Coronavirus: Lufthansa streicht alle Flüge von und nach China

- Quelle: dpa / wetter.com
Erster Fall! Tödliches Coronavirus in Deutschland angekommen
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Das in China ausgebrochene Coronavirus fordert immer mehr Menschenleben! Eine Entspannung der Lage ist derzeit nicht in Sicht. Nun gibt es mehrere Fälle in Deutschland. Die Lufthansa reagiert.

Die Zahl der Todesopfer und Erkrankungen durch das neuartige Coronavirus in China ist erneut sprunghaft gestiegen. Die Zahl der Verstorbenen wuchs mittlerweile auf mindestens 106 an, wie die chinesische Regierung mitteilte. Außerdem wurden 1291 neue Fälle von Erkrankungen durch den Erreger registriert. Die Zahl der weltweiten Krankheitsfälle ist mittlerweile auf über 4500 gestiegen. In Deutschland sind nun vier Fälle bekannt. 

Lufthansa streicht alle Flüge von und nach China

Die Lufthansa streicht ihre Flüge von und nach China. Europas größte Fluggesellschaft mit ihren Töchtern folgt damit angesichts des neuartigen Coronavirus ihrem Konkurrenten British Airways und anderen Fluggesellschaften, wie das Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt bestätigte. Zuvor hatte die "Bild-Zeitung" berichtet.

Erster Verdachtsfall in Nordrhein-Westfalen

Wie die Siegener Zeitung berichtet, gibt es nun zwei Corona-Verdachtsfälle in Nordrhein-Westfalen, genauer gesagt im Kreis Siegen. Zunächst war nur von einem Patienten berichtet worden, der Symptome aufgezeigt habe, die auf eine Infektion hinweisen. Er sei der Patient erst vor Kurzem von einer Geschäftsreise in China zurückgekehrt. 

Beide Patienten, die sich womöglich mit dem Virus infiziert haben, würden nun isloiert im Kreisklinikum Siegen behandelt. Die Blutproben sollen in der Berliner Charité auf das Virus untersucht werden. 

Vier bestätigte Coronavirusfälle in Deutschland

In Deutschland haben sich vier Menschen mit dem neuen Coronavirus infiziert. Die drei am Dienstagabend bekannt gewordenen Fälle stünden in Zusammenhang mit dem ersten bestätigten Fall der neuen Lungenkrankheit in Deutschland, teilte ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums in München am Dienstagabend mit.

Der erste bekannt gewordene Patient ist ein 33-jähriger Mann. Er habe am 21. Januar an einer Schulung seiner Firma Webasto in Stockdorf (Bayern) teilgenommen und sich dabei bei einer Kollegin aus China mit dem Coronavirus angesteckt, hieß es am Dienstag vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Alle Patienten Mitarbeiter derselben Firma

Auch die drei weiteren Patienten sind nach Angaben des Ministeriums Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto. "Es wurde entschieden, dass auch die drei neuen Patienten in der München Klinik Schwabing stationär aufgenommen und dort medizinisch überwacht und isoliert werden", teilte das Ministerium weiter mit. "Bei einigen weiteren Kontaktpersonen läuft derzeit ein Test, ob auch hier eine Infizierung mit dem Coronavirus vorliegt."

Über Einzelheiten wollten das bayerische Gesundheitsministerium und das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit am Mittwoch per Pressemitteilung berichten. Weitere Angaben machte ein Sprecher am Abend zunächst nicht.

Alle Informationen zu Symptomen und Schutzmaßnahmen findest du hier:

Coronavirus: Das sind die Symptome und so kannst du dich schützen

Webasto schließt Stammsitz in Oberbayern vorübergehend

Wegen der Infektionen schließt Webasto seinen Stammsitz im oberbayerischen Stockdorf, einem Ortsteil von Gauting, bis Sonntag.

Bis dahin sollen Mitarbeiter der Firmenzentrale auch nicht an nationale und internationale Standorte reisen, wie das Unternehmen am Dienstagabend mitteilte. Webasto ist ein großer Zulieferer für die Autoindustrie mit insgesamt 13.400 Mitarbeitern an weltweit 50 Standorten. In China gibt es zwölf Standorte. Einer davon liegt in der besonders vom Coronavirus betroffenen Stadt Wuhan.  

So geht es dem Patienten jetzt

Der 33-jährige Patient aus dem Landkreis Landsberg am Lech wird derzeit auf der Isolierstation im Münchner Klinikum Schwabing betreut, wie Clemens Wendtner, Chefarzt im Klinikum, sagte. Dem Patienten gehe es gut. "Er ist fieberfrei, hat auch derzeit keine Atemwegssymptomatik mehr." Der Mann habe bei der Webasto-Schulung den ganzen Tag mit der chinesischen Kollegin in einem Raum gesessen, sagte eine Unternehmenssprecherin. Die Inkubationszeit beträgt bei der Lungenkrankheit bis zu zwei Wochen. 

Am Dienstag wurden Kontaktpersonen in der Firma und der Familie überprüft, wie der Leiter der Taskforce Infektiologie, Martin Hoch, sagte. Enge Kontaktpersonen wie Familienmitglieder und Kollegen des 33-Jährigen sind aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Unter Beobachtung steht auch eine Kindertagesstätte, die das Kind des Erkrankten besucht. Übertragungen bevor Symptome auftreten, gelten als sehr selten.

So kam es zur Ansteckung

Die infizierte Chinesin, die zu dem Seminar der Firma Webasto gekommen war, hatte sich bei ihren aus der besonders betroffenen Stadt Wuhan in Zentralchina stammenden Eltern angesteckt, wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mitteilte. Symptome entwickelte sie aber erst beim Rückflug nach China am 23. Januar. 

