Mindestens sieben Tote! Schwere Unwetter in Nordgriechenland

- Quelle: dpa/wetter.com
Mindestens sieben Tote! Schwere Unwetter in Nordgriechenland
© dpa
Das Unwetter hinterließ in Nordgriechenland eine Schneise der Verwüstung.

Ein heftiger Sturm überraschte Bewohner und Touristen auf der griechischen Halbinsel Chalkidiki. Dabei waren mindestens sieben Todesopfer zu beklagen.

Das Unwetter dauerte nur zehn Minuten, aber die Bilanz war verheerend: In der griechischen Ferienregion Chalkidiki sind in der Nacht zum Donnerstag sechs Touristen und ein griechischer Fischer ums Leben gekommen. Rund 100 Menschen wurden nach Angaben der Feuerwehr verletzt, einige von ihnen schwer.

Der Sturm hinterließ vielerorts eine Schneise der Verwüstung, wie dieses Video zeigt:

Kapitale Unwetter in Chalkidiki fordern mehrere Todesopfer
Initialisierung des Players
fehlgeschlagen!
Bitte aktivieren Sie Flash!
Kontakt & Support
 

Dort wo der Sturm wütete, sind Strom- und Wasserversorgung ausgefallen. Von einem seltenen Wetterphänomen sprechen die Meteorologen; das griechische Verteidigungsministerium hat Soldaten mit Generatoren und Räumgerät in das Gebiet geschickt.

Touristen aus Tschechien unter den Opfern

An der Küste des Ortes Sozopoli wurde der Camper eines tschechischen Ehepaares über den Strand geschleudert; der Mann war sofort tot, die Frau starb auf dem Weg ins Krankenhaus, berichteten griechische Medien am Donnerstagmorgen.

Fotos von der Unglücksstelle zeigen ein Bild der Verwüstung - der zertrümmerte Wohnwagen liegt auf dem Dach, Kleider, Kochutensilien, Lebensmittel, ein Großteil der Ausstattung des Paares liegt auf vielen Quadratmetern verteilt im Sand.

Touristen von Tavernendach erschlagen

Weiter östlich im Ort Nea Plagia kamen eine rumänische Touristin und ihr Sohn ums Leben, als das Vordach einer Taverne einbrach. Der etwa sieben- oder achtjährige Junge sei von einer Sturmböe erfasst und gegen die Fensterscheibe des Restaurants geworfen worden, berichteten Augenzeugen.

Die Menschen hatten unter dem Tavernendach Schutz gesucht; Bilder des nordgriechischen Nachrichtenportals thestival.gr zeigen mit Überschwemmungen, eingestürzten Dächern und umgeknickten Bäumen das Ausmaß der Katastrophe im gesamten Ort.

Nur 20 Kilometer weiter südöstlich, im Ort Nea Potidea am sogenannten ersten Finger der Halbinsel Chalkidiki, kamen ein russischer Tourist und sein zweijähriger Sohn ums Leben, als ein Baum umstürzte. Das Dorf sieht aus, als habe es ein schweres Erdbeben gegeben.

Ein solcher Sturm ist für Nordgriechenland ein Novum

Augenzeugen und Anwohner stimmen überein, dass sie Vergleichbares noch nie erlebt haben. Griechische Meteorologen sprechen von zwei Wirbelstürmen, die über die Region hinwegfegten.

"Wir wussten, dass es einen schweren Sturm geben würde, und es gab auch entsprechende Warnmeldungen; aber wir konnten nicht vorhersagen, wo genau das Unwetter zuschlägt", sagte Efthymios Lekkas, Chef des griechischen Katastrophenschutzes, am Donnerstagmorgen dem Radiosender "Thema104,6".

Unwetter war nicht vorhersagbar

Das Phänomen sei selten, aber bekannt, und entwickle sich nur in der Nähe des Meeres, erklärte Lekkas: Bis in den späten Abend habe große Hitze mit bis zu 40 Grad geherrscht. Die hohen Temperaturen ließen große Mengen Meerwasser verdampfen, so dass sich die Wirbelstürme zusammenbrauten. Zudem ereigneten sich schwere Gewitter.

Schwere Gewitter in Nordgriechenland

Wo genau diese sich entladen, ist nach Lekkas Angaben jedoch kaum vorherzusagen. Auch andere Fachleute bestätigen, dass dieses extreme Phänomen nicht vorhersehbar gewesen sei.

Bewohner berichten von schweren Schäden

"Als die Regentropfen mich am Rücken trafen, dachte ich, es wären Steine, so stark war der Wind", sagte ein Anwohner dem griechischen TV-Sender Skai. Autos, Mülltonnen, Motorräder Tische, Stühle, Markisen, Sonnenschirme, alles sei durch die Luft gewirbelt worden.

Schwere Sturmschäden auf Chalkidiki

Mancherorts rissen Balkongeländer ab und fielen auf Stromleitungen; manche Strommasten knickten einfach so um - die betroffene Region ist seither ohne Elektrizität und auch ohne Wasser.

Innenministerium verspricht Hilfe für Unwetter-Opfer

Das Innenministerium der gerade erst ins Amt gewählten konservativen Regierung versprach sofortige Hilfe. Erst im letzten Sommer war Griechenland von einer Feuerkatastrophe in der Nähe von Athen heimgesucht worden, bei der mehr als 100 Menschen ums Leben kamen.
Bis heute ist das Land mit der Aufarbeitung beschäftigt.

Neben Griechenland war mit Italien auch eine weitere Urlaubsregion am Mittelmeer von Unwettern betroffen. Welches Ausmaß das Wetter dort hatte, siehst Du in folgendem Video:

P.S. Bist Du auf Facebook? Dann werde jetzt Fan von wetter.com

Zur News-Übersicht Unwetter

Nach oben scrollen