Corona-Chronik: So verlief die Pandemie im August 2020

- Quelle: dpa/wetter.com
Die Symptome von Covid-19, der Grippe und einer Erkältung sind sehr ähnlich.
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Auch im August dominierte die Corona-Pandemie die Nachrichten. In unserem umfangreichen Corona-Ticker haben wir die täglichen Meldungen gesammelt.

Hier kannst du nachlesen, welche täglichen Nachrichten über die Corona-Pandemie im August 2020 erschienen sind:


31.08.2020: Fast 200 Passagiere nach Urlaubsflug in Quarantäne

Nach einem Flug von einer griechischen Insel nach Großbritannien sind alle etwa 200 Passagiere und Crew-Mitglieder in eine zweiwöchige Quarantäne geschickt worden. 16 Gäste des Ferienfliegers seien bereits positiv getestet worden, berichtete der Sender BBC am Montag. Sieben davon haben sich britischen Gesundheitsexperten zufolge höchstwahrscheinlich an Bord angesteckt. 

Auf dem Flug von der Insel Zakynthos nach Cardiff (Wales) am 25. August sollen etliche Passagiere die Corona-Schutzmaßnahmen ignoriert haben. Viele hätten nicht wie vorgeschrieben Masken getragen; die Besatzung sei kaum eingeschritten, hieß es. 

"Der Flug war ein Debakel", sagte eine Frau der BBC. Viele Fluggäste seien ohne Masken im Flieger herumspaziert, um sich mit Bekannten zu unterhalten. Die Maschine sei voller "egoistischer Cov-Idioten" gewesen, sagte sie in Anspielung auf die Erkrankung Covid-19. Den Vorwürfen werde genau nachgegangen, zitierte der Sender einen Sprecher des Reisekonzerns Tui.


31.08.2020: Bayern führt Maskenpflicht im Klassenraum ein

Mit einer Maskenpflicht für Schüler und Lehrer starten Bayerns weiterführende Schulen nach den Ferien ins neue Schuljahr. "Es ist ein Schulstart unter Corona-Bedingungen und dies, wo Corona wieder zulegt", sagte Ministerpräsident Markus Söder am Montag nach Beratungen mit Vertretern von Eltern-, Schüler- und Lehrerverbänden in der Staatskanzlei in München.

Der CSU-Chef betonte, dass die Infektionszahlen in ganz Europa wieder zunähmen. Daher sei es "ganz entscheidend", mit großer Vorsicht in die Schulen zurückzukehren. Einzig ausgenommen von der Maskenpflicht im Unterricht sind Grundschulen. Die Ferien in Bayern gehen noch bis zum 7. September.

Söder sagte, gerade mit Blick auf die Infektionsrisiken durch Reiserückkehrer aus dem Ausland sei es wichtig, den "Sicherheitspuffer" von neun Schultagen mit der Maskenpflicht einzuhalten. Durch den Einsatz der Masken im Unterricht sinke das Ansteckungsrisiko um 90 Prozent. Es müsse aber allen klar sei, dass auch dieser Schulstart nicht perfekt laufen werde. 


31.08.2020: NRW schärft Corona-Frühwarnsystem

Nordrhein-Westfalen schärft sein Corona-Frühwarnsystem. Künftig müssen Kommunen, bei denen die Neuinfektionen im Sieben-Tages-Zeitraum - gerechnet auf 100.000 Einwohner - über 35 steigen, umgehend konkrete Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Virus umsetzen. Das kündigte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Montag in Düsseldorf an.

Steigt die Kennziffer über 50, sind in Abstimmung mit dem Landesgesundheitsministerium zwingend zusätzliche Schutzmaßnahmen anzuordnen. "Wir wollen eine Ampel einführen, damit es gar nicht erst zu der 50 oder zum Lockdown kommt", erklärte Laumann das System.


31.08.2020: Ungarn schließt seine Grenzen für Touristen

Aufgrund steigender Infektionszahlen wird ab dem 1. September die Einreise nach Ungarn für ausländische Touristen verweigert. Die Corona-Fälle sind in den vergangenen massiv gestiegen. So wurden am Sonntag 292 Neuinfektionen gemeldet; der höchste Wert in Ungarn seit Beginn der Pandemie. 

Personen ohne ungarische Staatsbürgerschaft dürfen nur noch aus "triftigen Gründen" einreisen. Ungarische Staatsbürger dürfen zudem nur in das Land, wenn sie zwei negative Coronatests nachweisen können. Falls dies nicht der Fall, muss die betroffene Person für 14 Tage in Quarantäne.

Nach jetzigem Stand soll die Grenzschließung vorerst bis zum 30. September gelten.


31.08.2020: Sardinien als neuer Corona-Hotspot

Sardinien hat sich zu einem neuen Corona-Hotspot in Italien entwickelt. Besonders betroffen ist laut swp.de die Provinz Sassari. Es wird vermutet, dass die Diskothek "Billionaire" schuld an den hohen Corona-Zahlen sei.

So haben sich 63 der 101 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Dies war zwar bereits vor einer Woche der Fall. Doch die Zahlen steigen weiter. Derzeit gibt es auf der beliebten Urlaubsinsel 712 aktive Corona-Fälle. Neben dem Corona-Ausbruch in der Diskothek haben auch die vielen Sommerurlauber dafür gesorgt, dass die Zahlen angestiegen sind.


31.08.2020: Corona-Infektionen überschreiten 25-Millionen-Marke

Die Zahl der weltweit registrierten Infektionen mit dem Coronavirus hat die Marke von 25 Millionen überschritten. Das geht aus Daten der Johns Hopkins Universität in Baltimore vom Sonntagabend (Ortszeit) hervor. Mit knapp 6 Millionen verzeichneten die USA dabei die höchste Zahl an Infektionen, gefolgt von Brasilien mit rund 3,9 Millionen Fällen. An dritter Stelle steht Indien, wo bisher 3,5 Millionen Infektionen registriert wurden.

Auch bei der Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung stehen die USA demnach an erster Stelle mit gut 183.000 - in einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern. An zweiter Stelle folgt auch hier Brasilien mit mehr als 120.000 Toten. Mexiko verzeichnet mit knapp 64.000 Todesfällen die dritthöchste Zahl. Insgesamt starben den Angaben zufolge seit Beginn der Pandemie bisher rund 845.000 Menschen weltweit nach einer Infektion mit dem Virus.


31.08.2020: 610 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

Erwartungsgemäß hat das Robert Koch-Institut (RKI) am Montag vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet. Nach Angaben vom frühen Montagmorgen hatten die Gesundheitsämter binnen 24 Stunden 610 Fälle an das RKI übermittelt.

Die Fallzahlen an Sonntagen und Montagen sind oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. Am Samstag hat die Zahl der Neuinfektionen noch bei 1479 Fällen gelegen.


31.08.2020: Maskenpflicht in Unterricht in NRW endet

Am Montag gilt für die Kinder und Jugendlichen der weiterführenden und berufsbildenden Schulen in Nordrhein-Westfalen ein letztes Mal Maskenpflicht im Unterricht. Damit endet in dem Bundesland eine Schutzmaßnahme gegen das Coronavirus, die es flächendeckend in keinem anderen Bundesland gibt. Für Grund- und Förderschüler der Primarstufe galt die Maskenpflicht im Unterricht auch in NRW nicht.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte angekündigt, den seit Schulbeginn geltenden Maskenzwang im Unterricht nicht über den 31.
August hinaus zu verlängern, da die Infektionszahlen in NRW, entgegen dem Bundestrend, wieder zurückgegangen seien. Auf Schulhöfen und im Schulgebäude bleibt die Maskenpflicht für alle bestehen.


30.08.2020: Bestätigte Corona-Infektionen in Kita in Duderstadt 

In der Kita St. Klaus in Duderstadt gibt es mehrere bestätigte Corona-Infektionen bei Beschäftigten und Kindern. Die Einrichtung bleibt daher vorsorglich geschlossen, teilte ein Sprecher des Landkreises Göttingen am Sonntag mit. Träger der Einrichtung ist der Caritasverband Südniedersachsen.

Nachdem bei einer Person mit Verbindung zur Kita St. Klaus eine Corona-Infektion festgestellt worden war, wurde für Kontaktpersonen sofort häusliche Quarantäne angeordnet und ein Reihentest gemacht. Da die Ergebnisse am Freitag noch nicht vorlagen, blieb die Kita bereits an diesem Tag geschlossen. Inzwischen wurden sechs weitere Infektionen bei Erzieherinnen und Kindern festgestellt.

Für Anfang kommender Woche ist ein weiterer Reihentest vorgesehen. Alle Kinder und Beschäftigten der Einrichtung sowie weitere Kontaktpersonen, insgesamt bis zu 100 Personen, werden getestet.


30.08.2020: Weniger wöchentliche Corona-Fälle - Lage stabilisiert sich womöglich 

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 785 neue Corona-Infektionen übermittelt. Dies meldete das Robert Koch-Institut (RKI) am Sonntag. Allerdings sind diese Zahlen mit Blick auf das wirkliche Infektionsgeschehen wenig aussagekräftig - an Sonntagen sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Einen Anhaltspunkt für die Beurteilung des Infektionsgeschehens liefern die ans RKI gemeldeten Fälle binnen einer Woche. Diese Zahl lag am Sonntag bei 7905 (Datenstand 30.8., 0 Uhr) und damit unter der vom Vortag (8023). Vor einer Woche (23.8.) lag der Wert noch bei 8528. Am Sonntag davor (16.8.) hatte er bei 6837, vor einem Monat (2.8.) bei 4127 gelegen.

Die Entwicklung der letzten Tage weise ebenso wie die wieder gestiegene Anzahl von Kreisen, die in den vergangenen sieben Tagen keine Corona-Fälle übermittelten, auf eine mögliche Stabilisierung der Lage hin, hieß es vom RKI. Aber: "Auch wenn die Fallzahlen in einigen Bundesländern wieder abnehmen, bleibt die Entwicklung der letzten Wochen weiterhin beunruhigend."

Es falle auf, dass sich in den vergangenen Wochen vermehrt jüngere Menschen infizierten, hatte das RKI am Samstag mitgeteilt. Es gelte, eine Übertragung auf die älteren und besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu verhindern. "Sollten sich wieder vermehrt ältere Menschen infizieren, muss auch mit einem Wiederanstieg der Hospitalisierungen und Todesfälle gerechnet werden."

Schwere Verläufe sind bei jüngeren Menschen wesentlich seltener als bei älteren. Nur rund 240 Patienten werden derzeit laut DIVI-Intensivregister in deutschen Kliniken intensivmedizinisch betreut - diese Zahl ist bislang trotz der steigenden Fallzahlen ziemlich stabil geblieben. Mitte April hatten noch mehr als 2000 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen gelegen.


30.08.2020: Illegale Musik-Party mitten im Wald wird aufgelöst

Eine illegale Musikveranstaltung mit rund 150 Teilnehmern ist in der Nacht zum Sonntag in einem Wald in Berlin-Köpenick aufgelöst worden. Die Revierförsterei alarmierte gegen 1 Uhr morgens die Polizei, weil eine große Menschengruppe in den sogenannten Kanonenbergen feierte, wie die Beamten mitteilten. Ein Polizeihubschrauber kreiste daraufhin über dem Gebiet und entdeckte die Party "tief im Wald".

Die Sicherheitskräfte lösten die illegale Feier mit rund 150 Besuchern auf. Da Getränke verkauft worden waren, könnte es sich um eine kommerzielle Veranstaltung gehandelt haben, sagte eine Polizeisprecherin. Das werde nun untersucht, denn «dafür braucht man eine besondere Genehmigung».

Die Verantwortlichen gaben jedoch an, die Getränke nur auf Spendenbasis angeboten zu haben. Die Beamten zogen eine Musikanlage, ein Mischpult und mehrere Boxen ein. Auch die mutmaßlichen Geldeinnahmen wurden beschlagnahmt. Ob es bei der Party auch Corona-Verstöße gegeben hat, teilte die Polizei zunächst nicht mit.


30.08.2020: Neue Rekordzahl an Corona-Infektionen in Ungarn 

In Ungarn sind am Sonntag 292 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden vermeldet worden. Es handelt sich um den höchsten Tageswert seit Beginn der Pandemie im Land im März. Am Vortag waren auf der Corona-Webseite der Regierung 158, am Freitag 132 Neuansteckungen verzeichnet worden.

Das 10-Millionen-Einwohner-Land war bis vor kurzem durch ein eher schwaches Infektionsgeschehen gekennzeichnet. Am letzten Freitag waren zum ersten Mal seit April mehr als 100, am 21. August erstmals seit Mai mehr als 50 Neuerkrankungen am Tag registriert worden. Die Infektionszahl pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen lag am Sonntag bei 8,2 und damit immer noch weit unter der anderer Länder in der Region.

Experten führen den sprunghaften Anstieg der letzten Tage auf ein sorgloseres Verhalten vor allem der jüngeren Bevölkerung und auf vermehrte Tests zurück. Zugleich blieb die Zahl der im Krankenhaus behandelten Corona-Patienten sowie der in Intensivpflege befindlichen Menschen bislang unverändert niedrig.


30.08.2020: Sorge vor Schulstart in Frankreich: Ärzte schlagen Alarm 

Frankreich blickt wegen steigender Corona-Zahlen mit Sorge auf den Schulbeginn. "Die für den Beginn des Schuljahrs am 1. September geplanten Regeln schützen weder das Personal noch die Schüler und ihre Familien", heißt es in einem offenen Brief von Ärztinnen und Ärzten, den die Zeitung "Le Parisien" veröffentlichte. Die bisherigen Regelungen reichten nicht aus, um den neuen Anstieg der Fälle von Covid-19 zu bremsen. Die Mediziner fordern eine Maskenpflicht für alle, die älter als sechs Jahre sind.

Am Dienstag kehren in Frankreich mehr als zwölf Millionen Schülerinnen und Schüler aus den Sommerferien in die Klassenzimmer zurück - viele zum ersten Mal nach langen Monaten. Bildungsminister Jean-Michel Blanquer versprach einen möglichst normalen Start. "Es darf nicht alles von der gesundheitlichen Realität erdrückt werden", sagte er der Sonntagszeitung "Journal du Dimanche". Er verteidigte die bestehenden Regelungen - etwa die Maskenpflicht ab elf Jahren.

Unklar ist zum Beispiel, wie viele Schüler infiziert sein müssen, bevor ganze Klassen geschlossen werden. "Die Schwellenwerte, die eine Schließung auslösen, sind Sache der Gesundheitsbehörden", sagte Blanquer. In besonders schwer getroffenen Regionen wie Marseille oder Paris könne es strengere Regeln geben als anderswo.


30.08.2020: Schärfere Vorgaben für Lüftungsanlagen wegen Corona geplant

Angesichts der Corona-Pandemie will die Bundesregierung einem Medienbericht zufolge die Vorgaben für Lüftungsanlagen in öffentlichen Gebäuden und Unternehmen verschärfen. "Die Lüftung von Gebäudeinnenräumen, in denen sich mehrere Personen nicht nur kurzfristig aufhalten, ist insbesondere durch Erhöhung von Luftwechsel und Außenluftzufuhr so zu verbessern, dass Infektionsgefahren weitgehend minimiert werden", heißt es dem Nachrichtenportal "The Pioneer" zufolge in einer Vorlage des Arbeitsministeriums für eine Sitzung des Corona-Kabinetts am Donnerstag.

Es sei flächendeckend sicherzustellen, dass geeignete Maßnahmen zum Infektionsschutz durch fachgerechtes Lüften umgesetzt würden. Die Regierung verlangt demnach noch vor Beginn der Heizperiode die Überprüfung und Modernisierung von Lüftungsanlagen aller Art - etwa zum Heizen, Kühlen, Be- und Entfeuchten. Darüber hinaus fordert sie, die Systeme entweder dauerhaft laufen zu lassen oder länger als bislang. Außerdem soll weniger Um- und mehr Frischluft verwendet werden.


30.08.2020: Sensoren am Stuttgarter Flughafen sollen Abstand zwischen Passagieren überwachen 

Am Stuttgarter Flughafen wird der Abstand zwischen Passagieren zum Schutz vor Corona-Infektionen mit Sensoren gemessen. So können überfüllte Orte im Gebäude erkannt und daraufhin neue Wegeführungen geplant werden, auch sollen auf diese Weise Infektionsherde verhindert werden. "Wir können jetzt schon feststellen, dass die Passagiere sich an Bodenmarkierungen halten", sagte Riccarda Mark vom Flughafen. Trotz der Regeln werde im Gebäude nicht immer der vorgeschriebene Abstand eingehalten, zum Beispiel bei der Kontrolle der Passagiere vor dem Flug.

Den Großteil der 140 Sensoren nutzt der Flughafen schon seit einigen Jahren - sie werden eigentlich eingesetzt, um Wartezeiten bei der Sicherheitskontrolle zu verbessern. Techniker haben die Geräte aber modifiziert. Eine neue Software zeigt jetzt den Standort einer Person auf Computern mit einer Genauigkeit von zwanzig Zentimetern an, erklärte ein Sprecher. Das System hat eine Schweizer Firma entwickelt, die auf der Basis der Daten eine Übersichtskarte mit Orten erstellt, an denen sich Passagiere am Flughafen besonders in die Quere kommen. Das Programm kann den durchschnittlichen Abstand aller Passagiere im ganzen Flughafen errechnen.

Beim Datenschutz hat der Flughafen keine Bedenken: "Auf dem Sensor werden keine persönlichen Informationen erfasst - alle Menschen erscheinen nur als anonymer Punkt." Nach Angaben der Schweizer Firma ist der Flughafen europaweit einer der ersten, die diese Technik nutzen.


30.08.2020: Nutzung von Corona-App in Bayerns Schulen bleibt tabu

Bayerns Schüler dürfen auch in Zukunft in der Regel nicht ihre Smartphones zur Nutzung der Corona-Warn-App in der Schule einschalten. Der Regensburger Jugendbeirat ist mit einer entsprechenden Initiative gescheitert. Das Kultusministerium in München betonte, dass nur in Einzelfällen der Nutzung der Corona-App erlaubt werden könne, wenn Schüler sich dadurch sicherer fühlten. Grundsätzlich ist die Nutzung der Handys auf dem Schulgelände den Kindern und Jugendlichen im Freistaat verboten, wenn die Geräte nicht zu Unterrichtszwecken verwendet werden.

Die Regensburger Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer hatte die Initiative der Jugendlichen unterstützt, die Handys in den Schulen aufgrund der Pandemie einschalten zu dürfen. Doch der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien der Oberpfalz wies das Anliegen mit der Begründung zurück, dass die Nutzung der Warn-App an Schulen nicht erforderlich sei. Denn dort könnten im Unterschied zum öffentlichen Raum Infektionsketten auch ohne die App schnell erkannt und nachverfolgt werden.

Ein Sprecher des Kultusministeriums ergänzte, dass die Nutzung der Corona-App ansonsten sehr sinnvoll sei. "Während des Schulweges ist die freiwillige Nutzung der App ohnehin uneingeschränkt möglich." Am 8. September beginnt im Freistaat wieder der Unterricht.

Die Vorsitzende des Jugendbeirats in Regensburg, Leyla Stanojevic, ist von der Position des Ministeriums nicht überzeugt. "Wenn die vom Staat entwickelte App schon nicht in staatlichen Einrichtungen benutzt werden darf, kann der Staat dies auch kaum von privaten Unternehmen erwarten", sagte sie.


30.08.2020: 785 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland 

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 785 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies meldete das Robert Koch-Institut (RKI) am frühen Sonntagmorgen. Allerdings sind diese Zahlen mit Blick auf das wirkliche Infektionsgeschehen wenig aussagekräftig - an Sonntagen sind die gemeldeten Fallzahlen nämlich erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Es falle auf, dass sich in den vergangenen Wochen vermehrt jüngere Menschen infizierten, hatte das RKI am Samstag mitgeteilt. Es gelte, eine Übertragung auf die älteren und besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu verhindern. "Sollten sich wieder vermehrt ältere Menschen infizieren, muss auch mit einem Wiederanstieg der Hospitalisierungen und Todesfälle gerechnet werden."


30.08.2020: Bundestag fährt corona-bedingte Sicherheitsmaßnahmen hoch 

Angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen fährt der Bundestag nach der Sommerpause seine Sicherheitsmaßnahmen hoch. In einer soeben verschickten Hausmitteilung empfiehl Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble dringend das Tragen einer Maske in allen Gebäuden des Bundestages ab dem 1. September.

"Diese dringende Empfehlung gilt ab dem Betreten der Liegenschaften grundsätzlich für alle Personen und alle Verkehrsflächen wie zum Beispiel die Flure und Treppenhäuser, Aufenthaltsbereiche, Sanitärräume, Gastronomiebereiche (mit Ausnahme am Tisch) und die Bibliothek, aber auch für Sitzungssäle und Besprechungsräume", heißt es in der Hausmitteilung, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

"Im Plenarsaal, in Sitzungssälen und Besprechungsräumen sowie in Büroräumen, insbesondere dem eigenen, kann die Maske abgenommen werden, wenn man einen Sitzplatz mit dem erforderlichen Abstand von mindestens 1,5 Metern eingenommen hat und eine gute Belüftung gewährleistet ist." Abgenommen werden könne die Maske auch bei Redebeiträgen im Plenarsaal und anderen Sitzungssälen, wobei auch hier auf die Einhaltung des Mindestabstands zu achten sei.

Eine ähnliche "dringende Empfehlung" zum Maske-Tragen hatte Schäuble vor kurzem schon den 709 Bundestagsabgeordneten in einem Schreiben gegeben. Die nun verschickte Hausmitteilung richtet sich vorrangig an die rund 3100 Beschäftigten der Bundestagsverwaltung sowie die knapp 2800 Mitarbeiter der Abgeordneten in Berlin.


30.08.2020: Zwei Schüler mit Corona infiziert - Tests für Mitschüler und Lehrer 

In Salzwedel haben sich zwei Schüler mit dem Coronavirus infiziert. Mehrere Mitschüler und Lehrkräfte seien daher unter Quarantäne gestellt worden, teilte der Altmarkkreis Salzwedel am Samstag mit. Die beiden Infizierten wurden am Freitag positiv auf Sars-CoV-2 getestet und umgehend unter Quarantäne gestellt. Der Landkreis entschied, auch die Klassen, in denen die Schüler waren, sowie mehr als ein Dutzend Lehrkräfte unter Quarantäne zu stellen und zeitnah testen zu lassen. Die Ergebnisse stünden noch aus, hieß es.

Bei den beiden Infizierten handelt es sich den Angaben nach um Schüler der Ganztagsgemeinschaftsschule "G. E. Lessing" sowie des Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasiums in Salzwedel. Sie sollen bei einer Ferienfreizeit Kontakt zu einem Infizierten gehabt haben. Am Abend teilte der Altmarkkreis mit, dass die Ganztagsgemeinschaftsschule vorsorglich bis einschließlich Dienstag geschlossen werde.


30.08.2020: Mindestens 54 Corona-Fälle in Asylbewerber-Aufnahmeeinrichtung

In einer Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Hermeskeil im Kreis Trier-Saarburg haben sich mindestens 54 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Dies teilte eine Sprecherin der zuständigen Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion am Samstag mit. Den Betroffenen gehe es soweit gut, sie seien mit ihren unmittelbaren Angehörigen in zwei der sieben Häuser in Quarantäne. Ein Großteil der Testergebnisse der Bewohner war demnach am Samstagabend ausgewertet. "Die Ursache der Infektionen in Hermeskeil ist weiterhin nicht bekannt", hieß es. Ein Arzt und Krankenschwestern seien vorsichtshalber vor Ort, falls sich der Gesundheitszustand von Infizierten verschlechtere und sie ins Krankenhaus müssten.

Die gesamte Unterkunft mit 519 Bewohnern steht schon seit Mittwochnachmittag unter Quarantäne. Die meisten Bewohner kommen aus Syrien, Irak, Nigeria und Pakistan. Um die Quarantäne-Anordnung durchzusetzen, wurden die Sicherheitskräfte vor Ort verstärkt und von der Polizei unterstützt.

Den Angaben zufolge müssen die Bewohner in der Quarantänezeit grundsätzlich in ihren Zimmern bleiben. Wenn sie nach draußen gehen wollen, können sie festgelegte Außenbereiche nutzen, die den einzelnen Häusern zugewiesen sind. Küchen stehen unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln zur Verfügung.


30.08.2020: Ab heute in Thüringen mehr Besuche in der Pflege und Lockerungen bei Feiern

Die Bewohner von Thüringer Pflegeheimen können ab Sonntag wieder ohne Beschränkung Besuch empfangen. Die neue Regelung tritt mit einer neuen Verordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie am Sonntag in Kraft. Bisher waren Besuche in Pflegeheimen auf maximal zwei Personen und zwei Stunden pro Tag beschränkt. Diese Regelung entfällt nun.

Allerdings ist die neue Freiheit an die Entwicklung der Infektionszahlen geknüpft. Überschreiten sie die Schwelle von 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, treten automatisch wieder strengere Besuchsregeln in Kraft. Wird in einem Pflegeheim ein Corona-Fall bekannt, sollen Besuche gänzlich verboten sein - außer es kann für eine räumliche und personelle Trennung in der Einrichtung gesorgt werden.

Die neue Verordnung sieht auch Lockerungen bei Familienfeiern vor. Mussten solche Feste bislang ab einer Teilnehmerzahl von 30 in geschlossenen Räumen beim jeweiligen Gesundheitsamt angezeigt werden, liegt die Grenze künftig bei 50 Teilnehmern. Im Freiem müssen Familienfeiern ab Sonntag erst ab 100 Teilnehmern bei den Behörden gemeldet werden und nicht schon ab 75 wie bisher. Zudem dürfen auch staatlich geförderte Theater wieder ihre Häuser für Publikum öffnen. Allerdings müssen Hygiene- und Abstandsauflagen eingehalten werden.


29.08.2020: Seehofer kritisiert Kurswechsel bei Reiserückkehrern 

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat das Hin und Her im Umgang mit Reiserückkehrern in der Corona-Krise kritisiert. «Wir alle brauchen in dieser Krise Orientierung und Verlässlichkeit», sagte der CSU-Politiker dem "Donaukurier" (Samstag). "Das betrifft ja jeweils zigtausende Menschen. Deshalb dürfen wir unsere Strategie nicht zu häufig ändern."

Seehofer bezog sich damit auf den Kurswechsel, der am Donnerstag bei der Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder getroffen wurde. Danach sollen die Regeln für Rückkehrer aus Risikogebieten nach nur wenigen Wochen wieder geändert werden.

Sie sollen sich in Quarantäne begeben und diese künftig frühestens mit einem fünf Tage nach Einreise vorgenommenen, negativen Test verlassen dürfen. Im Moment gilt für diese Reisenden noch, dass sie die Quarantäne mit Vorlage eines maximal 48 Stunden alten Tests bei der Einreise oder durch einen in Deutschland auf Anordnung der Behörden gemachten Test umgehen können.


29.08.2020: Corona-Situation in Frankreich verschärft sich

In Frankreich spitzt sich die Lage mit mehr als 7000 Corona-Neuinfektionen innerhalb von einem Tag weiter zu. Das Gesundheitsministerium sprach am Freitagabend von einem "exponentiellen" Anstieg. Auch in Krankenhäusern und auf den Intensivstationen steige die Zahl der Patientinnen und Patienten wieder an - wenn auch auf niedrigem Niveau. Gleichzeitig treten immer schärfere Regelungen bei der Maskenpflicht in Kraft. Präsident Emmanuel Macron warnte angesichts der steigenden Zahlen vor Grenzschließungen innerhalb Europas.

In den vergangenen 24 Stunden seien 7379 neue Fälle gezählt worden, meldete das Gesundheitsministerium am Freitagabend. Am Vortag waren es mehr als 6000, davor mehr als 5000. Die 4000er-Schwelle war zuvor mehrfach überstiegen worden. "Die Dynamik des Fortschreitens der Epidemie ist exponentiell", hieß es. Seit einigen Wochen steigen die Fallzahlen im ganzen Land an - die Lage ist allerdings regional unterschiedlich.


29.08.2020: Corona-Alarm auf den Kanaren: Inseln zittern um ihre Sonderstellung

Lange blieben die Kanaren vom Coronavirus weitgehend verschont - jetzt müssen die zu Spanien gehörenden Atlantik-Inseln um ihre Sonderstellung und um ihre Tourismus-Branche fürchten. Wie ganz Spanien - darunter auch die Balearen samt dem "Ballermann" - könnten sie als bislang einzige Ausnahme nun auch von Deutschland auf die "schwarze Liste" der Risikogebiete gesetzt werden. Mit 338 Fällen binnen 24 Stunden meldeten die regionalen Gesundheitsbehörden in Las Palmas am Donnerstagabend einen neuen Rekord an Neuinfektionen.

Zentrales Kriterium für die deutsche Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat. Auf den Kanaren sind es bereits 79,69.

Damit stehen die Inseln vor der Westküste Afrikas inzwischen schlechter da als viele spanische Gebiete, für die seit Mitte August die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gilt. Darunter die ebenfalls vom Tourismus stark abhängige Stadt Valencia (52,10) und die Region Andalusien (47,85). Auf den Balearen mit der liebsten Insel der Deutschen, Mallorca, beträgt die Zahl 79,52. Für ganz Spanien gab das Gesundheitsministerium in Madrid diesen Wert am Freitag mit mehr als 58 für die vergangenen sieben Tage an.


29.08.2020: Estland führt Quarantänepflicht für deutsche Urlauber ein

Deutsche Reisende müssen sich von diesem Montag an bei Ankunft in Estland in eine zweiwöchige Quarantäne begeben. Dies geht aus einer vom Außenministerium in Tallinn am Freitag veröffentlichten Liste von Ländern mit hohen Corona-Ansteckungsraten hervor. Grund dafür ist demnach die steigende Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland. Wegen der Quarantänepflicht rät das Auswärtige Amt von nicht notwendigen touristischen Reisen in den baltischen Ostseestaat ab.

Estland hatte Anfang Juni seine Grenzen für Bürger aus europäischen Ländern mit niedrigen Coronavirus-Ansteckungsraten geöffnet. Für Einreisende aus Ländern mit einer Infektionsrate von bis zu 16 Fällen pro 100.000 Einwohner entfällt dabei die Quarantänepflicht. Wer aus Ländern mit einer höheren Rate in den Baltenstaat einreist, muss sich für zwei Wochen in häusliche Isolation begeben.

Die Daten für die Länderliste werden wöchentlich aktualisiert. Für Deutschland wurde von den Behörden in Estland nun eine Infektionsrate von 20,9 angegeben. In der vergangenen Woche lag sie noch bei 16,5. Wegen einer Sonderregelung für Staaten mit Infektionsraten knapp über dem Schwellenwert konnten Reisende aus Deutschland daher bislang noch ohne Quarantäne nach Estland einreisen. In Lettland und Litauen müssen sich Reisende aus Deutschland bereits seit Montag in eine 14-tägige Quarantäne begeben.


29.08.2020: Corona-Ausgangssperre in Argentinien wird verlängert

Nach rund 160 Tagen in Quarantäne werden die Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie in Argentinien um weitere zwei Wochen verlängert. Allerdings dürfen sich künftig wieder bis zu zehn Personen unter freiem Himmel treffen - aber mit Mundschutz und unter Beachtung eines Mindestabstands von zwei Metern, wie Präsident Alberto Fernández am Freitag in einer Videobotschaft sagte.

Argentinien hatte am 20. März recht strikte Ausgangsbeschränkungen verhängt, den Wirtschaftsbetrieb weitgehend heruntergefahren und die Grenzen geschlossen. Im Vergleich zu den Nachbarländern war es so zunächst gelungen, die Verbreitung des Virus deutlich zu bremsen. Nach rund fünf Monaten Einschränkungen ließ die Disziplin der Bevölkerung allerdings deutlich nach und die Zahl der täglichen Neuinfektionen stieg zuletzt auf über 10.000. Zudem kam es auch außerhalb des Großraums Buenos Aires wieder zu neuen Ausbrüchen.


29.08.2020: Söder hält Maskenpflicht im Unterricht für möglich

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hält eine Maskenpflicht im Unterricht für denkbar. Den "Nürnberger Nachrichten" (Samstag) sagte er: "Wir wollen den Regelunterricht bei gleichzeitigem Schutz von Schülern und Lehrern. Wir reden da auch über Masken im Unterricht. Die Entscheidung soll im Konsens getroffen werden." Die Maske sei ein einfaches und effektives Mittel, um drohende Schulschließungen zu verhindern. Für kommenden Montag sei eine Besprechung mit Schulvertretern geplant.

Bevor jedoch eine Entscheidung über die Maskenpflicht im Unterricht getroffen werde, würden die Erfahrungen anderer Bundesländer hierzu ausgewertet, sagte Söder. Zu berücksichtigen seien auch regionale Unterschiede in Bayern: "Wenn es etwa wie im Kreis Rhön-Grabfeld keine oder wenig neue Infektionen gibt, ist die Lage dort anders zu beurteilen als in München oder Rosenheim, wo die Zahlen im Moment höher sind."

In Nordrhein-Westfalen müssen Schüler ab Klasse 5 Masken im Unterricht tragen, diese Regelung läuft jedoch an diesem Montag wegen gesunkener Infektionszahlen aus.


29.08.2020: 1571 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Freitagmorgen 1571 neue Corona-Infektionen gemeldet. Am Tag zuvor waren es 1507. Am Samstag war mit 2034 neuen Fällen erstmals seit Ende April die 2000er-Marke überschritten worden. "Die Anzahl der neu übermittelten Fälle war in Deutschland seit etwa Mitte März bis Anfang Juli rückläufig, seitdem nahm die Fallzahl zu und scheint sich in den letzten Tagen zu stabilisieren", hieß es vom RKI.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten zeigen sich besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an ihre Grenzen bringt.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 239.507 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Freitagmorgen im Internet meldete (Datenstand 28.8., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9288. Seit dem Vortag wurden drei Todesfälle mehr gemeldet. Bis Freitagmorgen hatten etwa 213.200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Freitag bei 0,94 (Vortag: 0,83). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen vom Mittwoch lag dieser Wert bei 1,01 (Vortag: 0,94). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.


29.08.2020: Mindestens 28 Corona-Fälle in Asylbewerber-Aufnahmeeinrichtung

In einer Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Hermeskeil im Kreis Trier-Saarburg haben sich inzwischen mindestens 28 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Dies teilte die zuständige Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion am Freitag mit. Den Betroffenen gehe es soweit gut. Die gesamte Unterkunft mit 519 Bewohnern steht schon seit Mittwochnachmittag unter Quarantäne. Die meisten Menschen kommen aus Syrien, Irak, Nigeria und Pakistan. Sie alle wurden getestet, es stehen aber noch Ergebnisse aus. Um die Quarantäne-Anordnung durchzusetzen, wurden die Sicherheitskräfte vor Ort verstärkt und durch die Polizei unterstützt.

Den Angaben zufolge müssen die Bewohner in der Quarantänezeit grundsätzlich in ihren Zimmern bleiben. Wenn sie nach draußen gehen wollen, können sie festgelegte Außenbereiche nutzen, die den einzelnen Häusern zugewiesen sind. Küchen stehen unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln zur Verfügung.


29.08.2020: Karliczek hofft auf Corona-Impfstoff in sechs bis zwölf Monaten

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek setzt weiter darauf, dass bis Sommer 2021 flächendeckend ein Impfstoff gegen das Coronavirus angeboten werden kann. "Bisher hat es keine gravierenden Rückschläge gegeben, was in der Impfstoffentwicklung fast zu erwarten wäre", sagte die CDU-Politikerin den Stuttgarter Nachrichten und der Stuttgarter Zeitung (Samstag). "Wir wollen bis zum nächsten Sommer flächendeckend Impfstoffe anbieten können, die wirksam und sicher sind für unterschiedliche Zielgruppen."

Zu Beginn der Pandemie habe sie erklärt, dass ein Impfstoff frühestens in 12 bis 18 Monaten entwickelt werden könnte. "Jetzt sind wir ein halbes Jahr weiter - aber die Aussage steht. Also in sechs bis zwölf Monaten, sofern die jetzt am weitesten fortgeschrittenen Entwicklungen sich als sicher und wirksam erweisen", sagte Karliczek nun den beiden Stuttgarter Medien. Die ersten Impfstoffe seien jetzt in der dritten klinischen Studienphase.

Karliczek kündigte an, drei deutsche Unternehmen beim Aufbau von Produktionskapazitäten zu fördern, "so dass wir auch in der Lage wären, in Deutschland einen Impfstoff zu produzieren, der woanders entwickelt worden ist, wenn die heimischen Unternehmen wider Erwarten nicht erfolgreich sind".


29.08.2020: Rund 7300 Neuinfektionen in Frankreich - "exponentieller" Anstieg

In Frankreich steigt die Zahl der Corona-Infektionen nach Angaben der Gesundheitsbehörden "exponentiell" an. In den vergangenen 24 Stunden wurden 7379 neue Fälle gezählt, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit. Am Vortag waren es mehr als 6000, davor mehr als 5000. Auch wenn das Niveau immer noch begrenzt sei, nehme vor allem in den Risikogebieten die Zahl der Krankenhauseinweisungen und der Einweisungen auf Intensivstationen zu.

Die Regierung hat 21 Départements im Land als derartige Gebiete klassifiziert, in denen erhöhte Ansteckungsgefahr herrscht. Frankreich zählt seit Beginn der Epidemie mehr als 30.500 Tote. In zahlreichen Städten - darunter auch Paris - gilt eine Maskenpflicht unter freiem Himmel.

Die Bundesregierung hat für den Großraum Paris und weite Teile der Mittelmeerküste eine Reisewarnung ausgesprochen.


28.08.2020: Ungarn macht Grenzen wegen Corona-Anstiegs in Europa dicht 

Ungarn schließt angesichts steigender Infektionszahlen mit dem Coronavirus im Ausland vom 1. September an seine Grenzen für ausländische Touristen. Das gab die Regierung in Budapest am Freitag bekannt. Einreisen dürfen nur noch ungarische Staatsbürger, Ausländer müssen dazu einen triftigen Grund angeben. Die meisten neuen Infektionen in Ungarn seien aufgrund von Ansteckungen im Ausland festgestellt worden, sagte Regierungssprecher Gergely Gulyas.


28.08.2020: Merkel sieht schwierige Monate auf uns zukommen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Deutschen darauf eingestimmt, dass sich die Corona-Pandemie im Herbst und Winter wieder stärker auf das alltägliche Leben auswirken könnte. "Man muss damit rechnen, dass Manches in den nächsten Monaten noch schwieriger sein wird als jetzt im Sommer", sagte die CDU-Politikerin zum Auftakt ihrer traditionellen Sommer-Pressekonferenz am Freitag in Berlin.

Alle hätten im Sommer durch das "Leben draußen" Freiheiten und einen relativen Schutz vor Aerosolen, die das Virus übertragen könnten, genossen. "In den nächsten Monaten wird es jetzt darauf ankommen, die Infektionszahlen niedrig zu halten, wenn wir uns wieder drinnen aufhalten - an Arbeitsplätzen, in Schulen und in Wohnungen", sagte Merkel. Weltweit arbeiteten Forscher auf Medikamente und einen Impfstoff hin, aber noch sei beides nicht gefunden.

"Wir werden noch länger mit diesem Virus leben müssen, und deshalb ist meine Grundhaltung eine der Wachsamkeit, der Aufmerksamkeit. Gerade jetzt, da die Infektionszahlen wieder so deutlich über die letzten Wochen gestiegen sind", sagte Merkel. "Es bleibt dabei: Es ist ernst, unverändert ernst - und nehmen Sie es auch weiterhin ernst."


28.08.2020: Über 1500 Corona-Neuinfektionen

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Freitagmorgen 1571 neue Corona-Infektionen gemeldet. Am Tag zuvor waren es 1507. Am Samstag war mit 2034 neuen Fällen erstmals seit Ende April die 2000er-Marke überschritten worden.


27.08.2020: NRW setzt Maskenpflicht an Schulen aus

Nordrhein-Westfalen setzt die umstrittene Maskenpflicht im Unterricht für Kinder und Jugendliche an weiterführenden Schulen aus. Die Pflicht zum Tragen von Masken im Schulunterricht ende am 31. August, sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Donnerstag in Düsseldorf.

Es gelte aber weiterhin eine Maskenpflicht in Schulgebäuden außerhalb des Unterrichts. Zum Schutz vor Corona-Infektionen müssen seit Beginn dieses Schuljahres alle Schüler der weiterführenden und berufsbildenden Schulen in NRW einen Mund-Nasen-Schutz auch in der Klasse am Platz tragen.
Ausgenommen sind nur die Grund- und Förderschüler der Primarstufe.


27.08.2020: NRW führt lokale "Corona-Bremse" ein

Statt einem pauschalen Lockdown soll es in NRW künftig zu einer lokalen "Corona-Bremse" kommen. Wie Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Donnerstag sagte, sollen Kreise mit hohen Infektionswerten "ein passgenaues lokales Maßnahmenpaket" mit dem Land abstimmen. Ein solches Paket könne lokale Versammlungs-, Veranstaltungs- oder auch Verkaufsverbote sowie Schulen umfassen. Die Entscheidung, welche Maßnahmen ergriffen würden, liege bei den Kommunen vor Ort. Laschet sprach von einer Schwelle, wenn sich ein Wert der 7-Tages-Inzidenz von 50 nähert.


27.08.2020: Bund und Länder finden keine Einigung bezüglich Obergrenze bei Privatfeiern

Bund und Länder haben sich bei den umstrittenen Feierlichkeiten im Familien- und Freundeskreis nicht auf bundesweit geltende Obergrenzen für Teilnehmerzahlen einigen können. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus der Beratungsrunde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten. Die Bürger werden gebeten, in jedem Einzelfall kritisch abzuwägen, ob, wie und in welchem Umfang private Feierlichkeiten nötig und vertretbar seien.

Gegen die Vorschläge für eine Rahmenvorgabe für maximale Teilnehmerzahlen gab es nach Teilnehmerangaben breiten Widerstand. Es habe zahlreiche Wortmeldungen gegen pauschale Regeln gegeben. Merkel wollte erreichen, dass der Teilnehmerkreis bei einer Zusammenkunft in privat genutzten Räumen und auf solchen Grundstücken auf maximal 25 Teilnehmer beschränkt werde. Bei privaten Veranstaltungen und Feiern außerhalb des Privatbereichs sollten künftig 50 Teilnehmer erlaubt sein.


27.08.2020: Bund verbietet Großveranstaltungen bis Jahresende

Bund und Länder sind sich einig, dass Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich ist, bis mindestens Ende Dezember 2020 nicht stattfinden sollen.

Zum einheitlichen Umgang mit Zuschauern bei bundesweiten Sportveranstaltungen wird eine Arbeitsgruppe auf Ebene der Chefs der Staatskanzleien eingesetzt, die bis Ende Oktober einen Vorschlag vorlegen soll. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus der Beratungsrunde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten.


27.08.2020: Corona-Quarantäne-Ende künftig ab 5. Tag durch Test möglich

Reiserückkehrer aus Risikogebieten sollen demnächst eine Corona-Quarantäne frühestens durch einen Test ab dem fünften Tag nach Rückkehr beenden können. Diese Regelung soll möglichst ab dem 1. Oktober 2020 gelten, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Treffen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Donnerstag erfuhr. Zudem soll geprüft werden, ob Reiserückkehrer aus Risikogebieten ihren Test selbst zahlen sollen.


27.08.2020: Kölner Weihnachtsmarkt wegen Corona abgesagt

Der berühmte Weihnachtsmarkt am Kölner Dom fällt wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr aus. "Wir haben den Markt abgesagt und die Mieter mit einem Schreiben darüber informiert", sagte die Geschäftsführerin der Kölner Weihnachtsgesellschaft, Monika Flocke, am Donnerstag auf dpa-Anfrage. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

"Wir haben wochenlang überlegt, ob wir den Markt so gestalten könnten, dass es nicht zu Ansteckungen kommt. Aber letztlich haben wir keine Lösung gefunden", sagte Flocke. Der traditionsreiche Weihnachtsmarkt auf dem Roncalliplatz sei mit etwa fünf Millionen Besuchern ein Publikumsmagnet. Auch bei begrenztem Zugang könne es vor dem Eingang sicherlich "zu einer Riesen-Stausituation" kommen. Darum sei die Verantwortung einfach zu groß, sagte die Veranstalterin.