Die Chinesin und der deutsche Mitarbeiter hätten im Rahmen der Schulung in einer kleinen Gruppe zusammengearbeitet, sagte Martin Hoch. Die Ansteckung habe "in einem Intervall, in dem die Chinesin noch symptomfrei war", stattgefunden, sagte Landesamtspräsident Zapf.

Das ist besonders an dem Fall aus Bayern

Besonders an dem Fall in Bayern ist auch, dass es einer von bisher erst drei bekannten Nachweisen weltweit ist, bei denen die Ansteckung außerhalb Chinas geschah. Bisher handelte es sich bei fast allen der rund 60 erfassten Infektionen in Frankreich, den USA, Thailand und anderen asiatischen Ländern um importierte Fälle.

Die Betroffenen hatten sich bei einer Reise nach China infiziert. In Vietnam gab es den Behörden des Landes zufolge eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung außerhalb Chinas zwischen Vater und Sohn. In Japan wurde am Dienstag ein erster Fall einer Übertragung im Land gemeldet. Der Busfahrer in seinen 60ern habe Anfang des Monats zwei Gruppen chinesischer Touristen aus Wuhan gefahren, gab Gesundheitsminister Katsunobu Kato bekannt.

Weitere Meldepflichten in Deutschland sollen kommen

In Deutschland sollen weitere Meldepflichten für Fluggesellschaften und Krankenhäuser kommen, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mitteilte. So sollen bei Flügen aus China die Piloten vor dem Landen an deutschen Flughäfen den Tower über den Gesundheitszustand der Passagiere informieren.

Reisende aus China sollen in Formularen Angaben zu ihrem Flug, ihrem Aufenthaltsort und ihrer Erreichbarkeit in den nächsten 30 Tagen machen. Wie Spahn weiter sagte, sollen Kliniken künftig auch schon begründete Verdachtsfälle auf das Coronavirus an das Robert Koch-Institut melden müssen - nicht nur bestätigte Fälle. 

Länder beginnen, Einreisen von Chinesen zu beschränken

Die Gesamtzahl der weltweit bekannten Erkrankungen ist inzwischen auf mehr als 4500 gestiegen, betroffen ist weiterhin vor allem die Provinz Hubei mit der 11-Millionen Metropole Wuhan, wo der Erreger auf einem Markt von Wildtieren auf den Menschen übergesprungen sein soll. Die Bundesregierung warnt seit Dienstag vor Reisen nach Hubei.

Einzelne Länder beginnen zudem, die Einreise von Chinesen zu beschränken. Hongkong will seine Grenze zur Volksrepublik weitgehend dichtmachen: Alle Zug- und Fährverbindungen werden von Donnerstag um Mitternacht an gekappt. Die chinesische Sonderverwaltungsregion halbiert zudem die Zahl der Flüge aus China. Auch Taiwan und die Philippinen haben die Einreisebestimmungen für Chinesen verschärft.

China ergreift drastische Maßnahmen

China hatte in den vergangenen Tagen drastische Maßnahmen ergriffen: In der Provinz Hubei wurden 45 Millionen Menschen in mehr als einem Dutzend Städten weitgehend von der Außenwelt abgeschottet. Flüge sowie Fern- und Nahverkehr wurden gestoppt. Eine schützende Impfung oder eine spezielle Therapie zur Behandlung der Erkrankung gibt es nicht. 

Nach derzeitiger Einschätzung von Experten verläuft die neuartige Lungenkrankheit in den meisten Fällen mild, möglicherweise sogar ohne Symptome. Der neue Erreger ist dem Virus hinter der Sars-Epidemie 2002/2003 sehr ähnlich. Damals hatte es nach Daten der Weltgesundheitsorganisation zwischen November 2002 und Juli 2003 neun Nachweise in Deutschland gegeben. Todesfälle gab es hier nicht.

Immer mehr Länder starten Evakuierung von Staatsbürgern

Immer mehr Länder wollen ihre Staatsangehörigen wegen der neuen Lungenkrankheit aus den besonders betroffenen Regionen Chinas in die Heimat zurückholen. "Wir arbeiten an einer Möglichkeit für britische Staatsangehörige, die Hubei-Provinz zu verlassen", hieß es am Montag von der britischen Regierung.

Belgien bot Landsleuten in der chinesischen Stadt Wuhan und der umliegenden Provinz Hubei die Rückkehr an, auch die Niederlande, Dänemark und weitere Länder weltweit prüften Möglichkeiten, Staatsbürger auszufliegen. Andere Länder wie Japan, Frankreich und die USA haben solche Rückholaktionen bereits in die Wege geleitet.

Auch die Bundesregierung erwägt, ausreisewillige Deutsche aus China auszufliegen. Eine mögliche Evakuierung werde in Betracht gezogen, sagte Außenminister Heiko Maas (SPD). In der besonders schwer betroffenen Metropole Wuhan in Zentralchina, dem Ausgangsort der Epidemie, leben etwa 90 Deutsche, wie eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte. Hinweise darauf, dass sich einer von ihnen mit dem neuartigen Virus angesteckt hat, gibt es demnach bisher nicht.

Hong-Kong ruft Notstand aus

Auch die chinesischen Sonderverwaltungszone Hong-Kong hat auf die rasante Ausbreitung des Virus reagiert. So bleiben die Schulen dort bis frühestens 17. Februar geschlossen. Zudem wurden alle Neujahrsfeiern sowie sämtliche Reisen von Politikern nach China abgesagt. Des Weiteren bleiben die Touristenattraktionen Disney Land und Ocean Park bis auf weiteres geschlossen.

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