Badeverbot wegen Blaualgen: Diese Seen sind betroffen

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Badeverbot wegen Blaualgen: Diese Seen sind betroffen
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Blaualgen-Alarm an vielen Badeseen: Wer sich dem Badeverbot widersetzt, riskiert Durchfall und Erbrechen.

In Deutschland häufen sich Badeverbote wegen Blaualgen in Seen. Nicht nur für Menschen stellen die Blaualgen eine gesundheitliche Gefahr dar. Tiere können sogar an den Folgen der Vergiftung sterben.

Allein zwischen Juli und Mitte August sei bundesweit an mindestens 32 Stellen das Baden in Seen verboten worden, teilte der Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund) am Dienstag mit. An 88 weiteren Stellen habe es Warnungen gegeben. 

Immer mehr Badeverbote wegen Blaualgen in Seen 

Die Zahl der Blaualgen-Vorkommen, die Mensch und Tier schaden können, ist in den vergangenen Jahren nach einer Anfrage der Grünen an die Bundesregierung rasant angestiegen.

2018 hat es danach insgesamt 47 Badeverbote durch Blaualgenblüten in deutschen Gewässern gegeben, 2017 lediglich 18. Von 2011 bis 2016 waren es nie mehr als 15. 

Drei Seen in NRW betroffen

In Nordrhein-Westfalen hat es in den vergangenen Wochen nach einer Analyse von Umweltschützern in mindestens drei Seen Badeverbote wegen Blaualgen gegeben - in Duisburg, Petershagen und Mülheim an der Ruhr.

Für fünf weitere Gewässer gab es Badewarnungen, unter anderem in Bochum.

Blaualgen in diesem Jahr besonders früh 

In Thüringen sind Blaualgen in Badeseen nach Beobachtungen des Landesamtes für Verbraucherschutz in diesem Jahr früher aufgetreten als in vergangenen Jahren. Teilweise war dies schon kurz nach Beginn der Badesaison Mitte Mai der Fall. Üblicherweise komme es erst in der Mitte oder gegen Ende der Badesaison zu größeren Konzentrationen in Badegewässern. Insgesamt halte sich der Blaualgenbefall in Thüringen in dieser Saison bislang allerdings in Grenzen.

Nur ein Badesee, das Strandbad Breitungen (Landkreis Schmalkalden-Meiningen) musste dem Landesamt zufolge deswegen zeitweilig gesperrt werden.

Blaualgenwarnstufe am Barleber See aufgehoben

In anderen Seen gibt es wiederum Entwarnung. Die Blaualgenwarnstufe am Barleber See in Magdeburg ist am Dienstag aufgehoben worden. Algen seien sowohl auf dem See als auch am Ufer nicht mehr zu sehen, teilte die Stadtverwaltung mit. Damit seien erste Erfolge bei der Restaurierung des Sees sichtbar. Seit Anfang Juli seien täglich rund 15 Tonnen Aluminiumsalze ins Wasser gestreut worden, wodurch die Algen nun an der Wasseroberfläche vollständig verschwunden seien. Bis in den Herbst hinein sollen rund 1000 Tonnen des Mittels in den See eingebracht werden.

Die Salze binden den Angaben zufolge große Mengen Phosphor, dass auf den Grund des Sees absinkt. Das Verfahren sei in jüngster Vergangenheit an zahlreichen Seen in Norddeutschland erfolgreich angewendet worden. Das verwendete Polyaluminiumchlorid sei ein Mittel, das auch in Trinkwassertalsperren und Kläranlagen eingesetzt werde und über eine Lebensmittelzulassung verfüge.

Erkrankungen wie Durchfall und Erbrechen möglich

Blaualgen sind Cyanobakterien. In der Regel führen zu viele Nährstoffe in Seen zur Bildung von Blaualgen im Wasser - vor allem in Verbindung mit hohen Temperaturen. Die Nährstoffe gelangen oft durch intensive Düngung in der Landwirtschaft in die Gewässer.

Cyanobakterien bilden sich dann vor allem in Verbindung mit hohen Temperaturen. Gemessen werden Werte routinemäßig meist nur an offiziellen Badestellen.

Insbesondere Kleinkindern und Menschen mit geschwächtem Immunsystem raten Behörden vom Baden in Seen mit Blaualgen-Vorkommen ab. Das Verschlucken des Wassers kann zu Durchfall und Erbrechen führen.

Hunde können an Vergiftung sterben

Auch Tiere, zum Beispiel Hunde und Schwäne, sind gefährdet und können nach dem Trinken an den Folgen der Vergiftung sterben.

Beim Baden lauern aber noch weitere Gefahren, die nicht unterschätzt werden sollten: 

Diese Gefahren lauern beim Baden
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"Blaualgen sind ein deutliches Zeichen, dass unsere Gewässer in einem ökologisch kritischen Zustand sind", sagte Laura von Vittorelli, Bund-Expertin für Gewässerpolitik. Das bisherige Düngerrecht reicht nach Bund-Angaben nicht aus, um das Blaualgen-Wachstum zu bremsen.

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