Die Stadt Köln zeigte sich am Donnerstag verwundert. "Wir haben bislang keine offizielle Absage erhalten", sagte eine Sprecherin. Für diesen Freitag sei ein Gespräch zwischen der Stadt und den Betreibern der vier größten Kölner Weihnachtsmärkte - darunter der am Dom - geplant, in dem es um mögliche Konzepte für die Märkte gehen solle.


27.08.2020: Bund und Länder: Keine kostenlosen Tests aus Nicht-Risikogebieten

Bund und Länder haben sich darauf verständigt, die kostenlosen Corona-Tests für Einreisende aus Nicht-Risikogebieten zum Ende der Sommerferien mit dem 15. September zu beenden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will dem Vernehmen nach aber an seinem Angebot für kostenlose Tests an Flughäfen, Bahnhöfen und Autobahnen festhalten, hieß es aus Teilnehmerkreisen. Im Freistaat können sich damit auch weiterhin Rückkehrer aus Nicht-Risikogebieten kostenlos auf das Corona-Virus testen lassen.

Merkel und die Ministerpräsidenten diskutieren unterdessen darüber, ob angesichts gestiegener Corona-Infektionszahlen schärfer als bisher vor Reisen in Risikogebiete gewarnt werden sollte. Die Kanzlerin hatte nach dpa-Informationen in der Runde mit den Ministerpräsidenten eine entsprechende Gesetzesänderung vorgeschlagen. Demnach soll es bei einer Infektion nach solchen Reisen keine Zahlung des Lohnausfalls und keine Übernahme von Testkosten geben.


27.08.2020: Merkel für spätere Entscheidungen bezüglich Weihnachtsmarkt und Karneval

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will erst später über die Zulassung von Karnevalsveranstaltungen und Weihnachtsmärkten in der Corona-Pandemie entscheiden. "Das werde und müsse heute nicht entschieden werden", sagte Merkel am Donnerstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in ihren Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder über Maßnahmen gegen die steigenden Infektionszahlen mit dem Corona-Virus. Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder habe ihr zugestimmt. Er sei nie für eine Totalabsage von Fasching oder Karneval gewesen, habe er erklärt.

Sachsen habe in der Runde auf die Zulassung von Weihnachtsmärkten gedrängt, hieß es weiter - offensichtlich vor dem Hintergrund von Befürchtungen, der berühmte Dresdner Weihnachtsmarkt müsse abgesagt werden.


27.08.2020: Bund will Privatfeiern auf 25 Personen beschränken

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will Feiern im Privatbereich auf 25 Teilnehmer beschränken. Bevorzugt sollten diese Zusammenkünfte im Freien abgehalten werden. In der der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Beschlussvorlage des Bundes für die Runde der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten am Donnerstag heißt es zudem, bei privaten Veranstaltungen und Feiern außerhalb des Privatbereichs sollten künftig 50 Teilnehmer erlaubt sein.


27.08.2020: Bund will Großveranstaltungen bis Jahresende verbieten

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will, dass Großveranstaltungen wie Volksfeste, größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern, größere Konzerte, Festivals oder Dorf-Schützenfeste bis mindestens 31. Dezember 2020 verboten bleiben.

Ausnahmen könne es in Regionen mit sehr geringen Infektionszahlen geben, wenn sichergestellt sei, dass die Teilnehmer ausschließlich aus dieser Region oder aus umliegenden Regionen mit entsprechenden Entwicklungen kommen, heißt es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in einer Beschlussvorlage des Bundes für die Runde der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten am Donnerstag.


27.08.2020: Merkel fordert Mindestbußgeld von 50 Euro bei Maskenpflichtverstoß

Angesichts der wieder gestiegenen Zahl der Corona-Infektionen soll nach den Vorstellungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vorerst auf weitere Öffnungsschritte verzichtet werden.

Die Hygiene-Regeln seien unbedingt einzuhalten und bei Verstößen gegen die Maskenpflicht müssten mindestens 50 Euro Bußgeld erhoben werden, heißt es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in einer Beschlussvorlage des Bundes für die Runde der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten am Donnerstag.


27.08.2020: Corona-Fall an Wilhelmshavener Schule - Unterricht entfällt 

Wegen eines Corona-Falls an einer Gesamtschule in Wilhelmshaven fällt der Unterricht teilweise aus. Betroffen sei die Oberstufe, teilte eine Sprecherin der Stadt am Donnerstag mit. Dem Gesundheitsamt sei am späten Mittwochabend die Covid-19-Erkrankung eines Schülers gemeldet worden. Dieser sei von einer Reise zurückgekehrt und habe bevor sein Testergebnis vorlag Kontakt zu anderen Schülern gehabt. Der Unterricht in der Mittelstufe findet nach Angaben der Sprecherin statt. Am Donnerstag beginnt für mehr als eine Million Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen der Unterricht.


26.08.2020: Schweiz meldet höchste Corona-Fallzahlen seit April

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit hat innerhalb von 24 Stunden so viele neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet wie seit April nicht mehr. Insgesamt waren es Stand Mittwochmorgen in der Schweiz und Liechtenstein zusammen 383 neue Fälle. Gemessen an der Bevölkerung ist das deutlich mehr als doppelt so viel wie in Deutschland. Deutschland hat knapp zehn mal so viele Einwohner wie die Schweiz.

Gesundheitsminister Alain Berset hatte schon vergangene Woche davor gewarnt, dass die Situation außer Kontrolle geraten könnte. Er mahnte die Bevölkerung, die Schutzmaßnahmen umzusetzen: "Es ist nicht einfach, die Abstands- und Quarantäneregeln einzuhalten, aber tun Sie es." Immer mehr Kantone führen die Maskenpflicht in Geschäften ein. Seit Donnerstag gilt dies auch in Zürich.

Insgesamt wurden in der Schweiz seit Beginn der Pandemie gut 40 000 Infektionen gemeldet. Etwas mehr als 1700 Menschen Infizierte starben. Knapp 10 000 Menschen befanden sich wegen Kontakten mit Infizierten in Quarantäne oder Isolation, weitere gut 15 000 Menschen waren in Quarantäne, weil sie aus Risikoländern zurückgekehrt waren.


26.08.2020: Reisewarnungen bis 14. September verlängert

Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für Touristen wegen der Corona-Pandemie für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union um zwei Wochen bis zum 14. September verlängert. Das wurde am Mittwoch in der Kabinettssitzung entschieden, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr.


26.08.2020: Über 1500 Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Mittwochmorgen 1576 neue Corona-Infektionen gemeldet. Am Dienstag waren es 1278. Am Samstag war mit 2034 neuen Fällen erstmals seit Ende April die 2000er-Marke überschritten worden.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten zeigen sich besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an ihre Grenzen bringt.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 236 429 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen im Internet meldete (Datenstand 26.8., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9280. Seit dem Vortag wurden drei Todesfälle mehr gemeldet. Bis Mittwochmorgen hatten etwa 210 600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.


25.08.2020: Sachsen führt Bußgeld bei Verstoß gegen Maskenpflicht ein

Sachsen führt ab 1. September ein Bußgeld bei Verstößen gegen die Maskenpflicht im Nahverkehr und in Geschäften ein. Es beträgt 60 Euro. Einen entsprechenden Beschluss fasste das Kabinett am Dienstag in Dresden. Die Maßnahme ist Teil der neuen Corona-Schutzverordnung, die bis zum 2. November gelten soll.

Abstandsregel und Kontaktbeschränkungen gelten weiter. Jahrmärkte und Weihnachtsmärkte werden bei Vorlage eines Hygienekonzeptes erlaubt.
Gleiches gilt für Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern. Allerdings gibt es dafür Bedingungen. 


25.08.2020: Mecklenburg-Vorpommern öffnet sich wieder für Tagestouristen

Mecklenburg-Vorpommern lässt auch Tagestouristen wieder ins Land. Das wegen der Corona-Pandemie im März verhängte Einreiseverbot für Kurzbesucher aus anderen Bundesländern soll Mitte kommender Woche aufgehoben werden. Das verlautete am Dienstag aus Teilnehmerkreisen der erweiterten Kabinettssitzung in Schwerin. Zuvor hatten die "Ostsee-Zeitung" und der NDR darüber berichtet.

Damit sind auch Tagesausflüge an die Küsten des Landes voraussichtlich vom 3. September an wieder möglich. Bislang drohen widerrechtlich einreisenden Tagesbesuchern Bußgelder von bis zu 2000 Euro.

Der rigide Ausschluss von Tagestouristen hatte der Landesregierung in Schwerin nicht nur Kritik potenzieller Besucher eingebracht, sondern auch vom Nachbarland Schleswig-Holstein. Dort waren die Strände im Hochsommer wegen fehlender Alternativen oft überfüllt. Gäste mit mindestens einer gebuchten Übernachtung durften bereits seit Mai wieder nach Mecklenburg-Vorpommern kommen.


25.08.2020: Bayern ist gegen Ende der Corona-Testpflicht

Bayern ist gegen ein vorzeitiges Ende der Corona-Testpflicht für Urlaubsrückkehrer. "Die Diskussion zur Beendigung einer Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten ist verfrüht", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Montagabend in München. Die Auswertungen aktueller Ausbruchsschwerpunkte von Corona-Infektionen zeige klar die Bedeutung von infizierten Reiserückkehrern an diesen Infektionsketten.

Huml äußerte sich besorgt über die am Montag zuvor mehrheitlich von ihren Amtskollegen aus Bund und Ländern befürwortete neue Teststrategie im Umgang mit Urlaubsheimkehrern. "Jetzt, wo dieses wirkungsvolle Instrument greift und akzeptiert ist, sollte man es nicht verfrüht stoppen", betonte sie und verwies auf die erzielten Erfolge bei den Kontrollen in Bayern. An den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen, den Fernbahnhöfen München und Nürnberg sowie an drei Autobahnteststellen seien bisher mehr als 3000 Reiserückkehrer aus Risikogebieten positiv getestet worden.

"Die frühe Testung bei der Einreise schafft nicht nur eine schnelle Information und Sicherheit beim Betroffenen, sondern ist auch ein effektives Hilfsmittel bei der Unterbrechung von Infektionsketten", sagte Huml. Bayern sei auf dem Land- und Luftweg Transitstrecke in den gesamten südosteuropäischen Raum. 


25.08.2020: Über 1200 registrierte Neuinfektionen

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Dienstagmorgen 1278 neue Corona-Infektionen gemeldet. Am Montag waren es 711. Allerdings sind die gemeldeten Fallzahlen an Sonntagen und Montagen erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. An den Tagen zuvor hatte die tägliche Zahl der Neuinfektionen weit höher gelegen. Am Samstag war mit 2034 neuen Fällen erstmals seit Ende April die 2000er-Marke überschritten worden

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten zeigen sich besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an ihre Grenzen bringt.


25.08.2020: Reisewarnung für Paris und Teile der französischen Mittelmeerküste

Corona-Testpflicht für viele Urlauber aus Frankreich: Die Bundesregierung hat am Montagabend wegen der Ansteckungsgefahren eine Reisewarnung für den Großraum Paris sowie weite Teile der französischen Mittelmeerküste ausgesprochen. Die Regionen Île-de-France und Provence-Alpes-Côte d'Azur werden seitdem auf der fortlaufend aktualisierten Liste des bundeseigenen Robert Koch-Institutes (RKI) als Risikogebiete geführt. Solch eine Einstufung erfolgt nach gemeinsamer Entscheidung von Gesundheits-, Außen- und Innenministerium.

Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat. Eine Reisewarnung geht weiter. Sie ist zwar kein Reiseverbot, aber eine abschreckende Wirkung ist beabsichtigt. Und sie hat eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Pauschalreisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

Allerdings soll die erst kürzlich eingeführte Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten wieder abgeschafft und durch eine neue Regelung ersetzt werden. Entsprechende Vorschläge legten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Montag nach einer Schaltkonferenz vor. Im Großraum Paris und in der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur, in der auch in die Hafenstadt Marseille liegt, hatte sich die Lage in der vergangen Wochen bereits verschärft. Die französische Regierung hatte Paris und das Département Bouches-du-Rhône am Mittelmeer als Zonen eingestuft, in denen das Virus aktiv zirkuliert. Das bedeutet, dass die regionalen Behörden dort das öffentliche Leben einschränken können - theoretisch etwa durch das Schließen von Restaurants oder Märkten oder die Einschränkung der Bewegungsfreiheit.

In Paris zum Beispiel wurde die Maskenpflicht infolge der Einstufung massiv ausgeweitet - sie gilt nun auch unter freiem Himmel fast in der ganzen Stadt. In Paris ist die Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner seit Anfang August wieder weit über 50 gestiegen. Blickt man aber zum Beispiel auf die Auslastung der Intensivbetten, ist die Stadt bisher im grünen Bereich. 

Frankreich wurde von der Corona-Pandemie besonders schwer getroffen - mehr als 30 500 Menschen sind bisher gestorben. Den Expertinnen und Experten macht derzeit vor allem Sorge, dass sich besonders viele junge Menschen mit dem Virus infizieren - aber keine oder kaum Symptome haben. Diese könnten dann wiederum ältere Menschen anstecken.


24.08.2020: Spahn appelliert an Gesprächsbereitschaft in der Corona-Zeit

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat an die Bürger appelliert, in der anhaltenden Corona-Krise gesprächsbereit zu bleiben. Es gebe eine große Bandbreite von Verschwörungstheoretikern, Pandemie-Leugnern, bis hin zu sehr vorsichtigen Menschen, die zehn Meter Abstand hielten, sagte Spahn bei einer Veranstaltung der CDU in Lüdenscheid am Montag. Es sei wichtig, dass "nicht jeder in seiner Echokammer" bleibe. Man müsse die richtige Balance finden zwischen Sicherheit und Risiko und darüber miteinander reden. Sonst werde es schwierig mit dem gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die Devise angesichts wieder steigender Infektionszahlen heiße: "Wachsam, ernsthaft sein, aber nicht in Endzeitstimmung." Spahn betonte: "Nicht ich bin der Spielverderber, sondern das Virus." Rückblickend würde man aber einzelne Einschränkungen heute wohl nicht mehr so vornehmen, etwa im Einzelhandel. Da habe man gelernt.

Deutschland sei bisher vergleichsweise gut durch die Krise gekommen, nun gehe es darum, das Erreichte zu sichern. Im Moment habe man das Virus "nicht ganz im Griff", sagte der Minister mit Blick auf die kletternden Ansteckungszahlen. Daher müsse man über die "Größenordnungen" bei privaten Festen wie Hochzeiten reden.


24.08.2020: Bayern verschärft Corona-Bußgelder enorm

Mit höheren Bußgeldern für Maskenverweigerer und mehr Kontrollen will Bayern die Ausbreitung des Coronavirus in Bayern ausbremsen. "Wir werden den Bußgeldkatalog auf 250 Euro im einmaligen Fall und bis 500 Euro bei mehrmaligen Verstößen anheben", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München. Für Verstöße gegen Quarantäneauflagen sollen zudem 2000 Euro fällig werden. "Wir hoffen, dass es zu einer noch besseren Einhaltung kommt", sagte Söder.

Das Innenministerium erarbeite gerade mit dem Gesundheitsministerium den Bußgeldkatalog, er solle noch im Laufe der Woche bekannt gemacht werden. Ein Beschluss des Kabinetts ist für die Novelle nicht notwendig. Künftig sollen dann auch Polizisten direkt Verwarnungen aussprechen können, bislang waren hierfür die Gesundheitsämter und die Ordnungsämter verantwortlich. Insbesondere im privaten Bereich gelten die Kontrollen von Corona-Auflagen - auch was die Zahl von Gästen auf privaten Feiern angeht - als in der Praxis kaum machbar.

Im Kampf gegen die Pandemie kündigte Söder zudem eine Ausweitung der Corona-Testzentren auf die Bahnhöfe für Fernbusse an. Bislang gibt es nur an Autobahnen, Flughäfen und normalen Bahnhöfen mit Fernverkehr Testzentren. Spätestens ab Anfang September würden dann auch die regionalen Testzentren ihre Arbeit aufnehmen.


24.08.2020: Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten könnte fallen

Die Corona-Pflichttests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten könnten nach dem Sommer wieder abgeschafft werden.Einen entsprechenden Vorschlag hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur seinen Amtskollegen aus den Ländern für deren Schaltkonferenz an diesem Nachmittag vorgelegt.

Dem Konzept zufolge, das der dpa in Auszügen vorliegt, sollen nach Ende der Sommerferien im ganzen Bundesgebiet die Regeln für die Rückkehr aus Risikoregionen überarbeitet werden. Zuletzt enden die Ferien Mitte September in Baden-Württemberg.

Statt Reisende aus Risikogebieten direkt bei der Einreise zum Test zu verpflichten, solle wieder primär eine Quarantänepflicht greifen. Die Quarantäne könne "nur durch ein negatives Testergebnis bei einer Testung nach frühestens fünf Tagen nach Einreise beendet werden", heißt es in dem Vorschlag. Einfließen sollten die Erfahrungen aus den letzten Wochen, auch mit Blick auf zunehmend begrenzte Testkapazitäten.


24.08.2020: Stadt Rosenheim beschließt weitere Corona-Beschränkungen

Die Stadt Rosenheim hat am Wochenende den 7-Tage-Grenzwert bei den Corona-Infektionen überschritten und reagiert mit Beschränkungen des öffentlichen Lebens. Der Wert habe am Wochenende bei 53,7 Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner gelegen, teilte die Stadt am Montag mit. Damit ist nicht nur der Frühwarnwert für Bayern von 35 Neuinfektionen überschritten, sondern auch die von Bund und Ländern vereinbarte Schwelle für verschärfte Beschränkungen des öffentlichen Lebens.

Deshalb gelten nun unter anderem stärkere Beschränkungen für private Veranstaltungen und für Gruppen in der Öffentlichkeit. Etwa dürfen nur noch maximal 50 Menschen an nicht öffentlichen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen teilnehmen, unter freiem Himmel sind höchstens
100 Leute zugelassen. In der Öffentlichkeit dürfen sich nur noch Mitglieder eines Hausstands oder maximal fünf Menschen in Gruppen aufhalten.


24.08.2020: 711 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland 

Erwartungsgemäß hat das Robert Koch-Institut (RKI) am Montag vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet. Nach Angaben vom frühen Montagmorgen hatten die Gesundheitsämter binnen 24 Stunden 711 Fälle an das RKI übermittelt. An Sonntagen und Montagen sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. An den Tagen zuvor hatte die tägliche Zahl der Neuinfektionen noch weit höher gelegen. Am Samstag war mit 2034 neuen Fällen erstmals seit Ende April die 2000er-Marke überschritten worden.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten zeigen sich besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an ihre Grenzen bringt.

Seit Beginn der Coronakrise haben sich mindestens 233 575 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Montagmorgen im Internet meldete (Datenstand 24.8., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9272. Seit dem Vortag wurden drei Todesfälle mehr gemeldet. Bis Montagmorgen hatten etwa 208 200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Sonntag bei 1,08 (Vortag: 1,13). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI einen sogenannten Sieben-Tage-R an. Er bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Sonntag bei 1,07 (Vortag: 1,16). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.


23.08.2020: Ukrainische Ex-Regierungschefin infiziert - Zustand kritisch

Die ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Das bestätigte die Sprecherin Marina Soroka von Timoschenkos Vaterlands-Partei am Sonntag bei Facebook. Ein Test sei positiv ausgefallen. Der Gesundheitszustand der 59-Jährigen sei ernst. "Leider ist das die Wahrheit", schrieb Soroka. "Die Temperatur liegt bei 39 Grad." Timoschenko kämpfe, hieß es. Auch weitere Familienmitglieder der Politikerin sind Berichten zufolge infiziert. Dazu sagte Soroka jedoch nichts.

Timoschenko war zweimal Regierungschefin des osteuropäischen Landes. Bekannt wurde sie 2004 international - damals noch mit geflochtenem Haarkranz - als Gesicht der prowestlichen Orangenen Revolution. Timoschenko saß auch bereits zweimal im Gefängnis. In der Ukraine gibt es nach offiziellen Angaben rund 105 000 Corona-Fälle.  Mehr als 2270 Menschen sind mit dem Virus gestorben.


23.08.2020: Massiver Stau wegen Kontrollen in Österreich

Wegen verschärfter Corona-Grenzkontrollen in Österreich sind Reisende mehr als 12 Stunden in Slowenien festgesteckt. Vor dem Karawanken-Tunnel kam es nach Angaben slowenischer Medien in der Nacht auf Sonntag zu einem Stau von bis zu zwölf Kilometern Länge. Betroffen waren auch viele deutsche Urlauber auf der Rückreise von Kroatien.

Österreich verschärfte am Samstag wegen der steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Kroatien die Grenzkontrollen. Nun mussten nicht nur Einreisende einen negativen Test vorweisen oder sich in Quarantäne begeben. Alle Durchreisenden, die in Kroatien waren, müssen ein Formular ausfüllen und sich registrieren. 

Nach Angaben von Reisenden vor Ort begannen österreichische Beamte am Sonntagmorgen, Fahrzeuge durchzuwinken. Die Autoschlange vor der Grenze verkürzte sich auf acht Kilometer und sechs Stunden Wartezeit, berichtete der slowenische Sender RTVSlo. Für die Wartenden gab indes keine Versorgung und zeitweise sei die Stimmung aggressiv gewesen, berichteten er und eine weitere Reisende.

Die neue Information, dass seit Samstag auch der Transitverkehr aus Risikogebieten angehalten werden muss, scheint laut ORF die Behörden vor Ort überrascht zu haben. Schon mit der Kontrolle der Österreicher, die heimkehrten, habe man alle Hände voll zu tun gehabt, zitiert der Sender einen Behördensprecher.


23.08.2020: Italien meldet über 1000 Neuinfektionen am Samstag

In Italien sind am Samstag mehr als 1000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden - der größte Anstieg von Fällen seit dem 12. Mai. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden binnen 24 Stunden 1071 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Damit stieg die Zahl der Infektionen auf insgesamt 258.136. Die Gesamtzahl der gemeldeten Todesfälle bisher stieg auf 35.430.

Den größten Anstieg bei Neuinfektionen meldete die mittelitalienische Region Lazio mit der Hauptstadt Rom. Hier wurden nach Angaben der Behörden 215 neue Fälle gezählt. In knapp zwei Drittel der Fälle handle es sich um Reiserückkehrer, die innerhalb Italiens oder im Ausland unterwegs gewesen seien, hieß es. Viele der Betroffenen seien jung und zeigten keine Symptome.

Nach einer Vielzahl von Fällen im Frühjahr waren die Infektionszahlen zuletzt stark gesunken. Mitte Juli wurde mit 114 Neuinfektionen ein Tiefstand erreicht. Seitdem steigen die Zahlen aber wieder.


23.08.2020: Uneinigkeit über Obergrenze für private Feiern

Die Forderung nach einer bundesweit einheitlichen Teilnehmergrenze für private Feiern stößt in mehreren Bundesländern auf Widerstand. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den Ländern ergeben. Demnach befürworten etwa Berlin, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz grundsätzlich eine einheitliche Obergrenze für Familienfeiern, Geburtstagspartys oder Hochzeiten, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Länder wie Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern lehnen diese ab.

"Auf den ersten Blick mag eine bundeseinheitliche Lösung vorteilhaft wirken, allerdings verkennt sie die oft innerhalb Deutschlands sehr unterschiedliche Entwicklung des Infektionsgeschehens", sagte ein Sprecher der Landesregierung in Schleswig-Holstein. Derzeit sind private Feiern hier auf 50 Personen beschränkt. In Hamburg sind es etwa nur 25, in Berlin hingegen 500.  

Bei einer Videokonferenz wollen die Ministerpräsidenten der Länder am Donnerstag mit Kanzlerin Angela Merkel auch über dieses Thema beraten. Nach Ansicht der Bundesregierung tragen vor allem private Feiern, bei denen die Hygiene- und Abstandsregeln nicht eingehalten werden, sowie Rückkehrer aus Risikogebieten zu den steigenden Infektionszahlen in Deutschland bei. Der Ärzteverband Marburger Bund hatte vor kurzem bundesweit einheitliche Vorgaben für Feste und Feierlichkeiten gefordert.


22.08.2020: WHO empfiehlt Masken für Kinder ab zwölf Jahren

Für Kinder ab zwölf Jahren sollen laut einer neuen Richtlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beim Tragen von Masken die gleichen Regeln gelten, wie für Erwachsene. Für jüngere Kinder im Alter zwischen sechs und elf Jahren wird das Tragen von Masken nicht generell empfohlen. In bestimmten Situationen, etwa wenn Abstandsregeln nicht eingehalten werden könnten, sollte es aber in Betracht gezogen werden, so zum Beispiel in Schulen. Masken könnten Kindern das Lernen allerdings auch erheblich erschweren, gestanden die internationalen Experten ein.  

Jüngeren Kindern sollte nicht vorgeschrieben werden, Masken zu tragen, vor allem, weil sie sie alleine nicht richtig an- und ablegen könnten. Falls sie doch Masken tragen, sollten Kinder unter sechs Jahren unter ständiger Aufsicht stehen. 

Es sei bislang nicht vollständig geklärt, in welchem Umfang Kinder zur Übertragung des Coronavirus beitragen, hieß es weiter. Nach Angaben der WHO gehen weltweit etwa ein bis sieben Prozent der registrierten Covid-19-Fälle auf Kinder zurück. Verglichen mit anderen Altersgruppen habe es bei ihnen weniger Todesfälle gegeben.


22.08.2020: 310.000 Corona-Tote in den USA befürchtet

Forscher befürchten einem weithin beachteten Modell zufolge in den USA noch mehr Corona-Tote als zuletzt prognostiziert. Bis Anfang Dezember könnten insgesamt fast 310.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus sterben, rund 15.000 mehr als noch vor zwei Wochen angenommen. Das ging am Freitagabend (Ortszeit) aus einer Aktualisierung des Modells der Forscher des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle hervor. 

Wenn 95 Prozent der Menschen in der Öffentlichkeit stets Masken trügen, könnte die Zahl der Opfer bis 1. Dezember mit rund 240.000 deutlich geringer ausfallen, erklärten die Forscher. 

Bislang sind in den USA rund 175.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben. Zuletzt starben etwa 1000 Menschen pro Tag. Das IHME-Modell prognostiziert mit Beginn der kalten Jahreszeit, ab etwa Mitte Oktober, einen Anstieg der Todeszahlen auf rund 2000 Opfer pro Tag Ende November.


22.08.2020: Meiste Infektionen passieren im Privaten

Privathaushalte und Altenheime sind laut einer RKI-Untersuchung die Orte der meisten Corona-Übertragungen. Allerdings gab es bei einem Ausbruch zu Hause im Schnitt nur jeweils 3,2 Infizierte - die Übertragung fand also wohl nur auf weitere Familienmitglieder statt. Die zweitmeisten Corona-Ausbrüche gehen laut Robert Koch-Institut auf Alten- und Pflegeheime zurück. In diesen Einrichtungen steckten sich bei einem Ausbruch aber im Schnitt fast 19 Personen an. Besonders hoch ist die Ansteckungsgefahr demnach beim Ausbruch in einem Flüchtlingsheim - im Schnitt wurden 21 Fälle pro Ausbruch erfasst, so viele wie nirgends sonst.

Schulen spielen der RKI-Studie zufolge - bislang zumindest - keine Rolle bei den Infektionen. Das RKI ordnet ihnen nur 31 Ausbrüche und 150 Infektionen zu. Auch Restaurants, Hotels oder Büros sind bislang Nebenschauplätze. Ausbrüche in der Bahn lassen sich laut RKI nur schwer ermitteln, da die Identität eines Kontaktes kaum nachvollziehbar sei.

Das RKI weist darauf hin, dass nicht bei allen erfassten Fällen die Quellensuche der Infektion ganz sicher verlaufen ist. Den Angaben liegen laut RKI lediglich etwa 27 Prozent aller Infektionen zugrunde, die einem konkreten Ausbruchsort zugeordnet werden konnten.


22.08.2020: Neuinfektionen überschreiten 2000er Marke

Die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat die Schwelle von 2000 überschritten und den höchsten Wert seit Ende April erreicht. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben 2034 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet (Datenstand 22.08. 0 Uhr), wie es am Samstagmorgen vom Robert Koch-Instituts (RKI) hieß.  Höher lag der Wert zuletzt am 25. April mit 2055 registrierten Neuinfektionen.

Direkte Rückschlüsse auf das Infektionsgeschehen lässt der aktuelle Anstieg bei den Fallzahlen allerdings nicht zu, da zuletzt auch die Zahl der durchgeführten Tests immens stieg. In der Woche vom 20. bis 26. April hatte die Zahl der Tests bei rund 364.000 (übermittelt von 178 Laboren) gelegen - also wesentlich niedriger als derzeit (rund 875.000 Tests, 181 Labore). Die Rate positiver Ergebnisse lag damals bei fünf Prozent, derzeit liegt sie bei knapp einem Prozent.

Die steigenden Fallzahlen seien derzeit aber nicht nur mit dem vermehrten Testaufkommen zu erklären, hatte das RKI vor einigen Tagen mitgeteilt. Bundesweit gebe es eine große Anzahl kleinerer Ausbruchsgeschehen, die beispielsweise mit größeren Feiern im Familien- und Freundeskreis in Verbindung stehen, heißt es im Lagebericht von Freitag (21.8.). Hinzu komme, dass Corona-Fälle zu einem großen Anteil unter Reiserückkehrern, insbesondere in den jüngeren Altersgruppen, identifiziert werden.


21.08.2020: Mittlerweile 30 Corona-Infizierte nach Hochzeit

Nach einer Hochzeitsfeier im Kreis Groß-Gerau ist die Zahl der Corona-Infizierten auf 30 gestiegen. "Die 160 Hochzeitsgäste sind ermittelt und in häuslicher Quarantäne", sagte der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Walter Astheimer am Freitag in Groß-Gerau. Besonders betroffen sei eine Familie des Hochzeitspaars.

Das Brautpaar hatte nach Angaben des Kreises am 7. und 14. August in Kelsterbach zweimal gefeiert - einmal mit 100, einmal mit 160 Gästen.

Dabei hätten ein oder mehrere Infizierte unwissentlich andere angesteckt. "Ein achtköpfiges Team des Kreisgesundheitsamts ist rund um die Uhr mit der Nachverfolgung beschäftigt", sagte Astheimer. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, den Infektionsverläufen nachzugehen und die Infektionsketten zu unterbrechen."


21.08.2020: Stadt Offenbach überschreitet kritischen Infektionswert

In der Stadt Offenbach ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohnern über den kritischen Wert von 50 gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Freitag lag der Wert Stand 0.00 Uhr bei 52. Die Stadt bestätigte die Überschreitung der kritischen Marke.

Derzeit tage der Verwaltungsrat zum weiteren Vorgehen, sagte eine Sprecherin. Für den Nachmittag ist eine Pressekonferenz (15.00 Uhr) geplant.  

Offenbach hatte wegen steigender Infektionszahlen bereits Einschränkungen erlassen. So wurde die Maskenpflicht ausgeweitet, unter anderem müssen Schüler auch während des Unterrichts eine sogenannte Alltagsmaske tragen. Zudem gilt seit Anfang August ein Grill- und Picknickverbot im öffentlichen Raum, um größere Menschenansammlungen zu vermeiden.

Nach dem Eskalationskonzept des Landes Hessen ist ab 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen ein "konsequentes Beschränkungskonzept" vorgesehen. Zudem soll es eine enge Zusammenarbeit mit dem Planungsstab sowie dem jeweils koordinierenden Krankenhaus des Versorgungsgebiets geben. Gegebenenfalls kann es auch zu Einschränkungen der Mobilität kommen.


21.08.2020: 1427 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1427 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies geht aus den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitagmorgen hervor (Datenstand 21.8., 0 Uhr). Am Vortag war mit 1707 neuen Nachweisen der höchste Wert seit Ende April erreicht worden. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März bis Anfang April bei mehr als 6000 gelegen, danach waren die Zahlen deutlich gesunken. Seit Ende Juli steigt die Zahl der neuen Nachweise wieder an.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 230 048 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI meldete. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9260. Seit dem Vortag wurden sieben Todesfälle mehr gemeldet.


21.08.2020: Großbritannien: Reisende aus Österreich müssen in Quarantäne

Reiserückkehrer aus Österreich und Kroatien müssen wegen steigender Corona-Zahlen in diesen Ländern in Großbritannien für zwei Wochen in Quarantäne gehen. Das gelte auch für Menschen, die aus dem Karibik-Staat Trinidad und Tobago einreisten, teilte Verkehrsminister Grant Shapps am Donnerstag bei Twitter mit. Er berief sich auf jüngste Daten aus diesen Ländern. 


20.08.2020: Jeder zweite Corona-Fall im Südwesten derzeit aus Ausland importiert

Die Zahl der aus dem Ausland in den Südwesten importierten Corona-Fälle steigt signifikant: Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg vom Donnerstag wurden seit der Aufhebung der Reisewarnung für die EU-Länder und weiteren europäischen Staaten am 15. Juni insgesamt 1402 Sars-CoV-2-Fälle übermittelt, deren Ansteckung mutmaßlich im Ausland stattgefunden hat. In den vergangenen zwei Wochen wurde demnach jeder zweite Corona-Fall - 837 Fälle - im Südwesten wohl aus dem Ausland importiert. An der Spitze der wahrscheinlichen Infektionsländer standen der Behörde zufolge in diesen zwei Wochen Kroatien (242) und der Kosovo (200), gefolgt von Bosnien und Herzegowina, der Türkei und Bulgarien.


20.08.2020: Nothilfe für Studenten wird um einen Monat verlängert

Die ursprünglich nur für Juni, Juli und August geplante finanzielle Nothilfe für Studenten in der Corona-Zeit wird um einen Monat verlängert. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) begründete das am Donnerstag in einer Mitteilung damit, dass an vielen Hochschulen das Sommersemester noch laufe und Prüfungen nachgeholt würden. "Mir ist es wichtig, dass die Studierenden in pandemiebedingten Notlagen sich auf ihre Prüfungen konzentrieren können."

Die für die Ausgabe der Mittel zuständigen Studentenwerke haben nach Angaben ihres Ministeriums inzwischen 94 500 Nothilfe-Anträge bewilligt. Im Schnitt seien die Empfänger mit rund 430 Euro unterstützt worden.


20.08.2020: Auch Auswärtiges Amt spricht Reisewarnung für Teile Kroatiens aus

Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen hat das Auswärtiges Amt für Teile des Urlaubslandes Kroatien eine Reisewarnung ausgesprochen. Demnach gelten seit Donnerstag die beiden südlichen Verwaltungsbezirke, die so genannten Gespanschaften Šibenik-Knin sowie Split-Dalmatien als Risikogebiet. Zuvor hatte das bundeseigene Robert Koch-Institut (RKI) die Regionen als Corona-Reisegebiete eingestuft.


20.08.2020: Bundesregierung hebt Reisewarnung für Luxemburg auf

Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für Luxemburg wegen der Corona-Pandemie aufgehoben. Das geht aus den Hinweisen der Bundesregierung für den Staat hervor, die am Donnerstag aktualisiert wurden. Luxemburg sei von der Lungenkrankheit Covid-19 vergleichsweise stark betroffen, aber kein Risikogebiet mehr, heißt es dort. "Nach zeitweiliger Überschreitung der Inzidenz von 50 Fällen pro 100 000 Einwohner auf sieben Tage, sind die Zahlen nun rückläufig und liegen unterhalb dieses Grenzwertes."


20.08.2020: Robert Koch-Institut sieht Teile Kroatiens als Corona-Risikogebiet

Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen hat das Robert Koch-Institut (RKI) Teile des Urlaubslandes Kroatien als Risikogebiet eingestuft. Das teilte das bundeseigene Institut auf seiner aktualisierten Liste der Risikogebiete mit. 

Demnach gelten seit Donnerstag die beiden südlichen Verwaltungsbezirke, die so genannten Gespanschaften Šibenik-Knin sowie Split-Dalmatien als Risikogebiet. Es gilt als wahrscheinlich, dass das Auswärtige Amt auf dieser Basis auch eine Reisewarnung für dieses Gebiet des EU-Landes an der Adria erlassen dürfte.

Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in häusliche Quarantäne begeben. Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.


20.08.2020: Deutschland schickt Corona-Hilfe nach Mexiko

Die Bundesregierung unterstützt das von der Corona-Pandemie besonders stark betroffene Mexiko mit Experten und Material. Dabei würden auch 100 000 Tests zur Covid-19-Diagnostik zur Verfügung gestellt, teilte das Entwicklungsministerium am Donnerstag in Berlin mit. Eine Expertengruppe, zu der Mediziner der Charite Berlin gehören, sei in dem Land eingetroffen. "Lateinamerika ist mit über sechs Millionen Infizierten besonders betroffen. Mexiko steht mit 530 000 Infektionen weltweit auf Platz 7 sieben der Länder mit den meisten Fällen. Wir müssen alles tun, um ein weiteres Ausbreiten einzudämmen", erklärte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU).


20.08.2020: Jetzt auch Maskenpflicht an Schleswig-Holsteins Schulen

Auch Schleswig-Holstein hat nun eine Maskenpflicht in Schulen eingeführt. Dies verkündete Bildungsministerin Karin Prien (CDU) am Mittwoch in Kiel, nachdem es bisher nur eine dringende Empfehlung gab. Die Maskenpflicht gilt ab Montag auf dem Schulgelände, aber nicht im Unterricht. Die "dringende Empfehlung" im Norden galt bisher ab der 7. Klasse. Jetzt gilt die Maskenpflicht für alle Jahrgänge.


20.08.2020: Höchstwert seit Ende April: 1707 registrierte Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Deutschland auf den höchsten Wert seit Ende April gestiegen. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 1707 neue Corona-Infektionen. Dies geht aus den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Donnerstagmorgen hervor. Höher lag die Zahl zuletzt am 26. April mit 1737 registrierten Neuinfektionen.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen, danach waren die Werte deutlich gesunken. Seit Ende Juli steigt die Zahl der Nachweise wieder an.

Direkte Rückschlüsse auf das Infektionsgeschehen lässt der aktuelle Anstieg der Fallzahlen allerdings nicht zu, da zuletzt auch die Zahl der durchgeführten Tests immens erhöht wurde. Waren es nach RKI-Daten in der Kalenderwoche 31 vom 27. Juli bis 2. August noch rund 578 000 (übermittelt von 165 Laboren), lag die Zahl zwei Wochen später schon bei mehr als 875 000 (übermittelt von 181 Laboren). 

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 228 621 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Donnerstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 20.8., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9253. Seit dem Vortag wurden zehn Todesfälle mehr gemeldet. Bis Donnerstagmorgen hatten etwa 204 800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

19.08.2020: Nun auch Maskenpflicht an Schleswig-Holsteins Schulen 

Jetzt führt auch Schleswig-Holstein eine Maskenpflicht an den Schulen ein. Dies verkündete Bildungsministerin Karin Prien am Mittwoch in Kiel, nachdem bisher nur eine dringende Empfehlung galt. Die Maskenpflicht gilt ab Montag auf dem Schulgelände, aber nicht im Unterricht.


19.08.2020: Über 1000 Reiserückkehrer an NRW-Flughäfen positiv getestet 

An den Flughäfen in Nordrhein-Westfalen sind bisher mehr als 1000 Reiserückkehrer positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Das geht aus Zahlen des NRW-Gesundheitsministeriums sowie der beiden Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) Nordrhein und Westfalen-Lippe hervor. Insgesamt sind mit Stand Montag gut 65 000 Tests an den fünf Airports Düsseldorf, Köln/Bonn, Dortmund, Münster/Osnabrück und Weeze vorgenommen worden. Von den bis dahin vorliegenden 58 475 Befunden waren 1241 positiv. Das entspricht 2,1 Prozent. 8406 Befunde zu abgegebenen Test standen am Montag noch aus.


19.08.2020: Ohne Maske in Bus und Bahn kostet in Hamburg ab Montag 40 Euro 

Wer ab dem kommenden Montag (24. August) ohne korrekt sitzenden Mund-Nasen-Schutz in Hamburg Bus oder Bahn fährt und erwischt wird, muss 40 Euro zahlen. Dann tritt die angekündigte Änderung der HVV-Beförderungsbedingungen in Kraft, teilte der Verkehrsverbund am Mittwoch mit. Die behördlichen Genehmigungen seien jetzt erteilt worden. Auch an Haltestellen und auf Bahnsteigen müsse eine Maske getragen werden. 

Mit der angedrohten Strafe von 40 Euro wollten die Behörden noch einmal verdeutlichen, dass das Tragen einer Alltagsmaske keine Empfehlung, sondern nach wie vor eine Pflicht sei.


19.08.2020: Finnland führt wieder Reisebeschränkungen für Deutsche ein

Finnland führt seine Beschränkungen für Reisende aus Deutschland und einigen weiteren europäischen Ländern wieder ein. Wie die finnische Regierung am Mittwoch mitteilte, gelten die Reisebeschränkungen wegen der steigenden Corona-Zahlen von diesem Montag (24. August) an wieder für Deutschland, Griechenland und Malta sowie Norwegen, Dänemark und Island. Das bedeutet, dass Finnland für diese Länder wieder Grenzkontrollen einführt und Reisende aus diesen Staaten aufgerufen werden, für 14 Tage in Quarantäne zu gehen und Kontakte mit anderen Menschen zu vermeiden.


19.08.2020: Fällt der Karneval dieses Jahr aus?

Auch der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, kann sich angesichts von Corona keinen Straßenkarneval vorstellen. «Der Straßenkarneval, der Kneipenkarneval, das sind so Elemente, die wir uns nicht vorstellen können», sagte Kuckelkorn am Mittwoch im WDR-"Morgenmagazin". "Auch Ballveranstaltungen können wir uns nicht vorstellen." Anders sei es bei Karnevalssitzungen mit Hygienekonzept. Man könne ja auch mit Maske in ein Restaurant gehen und diese dann am Platz abnehmen. 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich zuvor wegen der Corona-Pandemie skeptisch dazu geäußert, ob im kommenden Winter Karneval stattfinden könne.


19.08.2020: Kretschmann und Söder fordern: Kroatien muss Risikogebiet werden

Angesichts der stark steigenden Zahlen von infizierten Reiserückkehrern aus dem Kroatien-Urlaub fordern Baden-Württemberg und Bayern, das osteuropäische Land zum Risikogebiet zu erklären. Die Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) und Markus Söder (CSU) hätten einen entsprechenden Schritt am Dienstag vereinbart, sagte ein Sprecher auf Anfrage im Stuttgarter Staatsministerium. Kretschmann habe kein Verständnis dafür, dass diese Entscheidung in Berlin bislang noch nicht getroffen worden sei. 

Die Einstufung als Risikogebiet durch das bundeseigene Robert Koch-Institut bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in häusliche Quarantäne begeben. Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100 000 Einwohner gegeben hat.


19.08.2020: Corona-Fälle in Brandenburg: Zwei Schulen und eine Kita schließen

Zwei Schulen und eine Kita in Brandenburg haben nach Corona-Infektionen schließen müssen. Um weitere Infektionen zu verhindern, hat ein Gymnasium in Frankfurt (Oder) auf Anweisung des Gesundheitsamtes den Lehrbetrieb eingestellt. Sowohl unter den Schülern als auch unter den Lehrern gebe es jeweils einen bestätigten positiven Corona-Fall, sagte Oberbürgermeister René Wilke (Linke) der Deutschen Presse-Agentur.

