Bützow: Nur sehr langsam Normalität

- Redaktion
Bützow: Nur sehr langsam Normalität
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Der Großeinsatz der Freiwilligen Feuerwehr in Bützow ist nach dem verheerenden Tornado von Dienstagabend beendet. Wie der Wehrführer Holger Gadinger am Freitag der Deutschen Presse-Agentur berichtete, gibt es keine akuten Gefahrenstellen mehr. Lose Ziegel, die eine Gefahr für Fußgänger darstellen könnten, seien entfernt worden. Die Sperrung der Hauptstraße wurde aufgehoben, in manchen Seitenstraßen könne es aber immer wieder zu Behinderungen kommen.

Noch seien aber die Spuren des Tornados überall sichtbar, sagte Gadinger. Umgefallene Bäume lägen noch an vielen Orten, genauso zerstörte Autos. Wegen der Gefahr von herabfallenden Teilen bleibe der Bereich um die Stiftskirche noch weiträumig abgesperrt.

Aufräumarbeiten gehen weiter
Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) besuchte am Freitag das Krankenhaus in Bützow, wo eine Station wegen Gebäudeschäden geschlossen ist. Dort laufen die Aufräumarbeiten und die Trocknung des Gebäudeteils. Der Krankenhausbetrieb geht trotz der Schäden weiter. "Es ist gut zu sehen, dass die Versorgung im Klinikum gewährleistet ist", sagte Hesse.

Gemeinsam mit dem Bürgermeister Christian Grüschow besuchte  die Ministerin zudem Helfer und Einwohner in der Stadt. "Es sind so viele Hände, die in Bützow mitanpacken, das ist wirklich beeindruckend", lobte sie. Der Bürgermeister werde der Landesregierung eine Prioritätenliste zur Verfügung stellen, aus der hervorgeht, was am dringendsten gebraucht wird.

Hoher Millionenschaden
Der Tornado hatte einen hohen Millionenschaden angerichtet, auf Luftbildern ist das Ausmaß der Zerstörungen gut erkennbar. Die Reparatur der Dächer und Häuser werde noch Wochen in Anspruch nehmen, sagte Gadinger.

Nach dem permanenten Einsatz sei bei seinen Feuerwehr-Kameraden der Kräfteverzehr spürbar, sagte Gadinger. Trotzdem seien die mehr als 60 Kräfte aus Bützow und die anderen aus dem Umland noch immer hochmotiviert, dort zu helfen, wo es notwendig sei. Die Arbeiten zur Beseitigung der Tornado-Schäden hätten die Bützower zusammengeschweißt. Dieser Zusammenhalt war unter anderem auch von Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) lobend erwähnt worden.

Zerstörte Wälder - Forstleute sichern Wege
Der Tornado hat auch in Wäldern Schäden angerichtet. Wie das Agrarministerium am Freitag mitteilte, wurde rund um die Städte Bützow und Schwaan im Landkreis Rostock der Baumbestand auf rund 200 Hektar Fläche zerstört. Mehr als 15 000 Festmeter seien dem Sturm zum Opfer gefallen. Den größten Anteil daran hatten Laubbäume, davon etwa 3700 Festmeter Buchen. Die Landesforstanstalt nehme derzeit weitere Schäden auf und arbeite vor allem an der Wegsicherung. Agrarminister Till Backhaus (SPD) warnte, die Wälder vor allem in der Unglücksregion noch nicht zu betreten. Es könnten immer noch beschädigte Bäume oder Äste fallen.

dpa

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