Beunruhigende Entdeckung: Methan-Leck in Antarktis entdeckt

- Sabrina Fuchs
Kipppunkte spielen beim Klimawandel eine bedeutende Rolle.
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Methan ist klimaschädlicher als Kohlendioxid. Ein großes Methan-Leck in der Antarktis wurde vor einigen Jahren gefunden und nun erforscht. Was die Forscher dabei besonders beunruhigt.

Forscher rund um den Biologen Andrew Thurber von der Oregon State University veröffentlichten im Fachjournal "Proceedings of the Royal Society B"  die Ergebnisse einer Untersuchung am Südpolarmeer, die unter anderem Focus Online zusammenfasst.

Methan strömt wohl schon seit vielen Jahren aus

Demnach ströme aus einem Loch im Boden Methan und das vermutlich schon seit vielen Jahren. Dies ist das erste Leck dieser Art, das Wissenschaftler in der Antarktis fanden. Entdeckt wurde es in einer Bucht im Rossmeer in zehn Metern Tiefe. Zwar seien die austretenden Gasmengen noch relativ gering, dennoch bereite der Fund den Experten Sorgen. 

Methan ist ein Treibhausgas, das um ein Vielfaches stärker auf unser Klima wirkt als Kohlendioxid (CO2). Es beschleunigt die Erderwärmung also schneller.  

Das macht die Entdeckung so besorgniserregend

Das Loch war Tauchern erstmals 2011 aufgefallen, doch erst seit 2016 wird es auch wissenschaftlich erforscht. Die aktuellen Ergebnisse lassen die Schlussfolgerung zu, dass das Methan von Algen stammt, die sich über Tausende von Jahren am Meeresgrund absetzten. Nach Schätzungen von Experten lagert unter den Meeresböden der Antarktis insgesamt etwa ein Viertel der untermeerischen Methanvorkommen der Erde. Die Forscher wissen jedoch noch nicht, wie das Leck entstand.  

Bisher sind die Wassertemperaturen am Südpol durch den Klimawandel noch nicht gestiegen. Kommt es jedoch soweit, könnte das Gas großräumig freigesetzt werden. Trotzdem sorgen sich Thurber und seine Kollegen: Normalerweise nutzen nämlich spezielle Mikroben das Methan direkt an der Quelle als Energiequelle, wobei Methan in weniger schädliches CO2 und weitere Nebenprodukte umgewandelt wird. Dies ist die weltweit wichtigste Senke für das Treibhausgas. Bei dem aktiven Leck ist dies anders. Die Mikroben siedelten sich hier nur langsam und in geringer Zahl an.  

Weitere Infos erfährst du im Video:


Gesellschaft sollte sich Sorgen machen

Thurber zieht deshalb den Schluss: "Die Verzögerung beim Methanverbrauch ist wichtigste Entdeckung der Studie, und sie ist keine gute Nachricht." Und weiter zitiert Focus Online: "Es hat mehr als fünf Jahre gedauert, bis sich die Bakterien ansiedelten, und selbst dann trat immer noch Methan aus dem Meeresboden aus."

Die Methanfreisetzung aus solchen Unterwasserspeichern gilt als einer der Kipppunkte im Klimasystem. Mehr darüber erfährst du im Video am Anfang des Artikels. 

Auch Thurber findet die Entdeckung beunruhigend. "Es ist absolut etwas, worüber wir und als Gesellschaft Sorgen machen müssen."

Auch in der Nordsee wurden kürzlich Methan-Lecks entdeckt: 

Leck in der Nordsee: Alte Bohrlöcher setzen Methan frei

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