Alle 860 Schüler des Karl-Liebknecht-Gymnasiums wurden am Dienstagmorgen nach Hause geschickt, wie Schulleiter Torsten Kleefeld bestätigte. Eine Quarantäneanordnung des Gesundheitsamtes gebe es zunächst nicht. Das Gymnasium soll laut Kleefeld für eine Woche geschlossen bleiben.  Wie der RBB berichtete, soll ein Großteil der Schüler in den kommenden Tagen getestet werden. 

Auch eine Grundschule und eine Kita in Wittenberge (Prignitz) wurden nach Corona-Infektionen vorsorglich geschlossen. Ein Mann aus Wittenberge wurde positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Am Dienstag teilte der Kreis mit, auch seine Familie sei mit ihren Kindern positiv auf Covid-19 getestet worden. Daraufhin habe der Kreis die komplette Schließung der Elblandgrundschule und der AWO-Kita "Haus der kleinen Strolche" angeordnet, die die Kinder besucht hatten.


19.08.2020: Frankreich führt Maskenpflicht in Unternehmen ein 

In Frankreich soll künftig eine Maskenpflicht in Unternehmen gelten. Überall, wo sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begegnen können, werde die Maske verpflichtend - ausgenommen seien Einzelbüros, teilte das Arbeitsministerium am Dienstag mit. Betroffen von der neuen Regelung seien etwa Besprechungsräume, Freiflächen, Korridore, Umkleideräume oder Gemeinschaftsbüros. 


19.08.2020: Irland verschärft Corona-Auflagen

Die irische Regierung hat die Corona-Auflagen wegen gestiegener Infektionszahlen in einigen Regionen verschärft. Regierungschef Micheál Martin sagte am Dienstag, Irland habe durch seine anfänglichen Maßnahmen das Virus unter Kontrolle gebracht, die Lockerungen hätten die Infektionszahlen wieder steigen lassen.

Künftig sollen sich noch sechs Menschen treffen können, bisher lag die Grenze bei 50 Menschen. Bei Hochzeiten sollen aber weiter bis zu 50 Menschen zusammenkommen können. Bei Sportveranstaltungen wurde die maximale Zuschauerzahl von 200 auf 15 gesenkt. Die neuen Regeln gelten mindestens bis 13. September. 

Das irische Gesundheitsministerium meldete am Dienstag 190 Neuinfektionen, die Gesamtzahl der Infizierten stieg auf 27.499. 1775 Menschen starben an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung.


19.08.2020: Corona-Forschung fehlen Milliarden - Kritik an Impfstoff-Verträgen 

Es fehlt noch jede Menge Geld, um das international solidarische Projekt für Impfstoffe, Medikamente und Tests gegen das Coronavirus und die Krankheit Covid-19 voranzubringen. Das geht aus Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hervor. "Es gibt erhebliche Finanzierungslücken", sagte Caroline Schmutte, Leiterin des Deutschlandbüros des Wellcome Trusts, eine der größten Stiftungen der Welt, der Deutschen Presse-Agentur. Sie kritisierte nationale Alleingänge, etwa große Investitionen in heimische Impfstofffirmen oder Verträge mit diesen Firmen, um sich im Falle eines Erfolgs große Mengen des Impfstoffs vor einem weltweiten Verkauf zu sichern.

Die britische Stiftung unterstützt das Projekt ACT Accelerator der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Es soll Forschung und Entwicklung in drei Säulen beschleunigen - Tests, Medikamente und Impfstoffe - und es soll die faire Verteilung weltweit sicherstellen. Den Bedarf schätzt die WHO über zwölf Monate auf 31,3 Milliarden Dollar (gut 26 Mrd Euro). 

Nach Angaben der WHO waren bis Mitte August aber erst 2,5 Milliarden Dollar für die drei Säulen fest zugesagt. Über den Einsatz einer weiteren Milliarde Dollar Spendengelder werde mit Gebern noch verhandelt. «Wir gehen aber davon aus, dass nur ein relativ kleiner Anteil schlussendlich an ACT-A-Partner gehen wird», so die WHO. ACT steht für "Access to Covid-19-Tools" (etwa: Zugang zu Covid-19-Instrumenten). 


19.08.2020: Höchster Wert seit Mai: 1510 registrierte Corona-Neuinfektionen 

Das Robert Koch-Institut hat die höchste Zahl an Neuinfektionen in Deutschland seit mehr als drei Monaten registriert. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 1510 neue Corona-Infektionen. Dies geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Mittwochmorgen hervor. Höher lag die Zahl zuletzt am 01. Mai mit 1639 registrierten Neuinfektionen. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen lag Anfang April bei mehr als 6000.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 226.914 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen im Internet meldete (Datenstand 19.8., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9243. Seit dem Vortag wurden sieben Todesfälle mehr gemeldet. Bis Mittwochmorgen hatten etwa 203.900 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.


18.08.2020: Steigende Corona-Zahlen: Merkel warnt vor Desaster

Der Ärzteverband Marburger Bund fordert bundesweit einheitliche Regeln für Feste und Partys, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. "Um Ansteckungsrisiken auch im Herbst und Winter zu verringern, sollten sich die Länder bald auf einheitliche Regeln für private und öffentliche Feiern aller Art verständigen", sagte die Vorsitzende Susanne Johna den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). Wichtig seien etwa Obergrenzen für Gäste und Konzepte fürs Lüften. Das Hotel- und Gaststättengewerbe rief zu Disziplin auf, um einen erneuten Lockdown zu verhindern.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuvor darauf hingewiesen, dass Feierlichkeiten neben den Ansteckungen durch Reiserückkehrer zu den größten Gefahrenquellen in Deutschland zählten. Deshalb müsse man mit den Ländern noch einmal über die Grenzen und Regeln für Veranstaltungen reden. In den Bundesländern gelten ganz unterschiedliche Regelungen. Zum Teil sind inzwischen wieder Innenveranstaltungen mit mehreren Hundert Teilnehmern erlaubt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnte laut "Bild"-Zeitung in der Präsidiumssitzung ihrer Partei am Montag: "Man muss die Zügel anziehen, um bei Corona nicht in ein Desaster reinzulaufen." Das Zitat wurde dpa dem Sinn nach bestätigt. 


18.08.2020: Infizierter Urlauber besucht Party - 120 Menschen in Quarantäne 

Nach einem bestätigten Corona-Fall in Bodenwöhr im Landkreis Schwandorf müssen nun 120 Kontaktpersonen in Quarantäne.

Die Kontakte seien im privaten Bereich geschehen, teilte das Landratsamt auf seiner Seite mit. Laut "Mittelbayerischer Zeitung" hatte ein nach einer Italienreise positiv getesteter Mann an einer Geburtstagsparty mit rund 100 Gästen teilgenommen, noch bevor er sein Ergebnis erhalten hatte. Die anderen 20 Menschen seien weitere Kontaktpersonen des Mannes. 

Der Mann hatte sich laut Zeitung bei der Rückkehr am Donnerstag an der Grenze bei Kiefersfelden kostenlos testen lassen und am Sonntag sein Ergebnis erhalten - da hatte er aber schon kräftig gefeiert. Seinem Gastgeber hatte er laut Zeitung gesagt, ihm sei an der Grenze zugesagt worden, bei einem positiven Ergebnis binnen 24 Stunden informiert zu werden. Weil ein Anruf ausblieb, habe er an der Feier teilgenommen.


18.08.2020: Niedersachsen verschiebt Corona-Lockerungen um zwei Wochen

Niedersachsen will die geplanten Lockerungen in der Coronavirus-Pandemie um mindestens zwei Wochen verschieben. "Wir sind vorsichtig und wir bleiben vorsichtig", sagte Ministerpräsident Stephan Weil am Montag. Zuvor hatte der SPD-Politiker dem Sender Antenne Niedersachsen gesagt, die nächste Stufe der Lockerungen habe ursprünglich zum 1. September in Kraft treten sollen: "Wir sind aber derzeit in einer labilen Situation", erklärte er. Die Zahl neuer Infektionen steigt in Niedersachsen seit Wochen. 

Am Montag wurden im Landkreis Rotenburg (Wümme) elf neue Corona-Infektionen binnen weniger Tage bekannt, darunter neun bei Beschäftigten der Zeitarbeitsfirma Randstad. Ein Reiserückkehrer im Landkreis Oldenburg missachtete indes eine Corona-Vorgabe und schickte damit ein ganzes Sportteam in Quarantäne.

Weil betonte, es werde genau beobachtet, wie sich die Infektionsrate in Niedersachsen entwickelt. Die nächste Stufe der Lockerungen werde "mindestens»"bis zum 14. September verschoben - je nach Lage werde es möglicherweise auch länger dauern. Bei der - nun verschobenen - siebten Stufe des Lockerungsplans geht es beispielsweise um die erlaubte Zahl von Menschen bei Feiern. Die geltenden Regelungen der Corona-Verordnung sollen nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens bis Mitte September aufrechterhalten bleiben.


18.08.2020: 1390 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland 

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1390 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies geht aus den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Dienstagmorgen hervor. Damit liegt die Zahl wieder deutlich über der Schwelle von 1000. Am Sonntag und Montag war der Wert nur knapp halb so hoch. Das war zu erwarten, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten zeigen sich besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an ihre Grenzen bringt.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 225.404 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 18.8., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9236. Seit dem Vortag wurden vier Todesfälle mehr gemeldet. Bis Dienstagmorgen hatten etwa 203.000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

17.08.2020: Italien schließt alle Diskotheken wegen Corona-Risiken

Italien schließt wegen der wieder steigenden Corona-Zahlen alle Diskotheken des Landes. Das teilte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Sonntagabend mit. Die Schließung gilt ab Montag und mindestens bis zum 7. September.

Betroffen sind auch Stranddiscos im Freien und alle anderen Tanz-Events draußen. Außerdem ordnete die Regierung an, dass in der Zeit zwischen 18 Uhr abends und 6 Uhr morgens auf Plätzen, wo sich in Italien gerne viele Menschen treffen, und bei Ansammlungen vor Lokalen eine Maskenpflicht gilt.

Hintergrund der Verschärfung ist auch, dass sich in Italien zunehmend jüngere Menschen mit dem Sars-CoV-2-Virus anstecken. Außerdem hatte es in den vergangenen Tagen viele Berichte über Feiern ohne Abstand und Maske von jungen Leuten gegeben. Fachleute und Politiker hatten wegen des Anstiegs der Zahlen gewarnt, dass die Wiedereröffnung der Schulen in Gefahr kommen könnte. Der Unterricht soll nach den Sommerferien am 14. September beginnen. 


17.08.2020: Spahn besorgt über Feiern als Gefahrenquelle 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn warnt vor dem Hintergrund steigender Zahlen bei Corona-Neuinfektionen vor Feierlichkeiten als Gefahrenquelle. Es gebe mehr Ansteckungen durch Reiserückkehrer, es gebe im ganzen Land aber auch lokale Ausbrüche, die meist mit Feiern zusammenhingen, sagte Spahn am Sonntagabend im ZDF-"heute journal". "Das ist das, was wir im Blick haben müssen über das Reisen hinaus", betonte der CDU-Politiker.

Auf die Frage nach neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sagte Spahn, aus seiner Sicht mache es keinen Sinn, wieder den Einzelhandel zu schließen oder Friseure. Mit Alltagsmasken und Abstand könne man dort weitermachen. "Feierlichkeiten, Veranstaltungen - dort überträgt es sich sehr, sehr schnell. Deswegen finde ich, müssen wir mit den Ländern nochmal schauen: Was sind die Grenzen, was sind die Regeln für die Größen von Veranstaltungen."


17.08.2020: Corona-Panne in Bayern - 46 positiv Getestete noch nicht gefunden 

Im Zuge der Probleme an bayerischen Corona-Teststationen sind immer noch nicht alle positiv Getesteten

gefunden: Von 46 fehlte auch am Sonntag noch jede Spur. 903 mit dem Coronavirus Infizierte hat man inzwischen ausfindig gemacht, davon bis Sonntagmittag auch 844 informiert. Bei 46 sei dies bisher nicht gelungen, teilte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) mit.

"Zigtausende Dokumente" hätten gesichtet werden müssen. Wie viele der positiv Getesteten aus Bayern kommen und wie viele aus dem übrigen Bundesgebiet blieb zunächst unklar.


17.08.2020: 561 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland 

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 561 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies geht aus den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Montagmorgen hervor. Am Freitag und Samstag hatte das RKI jeweils noch mehr als 1400 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. An Sonntagen und Montagen liegen die Zahlen erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 224.014 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Montagmorgen im Internet meldete (Datenstand 17.8., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9232. Seit dem Vortag wurde ein Todesfall mehr gemeldet. Bis Montagmorgen hatten etwa 202 100 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.


16.08.2020: WHO vermeldet Rekord an Corona-Neuinfektionen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat innerhalb von 24 Stunden weltweit so viele neue Corona-Infektionen gemeldet wie nie zuvor. Die Zahl lag bei fast 300 000, wie die WHO am Samstagabend berichtete. Insgesamt sind damit seit Bekanntwerden des neuen Coronavirus Sars-CoV-2 Ende vergangenen Jahres weltweit mehr als 21 Millionen Infektionen gemeldet worden. Die Dunkelziffer ist nach Einschätzung von Experten erheblich. In manchen Ländern werden viele, in anderen nur wenige Menschen auf das Virus getestet.

Die konkreten Zahlen, Stand Samstag 10.00 Uhr MESZ: 294 237 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden, seit Beginn des Ausbruchs insgesamt
21 026 758 Fälle. 755 786 Infizierte sind nach der WHO-Statistik weltweit gestorben.

Den vorherigen Rekord verzeichnete die WHO am 31. Juli mit etwas über 292 000 neu gemeldeten Fällen innerhalb von 24 Stunden. Nach absoluten Zahlen sind die bevölkerungsreichen Länder USA, Brasilien und Indien mit mehr als jeweils 100 000 neuen Fällen innerhalb von sieben Tagen am stärksten betroffen.


15.08.2020: TUI sagt Pauschalreisen nach Spanien ab

Der Reisekonzern Tui wird nach der Reisewarnung für fast ganz Spanien die ab Samstag geplanten Pauschalreisen dorthin absagen. Den Kunden würden Umbuchungen zu anderen Reisezielen angeboten, zum Beispiel zu den Kanarischen Inseln, wie ein Tui-Sprecher am Freitagabend der dpa sagte. Weil man nicht von allen Kunden Kontaktdaten habe, nehme man außerdem Kontakt zu Reisebüros auf. Reisenden, die bereits in den betroffenen Feriengebieten sind, biete Tui an, sie auf Wunsch früher als geplant nach Hause zu fliegen.

Die deutsche Tourismuswirtschaft bedauerte derweil die vom Auswärtigen Amt ausgesprochene Reisewarnung, betonte aber auch, die Entscheidung sei zu akzeptieren, "da der Gesundheitsschutz die höchste Priorität für die Tourismusbranche hat", wie der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) mitteilte.

BTW-Generalsekretär Michael Rabe appellierte "an die Vernunft von Reisenden wie touristischen Unternehmen (...), die geltenden allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten». Reisewarnungen müssten vor dem Hintergrund der ohnehin schon stark gebeutelten Tourismusbranche «tagesaktuell überprüft und bald möglichst zurückgenommen werden".


15.08.2020: Deutschlandweit über 1400 Neuinfektion am Freitag

Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist im Vergleich zum Vortag leicht gesunken. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Samstagmorgen 1415 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 222 828 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 15.8., 0.00 Uhr). Seit dem Vortag wurden 6 neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9231. Bis Samstag hatten 200 800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.


15.08.2020: Dänemark schafft Sechs-Tage-Regeln für Einreisende ab

Touristen müssen bei der Einreise nach Dänemark künftig nicht mehr nachweisen, dass sie mindestens sechs Übernachtungen im Land gebucht haben. Die Regierung und die Parlamentsparteien einigten sich am Freitag nach stundenlangen Verhandlungen darauf, die umstrittene Sechs-Tages-Regel abzuschaffen.

Wie aus einer am späten Abend veröffentlichten Vereinbarung hervorgeht, wird die maximale Teilnehmerzahl für Versammlungen weiter bei 100 belassen. Über eine mögliche Lockerung soll demnach im September neu diskutiert werden. Restaurants, Kneipen und Cafés dürfen statt bis Mitternacht jetzt bis 2.00 Uhr öffnen, Nachtclubs und Diskotheken bleiben bis Ende Oktober weiter dicht.

Dänemark hatte im März zu Beginn der Corona-Krise strikte Maßnahmen ergriffen und die Ausbreitung des Coronavirus damit vergleichsweise schnell unter Kontrolle bekommen. Seit einigen Wochen mehren sich die Infektionsfälle aber wieder, unter anderem durch lokale Ausbrüche in der zweitgrößten Stadt Aarhus sowie bei einem Schlachtbetrieb in Ringsted.


14.08.2020: Reisewarnung für Spanien (außer den Kanaren) ausgesprochen

Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen warnt das Auswärtige Amt nun vor touristischen Reisen nach fast ganz Spanien samt der Ferieninsel Mallorca. Die Warnung gilt für ganz Spanien mit Ausnahme der Kanarischen Inseln, wie das Außenministerium am Freitagabend in Berlin mitteilte.


14.08.2020: Infizierte Person im Schwimmbad - Amtsarzt hält Risiko für gering

Eine Person aus Berlin, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde, hatte zuvor ein Schwimmbad in Oranienburg (Oberhavel) besucht. Dort habe sie sich vergangenen Sonntag überwiegend im Außenbereich aufgehalten, aber auch die Rutsche im Innenbereich und das Selbstbedienungsrestaurant genutzt, teilte das Landratsamt am Freitag mit. Die Listen mit Daten von rund 800 Besuchern an dem Sonntag seien an das Gesundheitsamt des Landkreises übermittelt worden, sagte der Geschäftsführer des Erlebnisbades, Kay Duberow.

"Da sich die Person größtenteils im Außenbereich aufgehalten hat, dürfte nur eine relativ geringe Ansteckungsgefahr für andere Badegäste bestanden haben", sagte Amtsarzt Christian Schulze laut Mitteilung. Wer am Sonntag zwischen 9 und 16 Uhr ebenfalls in dem Bad gewesen sei, längeren Kontakt mit einer unbekannten Person gehabt habe oder Krankheitssymptome verspüre, könne sich aber beim Gesundheitsamt beraten lassen.


14.08.2020: Neues Hoch bei Corona-Infektionen in Kroatien

Das EU- und Urlaubsland Kroatien hat am Freitag eine Rekordzahl an Neuansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet. 208 Infektionen seien in den vergangenen 24 Stunden erfasst worden, teilte der nationale Krisenstab in Zagreb mit. Das ist der höchste Tageswert, der seit Beginn der Pandemie in dem Land im Februar registriert wurde. Am Vortag hatte die Behörde 180 Neuansteckungen vermeldet.

In den letzten zwei Monaten hatte der Wert zwischen rund 30 und 100 geschwankt. Kroatien ist für viele Deutsche eine beliebte Urlaubsdestination. Zuletzt kehrten viele deutsche Touristen von dort zurück, die sich mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Unter ihnen waren hauptsächlich junge Menschen, die angaben, dass sie an Strandpartys teilgenommen hatten.


14.08.2020: Österreich verhängt Reisewarnung für Kroatien

Wegen gestiegener Corona-Infektionszahlen in Kroatien warnt Österreich nun vor Reisen in das EU-Partnerland. Die Reisewarnung tritt am Montag offiziell in Kraft, wie das Außenministerium am Freitag in Wien mitteilte. Österreichische Urlauber, die sich in Kroatien befinden, wurden jetzt schon zur Heimreise aufgefordert. Kroatien hatte am Donnerstag 180 Neuansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 innerhalb von 24 Stunden registriert, den höchsten Tageswert seit Beginn der Pandemie.

Die Infektionszahlen in Österreich selbst sind in den vergangenen agen ebenfalls gestiegen. Gesundheitsminister Rudolf Anschober begründete dies auch mit einer höheren Zahl an Tests.


14.08.2020: Corona-Fall an Schule in Schönberg bei Lübeck 

An der Regionalen Schule in Schönberg (Landkreis Nordwestmecklenburg) nahe Lübeck gibt es einen Corona-Fall. Ein zwölfjähriges Kind sei positiv getestet worden, teilte der Landkreis am Freitag mit. Kurz zuvor war eine Infektion an einer Schule in Schwerin bekannt geworden.

Die fünften und sechsten Klassen der Regionalen Schule in Schönberg vor den Toren Lübecks - zusammen 110 Kinder - sowie sechs Lehrer und ein Betreuer müssen nun vorsorglich zu Hause bleiben, wie es hieß. Alle betroffenen Lehrer und Schüler sollen am Montag getestet werden. Die zweiwöchige Quarantäne soll aber auch dann bestehen bleiben, wenn alle diese Tests negativ ausfallen.

Das Kind hat sich nach bisherigen Erkenntnissen wahrscheinlich im Familienkreis mit dem Coronavirus angesteckt. Landrätin Kerstin Weiss appellierte an die Bevölkerung, weiterhin Abstand zu halten und Mund-Nasen-Bedeckungen zu tragen, wo es angeordnet ist. "Ein infizierter Fall, über 100 Menschen in Quarantäne: Das zeigt, wie schnell es gehen kann", sagte sie.


14.08.2020: Spanien verbietet Nachtleben und weitgehend Rauchen im Freien

Angesichts steigender Corona-Zahlen ergreift Spanien wieder drastische Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie. Das Nachtleben werde landesweit unterbunden, das Rauchen im öffentlichen Raum verboten, wenn der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann, und Alkohol dürfe nicht mehr im Freien getrunken werden, sagte Gesundheitsminister Salvador Illa am Freitag nach einer Krisensitzung mit den Vertretern der Regionen in Madrid.

Von Mittwoch auf Donnerstag waren binnen 24 Stunden landesweit fast 3000 neue Corona-Infektionen registriert worden, so viele wie zuletzt im April. Allerdings wird viel mehr getestet und viele der Betroffenen haben keine oder nur milde Krankheitssymptome. Es gibt über 1000 lokale Ausbrüche und die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner liegt derzeit bei fast 50 je 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Das ist der wichtigste Indikator dafür, ob eine Region oder ein Land vom Robert Koch-Institut zum Risikogebiet erklärt wird.

Zudem werde die Bevölkerung dringend aufgerufen, sich nicht mit Menschen zu treffen, die nicht in ihrem Haushalt leben. Private Feiern und andere Treffen sollten zudem auf eine Teilnehmerzahl von höchstens zehn Personen beschränkt werden, betonte der Minister. In Altenheimen sollten künftig noch mehr Corona-Tests vorgenommen werden. Alle diese Maßnahmen seien mit den Regionalregierungen in Spanien abgestimmt und stellten lediglich ein "Minimum" dar. Es stehe den Regionen frei, lokal strengere Regeln zu erlassen, betonte Illa.


14.08.2020: Dessau-Roßlau schließt Schulhort wegen Corona-Fall

Dessau-Roßlau hat wegen eines Corona-Falls bis auf Weiteres den Schulhort der Friederikenschule geschlossen. Zuvor wurde die Infektion eines betreuten Kindes festgestellt, wie die Stadt am Freitag mitteilte. Der kleine Patient war getestet worden, weil er im Urlaub Kontakt mit einer nachweislich infizierten Familie eines anderen Bundeslandes hatte. Nach dem Ende der Reise hatte das Kind wieder den Hort besucht.

Wegen des Falls wird das Gesundheitsamt alle Kinder und Erzieherinnen testen, die in den vergangenen Tagen mit ihm Kontakt hatten. Bis zum Vorliegen aller Ergebnisse bleibe die Einrichtung geschlossen. In Sachsen-Anhalt sind noch bis zum 27. August Ferien, es gibt jedoch Betreuungsangebote in den Schulhorten.


14.08.2020: Kostenlose Corona-Tests jetzt auch an Sachsens Autobahnen

Reiserückkehrer aus dem Ausland können sich ab sofort auch an den sächsischen Autobahnen kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. "Noch gibt es in Sachsen im Vergleich zu anderen Bundesländern relativ wenige Infektionen. Aber die Gefahr, dass sich das Coronavirus durch die Urlaubszeit wieder ausbreitet, ist real. Daher bitte ich alle Urlauber, die jetzt zurückkehren: Lassen Sie sich testen", sagte Sachsens Sozialministerin Petra Köpping am Freitag bei der Eröffnung der mobilen Teststation an der A4 bei Görlitz auf dem Parkplatz "An der Neiße".

Partner des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt sind der Malteser-Hilfsdienst sowie die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen. Dessen Vorstandsvorsitzender Klaus Heckemann sagte, dass das Angebot für alle Einreisenden aus Nicht-Risikogebieten wie Einreisende aus Risikogebieten gelte. Wer aus einem Risikogebiet kommt, muss seit 8. August 2020 verpflichtend einen Test machen.

Die Abstriche werden von Ärzten der KV Sachsen vorgenommen, unterstützt von nichtärztlichem Personal. "Es sind Mediziner aus Krankenhäusern wie niedergelassene Kollegen. Auf der A4 helfen zwei Medizinstudenten", sagte Heckemann. Das Ergebnis würden Getestete in den meisten Fällen innerhalb von 24 Stunden erhalten. Die einfachste Möglichkeit sei die Corona-App, über die es eine automatische Benachrichtigung gebe.

Ein weiteres Test-Center nahm an der A17 bei Bad Gottleuba auf dem Parkplatz "Am Heidenholz" seinen Betrieb auf. Geplant ist, dass beide Stationen zwischen 10 bis 20 Uhr geöffnet sind. Neben den Teststationen an den Autobahnen gibt es für Reiserückkehrer im Freistaat noch zwei Testcenter an den Flughäfen in Dresden sowie Halle/Leipzig. Derzeit kann Sachsen rund 9600 Tests täglich durchführen.


14.08.2020: Grundschule in Hamminkeln wegen Corona-Fall bis Montag zu

Eine Grundschule in Hamminkeln am Niederrhein ist nach einem Corona-Fall im Kollegium von Freitag bis einschließlich Montag geschlossen worden. Eine Lehrerin sei positiv auf das Corona-Virus getestet worden, teilten der Kreis Wesel und die Stadt Hamminkeln mit. Die Frau sei in Quarantäne, die Kontaktnachverfolgung laufe. Sie habe keinen Kontakt zu den Schulkindern gehabt. Einige Kollegen hätten sie allerdings privat getroffen, so dass sie auch in 14-tägige Quarantäne kamen und keinen Unterricht machen können. Der Unterricht müsse nun von den verbliebenen Lehrern geleistet werden. Am Dienstag solle der Unterricht wieder starten.

Nach dem Schulbeginn nach den Sommerferien am Mittwoch hatte es an mehreren Schulen in NRW Corona-Fälle gegeben. Teils mussten einzelne Klassen nach Hause, mancherorts wurden Schulen geschlossen.


14.08.2020: Paris als aktive Corona-Zone eingestuft

Frankreichs Hauptstadt Paris gilt wegen der steigenden Zahl der Corona-Neuinfektionen wieder als Zone, in der das Virus aktiv zirkuliert. Ein entsprechender Erlass wurde am Freitag veröffentlicht. Auch das Département Bouches-du-Rhône, in dem die Stadt Marseille liegt, ist von der neuen Einstufung betroffen. Das bedeutet, dass die regionalen Behörden dort das öffentliche Leben einschränken können - theoretisch etwa durch das Schließen von Restaurants oder Märkten oder die Einschränkung der Bewegungsfreiheit. 

Die Städte Paris und Marseille seien aktuell besonders gefährdet, sagte der Direktor der nationalen Gesundheitsbehörde, Jerôme Salomon, am Freitag. In etwa 20 weiteren Départements sei man aktuell besonders wachsam. 


14.08.2020: Alle Corona-Tests negativ - Gymnasium in Berlin öffnet wieder

Ein Berliner Gymnasium, das am Donnerstag wegen eines Corona-Falls geschlossen worden war, nimmt den Unterricht wieder auf.

Das bestätigte der Schulleiter am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Die Lehrerinnen und Lehrer der Schule sowie eine Schulklasse seien am Donnerstag auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden, am Freitag habe ihn das Gesundheitsamt informiert, dass alle Tests negativ seien, sagte der Schulleiter.


14.08.2020: Corona-Zahlen auf Mallorca steigen - Reisewarnung möglich

Auf Mallorca, der bisher beliebtesten Ferieninsel der Deutschen, werden immer mehr Corona-Fälle registriert. Während der vergangenen sieben Tage kletterte die Zahl der Neuinfektionen nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums vom Freitag auf mehr als 50 je 100.000 Einwohner. In einem solchen Fall hat das Robert-Koch-Institut bisher Regionen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Es könnte eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für Mallorca und die drei anderen Baleareninsel Ibiza, Menorca und Formentera folgen. 

Nach offiziellen Angaben der regionalen Gesundheitsbehörde gibt es zurzeit mehr als 1.500 Corona-Fälle auf den Inseln mit insgesamt etwa 1,15 Millionen Einwohnern. In den vergangenen 24 Stunden seien 264 Neuinfektionen registriert worden, schrieb die "Mallorca Zeitung" am Freitag. Damit wurde die Grenze von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohnern während der vergangenen sieben Tage überschritten. Die Regionalregierung weist jedoch darauf hin, dass viel mehr als im Frühjahr getestet werde und die meisten Betroffenen keine bis nur leichte Krankheitssymptome aufwiesen.


14.08.2020: Großbritannien sichert sich 90 Millionen Impfdosen

Die britische Regierung hat sich weitere 90 Millionen Dosen verschiedener potenzieller Impfstoffe gesichert. Wie die Regierung in London am Freitag mitteilte, schloss sie Verträge über 60 Millionen Dosen mit dem US-Impfstoffhersteller Novavax und über weitere 30 Millionen Dosen mit dem belgischen Pharmaunternehmen Janssen, das zum US-Konzern Johnson and Johnson gehört. Im Gegenzug vereinbarte London, Infrastruktur und finanzielle Mittel für Studien mit den Impfstoffen bereitzustellen. 


14.08.2020: Kroatien hält steigende Corona-Zahlen nicht für bedenklich

Das Urlaubsland Kroatien hält die zuletzt stark gestiegene Zahl von Infektionen mit dem Corona-Virus nicht für bedenklich. "Die Zahlen werden wahrscheinlich im Rahmen dieser Grenzen bleiben, vielleicht werden sie sogar noch ein wenig steigen, aber es gibt kein exponenzielles Wachstum", sagte der stellvertretende Innenminister Damir Trut am Freitag im Nachrichtensender N1.

Am Tag zuvor hatte Kroatien 180 Neuansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 innerhalb von 24 Stunden registriert. Es war der höchste Tageswert, der seit Beginn der Pandemie in dem EU-Land im Februar gemeldet wurde. In den letzten zwei Monaten hatte dieser Wert zwischen rund 30 und 100 geschwankt.

Einige Clubs an der kroatischen Adriaküste sind bekannt für ihre ausgelassene Feierstimmung. Vize-Minister Trut meinte dazu am Freitag, dass diese Clubs nunmehr nur mehr noch bis Mitternacht geöffnet haben dürften. "Mit den Maßnahmen sind wir nicht zu spät dran", fügte er hinzu. "Wir balancieren zwischen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Interessen."


14.08.2020: Neuseeland verlängert Lockdown in Auckland - 30 Fälle seit Dienstag 

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern hat am Freitag eine Verlängerung des Corona-Lockdowns in der Millionenmetropole Auckland um zwölf Tage angekündigt. Die neuen Einschränkungen waren am Mittwoch zunächst für drei Tage verhängt worden, nachdem in der Stadt vier Mitglieder einer Familie positiv auf das Virus getestet worden waren. Insgesamt soll der Lockdown damit nun für zwei Wochen gelten. "Die Beschränkungen jetzt aufzuheben und dann eine Explosion neuer Fälle zu haben, wäre das Schlimmste für Auckland und unsere Wirtschaft", so Ardern.

Die Zahl der bestätigten Neuansteckungen war am Freitag um 13 auf insgesamt 30 gestiegen. Die Infizierten sollen in spezielle Quarantäne-Einrichtungen gebracht werden, ein Patient mit Covid-19 wird im Krankenhaus behandelt. Fast alle neuen Ansteckungen stünden in Zusammenhang mit der Familie, bei der das Virus zunächst diagnostiziert worden war, sagte Ardern. Bei einem Fall werde dies noch geprüft.


14.08.2020: Abermals deutlich mehr Corona-Neuinfektionen - Vor allem bei Jüngeren

Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist abermals deutlich gestiegen. Nach Monaten der Entspannung liegt sie nun bereits auf dem Stand von Anfang Mai - es sind inzwischen aber immer mehr junge Menschen, die sich anstecken. Das Durchschnittsalter der Infizierten ist in der vergangenen Woche auf 34 Jahre gesunken. Das sei "das niedrigste Durchschnittsalter seit Beginn" der Pandemie, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". Zum Vergleich: Im April lag es noch bei etwa 50 Jahren.

Spahn wies zwar darauf hin, dass es wegen des jüngeren Alters der Infizierten nun auch weniger schwere Verläufe der Covid-19-Krankheit gebe. Er warnte aber: "Das heißt trotzdem, sehr, sehr wachsam miteinander zu sein, weil es eben doch dann zu oft auch schwerste Verläufe geben kann und eben auch Todesfälle - wenn wir nicht aufpassen, in der Familie, im Freundeskreis, auf der Arbeit." Zudem könnten jüngere Menschen ältere anstecken, etwa ihre Eltern und Großeltern oder als Heimpersonal Krankenhauspatienten und Altenheimbewohner.


14.08.2020: WHO warnt vor "Impfstoff-Nationalismus" - Fonds braucht Geld

Bei der Suche nach einem Corona-Impfstoff hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu mehr globaler Zusammenarbeit aufgerufen. Das sei auch im Eigeninteresse der Länder, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstagabend in Genf. Die Weltwirtschaft könne sich erst nachhaltig erholen, wenn das Virus überall besiegt sei. Dazu müsse an möglichst vielen Impfstoffen geforscht werden, statt auf einzelne Kandidaten zu setzen.

Neun der weltweit aktuell klinisch getesteten Impfstoffe stünden Staaten im Rahmen eines unter dem Dach der WHO geschaffenen Fonds zur Verfügung. Der sogenannte "ACT Accelerator" - ACT steht für Access to Covid-Tools, also Zugang zu Covid-19-Werkzeugen - braucht laut WHO 31,3 Milliarden Dollar. Schon im Juni hatte der Fonds von Regierungen, Stiftungen und Privatwirtschaft gewarnt, dass die Staatengemeinschaft erst einen Bruchteil des nötigen Geldes zugesagt habe. 


14.08.2020: Corona-Plan: Laptops für Lehrer und günstiges Internet für Schüler 

Bund und Länder wollen die Digitalisierung an den Schulen angesichts der Corona-Krise mit konkreten Hilfen für Lehrkräfte und Schüler deutlich beschleunigen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU), SPD-Chefin Saskia Esken, Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und Kultusministerinnen und Minister aus sieben Bundesländern vereinbarten am Donnerstagabend bei einem Treffen im Kanzleramt, "schnellstmöglich alle Schulen in der erforderlichen Weise an das schnelle Internet anzuschließen, Schülern zu Hause einen bezahlbaren Zugang zum Internet zu ermöglichen und Lehrer mit Endgeräten auszustatten", wie Regierungssprecher Steffen Seibert im Anschluss mitteilte. 

Formale Beschlüsse wurden zwar nicht gefasst. Es sind erst weitere Abstimmungsprozesse zwischen Bund und Ländern nötig. Wie die Deutsche Presse-Agentur aber aus Teilnehmerkreisen erfuhr, ist konkret geplant, dass jeder Lehrer einen Dienstlaptop bekommt und jedem Schüler ein günstiger Zugang zum Internet ermöglicht wird, der maximal zehn Euro im Monat kosten soll. In Zusammenarbeit mit dem Bundesverkehrsministerium solle außerdem jede Schule in Deutschland zügig an schnelles Internet angeschlossen werden. Es wird demnach mit Kosten von rund 500 Millionen Euro gerechnet.


13.08.2020: Italien: Test bei Einreise aus Kroatien, Griechenland, Malta, Spanien

In Italien müssen sich Einreisende und Urlaubs-Rückkehrer aus Kroatien, Griechenland, Malta und Spanien künftig verpflichtend auf das Coronavirus testen lassen. Ein entsprechendes Dekret unterschrieb Gesundheitsminister Roberto Speranza. Die Regelung gilt ab diesen Donnerstag und bis vorerst 7. September in allen Regionen. Zuvor hatte Speranza mit Regionalvertretern verhandelt; in manchen Regionen waren zuletzt schon ähnliche Vorsichtsmaßnahmen in Kraft. Die neue Anweisung soll nun eine einheitliche Linie vorgeben.

Wer aus den vier Ländern nach Italien kommt, hat zwei Möglichkeiten: Entweder er legt einen negativen Test vor, der nicht älter als 72 Stunden ist. Oder er gibt bei der Einreise - etwa an einem Hafen oder Flughafen - einen Corona-Abstrich ab oder holt dies innerhalb von 48 Stunden bei der Gesundheitsbehörde in seinem Heimatort nach.

Ob die Regelung auch bei Durchreisen ohne Aufenthalt - etwa für Nicht-Italiener bei der Heimfahrt aus dem Urlaub - gilt, das präzisierte das Gesundheitsministerium auf Anfrage zunächst nicht.


13.08.2020: Düsseldorfer Großkonzert: Entscheidung spätestens vier Tage vorher

Ob das umstrittene Großkonzert in Düsseldorf stattfinden darf, entscheidet sich spätestens am 31. August - vier Tage vor dem eigentlichen Termin. Auf diesen Kompromiss einigten sich die Stadt Düsseldorf und die Landesregierung, wie am Donnerstag aus einer gemeinsamen Mitteilung hervorging. Entscheidend soll dann das aktuelle Corona-Infektionsgeschehen sein.


13.08.2020: Ex-Premier Monti in WHO-Kommission: Gesundheit muss Gewicht haben

Der frühere italienische Ministerpräsident und Ex-EU-Kommissar Mario Monti fordert nach Corona einen größeren Fokus auf Gesundheitsthemen in der Politik. Der 77-Jährige ist Vorsitzender einer neuen Kommission der Weltgesundheitsorganisation WHO, die in dieser Woche einberufen wurde. «Es ist sicher, dass die Gesundheit mehr Gewicht haben muss bei politischen Entscheidungen», sagte Monti der italienischen Tageszeitung "La Repubblica" vom Donnerstag.

Es gehe darum, Katastrophen wie die Corona-Pandemie zu vermeiden oder sich zumindest gut darauf vorzubereiten. Die Bewältigung so einer Krise koste nämlich um ein Vielfaches mehr als das, was benötigt werde, um sich von vornherein gut zu wappnen oder einen Fall wie bei der Coronakrise gänzlich zu vermeiden, rechnete Monti vor.


13.08.2020: Söder: Corona-Lage ähnelt erster großer Corona-Welle im März

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder warnt wegen steigender Corona-Zahlen vor einem neuerlichen explosionsartigen Anstieg der Infektionen. "Die Situation ist nicht unähnlich wie im März", sagte Söder am Donnerstag nach einer Krisensitzung in der Münchner Staatskanzlei. Es gebe in vielen Regionen eine Zunahme der Infektionen und europaweit eine wachsende Zahl von Risikogebieten. "Die Sorge ist mehr als berechtigt."


13.08.2020: Nach Test-Panne - Rund 900 Corona-Infizierte wissen nun Bescheid

Nach der Test-Panne an bayerischen Autobahnen hat das bayerische Gesundheitsministerium die Zahl der positiv Getesteten nach oben korrigiert. Von etwa 1000 positiven Tests seien 908 informiert worden, sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml am Donnerstag in München. Es müsse aber noch abgeglichen werden, ob unter den ausstehenden Tests auch Dubletten seien.


13.08.2020: Reiserückkehrer machen fast die Hälfte der neuen Corona-Fälle aus

Fast jeder zweite Neuinfizierte in Thüringen könnte sich im Ausland mit dem Corona-Virus angesteckt haben. Zwischen dem 4. und 12. August seien im Freistaat 67 Menschen positiv auf das Corona-Virus getestet worden, erklärte das Thüringer Gesundheitsministerium am Donnerstag auf Anfrage. Bei 33 von ihnen kommt ein Ort im Ausland für eine Ansteckung in Frage. 18 Infizierte hielten sich während des möglichen Ansteckungszeitraumes ausschließlich in Thüringen auf, in einem Fall hatte ein Infizierter jedoch Kontakt mit einem Reiserückkehrer aus Bulgarien. Bei den restlichen 16 Infizierten gibt es keine Angaben zu einem möglichen Ansteckungsort.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gibt es im Freistaat 14 Labore, in denen auf eine Coronavirus-Infektion getestet wird. Demnach werde in vielen Laboren an sechs oder sieben Tagen in der Woche getestet. Befunde gebe es in der Regel schon nach einem oder zwei Tagen. "Insofern gehen wir davon aus, dass ausreichend Kapazitäten vorhanden sind und es demzufolge aktuell nicht zu Verzögerungen wie in Bayern kommen kann", erklärte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums.


13.08.2020: Tui Cruises verlangt negativen Corona-Test von Passagieren

Passagiere der Kreuzfahrtreederei Tui Cruises dürfen ab September nur noch mit einem negativen Corona-Test an Bord. Die Regelung betreffe alle Abfahrten der Mein-Schiff-Flotte, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die Kosten für den Test seien bereits im Reisepreis inbegriffen. "Über weitere Einzelheiten werden alle Gäste automatisch und rechtzeitig vor Reisebeginn informiert", hieß es weiter.

Nach monatelanger Zwangspause bietet Tui Cruises seit Juli wieder Kreuzfahrten von deutschen Häfen an. Der Neustart begann zunächst mit einem dreitägigen Rundtrip auf der Nordsee und ohne Landgang. Ab September will die Reederei nach eigenen Angaben ihr Angebot erweitern. Demnach sollen dann siebentägige Kreuzfahrten mit der "Mein Schiff 6" ab und bis zur griechischen Insel Kreta mit Landausflügen möglich sein.

"Damit die hohen Hygiene- und Sicherheitsstandards auch hier eingehalten werden, erfolgen die Landgänge von Piräus, Kreta und Korfu aus bis auf weiteres ausschließlich durch, von TUI Cruises vermittelte, organisierte Landausflüge", heißt es aus dem Unternehmen.


13.08.2020: Söder spricht Ministerin Vertrauen aus - Huml bot Rücktritt an

Nach der schweren Panne bei den Corona-Tests an bayerischen Autobahnen hat Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml zweimal ihren Rücktritt angeboten. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder am Donnerstag in München, fügte aber hinzu: "Ich habe weiter Vertrauen zu ihr." Huml wolle die "Scharte auswetzen".


13.08.2020: Österreich verstärkt Gesundheitskontrollen am Brenner

Österreich verstärkt seit Donnerstag die Gesundheitskontrollen am Grenzpass Brenner. Anlass seien die steigenden Zahlen von Corona-Infektionen, die zu einem nicht geringen Teil auf Reise-Rückkehrer vom Balkan zurückgingen, teilte das Land am Donnerstag mit. "Auf die Entwicklungen bei den Infektionszahlen müssen wir rasch und angemessen reagieren", so Tirols Landeschef Günther Platter.

Stichprobenartig kontrolliert wird auf der Brenner-Bundesstraße und dem dortigen Autobahn-Übergang zwischen Italien und Österreich. Die Überprüfungen ergänzen die schon praktizierten Kontrollen zu Slowenien und Ungarn. Rückkehrer aus Risikogebieten wie dem Westbalkan brauchen für die Einreise eine Bescheinigung über einen negativen Coronatest oder müssen ihn bald nachholen. Die Durchreise ist auch ohne Test erlaubt.


