Spannende Expedition: Schiff lässt sich in der Arktis einfrieren

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Spannende Expedition: Schiff lässt sich in der Arktis einfrieren
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Über ein Jahr wird die Expedition der "Polarstern" (Symbolbild) in der Arktis dauern.

Unglaublich, aber wahr! Das deutsche Forschungsschiff "Polarstern" mit 100 Mann an Bord wird sich für ein Jahr einfrieren lassen und durch die Arktis driften.

Es sind nur noch wenige Tage bis zum Start einer unfassbaren Forschungsreise. Am 20. September bricht das deutsche Forschungsschiff "Polarstern" mit ihrer 100 Mann starken Besatzung vom norwegischen Tromsø aus für die "Mosaic-Expedition" auf, bei der sie sich für ein Jahr in der Arktis einfrieren lassen. Fortbewegen werden sie sich in dieser Zeit lediglich durch den Eisdrift, der sie quer durch die vereiste Landschaft bringen soll.

Forscher möchten mehr über den Klimawandel erfahren

Das Besondere an dieser Forschungsreise ist, dass von Februar bis Juni die zentrale Arktis eigentlich unzugänglich ist, weil das Eis dann selbst für Eisbrecher wie die "Polarstern" zu dick ist. Für Forscher ist es aber wichtig, dort auch im Winter Messungen vorzunehmen, um mehr über den Klimawandel zu erfahren.

Denn die Arktis ist durch den Klimawandel in große Not geraten, wie unser Meteorologe Dr. Alexander Hildebrand im folgenden Video zeigt:

Arktis in Not: Darum brennt es jetzt häufiger
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Versorgung der "Polarstern" durch Flugzeuge und Eisbrecher

Zudem wird die "Polarstern" während der Expedition von anderen Eisbrechern und Flugzeugen versorgt. Auch werden Crew und Forscher alle paar Monate wechseln. Die "Polarstern" allerdings muss das ganze Jahr über einen zuverlässigen Dienst leisten. 

"Polarstern" brach bereits im August in Richtung Norwegen auf

Nach einem mehrwöchigen Aufenthalt in der Lloyd Werft in Bremerhaven brach der Eisbrecher "Polarstern" am 11. August in Richtung Arktis auf. Die anstehende "Mosaic"-Expedition unter der Leitung des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (AWI) wird eine ganz besondere sein. Insgesamt wird die Expedition geschätzte 140 Millionen Euro kosten. Daher erhoffen sich sowohl das Institut als auch die Besatzung große Forschungserfolge.

Schiff muss eine geeignete Eisscholle finden

Die größte Herausforderung während der Expedition werde in den ersten Wochen sein, eine geeignete Eisscholle zu finden, an der die "Polarstern" andocken wird. Auf ihr wird ein Camp aus Messstationen und Zelten aufgebaut. Sie wird mit dem Schiff mitdriften. "Wir brauchen eine stabile Eisscholle mit einem Durchmesser von 1,5 Kilometern", sagte Markus Rex vom AWI, der die Forschungsreise leitet.

Da es wegen der Erderwärmung kaum noch altes Eis gebe, werde die Suche vermutlich länger dauern. "Das wird ein Wettlauf mit der Polarnacht. Ab 20. Oktober wird es durchgehend fast vollständig dunkel sein." Bis dahin müsse die ganze Ausrüstung auf dem Eis sein.

Wie sehr die Eisschmelze durch die Erderwärmung vor allem in Grönland schon vorangeschritten ist, siehst du hier:

Eisschmelze in Grönland: Bild aus der Arktis schockiert die Welt

Sven Schnieder mit einer besonderer Aufgabe auf dem Schiff

Einen der wichtigsten Jobs an Bord hat zudem Sven Schnieder: Er ist nämlich als Küchenchef für das leibliche Wohl von über 100 Menschen zuständig. "Man muss Lust darauf haben, auch auf die Kälte", sagt der Koch. Und die hat er: "Der Job ist interessanter als jeder andere, den ich bisher machen durfte."

Schnieder hortet bereits große Vorräte

Seit dem 11. August ist er nun wieder mit der "Polarstern" unterwegs und kocht für Forscher und die Besatzung auf der Überfahrt von Bremerhaven nach Norwegen. Hinter ihm liegen Wochen der Planung: 14000 Eier, 1400 Liter Milch, eine Tonne Kartoffeln und 150 Gläser Nuss-Nougat-Creme hat er bereits eingelagert - um nur ein paar Dinge zu nennen. Alles, was bis zum "Mosaic"-Start von der aktuellen Crew verzehrt wird, muss er in Tromsø neu anliefern lassen.

Schnieder muss die Crew bei Laune halten

Die größte Herausforderung für ihn jedoch nicht das Kochen: "Ich muss die Leute in der Dunkelheit bei Laune halten." Denn ab Ende Oktober wird es für Monate dunkel sein. Da sei es gut, dass ihn in der Küche ein Bäcker unterstütze und täglich Brötchen und Kuchen backe. "Die Leute wollen Kohlenhydrate."

Regelmäßiges Wiegen gegen die Gewichtszunahme an Bord

Auch etwas anderes hat er bei seinen bisherigen Expeditionen im Eis beobachtet: "Die ersten zwei Wochen halten sich die Leute noch an die normalen Essenszeiten. Dann gewöhnen sie sich daran, dass rund um die Uhr was Leckeres rumsteht." Die meisten Kollegen gingen mit mehr Gewicht von Bord als sie gekommen seien.

Um dem entgegenzuwirken, gebe es auf der "Polarstern" eine Tradition: Jeden Sonntag trifft sich der "Wiegeclub", um die Kilos auf der Waage zu kontrollieren. Wer Pfunde loswerden will, kann sich an Bord im Schwimmbad oder Fitnessraum verausgaben. "Der wurde extra noch mal aufgerüstet", sagt Schnieder.

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