Anstieg von 222 Prozent: Schockierende Zahl aus dem Amazonas

- Redaktion
Anstieg von 222 Prozent: Schockierende Zahl aus dem Amazonas
© Shutterstock
Im August 2019 hat die Abholzung im Amazonas um über 200 Prozent im Vergleich zu 2018 zugenommen.

Erschreckende Nachrichten aus dem Amazonasgebiet: Wie eine brasilianische Organisation bekanntgab, schreitet die Abholzung in einem dramatischen Ausmaß voran. Ein Pakt soll Amazonien künftig schützen.

Im Amazonasgebiet lodern noch immer verheerende Brände, die fatale Auswirkungen für unser Weltklima haben können. Wie eine staatliche Organisation Brasiliens nun bekannt gab, ist auch die Abholzung des Regenwaldes im August 2019 schockierend angestiegen.

Wie sich die Situation im Amazonasgebiet auf unseren Planeten auswirken kann, erklären wir im Video:

Amazonas-Katastrophe: Das Schlimmste kommt erst noch
Initialisierung des Players
fehlgeschlagen!
Bitte aktivieren Sie Flash!
Kontakt & Support
 

Abholzung im Amazonas um über 200 Prozent gestiegen

Wie die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf das Nationale Institut für Weltraumforschung (INPE) berichtet, stieg die Abholzung am Amazonas im August 2019 dramatisch an. Demnach hätte im August diesen Jahres 222 Prozent mehr Abholzung stattgefunden als noch im August 2018. Das Institut gab aufgrund von Satellitenbildern für Juni eine Steigerung von 88 Prozent und für Juli von 278 Prozent bekannt.

Die brasilianische Weltraumagentur INPE überwacht seit 1988 die Abholzung im Amazonasgebiet. Seitdem wurde der Wald auf einer Fläche von 700 000 Quadratkilometern zerstört. Das entspricht etwa zweimal der Fläche von Deutschland. Allein von 2000 bis 2018 ist der brasilianische Regenwald nach Berechnungen der Organisation Global Forest Watch um etwa zehn Prozent geschrumpft.

Dabei schwanken die Zahlen von Jahr zu Jahr erheblich: So wurden 2009 rund 18 000 Quadratkilometer Wald vernichtet, im Jahr 2016 waren es fast dreimal so viel. 

Die Abholzung im brasilianischen Amazonasgebiet hat nach Angaben von Umweltschützern allein im vergangenen Jahr um 15 Prozent zugelegt. Zwischen August 2018 und Juli 2019 seien 5054 Quadratkilometer Regelwald gerodet worden, teilte die Nichtregierungsorganisation Imazon kürzlich mit. Das entspricht etwa der doppelten Fläche des Saarlands. Allein im Juli seien Wälder auf einer Fläche von 1287 Quadratkilometern vernichtet worden - ein Anstieg um 66 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. 

Brasiliens Regierung streitet Abholzung in diesem Ausmaß ab

Nach der Veröffentlichung der Zahlen für Januar bis Juli 2019, entbrannte in Brasilien ein öffentlicher Streit um den Wahrheitsgehalt der Zahlen. Anschließend entließ Staatspräsident Jair Bolsonaro den bis dahin zuständigen Direktor Ricardo Galvão.

Die Regierung des rechten Präsidenten Jair Bolsonaro nannte die Angaben irreführend und warf der Organisation vor, im Dienste von Umweltschutzorganisationen zu stehen. Umweltminister Ricardo Salles erklärte, ein Teil der Abholzung habe bereits in weiter zurückliegenden Jahren stattgefunden. Sie seien aber erst jetzt in die Berechnung von INPE eingeflossen und hätten damit die Prozentzahlen aufgebläht.  

Diese Länder haben Pakt für Amazonien geschlossen

Um das Amazonasgebiet in Zukunft stärker zu schützen, haben sich sieben Länder aus Südamerika kürzlich auf eine gemeinsame Strategie zum Umweltschutz und zur nachhaltigen Entwicklung in der Amazonasregion geeinigt. Vertreter aus Brasilien, Bolivien, Peru, Kolumbien, Ecuador, Suriname und Guayana unterzeichneten am vergangenen Freitag den Pakt von Leticia für Amazonien. 

"Amazonien ist unser Erbe, unterliegt unserer Souveränität, aber wir können es mit der Welt teilen. Es ist ein Schatz, den wir alle gemeinsam hüten müssen", sagte Kolumbiens Präsident Iván Duque. Zum Amazonasgipfel in Leticia empfing er die Regierungsvertreter der Region in einer traditionellen Hütte der indigenen Gemeinschaften im Dschungel. "In den vergangenen Jahren haben wir Tausende Hektar Regenwald verloren, weil illegal neue Weide- und Ackerflächen geschaffen werden", sagte Duque. 

Mit dem Abkommen verständigten sich die Länder auf konkrete Aktionen zum Schutz des Amazonasregenwaldes. "Es bleibt nichts mehr zu sagen, denn nach den Unterschriften muss nun gehandelt werden", sagte Ecuadors Staatschef Lenin Moreno.

Im Amazonasgebiet wüten die schlimmsten Brände seit Jahren

Das ganze Amazonasgebiet leidet derzeit unter zahlreichen Bränden. Nach Einschätzung von Umweltschützern stecken meist Farmer bereits abgeholzte Flächen in Brand, um neues Weideland zu schaffen. In der derzeitigen Trockenzeit greifen die Flammen aber auch immer wieder auf noch intakte Waldflächen über. Besonders Bolsonaro war zuletzt international in die Kritik geraten, weil er die wirtschaftliche Nutzung des für das Weltklima bedeutenden Regenwaldes vorantreibt.

Alle Informationen zu den Entwicklungen der Brände findest du hier - Amazonas-Katastrophe: Zahl der Feuer steigt und steigt

P.S. Bist du auf Facebook? Dann werde jetzt Fan von wetter.com!

Zur News-Übersicht Klima

Nach oben scrollen