13.08.2020: Corona-Testzentrum am Amsterdamer Flughafen

Reisende aus Risikoländern können sich künftig am Amsterdamer Flughafen Schiphol testen lassen. Ein Corona-Testzentrum nahm am Donnerstag seine Arbeit auf. Auch Flugpassagiere ohne Symptome können sich dort gratis auf das Corona-Virus testen lassen, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Das Ergebnis soll innerhalb von 48 Stunden vorliegen. Eine Testpflicht gibt es nicht. Das sei aus rechtlichen Gründen nicht möglich, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Reisende aus sogenannten Risikoländern werden auch aufgefordert, sich zwei Wochen in Heim-Quarantäne zu begeben. Das gilt auch bei einem negativen Testergebnis. Auch dazu sind sie nicht verpflichtet. Die niederländische Regierung prüft allerdings zur Zeit die Einführung einer Quarantäne-Pflicht.


13.08.2020: "Grundlegendes Problem" - BRK verteidigt sich nach Corona-Panne 

Nach der Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen kritisiert das Bayerische Rote Kreuz (BRK) die Behörden. "Man hätte der guten Idee der Testzentren besser ein, zwei, drei Tage mehr Reifezeit geben sollen", sagte BRK-Sprecher Sohrab Taheri-Sohi am Donnerstag in München. "Es ist ein ganz grundlegendes Problem."

Die bayerischen Hilfsorganisationen seien vom Freistaat beauftragt worden, innerhalb eines Tages fünf Teststationen zu errichten. Dabei hätten sie sich an den Vorgaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und der Gesundheitsämter orientiert. "Da das LGL sich nicht in der Lage gesehen hat, in dieser kurzen Zeit eine entsprechende Software zur Verfügung zu stellen, mussten die Reisenden händisch mit Formularen erfasst werden", hieß es in einer Mitteilung. "Es wurde Dienst nach Vorschrift gemacht und die Vorschriften gab das LGL vor", fügte der Sprecher hinzu


13.08.2020: Hessen verlängert Corona-Beschränkungen 

Hessen verlängert alle derzeit geltenden Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie bis Ende Oktober. Dazu zählen etwa eine Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr oder Beschränkungen für Veranstaltungen mit größeren Teilnehmerzahlen. "Die Pandemie ist noch nicht vorbei", warnte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Donnerstag in Wiesbaden.

Die Zahlen zur Ansteckung mit dem Coronavirus lägen derzeit auch in Hessen wieder höher, aber "eher im niedrigen Bereich", sagte Bouffier. Das Bundesland sei bisher gut durch die Pandemie gekommen.


13.08.2020: An acht Berliner Schulen gibt es Corona-Fälle 

In Berlin hat es wenige Tage nach Beginn des neuen Schuljahres nach Angaben der Senatsbildungsverwaltung an acht Schulen Corona-Fälle gegeben. Bisher sei mit dem Gerhart-Hauptmann-Gymnasium im Bezirk Treptow-Köpenick aber nur eine Schule geschlossen worden, sagte der Sprecher der Bildungsverwaltung, Martin Klesmann, am Donnerstag auf Anfrage. In keinem der Fälle habe es eine Infektion in der Schule gegeben.

An den Schulen in verschiedenen Bezirken wie Steglitz-Zehlendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf und Reinickendorf sei jeweils ein Schüler beziehungsweise eine Schülerin positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Am Gerhart-Hauptmann-Gymnasium im Ortsteil Friedrichshaben fiel für eine Lehrkraft der Test positiv aus. In Neukölln waren elf Beschäftigte einer Schule unter Quarantäne gestellt worden, die noch vor Schulstart Kontakt zu einem Infizierten hatten, der vorübergehend in der Schule gewesen war.


13.08.2020: Erste Berliner Schule schließt wegen möglichen Corona-Falls 

In Berlin hat die erste Schule kurz nach den Sommerferien wegen eines möglichen Corona-Falls zunächst wieder geschlossen. Eine Lehrkraft habe angegeben, positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden zu sein, teilte der Bezirk am Donnerstag mit. Die Bestätigung des Gesundheitsamts stehe noch aus. Zuvor hatte der RBB berichtet. "Es handelt sich um eine vorsorgliche, wohl eintägige Schließung dieser einen Schule", teilte die Senatsverwaltung für Bildung am Donnerstag mit. 

"Der Schulleitung wurde am späten Mittwochnachmittag bekannt, dass eine Lehrkraft positiv getestet wurde. Um sicherzustellen, dass keine der möglichen Kontaktpersonen am darauffolgenden Morgen in die Schule kommt, wurde dieses fürsorgliche Vorgehen beschlossen."

Vier Tage nach Ende der Ferien wurden dem RBB zufolge bereits an mehreren Schulen Infektionen festgestellt. Bereits am Montag hatte ein Schüler gleich nach der Ankunft an einer Gemeinschaftsschule in Lichterfelde von Symptomen gesprochen, die auf eine solche Infektion hindeuteten, wie am Mittwoch bekannt wurde.

Daraufhin sei er nach Hause geschickt worden, später sei das positive Testergebnis bekannt geworden. Eine Lerngruppe und drei Lehrkräfte, zu denen der Schüler Kontakt gehabt habe, wurden daraufhin unter Quarantäne gestellt. 

Der Unterricht in Berlin hatte am Montag begonnen - ohne Mindestabstand, dafür mit Maskenpflicht in Schulgebäuden außer im Unterricht und Hygienekonzept. Der Schritt war heftig umstritten. Unter anderem die Bildungsgewerkschaft GEW hatte eine Öffnung in dieser Form als fahrlässig kritisiert und kleinere Lerngruppen und eine Mischung aus Präsenzunterricht und häuslichem Lernen gefordert.

Die Wirtschaft wiederum hatte sich trotz Corona-Pandemie für einen Schulbeginn mit Präsenzunterricht für alle Schüler ausgesprochen.


13.08.2020: Söders Regierung nach Panne bei Corona-Tests in Bedrängnis 

Die Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern bringt die Staatsregierung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in Bedrängnis. Die Opposition kritisierte den CSU-Chef heftig und verlangte Konsequenzen. Söder sagte zunächst eine für diesen Donnerstag geplante Reise an die Nordsee ab. "Bayern geht vor", schrieb er am Mittwoch auf Twitter. Wie es am Donnerstag weitergeht, war zunächst nicht abzusehen. 

Am Mittwochnachmittag hatte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) in München bekanntgegeben, dass 44 000 Reiserückkehrer nach Tests in Bayern noch kein Ergebnis bekommen haben, darunter 900 nachweislich Infizierte. Letztere sollten bis Donnerstagmittag Informationen über ihren Befund bekommen. Grund für die Verzögerungen seien vor allem Probleme bei der händischen Übertragung von Daten und eine unerwartet hohe Nutzung des Angebots, erklärte der Präsident des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf.


13.08.2020: 1445 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist auf den höchsten Stand seit Anfang Mai gestiegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Mittwochabend 1445 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Höher lag der Wert zuletzt am 01. Mai mit 1639 registrierten Neuinfektionen. 

Der Anteil an Kreisen, die keine Neuinfektionen übermittelt haben, sei in den vergangenen Wochen deutlich zurückgegangen. "Dieser Trend ist beunruhigend", so das RKI. "Eine weitere Verschärfung der Situation muss unbedingt vermieden werden." Besonders betroffen seien derzeit Nordrhein-Westfalen und Hamburg, wo ein deutlicher Anstieg auffalle. 

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten sind besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an Grenzen bringt.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 219 964 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen im Internet meldete (Datenstand 13.8., 0.00 Uhr). Seit dem Vortag wurden vier neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9211. Bis Sonntagmorgen hatten 199.500 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.


12.08.2020: Zehntausende warten nach Corona-Test in Bayern auf Ergebnis

Zehntausende Reiserückkehrer warten nach Corona-Tests in Bayern noch auf das Ergebnis, darunter auch 900 nachweislich positiv getestete. Etwa 44 000 Befunde seien noch nicht übermittelt worden, sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml am Mittwoch in München. Die positiv Getesteten sollten bis Donnerstagmittag ihr Ergebnis bekommen. Der Zeitverzug ärgere sie "massiv", sagte Huml, sie bedauere das sehr. Es gebe eine "Übermittlungsproblematik", "da gibt es nichts schönzureden". An den Stationen seien Menschen aus ganz Deutschland getestet worden. Angaben, wie lange die Menschen bereits warten, konnte Huml nicht machen.

In Bayern können sich alle Reisenden seit dem 25. Juli bei der Ankunft an den Flughäfen München und Nürnberg freiwillig testen lassen, seit dem 30. Juli auch an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg sowie an den Autobahnraststätten Hochfelln-Nord (A8), Inntal-Ost (A93) und Donautal-Ost (A3). Anfang August wurde zudem ein Testzentrum am Flughafen Memmingen eingerichtet. Für Urlauber aus Risikogebieten greift seit Samstag bundesweit eine Testpflicht.


12.08.2020: Positiver Corona-Test bei Kind in Graal-Müritz möglicherweise falsch

Die Schließung einer Schule in Graal-Müritz (Landkreis Rostock) nach einem Corona-Verdachtsfall am vergangenen Freitag war möglicherweise unnötig. Es bestehe der begründete Verdacht eines fehlerhaften Covid-19-Tests bei dem Schulkind, teilte der Landkreis am Mittwoch mit. Allerdings seien die Ermittlungen dazu noch nicht abgeschlossen. So müsse geklärt werden, ob es einen Zusammenhang mit einem zweiten, tatsächlich positiven Test bei einer anderen Person in Graal-Müritz gebe. Diese sei in der gleichen Praxis abgestrichen worden wie das Schulkind.

Das rechtsmedizinische Institut der Universitätsmedizin Rostock habe das Probenmaterial des Schulkindes sowie einen neuen Abstrichtest bei dem Kind untersucht, hieß es. "Die Rechtsmediziner stellten fest, dass die Originalprobe des Schulkindes verunreinigt ist", führte das Landratsamt weiter aus. Bei dem zweiten, tatsächlich Corona-positiven Fall sei der Infektionsweg dem Gesundheitsamt bekannt. Bei dem Schulkind gebe es dagegen keine Hinweise auf einen Infektionsweg.

Das Gesundheitsamt plant den Angaben zufolge parallel eine nach dem Schema des Robert Koch-Instituts notwendige zweite Covid-Testreihe für die Kontaktpersonen des Schulkindes. Falle diese durchweg negativ aus, könnte die Schule am kommenden Montag wieder geöffnet werden.


12.08.2020: Schweiz erlaubt Großveranstaltungen unter Auflagen ab Oktober

Die Schweiz will Großveranstaltungen ab Oktober unter Auflagen wieder erlauben. Das seit Ende Februar geltende coronabedingte Verbot von Events mit mehr als 1000 Teilnehmern, etwa im Sport und in der Kultur, wird davor noch bis Ende September verlängert. Das gab der Bundesrat am Mittwoch bekannt. Danach sollen die Kantone (entsprechend etwa Bundesländern in Deutschland) über die Bewilligung von Veranstaltungen entscheiden.

Die Regeln dafür wollen Bund und Kantone in den kommenden Wochen erarbeiten. So sollen neben Infektionszahlen auch die Kapazitäten zur Kontaktnachverfolgung eine Rolle spielen.


12.08.2020: Restriktionen für Mannschaftssport im hohen Norden gelockert

Fußballer, Handballer und andere Mannschaftssportler in Schleswig-Holstein können jetzt unter abgeschwächten Corona-Vorgaben mit ihren Amateurvereinen in die neue Saison starten. Auch Trainings- und Wettkampfspiele sind vom 19. August an erlaubt - unter strengen Hygiene-Vorkehrungen. Die Landesregierung in Kiel verständigte sich am Mittwoch mit mehreren Verbänden auf entsprechende Regeln. Beteiligt waren Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack und Gesundheitsminister Heiner Garg sowie die Spitzen des Landessportverbandes und der Landesverbände im Fußball, Handball, Volleyball und Basketball.

Zuschauer werden im Freien bis maximal 500 erlaubt, in der Halle weiterhin gar nicht. Auslöser für das Treffen war teils massive Kritik von Vereinen, dass Schleswig-Holstein zuletzt keine weiteren Lockerungen von Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie beschlossen hatte. Demnach war bisher unter anderem Training höchstens in Zehnergruppen erlaubt. Damit entfielen auch Trainingsspiele im Land. Diese Regel fällt nun weg. Die Zahl der teilnehmenden Sportler orientiert sich künftig an der jeweiligen Sportart.

Die Spitzen der Verbände zeigten sich - mit Ausnahme der Zuschauerregelung für die Halle - zufrieden mit der Einigung. Innenministerin Sütterlin-Waack bescheinigte den Vereinen großartige Leistungen auch in der Pandemie-Zeit. Sie hätten sehr gute Hygienekonzepte vorgelegt. Gesundheitsminister Garg räumte ein, die bisherige Zehner-Regel sei für den Echtbetrieb nicht besonders realitätsnah gewesen. Ministerpräsident Daniel Günther hatte den Sportverbänden zeitnah eine praktikable Lösung in Aussicht gestellt. "Das ist ein gewaltiger Schritt", sagte der Vizepräsident des Landessportverbandes, Bernd Küpperbusch, zu der Verständigung.

Es gebe keine Sonderrolle für den Fußball, betonte dessen Landesverbandspräsident Uwe Döring. Der Fußball werde sich von November an auch aus den Hallen herausziehen, um Platz für die anderen Sportarten zu machen. Die Sportvertreter betonten die Bereitschaft, die Hygiene-Regeln einzuhalten und sprachen von einem Vertrauensvorschuss des Landes. Die Vereinbarung besagt auch, dass die Öffnungen bei wieder dynamisch steigenden Infektionszahlen "angepasst" werden könnten.


12.08.2020: Zehn Kreise melden neue Corona-Fälle

Zehn der vierzehn Landkreise und kreisfreien Städte in Sachsen-Anhalt haben neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Im Vergleich zum Dienstag kamen 15 neue Fälle dazu, wie das Gesundheitsministerium in Magdeburg am Mittwoch mitteilte. Damit verteilen sich die neuen Fälle regional etwas breiter als zuletzt. Am Dienstag hatten nur sechs der 14 Kreise und kreisfreien Städte neue Infektionen gemeldet, am Montag waren es sieben. 

Der Anstieg bleibt hingegen moderat. Die meisten neuen Fälle binnen eines Tages meldet mit drei die Stadt Magdeburg, je zwei entfallen auf Halle, den Kreis Wittenberg und die Börde. Aus Anhalt-Bitterfeld, dem Burgenlandkreis, Mansfeld-Südharz, dem Kreis Stendal, dem Salzlandkreis und Dessau-Roßlau wird je ein positiver Befund gemeldet. Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in Sachsen-Anhalt nachweislich 2093 Menschen mit dem Virus infiziert worden. 1937 von ihnen, beziehungsweise 92 Prozent, gelten Schätzungen zufolge als genesen. Die Zahl der Toten mit einem positiven Corona-Test blieb unverändert bei 64.

Seit dem Wochenende gilt eine Testpflicht für jene Urlauber, die aus einem Risikogebiet zurückkehren. Die Betroffenen müssen sich beim örtlichen Gesundheitsamt melden und bis zur Bestätigung eines negativen Testergebnisses in häuslicher Quarantäne bleiben, wie eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums sagte. Ausgenommen sind nur jene, die bei ihrer Rückkehr bereits einen anerkannten und frischen Corona-Test vorweisen können. Für Reiserückkehrer sind die Tests kostenlos, wenn sie eine Reise in ein Risikogebiet nachweisen können.


12.08.2020: Jede vierte Corona-Neuinfektion in NRW nach Reiserückkehr 

Etwa jede vierte aller bestätigten Corona-Neuinfektionen in Nordrhein-Westfalen ist derzeit auf Reiserückkehrer zurückzuführen. Das teilte das NRW-Gesundheitsministerium am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mit. Dabei gehe es sowohl um die Rückkehr von Reisen im Inland als auch aus dem Ausland.

Die Zahlen beruhten auf Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden, erklärte ein Sprecher. Da sie bei positiven Tests die Infektionskette zurückverfolgten, sei bei rund 25 Prozent der bestätigten Corona-Fälle ein Reise-Bezug zutage getreten.

Anders als die Corona-Testzentren an den Flughäfen, die nur die Flugreisenden aus Risikoländern erfassen, würden bei den örtlichen Gesundheitsbehörden alle Fälle registriert, die mit Reisen in Zusammenhang stünden - "der Türkei-Urlauber ebenso wie Rückkehrer aus den Ferien in Buxtehude oder Geschäftsreisende", erklärte ein Ministeriumssprecher.

Das Testzentrum am größten NRW-Airport Düsseldorf bildet dementsprechend nur einen kleinen Ausschnitt ab. Hier waren am vergangenen Samstag nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein 71 von gut 1850 Abstrichen im Testzentrum positiv (Freitag: 46 von rund 1650 Abstrichen).


12.08.2020: Norwegen weitet Reisebeschränkungen auf weitere Länder Europas aus

Aus Sorge vor einem stärkeren Anstieg der Corona-Zahlen weitet Norwegen seine Reisebeschränkungen für vereinzelte Länder auf eine Reihe weiterer Staaten und Regionen in Europa aus. Man stehe an einem Kipppunkt und wolle nicht in Zeiten wie im März und April zurückgeworfen werden, sagte Ministerpräsidentin Erna Solberg am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Oslo.

Wie Gesundheitsminister Bent Høie sagte, gelten die norwegischen Beschränkungen ab Samstag auch für Polen, die Niederlande, Malta, Zypern und Island, die zum dänischen Königreich zählenden Färöer-Inseln sowie mehrere Regionen in Schweden und Dänemark. Wer aus diesen Ländern und Gebieten nach Norwegen einreisen will, muss für zehn Tage in Quarantäne.


12.08.2020: Infizierte Kroatien-Urlauber stecken Gäste auf Stuttgarter Feier an 

Acht junge Menschen haben nach einer Reise in die kroatische Partyhochburg Novalja bei einer Geburtstagsfeier in Stuttgart mindestens 14 weitere Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Die Gruppe, alle etwa Ende 20, sei im Juli nach Kroatien gereist und danach positiv auf das Virus getestet worden, teilte ein Sprecher der Stadt am Mittwoch mit. Es sei davon auszugehen, dass sie zum Zeitpunkt der Geburtstagsfeier am 1. August noch nicht von ihrer Infektion wussten. Derzeit versuche man herauszufinden, ob sich von den rund 40 Geburtstagsgästen weitere Menschen angesteckt haben. 

Zunächst hatten andere Medien über die neuen Coronafälle berichtet.

Auch im Kreis Göppingen gibt es derzeit vermehrt Neuinfektionen, nachdem eine Gruppe Abiturienten in Novalja auf der Insel Pag Party-Urlaub gemacht hatte. Wie eine Sprecherin des Landratsamts am Mittwoch mitteilte, sind inzwischen zwölf Teilnehmer der Abi-Fahrt mit dem Coronavirus infiziert. Teilgenommen hätten insgesamt 14 Abiturienten aus dem Raum Donzdorf, nicht wie zunächst angenommen 18.


12.08.2020: Maskenpflicht gilt ab sofort überall in Brüssel

Wegen stark steigender Coronavirus-Infektionen muss in der belgischen Hauptstadt Brüssel ab sofort überall in der Öffentlichkeit ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Die Regel gelte für alle Personen, die älter als zwölf Jahre sind, teilte der Ministerpräsident der Region Brüssel-Hauptstadt, Rudi Vervoort, am Mittwoch mit. Grund sei, dass die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen die Schwelle von 50 pro 100.000 Einwohner überschritten habe. Zuletzt lag der Wert bei 54,4.

Brüssel löst somit die belgische Provinz Antwerpen als belgischen Corona-Hotspot ab. Dort waren die Regeln bereits Ende Juli deutlich verschärft worden. Mittlerweile sind die Ansteckungszahlen dort wieder rückläufig. Das Auswärtige Amt rät von nicht notwendigen touristischen Reisen in die Provinz Antwerpen ab.


12.08.2020: AA warnt vor Reisen nach Madrid und ins spanische Baskenland 

Das Auswärtige Amt warnt wegen der Corona-Pandemie nun auch vor Reisen in Spaniens Hauptstadt Madrid und ins spanische Baskenland. Das Ministerium begründete dies am Dienstagabend in Berlin mit "erneut hohen Infektionszahlen".

Bereits seit Ende Juli gilt eine Warnung vor Reisen in drei andere spanische Regionen, darunter Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und die Strände der Costa Brava.


12.08.2020: Corona in Konservenfabrik Mamming - 75 Kontaktpersonen infiziert

Nach dem Corona-Ausbruch in der Konservenfabrik Mamming (Landkreis Dingolfing-Landau) ist auch bei 75 Kontaktpersonen das Virus nachgewiesen worden. Das teilte das Landratsamt am Dienstagabend mit. Insgesamt seien rund 300 Kontaktpersonen nachgetestet worden. Am zweiten Produktionsstandort der Konservenfabrik in Simbach sollen am Mittwoch 40 Kontaktpersonen getestet werden.

In der Konservenfabrik im niederbayerischen Mamming waren mit Stand 4. August 166 von 600 Mitarbeitern positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der gesamte Betrieb wurde vorübergehend stillgelegt, alle Beschäftigten in Quarantäne geschickt - ebenso wie 130 Mitarbeiter an zwei weiteren Standorten des Betriebs.


12.08.2020: Umfrage: Viel Unterstützung für Corona-Schutzmaßnahmen

Nur jeder Zehnte hält Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus für überflüssig. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervor. Dazu wurden zwischen dem 7. und 10.

August insgesamt 2018 Menschen online befragt. Wie auch bei vorigen Umfragen zeigte sich große Unterstützung für das Krisenmanagement der Regierung und die Vorkehrungen zur Eindämmung des Virus. 68 Prozent der Befragten hielten die Regelungen für "absolut notwendig".

Drei Prozent der Befragten halten Schutzmaßnahmen für überflüssig, weil das Virus nach ihrer Einschätzung "nicht so gefährlich" ist. Sieben Prozent sehen zudem hinter Warnungen und Schutzvorkehrungen einen "Versuch mächtiger Kreise, andere Ziele durchzusetzen". Weitere 16 Prozent sind zwar für Schutzmaßnahmen, halten die aktuell vorgeschriebenen Regelungen aber für überzogen. Das Krisenmanagement der Bundesregierung fand wie schon bei vorigen Umfragen hohe Zustimmung.


12.08.2020: Höchster Stand seit Mai: 1226 registrierte Corona-Neuinfektionen 

Die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen in Deutschland hat den höchsten Wert seit Anfang Mai erreicht. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 1226 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Höher lag der Wert zuletzt am 09. Mai mit 1251 registrierten Neuinfektionen. 

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten sind besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an Grenzen bringt. 

Anders als Mitte Juni, als es beispielsweise beim Schlachtbetrieb Tönnies in Nordrhein-Westfalen einen großen Corona-Ausbruch gab, ist der jetzige Anstieg nicht hauptsächlich auf einzelne Brennpunkte zurückzuführen. Auf Landkreisebene sind die Zahlen oft nur leicht gestiegen. Doch über alle Kreise hinweg summiert sich dieser Effekt.

Experten fürchten eine solche Entwicklung, weil sie sich nicht mit einigen wenigen harten Maßnahmen eindämmen lässt. Als Ursache für den Anstieg hatte RKI-Präsident Lothar Wieler Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln genannt.


11.08.2020: Virologe zu Corona-Impfstoff: Daten für Beurteilung fehlen 

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hat sich angesichts der Zulassung eines ersten Impfstoffes gegen das Corona-Virus in Russland skeptisch gezeigt. "Ich sehe die Zulassung sehr, sehr zurückhaltend. Es gibt bislang keine publizierten Daten zu dem Impfstoff - das ist schon mal eine ganz große Schwierigkeit", sagte Schmidt-Chanasit am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Bislang habe noch kein Wissenschaftler den Impfstoff unabhängig beurteilen können.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Dienstag die weltweit erste staatliche Zulassung eines Impfstoffs zur breiten Verwendung gegen das Corona-Virus bekanntgegeben. Die Zulassung erfolgte vor dem Vorliegen der Ergebnisse großer klinischer Studien - ein Vorgehen, dass dem international üblichen Ablauf widerspricht. Erst wenige Menschen haben den Impfstoff im Rahmen einer Studie erhalten.

Weltweit geltende Standards für Studien und Testungen von Impfstoffen nach Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) müssten unbedingt eingehalten werden, mahnte Schmidt-Chansit. Etwa werden in der sogenannten Phase III größere Tests zur Wirkung am Menschen mit mehreren Tausend Probanden gemacht. "Es ist ganz wichtig, dass man auf jeden Fall einen sicheren Impfstoff einsetzt und auch weiß, wo möglicherweise Nebenwirkungen liegen", sagte der Virologe vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. 

Sollte sich ein Impfstoff als weniger effektiv herausstellen, bestehe die Gefahr, dass es zu "gegenteiligen Effekten" komme - etwa einer Impfmüdigkeit in der Bevölkerung. Dies sei zuletzt etwa bei einem Impfstoff gegen das Dengue-Fieber auf den Philippinen der Fall gewesen. "Die Bevölkerung hatte da zu Recht kein Vertrauen mehr in den Impfstoff und sich wie Versuchskaninchen gefühlt", sagte Schmidt-Chanasit. Durch den Vertrauensverlust seien dann Impfungen insgesamt zurückgegangen - etwa gegen Polio oder Masern.


11.08.2020: Mecklenburg-Vorpommern: Höhere Bußgelder bei Corona-Verstößen 

In Mecklenburg-Vorpommern gelten künftig höhere Bußgelder bei Verstößen gegen Corona-Vorschriften. Wer sich nicht an die Maskenpflicht im Öffentlichen Nahverkehr hält, dem drohen künftig 150 Euro statt wie bisher 25 Euro Bußgeld, wie Innenminister Lorenz Caffier (CDU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Schwerin bekanntgab. Bei Verstößen gegen Quarantäne-Anordnungen steigt das Mindest-Bußgeld demnach von 100 auf 500 Euro.

Außerdem sollen in Mecklenburg-Vorpommern all jene in Quarantäne gehen, die aus einem Risikogebiet einreisen, auch wenn das Land am Tag der Rückreise nicht mehr als Risikogebiet eingestuft ist. Entscheidend sei, ob das Land in den letzten 14 Tagen Risikogebiet gewesen ist, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Der Regierung sei klar, dass es schwer sei, in Quarantäne zu gehen. Es gebe aber keine Alternative, gerade auch um den Betrieb der Schulen und Kitas zu schützen.


11.08.2020: Russland lässt Impfstoff zu

Als weltweit erstes Land lässt Russland einen Impfstoff gegen das Coronavirus für die breite Verwendung zu. Das gab Präsident Wladimir Putin am Dienstag im Staatsfernsehen bekannt. Die Impfung ermögliche eine dauerhafte Immunität, sagte er. Eine seiner beiden Töchter sei sogar bereits geimpft worden.

Der Impfstoff, der vom staatlichen Gamaleja-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau entwickelt wurde, ist bislang nur an wenigen Menschen getestet worden. Ihn jetzt schon zuzulassen, widerspricht internationalen Kriterien.


11.08.2020: El Salvador will Immunitätspässe für Corona-Genesene einführen 

Genesene Corona-Patienten sollen in El Salvador Immunitätspässe bekommen. Diese würden den Inhabern gestatten, über das allgemein Erlaubte hinaus zu arbeiten und soziale Kontakte zu pflegen, erklärte Präsident Nayib Bukele in einer Ansprache an die mittelamerikanische Nation am Sonntagabend (Ortszeit). Er stellte zudem in Aussicht, dass der Staat diese Menschen bei der Verteilung von Medikamenten und Lebensmitteln an Haushalte beschäftigen werde.


11.08.2020: Griechenland verschärft Corona-Beschränkungen wieder

Die griechische Regierung hat nach gestiegenen Corona-Infektionszahlen umfangreiche Einschränkungen für zahlreiche Urlaubsregionen und Städte angeordnet. Zudem wurde die traditionelle Messe von Thessaloniki (5. bis 13. September) abgesagt. 

Nachdem am Vortag mehr als 200 nachgewiesene Corona-Fälle gemeldet wurden, müssen alle Tavernen, Bars und Discos in zahlreichen Regionen des Landes, darunter auf Kreta, Santorin, Mykonos und anderen bekannten Urlaubsregionen täglich spätestens um 24.00 Uhr schließen. Diese Maßnahme gilt vorerst bis 23. August, teilte eine Regierungssprecherin in Athen mit.

Zudem müssen alle über die Landesgrenzen einreisende Menschen ab 17. August einen negativen Coronatest vorlegen, egal aus welchem Land sie stammen. Der Test darf nicht älter als 72 Stunden sein. Das Auswärtige Amt in Berlin hat seine Reisehinweise für Griechenland am Montag entsprechend aktualisiert.

Griechenland weist - gemessen an seiner Bevölkerung von gut 10,5 Millionen Einwohnern - eine geringe Zahl von Infektionen mit dem Coronavirus auf. In den vergangenen Tagen ist die Zahl von Infizierten jedoch schlagartig angestiegen.


11.08.2020: 966 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland 

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 966 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit nähert sich die Zahl wieder der Marke von 1000 Neuinfektionen. Der Wert hatte in der vergangenen Woche bereits am Donnerstag, Freitag und Samstag über der Schwelle von 1000 gelegen - erstmals seit Anfang Mai wieder.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. 

Anders als Mitte Juni, als es beispielsweise beim Schlachtbetrieb Tönnies in Nordrhein-Westfalen einen großen Corona-Ausbruch gab, ist der jetzige Anstieg nicht hauptsächlich auf einzelne Brennpunkte zurückzuführen. Auf Landkreisebene sind die Zahlen oft nur leicht gestiegen. Doch über alle Kreise hinweg summiert sich dieser Effekt.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 217 293 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 11.8., 0.00 Uhr). Seit dem Vortag wurden vier neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9201. 

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 10.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,09 (Vortag: 1,17). Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 10.8., 0.00 Uhr, bei 1,05 (Vortag: 1,17).

Die R-Werte liegen nach RKI-Angaben seit Mitte Juli 2020 wieder bei 1 beziehungsweise leicht darüber. "Dies hängt mit einer größeren Anzahl kleiner Ausbrüche, aber auch mit den bundesweiten Fallzahlen zusammen, die seit den Lockerungen der Maßnahmen sowie durch zunehmende Fälle unter Einreisenden in den letzten Wochen stetig gestiegen sind", hieß es.


10.08.2020: Höhere Corona-Zahlen: Regierung ruft zu weiterer Vorsicht auf

Die Bundesregierung hat angesichts zuletzt wieder gestiegener Corona-Infektionszahlen zu weiterer Vorsicht aufgerufen.

Es bleibe zentral, dass alle weiterhin die relativ einfachen und bisher besten Instrumente gegen die Pandemie nutzten, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin mit Blick auf Abstand, Hygiene und Mund-Nasen-Bedeckungen. "Jeder einzelne von uns trägt Verantwortung für sich selbst und für seine Mitmenschen." Es gelte, wachsam zu bleiben, um Erreichtes bei der Corona-Eindämmung nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen.

Mit Blick auf den schrittweise wieder startenden Schulbetrieb sprach Seibert von einer "anspruchsvollen Aufgabe", das Recht auf Bildung mit einem hohen Gesundheitsschutz zu verbinden. Dies sei in jedem Bundesland umzusetzen, wobei neben den Rechten der Schüler auch die der Lehrer und Lehrerinnen zu bedenken seien. Der Regierungssprecher äußerte sich zurückhaltend zum Begriff einer "zweiten Welle" - dies könnten Virologen feststellen und nicht Politiker.


10.08.2020: Hort in Potsdam nach Corona-Fall geschlossen - Kinder in Quarantäne

Weil ein Erzieher eines Horts in Potsdam positiv auf das Coronavirus getestet wurde, müssen zahlreiche Grundschüler zum Schulstart zu Hause bleiben. Das städtische Gesundheitsamt habe die Eltern der Kinder, die vergangene Woche in dem Hort Kontakt mit dem Erzieher hatten, am Sonntag informiert, bestätigte Stadtsprecherin Juliane Güldner am Montag. Zuerst hatten die "Potsdamer Neuesten Nachrichten" (online) berichtet. Die Zahl der betroffenen Kinder, die nun als Kontaktpersonen ersten Grades in häusliche Quarantäne müssten, sei noch nicht bekannt, sagte Güldner.

Der Hort, der sich im Gebäude einer Grundschule in der Potsdamer Innenstadt befindet, sei vom Träger geschlossen worden.


10.08.2020: Vier Rostocker Schüler und drei Lehrer in Ludwigslust infiziert

Der Schulstart unter Pandemiebedingungen droht für Mecklenburg-Vorpommern schwieriger zu werden als erhofft. Am Sonntagabend gab das Gesundheitsamt in Rostock bekannt, dass bei vier schulpflichtigen Kindern einer Rostocker Familie Corona-Infektionen festgestellt wurden, nachdem sie von einem Auslandsaufenthalt zurückgekommen waren. Während Tests bei der Einreise nach Deutschland zunächst negative Befunde geliefert hätten, seien bei Nachkontrollen wegen der Infektion eines erwachsenen Familienmitglieds dann doch Ansteckungen mit dem Virus zutage getreten, hieß es.

Für die gesamte Familie sei eine zweiwöchige Quarantäne angeordnet worden, die auch auf Mitschüler der Kinder und Lehrer an der Rostocker Borwinschule ausgedehnt wurde. Insgesamt seien 67 Personen betroffen. Für Donnerstag angesetzte Tests sollen Erkenntnisse über mögliche weitere Ansteckungen liefern. "Nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen ist es höchst unwahrscheinlich, dass sich die Infektion am Donnerstag und Freitag ausgebreitet hat, da die Schülerinnen und Schüler symptomfrei sind", erklärte Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke).

Die Corona-Infektion am Ludwigsluster Gymnasium hat unterdessen größere Ausmaße als zunächst angenommen. Neben der Lehrerin, deren Infektion am Freitag zu der vorübergehenden Schließung der 800 Schüler zählenden Schule geführt hatte, wurden zwei weitere Pädagogen positiv auf das neuartige Virus getestet. "Damit greift jetzt die nächste Stufe", sagte Landrat Stefan Sternberg (SPD).

Ihm zufolge gehen am Montag die Tests weiter. So werde das 55-köpfige Schulpersonal - Lehrer, Sekretärin, Hausmeister - nochmals auf den Erreger getestet. Auch von den 205 Schülern, die seit dem Schulstart vor einer Woche Kontakt zu den infizierten Lehrern hatten, sollen Abstriche genommen werden. Sie wurden inzwischen von der zuständigen Behörde in Quarantäne geschickt. Eltern und Geschwister seien von der Quarantäneregelung nicht betroffen, hieß es.

Die Testergebnisse werden laut Sternberg für Dienstag erwartet. Danach werde entschieden, wann die Schule wieder öffnet. Vorerst war der Präsenzunterricht bis einschließlich Mittwoch generell ausgesetzt worden. Der Unterricht werde aber für alle Schüler gewährleistet, versicherte Sternberg. Die Schule stelle auf das Lernen zu Hause am Computer um.

Neben dem Gymnasium in Ludwigslust war am Freitag vorsorglich auch die Ostsee-Grundschule in Graal-Müritz (Landkreis Rostock) geschlossen worden. Dort war bei einem Schüler eine Corona-Infektion festgestellt worden. Die Schule bleibt für zwei Wochen zu, wie der Landkreis mitteilte. Alle Kinder, Lehrer und sonstigen Schulmitarbeiter wurden in Quarantäne geschickt. Bei den bisherigen Tests unter den 137 Schülern und Lehrern seien keine positiven Befunde registriert worden, hieß es.


10.08.2020: 436 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 436 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 216 327 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus

Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Montagmorgen im Internet meldete (Datenstand 10.8., 0.00 Uhr). Seit dem Vortag wurde ein neuer Todesfall gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9197. Bis Sonntagmorgen hatten 197 400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Zahl der Neuinfektionen liegt damit nur halb so hoch wie die Werte in der vergangenen Woche. Am Samstag waren 1122 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden gemeldet worden. Auch am Freitag und Donnerstag lagen die Zahlen erstmals seit Anfang Mai wieder über der Schwelle von 1000 Fällen. Die am Montag bekannt gegebenen Zahlen der Neuinfektionen sind aber meist vergleichsweise niedrig, weil am Sonntag nicht alle Gesundheitsämter ihre Werte übermitteln.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 9.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,17 (Vortag: 1,32). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 9.8., 0.00 Uhr, bei 1,17 (Vortag: 1,23). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


09.08.2020: Mit Schnupfen nicht in die Schule - Grundschule in SH dicht

Zum Beginn des neuen Schuljahres hat Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien an Schüler und Lehrer appelliert, wegen der Corona-Ansteckungsgefahr mit Krankheitssymptomen zu Hause zu bleiben. "Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, aber auch Schulbegleitungen, die Schulsozialarbeit und natürlich vor allem die Eltern haben eine große Verantwortung zum Schulstart", wird die CDU-Politikerin in einer Mitteilung am Sonntag zitiert.

«Wir haben gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium ein hilfreiches Schema entwickelt, das Eltern bei der Frage unterstützt, wann ein Kind in die Schule darf», erklärte Prien einen Tag vor Schulstart. Zusammen mit dem neuesten, am Freitag vom Kabinett verabschiedeten Reaktionsplan für Schulen solle dieses Schema klare Handlungsleitlinien bieten. "Für uns ist weiterhin das Ziel, dass Schulschließungen nur die Ultima Ratio sein können. Wir wollen frühzeitig und deutlich reagieren und durch unseren Corona-Reaktionsplan auch den Gesundheitsbehörden vor Ort ein entsprechend abgestuftes Verfahren vorschlagen", sagte Prien. Das Ministerium veröffentlichte auch einen Schnupfenplan als Wegweiser für Eltern.

Zuvor war bekanntgeworden, dass wegen einer Corona-Infektion die Grundschule in Rantrum bei Husum nach den Sommerferien vorerst eine Woche geschlossen bleibt. Bei einer Lehrerin sei eine Infektion nachgewiesen worden, wie der Kreis Nordfriesland am Samstagabend mitteilte. Die Frau habe vor Kurzem an einer Dienstbesprechung teilgenommen und dabei Kontakt mit anderen Mitarbeitern der Schule gehabt. Das Bildungsministerium in Kiel bestätigte einen NDR-Bericht, wonach die Lehrerin mit leichten Schnupfensymptomen zum Arzt gegangen war. Der nahm einen Corona-Test vor, sagte ihr aber, sie könne trotzdem arbeiten. Erst später stellte sich heraus, dass der Test positiv war.

Die Kontaktpersonen aus dem Kollegium machten am Sonntag Corona-Tests, die Ergebnisse werden für Montag erwartet. "Wenn die Ergebnisse da sind, wird der Landrat mit dem Gesundheitsamt die Situation bewerten", sagte Kreissprecher Hans-Martin Slopianka der Deutschen Presse-Agentur. Der Kreis hatte auch die Schließung verfügt und könne sie bei positiven Testergebnissen verlängern oder aber auch Dienstag/Mittwoch aufheben.

Im neuen Schuljahr in Schleswig-Holstein soll es an den 792 Schulen so viel Präsenzunterricht wie möglich geben. Es gibt eine Empfehlung, in den ersten zwei Wochen in den Schulen eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.


09.08.2020: Corona-Lage in Offenbach weiter angespannt 

Nach der starken Zunahme von Corona-Infektionen in Offenbach hat die Stadt noch keine Entwarnung gegeben. Die "in kurzer Zeit massiv zugespitzte Lage" sei zwar erst einmal überwunden, erklärte Oberbürgermeister Felix Schwenke am Sonntag. "Die Lage ist aber weiterhin deutlich angespannter als noch vor zwei Wochen."

So wurden seit Freitag in Offenbach 14 neue Infektionen bekannt. Die 7-Tage-Inzidenz lag damit am Sonntag bei 21,7 Fällen auf 100.000 Einwohner. Unter den 14 neuen Fällen sind 5 Reiserückkehrer und weitere 7 Kontaktpersonen einer Busreise in die Niederlande. "Bei diesen 12 der 14 neuen Fälle konnte der Ursprung der Ansteckung nachvollzogen werden", erklärte Gesundheitsdezernentin Sabine Groß. "Hier ist davon auszugehen, dass die Infektionsketten unterbrochen wurden. Nur in zwei Fällen kennen wir die Quelle der Ansteckung noch nicht." Aktuell sind nun 75 Menschen in Offenbach infiziert.

Weil täglich Reisende aus Risikogebieten zurückkommen, mahnte Oberbürgermeister Schwenke zu Vorsicht: "In den kommenden Wochen lohnt es sich doppelt und dreifach, die Masken- und Abstandsregeln nochmals sehr viel ernster zu nehmen, um eine mögliche neue Welle im Keim zu ersticken." Wie schnell es sonst gehen könne, habe Offenbach in den vergangenen Tagen erlebt. Die 7-Tage-Inzidenz hatte am vergangenen Dienstag 39 Fälle auf 100.000 Einwohner erreicht.


09.08.2020: Südafrikanischer Politiker Buthelezi mit Coronavirus infiziert

Der südafrikanische Politiker und ehemalige Leiter der Inkatha-Freiheitspartei (IFP), Mangosuthu Buthelezi, hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Der 91-Jährige habe derzeit keine Symptome und isoliere sich Zuhause, teilte die Familie in einer Mitteilung am Samstag mit.


09.08.2020: 48 Klagen von Schutzmaskenlieferanten gegen Bundesregierung

Bei der Beschaffung von knapp sechs Milliarden Schutzmasken in der Corona-Pandemie drohen der Bundesregierung einem Bericht zufolge Rückzahlungsforderungen in dreistelliger Millionenhöhe. 48 Lieferanten, die vom Bundesgesundheitsministerium nicht oder nur teilweise für gelieferte Ware bezahlt worden seien, hätten bisher Zivilklagen am zuständigen Bonner Landgericht eingereicht, berichtete die "Welt am Sonntag".

Rund 100 weitere Lieferanten bereiten nach Informationen der "WamS" mit Hilfe von Anwälten ein abgestimmtes juristisches Vorgehen vor. Insgesamt wollen die betroffenen Unternehmen demnach ausstehende Zahlungen in Höhe von etwa 400 Millionen Euro einfordern. Das hätten beteiligte Anwaltskanzleien hochgerechnet.

Ein Sprecher des Landgerichts bestätigte am Sonntag den Eingang von bisher 48 Klagen bis vergangenen Freitag. Es gehe um Forderungen von 300.000 Euro bis zu fünf Millionen Euro, sagte er. Etliche Klagen lägen im Millionenbereich. Ein erster Verhandlungstermin sei im September angesetzt. Die Verfahren würden einzeln behandelt. Schon im Mai seien erste Klagen bei Gericht eingegangen. Vor zwei Wochen seien es noch 30 gewesen.

Dem Bundesgesundheitsministerium seien bislang 21 Klagen bekannt, bei denen es um Forderungen in Höhe von 59 Millionen Euro gehe, schrieb die Zeitung. Grund für die "Verzögerungen beim Zahlungsziel" seien Qualitätsmängel und falsch gestellte Rechnungen gewesen.


09.08.2020: Höchste Zahl neuer Corona-Infektionen in Rheinland-Pfalz seit April 

Die täglichen Neu-Infektionen mit dem Coronavirus in Rheinland-Pfalz haben am Sonntag den höchsten Stand seit April erreicht. Die Gesundheitsämter meldeten bis Sonntag (Stand 9.55 Uhr) einen Anstieg um 61 neue Fälle auf 7824, wie das Gesundheitsministerium in Mainz mitteilte. Mehr waren es zuletzt am 25. April mit 70 neuen Infektionen.

Aktuell sind nun 459 Menschen im Bundesland mit Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle blieb unverändert bei 239.

Stärker ausgebreitet hat sich die Pandemie zuletzt in der Stadt Ludwigshafen. Dort wurden in den vergangenen sieben Tagen 23 Infektionen auf 100 000 Einwohner registriert. Danach folgen der Kreis Bitburg-Prüm in der Eifel (18), der Westerwaldkreis (15) und in der Westpfalz der Kreis Kusel (14). Das Infektionsgeschehen hat sich inzwischen wieder auf die gesamte Fläche des Bundeslands ausgebreitet: Nachdem Anfang Juli 20 der insgesamt 36 Kreise und kreisfreien Städte ohne eine einzige Infektion in der zurückliegenden Woche waren, sind es nun nur noch 3.

