Erholung verlangsamt? Ozonloch über Antarktis ungewöhnlich groß

- Quelle: dpa
Die Arktis und die Antarktis werden oft verwechselt.
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Das Ozonloch über der Antarktis ist in diesem Jahr ungewöhnlich groß. Müssen wir uns deshalb Sorgen machen?  

Das über der Antarktis auftretende Ozonloch ist in diesem Jahr ungewöhnlich groß. Es sei bereits größer als der gesamte dort liegende Kontinent, teilte der Copernicus-Atmosphärenüberwachungsdienst der Europäischen Union am Donnerstag mit. Ob die Erholung der Ozonschicht nun verlangsamt wird, war aber zunächst unklar. 

Ozonschicht schützt vor gefährlicher Sonnenstrahlung 

Die Ozonschicht in der Atmosphäre schützt die Erde vor gefährlicher Sonnenstrahlung. Das Ozonloch ist ein jährlich auftretendes Phänomen. Es erreicht über der Antarktis zwischen Mitte September und Mitte Oktober seine maximale Ausdehnung, schließt sich bis Dezember aber wieder.  

Mehr über die Ozonschicht kannst du im Artikel nachlesen: 

Ozonschicht und Ozon am Boden - Ein gewaltiger Unterschied

Aktuelles Ozonloch ähnelt stark dem von 2020 

Besorgniserregend sei der Befund noch nicht, sagte Vincent-Henri Peuch, der den Atmosphärenüberwachungsdienst leitet, der Deutschen Presse-Agentur. Das diesjährige Ozonloch ähnle aber stark dem des vergangenen Jahres, das eines der tiefsten und langanhaltendsten seit Beginn der Aufzeichnungen 1979 gewesen sei. Auch das diesjährige Loch ist bereits unter den größten 25 Prozent. 

Wegen Polarwirbel: Riesiges Ozonloch über dem Südpol

Langer Erholungsprozess 

Seit dem Verbot der bedeutendsten Ozon-abbauenden Stoffe im sogenannten Montreal-Protokoll von 1987 erholt sich die bis dahin stark geschädigte Ozonschicht über der Antarktis langsam wieder. 

Gerechnet wird aber damit, dass es noch bis in die 2060er oder 2070er Jahre dauern wird, bis die schädlichen Substanzen vollständig abgebaut sind. An diesem Donnerstag, dem Jahrestag des Abschlusses des Montreal-Protokolls, wird der Internationale Tag für die Erhaltung der Ozonschicht begangen. 

Entwicklung muss genau beobachtet werden 

Trotz der erwarteten Erholung der Ozonschicht sei es sehr wichtig, die Entwicklung genau zu beobachten, erläuterte Peuch. Damit sollen beispielsweise Verstöße gegen das Montreal-Protokoll festgestellt werden. Auch mögliche Auswirkungen des Klimawandels sollen dabei beobachtet werden. Für die Beobachtung des Ozonlochs werden Computermodelle in Kombination mit Satellitenaufnahmen verwendet. 

NASA-Animation zeigt: So hat sich das Ozonloch bis 2019 verändert

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