Warum 2019 die idealen Bedingungen für Mücken herrschen

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Warum 2019 die idealen Bedingungen für Mücken herrschen
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Das Wetter der vergangenen Tage könnte im Sommer 2019 für besonders viele Stechmücken in Deutschland sorgen.

Mücken und die Stiche, die sie an unserem Körper hinterlassen, sind lästig. Die Wetterbedingungen der vergangenen Tage haben zur Folge, dass es in dieser Saison besonders viele geben könnte.

Sie haben in Kellern oder auf Dachböden überwintert und schwärmen aus, sobald die Temperaturen steigen. Mücken lieben feuchtwarmes Klima. Die Saison 2019 bietet also die idealen Bedingungen für Mücken sich auszubreiten, zumindest in großen Teilen Deutschlands.

Mücken: Kommt es diesen Sommer zur Plage?

Um Eier abzulegen, brauchen Mücken keinen ganzen See, oftmals reicht ihnen schon eine Pfütze oder eine Regentonne im Garten. Der Mai war in vielen Regionen Deutschlands zu nass. 80 Liter Niederschlag fielen pro Quadratmeter im Schnitt - 16 Prozent mehr als das Soll von 71 Litern vorsieht. Sehr wenig Regen bekam dafür aber der Nordwesten ab, im Emsland maß der DWD nur zehn Liter. Folglich wird es dort vermutlich weit weniger Larven geben als im Rest Deutschlands.

In den kommenden Tagen wird es außerdem heiß in Deutschland. Lokal sind über 30 Grad drin, in ganz Deutschland herrschen sommerliche Temperaturen. Die Mücken können bei diesen Temperaturen schnell schlüpfen. Für Mücken wird es dann eine gute Saison, wenn es sonnig und warm ist, es aber auch immer mal wieder regnet. Abtöten würde die Larven eine länger anhaltende Trockenheit. Diese scheint es in nächster Zeit jedoch nicht zu geben.

Wie sich die Wetterlage in den kommenden sieben Tagen entwickelt, erfährst Du im Video:

Wetter 7 Tage: Nächste Woche Spätsommer-Comeback
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Mückenjäger am Rhein im Einsatz

Wegen des vielen Regens und Überschwemmungen an den Rheinufern sind im Südwesten auch Mückenjäger wieder im Einsatz. Mitarbeiter der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Stechmückenplage (Kabs) hatten auf überfluteten Flächen Wasserproben genommen und ein Massenschlüpfen von Rheinschnakenlarven beobachtet.

"Erst das warme Wetter und dann das Hochwasser - das sind ideale Bedingungen für die Larven", sagte Kabs-Sprecher Uwe Engel am Freitag. Die überschwemmten Auen bieten demnach einen guten Brutplatz für Schnaken, wie Stechmücken in der Region auch genannt werden.

Mit ein paar Hausmitteln und Tipps, kannst Du Mücken, Spinnen und andere Insekten von Deinem Zuhause fernhalten.

An mehreren Überflutungsstellen stellten die Experten mehr als 100 Larven pro Liter fest. Zur Bekämpfung bringen die Mitarbeiter nach einer mit den Umweltbehörden festgelegten Strategie - entweder mit Sprühaktionen zu Fuß oder aus der Luft mit einem Hubschrauber - ein Eiweißgranulat aus. Sein biologischer Wirkstoff Bti sorgt dafür, dass die Mückenlarven sterben. Bei Menschen und anderen Tieren soll Bti wirkungslos sein. 

Ob es im Sommer 2019 tatsächlich zur Mückenplage kommt, lässt sich trotzdem noch nicht genau sagen. Experten müssen die Entwicklung genau beobachten, die Voraussetzungen sind dort auf jeden Fall gegeben, wo es ausreichend geregnet hat.

Immer mehr tropische Mücken in Deutschland

Nicht nur das aktuelle Wetter, sondern auch der Klimawandel führt zu mehr Mücken in Deutschland. Deshalb fühlen sich auch tropische Mücken, die teilweise gefährliche Krankheiten übertragen, immer wohler bei uns. Während einheimische Arten tiefe Wasserflächen für die Eiablage brauchen, reichen Exoten kleine Gefäße mit äußerst geringem Wasserstand. Sie sind deshalb so gefährlich, weil sie prinzipiell Viren schwerer Tropen-Krankheiten wie West-Nil-, Chikungunya-, Dengue- oder auch Zika-Fieber auf den Menschen übertragen können.

"Drei dieser Arten haben sich bereits in Deutschland etabliert," erklärt Mücken-Expertin Doreen Walther. Dazu gehöre die Asiatische Tigermücke, von der es in Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen und auch in Hessen Populationen gebe. Die Japanische Buschmücke habe bis auf Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg und die nördlichen Bundesländer Deutschland bereits erobert. Hinzu kommt laut Walther die Art Aedes koreicus, für die es noch keine deutsche Bezeichnung gibt.

Ihre Erkenntnisse zieht Walther aus dem Mückenatlas, in dem seit 2012 die Verbreitung von Mücken erfasst und kartiert wird. Grundlage dafür sind Einsendungen von Bürgern. Sie fangen, was bei ihnen zu Hause herumschwirrt und schicken es an das ZALF, wo die Art bestimmt und in den virtuellen Atlas eingetragen wird. Im vergangenen Jahr waren das knapp 3 000 Einsendungen mit insgesamt fast 11 000 Mücken, darunter allein 34 Exemplare der Asiatischen Tigermücke, doppelt so viele wie noch 2017.

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