Mehr als neun von zehn Menschen, bei denen eine Infektion mit dem Virus bestätigt wurde, sind bisher nach Angaben des Gesundheitsministeriums wieder genesen - das sind 7093 oder 91,1 Prozent der bestätigten Infizierten.


09.08.2020: Ruhani: Corona-Notstand in Iran auch noch 2021 

Der Corona-Notstand im Iran wird nach Einschätzung von Präsident Hassan Ruhani mindestens bis Januar 2021 dauern. "Wir haben den Notstand nun seit sechs Monaten und müssen uns auf mindestens weitere sechs Monate vorbereiten", kündigte Ruhani am Sonntag in Teheran an. Es sei nicht möglich, alle Beschränkungen wieder aufzuheben. "Wir müssen einen Mittelweg zwischen Normalität und Einhaltung der Corona-Vorschriften finden", schrieb der Präsident auf seiner Webseite. Zugleich rechtfertigte er erneut seine Politik, verschiedene Maßnahmen zu lockern.

Die von Ruhani angeordneten Lockerungen hatten in den vergangenen beiden Monaten dazu geführt, dass viele in der Bevölkerung die Hygienevorschriften und auch die Pandemie nicht mehr Ernst nahmen. Folglich gab es einen dramatischen Anstieg der Opferzahlen mit teilweise mehr als 200 Toten pro Tag und Kritik am Präsidenten. Aktuell liegt die Zahl der Todesopfer im Iran bei mehr als 18.000. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem neuen Coronavirus hat die Marke von 320.000 überschritten.

In den vergangenen Tagen registrierte das Gesundheitsministerium eine leichte Besserung. Experten führen dies hauptsächlich darauf zurück, dass sich wieder mehr Leute an Masken- und Abstandspflicht halten. Das Ministerium sieht jedoch kein Grund zur Entwarnung. "Unser kurzfristiges Minimalziel sollte weiterhin eine zweistellige Opferzahl (pro Tag) sein", sagte Vizeminister Iradsch Hariurichi der Nachrichtenagentur Isna. Dafür soll nun auch die Polizei mit der Verhängung von Bußgeld sorgen, vor allem für Maskenverweigerer.


09.08.2020: Dritter Test bei Cottbuser Familie nach Mallorca-Urlaub negativ 

Die vierköpfige Familie aus Cottbus, die vor mehr als zwei Wochen auf Mallorca im Urlaub war und sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hatte, darf die Quarantäne beenden. Ein dritter Test, der am Freitag vorgenommen worden war, ist negativ, wie die Stadt am Sonntag mitteilte. Zuvor waren zwei Tests auf das Coronavirus positiv ausgefallen. Die Familie war damit nach ihrer Rückkehr mehr als zwei Wochen in häuslicher Quarantäne.

Alle Kontaktpersonen der Familie in Cottbus sind nach Angaben der Stadt ermittelt worden. Das Gesundheitsamt hat demnach acht Menschen aus dem Umfeld der Urlauber gefunden. Alle wurden negativ auf das Virus getestet, für sie wurde aber vorsorglich die häusliche Quarantäne angeordnet.

Insgesamt befinden sich derzeit den Angaben nach zwölf Menschen, Reiserückkehrer und zurückgekehrte Studenten in häuslicher Quarantäne. Die Stadt meldete bislang 43 Infektionsfälle.


09.08.2020: Polizei beendet erneut Party in Hasenheide 

Erneut hat die Berliner Polizei eine illegale Party im Volkspark Hasenheide im Bezirk Neukölln aufgelöst. An mehreren Stellen hatten sich in der Nacht zu Sonntag feiernde junge Menschen in kleineren und größeren Gruppen auf den Wiesen der Grünanlage versammelt. Eine Party mit rund 200 Teilnehmern, von denen die Hälfte dicht beieinander und ohne Masken um eine Musikanlage mit einem DJ herum tanzte, wurde gegen 3.00 Uhr von Polizisten beendet. Sie nahmen eine große Lautsprecherbox mit, woraufhin sich die meisten Menschen zerstreuten. Auf anderen Wiesen wurde in kleineren Gruppen weiter gefeiert oder getrunken.

Wegen der Schließung der Clubs während der Corona-Pandemie hatten sich seit Beginn des Sommers immer wieder feiernden Menschen zu Partys in Parks verabredet. Anfangs war das die Hasenheide, später auch der Mauerpark, der Park am Gleisdreieck, der Treptower Park und weitere Grünanlagen. Im Juli feierten allein in der Hasenheide rund 3000 Menschen an einem Wochenende, bis die Polizei kam.

Die Orte würden inzwischen immer wieder wechseln, hieß es kürzlich von der Polizei. Um ungestört zu feiern, wich die Partyszene zuletzt sogar in ein verlassenes Kasernengebäude bei Wünsdorf (Teltow-Fläming) in Brandenburg aus. Die Veranstaltung mit rund 600 Teilnehmern wurde trotzdem entdeckt und von der Polizei beendet.


09.08.2020: 555 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland ist nach mehreren Tagen wieder unter die Schwelle von 1000 Fällen gesunken. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 555 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 215 891 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Sonntagmorgen im Internet meldete (Datenstand 9.8., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Neuinfektionen liegt damit im Vergleich zu den Werten der Vortage etwa nur halb so hoch. Ein Grund dafür kann sein, dass an Wochenenden nicht alle Gesundheitsämter ihre Daten übermitteln. Am Samstag waren 1122 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden gemeldet worden. Auch am Freitag und Donnerstag lagen die Zahlen erstmals seit Anfang Mai wieder über der Schwelle von 1000 Fällen. 

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9196. Bis Sonntagmorgen hatten 196.800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 8.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,32 (Vortag: 1,16). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 8.8., 0.00 Uhr, bei 1,23 (Vortag: 1,16). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


09.08.2020: Corona-Schutz - Warum die Alltagsmaske auch über die Nase gehört

Immer wieder ziehen Menschen die Schutzmaske zur Eindämmung des Coronavirus nur über den Mund, jedoch nicht über ihre Nase. Erfüllt sie dann noch ihren Zweck? Natürlich nicht, sagt der Virologe Prof. Jonas Schmidt-Chanasit. "Es steht außer Frage, dass die Maske korrekt verwendet werden muss." Eigentlich verrät das schon die korrekte Bezeichnung der Gesichtsmaske, die Mund-Nasen-Bedeckung lautet. Ihr Zweck: Sie soll kleine Tröpfchenpartikel, die ihr Träger beim Sprechen, Husten oder Niesen abgibt, abfangen - um damit andere Menschen vor einer möglichen Ansteckung mit dem Sars-CoV-2-Virus schützen.

Ihren Träger soll sie außerdem ein Stück weit davor schützen, die Tröpfchen von anderen einzuatmen. Ist die Nase frei, haben Tröpfchen freie Bahn. Dann könnte man die Maske auch gleich weglassen. Zur korrekten Verwendung zählt dem Experten zufolge auch, dass man die Maske nicht mit den Händen berührt und zum Aufsetzen und Abnehmen nur an den Tragebändern anfasst. Schmidt-Chanasit hält das Tragen der Maske vor allem in Situationen für sinnvoll, in denen man längere Zeit mit anderen Menschen enger zusammen ist - beim Bahnfahren zum Beispiel. Er betont auch, dass im schnellen Vorbeigehen eine Ansteckung sehr unwahrscheinlich ist. «Es geht um die Zeit, die man zusammensteht - etwa 10 bis 15 Minuten gilt als kritische Marke.» An vielen Orten ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung Pflicht.

Der Professor für Arbovirologie am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin betont aber auch die Grenzen der Alltagsmasken, also der nicht-medizinischen Gesichtsbedeckungen. Sie bremsen den Ausstoß und halten größere Tröpfchen von anderen Menschen von den eigenen Mund- und Nasenschleimhäuten fern. Doch bei Aerosolen - das sind kleinste Schwebeteilchen in der Luft - helfen sie nur bedingt, weil sie oft nicht eng genug anliegen. Aerosole können dann an den Seiten aus- und eintreten, wie der Virologe erläutert. Generell gilt ohnehin: Auch mit Maske sollte man die Abstands- und Hygieneregeln beachten - und in geschlossenen Räumen öfter lüften.


09.08.2020: Wegen Corona-Infektion - Vorerst kein Unterricht an Schule in Rantrum

Wegen einer Corona-Infektion bleibt die Grundschule in Rantrum bei Husum nach den Sommerferien vorerst geschlossen. Bei einer Mitarbeiterin der Schule sei eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden, wie der Kreis Nordfriesland am Samstagabend mitteilte. Demnach habe die Frau vor Kurzem an einer Dienstbesprechung teilgenommen und dabei Kontakt mit anderen Mitarbeitern der Schule gehabt. Die Grundschule soll deshalb in der ersten Schulwoche nach den Sommerferien, die in Schleswig-Holstein an diesem Montag beginnt, zunächst geschlossen bleiben.

"Dabei handelt es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Enger Kontakt bestand bei der Dienstbesprechung nicht. Gerade bei einer Grundschule gehen wir aber lieber auf Nummer sicher", sagte die Fachbereichsleiterin für Sicherheit, Gesundheit und Veterinärwesen, Nina Rahder, in einer Mitteilung des Kreises. Schüler und Eltern sollen von der Schule Informationen erhalten, ob und wie es möglicherweise digitalen Unterricht geben kann.

Die Kontaktpersonen aus dem Kollegium der Mitarbeiterin sollen am Sonntag an einem Coronatest teilnehmen. Im Lauf der Woche soll dann ein zweiter Testabstrich erfolgen. Sollten die Testergebnisse negativ ausfallen, könnte der Schulbetrieb laut Landkreis mit einer Woche Verspätung zum 17. August an der Grundschule Rantrum aufgenommen werden.

Im neuen Schuljahr in Schleswig-Holstein soll es trotz der Corona-Krise soviel Präsenzunterricht wie möglich geben. Es sei ein Regelbetrieb unter Pandemie-Bedingungen vorgesehen, hatte die Bildungsministerin Karin Prien am vergangenen Mittwoch in Kiel gesagt. Das Ministerium empfiehlt, in den ersten zwei Wochen in den Schulen eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.


09.08.2020: Weitere Coronavirus-Infektion in Heim für behinderte Menschen 

Das Coronavirus hat sich in einem Heim für Menschen mit Behinderung in Bernstadt (Landkreis Görlitz) weiter ausgebreitet. Wie das Landratsamt Görlitz am Samstag mitteilte, gibt es dort drei neue Fälle. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg auf 41, wobei nun 31 Bewohner des Heimes und unverändert zehn Mitarbeiter betroffen sind. Das Gesundheitsamt hatte bereits am Mittwoch eine Quarantäne verhängt.

Das Landratsamt sucht für diese und eine weitere besonders vom Coronavirus betroffene stationäre Einrichtung im Landkreis dringend freiwillige Pfleger und Betreuer. "Jede helfende Hand wird benötigt", appellierte sie in der Mitteilung. Gefragt sind vor allem Menschen mit einer Ausbildung oder Kenntnissen in einem Pflege-, medizinischen oder sozialen Beruf.

In einer Werkstatt für behinderte Menschen in Löbau bestätigten sich zwei weitere Neuinfektionen, wobei die Auswertung von Abstrichen noch läuft, ebenso wie die Kontaktpersonenermittlung.

Mit Stand Freitag gab es in Sachsen 5624 nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus. Das sind 36 mehr als am Vortag und ein vergleichsweise großer Anstieg. Lange Zeit war die Zahl der registrierten Neuinfektionen einstellig, seit ein paar Tagen ist sie wieder zweistellig. Allein 32 Fälle kamen im Landkreis Görlitz dazu. Die Zahl der Todesopfer lag unverändert bei 224. Die Statistik wird an den Wochenenden derzeit nicht aktualisiert.


09.08.2020: Corona-Testpflicht an Flughäfen weitgehend reibungslos angelaufen

Die seit Samstag geltende Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten hat an vielen deutschen Flughäfen zunächst keine Probleme verursacht. Am größten deutschen Airport in Frankfurt ließen zahlreiche Rückkehrer am ersten Tag der Testpflicht Abstriche machen. Probleme sehen die Betreiber der Testzentren nicht. "Das ist minimal mehr als in den vergangenen Tagen", sagte Benedikt Hart, Leiter des vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) betriebenen Testzentrums am Flughafen, der Deutschen Presse-Agentur. "Die Leute haben Verständnis. Es gibt keine verärgerten Passagiere."

Am Flughafen Hannover hatten sich vor dem Testzentrum der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) am Mittag längere Schlangen gebildet, wie eine Sprecherin des Landesverbands Niedersachsen/Bremen mitteilte. Man rechne für Samstag insgesamt mit über 1000 Tests. In den vergangenen Tagen habe das Zentrum, das bereits vor gut einer Woche für zunächst freiwillige Tests errichtet worden war, demnach im Schnitt 700 bis 900 Test verzeichnet.

Am Hamburger Flughafen gab es nach Einschätzung der zuständigen Sozialbehörde am Samstag keine Probleme. Fluggäste, die aus Urlaubsländern mit hohen Infektionszahlen nach Deutschland zurückkehrten, hätten selbst in Spitzenzeiten nicht länger als 30 Minuten auf den Abstrich warten müssen, sagte ein Behördensprecher. Allerdings hätten nicht alle Reisenden den für sie kostenlosen Service noch am Flughafen auch genutzt.

In Berlin verliefen die Tests an den Flughäfen Tegel und Schönefeld sowie auf dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) nach Angaben der Gesundheitsverwaltung weitgehend reibungslos. Nur vereinzelt entstanden demnach Schlangen vor den Teststellen. Auf dem Busbahnhof am Köln-Bonner Flughafen waren Zelte für die Durchführung der Tests aufgebaut, auch hier verliefen sie weitgehend zügig. Am Flughafen München wurden zwei Teststationen eingerichtet. Zudem wurden für weitere Tests Zelte als Reserve aufgebaut. In Bayern haben die Schulferien erst vor zwei Wochen begonnen, es gibt daher noch nicht so viele Urlaubsrückkehrer.

An den Flughäfen in Stuttgart und Friedrichshafen sowie am Airport Karlsruhe/Baden-Baden stehen den Reisenden Teststationen zur Verfügung. Bereits seit dem 3. August gab es die Möglichkeit zu freiwilligen kostenlosen Tests. Der Flughafen Stuttgart berichtete von etwa 1000 Rückkehrern aus Risikogebieten täglich.

Rückkehrer aus Risikogebieten, die nicht schon bei der Einreise ein aktuelles negatives Test-Ergebnis vorweisen können, müssen sich testen lassen. Dies ist bis zu drei Tage nach der Ankunft kostenlos möglich, wie eine Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vorsieht. Die Tests sollen direkt an Flughäfen zu machen sein, aber auch in Testzentren oder Arztpraxen in Städten.


09.08.2020: Kreuze für 100.000 Corona-Tote - Brasilien zwischen Ignoranz und Angst

Marco Antonio do Nascimento ist wiedergekommen an den Strand von Copacabana. Mit seinem Sohn Lucas Cruz steht er zwischen 100 schwarzen Kreuzen im Sand, die an die Kreuze auf einem Friedhof erinnern, auf dem Opfer der Corona-Pandemie in Rio de Janeiro begraben wurden. Die beiden Männer halten eine brasilianische Fahne, während 1000 rote Luftballons zu Ehren der Opfer des Coronavirus aufsteigen. Das ist am Morgen, am Samstagabend hat Brasilien die Marke von 100.000 Toten im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 durchbrochen.

Und wieder, wie bei der ersten Aktion von "Rio de Paz" im Gedenken an die Corona-Opfer und aus Protest gegen das Krisenmanagement der Regierung, pöbelt ein vorbeigehender Anhänger des rechten Präsidenten Jair Bolsonaro die Teilnehmer an. "Fake News" nennt er die Zahl der Corona-Toten. Nascimento, der ein Kind im Zusammenhang mit Covid-19 verloren hat, weist ihn zurecht. "Sag' nicht, dass das 'Fake News` sind", fordert er den Passanten auf - und zeigt ihm ein Foto seines Sohnes Hugo, gestorben im Alter von 25 Jahren.

Brasilien ist immer noch das von der Corona-Pandemie am zweitstärksten betroffene Land nach den USA, hat inzwischen 3.012.412 Infizierte und 100.477 Tote. "Lassen Sie uns das Leben berühren", sagte Bolsonaro, während Friedhofsarbeiter in Schutzkleidung Särge mit Corona-Toten tragen. Seine Umfragewerte, der er selbst infiziert war und Corona als "kleine Grippe" verharmlost hatte, sind indessen gut wie lange nicht.

"Die hohe Opferzahl in Brasilien führt nicht - wie man von außen erwarten würde - zu einer hohen Ablehnung", sagt der deutsch- brasilianische Politikwissenschaftler Oliver Stuenkel von der Fundação Getulio Vargas in São Paulo der Deutschen Presse-Agentur. Ein großer Teil der Bevölkerung stelle nicht den Zusammenhang her, dass ihr Land im internationalen Vergleich schlecht dasteht. 24 Mal so groß wie Deutschland, ist es sehr mit sich selbst beschäftigt.

Auf 45 Prozent ist die Zustimmung in Umfragen zuletzt sogar gestiegen. Bolsonaro hat es geschafft, dass viele Brasilianer glauben, 100.000 Corona-Tote, eine tiefe Wirtschaftskrise und die Zerstörung des Regenwaldes hätten nichts mit dem Präsidenten zu tun.

Einige wenige soziale Bewegungen und Gewerkschaften wie vor der Kathedrale in São Paulo am Freitag demonstrieren noch gegen ihn. Mit Kreuzen, auf denen "100 MIL MORTES - FORA BOLSONARO" (100.000 Todesfälle - Bolsonaro raus) steht, oder einem Banner mit den Worten "100 MIL VIDAS PERDIDAS" (100.000 verlorene Leben).

Die einzige gesellschaftliche Regung, die zählt, sei wie viele Leute auf die Straße gehen, sagt Politikwissenschaftler Stuenkel. Zwischenzeitlich hatten Tausende Brasilianer ihrem Unmut über den laxen Umgang des Präsidenten mit dem Coronavirus Luft gemacht; eine neue Demokratiebewegung, angeführt von Fußballfans, bildete sich. Aber viele, die Bolsonaro kritisch sehen, haben Angst, sich bei Demonstrationen anzustecken und bleiben zu Hause. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Leute bei 100.000 Toten sagen: 'Oh Gott!`", sagt Stuenkel. Und es noch einmal zu einem Moment der Mobilisierung komme.

Ein persönliches Schicksal berührt ohnehin mehr als Zahlen, besonders in einem Land, in dem die Familie über allem steht. Doch selbst das gilt im Fall von manchen Corona-Infizierten mit heftigen Symptomen nicht, wenn Familienangehörige Bolsonaro-Anhänger sind.

"Das ist doch nur eine kleine Grippe", bekommen sie zu hören, wie der Präsident anfangs Verwirrung über die Schwere der Krankheit gestiftet hatte. Das Bild, wie ihm die Schutzmaske über die Augen rutscht, ist symbolisch für das Ignorieren der Gesundheitskrise. Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador - obwohl ideologisch am anderen Ende des Spektrums - spielt deren Ernst ähnlich immer wieder herunter. 

Auch wollte Bolsonaro - wie López Obrador, der nie eine Ausgangssperre verhängte - keine Maßnahmen zur Eindämmung treffen. "Bolsonaro weiß, dass die Wirtschaftskrise extrem werden wird, vor allem in Lateinamerika, dass viele Regierungen das nicht überleben werden", sagt Stuenkel. "Er brauchte einen Schuldigen." Das sind die Gouverneure, an die das oberste Gericht die Kompetenzen übertrug.

Nachdem diese vielerorts Maßnahmen erlassen hatten, wurde vielerorts wieder gelockert. In Rio etwa ist das Baden im Meer wieder erlaubt. Ein großer Teil des Lebens am Zuckerhut spielt sich im Freien ab. Vor allem am Wochenende ist es schwer, die Bewohner dazu zu bewegen, zu Hause zu bleiben. Dann füllen sich für gewöhnlich Strände und Bars.

Sogar, dass er sich selbst mit dem Coronavirus infiziert hat, nutzte Bolsonaro politisch. Der leichte Krankheitsverlauf und die schnelle Genesung bestätigten seine Aussage. Wäre er ernsthaft erkrankt, wäre ihm wie nach einem Messerangriff im Wahlkampf 2018 die Anteilnahme seiner Landsleute sicher gewesen. Aber nur ein Nandu biss ihn im Garten der Präsidentenresidenz in der Quarantäne in den Finger.


09.08.2020: Neue Panne! Britische Behörde ruft 740.000 Coronavirus-Tests zurück 

Die britische Aufsichtsbehörde für Medizinprodukte hat den Rückruf Hunderttausender Coronavirus-Test-Sets veranlasst. Wie die Regierung in London am Samstag bestätigte, handelt es sich um bis zu 741.000 Tests der Firma Randox. Diese seien möglicherweise nicht sicher für den Gebrauch, hieß es zur Begründung.

Randox hatte im März einen Auftrag in Höhe von 133 Millionen Pfund von der britischen Regierung erhalten, unter anderem für die Bereitstellung von Coronavirus-Tests. Dem "Guardian" zufolge erfolgte die Vergabe ohne Ausschreibung. Gerechtfertigt wurde das durch die hohe Dringlichkeit, die Testkapazitäten des Landes rasch zu erhöhen. Pikant ist jedoch, dass ein führender Abgeordneter der regierenden Konservativen, Owen Paterson, als Berater für die Firma tätig ist. Paterson erhält dem Register für Nebeneinkünfte des britischen Parlaments zufolge dafür jährlich 100.000 Pfund (umgerechnet rund 110.000 Euro).

Der Vorgang reiht sich in eine ganze Kette von Pannen und zweifelhaften Deals beim Umgang mit der Coronavirus-Pandemie ein. Erst am Donnerstag war bekannt geworden, dass 50 Millionen Schutzmasken, die vom Gesundheitsministerium in London gekauft wurden, für den Gebrauch im Nationalen Gesundheitsdienst ungeeignet sind. Auch hier soll es der Nichtregierungsorganisation Good Law Project zufolge keine Ausschreibung gegeben haben. Eingefädelt worden sein soll der Deal durch einen Regierungsberater, der auch für die beauftragte Firma tätig ist. Nach Schätzung des Good Law Project wurden für die Masken zwischen 156 und 177 Millionen Pfund (umgerechnet rund 173 bis 196 Millionen Euro) ausgegeben.


09.08.2020: Paris führt Maskenpflicht im Freien ein  

Im Kampf gegen das Coronavirus führt nun auch die Millionenmetropole Paris eine Maskenpflicht im Freien ein. Betroffen seien besonders stark frequentierte Bereiche wie die Seineufer oder Einkaufsstraßen in mehreren Stadtbezirken, teilte das Polizeipräsidium am Samstagabend mit. Die Vorschrift gilt von diesem Montag (08.00 Uhr) an.

Experten warnen schon seit vergangenem Monat vor einer zweiten Welle der Corona-Pandemie in Frankreich. Das Land ist mit rund 30.000 Toten stark von der Epidemie betroffen. In mehreren Städten des Landes müssen in bestimmten Bereichen bereits Masken getragen werden, beispielsweise in Nizza oder in Lille.   

Eigentlich sind in Frankreich Masken nur in geschlossenen Räumen mit Publikumsverkehr Pflicht. Das sind zum Beispiel Geschäfte, Restaurants und Behörden. Auch in öffentlichen Verkehrsmitteln müssen die Menschen eine Corona-Schutzmaske tragen.


09.08.2020: Dänische Region erlaubt pro Patient nur noch einen Besucher  

Wegen eines Anstiegs der Corona-Zahlen beschränkt eine Region in Dänemark wieder die Möglichkeiten zum Besuch von Patienten im Krankenhaus. Von nun an dürfe pro Patient nur noch ein Begleiter oder Besucher kommen, teilte die Region Mitteljütland (Midtjylland) am Samstag mit. Kinderstationen sind ausgenommen. Hier sind zwei Begleiter erlaubt.

Alle Patienten und Krankenhausbesucher müssen zudem Mundschutz tragen, sofern sie keinen negativen Corona-Test vorweisen können. Allgemeine Maskenpflicht gilt in Dänemark nicht. Das Land hatte im März früh und strikt auf den Coronavirus-Ausbruch reagiert und seine Infektions- und Todeszahlen damit schnell unter Kontrolle gebracht. Seit einigen Tagen gehen die Zahlen aber wieder nach oben, unter anderem durch einen Ausbruch im mitteljütländischen Aarhus.


09.08.2020: US-Experten fordern erneut strikte Ausgangsbeschränkungen

Ein renommierter Epidemiologe und ein führender Vertreter der US-Notenbank fordern im Kampf gegen die Corona-Pandemie die erneute Verhängung strikter Ausgangsbeschränkungen. Bis es eine Impfung gebe, werde es ohne einen neuen Lockdown Millionen weitere Coronavirus-Infektionen und zahlreiche Todesfälle geben, aber keine nachhaltige Erholung der Wirtschaft, warnten der Epidemiologe Michael Osterholm und der Chef des Büros der Notenbank in Minneapolis, Neel Kashkari, in einem Gastbeitrag in der "New York Times".

"Es gibt keinen Zielkonflikt zwischen der Gesundheit und der Wirtschaft", schrieben sie. "Beide verlangen es, das Virus aggressiv unter Kontrolle zu bringen." Die Geschichte werde hart über Amerika urteilen, wenn die aktuelle Chance, die Pandemie unter Kontrolle zu bringen, nicht ergriffen werde, schrieben sie in dem am Freitag (Ortszeit) veröffentlichten Gastbeitrag. Sie schlagen die Verhängung von Ausgangsbeschränkungen in den Bundesstaaten für jeweils sechs Wochen vor, um die Zahl der Neuinfektionen von derzeit 50.000 bis 60.000 pro Tag mindestens auf wenige Tausend pro Tag zu reduzieren.

US-Präsident Donald Trump und viele Gouverneure lehnen erneute einschneidende Beschränkungen des öffentlichen Lebens entschieden ab, weil diese der Wirtschaft schaden. Nach Ansicht vieler Gesundheitsexperten wurden die ursprünglichen Beschränkungen, die ab Ende März verhängt worden waren, zu schnell wieder aufgehoben. Anders als in europäischen und asiatischen Staaten wurde die Pandemie in den USA nie weitgehend unter Kontrolle gebracht. Die USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern hatten im Schnitt nie weniger als 20.000 Neuinfektionen am Tag. Inzwischen sind im es Schnitt rund 60.000.

Mit Blick auf die bevorstehende kalte Jahreszeit und die Wiedereröffnung von Schulen und Universitäten warnten Osterholm und Kashkari vor einer weiteren Zuspitzung. "In den nächsten sechs Monaten könnte das, was wir bisher erlebt haben, nur wie das Aufwärmen für eine größere Katastrophe erscheinen", schrieben sie. 


09.08.2020: Schleswig-Holstein will Schulstart ohne Maskenpflicht

Anders als die Nachbarländer Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern will Schleswig-Holstein den Schulstart nach den Ferien ohne Maskenpflicht vollziehen. "Für Schleswig-Holstein gehe ich davon aus, dass eine Maskenpflicht zum jetzigen Zeitpunkt weder medizinisch notwendig noch verhältnismäßig wäre und fühle mich in dieser Auffassung auch von der neusten Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin bestätigt", sagte Bildungsministerin Karin Prien der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) und bekräftigte damit frühere Aussagen.

Sie verwies auf das niedrige Infektionsgeschehen in ihrem Land. Dies führe zu anderen Erfordernissen als etwa in Bayern oder Berlin. Doch werde auch sie die Entwicklung beobachten und unter Umständen neu bewerten. Wettläufe zwischen Bundesländern um besonders strenge Regeln halte sie aber für falsch.

In Schleswig-Holstein beginnt am Montag wieder der Unterricht. In Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern läuft die Schule bereits wieder. Dort müssen Schüler, Lehrer und Besucher an weiterführenden Schulen ab Klasse fünf auf dem Schulgelände einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Dieser darf nur während des Unterrichts abgelegt werden.


08.08.2020: Erneut mehr als 1000 Fälle in Deutschland 

Die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland liegt den dritten Tag in Folge über der Schwelle von 1000 neuen Fällen. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 1122 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 215 336 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 8.8., 0.00 Uhr).

Im Vergleich zum Freitag, an dem 1147 neue Fälle binnen 24 Stunden gemeldet wurden, ging die Zahl am Samstag etwas zurück. Am Donnerstag hatte die Zahl der Neuinfektionen mit 1045 Corona-Fällen erstmals wieder über der Schwelle von 1000 gelegen. Sie war zuletzt am 9. Mai überschritten worden. Danach war die Zahl in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigen die Werte wieder.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9195. Bis Samstagmorgen hatten 196.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 8.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,32 (Vortag: 1,16). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 8.8., 0.00 Uhr, bei 1,23 (Vortag: 1,16). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


08.08.2020: Weitere Lehrer in Ludwigslust infiziert - 205 Schüler in Quarantäne

Die Corona-Infektion einer Gymnasiallehrerin in Ludwigslust hat Folgen. Wie der Landkreis Ludwigslust-Parchim am Samstag mitteilte, wurden bei Tests im gesamten Kollegium zwei weitere Pädagogen positiv auf das neuartige Virus getestet. "Damit greift jetzt die nächste Stufe", erklärte Landrat Stefan Sternberg. Da die infizierten Lehrer seit dem Schulstart am Montag Kontakt zu 205 Schülern gehabt hätten, würden diese nun als Kontaktpersonen ersten Grades per Allgemeinverfügung in Quarantäne geschickt. Eltern und Geschwister seien von der Quarantäneregelung nicht betroffen.

Sternberg zufolge werden am Montag nochmals das gesamte Schulpersonal sowie die 205 Schüler getestet. Die Ergebnisse würden für Dienstag erwartet. «Danach werden wir entscheiden, wie wir mit der Schulöffnung weiter verfahren», erklärte der Landrat. Vorerst war der Präsenzunterricht für alle 800 Schüler bis einschließlich Mittwoch kommender Woche ausgesetzt worden. Der Unterricht werde aber für alle Schüler gewährleistet, versicherte Sternberg. Die Schule stelle auf das Lernen von Zuhause am Computer um.

Neben dem Gymnasium in Ludwigslust war am Freitag vorsorglich auch die Ostsee-Grundschule in Graal-Müritz (Landkreis Rostock) geschlossen worden. Dort war bei einem Schüler eine Corona-Infektion festgestellt worden. Die Schule bleibt für zwei Wochen zu, wie der Landkreis mitteilte. Alle Kinder, Lehrer und sonstigen Schulmitarbeiter seien in Quarantäne geschickt worden.

Der Unterricht in Mecklenburg-Vorpommern hatte erst am Montag wieder begonnen. Das Bundesland war als erstes nach den sechswöchigen Sommerferien in das neue Schuljahr gestartet. Während der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, nach den Schulschließungen in MV schärfere Hygienemaßnahmen für Schulen in Deutschland forderte, zeigte sich der Rostocker Tropenmediziner Emil Reisinger mit den bisherigen Vorgaben zufrieden. Die zum Schulanfang beschlossenen Hygienemaßnahmen seien ausreichend. Dazu gehöre auch die Maskenpflicht an Schulen mit Ausnahme des Unterrichts, die allerdings umstritten ist.

Der Ärzteverband Marburger Bund hält die Rückkehr zum Regelbetrieb an Schulen für richtig. "Die Schule ist eine Großveranstaltung - aber eine, die wir uns leisten müssen", sagte Verbandschefin Susanne Johna. Dafür sei es wichtig, Corona-Regeln gut festzulegen. Dazu gehöre eine Strategie zum regelmäßigen Belüften der Räume, die auch im Herbst und Winter durchzuhalten sei. Sinnvoll seien auch Masken auf dem Schulhof gerade in engeren Bereichen. Während des Unterrichts halte sie dies aber nicht für angebracht, erklärte Johna.

Kritik an der Politik kam auch vom Bundeselternrat, der eine unzureichende Vorbereitung des Schulstarts beklagte. "Es ist ärgerlich, dass die Kultusminister das so lässig angegangen sind und die Sommerferien nicht dafür genutzt haben, einen verlässlichen Unterricht auch in Corona-Zeiten vernünftig vorzubereiten", sagte der Vorsitzende Stephan Wassmuth der "Welt" (Samstag). Schon seit Wochen habe man dafür plädiert, Klassen zu teilen, um im Falle eines Ausbruchs nur wenige Schüler in Quarantäne schicken zu müssen. Die Schulen seien zu schnell und unvorsichtig geöffnet worden.


08.08.2020: Erneut 16 neue Corona-Infektionen - ein weiterer Toter 

Wie bereits am Vortag sind in Brandenburg innerhalb von 24 Stunden 16 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Damit stieg die Zahl der laborbestätigten Covid-19-Fälle auf 3654, wie das Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte. Ein weiterer Corona-Patient ist demnach gestorben. 

Mit dem Toten aus dem Landkreis Oder-Spree erhöhte sich die Zahl auf insgesamt 175 Corona-Tote. Fünf neue Infektionen wurden aus dem Kreis Oberhavel gemeldet, aus Elbe-Elster und Potsdam jeweils drei und aus Barnim, Frankfurt (Oder), Oder-Spree, Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming jeweils einer.


08.08.2020: Piazolo: Schulschließung nach einem Corona-Fall möglich

Auch in Bayern könnten Schulen schon nach einem einzigen Corona-Fall geschlossen werden: "Wenn dieser Schüler viele Begegnungen hatte, dann kann es passieren", sagte Kultusminister Michael Piazolo (FW) am Samstag dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 2). Das sei aber nur das letzte Mittel. Die Schulen versuchten, feste Gruppen zu haben und auch in den Pausen zu schichten, "und insofern kann es auch sein, dass nur eine Klasse nach Hause geschickt wird oder manchmal auch ein Teil einer Schule".

In Mecklenburg-Vorpommern wurden soeben zwei Schulen geschlossen, weil sich eine Gymnasiallehrerin und ein Grundschüler mit dem Virus angesteckt hatten.

Piazolo sagte, Bayern wolle nach den Sommerferien an den Schulen in den Regelbetrieb zurück, unter strengen Hygienebedingungen. Wenn die Zahl von 20 Infektionen pro 100.000 Einwohner "überschritten wird, dann würden wir auch Maskenpflicht im Unterricht anordnen".


08.08.2020: Teil-Reisewarnung für Bulgarien und Rumänien - Goldstrand betroffen

Wegen eines deutlichen Anstiegs von Corona-Infektionen in Bulgarien und Rumänien warnt die Bundesregierung nun vor touristischen Reisen in mehrere Regionen der beiden EU-Länder. Dazu zählt auch die bulgarische Touristenhochburg Warna mit dem auch bei deutschen Urlaubern beliebten Urlaubsort Goldstrand. In Warna liegt auch einer der beiden wichtigsten Flughäfen an der bulgarischen Schwarzmeerküste.

Daneben sind in Bulgarien nach den Reisehinweisen des Auswärtigen Amts im Internet Blagoewgrad und Dobritsch betroffen, in Rumänien die Kreise Arge?, Bihor, Buzau, Neamt, Ialomita, Mehedinti und Timis. Die wichtigsten rumänischen Urlaubsregionen in Siebenbürgen und am Schwarzen Meer sind von der Warnung ausgenommen.

Die Regionen in Bulgarien und Rumänien wurden gleichzeitig vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiete ausgewiesen. Urlauber, die aus solchen Gebieten zurückkehren, müssen sich seit Samstag auf Corona testen lassen.

Eine Reisewarnung ist kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.


08.08.2020: Weitere Lehrer in Ludwigslust infiziert - 205 Schüler in Quarantäne 

Die Corona-Infektion einer Gymnasiallehrerin in Ludwigslust hat Folgen. Wie ein Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim am Samstag sagte, wurden bei Tests im gesamten Kollegium zwei weitere Pädagogen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Diese hätten seit dem Schulstart am Montag Kontakt zu 205 Schülern gehabt, die nun zu Hause in Quarantäne bleiben müssten. Für die restlichen 600 Schüler ruht der Präsenzunterricht zunächst bis einschließlich Mittwoch kommender Woche.

Neben dem Gymnasium in Ludwigslust war am Freitag vorsorglich auch die Ostsee-Grundschule in Graal-Müritz (Landkreis Rostock) geschlossen worden. Dort war bei einem Schüler eine Corona-Infektion festgestellt worden. Diese Schule bleibt für zwei Wochen zu, wie der Landkreis mitteilte. Alle Kinder, Lehrer und sonstigen Schulmitarbeiter seien in Quarantäne geschickt worden.


08.08.2020: EU-Kommission fürchtet neuen Flickenteppich bei Reisebeschränkungen 

Die wieder zunehmende Zahl von nationalen Alleingängen bei Einreisebeschränkungen und Grenzkontrollen sorgt in der EU-Kommission für Beunruhigung. In einem Brief an die Mitgliedstaaten und an Großbritannien habe man am Freitag noch einmal darauf hingewiesen, dass es wichtig sei, eine zweite Welle von unkoordinierten Maßnahmen an den Binnengrenzen der EU zu vermeiden, sagte ein Sprecher am Freitag in Brüssel. Man habe zudem Prinzipien dargelegt, die bei Entscheidungen über Beschränkungen des freien Reiseverkehrs im Zusammenhang mit der Pandemie zugrunde gelegt werden sollten.

Demnach sollten beispielsweise nicht allein aufgrund steigender Fallzahlen neue Beschränkungen eingeführt werden. Relevant seien unter anderem auch die Testzahlen. Intensives Testen werde dazu führen, dass mehr Fälle erkannt würden, heißt es in dem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Zudem ruft die Kommission dazu auf, mit Nachbarstaaten nicht wohlwollender umzugehen als mit anderen EU-Staaten. Auch eine vorherige Konsultation mit betroffenen Staaten sei unerlässlich.

Kurz zuvor hatten Länder wie Finnland und Dänemark wegen steigender Corona-Zahlen neue Reisebeschränkungen für andere europäische Länder eingeführt. Finnland beschränkt ab Montag erneut die Einreise für Menschen aus den Niederlanden, Belgien und Andorra. Das bedeutet, dass Finnland für diese Länder wieder Grenzkontrollen einführt und Reisende aus diesen Staaten aufgerufen werden, für 14 Tage in Quarantäne zu gehen und Kontakte mit anderen Menschen zu vermeiden.

Unterdessen gab Dänemark eine Reisewarnung für Spanien und Andorra heraus, nachdem es zuvor schon von unnötigen Reisen nach Rumänien, Bulgarien und Luxemburg abgeraten hatte.

Die EU-Kommission ist unter anderem besorgt, dass die unkoordinierten Reisebeschränkungen negative Auswirkungen auf den EU-Binnenmarkt haben könnten. Direkte Einflussmöglichkeiten hat sie aber nicht, da Grenzkontrollen und Reisebeschränkungen bei besonderen Sicherheitsbedrohungen auch innerhalb der EU nationale Angelegenheit sind.


08.08.2020: Neues Dekret: Italien verlängert Corona-Maßnahmen bis 7. September

Die italienische Regierung hat ihre Anti-Corona-Maßnahmen bis zum 7. September verlängert. Das Kabinett von Ministerpräsident Giuseppe Conte verabschiedete am Freitagabend ein Dekret, in dem unter anderem die Maskenpflicht in geschlossenen, öffentlichen Räumen und die Abstandsregeln weiter vorgeschrieben werden. Auch größere Menschenansammlungen bleiben verboten. Regierungschef Conte sprach von "ausgewogenen Maßnahmen, die der aktuellen Situation gerecht werden". Italien, das im Frühjahr eines der am stärksten von der Corona-Pandemie heimgesuchten Länder war, habe sich dank der Maßnahmen gefangen. Man müsse aber wachsam bleiben, sagte Conte.

Die Regierung stimmte für weitere vorsichtige Lockerungen etwa im Tourismus, wo Kreuzfahrtschiffe ab dem 15. September wieder auslaufen dürfen. An Bord müssen strenge Hygiene-Regeln eingehalten werden. Von 1. September an dürfen Messen wieder öffnen - Aufbau und Organisation der Ausstellungen kann sogar ab sofort beginnen. Für den Tourismus und die Kultur wurden weitere drei Milliarden Euro bereitgestellt.

Darüber hinaus brachte die Ministerrunde weitere Finanzhilfen vor allem für die Wirtschaft und die Familien auf den Weg. Damit wuchs das Hilfspaket, das die Regierung seit Beginn der Krise im März bereitstellte, auf 100 Milliarden Euro an. Steueraufschübe für Selbstständige sowie ein Aktionsplan für den strukturschwachen Süden des Landes gehören zu den weiteren Maßnahmen. "Wir werden Italien nicht teilen, sondern bieten den benachteiligten Gegenden ebenso eine Hilfe zum Neustart an wie dem ganzen Land zusammen", sagte Conte.

Der Ministerpräsident appellierte an die Italiener, sich weiter an den Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zu beteiligen. "Wir dürfen nicht zurückfallen und unsere Bemühungen zunichte machen", sagte er. "Ich verstehe die Jungen, die gerne in das Nachtleben zurückkehren würden, aber man muss sich verantwortungsvoll verhalten. Die Gesundheit eurer Liebsten steht auf dem Spiel."


08.08.2020: Japan verzeichnet Höchstwert an neuen Coronainfektionen

Japan hat erneut so viele Corona-Neuinfektionen registriert wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Am Freitag registrierten die Behörden 1597 Neuansteckungen, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo News unter Berufung auf die Präfekturen des Landes meldete.

Der bisherige Rekordwert wurde demnach am 31. Juli erfasst und lag bei 1578 Neuinfektionen. In Japan haben sich Kyodo News zufolge bislang 46 540 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. 1056 Menschen starben demnach in Verbindung mit dem Virus. Japan hat rund 127 Millionen Einwohner.

Die Präfekturen Osaka und Okinawa verzeichneten am Freitag mit 255 und 100 Fällen ihre jeweils höchsten Tageszahlen. Die Zahl der registrierten Neuinfizierten in Tokio war nach der Aufhebung des landesweiten Notstandes am 25. Mai wieder gestiegen. Am Freitag waren es 462, der höchste Anstieg binnen sechs Tagen. Japan hatte aufgrund der geringen Zahlen gemeldeter Neuinfektionen den Notstand aufgehoben.


08.08.2020: London führt Quarantänepflicht für Reisende aus Belgien wieder ein

Die britische Regierung hat für Reisende aus Belgien wieder eine Pflicht zur zweiwöchigen Selbstisolation verhängt. Das teilte das britische Außenministerium am Freitag mit. Die Regelung gilt von Samstag an in allen Teilen Großbritanniens. Grund dafür ist eine gestiegene Zahl von Infektionen in dem Benelux-Staat. Für Luxemburg und Spanien war die Quarantänepflicht bereits Ende Juli wieder eingeführt worden. Spekuliert wurde, dass sie auch demnächst für Reisende aus Frankreich wieder gelten könnte. Das dürfte britische Urlauber besonders hart treffen, die Schätzungen zufolge zu Hunderttausenden in das Nachbarland gereist sind.


08.08.2020: New Yorker Gouverneur gibt grünes Licht für Unterricht ab Herbst

Wegen der stark gesunkenen Corona-Fallzahlen dürfen Schulen im US-Bundesstaat New York nach den Ferien wieder öffnen. Persönlicher Unterricht sei ab Herbst erlaubt, so lange Sicherheitsvorschriften eingehalten werden und der Anteil positiver Testergebnisse an allen Corona-Tests eines Tages nicht über fünf Prozent liegt, erklärte Gouverneur Andrew Cuomo am Freitag. Nun müssen die lokalen Behörden in dem Staat mit rund 19,5 Millione Einwohnern entscheiden, ob der Unterricht tatsächlich wieder aufgenommen wird.

