Forscher gehen davon aus: Erwacht ein Vulkan in Deutschland?

- Redaktion
Forscher gehen davon aus: Erwacht ein Vulkan in Deutschland?
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Forscher gehen vom Erwachen eines Vulkans im Vogtland aus.

Im Dreiländereck Bayern, Sachsen und Tschechien im Vogtland werden immer häufiger Erdbeben registriert. Forscher sind der Ansicht, dass hier ein Vulkan erwacht.

Wie die "Freie Presse", eine regionale Tageszeitung in Sachsen, berichtet, wird im Vogtland eine zunehmende Aktivität von Erdbebenschwärmen registriert. So hätte der jüngste Schwarm im Frühjahr mehr als 1000 Beben erfasst, von denen etwa jedes zehnte auch spürbar gewesen sei. 

Von einem Erdbebenschwarm bzw. Schwarmbeben spricht man, wenn in bestimmten Regionen der Erdkruste mehrere Erdbeben innerhalb eines gewissen Zeitraums auftreten.

Wissenschaftler sprechen von erwachendem Vulkan

Wissenschaftler vom Deutschen Geo-Forschungszentrum bestätigen die Annahme einer zunehmenden Aktivität im Dreiländereck Tschechien, Sachsen und Bayern. "Wir glauben, dass wir einen erwachenden Vulkan beobachten", erklärt Torsten Dahm, Sektionsleiter der Erdbeben- und Vulkanphysik vom Helmholtz-Zentrum in Potsdam, der Zeitung. 

Die vielen Beben seien ein Anzeichen für eine hohe Aktivität unter der Erde. Scheinbar werden die Schwärme auch stärker und treten in kürzeren Zeitabständen auf. Laut dem Erdbebenforscher spreche vieles dafür, "dass sich unter dem Egerbecken ein Magmareservoir füllt". Das Egerbecken ist ein 271 Quadratkilometer großer Naturraum in Tschechien an der deutschen Grenze.

Forschungsreihe soll aufklären

Die Forscher wollen laut dem Artikel der "Freien Presse" der erhöhten Aktivität auf den Grund gehen und starten eine Forschungsreihe mit Bohrungen im Dreiländereck, genauer im Vogtland bei Landwüst oder Rohrbach. Geplant sei, noch dieses Jahr mit den Bohrungen zu starten, die bis in 400 Meter Tiefe führen sollen. Unter der Erde sollen dann Sensoren die Aktivitäten registrieren und Aufschluss darüber geben, was dort tatsächlich passiert. 

Schwarmbeben im Vogtland in der Vergangenheit

Wie der "Mitteldeutsche Rundfunk" schreibt, erreichen die Beben im Vogtland meistens eine Stärke zwischen zwei und vier. Das entspricht einem sehr leichten bis leichten Erdbeben - aber stark genug, dass die Bewohner es spüren können. Ursache dieser Aktivität sei die vulkanische Vergangenheit dieser Region. Die beiden Vulkane Kammerbühl und Eisenbühl im Umfeld des Egergrabens seien aber schon vor mehreren hunderttausend Jahren erloschen.

Es bleibt also zu hoffen, dass die Forscher durch ihre Untersuchungen herausfinden, was sich unter der Erde im Vogtland tatsächlich abspielt und wie hoch die vulkanische Aktivität hier wirklich ist.

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