Ab Juli verboten: Diese Plastik-Produkte gibt es bald nicht mehr

- Sabrina Fuchs
Das EU-Parlament hat ein Verbot von Einweg-Plastikprodukten beschlossen.
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Ab dem 3. Juli 2021 verschwinden Einweg-Produkte aus Plastik aus unserem Alltag. EU-weit sind sie nämlich dann verboten. Doch was ändert sich konkret für Verbraucher?

Während der Corona-Pandemie ist Essen zum Mitnehmen oder Liefern wieder sehr gefragt geworden, genauso wie Getränke to go. Viele Restaurants nutzen dabei Einwegprodukte aus Kunststoffen, um die Lebensmittel an den Kunden zu bringen. Ab Juli sind viele dieser Produkte jedoch verboten. Das ändert sich für Verbraucher. 

Wann tritt das Plastik-Verbot in Kraft? 

Ab dem 3. Juli 2021 ist die Herstellung von Einwegplastik in der ganzen EU nicht mehr erlaubt. Einer entsprechenden Verordnung für Deutschland haben sowohl der Bundestag als auch der Bundesrat zugestimmt. Folglich tritt diese am 3. Juli 2021 in Kraft. 

Das Ziel: In Deutschland soll weniger Müll entstehen, und was nicht mehr genutzt wird, soll vermehrt wiederverwertet werden statt in der Müllverbrennung zu landen.

Was ist das Problem mit dem Einweg-Plastik

Zu oft bleibt Verpackungsmüll in der Natur liegen. Die Natur braucht jedoch Jahrzehnte, um das Plastik abzubauen. Es zerfällt in kleinste Teilchen, die sich jedoch auch nicht in Luft auflösen. Stattdessen werden sie entweder vom Wind verweht, von Tieren gefressen oder vom Regen in Flüsse, Seen und Meere gespült. Gemeint ist sogenanntes Mikroplastik.

Laut Bundesumweltministerium werden in Deutschland stündlich allein 320.000 Einweg-Becher verbraucht. Eine Erhebung der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung aus dem Jahr 2017 ergab, dass die Abfall-Bilanz von Einweggeschirr und To-go-Verpackungen in dem Jahr 346.000 Tonnen betrug. 

Laut der Umwelt-Organisation WWF landet jede Minute eine Lastwagenladung Müll in den Weltmeeren. Ändern wir nichts, gibt es bis 2050 Schätzungen zufolge mehr Plastik als Fische in den Ozeanen. In der Nordsee hat bereits rund die Hälfte der Meeresbewohner Plastik im Bauch. Essen wir Fisch gelangt das Mikroplastik wiederum in unserem Organismus. Nach Angaben australischer Forscher nehmen Menschen täglich bis zu fünf Gramm Mikroplastik zu sich, das entspricht etwa dem Gewicht einer Kreditkarte.  

Auch in zahlreichen Kosmetika befindet sich Mikroplastik. Mehr darüber erfährst du im Artikel:

Greenpeace-Report: Zahlreiche Kosmetika noch immer mit Mikroplastik belastet

Welche Produkte gibt es ab 3. Juli nicht mehr? 

Verboten sind ab 3. Juli folgende Produkte: 

  • To-go-Becher 
  • Einweg-Geschirr 
  • Fast-Food-Verpackungen 
  • Trinkhalme 
  • Rühr- und Wattestäbchen 
  • Luftballonstäbe 
  • Wegwerf-Essensbehälter aus expandiertem Polystrol (bekannt als Styropor) 

Ab 1. Januar 2022 sind in Deutschland außerdem dünne Plastiktüten verboten. Seit 2020 müssen sich Hersteller aus der Verpackungs-Branche in Deutschland zudem an den Reinigungskosten beteiligen, also zum Beispiel bei der Müllbeseitigung in öffentlichen Parks.

Welche neuen Regeln zur Müllvermeidung in Deutschland zusätzlich in Kraft treten sollen, erfährst du im Artikel:

Verbot von Einwegplastik & Co.: Diese neuen Regeln sollen kommen

Die verbotenen Produkte dürfen ab 3. Juli nicht mehr verkauft werden, ausgenommen sind Restposten aus den Lagern. Aber heißt das, es gibt dann gar keine To-go-Produkte mehr? 

Was ändert sich konkret für Privatpersonen?

Nachhaltige Firmen rüsten bereits seit Jahren auf umweltfreundliche Alternativen um, sodass wir auch in Zukunft Essen und Getränke zum Mitnehmen genießen können. Für uns als Privatpersonen ändert sich folglich eigentlich nur, dass wir künftig mit besserem Gewissen Einweg-Produkte wie Geschirr für unterwegs oder Wattestäbchen kaufen können. Aber: Ob biologisch abbaubar oder nicht, Müll sollte natürlich immer entsprechend entsorgt werden und in keinem Fall in der Natur zurückgelassen werden. 

Die typischen Einweg-Produkte bestehen künftig also aus recyclebarem oder biologisch abbaubarem Material.  

Beispiele für umweltfreundlichere Alternativen gibt es inzwischen viele:  

  • In Göttingen produzieren beispielsweise zwei Jungunternehmer essbares Geschirr und To-go-Verpackungen aus Brotteig.  
  • In Norddeutschland entwickeln Wissenschaftler essbare Verpackungen aus Algen.  
  • Für Wattestäbchen gibt es mittlerweile schon Alternativen aus Bambus.
  • Auch Strohhalme brauchst du nicht mehr aus Plastik zu kaufen. Mittlerweile gibt es viele Alternativen aus beispielsweise Glas oder Metall.
  • In vielen Cafés und Bäckereien werden bereits Pfandbecher für den Kaffee zum Mitnehmen angeboten. Häufig kann man auch einen selbst mitgebrachten Thermosbecher auffüllen lassen. 

Weitere Alternativen zu Einweg-Plastikprodukten siehst du im Video am Anfang des Artikels. 

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