Der Bürgermeister der Millionenmetropole New York, Bill de Blasio, kündigte eine Schulöffnung an, solange die Grenze positiver Tests dort bei unter drei Prozent liege. New York City ist damit einer der wenigen Großräume in den USA, in denen ein regulärer Unterricht geplant ist, viele andere Schulbehörden haben bereits angekündigt, weiter virtuell zu lehren.

Im gesamten Bundesstaat New York gab es seit Beginn der Coronakrise knapp 420.000 bestätigte Infizierte und nachweislich 25.200 Corona-Tote. Aktuell liegen laut Angaben Cuomos 579 Menschen im Krankenhaus und 132 Erkrankte zur Behandlung auf der Intensivstation - der niedrigste Wert seit 16. März. 

Die Stadt New York war im März und April eines der weltweite Epizentren der Pandemie, mit inzwischen rund 225.000 bestätigten Infizierten. Rund 19.000 Menschen zählen als bestätigte Corona-Tote, die Stadt weist 4600 mögliche zusätzliche Opfer aus.

Nach oft über 6000 täglichen Infizierten in der Hochphase wurden inzwischen seit Anfang Juni an keinem Tag mehr als 500 Neuinfektionen bestätigt. Die Quote positiver Tests liegt unter zwei Prozent, so dass Experten davon ausgehen, dass es ein realistisches Bild vom aktuellen Ausbruch gibt.


08.08.2020: Corona-Infizierter war in Bar in Mitte - Suche nach Kontaktpersonen 

In Berlin werden erneut öffentlich Bar-Besucher gesucht, die sich msöglicherweise mit dem Corona-Virus infiziert haben. In einer Bar in Mitte habe sich in der Nacht auf den 30. Juli eine Person aufgehalten, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde, teilte das Bezirksamt Mitte am Freitagabend mit. "Wir bitten deshalb alle Gäste, die sich (in jener Nacht) zwischen 23 Uhr und 3 Uhr morgens in der Neuen Odessa Bar in Berlin Mitte aufgehalten haben, sich mit dem Gesundheitsamt Berlin Mitte oder dem für Sie zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung zu setzen", teilte Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel mit.

Es ist der dritte Fall dieser Art in Berlin: Auch Besucher einer Neuköllner Bar sowie einer weiteren Bar in Mitte waren wegen Corona-Fällen öffentlich gesucht worden. Insgesamt waren im Zusammenhang mit der anderen Bar in Mitte mehr als 70 Menschen unter Quarantäne gestellt worden. In der Kneipe in Neukölln hatten sich zahlreiche Gäste infiziert.

Der Berliner Hotel- und Gaststättenverband Dehoga hatte jüngst kritisiert, dass zu viele Restaurants und Kneipen keine Corona-Listen mit den Kontaktdaten ihrer Gäste führten. Zudem gebe es viele Gäste, die sich weigerten, die Listen auszufüllen oder die sie falsch ausfüllten. Der Verband appellierte an beide Seiten, sich an die Vorschriften zu halten. Es sei fatal, wenn nun die Infektionszahlen wieder steigen sollten.


08.08.2020: EU-Länder weiten Einreisebeschränkungen auf Marokko aus

Die EU-Länder weiten die wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen auch wieder auf Marokko aus. Nach einem am Freitagabend veröffentlichten Beschluss werden von diesem Samstag an Reisende aus dem nordwestafrikanischen Staat nur noch dann in die EU kommen dürfen, wenn dies zwingend notwendig ist. Lediglich Menschen aus zehn Ländern dürfen demnach noch normal in die EU einreisen. Zu den Staaten gehören Australien, Kanada, Georgien, Japan, Neuseeland, Ruanda, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay.

Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie hatten sich Mitte März alle EU-Staaten außer Irland sowie die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island darauf geeinigt, nicht zwingend notwendige Reisen in die EU zunächst zu verbieten. Anfang Juli wurde dieser Einreisestopp dann erstmals wieder gelockert. Grundsätzlich ist er aber nicht bindend. Mehrere EU-Staaten legen die Empfehlungen strenger aus.

Grundlage der EU-Liste ist vor allem die Zahl der neuen Covid-19-Fälle in den vergangenen 14 Tagen pro 100.000 Einwohner. Sie soll nahe am oder unter dem EU-Durchschnitt liegen. Aber auch Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus, der Trend der Infektionszahlen und die allgemeine Reaktion des jeweiligen Landes auf die Pandemie spielen eine Rolle. Für Staaten, aus denen Bürger noch nicht wieder einreisen dürfen, sind Ausnahmen vorgesehen - etwa für EU-Bürger und ihre Familien.


08.08.2020: Corona-Pandemie ist Herausforderung für psychisch Kranke

Für Menschen mit psychischen Erkrankungen können soziale Isolation oder Abstands- und Hygieneregeln in der Corona-Pandemie zu einer besonderen Herausforderung werden. Darauf hat der Chefarzt des Zentrums für Psychosoziale Gesundheit (ZfPG) des Klinikums Niederlausitz in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz), Karsten Wolff, hingewiesen.

Anlässlich eines Besuchs von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke am Freitag informierte der Mediziner über die Erfahrungen in der Corona-Zeit. Es sei eine Zunahme psychischer Erkrankungen spürbar, stellte Wolff fest. "Wir sehen mehr Depressionen, Suizidversuche und Vereinsamung." Corona und die damit verbunden Unsicherheiten, Existenzängste und Isolation drückten spürbar auf die Seele und führten zu ernsten Erkrankungen.

Woidke bedankte sich bei den Mitarbeitern des Klinikums für ihre Arbeit. Das Land sei nach wie vor mittendrin in der Corona-Pandemie, sagt er. "Jeder einzelne von uns kann einen Beitrag dazu leisten, dass die Pandemie in Brandenburg milde verläuft und so das Gesundheitssystem und die Gesellschaft nicht überfordert."

Das Klinikum im Süden Brandenburgs ist nach eigenen Angaben mit Testkapazitäten im eigenen Labor und ausreichend Schutzausrüstung ausgestattet. Zudem gebe es die Möglichkeit, innerhalb von zwei bis drei Tagen Bettenkapazitäten für Corona-Patienten zu erweitern, um gut auf einen Anstieg von Infektionszahlen vorbereitet zu sein. Die Klinik hat die Beatmungsplätze inzwischen von sechs auf 35 erweitert.


08.08.2020: Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten startet

Für Urlauber aus internationalen Risikogebieten greift am Samstag eine Testpflicht auf das Coronavirus bei der Heimkehr nach Deutschland. Wer nicht schon ein negatives Test-Ergebnis von kurz vor der Abreise dabei hat, muss sich nach der Einreise testen lassen. Dies ist bis zu drei Tage nach der Ankunft kostenlos möglich, wie eine Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vorsieht. Die Tests sollen direkt an Flughäfen zu machen sein, aber auch in Testzentren oder Arztpraxen in Städten. Freiwillig können sich schon seit vergangenem Samstag alle Einreisenden kostenlos testen lassen.

Welche Länder als Risikogebiete gelten, geht aus einer Liste des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor - aktuell stehen darauf etwa 130 Staaten von Ägypten über Russland bis zu den USA. Aus der EU sind derzeit Luxemburg, die belgische Provinz Antwerpen und die spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra auf der Liste. Zentrales Kriterium ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100 000 Einwohner gab.


08.08.2020: Niedersachsen plant Maskenkontrollen in Bus und Bahn

Niedersachsen plant angesichts der Corona-Pandemie Schwerpunktkontrollen zur Überwachung der Maskenpflicht in Bus und Bahn. Sie bereiten derzeit die Ministerien für Verkehr und Inneres vor. Polizei und kommunale Ordnungsämter sollen in Absprache mit den Verkehrsunternehmen für wirksame Kontrollen sorgen, wie Verkehrsminister Bernd Althusmann am Freitag in Hannover ankündigte. "Wir können es nicht hinnehmen, dass im ÖPNV Gesundheit gefährdet und das Sicherheitsbedürfnis vieler Fahrgäste missachtet wird."

Immer wieder hatten sich Fahrgäste über einen laxen Umgang mit der Maske durch einzelne Mitreisende oder bestimmte Gruppen beklagt. Das gelte insbesondere in den Ballungsräumen, stellte Althusmann fest. Die Durchsetzung der Maskenpflicht sei in der Praxis schwierig und könne nicht Busfahrern und Fahrkartenkontrolleuren allein überlassen werden. Angesichts steigender Neuinfektionszahlen plant Niedersachsen wie schon Nordrhein-Westfalen ein Bußgeld für Maskenverweigerer in öffentlichen Verkehrsmitteln in Höhe von 150 Euro.

Ein höheres Bußgeld allein helfe aber wenig, sagte der Minister. Das Verkehrsministerium unterstütze deshalb mit den anderen Bundesländern die gerade gestartete bundesweite Öffentlichkeitskampagne der Verkehrsunternehmen "#BesserWeiter" und setze parallel auf stärker wahrnehmbare gemeinsame Kontrollaktivitäten.


08.08.2020: Corona-Infektionen in Schlachtbetrieb - Spätschicht in Quarantäne

Nach weiteren Infektionen mit dem Coronavirus in einem Schlachtbetrieb in Großenkneten in Niedersachsen haben die Gesundheitsbehörden eine komplette Spätschicht von 270 Mitarbeitern in eine 14-tägige Quarantäne geschickt. Wie der Landkreis Oldenburg am Freitag mitteilte, wurden in den vergangenen beiden Tagen bei 2300 Tests acht Personen positiv getestet. Die betroffenen Mitarbeiter gehörten alle der Spätschicht an.

Es deute alles darauf hin, dass die Ursache der Ansteckung im privaten Bereich liege und in den Betrieb getragen worden sei, sagte der Erste Kreisrat Christian Wolf. "Das engmaschige Testkonzept bewährt sich, wir können das Geschehen lokalisieren. Jetzt ist es wichtig, die Infektionskette zu durchbrechen." Insgesamt wurden damit in den vergangenen zehn Tagen 28 Mitarbeiter des Betriebes positiv auf Sars-Cov-2 getestet.


08.08.2020: Acht neue Corona-Fälle nach Trauerfeier in Mecklenburg-Vorpommern 

Nach einer muslimischen Trauerfeier am vergangenen Wochenende im mecklenburg-vorpommerschen Parchim ist die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Teilnehmer und Kontaktpersonen auf elf gestiegen. Am Freitag wurden acht positive Testergebnisse bekannt, wie der Landkreis Ludwigslust-Parchim nach Tests bei 300 Personen mitteilte.


08.08.2020: Elternteil von Kita-Kind hat Corona-Infektion - vorsorgliche Tests

Weil ein Elternteil eines Kita-Kindes eine Corona-Infektion hat, sind die Kinder und Erzieher der Einrichtung in Hamburg-Eppendorf am Freitag vorsorglich getestet worden. Das berichtete ein Sprecher der Gesundheitsbehörde. Das Kind war ohnehin wegen der anstehenden Einschulung am 31. Juli zum letzten Mal in der Kita gewesen, hieß es. Kurze Zeit später habe der Elternteil sein Ergebnis erhalten. Die bereits erfolgten Tests des Kindes und einer Erzieherin, die mit ihm in Kontakt war, seien negativ ausgefallen. In der kommenden Woche werde entschieden, ob der Betrieb wie bislang ganz normal fortgeführt werden könne, sagte der Sprecher weiter.


07.08.2020: Schleswig-Holstein verhängt 150 Euro Bußgeld für Maskenverweigerer 

Auch Schleswig-Holstein bittet Maskenverweigerer in Bussen und Bahnen künftig mit einem Bußgeld von 150 Euro zur Kasse.

Das gilt zudem für Kunden in Geschäften und für Besucher von Pflegeheimen, die trotz wiederholter Aufforderung keinen Mund-Nasen-Schutz anlegen. Dies hat die Landesregierung am Freitag beschlossen. Die Regelung ist analog zum Bußgeld bei wiederholter Missachtung des Abstandsgebotes. Wer aufgrund körperlicher, geistiger oder psychischer Beeinträchtigung keine Maske tragen kann, bleibt von der Pflicht ausgenommen. 

Für Rückkehrer aus Risikogebieten führt das Land eine Zwei-Test-Regelung ein. Demnach können Betroffene die grundsätzlich geltende Quarantäne von 14 Tagen dadurch deutlich verkürzen, dass sie nach der Einreise im Zeitraum von mindestens fünf Tagen zwei negative Testergebnisse vorlegen. Der zweite Test darf frühestens fünf Tage nach der Einreise vorgenommen werden. Damit folge Schleswig-Holstein dem dringenden Rat von Experten, hieß es. Ein einzelner Test stelle nur eine Momentaufnahme dar, sagte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP). Die durchschnittliche Inkubationszeit betrage fünf Tage. Ziel der Anpassung der Quarantäneverordnung sei es, den Schutz der Rückkehrenden und der im Land Gebliebenen deutlich zu verbessern. 

Die bestehende Landesverordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie wurde bis zum 30. August verlängert. Aufgrund der zuletzt wieder deutlich gestiegenen Infektionszahlen rückte die Landesregierung von der ursprünglichen Absicht ab, jetzt weitere Lockerungen vorzunehmen, zum Beispiel für Veranstaltungen. Diskotheken und Bordelle bleiben geschlossen.


07.08.2020: Abifahrt nach Kroatien: Zehn Corona-Fälle in Baden-Württemberg 

Nach einer Abifahrt nach Kroatien sind inzwischen zehn Corona-Infektionen bei einer Gruppe aus Baden-Württemberg bestätigt worden. Nach Angaben einer Sprecherin des Göppinger Landratsamtes vom Freitag kam nach zunächst neun Fällen nun ein weiterer Befund dazu. Die meisten Infizierten hätten grippeähnliche Symptome, respiratorische Symptome wie Atemnot und Geschmacksstörungen. "Alle befinden sich aktuell in häuslicher Isolation", teilte die Behördensprecherin mit. Auch in anderen Landkreisen und Bundesländern soll es infizierte Teilnehmer geben.

Bei den erkrankten Abiturienten aus dem Raum Donzdorf östlich von Stuttgart waren bereits während der Heimreise vom Urlaub erste Symptome aufgetreten. Alle 18 Teilnehmer und 50 Kontaktpersonen wurden daraufhin für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt. Die Reise auf die kroatische Insel Pag war bundesweit von einem in Hamburg ansässigen Party-Reiseveranstalter organisiert worden.


07.08.2020: Zwei Schulen in Mecklenburg-Vorpommern wegen Corona geschlossen 

Mehrere namhafte Virologen haben zum Beginn des Schuljahres in mehreren Bundesländern vor dem Risiko von Corona-Infektionen unter Schülern gewarnt und Vorschläge für Vorsichtsmaßnahmen gemacht. "Fehlende Präventions- und Kontrollmaßnahmen könnten in kurzer Zeit zu Ausbrüchen führen, die dann erneute Schulschließungen erzwingen", heißt es in einer Stellungnahme der Gesellschaft für Virologie, die am Freitag verschickt wurde.

Wie schnell die Hoffnungen auf einen weitgehend normalen Schulbetrieb im neuen Schuljahr zerstört werden können, zeigte sich am selben Tag in Mecklenburg-Vorpommern. Am Ende der ersten Schulwoche nach den Ferien wurden ein Gymnasium und eine Grundschule geschlossen. An dem Gymnasium in Ludwigslust war eine Lehrerin positiv getestet worden an der Grundschule in Graal-Müritz im Landkreis Rostock ein Schüler.

Mecklenburg-Vorpommern war am Montag als erstes Bundesland ins neue Schuljahr gestartet, am Donnerstag folgte Hamburg. Kommende Woche sind Schleswig-Holstein, Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen dran.

Die Virologen - darunter Christian Drosten, Jonas Schmidt-Chanasit und Helmholtz-Forscherin Melanie Brinkmann - schreiben in ihrer Stellungnahme: "Wir warnen vor der Vorstellung, dass Kinder keine Rolle in der Pandemie und in der Übertragung spielen". Eine Unterschätzung der Übertragungsgefahren an Schulen wäre kontraproduktiv für das kindliche Wohlergehen und die Erholung der Wirtschaft. Für eine wirksame Unterdrückung der Virusausbreitung in der Gesamtgesellschaft bleibe es weiterhin Grundvoraussetzung, die Viruszirkulation in den Schulen niedrig zu halten. Die Experten schlagen mehrere Maßnahmen vor, um die Übertragungsrisiken in den Schulen zu minimieren. 

Dazu gehört beispielsweise, die Klassengrößen abhängig von der Zahl der Neuinfektionen zu reduzieren. Zudem sollten aus virologischer Sicht feste Kleingruppen definiert werden mit möglichst geringer Durchmischung der Gruppen im Schulalltag. Die Wissenschaftler sprechen sich außerdem für das "konsequente Tragen von Alltagsmasken in allen Schuljahrgängen auch während des Unterrichts" aus. "Dies sollte begleitet werden durch eine altersgerechte Einführung der Kinder in die Notwendigkeit und den Umfang von Präventionsmaßnahmen", heißt es. Wichtig ist aus Sicht der Virologen auch, dass "pragmatische Lösungen für einen verbesserten Luftaustausch" in den Schulen gefunden werden. 

Sollte es gegen Jahresende zu einem kritischen Anstieg der Neuinfektionen kommen, und dabei auch Bildungseinrichtungen eine Rolle spielen, bringen die Virologen auch eine Ausdehnung der Weihnachtsferien ins Spiel, um die Zeiten mit höchster Infektionsaktivität zu verringern.


07.08.2020: Kein Corona-Abstand: Anzeige gegen Würzburgs Oberbürgermeister 

Weil er bei einem Foto mit den Würzburger Kickers den Corona-Mindestabstand nicht einhielt, hat Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) sich eine Anzeige eingehandelt. Ein Sprecher der Regierung von Unterfranken bestätigte am Freitag, dass die Polizei eine entsprechende Anzeige an die Regierung weitergeleitet hatte. Zuvor hatte die "Main Post" (Freitagsausgabe) darüber berichtet. "Wir haben die Stadt dazu angehört und werden uns in den kommenden Tagen dazu äußern", sagte der Regierungssprecher. 


07.08.2020: Corona breitet sich in Wohnheim weiter aus

Nach dem Ausbruch von Corona-Infektionen in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderung im Landkreis Görlitz ist die Zahl der Betroffenen weiter gestiegen. Inzwischen seien 23 weitere Bewohner und 9 weitere Mitarbeiter positiv getestet worden, teilte der Landkreis am Donnerstag mit. Damit seien in der Einrichtung nach aktuellem Stand 30 Bewohner und 10 Mitarbeiter infiziert.

Im einem weiteren Wohnheim für Menschen mit Behinderungen in Reichenbach, im Ortsteil Sohland am Rotstein, wurden ebenfalls Bewohner und Personal getestet, die Ergebnisse stehen den Angaben zufolge aber noch aus. Auch dort war ein Bewohner positiv getestet worden. In beiden betroffenen Einrichtungen wurde Quarantäne angeordnet.


07.08.2020: Österreich verhängt Reisewarnung für spanisches Festland

In Österreich gilt ab Montag eine Reisewarnung für das gesamte spanische Festland im Zusammenhang mit der Corona-Krise. Alle Festland-Provinzen Spaniens sind betroffen, ausgenommen sind die Inselgruppen der Balearen, zu denen Mallorca und Ibiza gehören, und die Kanarischen Inseln mit Gran Canaria und Teneriffa. "Es wird ausdrücklich vor Reisen auf das spanische Festland gewarnt", teilte das Außenministerium in Wien am Donnerstag mit. Die Warnung tritt um Mitternacht von Sonntag auf Montag in Kraft. 

Vor rund einer Woche hatte auch Deutschland eine partielle Reisewarnung verhängt, allerdings nur für einen Teil des Festlands. Das Auswärtige Amt warnt derzeit vor Reisen nach Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona sowie in die Regionen Aragón und Navarra.

In Österreich müssen Reisende, die vom spanischen Festland zurückkehren, ab dem 10. August bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorlegen. Dasselbe gilt auch für andere ausgewiesene Risikogebiete. Reisewarnungen gelten in Österreich derzeit für 31 Staaten sowie die chinesische Provinz Hubei.


07.08.2020: Weiter kein Alkohol mehr außer Haus in Hamburgs Ausgehvierteln

Mit dem Verbot des Außer-Haus-Verkaufs von Alkohol in den Hamburger Ausgehvierteln wollen die Bezirke Altona, Mitte und Eimsbüttel auch an diesem Wochenende die Einhaltung der Corona-Regeln sicherstellen. Die Einschränkungen für die laut Wetterprognose sonnigen Tage beginnen am Freitag wie auch am Samstag und Sonntag jeweils um 20.00 Uhr und gelten bis 6.00 Uhr des Folgetages. Betroffen sind Kioske, Supermärkte, Tankstellen und der sogenannte Gassenverkauf von Alkohol durch Bars oder Lokale auf St. Pauli, in der Schanze und im Bereich Alma-Wartenberg- und Spritzenplatz in Ottensen.

Am vergangenen Wochenende hatten Polizei und Bezirksämter in den betroffenen Gebieten bereits kontrolliert. Die Behörden bewerten die Maßnahmen insgesamt als positiv und wirkungsvoll. Laut Polizei waren im Vergleich zu den vorangegangenen Wochenenden weniger Menschen in den Vergnügungsvierteln unterwegs.


07.08.2020: Erneut mehr als 1000 neue Corona-Infektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 1147 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 214 214 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Freitagmorgen im Internet meldete (Datenstand 7.8., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland hat damit den höchsten Wert seit Anfang Mai erreicht. Bereits am Donnerstag lagen die Neuinfektionen mit 1045 Corona-Fällen erstmals wieder über der Schwelle von 1000. Sie war zuletzt am 7. Mai überschritten worden.

Danach war die Zahl in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigen die Werte wieder. Der Höhepunkt bei den neuen Ansteckungen wurde Anfang April mit mehr als 6000 erreicht. 

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9183. Bis Freitagmorgen hatten 195 900 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 6.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 0,99 (Vortag: 0,9). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 6.8., 0.00 Uhr, bei 1,06 (Vortag: 0,97). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


06.08.2020: Corona-Neuinfektionen in Deutschland überschreiten 1000er-Marke

Zum ersten Mal seit dem 7. Mai hat das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag wieder mehr als 1000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn appellierte angesichts der Zahlen an die Bürger, die Hygieneregeln einzuhalten. "Bleiben wir wachsam, halten wir die Regeln ein." Wo das Virus eine Chance habe, breite es sich aus, sagte er am Donnerstag in Berlin. Gleichzeitig ordnete der CDU-Politiker die geplanten Pflichttests für Reiserückkehrer aus internationalen Risikogebieten an. Die Neuregelung soll ab Samstag gelten.

Städte und Gemeinden in Deutschland zeigen sich unterdessen für den Fall weiter steigender Corona-Infektionszahlen gerüstet. Kommunen und staatliche Einrichtungen seien nach den Erfahrungen der ersten Infektionsfälle deutlich besser vorbereitet, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI 1045 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages, wie es am frühen Donnerstagmorgen hieß. Die Schwelle von 1000 war zuletzt im Mai überschritten worden. Dann war die Zahl in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigen die Werte wieder. Der Höhepunkt bei den neuen Ansteckungen wurde Anfang April mit mehr als 6000 erreicht.

Zurzeit verzeichne man viele kleinere Ausbrüche bei Familienfeiern etwa oder am Arbeitsplatz. «Die Pandemie ist noch nicht vorbei», sagte Spahn. Jetzt endeten langsam auch die Ferien, viele kämen aus dem Urlaub zurück. Deswegen bestehe die Gefahr, dass die Infektionszahlen weiter stiegen.

Wer aus einem vom RKI gekennzeichneten Risikogebiet kommt, musste sich bisher direkt für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben und beim Gesundheitsamt melden oder ein negatives Testergebnis vorlegen, das höchstens 48 Stunden alt ist. Ab Samstag gilt für diese Reisenden nun: Wer einen solchen Test nicht vorweisen kann, muss ihn in Deutschland innerhalb von 14 Tagen nachholen.

Spahn sagte am Donnerstag auch, dass die erhöhten Infektionszahlen teilweise mit der Ausweitung an Testkapazitäten zu tun hätten. "Ein Teil der gestiegenen Zahlen, die wir jeden Tag sehen, hat auch damit zu tun, dass wir mehr positive Fälle, mehr Infizierte tatsächlich entdecken und das ist auch gut, weil es uns hilft Infektionsketten zu unterbrechen." Die Frage, ob man in einer zweiten Welle sei oder ob sie komme, halte er für wenig zielführend, wenn sie "nur in dieser Überschrift geführt" werde.

Städte, Gemeinden und Landkreise sehen sich im Vergleich zum Frühjahr weit besser aufgestellt. Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Landsberg, verwies auf den Ausbau von Laborkapazitäten für Corona-Tests und Schutzmaterialien, die in "großem Umfang" mithilfe des Bundes und der Länder beschafft worden seien. Kommunen, Krankenhäuser und Arztpraxen seien wesentlich besser ausgestattet. Zu Krisenbeginn waren etwa Mund-Nasen-Masken Mangelware.

Nach Mecklenburg-Vorpommern startete am Donnerstag Hamburg als zweites Bundesland in das neue Schuljahr. Auch in der Hansestadt gelten verschärfte Bedingungen in den Schulen: Alle Schüler, Lehrer und Besucher müssen beim Betreten des Schulgeländes einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Abgenommen werden darf er erst am Platz in der Klasse. Von der Maskenpflicht befreit sind Grundschüler bis zehn Jahre.

In der kommenden Woche beginnt das Schuljahr unter ähnlichen Bedingungen auch in Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. In NRW allerdings müssen ältere Schüler die Maske auch im Unterricht tragen.

Schülervertreter brachten mit Blick auf das neue Schuljahr einen Notenbonus für den Fall von coronabedingtem Unterrichtsausfall ins Gespräch. Das neue Schuljahr werde definitiv kein normales Schuljahr werden, sagte Torben Krauß, Sprecher der Bundesschülerkonferenz, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). "Sollte es zu Unterrichtsausfall kommen, wäre es eine mögliche Lösung, den betroffenen Schülern einen Nachteilsausgleich zu geben."


06.08.2020: Zentrum von spanischer Weinbauregion wegen Corona abgeriegelt

Die spanische Gemeinde Aranda del Duero in der Region Kastilien und León wird wegen steigender Corona-Infektionszahlen für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt. Das entsprechende Dekret werde am Freitag in Kraft treten, teilte die Regionalregierung am Donnerstag in Valladolid mit. Nur mit triftigen Gründen werde man in die Gemeinde einreisen oder diese verlassen dürfen, hieß es.

Die 150 Kilometer nördlich von Madrid gelegene Stadt hat gut 32.000 Einwohner und ist die Hauptstadt des Weinbaugebiets Ribera del Duero. Die Zahl der Neuinfektionen steigt dort seit einigen Tagen rapide. Binnen 24 Stunden wurden zuletzt 199 Fälle registriert.

Eine ähnliche Maßnahme gilt in Spanien zur Zeit sonst nur in den kleinen Nachbargemeinden Íscar und Pedrajas de San Esteban, die zusammen 10.000 Einwohner haben und ebenfalls in Kastilien und León rund 150 Kilometer nordwestlich von Madrid liegen. Diese sind seit Samstag für zwei Wochen abgeriegelt. Zuvor waren im Juli die katalanische Region Segrià und der galicische Landkreis A Mariña in der Provinz Lugo zeitweilig unter Quarantäne gestellt worden.

Spanien ist mit rund 28 500 Corona-Toten und mehr als 305.000 Infizierten eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder. Landesweit sind die Zahlen seit Mitte Mai zwar stark gesunken und die Zentralregierung versichert, dass die Pandemie im Griff sei. Doch zahlreiche Neuausbrüche bereiten Sorgen. Auch im Ausland: Die Schweiz setzte am Mittwoch das ganze spanische Festland auf die Liste der Risikogebiete. Bereits vorige Woche riet das Auswärtige Amt in Berlin von Reisen in die von Neuausbrüchen besonders betroffenen Regionen Katalonien, Aragonien und Navarra im Nordosten des Landes ab.


06.08.2020: Fieberfrei aber Husten und Schnupfen: Schul- und Kitabesuch in Brandenburg erlaubt 

Kinder und Jugendliche können in Brandenburg mit Schnupfen oder leichtem Husten die Kita oder Schule besuchen, wenn sie kein Fieber haben. Bei Krankheitszeichen wie trockenem Husten, Fieber, Atembeschwerden oder zeitweisem Verlust von Geschmacks- und Geruchssinn sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen und sich auf das Coronavirus testen lassen, wie aus Angaben des Gesundheits- und Bildungsministerium von Donnerstag hervorgeht. Ein Schul- oder Kitabesuch sollte dann nicht stattfinden. Entsprechende Hinweise seien in den Kita- und Schul-Hygieneplänen ergänzt worden. 

Bei einer nachgewiesenen Infektion und leichtem Verlauf sei eine Wiederzulassung nach 14 Tagen häuslicher Isolation und mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit ohne zusätzliches ärztliches Attest möglich. Das Ministerium wies zudem noch einmal darauf hin, dass ein Kind weder die Kita noch die Schule besuchen darf, wenn innerhalb einer Familie eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt wurde.

Die Landesregierung arbeitet derzeit an einer neuen Version der Regeln im Umgang mit dem Coronavirus, die am 16. August auslaufen. Bereits bekannt ist, dass auch für Schüler und Lehrer in Brandenburg eine Maskenpflicht in Schulgebäuden gelten soll - und zwar in Fluren, Gängen, Treppenhäusern und Aulen sowie beim Anstehen in der Mensa. Im Unterricht und auf dem Schulhof soll die Maske dagegen nicht Pflicht sein. Zum Schulstart am kommenden Montag hatte das Bildungsministerium den Einrichtungen empfohlen, die Maskenpflicht freiwillig einzuführen, bis die neue Verordnung in Kraft tritt.


06.08.2020: Sieben Infizierte bei weiterem Standort der Konservenfabrik Mamming

Auch am Standort der Mamminger Konservenfabrik im niederbayerischen Simbach haben sich sieben Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Bei 79 Beschäftigten fiel das Testergebnis negativ aus, wie das Landratsamt Dingolfing-Landau am Donnerstag mitteilte.

Anfang der Woche war bekannt geworden, dass sich 166 von 600 Mitarbeitern des Betriebs in Mamming mit Sars-CoV-2 infiziert hatten. Daraufhin wurden auch Reihentestungen an den zwei weiteren Standorten in Simbach und Eichendorf veranlasst. Von den 83 getesteten Mitarbeitern in Eichendorf sei niemand infiziert, hieß es. Ein Befund stehe aber noch aus.

Die Konservenfabrik bleibt nach Angaben des Landratsamts an allen Standorten vorerst geschlossen. Die Produktion könne erst wieder aufgenommen werden, wenn die Hintergründe des Ausbruchs und die Verbreitung im Betrieb geklärt seien. Die Behörden vermuten, dass sich die Beschäftigten bei Arbeitern eines nahe gelegenen Gemüsehofs angesteckt haben. Dort wurden inzwischen mehr als 240 Erntehelfer positiv auf das Coronavirus getestet, die Mehrheit gilt als genesen.


06.08.2020: Nach Ägypten fordert auch Tunesien Ende der Reisewarnung 

Nach der teilweisen Aufhebung der Reisewarnung für die Türkei verlangt neben Ägypten nun auch Tunesien eine solche Entscheidung für seine Urlaubsgebiete. Der Geschäftsträger der tunesischen Botschaft in Berlin, Chiheb Chaouch, begründete die Forderung am Dienstag mit der "ausgezeichneten Bilanz" seines Landes bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. "Wir hoffen daher, dass das Auswärtige Amt auch Tunesien in eine Liste von Ländern außerhalb der Europäischen Union und des Schengen-Raums einordnet, die ein sicheres Ziel für die deutschen Reisenden sind", sagte er auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. "Wir hoffen, dass deutsche Touristen Tunesien besuchen werden."

Am Dienstag hatte das Auswärtige Amt die seit Mitte März geltende Reisewarnung wegen der Corona-Pandemie erstmals für Regionen außerhalb Europas aufgehoben. Für vier Urlaubsgebiete im asiatischen Teil der Türkei gilt sie nun nicht mehr: Antalya, Izmir, Aydin und Mugla. Das hatte bereits den ägyptische Botschafter in Berlin, Khaled Galal Abdelhamid, dazu veranlasst, einen solchen Schritt auch für sein Land zu fordern. Nun folgt mit Tunesien ein weiteres nordafrikanisches Land mit dieser Forderung.

"In Tunesien gibt es keine spezifischen Regionen, in denen die Krankheit verbreitet ist. Tunesien gilt daher als ein sicheres Reiseland", sagte Chaouch. Er verwies auf zahlreiche Maßnahmen, die von der tunesischen Regierung für die Sicherheit von Touristen ergriffen worden seien. Anders als die Türkei und Ägypten wird Tunesien vom Robert Koch-Institut auch nicht mehr als Risikogebiet geführt. Rückkehrer aus solchen Ländern müssen sich von diesem Samstag an auf Corona testen lassen. 

Die Reisewarnungen sind von der Einstufung als Risikogebiet unabhängig. Sie sind zwar kein Reiseverbot, sollen aber die größtmögliche abschreckende Wirkung haben. Auf der anderen Seite bieten sie Touristen die Möglichkeit, Reisen kostenlos zu stornieren.


06.08.2020: Los Angeles stellt bei Hauspartys während Corona Strom und Wasser ab 

Die US-Metropole Los Angeles will Veranstaltern illegaler großer Hauspartys von Freitag an Strom und Wasser abstellen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Damit reagierten die Behörden auf vermehrte Berichte über große Feiern, die während der Pandemie eigentlich verboten seien, sagte Bürgermeister Eric Garcetti am Mittwoch (Ortszeit).

Bei wiederholtem Verstoß gegen die Sicherheitsanordnungen könne Party-Veranstaltern binnen 48 Stunden Strom und Wasser abgedreht werden. Die großen Feiern fänden vor allem in leerstehenden Häusern oder Unterkünften statt, die kurzzeitig gemietet werden können. Bars und Nachtklubs in der kalifornischen Stadt sind derzeit geschlossen.

"Wir werden nicht leichtfertig handeln", sagte Garcetti. "Aber wir werden handeln und alles tun, um Leben zu retten und die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten." Die neuen Maßnahmen richteten sich gegen Anwohner, die entschlossen seien, gegen die geltenden Zusammenkunftsbeschränkungen zu verstoßen. "Diese großen Partys sind nicht sicher und können die Einwohner von Los Angeles das Leben kosten", sagte Garcetti über die hohe Ansteckungsgefahr, wenn viele Menschen ohne Schutzmaske dicht zusammengedrängt stehen. Kleine, gewöhnliche Zusammenkünfte in den Privathäusern der Menschen betreffe die Regelung nicht.

In den USA mit rund 330 Millionen Einwohnern sind bislang mehr als 158.000 Menschen mit dem Virus gestorben, wie aus den Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorgeht. Bislang gibt es mehr als 4,8 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 - in absoluten Zahlen mehr als in jedem anderen Land der Welt. Gemessen an der Gesamtbevölkerung schneiden Länder wie Italien, Spanien und Großbritannien schlechter ab.


06.08.2020: Finnland führt Reisebeschränkungen für Niederlande und Belgien ein 

Wegen steigender Corona-Zahlen in den betroffenen Ländern beschränkt Finnland ab Montag erneut die Einreise für Menschen aus den Niederlanden, Belgien und Andorra. Das bedeutet, dass Finnland für diese Länder wieder Grenzkontrollen einführt und Reisende aus diesen Staaten aufgerufen werden, für 14 Tage in Quarantäne zu gehen und Kontakte mit anderen Menschen zu vermeiden.

Wie die finnische Regierung am Donnerstag mitteilte, dürfen Menschen aus Deutschland und Dänemark trotz der dort ebenfalls erhöhten Infektionsraten weiter einschränkungsfrei einreisen. Die deutschen und dänischen Anstiege ließen sich auf lokale Ausbruchsherde zurückführen. Die Situation müsse neu beurteilt werden, sollten die Raten deutlicher über dem für Finnland geltenden Schwellenwert liegen, wie dies in der Niederlande und in Belgien der Fall sei.

Deutsche dürfen seit Mitte Juli wieder nach Finnland reisen. Entscheidend für die Finnen ist, dass in dem entsprechenden Land innerhalb einer Zwei-Wochen-Periode weniger als acht neue Corona-Fälle pro 100 000 Einwohner verzeichnet wurden. Schaut man auf die Vergleichswerte des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), dann liegt dieser 14-Tages-Wert bei Deutschland derzeit bei 11,1 und bei Dänemark bei 13,3 - Belgien dagegen jenseits der 50 und die Niederlande bei etwa 22,5.


06.08.2020: 107 Corona-Fälle in St. Wolfgang - keine ausländischen Fälle bekannt

Durch den Corona-Ausbruch im österreichischen Ferienort St. Wolfgang sind bislang wohl 107 Menschen erkrankt. Das ergab eine Analyse der österreichischen Gesundheitsbehörden, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Dabei handelt es sich um Mitarbeiter und Anwohner, aber auch um österreichische Touristen. Zuletzt hatten örtliche Behörden nur 79 Fälle zum Ausbruch gezählt, dabei aber nicht alle Diagnosen in anderen Teilen Österreichs einberechnet.

Unter ausländischen Gästen sei bislang trotz internationaler Kontakt-Nachverfolgung kein Fall gefunden worden, erklärte das Gesundheitsministerium. Die Ausbreitung sei durch rasches Testen und Absondern von Kontaktpersonen unter Kontrolle gebracht worden, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Die Epidemiologen zählen nun insgesamt 107 laborbestätigte Covid-19-Patienten, die sich im Juli in St. Wolfgang aufhielten. Bei 103 von ihnen habe es nachvollziehbaren direkten Kontakt zu betroffenen Orten oder Erkrankten - etwa als Hotelpersonal, Gast oder als Familienangehörige - gegeben. Zwei der Fälle kamen am Donnerstag nach erneuten Tests unter 401 Mitarbeitern betroffener Hotels und Gaststätten hinzu.

Als Ausgangspunkt der zahlreichen Infektionen gelten Feiern junger Saisonmitarbeiter im Juli in zwei Lokalen, die daraufhin freiwillig geschlossen hatten. Sie dürfen nun wieder öffnen. Auch die vorverlegte Sperrstunde von 23 Uhr wird ab Montag in dem Ort am Wolfgangsee wieder aufgehoben. Im Rest des Landes muss um 1.00 Uhr nachts geschlossen werden. Insgesamt sind den Behörden in Österreich aktuell rund 1400 aktive Corona-Erkrankungen bekannt.


06.08.2020: Höchste Zahl neuer Corona-Infektionen seit Ende April

In Rheinland-Pfalz ist die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen auf den höchsten Stand seit mehr als drei Monaten gestiegen. Bis Donnerstag (Stand 10.20 Uhr) kamen innerhalb von 24 Stunden 60 neue Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium in Mainz mitteilte. Dies ist der höchste Wert seit dem 25. April mit 70 Neuinfektionen. Insgesamt wurden seit Beginn der Pandemie 7687 Corona-Infektionen in Rheinland-Pfalz gezählt.

Bereits am Dienstag kamen 59 neue Fälle hinzu, am Mittwoch waren es dann 26. Aktuell sind nun 369 Menschen im Bundesland mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, am Vortag waren es 325 gewesen. Die Zahl der Todesfälle blieb unverändert bei 239.

Stärker gestiegen sind zuletzt die Infektionen in der Westpfalz und im Eifel-Mosel-Raum. In der Liste der sogenannten Inzidenz liegt der Kreis Bitburg-Prüm mit 18 Fällen je 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen an der Spitze, gefolgt von den Kreisen Kusel (17) und Trier-Saarburg (11). Das Infektionsgeschehen hat sich zuletzt vor allem auch in der Fläche ausgebreitet: Nachdem Anfang Juli 20 der insgesamt 36 Kreise und kreisfreien Städte ohne eine einzige Infektion in der damals zurückliegenden Woche waren, sind es nun nur noch 7.

Mehr als neun von zehn Menschen, bei denen eine Infektion mit dem Virus bestätigt wurde, sind bisher nach Angaben des Gesundheitsministeriums wieder genesen - 7079 oder 92,1 Prozent der bestätigten Infizierten.


06.08.2020: Polen plant Befreiung von Maskenpflicht nur mit Attest

Vor dem Hintergrund steigender Zahlen nachgewiesener Corona-Infektionen will Polen künftig Bürger nur dann von der Maskenpflicht befreien, wenn sie ein entsprechendes Attest vorweisen können. Diese Regelung werde am 1. September in Kraft treten, sagte Vize-Gesundheitsminister Janusz Cieszynski am Donnerstag laut Nachrichtenagentur PAP.

"Nach Ansicht unserer Experten gibt es nicht viele medizinische Gegenanzeigen, die das Verdecken von Mund und Nase nicht erlauben", so der Minister. Wer keine Maske trage, wo dies vorgeschrieben sei, müsse ein Attest dabei haben. In Polen gilt die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Restaurants, Geschäften und Museen.

Am Donnerstag verzeichneten die Behörden 726 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, das ist der höchste Wert seit Ausbruch der Pandemie. Nach offiziellen Angaben haben sich bislang knapp 50 000 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. Demnach starten 1774 Menschen mit dem Virus.

Gesundheitsminister Lukasz Szumowski sagte, er rechne in den kommenden Tagen mit 500 bis 700 registrierten Neuinfektionen, da man intensiv in den besonders betroffenen Regionen im Süden und Südosten teste. In mehreren Landkreisen sollen auch die Restriktionen wieder verschärft werden. Dort gilt generelle Maskenpflicht in der Öffentlichkeit, die Zahl der Passagiere im öffentlichen Nahverkehr wird begrenzt, Fitnessstudios werden wieder geschlossen.

An eine Quarantäne-Pflicht für Rückkehrer aus dem Ausland sei aber vorerst nicht gedacht, sagte ein Regierungssprecher.


06.08.2020: Moskau geht mit Geldstrafen gegen Maskenverweigerer vor 

Im Kampf gegen das Coronavirus greifen die Behörden in der russischen Hauptstadt Moskau bei Verstößen gegen die Maskenpflicht wieder härter durch. Zahlreiche Geschäfte und Supermärkte seien schon geschlossen worden, weil sich dort Kunden ohne Mund-Nasen-Schutz aufhielten, berichtete der TV-Sender Moskwa-24 am Donnerstag aus der Millionenmetropole. Insgesamt hätten rund 6000 Geschäfte hohe Geldstrafen zahlen müssen. Auch in der Metro werde stärker kontrolliert und Maskenverweigerer erhielten Geldstrafen von bis zu 5000 Rubel (rund 60 Euro).

Moskau mit geschätzt 15 Millionen Einwohnern ist der Hotspot bei den Corona-Infektionen in Russland. Dort haben sich insgesamt nach offiziellen Angaben mehr als 245 000 Menschen mit dem Virus angesteckt, täglich kommen rund 700 Fälle hinzu. Russland ist mit etwa 870 000 Fällen im Bezug auf die Infektionen eines der meistbetroffenen Länder der Welt. Landesweit sind bislang etwa 14.000 Menschen mit Sars-CoV-2 gestorben.

In Moskau gab es im Frühjahr über Monate hinweg strenge Ausgangsbeschränkungen. Die Bewohner durften nur in Ausnahmefällen ihre Wohnungen verlassen. Das drückte die Zahl der Neuinfektionen etwas. Im Juni wurde die jedoch aufgehoben. Es gilt weiter eine Maskenpflicht, an die sich viele Menschen in der Hauptstadt aber nicht halten.


