Unscheinbar, aber gefährlich: Giftpflanze verbreitet sich schnell

- Quelle: dpa/wettercom
Viele Pflanzen in unserem Garten sind giftig.
Initialisierung des Players
fehlgeschlagen!
Bitte aktivieren Sie Flash!
Kontakt & Support
 

Sie sieht harmlos aus, aber diese Pflanze kann für uns Menschen sehr gefährlich werden. Im Artikel erfährst du alles, was du über Riesen-Bärenklau wissen musst.

Der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) ist mehr als ein störendes Unkraut: Kommt die Haut damit in Kontakt und trifft dazu noch Sonnenlicht darauf, bilden sich leichte bis teilweise schwere Verbrennungen. Sogar bis zu drei Tage später kann der Kontakt der Stelle mit Sonneneinstrahlung noch Rötungen, Entzündungen und Blasen verursachen. Die Heilung dauert Wochen.

Wieso ist Riesen-Bärenklau so gefährlich?

Damit die Reaktion auf der Haut auftritt, reicht es schon nur die Blätter zu berühren. Auch Kleidung schützt nicht immer. Denn der Saft der Pflanze kann diese durchdringen. Außerdem zeigen sich die Symptome oft nicht sofort, sondern erst nach einer Weile. Bei Kontakt mit der Haut sollten betroffene Personen schattige Orte aufsuchen und die betroffenen Stellen mit Wasser und Seife reinigen.

Solltest du nach dem Kontakt mit der Pflanze neben den oben beschriebenen Symptomen jedoch auch Beschwerden wie Kreislaufprobleme, Schweißausbrücke oder Fieber bemerken, solltest du sofort einen Arzt aufsuchen.

Riesen-Bärenklau verbreitet sich schnell

Das auch als Herkulesstaude bekannte Gewächs verbeitet sich außerdem äußerst schnell: Jede Pflanze bildet zwischen 10.000 und 50.000 Samen, die sogar schwimmen können. Der Riesen-Bärenklau kommt häufig an Flüssen und Bächen, auf Brachland und an Wegesrändern vor, findet aber natürlich auch seinen Weg in den Garten.

Er lässt sich dort auf nährstoffreichen Standorten nieder, die nicht zu trocken sind. Die Blütezeit ist im Juni und Juli. Jedes Jahr wird vor der Giftpflanze gewarnt. 

So sieht der Riesen-Bärenklau aus

Was Hobbygärtner wissen müssen, erklärt die Landwirtschaftskammer für das Saarland. An ihm ist alles etwas größer: Die Staude bildet zunächst eine Rosette mit stark gefiederten Blättern, die bis zu einen Meter groß werden können. Erst in ihrem zweiten oder dritten Jahr wächst die Pflanze auf bis zu fünf Meter heran. Die Blüten sind weiß bis rosa gefärbt und können einen Durchmesser von bis zu 80 Zentimetern haben, der Stängel schafft am Grund bis zu 10 Zentimeter Durchmesser.

Das solltest du machen, wenn du Riesen-Bärenklau in deinem Garten entdeckst

Hobbygärtner können den Riesen-Bärenklau ausreißen: Am besten wird dafür der obere Teil der Wurzeln ausgegraben. Nur in diesem sogenannten Vegetationskegel findet der Austrieb statt. Der Gärtner muss daher bis mindestens zehn Zentimeter unterhalb der Erdoberfläche die Wurzel durchstechen und entfernen. Der Wurzelrest wird im Müll am besten mit der Schnittstelle nach oben gelegt.

Das verhindert, dass die Wurzel erneut anwächst. Die Gartenexperten aus dem Saarland halten diese Methode für sehr effizient, aber der Arbeitsaufwand ist hoch. Daher raten sie Hobbygärtnern dazu, wenn einzelne Pflanzen oder kleine Bestände auf dem Grundstück wachsen.

Was ist die Alternative?

Die Pflanzen abmähen. Aber sie stirbt selten durch die Maßnahme ganz ab, sondern wächst meist rasch wieder nach - aber immerhin, die Ausbreitung verlangsamt sich. Eine weitere Möglichkeit ist, den Boden in 10 bis 15 Zentimeter Tiefe um die Pflanzen herum wegzufräsen oder zu pflügen.

Das muss wiederholt werden, damit Samen, die zu Boden fallen, nicht keimen. Auf die Fläche kommt dann am besten Saatgut von schnell und dicht wachsenden Gräsern. Sie nehmen noch übriggebliebenen Samen das Licht zum Keimen. 

Was, wenn das alles nichts hilft?

Erblüht die Pflanze, muss der Hobbygärtner die Dolden abschneiden und vernichten. So verhindert er, dass sich Samen bilden. Die Pflanze kann aber als Art Notfallplan, weil ihre Hauptblüte vernichtet wurde, ohne dass Nachkommen entstanden sind, Notblüten bilden - alle zwei bis drei Wochen müssen die Pflanzen daher kontrolliert werden. Außerdem ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln möglich.

P.S. Bist du auf Facebook? Dann werde jetzt Fan von wetter.com!

Zur News-Übersicht Ratgeber

Nach oben scrollen