erfasst, während der wiederholte Stromausfälle das heiße Wetter für viele Menschen noch unerträglicher machen. In mehreren Teilen des Landes stiegen die Temperaturen in den vergangenen Tagen auf mehr als 50 Grad Celsius. Am Freitag kamen Stromausfälle in Bagdad und weiteren Teilen des Landes hinzu, weshalb häufig auch Klimaanlagen und Wasserpumpen ausfielen. 

Die Menschen im Irak versuchen teils, sich mit allen möglichen Mitteln kühl zu halten. Ein Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (ICRC) übernachtete mit seiner Familie etwa im Auto, um zumindest dort die Klimaanlage laufen zu lassen. "Die Hitzewelle im Irak macht das Leben heutzutage für diejenigen ohne reguläre Stromversorgung noch härter", schrieb das ICRC bei Twitter.

Hitzewelle in Russland bereits im Mai 

Schon Ende Mai gab es in Teilen Russlands neue Temperaturrekorde. In der am Rand der Arktis gelegen Stadt Petschora wurden 32,5 Grad Celsius registriert. Im russischen Kolezma waren es sogar 32,7 Grad. Mit knapp 30 Grad gab es damals auch in der Hauptstadt Moskau einen neuen Rekord.

In der vergangenen Woche wurden diese Werte erneut übertroffen. Die Hitze alleine ist aber nicht das einzige Problem. Denn durch die Trockenheit entwickelten sich immer wieder Waldbrände. 

Das Ausmaß der extremen Hitze weltweit bereitet den Meteorolog:innen derzeit Sorgen. Dieser Trend geht auch an Deutschland nicht spurlos vorbei. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen ist es in Deutschland 1,6 Grad wärmer geworden. Wie gefährlich der Klimawandel hierzulande ist, zeigt unser Meteorologe Paul Heger in diesem Video: 

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