06.08.2020: Corona-Tests auch für Lehrer an freien Schulen

Auch Lehrer und Mitarbeiter an freien Schulen können sich auf Staatskosten auf das Coronavirus testen lassen. Die freien Schulen seien Teil der Teststrategie, die für jeden Schulmitarbeiter bis zu fünf freiwillige Tests bis zu den Herbstferien vorsieht, teilte ein Sprecher des Bildungsministeriums am Donnerstag in Schwerin mit. Das Land übernehme die Finanzierung. Die Einzelheiten würden mit der Kassenärztlichen Vereinigung geklärt.

An den allgemeinbildenden Schulen in freier Trägerschaft lernen in Mecklenburg-Vorpommern rund 18 700 der insgesamt 152 700 Schülerinnen und Schüler. Dies entspricht einem Anteil von 12,2 Prozent. Mit den freiwilligen Corona-Tests für Lehrkräfte und andere Schulmitarbeiter von der Sekretärin bis zum Hausmeister will das Bildungsministerium für mehr Corona-Sicherheit an den Schulen sorgen.

Das Bildungsministerium hatte laut NDR die Übernahme der Testkosten für Lehrer an freien Schulen zunächst abgelehnt - mit der Begründung, nicht Dienstherr dieser Pädagogen zu sein. Das war demnach von der Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen kritisiert worden. Das Ministerium widersprach dieser Darstellung nicht.


06.08.2020: Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten ab Samstag

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus müssen sich Einreisende aus internationalen Risikogebieten von diesem Samstag an bei der Rückkehr nach Deutschland testen lassen. Das ordnete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn an, wie er am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Welche Länder als Risikogebiete gelten, steht auf einer Liste des Robert-Koch-Instituts (RKI) - aus der EU sind derzeit Luxemburg und die die drei spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra auf der Liste. Zentrales Kriterium ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

Spahn sagte, mit der Testpflicht für Rückkehrer aus Gebieten mit hohen Fallzahlen wolle man "auf Nummer sicher" gehen. "Mir ist sehr bewusst, dass das ein Eingriff in die Freiheit des Einzelnen ist." Es sei aber ein zumutbarer Eingriff. Wer aus solchen Risikogebieten kommt, muss sich bisher schon direkt für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben und beim Gesundheitsamt melden. Möglich ist auch, ein negatives Testergebnis vorzulegen, das höchstens 48 Stunden alt ist.

Bereits seit vergangenem Samstag können sich alle Einreisenden aus dem Ausland freiwillig und kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Jede bisher unentdeckte Infektion mache einen Unterschied, sagte Spahn. Er verteidigte es erneut, dass die Reisenden dafür nicht selbst zur Kasse gebeten werden sollen. Die Kosten übernimmt letztlich der Bund.


06.08.2020: Mehr Corona-Patienten in Brandenburg im Krankenhaus 

Die Zahl der Patienten, die wegen einer Corona-Infektion in Brandenburg im Krankenhaus behandelt werden, ist weiter gestiegen. Derzeit würden 13 Menschen stationär versorgt, von denen drei künstlich beamtet werden, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag in Potsdam mit. Am Montag war nur ein Patient in einer Klinik, am Mittwoch waren es elf Patienten.

Der Anstieg neuer Corona-Infektionen hat sich dagegen halbiert. Von Mittwoch auf Donnerstag seien sieben neue Fälle hinzugekommen - zwei im Kreis Oder Spree und je ein neuer Fall in Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming sowie in der Stadt Potsdam. Am Tag zuvor wurden 14 neue Infektionen gezählt.

Die Zahl aktiv erkrankter Menschen wird landesweit auf rund 90 geschätzt, etwa 3360 Patienten gelten als genesen. Seit März sind 3622 bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 gezählt worden, seitdem starben 173 Corona-Patienten.


06.08.2020: Partyurlaub in Kroatien - Abiturienten mit Corona im Gepäck

Nach einer Abifahrt nach Kroatien sind mehrere Teilnehmer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bereits neun Reisende aus dem Raum Donzdorf im Kreis Göppingen hätten sich infiziert, teilte das Göppinger Landratsamt am Mittwochabend mit. Weitere Testergebnisse stünden noch aus. Die Reise sei bundesweit organisiert worden von einem in Hamburg ansässigen Party-Reiseveranstalter. Nach bisherigem Kenntnisstand gebe es auch in anderen Landkreisen und Bundesländern infizierte Teilnehmer.

Bei den erkrankten Abiturienten aus dem Kreis Göppingen seien bereits während der Heimreise erste Symptome aufgetreten. Alle 18 Teilnehmer aus dem Kreis Göppingen und 50 Kontaktpersonen stehen nun für zwei Wochen unter Quarantäne.

Der Leiter des Göppinger Gesundheitsamts, Heinz Pöhler, betonte, das momentan vermehrt Corona-Erkrankungen bei Reiserückkehrern aus den Balkanländern nachgewiesen werden. "Dieser Fall zeigt deutlich das Risiko von Reisen und Partys während einer Pandemie und wie schnell das Virus innerhalb einer Gruppe um sich greifen kann."


06.08.2020: Tests in Heim für Behinderte nach Corona-Infektion

Nach mehreren Corona-Infektionen in einem Heim für geistig behinderte Menschen in Bernstadt (Landkreis Görlitz) werden nun alle 33 Bewohner und das Personal getestet. Wie das Landratsamt Görlitz am Donnerstag mitteilte, stehen die Ergebnisse noch aus. In dem Heim im Ortsteil Kemnitz lebten Menschen aller Altersgruppen. 

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass sich sieben Bewohner und eine Mitarbeiterin infiziert hatten. Für das gesamte Wohnheim wurde Quarantäne angeordnet. Nach Angaben der Heimleitung muss nun der Tagesablauf stark verändert werden, was für für alle Betroffenen problematisch sei.

Mit Stand Mittwoch gab es in Sachsen bisher 5568 nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus. Binnen 24 Stunden war die Zahl um zwölf gestiegen. Damit war der Zuwachs den zweiten Tag in Folge zweistellig. 224 Menschen sind bisher an einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Die meisten Infektionen (891) und Todesfälle (52) gab es im Landkreis Zwickau.


06.08.2020: Drosten: Bei zweiter Welle auf Infektionsgruppen konzentrieren 

Der Charité-Virologe Christian Drosten schlägt vor, sich nicht mehr auf einzelne Corona-Fälle, sondern auf Infektionsgruppen zu konzentrieren, sollte es in Deutschland zu einer zweiten Welle kommen. "Waren bisher die meisten Infektionsketten nachvollziehbar, können neue Fälle bald überall gleichzeitig auftreten", schreibt Drosten in einem Beitrag für die Wochenzeitung "Zeit". Dies könnte alle Landkreise und Altersgruppen betreffen.

"Dann sind die personell schlecht ausgestatteten Gesundheitsämter endgültig damit überfordert, die Quarantäne jeder einzelnen Kontaktperson zu regeln", so der Wissenschaftler.

Die Behörden sollten sich dann auf Gruppen konzentrieren, in denen sich viele Menschen mit dem Virus infiziert haben. Wenn sich ein Mitglied eines dieser sogenannten Cluster infiziert habe, könne auch eine Isolation von fünf Tagen ausreichen. Nötig sei eine entscheidende Strategieänderung: "eine Testung auf Infektiosität statt auf Infektion". Eine niedrige Viruslast bedeute, dass ein Patient nicht mehr ansteckend sei.


06.08.2020: Auswärtiges Amt warnt vor Reisen in die belgische Provinz Antwerpen

Wegen eines deutlichen Anstiegs von Corona-Fällen warnt das Auswärtige Amt vor touristischen Reisen in die belgische Region Antwerpen. "Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Provinz Antwerpen wird aufgrund erneut hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt", teilte das Auswärtige Amt am Mittwoch auf seiner Internetseite mit.

Zuvor hatte die Provinzregierung von Antwerpen bereits selbst von Reisen in die Region abgeraten. Dort übersteigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen derzeit die Marke von 50 Fällen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Solche Regionen hat das Robert Koch-Institut zu Risikogebieten erklärt. 

In der Provinz, die nicht direkt an Deutschland angrenzt, gibt es in Belgien die meisten bestätigten Corona-Fälle. Dort gelten eine besonders strenge Maskenpflicht, eine nächtliche Ausgangssperre und ein nächtliches Verkaufsverbot für Alkohol. An der Nordseeküste müssen sich Urlauber und Einheimische für Strandbesuche teils vorher anmelden.

Touristen aus Deutschland können derzeit grundsätzlich problemlos in andere Regionen Belgiens einreisen. Am Flughafen Brüssel wird allerdings mit Wärmekameras die Temperatur aller Passagiere gemessen.

Bei mehr als 38 Grad könnte die Einreise verweigert werden. Wegen steigender Corona-Fallzahlen - zuletzt waren es durchschnittlich mehr als 300 pro Tag - sind die Beschränkungen wieder verschärft worden. So gilt eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen mit viel Publikum sowie in Bussen und Bahnen, Museen und Geschäften. Gäste in Kneipen und Restaurants müssen Kontaktdaten hinterlassen. Einkaufen gehen darf man nur noch alleine und für maximal 30 Minuten.


06.08.2020: Auch Ägypten will Ende der Reisewarnung für seine Urlaubsgebiete 

Nach der teilweisen Aufhebung der Reisewarnung für die Türkei verlangt auch Ägypten von der Bundesregierung eine solche Entscheidung für seine Urlaubsgebiete. Der ägyptische Botschafter in Berlin, Khaled Galal Abdelhamid, verwies in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur auf sinkende Corona-Infektionszahlen in seinem Land und weitgehende Sicherheitsvorkehrungen für Touristen. 

"Es ist sehr frustrierend, dass ich keine Antwort darauf bekomme, warum die Reisewarnung nicht aufgehoben wird", sagte er. "Wir bitten nicht um einen Gefallen. Was wir sagen, ist: Schaut Euch die Lage an und trefft eine rationale und angemessene Entscheidung. Alles deutet darauf hin, dass die Reisewarnung nicht gerechtfertigt ist."


06.08.2020: Städte und Landkreise sehen sich auf nächste Corona-Welle vorbereitet 

Städte, Gemeinden und Landkreise in Deutschland sehen sich für den Fall weiter steigender Corona-Infektionszahlen gerüstet. "Darauf sind die Kommunen und die staatlichen Einrichtungen nach den Erfahrungen der ersten Infektionsfälle deutlich besser vorbereitet", sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, der Deutschen Presse-Agentur. 

Landsberg verwies auf den Ausbau von Laborkapazitäten für Corona-Tests und Schutzmaterialien, die in "großem Umfang" mithilfe des Bundes und der Länder beschafft worden seien. "Auch wenn der Beschaffungsmarkt natürlich weiter angespannt ist, sind Kommunen, Krankenhäuser und Arztpraxen wesentlich besser ausgestattet", sagte Landsberg. Zu Krisenbeginn waren etwa Mund-Nasen-Masken Mangelware. 

Auch die Landkreise sehen sich in ihrem Pandemie-Management gut aufgestellt: "Die Erfahrungen aus den vergangenen Monaten haben den Landkreisen geholfen, ihren Umgang mit einer Zunahme von Infektionen weiter zu verbessern und zu beschleunigen", sagte der Beigeordnete für Gesundheit beim Landkreistag, Jörg Freese. 

Zwar sei bei den Gesundheitsämtern die Personalstärke wegen der niedrigen Infektionszahlen zuletzt zurückgegangen. Bei Bedarf könne aber zeitnah wieder aufgestockt werden. "Dass dies den Landkreisen auch tatsächlich gelingt, haben die lokalen Ausbrüche und deren schnelle Eindämmung seit März 2020 gezeigt", sagte Freese.

Die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, mahnte, dass die Gesundheitsämter bei steigenden Zahlen wieder mehr Personal für die Verfolgung von Infektionsketten bräuchten. Teichert plädierte dafür, die Gesundheitsämter grundsätzlich besser auszustatten. "Es kann nicht sein, dass man in Krisenzeiten nur Hilfspersonal dorthin verschiebt", sagte Teichert. "Es wird fachlich qualifiziertes Personal in diesem Bereich gebraucht und zwar auf Dauer."


06.08.2020: 1045 neue Corona-Infektionen 

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 1045 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 213 067 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Donnerstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 6.8., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9175. Bis Donnerstagmorgen hatten 195 200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 5.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 0,9 (Vortag: 1,02). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 5.8., 0.00 Uhr, bei 0,97 (Vortag: 0,99). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


05.08.2020: Italiens Regierung will Maskenpflicht weiter verlängern

Italiens Regierung will die Maskenpflicht in geschlossenen Räumen und andere Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus weiter verlängern. Das geht aus italienischen Medienberichten vom Mittwoch hervor.

Das Kabinett berate über eine Reihe von Vorschriften, die noch diese Woche angekündigt werden sollten, hieß es bei Nachrichtenagenturen. Zu den erwarteten Beschlüssen gehöre auch die weitere Stützung der notleidenden Wirtschaft im Umfang von rund 25 Milliarden Euro, schrieb die Agentur Adnkronos am Mittwoch. Es gehe zum Beispiel um Rabatte in Restaurants, die wegen der Tourismusflaute stöhnen, andere Konsumanreize und Hilfen für den Arbeitsmarkt.

Genaue Daten etwa für die Maskenpflicht gab es zunächst nicht. Außerdem soll die Regel bestehen bleiben, dass man im Alltag mindestens einen Meter Abstand zu anderen Menschen halten soll. Größere Menschenansammlungen blieben verboten, schrieb die Zeitung "Corriere della Sera".

Ministerpräsident Giuseppe Conte sagte dem Blatt über anstehende Beschlüsse: Atemschutz und Abstand "sind grundlegend, sie sollten aber nicht als Einschränkung empfunden werden". Er sprach von einer gemeinsamen "Rückkehr in die Normalität".

Italien ist seit Februar stark von der Pandemie getroffen worden. Inzwischen verbesserte sich die Lage deutlich. Bis zum 4. August registrierten die Behörden offiziell mehr als 248 000 Infektionsfälle mit dem Erreger Sars-CoV-2. Im Vergleich zum Vortag gab es am Dienstag 190 Neuinfektionen. Die Zahl der offiziellen Covid-19-Toten liegt bei gut 35.170. Die Maskenpflicht war zuletzt Mitte Juni zunächst um rund zwei Wochen verlängert worden.


05.08.2020: Die Kanaren versichern alle Touristen gegen Corona

Die Kanaren versichern als erste Region Spaniens alle Besucher gegen zusätzliche Kosten im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus während des Urlaubs auf den Inseln. Die Versicherung decke den Rückflug in die Heimat, die Quarantäne-Unterkunft sowie auch die medizinischen Kosten ab, sagte die regionale Tourismusministerin Yaiza Castilla am Mittwoch in Santa Cruz de Tenerife nach der Unterzeichnung eines entsprechenden Abkommens mit einem Versicherungsunternehmen.

"Damit machen die Kanarischen Inseln einen weiteren Schritt, um den Touristen mehr Sicherheit und Ruhe zu bieten", so Castilla. In den Genuss der Versicherung kommen den Angaben zufolge von sofort an alle Besucher, sowohl die spanischen als auch die ausländischen Urlauber. Eine wichtige Bedingung gibt es aber: Im Falle einer Infektion darf der Betroffene nicht vor Reiseantritt gewusst haben, dass er sich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt hat, wie es in einer Mitteilung des Tourismusministeriums heißt.


05.08.2020: In Bayern schon jetzt 150 Euro Bußgeld für erstmalige "Masken-Muffel"

"Masken-Muffel" im öffentlichen Nahverkehr in Bayern müssen anders als in Nordrhein-Westfalen auch bei erstmaligen Verstößen schon jetzt mit einem Bußgeld von 150 Euro rechnen. "Wenn eine Minderheit meint, sich nicht an die Maskenpflicht halten zu müssen, ist das nicht akzeptabel. Wer andere gefährdet, muss zu Recht mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann am Mittwoch. "Die Einhaltung der Maskenpflicht ist entscheidend bei der Bekämpfung der Pandemie", betonte er. Die allermeisten Bürgerinnen und Bürger verhielten sich aber sehr verantwortungsbewusst und trügen Masken in U-Bahn, Bus und Tram.

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst hatte zuvor in der "Rheinischen Post" angekündigt, die Regeln in Nordrhein-Westfalen zu verschärfen und nun auch Erstverstöße mit 150 Euro Bußgeld zu ahnden. Das bayerische Innenministerium betonte, die Aufnahme von Anzeigen durch die Polizei erfolge stets mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl. "Es ist jedoch zwingend geboten, dass auch in den Bereichen des ÖPNV bestehende Regelungen durchgesetzt und Verstöße konsequent verfolgt werden." Unter diesen Maßgaben und nach Würdigung des Einzelfalls schreite die Polizei somit grundsätzlich auch bei Erstverstößen ein, etwa nach Hinweisen von Fahrgästen oder Meldungen durch das Personal.

Nach Angaben des bayerischen Verkehrsministeriums hält sich der weit überwiegende Teil der Fahrgäste (mehr als 95 Prozent) an die Maskenpflicht. Es gebe nur vereinzelte Meldungen über Verstöße, beispielsweise in den Abend- und Nachtstunden in den Großstädten oder im Ausflugsverkehr an den Wochenenden. Bei Verstößen gegen die Maskenpflicht droht im Regelfall ein Bußgeld von 150 Euro - die Summe kann "je nach den Umständen des Einzelfalls" erhöht oder ermäßigt werden. Bei Fahrlässigkeit etwa ist der Regelsatz zu halbieren.


05.08.2020: Brandenburg führt Maskenpflicht an Schulen ein

In Brandenburg müssen Schüler und Lehrer künftig Masken zum Schutz vor dem Coronavirus tragen. Die Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz gelte für Flure, Gänge, Treppenhäuser und Aulen sowie beim Anstehen in der Mensa, teilte Bildungsministerin Britta Ernst am Mittwoch in Potsdam mit. Im Unterricht und auf dem Schulhof sollen keine Masken notwendig sein. Darauf habe sie sich mit Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher verständigt. Das Kabinett werde die Regelung, die Teil der neuen Corona-Verordnung sei, am kommenden Dienstag beschließen.

"Ziel ist es, alles dafür zu tun, dass Unterricht in Brandenburg möglichst im Regelbetrieb stattfinden kann", erklärte Bildungsministerin Ernst. "Außerdem tragen wir damit den Sorgen und Wünschen der Eltern und Schülerinnen und Schüler Rechnung, die sich in vielen Briefen an uns gewendet haben."

Gesundheitsministerin Nonnemacher zeigte sich besorgt, weil die Infektionszahlen in allen Bundesländern und weltweit wieder in unterschiedlichem Ausmaß spürbar zunähmen. "Zum Ende der Reisezeit besteht auch in Brandenburg die Gefahr, dass das Infektionsgeschehen angefacht wird. Angesichts dieser aktuellen Lage wollen wir den Schulstart im Regelbetrieb mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen flankieren."

Nach dem Ende der Sommerferien soll am 10. August in Brandenburg der reguläre Schulbetrieb trotz der Corona-Pandemie wieder aufgenommen werden. Ernst hatte am Dienstag eine mögliche Maskenpflicht an Schulen in Aussicht gestellt. Das Nachbarland Berlin kündigte bereits an, dass dort im neuen Schuljahr wie in weiteren Bundesländern eine Maskenpflicht in Schulgebäuden gelten soll, aber nicht im Unterricht. Die Brandenburger Landesregierung hatte in ihrem Hygieneplan zunächst keine verpflichtende Bedeckung von Mund und Nase vorgesehen.


05.08.2020: Corona-Maßnahmen im schottischen Aberdeen werden wieder verschärft

In der schottischen Stadt Aberdeen sind am Mittwoch die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie wieder verschärft worden. Restaurants und Pubs in der Stadt müssten vom frühen Abend an ihr Türen wieder schließen, kündigte die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon während einer Pressekonferenz an.

Grund für die Maßnahme ist ein starker Anstieg von Fällen in der Stadt im Zusammenhang mit Gaststätten. Mit dem Ausbruch werden 54 Infektionen in Verbindung gebracht. "Diese hohe Zahl an Fällen erhöht unsere Sorge, dass wir es mit einem beträchtlichen Ausbruch in Aberdeen zu tun haben", sagte die Politikerin von der Schottischen Nationalpartei SNP.

Auch die Bewegungsfreiheit in Aberdeen soll wieder eingeschränkt werden. Maximal fünf Meilen weit (etwa acht Kilometer) dürfen sich die Menschen von Mittwoch an um ihren Wohnort in ihrer Freizeit bewegen. Von Reisen in die Stadt im Nordosten Schottlands wird ebenfalls abgeraten. Die Maßnahmen sollen in einer Woche überprüft und gegebenenfalls verlängert werden, so die Regierungschefin.


05.08.2020: Bayern verstärkt Corona-Tests in Krankenhäusern und Reha-Kliniken

Der Freistaat Bayern will die Tests auf das Coronavirus im medizinischen Bereich ausweiten und hat dazu eine Finanzierungslücke geschlossen. «Zum Schutz der Patienten sowie der Beschäftigten sollen zunehmend auch asymptomatische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen getestet werden», teilte Gesundheitsministerin Melanie Huml am Mittwoch in München mit. Auch Patienten in Reha-Einrichtungen sollten künftig vermehrt auf das Virus Sars-CoV-2 getestet werden.

"Wir wollen vor allem Reihentestungen von Beschäftigten in besonders infektionsanfälligen beziehungsweise infektionsempfindlichen Bereichen ermöglichen, zum Beispiel in der Geriatrie und in der Dialyse", erklärte Huml. Zudem sollten neue Mitarbeiter vor dem Start getestet werden. Gleiches gelte künftig für Kollegen, die sich in Risikogebieten aufgehalten hätten. Analog zu den Krankenhäusern sollen nun auch Reha-Einrichtungen bei der Aufnahme neuer Patienten Abstriche machen können.

Bislang mussten die Kliniken die Kosten für die Tests ihrer Mitarbeiter selbst tragen. Nach einer neuen Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums werden bei Testungen in Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen nun die Laborkosten durch die gesetzliche Krankenversicherung übernommen. Die Kosten für den Abstrich übernimmt der Freistaat - und schließt damit die Finanzierungslücke.


05.08.2020: Keine Ausgangssperre für Touristen über 65 in der Türkei

Touristen in der Türkei sind von der wegen de Corona-Pandemie verhängten Ausgangssperre für Menschen über 65 Jahre ausgenommen. Darauf wies ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Mittwoch in der Bundespressekonferenz in Berlin auf Nachfrage hin. Am Dienstag hatte sein Ministerium die Reisewarnung für vier der beliebtesten Urlaubsregionen in der Türkei aufgehoben.  

Die Ausgangssperre für die über 65-Jährigen gilt in der Türkei schon seit längerer Zeit vor 10 Uhr morgens und nach 20 Uhr abends. Zwischen 10 und 20 Uhr können sie sich frei bewegen. Bei älteren Menschen ist die Gefahr eines schweren Krankheitsverlaufs vergleichsweise hoch. Die türkische Regierung hatte vergangene Woche aber eine Aufhebung der Ausgangssperre in Aussicht gestellt.

Nach wochenlangem Zögern hatte die Bundesregierung die seit März geltende Reisewarnung für die Türkei am Dienstag für die Provinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla aufgehoben. Allerdings müssen Touristen sich jetzt in den 48 Stunden vor der Ausreise auf Corona testen lassen und dafür zwischen 15 und 30 Euro bezahlen. Die von den Reisewarnungen unabhängige Einstufung der Türkei als Corona-Risikogebiet bleibt vorerst.


05.08.2020: Neue Corona-Sorgen auf Schiff in Norwegen - Passagiere in Quarantäne 

Nach dem Coronavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff "Roald Amundsen" sind die Besatzungsmitglieder und Passagiere eines weiteren Schiffs in Norwegen in Quarantäne genommen worden. Grund dafür sei, dass ein Passagier einer vorherigen Kreuzfahrt auf der "SeaDream 1" nach der Heimkehr nach Dänemark positiv auf das Virus getestet worden sei, teilte das norwegische Gesundheitsinstitut FHI am späten Dienstagabend mit.

Das Schiff brach seine aktuelle Fahrt deshalb ab und ging in der Nacht zum Mittwoch im Hafen der Stadt Bodø vor Anker, wie die norwegische Zeitung "Aftenposten" berichtete. Die Passagiere seien gebeten worden, in ihren Kabinen zu bleiben. Zunächst sollten nun die 85 Besatzungsmitglieder an Bord auf Corona getestet werden.

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle zweier Kreuzfahrten der «Roald Amundsen» stieg derweil auf insgesamt 44. Darunter sind nach Angaben des Gesundheitsinstituts nun 35 Besatzungsmitglieder und neun Passagiere.

Als Reaktion auf den Ausbruch hatte die Reederei Hurtigruten zum Wochenstart jegliche Kreuzfahrten mit ihren drei Expeditionsschiffen gestoppt. Die "SeaDream 1" gehört dagegen zur Reederei SeaDream Yacht Club, die mitteilte: "Wir hoffen aufrichtig, dass es kein Covid-19 an Bord gibt, und uns sind keine anderen Gäste oder Crew-Mitglieder bekannt, die infiziert sind oder Symptome haben. Aber wir treffen alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen."


05.08.2020: Flughafen Kopenhagen will jede vierte Stelle streichen 

Der größte Flughafen Skandinaviens, der Airport Kopenhagen-Kastrup, will etwa ein Viertel seiner Stellen abbauen. Um sich an die aus der Corona-Krise resultierende längere Zeit mit verringertem Passagieraufkommen anzupassen und wettbewerbsfähig zu bleiben, sollen 650 der rund 2600 Vollzeitstellen wegfallen, wie die Flughafenbetreiber am Mittwoch mitteilten.

Der Flughafen rechnet damit, dass es noch eine ganze Zeit dauern wird, bis der internationale Flugverkehr das Niveau von vor der Corona-Krise erreicht hat. "Obwohl mehrere Länder damit begonnen haben, die Grenzen zu öffnen und Reisen zuzulassen, ist klar, dass 2020 ein Jahr mit deutlich weniger Flugreisen werden wird", hieß es in einer Mitteilung. "Sowohl Geschäfts- als auch Urlaubsreisen werden voraussichtlich noch in einem sehr langem Zeitraum wesentlich unter dem Niveau der Vorjahre liegen."

05.08.2020: Kontakt zu Corona-Infiziertem - Staatsanwaltschaft im Notbetrieb

Wegen eines Corona-Verdachtsfalls ist die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg sicherheitshalber für drei Tage für Besucher geschlossen worden. Einen entsprechenden Bericht des "Nordkuriers" bestätigte am Mittwoch ein Sprecher der Behörde. Grund sei, dass eine Mitarbeiterin Kontakt zu einem Bekannten gehabt haben soll, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Diese Mitarbeiterin sei in Quarantäne. Die Staatsanwaltschaft arbeite aber im Notbetrieb weiter. Als weitere Konsequenz wurde auch mindestens ein für Freitag geplanter Prozess am Landgericht Neubrandenburg abgesagt.


05.08.2020: Strandampel gilt von Freitag an auch für Timmendorfer Strand 

Auch in Timmendorfer Strand gilt von Freitag an der sogenannte Strandticker. Die Internetseite zeigt an, wenn Strandabschnitte überfüllt sind. Er begrüße es, dass es jetzt ein einheitliches System für fast die gesamte innere Lübecker Bucht gebe, sagte der Tourismusdirektor von Timmendorfer Strand, Joachim Nitz, am Mittwoch. Bislang gilt der "Strandticker" nur für die Orte Scharbeutz, Haffkrug, Sierksdorf und Neustadt mit den Ortsteilen Pelzehaken und Rettin.

Am bevorstehenden Wochenende werde die Gemeinde Timmendorfer Strand außerdem an den Zufahrtsstraßen Bauzäune mit Hinweisbannern aufstellen, die bei Bedarf ausgerollt würden, sagte Nitz. Darauf und auf der Internetseite der Gemeinde sollen Tagesgäste aufgefordert werden, den Ort nicht mehr anzusteuern, wenn Strand und Parkplätze ihre Kapazitätsgrenze erreicht haben. Die genauen Standorte der Banner würden noch geprüft, sagte Nitz. Zuvor hatten regionale Medien darüber berichtet.


05.08.2020: Coronafall in MV-Bildungsministerium - Vier Mitarbeiter in Quarantäne

Das Coronavirus hat das Bildungsministerium von Mecklenburg-Vorpommern erreicht. Nach dem Nachweis einer Infektion im Ministerium sind aktuell vier Mitarbeiter in Quarantäne, wie Sprecher Henning Lipski am Mittwoch sagte. Nach einem Bericht von NDR 1 Radio MV soll dazu die Spitze der Schulabteilung gehören, darunter Landesschulrätin Birgit Mett und der Leiter der Schulabteilung, Thomas Jackl.

Lipski wollte diese beiden Personalien weder bestätigen noch dementieren. Er betonte aber, dass die als Kontaktpersonen der Infizierten in Quarantäne geschickten Kollegen im Homeoffice voll einsatzfähig seien. Lipski widersprach einer Darstellung des NDR, wonach die Infizierte bei der Baby-Begrüßungsparty in der Nähe von Hagenow gewesen sei und sich dort angesteckt habe. Er sagte, die Person habe sich bei einem Party-Teilnehmer angesteckt, ohne selbst dort gewesen zu sein.

Eine größere Testaktion wie nach einer Trauerfeier in Parchim, an der möglicherweise ein Infizierter teilgenommen hatte, gab es nach dem Corona-Fall im Bildungsministerium nach Worten des Sprechers bislang nicht. Nach der Trauerfeier waren am Dienstag in Parchim vorsorglich mehr als 100 Teilnehmer und Kontaktpersonen getestet worden. Die Ergebnisse wurden für Mittwoch erwartet. Dabei war unklar, ob die infizierte Person überhaupt teilgenommen hatte oder nicht. Darüber gebe es unterschiedliche Aussagen, hatte ein Sprecher des Landkreises gesagt.


05.08.2020: Niedersachsen plant ebenfalls 150 Euro Bußgeld für Maskenverweigerer

Niedersachsen möchte wie auch Nordrhein-Westfalen künftig bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen ein Bußgeld von 150 Euro kassieren. Eine Neufassung des Bußgeldkataloges, der für Maskenverstöße deutlich höhere Sanktionen vorsieht, werde in Kürze vorgelegt, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums in Hannover am Mittwoch. Bislang sah der Bußgeldkatalog für Maskenverweigerer in Niedersachsen 20 Euro Strafe vor, die konkrete Höhe liegt aber im Ermessen der örtlichen Behörden.

Die härtere Gangart gegenüber Menschen, die in öffentlichen Verkehrsmitteln keine Maske tragen, wird in Niedersachsen vor dem Hintergrund wieder steigender Corona-Infektionszahlen gewählt. "Wir haben ein leicht erhöhtes Aufkommen im Vergleich zu den vorherigen Wochen", sagte Ministeriumssprecherin Stefanie Geisler. Bei im Durchschnitt etwa 50 Menschen pro Tag werde in Niedersachsen derzeit eine Corona-Infektion festgestellt, am Mittwoch gab es 46 nachgewiesene Neuinfektionen.


05.08.2020: Auf Helgoland seit Mittwoch mehrere Stunden täglich Maskenpflicht

Gäste und Bewohner der Hochsee-Insel Helgoland müssen seit Mittwochvormittag an bestimmten Orten einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Diese Pflicht gilt von 11.00 Uhr bis 16.30 Uhr in den öffentlich zugänglichen Bereichen auf den Wegen von den Schiffen bis zum Ortsinneren, in der Hafenstraße sowie in den Straßen Am Südstrand, Nordseeplatz und Lung Wai. Betroffen sind dort auch die Gaststätten.

Die für Helgoland zuständige Verwaltung des Kreises Pinneberg hatte die Maskenpflicht mit der "dynamischen Entwicklung" der Sars-CoV-2-Infektionen begründet. Laut Bürgermeister Jörg Singer (parteilos) handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme mit dem Ziel, die Wirtschaft der Insel zu schützen. Auf Helgoland selbst gab es nach Angaben des Kreises bisher keine Corona-Infektion. Die Maskenpflicht dort gilt zunächst bis einschließlich 17. August.


05.08.2020: Spahn optimistisch bei Impfstoffentwicklung 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist optimistisch, dass es bei der Suche nach einem Corona-Impfstoff schnelle Erfolge geben könnte. Er sei zuversichtlich, dass es so schnell wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte einen Impfstoff geben könne, sagte der CDU-Politiker. "Wir haben sehr vielversprechende Kandidaten, sehr vielversprechende Daten. Wenn das gelänge in den nächsten Monaten, wäre das tatsächlich die schnellste Impfstoffentwicklung der Menschheitsgeschichte."

Abgeschlossene klinische Phasen werde es sicherlich in den nächsten sechs Monaten geben. Spahn zufolge finden zur Zeit bereits Studien in "Phase drei" statt, in denen am Menschen und "im Alltagsinfektionsgeschehen" getestet werde. Das geschieht seinen Angaben zufolge vor allem in anderen Ländern mit größerem Ausbruchsgeschehen, nicht in Deutschland. "Dass wir da Ergebnisse, Erkenntnisse, abgeschlossene klinische Studien haben, da bin ich sehr sicher. Wie die dann am Ende aussehen, das kann ich ihnen nicht sagen. Aber ich sag nochmal, Stand heute, 4.8., besteht Anlass für viel Optimismus."


05.08.2020: Nordrhein-Westfalen plant 150 Euro Bußgeld für "Masken-Muffel"

Nordrhein-Westfalen will bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bussen, S-Bahnen oder Straßenbahnen künftig sofort ein Bußgeld von 150 Euro verhängen. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst sagte der "Rheinischen Post" (Mittwoch): "Inzwischen sollte jeder verstanden haben, dass in Bus und Bahn Maskenpflicht gilt. Deshalb ist ganz klar: Wer ohne Mund-Nasen-Schutz erwischt wird, muss an der nächsten Haltestelle raus und zahlen." Wüst kündigte an: "Wir wollen eine Verschärfung, so dass unmittelbar beim ersten Verstoß gegen die Maskenpflicht ein Bußgeld von 150 Euro fällig ist."

Die Verschärfung solle mit einer Überarbeitung der NRW-Coronaschutzverordnung Mitte nächster Woche in Kraft treten, sagte ein Ministeriumssprecher. Sie gelte dann für alle Züge, auch Fernzüge in NRW.

Bisher werden Bußgelder in NRW nur erhoben, wenn Fahrgäste sich trotz einer entsprechenden Aufforderung weiter weigern, die Maske aufzusetzen. Diese Ermahnung soll wegfallen. Wüst sagte, man wolle "keine lange Diskussion mehr mit Masken-Muffeln". Es gehe um die Solidarität mit den schwächsten der Gesellschaft. "Die kleine Unbequemlichkeit, die Maske zu tragen, verhindert eine mögliche Katastrophe."

Probleme mit "Maskenmuffeln" gebe es in der Praxis vor allem bei Freizeitverkehren, sagte der Ministeriumssprecher. Berufspendler trügen dagegen zu fast 100 Prozent die Maske.

Bundesweit gilt im Kampf gegen die Corona-Pandemie eine Maskenpflicht in Handel und im Nahverkehr - die konkrete Ausgestaltung und Regelungen zu Sanktionen sind aber Ländersachen. Auch in Bayern beispielsweise sieht der Bußgeldkatalog beim Verstoß gegen die Maskenpflicht bereits 150 Euro vor. In Berlin ist bei Verstößen gegen die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ein Bußgeldrahmen von 50 bis 500 Euro vorgesehen.

Angesichts wieder gestiegener Corona-Infektionszahlen hatte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sich kürzlich für härtere Strafen bei Verstößen gegen die Corona-Regeln ausgesprochen. "Was wir im Augenblick an Risikoanstieg erleben, geht im Wesentlichen zurück auf das achtlose und manchmal auch unverantwortliche Fehlverhalten einer sehr kleinen Zahl von Menschen", sagte der Minister. "Das müssen wir wirksamer als bisher unterbinden und in Fällen, bei denen es deshalb zu Infektionen und Ausbrüchen kommt, wirksam ahnden: Das schließt Bußgelder und Strafen mit ein, wenn es sich um Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit handelt."

Mit Blick auf den Schulbeginn nach den Sommerferien setzen zudem mehrere Bundesländer auf eine Maskenpflicht in Schulgebäuden. Nordrhein-Westfalen geht dabei besonders weit - dort wird eine solche Pflicht an weiterführenden und berufsbildenden Schulen sogar im Unterricht gelten.


05.08.2020: Gericht: Arbeitsverbot auch für corona-freie Erntehelfer in Mamming 

Nach zahlreichen Corona-Fällen auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming ist der Landwirt vor Gericht mit dem Versuch gescheitert, dass negativ auf Corona getestete Erntehelfer wieder für ihn arbeiten können. Das Verwaltungsgericht Regensburg bestätigte laut Mitteilung vom Donnerstag eine Entscheidung des Landratsamts Dingolfing-Landau, die eine vollständige häusliche Quarantäne aller Beschäftigten auf dem Hof als Schutzmaßnahme gegen eine weitere Verbreitung von Sars-CoV-2 angeordnet hatte. Den Antrag des Gemüsebauern auf Erlass einer einstweiligen Anordnung lehnten die Richter ab (Az. RN 14 E 20.1311).

Er hatte argumentiert, dass der Einsatz der negativ getesteten Erntehelfer dringlich sei, weil die Haupterntezeit von Einlegegurken nur bis Mitte August dauere. Ohne die Erntehelfer sei ein Totalausfall der diesjährigen Gurkenernte zu erwarten. Das wiederum sei für den Landwirt existenzbedrohend, teilte das Gericht mit.

Derzeit befinden sich den Angaben nach etwa 470 Menschen als Erntehelfer auf dem Anwesen. Bei einer ersten Reihentestung am 25. Juli waren bei 174 von ihnen positive Befunde festgestellt worden, fast 300 wurden negativ getestet. Bei einer zweiten Reihentestung am 31. Juli hatten auch 52 der zunächst negativ getesteten Personen positive Testergebnisse.

Das Gericht entschied am Dienstag, die behördliche Entscheidung sei "ermessensgerecht und verhältnismäßig". "Die vollständige Isolation der Erntehelfer sei insbesondere erforderlich, um die unkontrollierte Weiterverbreitung des Virus zu stoppen", hieß es. "Sie sei trotz der gravierenden wirtschaftlichen Auswirkungen für den Antragsteller auch angemessen, da von Sars-CoV-2 eine große Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung mit dem Risiko schwerer Krankheitsverläufe ausgehe." Gegen den Beschluss kann der Gemüsebauer noch Beschwerde beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einreichen.


05.08.2020: Spahn verteidigt Maskenpflicht

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in bestimmten Bereichen in der Öffentlichkeit verteidigt. "Mich nervt das Maske-Tragen auch manchmal, aber es ist doch im Vergleich zu allen anderen Dingen, die wir erlebt haben im März, April ein echt milderes Mittel", sagte der CDU-Politiker im "Morning Briefing"-Podcast (Montag) von Gabor Steingart. Es sei besser, mit Maske in bestimmten Situationen Dinge möglich zu machen, als sie irgendwann gar nicht mehr möglich machen zu können, sagte er mit Blick auf Restaurantbesuche oder Einkäufe.

Zum Freiheitsargument von Masken-Gegnern sagte Spahn: "Freiheit kommt nie unendlich und ohne die Freiheit der anderen. Und hier geht es ja darum, die anderen im Geschäft, in der U-Bahn, in der Gastronomie, deren Freiheit zu schützen, nämlich deren körperliche Unversehrtheit."

Die Frage, ob jemand krank werde, habe auch etwas mit Freiheit und Nicht-Freiheit zu tun. Es gehe um eine Abwägung. "Und hier war die Entscheidung: Um die Freiheit der anderen zu schützen, gibt es an bestimmten Stellen Masken." Das Virus sei noch da, und da, wo man es ihm leicht mache, gehe es auf einmal wieder ganz schnell, sagte Spahn unter Verweis auf andere Länder mit hohen Infektionszahlen.


05.08.2020: Maskenpflicht in Amsterdam und Rotterdam: Infektionen verdoppelt 

Als erste niederländische Städte führen Amsterdam und Rotterdam eine Maskenpflicht ein. An belebten Straßen, auf Plätzen und Märkten muss ab Mittwoch eine Gesichtsmaske getragen werden, teilten die Städte mit. Am Dienstag wurden in der Innenstadt von Amsterdam darunter auch im Rotlichtviertel gelbe Warnschilder aufgestellt. Wer sich nicht an die Auflage hält, dem droht eine Geldbuße von 95 Euro. Auch in überdachten Einkaufszentren und in Geschäften mit viel Kunden muss jeder ab 13 Jahre eine Maske tragen. 

Die Städte reagieren damit auf die schnell steigenden Infektionszahlen. Vor allem in der Innenstadt von Amsterdam wird wegen der großen Zahl von Touristen der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern oft nicht eingehalten. Landesweit sind Masken bisher nur im öffentlichen Nahverkehr Pflicht. 

In der vergangenen Woche waren in den Niederlanden fast 2600 Neu-Infektionen gemeldet worden, das ist fast doppelt soviel wie in der Vorwoche. 


05.08.2020: Weitere 49 Corona-Fälle bei Blohm+Voss in Hamburg

Auf der Hamburger Werft Blohm+Voss sind bei einem Massentest 49 weitere Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Einige Testergebnisse stünden noch aus, teilte die Bremer Lürssen Werft als Muttergesellschaft am Dienstagabend mit. Bei Blohm+Voss waren am Montag rund 500 Mitarbeiter eines gut abgrenzbaren Bereichs auf freiwilliger Basis getestet worden, nachdem Ende vergangener Woche dort bei sechs ihrer Kollegen das Virus festgestellt worden war. 


05.08.2020: Offenbach nähert sich Corona-Schwellenwert - 57 neue Fälle in Hessen 

Die Infektionszahlen in der Stadt Offenbach rücken näher an die Grenze für weitere Verschärfungen der Corona-Maßnahmen. Am Dienstag stieg die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen von 36 auf 39, wie das Hessische Sozialministerium mitteilte. Der Schwellenwert liegt bei 50. Der Rheingau-Taunus-Kreis folgt mit 22, danach der Odenwaldkreis und Wiesbaden mit je 20.

Nach einem starken Anstieg der Covid-19-Fälle am Wochenende hatte Offenbach bereits von sich aus einige Corona-Maßnahmen verschärft.

Unter anderem wurden das Grillen und Picknicks auf öffentlichen Flächen verboten, Besuche in Altenheimen sind nur noch im Freien oder größeren Räumen wie Besucherzimmern möglich. Unter dem Strich gab es Dienstag aber nur einen moderaten Anstieg der Infektionszahlen. Laut Stadt wurden im Vergleich zum Vortag fünf neue Fälle registriert. Am Wochenende war die Zahl auf den bisherigen Höchststand von 65 aktiv Erkrankten geklettert. Aktuell gibt es 64 akute Covid-19-Fälle in der Stadt.


05.08.2020: Frankreich sorgt sich vor "zweiter Welle"

In Frankreich wächst die Sorge vor einer zweiten Welle der Corona-Pandemie. Der wissenschaftliche Rat von Experten, der die Regierung berät, bezeichnet es nun als "sehr wahrscheinlich", dass es im Herbst oder Winter eine zweite Epidemie-Welle geben könnte.

Staatschef Emmanuel Macron appellierte am Dienstag im südfranzösischen Toulon an seine Landsleute, die geltenden Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten.

Frankreich gehört zu den Ländern in Europa, die besonders stark getroffen sind. Mehr als 30 000 Menschen starben. Bei einem Besuch in der Hafenstadt Toulon kündigte Macron an, dass professionelle Helfer, die alte und behinderte Menschen zu Hause betreuen, bis zum Jahresende Prämien bekommen. Dafür sollen 160 Millionen Euro fließen.

Macron verbringt in der nahegelegenen Residenz Fort de Brégançon seinen Sommerurlaub.

