Drei Gründe, warum Dein Heuschnupfen schlimmer wird

- Lena Hornstein
Drei Gründe, warum Dein Heuschnupfen schlimmer wird
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Die Pollenallergie hat sich bei vielen Menschen in den letzten Jahren verschlimmert.

Unter Heuschnupfen leiden viele Deutsche – in den letzten Jahren ist die Pollenallergie für Allergiker teils noch schlimmer geworden. Das hat verschiedene Gründe.

In Deutschland leiden 14,8 Prozent der Erwachsenen an Heuschnupfen laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts. Die Zahl steigt immer weiter an, Gründe dafür sind übertriebene Hygiene, aber auch die Umweltverschmutzung und der Klimawandel.

Die Pollensaison verlängert sich

Im Video erfährst Du die drei wichtigsten Gründe, warum Dein Heuschnupfen schlimmer wird:

Die Heuschnupfen-Symptome werden bei vielen Menschen immer schlimmer.
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Doch nicht nur die Zahl der Erkrankten steigt, sondern auch die Heftigkeit der Symptome und vor allem die Länge der Pollensaison. Letzteres liegt an den immer milderen Temperaturen. Der Pollenflug beginnt teilweise sogar schon im Winter.

Professor Ulf Darsow, der in der Klinik für Dermatologie und Allergologie des Klinikums rechts der Isar in München tätig ist, erklärt: "Die längere Pollensaison wirkt sich individuell auf die Patienten aus. Unangenehm wird es für Menschen, die gegen mehrere Pflanzen allergisch sind. Dadurch wird ihre Leidensperiode deutlich verlängert."

Hasel- und Erlenpollen fliegen beispielsweise bereits im Dezember laut dem Pollenflugkalender der Stiftung Deutscher Polleninformationen. Gräser und Brennnessel können demnach auch noch im November allergische Reaktionen auslösen.

Einen ausführlichen Pollenkalender findest Du auch auf wetter.com.

Neue Pflanzen lösen Pollenallergie aus

Ein weiterer Faktor trägt dazu bei, dass Allergiker länger und teils mit noch schlimmeren Heuschnupfen kämpfen: Neue, eingeschleppte Pflanzenarten – in der Fachsprache Neophyten genannt.

"Ein Beispiel für ein Neophyt ist die Ambrosia. Sie breitet sich gegenwärtig in Deutschland aus", erklärt Darsow.

Die Ambrosia, oder auch Traubenkraut genannt, stammt ursprünglich aus Nordamerika. Die Pflanze wurde bereits im Jahr 1860 mit Getreideliegerungen von Nordamerika nach Europa gebracht. "Die Ambrosia ist die Pflanze in Amerika, die dort am häufigsten Pollenallergie auslöst", erläutert Darsow.

Da die Ambrosia bis in den Spätsommer blüht und sich nun durch den Klimawandel in Deutschland weiterverbreitet, löst sie auch hier starke allergische Reaktionen aus.

"Das liegt unter anderem daran, dass die Ambrosia eine Kreuzallergie zum Beifuß auslöst. Das heißt, dass Beifußallergiker auch auf Ambrosia reagieren und Beifußallergie gibt es schon lange in Deutschland", so Darsow.

Auch die eigentlich nicht in Deutschland heimische Purpurerle macht Erkrankten zu schaffen. Sie blüht nämlich schon ab Dezember.

Auf wetter.com kannst Du Dich täglich über den Pollenflug informieren.

Klimawandel verstärkt Heuschnupfen-Symptome

Der Klimawandel fördert nicht nur die Verbreitung von eingeschleppten Pflanzen und verlängert die Pollensaison durch mildere Temperaturen, sondern verstärkt zusätzlich die Symptome des Heuschnupfens. Das hängt mit dem CO2-Gehalt in unserer Luft zusammen.

Es wird befürchtet, dass ein höherer Kohlendioxid-Gehalt in der Luft die Pollenproduktion vieler Pflanzen erhöht. "Das muss allerdings erst noch Pflanze für Pflanze bewiesen werden", sagt Darsow. Jedoch seien durch Symptomtagebücher von Patienten bereits aufgezeigt worden, dass die Symptome sich verstärken je höher die Pollenmenge pro Kubikmeter Atemluft ist.

"Umweltschadstoffe, wie Feinstaub, können zudem die Allergenträger beeinflussen", erklärt Darsow. Dadurch können die Pollen noch aggressiver werden.

"Insgesamt rechnen wir wegen des Klimawandels und der verlängerten Vegetationsperiode mit einer Verschlimmerung der Pollenallergie in Deutschland", erklärt Darsow.

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