Zur Müllvermeidung: Mehrwegbecher für Kaffee to go gefördert

- Redaktion
Zur Müllvermeidung: Mehrwegbecher für Kaffee to go gefördert
© dpa
Müll durch Kaffeebecher: Solche Bilder sollen bald der Vergangenheit angehören.

Kaffeetrinker aufgepasst! Sowohl Rheinland-Pfalz und als auch das Saarland führen einen Bonus für Mehrwegbecher ein. Ziel der Aktion soll die Müllreduzierung sein. Die Politik begrüßt diese Aktion.

Bonus für die Umwelt und für den Geldbeutel: In rund 260 Läden in Rheinland-Pfalz und dem Saarland kosten heiße Getränke seit Montag zehn Cent weniger. Vorausgesetzt, die Kunden bringen einen Mehrwegbecher mit. Dadurch sollen Einwegbecher bald der Geschichte angehören.

"Damit regen wir hoffentlich viele Menschen an, einen eigenen Becher mitzunehmen", sagte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) beim Auftakt der "BecherBonus"-Initiative am Montag in einer Biobäckerei in Mainz. Einzelhandel und Gewerbe lobten die Kampagne.

Aktion nach hessischem Vorbild

Begleitet wurde Höfken von ihrer hessischen Amtskollegin Priska Hinz (Grüne). Rheinland-Pfalz führt die Aktion nun nach hessischem Vorbild ein - dort gibt es den Rabatt bereits seit 2016. Das Saarland hat seit Herbst 2017 eine eigene Initiative, bei der 170 Betriebe mitmachen, wie das saarländische Umweltministerium mitteilte.

Auch bei der Initiative "Becherheld" sparen Verbraucher zehn Cent, wenn sie auf einen Becher aus Pappe oder Plastik verzichten. Einige der Betriebe aus Rheinland-Pfalz, die beim "BecherBonus" mitmachen, haben auch Filialen im Saarland. Höfken und Hinz verwiesen daraufhin, dass bundesweit rund 2,8 Milliarden Einwegbecher im Jahr verbraucht würden. Das entspreche 320.000 Bechern pro Stunde. 

Hoher finanzieller Aufwand durch Einwegbecher

Zu oft würden die mit Plastik beschichteten Pappbecher noch achtlos weggeworfen, sagte Hinz. "Das kostet die Kommunen viel Geld, weil sie es irgendwo aufsammeln müssen." Die Betriebe müssten die Einwegbecher kaufen. "Und es hat niemand Nutzen davon." Mittlerweile beteiligen sich in Hessen rund 120 Firmen mit etwa 900 Filialen an der Aktion.

Beim "BecherBonus" sind dem Ministerium in Mainz zufolge sind unter anderem Bäckereien, Cafés, Einzelhandelsketten und Tankstellen an Bord. Um die Bekanntheit für die Aktion zu erhöhen, will das Ministerium die Betriebe kostenfrei mit Informationsmaterial ausstatten. Für Postkarten, Plakate, Hygienehinweise und Aufkleber wird knapp 7000 Euro ausgegeben. 

Rheinland-Pfalz begrüßt die Initiative

Der rheinland-pfälzischen Städte- und Gemeindebund begrüßte den "BecherBonus." Abfallvermeidung habe ohnehin seit langem für die Kommunen einen hohen Stellenwert, sagte Vorstandsmitglied Karl-Heinz Frieden. Demnach sei es bereits üblich, dass Kommunen bei Stadt- oder Weinfesten ein Einwegverbot vorgeben.

"Nach wie vor haben wir aber einen hohen Verbrauch und damit riesige Abfallmengen beim "Kaffee to go", der noch fast flächendeckend als Einwegbecher angeboten wird. Auch hier brauchen wir ein Umsteuern", sagte Frieden. "BecherBonus" sei dafür ein guter Ansatz. 

"BecherBonus" regt den Umweltschutz an

Jede Initiative, die zur Nachhaltigkeit, dem Klimaschutz und der CO2-Reduktion beitrage, sei positiv, sagte Steffen Blaga von der IHK Pfalz. Dabei seien viele Betriebe mit Blick auf die Hygiene zunächst skeptisch gewesen. Diese Bedenken hätten aber weitgehend ausgeräumt werden können. 

Beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) stößt die Mehrweg-Initiative ebenfalls auf positive Resonanz. Zwar hätte es auch die Möglichkeit gegeben, ein Pfandsystem einzuführen. "Dass jeder nun seinen eigenen Becher mitbringt, halte ich für noch sinnvoller", sagte die Landesvorsitzende Sabine Yacoub.

Sie wies darauf hin, dass das Befüllen eines eigenen Bechers bereits vor dem Start der Initiative in vielen Coffee-To-Go-Shops möglich war. Durch die Kostenersparnis räumte Yacoub der Aktion gute Chancen ein, bei den Verbraucher Akzeptanz zu finden.

Nicht nur Einwegbecher könnten demnächst der Vergangenheit angehören. Auch Gegenstände aus Plastik sollen bald aus unseren Läden verbannt werden. Welche Produkte betroffen sind, erfährst Du im folgenden Video:

Das EU-Parlament hat ein Verbot von Einweg-Plastikprodukten beschlossen.
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