Nach Einschätzung des wissenschaftlichen Rats ist die Lage unter Kontrolle, aber unsicher. Das Virus sei im Sommer wieder stärker im Umlauf. "Die Zukunft der Epidemie ist größtenteils in den Händen der Bürger", urteilten die Experten. Es müsse deshalb weiter Aufklärungskampagnen geben, heißt es in einem neuen Bericht an die Regierung von Ende Juli, der nun öffentlich gemacht wurde.

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo brachte am Dienstag eine Maskenpflicht für belebte Plätze und Straßen in der französischen Hauptstadt ins Gespräch. Gemeinsam mit der Pariser Polizeipräfektur werde eine Liste von Orten erstellt, an denen eine Maskenpflicht auch im Freien kommen könnte, teilte Hidalgo auf Twitter mit. In Frankreich muss in öffentlichen Verkehrsmitteln und in öffentlichen geschlossenen Räumen wie beispielsweise in Geschäften verpflichtend eine Maske getragen werden. In Dutzenden Orten in der Bretagne, im Département Mayenne und in Teilen der Küstenmetropole Nizza muss auch auf der Straße eine Maske aufgesetzt werden.


05.08.2020: Corona-Ausbruch in St. Wolfgang unter Kontrolle 

Der Corona-Ausbruch im österreichischen Touristenort St. Wolfgang ist nach Einschätzung der Behörden unter Kontrolle. Die Zahl der bekannten Fälle erhöhte sich seit Anfang der Woche nur noch um einen auf 79, wie der Krisenstab des Bundeslands Oberösterreich mitteilte. Die Zahl der betroffenen Betriebe in der Gemeinde blieb unverändert bei 18.

Die meisten Infizierten arbeiten in der Hotel- und Gastronomiebranche. Die Ergebnisse neuer Tests von etwa 400 Beschäftigten sollen am Donnerstag vorliegen. Als Ausgangspunkt der zahlreichen Infektionen seit Ende Juli gelten Feiern junger Saisonmitarbeiter in zwei Lokalen, die daraufhin freiwillig geschlossen hatten.

Die Behörden hatten die Infizierten über Kontaktpersonen gefunden und Schutzmaßnahmen verhängt. Bis 9. August gilt eine Sperrstunde von 23 Uhr an. Im Rest des Landes muss um 1.00 Uhr nachts geschlossen werden. Abreisende Gäste müssen ihre Kontaktdaten hinterlassen.

Bei der Zahl von Tagesbesuchern und Übernachtungen habe es einen spürbaren Einbruch gegeben, sagte der Geschäftsführer der örtlichen Tourismusgesellschaft, Hans Wieser. "Tatsache ist, dass uns die Situation schon stark getroffen hat." An diesem Mittwoch will er mit Landesregierung und Stadtverwaltung einen "Comeback-Plan für den Tourismus" vorstellen.

Aktuell gibt es in Österreich nach Angaben des Gesundheitsministeriums etwas über 1400 aktive Erkrankungen mit Covid-19. 23 Patienten werden nach Angaben von Dienstag auf der Intensivstation behandelt.


05.08.2020: 741 neue Corona-Infektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 741 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 212 022 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen im Internet meldete (Datenstand 5.8., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9168. Bis Mittwochmorgen hatten 194 600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 4.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,02 (Vortag: 1,09).

Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 4.8., 0.00 Uhr, bei 0,99 (Vortag: 1,00). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


04.08.2020: Bundesregierung hebt Reisewarnung für Türkei teilweise auf 

Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für die Türkei teilweise aufgehoben. Das Auswärtige Amt teilte am Dienstag in ihren Reisehinweisen im Internet mit, dass die formelle Warnung vor touristischen Reisen in die Provinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla entfällt.


04.08.2020: Neuer Corona-Todesfall in Südthüringen

In Thüringen gibt es einen weiteren Corona-Todesfall. Wie der Landkreis Schmalkalden-Meiningen am Dienstag mitteilte, starb ein 78-Jähriger aus dem Raum Meiningen. Er sei aufgrund schwerer Vorerkrankungen im Krankenhaus behandelt worden, hieß es. Damit sind in Thüringen bislang 183 Menschen mit Covid-19 gestorben.

Die Zahl der Corona-Fälle war zuletzt - auch aufgrund von Reiserückkehrern - wieder leicht gestiegen. Von Montag auf Dienstag gab es laut dem Bulletin der Staatskanzlei 14 Neuinfektionen im Freistaat. Damit wurden seit Beginn der Pandemie 3384 Infizierte verzeichnet.

Ein Geschwisterpaar aus dem Ilm-Kreis war nach seiner Rückkehr aus dem Kosovo am Flughafen positiv getestet worden, wie das Landratsamt in Arnstadt am Dienstag meldete. Die beiden seien in häuslicher Quarantäne, es gebe keine weiteren Kontaktpersonen. Bei einem dritten neuen Corona-Fall handele es sich um eine Person die zwar im Ilm-Kreis gemeldet sei, aber in Nordrhein-Westfalen lebe und sich dort auch in Quarantäne befinde.

Zuvor waren in Thüringen bereits bei Reiserückkehrern aus Bulgarien zwei Fälle nachgewiesen worden. Ein Urlauber stammt aus dem nördlichen Landkreis Greiz, eine andere Bulgarien-Urlauberin aus dem Saale-Orla-Kreis. Insgesamt 16 Kontaktpersonen wurden daraufhin in beiden Kreisen in Quarantäne genommen.


04.08.2020: Mecklenburg: Weiter keine Tagestouristen aus anderen Bundesländern

Individuelle Tagestouristen aus anderen Bundesländern dürfen auch weiterhin nicht nach Mecklenburg-Vorpommern kommen. Damit soll das Corona-Infektionsrisiko angesichts wieder steigender Zahlen in Deutschland niedrig gehalten werden. Das Wichtigste sei, dass jetzt der Schul- und Kitabetrieb nach den Sommerferien geordnet unter Corona-Bedingungen anlaufe, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig am Dienstag nach einer Kabinettssitzung. Weitere Risiken sollten daneben nicht eingegangen werden.

Auch Volksfeste bleiben Schwesig zufolge vorerst weiter verboten, Diskotheken und Clubs geschlossen. Für Herbst- und Weihnachtsmärkte könnten die Kommunen aber Konzepte vorbereiten. Nach den Worten von Wirtschaftsminister Harry Glawe soll über diesen Bereich am 18. und 25. August gesprochen werden.


04.08.2020: Neue Corona-Verordnung - Keine Mail-Adressen mehr in Kontaktlisten

Bei Besuchen in Restaurants, im Schwimmbad oder in Hotels muss keine E-Mail-Adressen mehr in den Kontaktlisten hinterlassen werden. Nach Zweifeln des Landesdatenschützers sei dies in der neuen Corona-Verordnung so festgelegt worden, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums am Dienstag. Behörden akzeptierten die Adressen künftig nicht mehr, weil die Datenverarbeitung auf diesem Weg nicht den Anforderungen der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung genüge.

"Die Erhebung und Speicherung der E-Mail-Adresse halten wir für unzulässig", heißt es dazu in einer Stellungnahme des Landesdatenschutzbeauftragten zu einer früheren Verordnung. Die meisten E-Mail-Nutzer hätten keinen öffentlichen Schlüssel für eine Verschlüsselung. "Auch verfügen die Gesundheitsämter und Ortspolizeibehörden - soweit uns bekannt - in aller Regel leider nicht über die Möglichkeit, mit externen E-Mail-Adressen Ende-zu-Ende-verschlüsselt zu kommunizieren."

Stattdessen reiche es, eine Handynummer zu hinterlassen oder auf anderem Weg sicherzustellen, dass zum Beispiel Gesundheitsbehörden im Notfall Kontakt aufnehmen könnten. Die neue Verordnung soll am Donnerstag (6. August) in Kraft treten und noch am Mittwoch veröffentlicht werden.


04.08.2020: Maskenpflicht in Schulen in MV ab Klasse fünf beschlossen

In Mecklenburg-Vorpommern müssen Schüler und Lehrer künftig auf dem Schulgelände eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Die Maskenpflicht gelte ab Klasse fünf, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig am Dienstag in Schwerin. Ausgenommen seien die Klassenräume. Das neue Schuljahr hatte am Montag in Mecklenburg-Vorpommern begonnen.


04.08.2020: Frankreich sorgt sich vor "zweiter Welle"

In Frankreich wächst die Sorge vor einer zweiten Welle der Corona-Pandemie. Der wissenschaftliche Rat von Experten, der die Regierung berät, bezeichnet es nun als "sehr wahrscheinlich", dass e im Herbst oder Winter eine zweite Epidemie-Welle geben könnte. Staatschef Emmanuel Macron appellierte am Dienstag im südfranzösischen Toulon an seine Landsleute, die geltenden Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten.

Frankreich gehört zu den Ländern in Europa, die besonders stark getroffen sind. Mehr als 30.000 Menschen starben. Bei einem Besuch in der Hafenstadt Toulon kündigte Macron an, dass professionelle Helferinnen und Helfer, die alte und behinderte Menschen zu Hause betreuen, bis zum Jahresende Prämien bekommen. Dafür sollen 160 Millionen Euro fließen. Macron verbringt in der nahegelegenen Residenz Fort de Brégançon seinen Sommerurlaub.

Nach Einschätzung des wissenschaftlichen Rats ist die Lage unter Kontrolle, aber unsicher. Das Virus sei im Sommer wieder stärker im Umlauf. "Die Zukunft der Epidemie ist größtenteils in den Händen der Bürger", urteilten die Experten. Es müsse deshalb weiter Aufklärungskampagnen geben, heißt es in einem neuen Bericht an die Regierung von Ende Juli, der nun öffentlich gemacht wurde.


04.08.2020: Trump sorgt mit Äußerungen zu Corona-Statistiken für Kritik

Mit einem Interview zum Verlauf der Corona-Pandemie in den Vereinigten Staaten hat US-Präsident Donald Trump neue Kritik auf sich gezogen. In dem Gespräch mit einem Reporter des Online-Portals Axios sagte Trump, die USA hätten in der Pandemie in zahlreichen Kategorien niedrigere Werte als Europa und der Rest der Welt. Zum Beweis zeigte er auf verschiedene Ausdrucke von Statistiken.

Der Journalist hielt entgegen, dass sich der Präsident auf den Anteil der Corona-Toten an der Zahl der in den USA gemeldeten Fälle beziehe anstatt den Bezug zur Gesamtbevölkerung herzustellen. "Das können Sie nicht machen", widersprach Trump. "Sie müssen sich auf die Fälle beziehen." Zahlreiche Nutzer kommentierten im Kurzmitteilungsdienst Twitter am Dienstag, Trump versuche, die Zahlen herunterzuspielen. Der knapp drei Minuten lange Clip erzielte binnen weniger Stunden mehr als zehn Millionen Aufrufe.

In den USA mit rund 330 Millionen Einwohnern sind bislang mehr als 155 000 Menschen in Verbindung mit einer Coronavirus-Infektion gestorben, wie aus den Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorgeht. Bislang gibt es rund 4,7 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 - in absoluten Zahlen mehr als in jedem anderen Land der Welt. Gemessen an der Gesamtbevölkerung schneiden Länder wie Italien, Spanien und Großbritannien schlechter ab.


04.08.2020: Mehr als 100 Corona-Tests nach Trauerfeier in Parchim 

Nach einer Trauerfeier in Parchim sind am Dienstag vorsorglich mehr als 100 Teilnehmer und Kontaktpersonen auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Eine nachweislich infizierte Person habe möglicherweise an der Veranstaltung am vergangenen Wochenende teilgenommen, sagte ein Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Über die Teilnahme gebe es unterschiedliche Aussagen, deshalb sei vorsorglich ein mobiles Abstrichteam nach Parchim geschickt worden. Es gehe darum, mögliche Ansteckungswege frühzeitig zu unterbinden. Das stationäre Testzentrum dort ist aufgrund rückläufiger Fallzahlen kürzlich geschlossen worden.


04.08.2020: Iran plant Einführung von Bußgeldern für Verstöße gegen Corona-Regeln

Der iranische Corona-Krisenstab plant die Einführung von Bußgeldern für Verstöße gegen die Corona-Vorschriften - vor allem für Menschen, die sich weigern, Schutzmasken zu tragen. "In mehreren Ländern gibt es bereits einen Corona-Bußgeldkatalog, der sich auch als effektiv erwiesen hat", sagte Vizeminister Iradsch Harirchi nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna am Dienstag. Daher werde das Gesundheitsministerium diese Initiative des Krisenstabs gutheißen. Es sei nicht hinnehmbar, dass einige Bürger trotz steigender Fallzahlen immer noch keine Maske trügen und so die Gesundheit ihrer Mitbürger gefährdeten, sagte der Vizeminister weiter.

Im Iran ist nach den von Präsident Hassan Ruhani eingeführten Lockerungen die Zahl der Corona-Todesfälle und Neuinfektionen in den vergangenen Wochen drastisch gestiegen. Ruhani spricht sogar von der "zweiten Welle". Seit Ende Juli sterben im Iran jeden Tag im Schnitt mehr als 200 Menschen nach einer Corona-Infektion. Wegen der hohen Zahl der Neuinfektionen pro Tag - am Dienstag waren es mehr als 2700 - warnte die Ärztekammer des Landes vor einem Mangel an Ärzten und Pflegern. Die Gesamtzahl der Toten liegt aktuell bei 17.617, die der nachgewiesenen Infektionen bei 314.786, so das Gesundheitsministerium am Dienstag der Nachrichtenagentur Irna zufolge.

Für hitzige Diskussionen sorgt im Land weiterhin die Frage, ob die für schiitische Muslime sehr wichtigen Aschura-Trauerfeiern Ende August in der derzeit kritischen Corona-Phase veranstaltet werden sollen oder nicht. Bei Aschura-Feiern, die an die Ermordung des dritten schiitischen Imams Hussein im Jahr 680 erinnern, versammeln sich immer wieder riesige Menschenmassen. Solche Ansammlungen würden nach Einschätzung von Gesundheitsexperten definitiv zu vielen neuen Neuinfektionen und auch zu Toten führen.


04.08.2020: Polen verzeichnet Höchstwert bei neuen Corona-Infektionen

Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Dienstag verzeichneten die Behörden 680 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Der bisherige Rekordwert wurde am Samstag erfasst, er lag bei 658 Neuinfektionen. In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 48.149 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 1738 Menschen starben demnach mit dem Virus.

Das Virus scheint sich auch unter Parlamentariern in Warschau auszubreiten. Drei Mitglieder des Senats, der zweiten Kammer des Parlaments, sind bereits positiv getestet worden. Plenarsitzungen wurden verschoben.

Die für Donnerstag geplante Amtseinführung und Vereidigung von Präsident Andrzej Duda für seine zweite Amtszeit soll aber unter Corona-Schutzmaßnahmen stattfinden. Duda wird seinen Eid vor der Nationalversammlung abgelegen, die aus den Vertretern beider Kammern des Parlaments besteht.

Wegen mehrerer Corona-Fälle unter Händlern bleibt ab Dienstag auch der bei deutschen Kunden beliebte zentrale Markt in der westpolnischen Grenzstadt Slubice nahe Frankfurt/Oder geschlossen. Alle Händler und Standbesitzer sollen getestet werden, teilte die Stadt bereits am Montag mit. In den kommenden Tagen sollen auch die Händler von zwei weiteren Märkten in der Stadt einen Corona-Test machen. Nur nach einem negativen Testergebnis sollen die Markthändle wieder zu ihrer Arbeit zurückkehren dürfen, sagte der Leiter des örtlichen Gesundheitsamtes.


04.08.2020: 27 neue Corona-Infektionen in Schleswig-Holstein 

In Schleswig-Holstein hat sich die Zahl der offiziell erfassten Coronavirus-Infektionen innerhalb eines Tages um 27 Fälle auf 3494 erhöht. Wie die Landesregierung auf ihrer Homepage mit Stand Montagabend berichtete, lag die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Gestorbenen weiterhin bei 156. Im Kreis Stormarn wurden zwölf Neuinfektionen gemeldet.

Ein Kreissprecher erläuterte am Dienstag in Bad Oldesloe au Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur, übers Wochenende hätten sich einige Fälle angesammelt. Dazu gehöre auch eine Großfamilie aus dem Kosovo. Bei acht Familienmitgliedern, die von einer Kosovo-Reise zurückgekehrt seien, sei das neuartige Coronavirus festgestellt worden. Sie seien in Quarantäne. Mögliche Kontaktpersonen versuche das örtliche Gesundheitsamt zu ermitteln. Insgesamt seien derzeit Reiserückkehrer ein Problem.


04.08.2020: 17 neue Corona-Fälle in Hamburg

In Hamburg ist die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen wieder etwas stärker gestiegen. 17 neue Fälle kamen hinzu, wie die Stadt am Dienstag mitteilte. Am Montag hatte die Stadt acht neue Infektionen gemeldet. Damit wurden seit Beginn der Pandemie 5460 Menschen in Hamburg positiv auf das Virus getestet. Etwa 5000 davon können nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) inzwischen als genesen angesehen werden.

Die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen lag am Montag bei 124. Das entspricht 6,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner - 0,3 mehr als am Vortag. Das Infektionsgeschehen in der Stadt liegt damit nach wie vor weit unter dem Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100. 000 Einwohner binnen einer Woche, ab dem der Senat über erneute Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie beraten müsste.

In den Krankenhäusern der Stadt wurden aktuell 19 Menschen mit dem Coronavirus behandelt, sechs von ihnen auf Intensivstationen. Das ist jeweils eine Person weniger als zuletzt gemeldet.


04.08.2020: Rheinland-Pfalz hält an Linie für Start ins neue Schuljahr fest

Die Schulen in Rheinland-Pfalz sollen Mitte August ohne Maskenpflicht im Unterricht ins neue Schuljahr starten. Nach der Einführung einer Maskenpflicht in Klassenzimmern in Nordrhein-Westfalen sagte am Dienstag ein Sprecher des Bildungsministeriums in Mainz: "Es gilt weiter, dass wir - unter Beachtung von Hygienemaßnahmen - zum Regelbetrieb zurückkehren wollen, wenn es das Infektionsgeschehen zulässt." Außerhalb des Unterrichts sei aber an den Schulen eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

"Das Recht auf Bildung und das Recht, Schule als Ort des Miteinanders zu erleben, sind hohe Güter", sagte der Ministeriumssprecher. Selbstverständlich werde das Infektionsgeschehen ständig beobachtet, in enger Abstimmung mit Gesundheitsexperten. Bereits vor den Sommerferien hat das Bildungsministerium den Schulen mitgeteilt, dass neben dem Regelbetrieb zwei weitere Szenarien möglich seien - das bisherige Nebeneinander von Präsenz- und Fernunterricht sowie temporäre Schulschließungen bei einem größeren Ausbruch.

Lehrerverbände haben sich zuletzt wiederholt skeptisch über die Möglichkeiten eines Regelbetriebs an den Schulen geäußert. Am Dienstag erklärte der Leiter des Arbeitskreises der Bildungsgewerkschaften im Landesverband des Deutschen Beamtenbunds (dbb), Robert Tophofen: "Allein mit Schönwetter-Szenarien und Lösungsvorschlägen, die vor Ort in den Schulen kaum umzusetzen sind, wird kein ganzjähriger Regelbetrieb zu bewerkstelligen sein." Er plädierte dafür, "weniger Schülerinnen und Schüler in lernförderlich zu gestaltenden Räumen" zu unterrichten.


04.08.2020: Geschwister bei Rückkehr aus Kosovo positiv getestet 

Im Ilm-Kreis sind neue Corona-Fälle aufgetreten. So sei ein Geschwisterpaar nach seiner Rückkehr aus dem Kosovo am Flughafen positiv getestet worden, teilte das Landratsamt in Arnstadt am Dienstag mit. Die beiden seien in häuslicher Quarantäne, es gebe keine weiteren Kontaktpersonen. Beim dritten Fall, handele es sich um eine Person die zwar im Ilm-Kreis gemeldet sei, aber in Nordrhein-Westfalen lebe und sich dort auch in Quarantäne befinde, hieß es.

Zuvor waren in Thüringen bereits bei Reiserückkehrern aus Bulgarien zwei Fälle nachgewiesen worden. Ein Urlauber stammt aus dem nördlichen Landkreis Greiz, eine andere Bulgarien-Urlauberin aus dem Saale-Orla-Kreis. Insgesamt 16 Kontaktpersonen wurden daraufhin in beiden Kreisen in Quarantäne genommen.


04.08.2020: Coronavirus bei minderjährigem Hurtigruten-Passagier nachgewiesen 

Nach dem Corona-Ausbruch auf dem norwegischen Kreuzfahrtschiff "Roald Amundsen" ist das neuartige Coronavirus auch bei einem unter zehn Jahre alten Kind nachgewiesen worden. Es sei ebenso Passagier bei Hurtigruten gewesen wie eine Person im Alter zwischen 70 und 80 Jahren, teilte die Kommune Trondheim am Dienstag mit. Beide befänden sich in Quarantäne. Während die ältere Person leichte Krankheitssymptome zeige, sei das Kind symptomfrei.

Ob die beiden auf der "Roald Amundsen" oder einem anderen Hurtigruten-Schiff unterwegs waren, ging aus der Mitteilung der Kommune zwar nicht hervor - der Rundfunksender NRK berichtete jedoch, dass sie Passagiere der "Amundsen" gewesen seien.

Während die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in Norwegen seit längerem vergleichsweise sehr niedrig ist, hat der Ausbruch bei Hurtigruten in dem skandinavischen Land für neue Unruhe gesorgt. Die ersten Corona-Fälle unter der Besatzung hatte die norwegische Reederei am vergangenen Freitag bekanntgegeben, seitdem wurde das Virus bei insgesamt 36 Crew-Mitgliedern, darunter auch bei einem deutschen Staatsbürger, sowie mehreren Passagieren nachgewiesen. Fast 400 Passagiere, die auf den beiden jüngsten Reisen der «Roald Amundsen» dabei waren, wurden und werden nun auf Corona getestet.

Als Reaktion auf den Ausbruch hat Hurtigruten zum Wochenstart jegliche Kreuzfahrten mit ihren drei Expeditionsschiffen gestoppt. Die norwegischen Behörden ermitteln, ob Hurtigruten mit seinem Vorgehen gegen die rechtlichen Bestimmungen zur Bekämpfung der Coronavirus-Verbreitung verstoßen hat. Die Reederei selbst hat Fehler eingeräumt und eine Untersuchung einer externen Firma eingeleitet.


04.08.2020: Angst vor Corona: Australiens heiliger Berg Uluru wieder geschlossen

Aus Angst vor einer Ausbreitung des Coronavirus ist der Besuch von Australiens bekanntestem Berg, dem Uluru, erneut verboten worden. Vorausgegangen waren Proteste der Aborigines-Ureinwohner. Sie hatten am Montag den Zugang zum Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark blockiert, nachdem ein Flugzeug mit Touristen aus der Stadt Brisbane - einem Covid-19-Hotspot - auf dem örtlichen Flughafen gelandet war. "Auf Ersuchen der Mutitjulu Aboriginal Community Corporation (MCAC) bleibt der Nationalpark geschlossen», hieß es am Dienstag in einer Mitteilung der Schutzbehörde «Parks Australia".

Bereits von März bis Juni war der Park wegen der Corona-Pandemie geschlossen worden. Erst im Juli hatte er wieder für inländische Besucher geöffnet. Parks Australia betonte, Lösungen für das Problem würden derzeit mit Ureinwohnern, der Regierung des Northern Territory und Tourismusbetreibern diskutiert.

«Wir haben größten Respekt vor den traditionellen Eigentümern von Uluru-Kata-Tjuta und arbeiten weiter mit ihnen und allen anderen Parteien zusammen, um die Sicherheit der Bewohner von Mutitjulu zu gewährleisten», so ein Sprecher von Parks Australia.

Der Uluru ist nach dem Opernhaus und der Harbour Bridge in Sydney und dem Great Barrier Reef das beliebteste Touristenziel in Australien. Im vergangenen Oktober hatten die Anangu-Ureinwohner durchgesetzt, dass auf dem 348 Meter hohen Felsen mitten in der australischen Wüste, der früher unter dem Namen "Ayers Rock" bekannt war, nicht mehr herumgeklettert werden darf. Uluru ist der indigene Name des rot schimmernden Berges, der für die Aborigines heiliges Gelände ist.


04.08.2020: Mamming: 166 Infizierte bei Konservenhersteller 

Die Zahl der Corona-Infizierten im niederbayerischen Mamming steigt weiter an: 166 von 600 Mitarbeitern einer Konservenfabrik wurden positiv auf das Virus getestet. "Der gesamte Betrieb ist vorübergehend stillgelegt", teilte das Landratsamt Dingolfing-Landau am Dienstag mit. Alle Beschäftigten befänden sich in Quarantäne, ebenso wie 130 Mitarbeiter an zwei weiteren Standorten des Betriebs. Nach einer ersten Testung war am Wochenende bekannt geworden, dass sich 43 Beschäftigte der Fabrik mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Um sicherzugehen, dass nicht noch mehr Arbeiter betroffen sind, wurde eine erneute Testung angeordnet. "Die hohe Zahl an Neuinfektionen ist natürlich ein herber Rückschlag", sagte Landrat Werner Bumeder (CSU). "Wir bleiben aber bei unserer Einschätzung, dass es sich um eine in sich geschlossene Einheit handelt und es weiterhin nur einen Infektionsherd gibt."

Der verarbeitende Betrieb liegt in der Nähe eines Gemüsehofes, wo zuvor bereits rund 230 Erntehelfer positiv getestet wurden. Die Behörden gehen daher davon aus, dass es zu einer Übertragung von Mitarbeitern des Agrarbetriebes zu Beschäftigten der Konservenfabrik gekommen ist.

Die Zahl der Infizierten könnte weiter steigen: Das Ergebnis der Kontrolluntersuchung von den 130 Mitarbeitern an den beiden weiteren Standorten der Konservenfabrik stehe noch aus, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes auf Nachfrage. Es seien "bittere Nachrichten", so der Landrat. Schließlich habe die vorübergehende Stilllegung der Konservenfabrik weitreichende Folgen für den gesamten Gemüseanbau in Niederbayern. Zahlreiche Landwirte liefern ihr Gemüse zu dem verarbeitenden Betrieb in Mamming.


04.08.2020: Ärzteverband: Zweite Corona-Welle schon da - Kliniken vorbereitet 

Die von vielen befürchtete zweite Corona-Welle hat Deutschland nach Einschätzung des Ärzteverbandes Marburger Bund bereits erfasst. "Wir befinden uns ja schon in einer zweiten, flachen Anstiegswelle", sagte die Verbandsvorsitzende Susanne Johna der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstag). Sie sei aber nicht vergleichbar mit den Zahlen von März und April. Dennoch steige die Zahl der Neuinfektionen. "Damit ist die Gefahr, dass wir die Erfolge, die wir bislang in Deutschland erzielt haben, in einer Kombination aus Verdrängung und Normalitätssehnsucht wieder verspielen", warnte Johna.

Die Krankenhäuser seien auf eine zweite Welle vorbereitet, erläuterte die Verbandschefin. Anders als bei der ersten Welle sollen Krankenhausbetten diesmal nicht pauschal, sondern am Bedarf orientiert freigehalten werden. "Weil sich das Pandemiegeschehen langsam aufbaut, müssen wir für Covid-19-Patienten gestuft Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen, also eine zeitliche Staffelung der Vorhaltung einführen", sagte Johna.

In der Praxis wird nach Angaben des Marburger Bundes in Stufe eins eine geringere Anzahl an Intensivbetten freigehalten. Sind diese belegt, tritt 24 Stunden später Stufe zwei in Kraft und die Kapazitäten in den Intensivstationen werden erweitert. "So geht das Schritt für Schritt weiter, bis man dann in der höchsten Alarm- und Ausbaustufe alle für Covid-19-Patienten verfügbaren Intensivkapazitäten ausschöpft", sagte Johna.

Johna mahnte eindringlich, die Hygieneregeln einzuhalten und Masken zu tragen. Sie verglich die Maske mit der Einführung des Sicherheitsgurtes im Auto, wogegen es damals auch heftigen Widerstand gegeben habe. Heute fühlten sich viele Menschen von einer Mundschutzpflicht bevormundet. Aber das Gegenteil sei der Fall: So wie der Gurt Leben rette, "so rettet auch der Mundschutz Leben", betonte die Verbandschefin.


04.08.2020: Auf Helgoland ab Mittwoch Maskenpflicht - mehrere Stunden täglich

Auf der Hochsee-Insel Helgoland ist von Mittwoch an das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes Pflicht - in einem bestimmten Zeitraum an bestimmten Orten. Die Pflicht gelte von 11.00 Uhr bis 16.30 Uhr in den öffentlich zugänglichen Bereichen auf den Wegen von den Schiffen bis zur Hafenstraße, in dieser Straße selbst sowie in den Straßen Am Südstrand, Nordseeplatz und Lung Wai, teilte am Montag die Verwaltung des Kreises Pinneberg mit, zu dem Helgoland gehört. Betroffen sind auch die Gaststätten in dem Gebiet. 

Der Kreis verwies die "dynamische Entwicklung" der Sars-CoV-2-Infektionen. Bürgermeister Jörg Singer (parteilos) hatte die Maskenpflicht am Wochenende angekündigt. Er sprach von einer Vorsichtsmaßnahme, um die Wirtschaft der Insel zu schützen. Die Maskenpflicht gilt zunächst bis einschließlich 17. August.


04.08.2020: Offenbach beschließt Rückkehr zu verschärften Corona-Maßnahmen

Nach einem starken Anstieg der Covid-19-Fälle in Offenbach hat die Stadt mit der Rückkehr zu schärferen Maßnahmen reagiert. Es solle mehr Kontrollen geben, um "Maskenverweigerer" zu erreichen, sagte Gesundheitsdezernentin Sabine Groß am Montag nach einer Sitzung des Krisenstabes. Verpflichtende Testungen für Rückkehrer aus Risikogebieten, die bundesweit in dieser Woche erwartet werden, sollen in Offenbach schon jetzt gelten.

Ordnungsdezernent Peter Freier kündigte an, Verstöße gegen Corona-Schutzmaßnahmen sollten mit Bußgeldern geahndet werden, die auch "im Geldbeutel weh tun". Gleichzeitig wäre man schlecht beraten, "gleich die ganze Stadt dicht zu machen", sagte er. 

Offenbach hat am Wochenende den Schwellenwert von 35 Erkrankten pro 100.000 Einwohnern überschritten. Das Eskalationskonzept des Landes sieht neue Einschränkungen des öffentlichen Lebens vor, wenn die 7-Tage-Inzidenz den Wert von 35 überschreitet. Die gestiegenen Fallzahlen in Offenbach werden vor allem auf Reiserückkehrer aus Risikogebieten sowie auf ein Einzelereignis, nämlich eine Busfahrt zu einer niederländischen Käsefabrik, zurückgeführt.

Auf der Sitzung sei ein Verbot von Grillen und Picknicks auf öffentlichen Flächen beschlossen worden. Gemeinsamer Sport ist nur kontaktlos für maximal zehn Menschen oder Mitglieder eines gemeinsamen Haushaltes und mit 1,5 Metern Abstand erlaubt. Bei städtischen Veranstaltungen oder Kulturveranstaltungen in städtischen Räumen werde zur fünf-Quadratmeter-Regel zurückgekehrt.


04.08.2020: 879 neue Corona-Infektionen 

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 879 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 211 281 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 4.8., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9156. Bis Dienstagmorgen hatten 194 000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 3.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,09 (Vortag: 1,11). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 3.8., 0.00 Uhr, bei 1,00 (Vortag: 1,09). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


03.08.2020: Bund fordert Bahn zur Durchsetzung der Maskenpflicht auf 

Die Bundesregierung sieht die Bahn beim Durchsetzen der Maskenpflicht in Fernzügen in der Verantwortung. "Die DB muss sicherstellen, dass die Maßnahmen greifen und konsequent umgesetzt werden", teilte das Bundesverkehrsministerium am Montag mit. Das Ministerium von Andreas Scheuer (CSU) habe in einem Schreiben an das Unternehmen gefordert, "dass die DB strikt auf die Einhaltung der Maskenpflicht achtet." Die Bahn habe zugesagt, dass Reisende, die auf Aufforderung keinen Mund-Nase-Schutz anlegen, von der Beförderung ausgeschlossen werden - also den Zug verlassen müssen. Das sei nach der geltenden Eisenbahn-Verkehrsordnung möglich. 

Diese Verordnung legt fest, dass "Personen, die eine Gefahr für die Sicherheit und Ordnung des Betriebes oder für die Sicherheit der Mitreisenden darstellen oder den Anordnungen des Eisenbahnpersonals nicht folgen", von der Beförderung ausgeschlossen werden können. Das könne mit Hilfe der Bundespolizei durchgesetzt werden, teilte das Verkehrsministerium weiter mit. "Dazu gibt es bereits eine Vereinbarung der DB und der Bundespolizei." Man sei mit der Bahn zum Thema Maskenpflicht "fortlaufend in engem Austausch". 

Zur Frage von Bußgeldern verwies das Verkehrsministerium auf die Länderverordnungen, die das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung in Zügen verpflichtend machen: "Für die Durchführung von Ordnungswidrigkeitsverfahren sind die Landesbehörden zuständig."


03.08.2020: Zunächst bis 31. August: Maskenpflicht in NRW auch im Unterricht 

Nordrhein-Westfalen führt eine weitgehende Maskenpflicht an Schulen ein: An allen weiterführenden und berufsbildenden Schulen soll sie ab Ferienende bis zunächst zum 31.

August sowohl im Schulgebäude als auch im Unterricht gelten. Das kündigte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Montag in Düsseldorf an. Soweit Lehrkräfte den empfohlenen Mindestabstand von 1,5 Metern nicht sicherstellen können, gilt die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung auch für sie. Die Regelung läuft zunächst bis zum 31. August. Dann soll neu entschieden werden, ob sie verlängert wird.

An Grundschulen müssen die Jahrgänge 1 bis 4 im Schulgebäude und auf dem Gelände einen Mund-Nasen-Schutz tragen - nicht aber, wenn die Schüler auf ihren festen Plätzen im Unterricht sitzen. Die Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, werde angesichts steigender Infektionszahlen ausgeweitet, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). 

Ausnahmen für die Maskenpflicht im Unterricht sind vorgesehen, wenn das Tragen "mit den pädagogischen Erfordernissen und Zielsetzungen der Unterrichtserteilung und der sonstigen schulischen Arbeit nicht vereinbar ist." Dann könne eine Schule "zumindest zeitweise oder für bestimmte Unterrichtseinheiten beziehungsweise in Prüfungssituation" von der Pflicht absehen. Dann müsse aber der Abstand zwischen den Schülern gewahrt werden.

Die Schulen starten in NRW nach gut sechs Wochen Sommerferien nächste Woche Mittwoch wieder. Bislang gab es keine Maskenpflicht an den Schulen in NRW, sondern lediglich ein "Maskengebot" - etwa in den Fluren und auf dem Schulhof. 

Welche Regeln in den weiteren Bundesländern zum Start ins neue Schuljahr gelten, kannst du hier nachlesen: 

Diese Regeln gelten in den Bundesländern zum Schulstart


03.08.2020: "Hohe Trefferquote" bei Corona-Rückkehrertests an Flughäfen 

Bei Corona-Tests von Reiserückkehrern aus Risikogebieten an den nordrhein-westfälischen Flughäfen werden rund 2,5 Prozent der Urlauber corona-positiv getestet. Dies sei eine "relativ hohe" Trefferquote, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Montag im Deutschlandfunk. 40 bis 50 Prozent der Rückkehrer machten von dem kostenlosen Angebot Gebrauch. Rückkehrer aus diesen Gebieten müssen nach der Corona-Einreiseverordnung seit Mitte Juli einen negativen Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist oder sich für 14 Tage in Quarantäne begeben. 

Diese Auflagen nannte Laumann "absolut richtig". "Wer in einem Risikogebiet Urlaub macht, der muss ja wenigstens, finde ich, so viel Solidarität gegenüber den Menschen hier haben, dass er ausschließt, wenn er wiederkommt, dass er andere Menschen ansteckt." Wenn Reisende einen Test verweigerten, sollten ihre Personalien an das örtliche Gesundheitsamt weitergegeben werden, sagte Laumann.

In NRW hatten kostenlose Testangebote für Reisende aus Risikoländern an den Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn, Dortmund und Münster/Osnabrück vor gut einer Woche begonnen. An den vier Flughäfen landeten vergangene Woche etwa 160 Flugzeuge mit rund 15.000 Passagieren aus Gebieten, die derzeit vom Robert Koch-Institut als Risikogebiet ausgewiesen sind - etwa die Türkei, Ägypten, Marokko und Israel. 

Allein am Flughafen Köln/Bonn würden derzeit rund 600 Abstriche für Corona-Tests pro Tag genommen, sagte eine Sprecherin der Stadt. Vom 18. bis zum 30.7. habe es knapp 5000 Tests gegeben. Dabei seien 51 infizierte Urlauber identifiziert worden. "Ohne den Test würden die jetzt draußen rumlaufen."


03.08.2020: Nach Corona-Ausbruch in Bar: Lage laut Bezirk "unter Kontrolle"

Knapp eine Woche nach der öffentlichen Suche nach Kontaktpersonen wegen Corona-Fällen in einer Bar in Berlin-Neukölln hält der Bezirk die Lage für "unter Kontrolle". Das sagte ein Bezirkssprecher am Montag auf Anfrage. "Es ist beherrschbar." Weitere Gäste des Lokals im Schillerkiez seien gefunden worden, lediglich acht Neuköllner hätten nicht erreicht werden können. Die Anwesenheitsdokumentation in dem Lokal war laut Bezirk teils unvollständig oder fehlerhaft.

Inzwischen sei die Zahl der Infizierten von 18 auf 22 gestiegen, erklärte der Sprecher. Darunter seien zwei Mitarbeiter der Kneipe.

Die neu berichteten Fälle stammten allerdings nur aus Neukölln. Damit bleibt unklar, ob in anderen Bezirken oder Städten weitere Menschen positiv getestet wurden, nachdem sie in der Kneipe waren. Dies werde nicht zusammengetragen, hieß es. Insgesamt waren im Zusammenhang mit der Bar mehr als 70 Menschen unter Quarantäne gestellt worden.

Der Berliner Hotel- und Gaststättenverband Dehoga hatte kritisiert, dass zu viele Restaurants und Kneipen keine Corona-Listen mit den Kontaktdaten ihrer Gäste führten. Zudem gebe es viele Gäste, die sich weigerten, die Listen auszufüllen oder die sie falsch ausfüllten. Der Verband appellierte an beide Seiten, sich an die Vorschriften zu halten. Es sei fatal, wenn nun die Infektionszahlen wieder steigen sollten. Vor der Neuköllner Kneipe war bereits eine Bar in Mitte wegen Corona-Fällen und fehlerhafter oder unvollständiger Kontaktlisten in die Schlagzeilen geraten.


03.08.2020: Melbourne verschärft Lockdown weiter - Geschäfte und Pubs schließen

In Australiens zweitgrößter Stadt Melbourne haben die Behörden wegen der Corona-Pandemie den Lockdown weiter verschärft. Die meisten Geschäfte, Pubs und Hotels müssen ab Mittwoch geschlossen bleiben. Nur Geschäfte für Lebensmittel, Supermärkte, Apotheken, Postämter und Tankstellen dürfen weiter öffnen. Die Bürger seien dazu aufgerufen, unbedingt im Homeoffice zu arbeiten - Ausnahmen gebe es nur für Arbeitnehmer, bei denen dies nicht möglich sei, sagte der Premierminister des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, am Montag. Die Maßnahmen sollen für mindestens sechs Wochen gelten.

In der Millionenmetropole, der Hauptstadt des Bundesstaates Victoria im Südosten Australiens, grassiert seit Wochen eine zweite Corona-Welle. Victoria ist die am schlimmsten betroffene Region des Landes. Am Montag stieg die Zahl der Neuinfektionen dort um 429 - insgesamt gebe es derzeit etwa 6500 aktive Fälle in Victoria, teilten die Gesundheitsbehörden mit. In der Region mit knapp 6,4 Millionen Einwohnern sind bereits 136 Menschen in Verbindung mit dem Virus gestorben.

Am Wochenende hatte Andrews bereits eine nächtliche Ausgangssperre angekündigt, die seit Sonntag gilt. Diese soll jeden Abend um 20.00 Uhr (Ortszeit) beginnen und gilt bis 5.00 Uhr des Folgetags.

Ausnahmen gibt es für Menschen, die zur Arbeit oder von dort nach Hause fahren oder die sich um jemand anderen kümmern. Zudem dürfen Einwohner Melbournes seit dem Wochenende nur noch einmal am Tag einkaufen gehen und nicht mehr als eine Stunde draußen Sport machen - und das nur im Umkreis von fünf Kilometern um ihr Zuhause. Andrews hatte zudem den Katastrophenzustand erklärt, womit die Polizei und andere Behörden zusätzliche Befugnisse erhalten.


03.08.2020: 509 neue Corona-Infektionen 

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 509 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 210 402 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Montagmorgen im Internet meldete (Datenstand 3.8., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9148. Bis Montagmorgen hatten 193 500 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 2.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,11 (Vortag: 1,13).

Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 2.8., 0.00 Uhr, bei 1,09 (Vortag: 1,20). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


03.08.2020: Lage in Teilen Englands weiter verschlechtert 

In Großbritannien hat sich die Coronavirus-Lage im Großraum Manchester weiter verschlechtert. Die Behörden riefen am Sonntagabend einen "schwerwiegenden Vorfall" aus, da die Zahl der Infizierten in mehreren Gegenden gestiegen war. Dies gibt den Behörden mehr Handlungsoptionen im Kampf gegen die Pandemie. 

Es gebe aber keinerlei Anlass für Panik, betonten die Behörden. Auffällig seien die Anstiege in Manchester, Tameside und Oldham, berichteten die "Manchester Evening News". 

Premier Boris Johnson hatte schon zuvor in ganz England weitere Lockerungsmaßnahmen in der Corona-Krise für mindestens 14 Tage gestoppt. Im Norden - auch in Manchester und Umgebung - wurden die Maßnahmen sogar verschärft: Dort dürfen sich Mitglieder verschiedener Haushalte nicht mehr in Innenräumen und Privatgärten treffen. Auch der gemeinsame Besuch von Pubs und Restaurants ist tabu. 


03.08.2020: Reichsflagge und Hippies - Tausende in Berlin gegen Corona-Auflagen 

Kaum Abstand, Masken praktisch nicht zu sehen - jenseits von Vorschriften und Erkenntnissen haben am Samstag in Berlin Tausende Menschen gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie protestiert. Bereits die Demonstration wurde nach stundenlanger Missachtung der Hygieneregeln vom Veranstalter für beendet erklärt, bei der anschließenden Kundgebung sorgte dann die Polizei für das von Unmutsäußerungen begleitete Aus. Die Veranstalter seien nicht in der Lage, die Hygienemaßnahmen einzuhalten, sagte ein Polizeisprecher.

Nach Schätzungen der Polizei schlossen sich bis zu 17 000 Menschen dem Demonstrationszug an, der sich seit dem Vormittag formierte. Rund 20 000 waren es danach bei der Kundgebung. Diese Zahlen scheinen mit Blick auf Eindrücke unabhängiger Journalisten und Auswertung von Foto- und Videomaterial nachvollziehbar. Auf der Veranstaltungsbühne war von 1,3 Millionen Teilnehmern die Rede.

Die Demonstranten forderten ein Ende aller Auflagen. Zu den Protesten unter dem Motto "Das Ende der Pandemie - Tag der Freiheit" hatte die Initiative "Querdenken 711" aufgerufen. In Stuttgart hat diese Initiative bereits wiederholt demonstriert. Kritiker dieser Proteste befürchten eine Vereinnahmung durch Verschwörungstheoretiker und Rechtspopulisten. Den Titel "Tag der Freiheit" trägt auch ein Propagandafilm der Nazi-Ikone Leni Riefenstahl über den Parteitag der NSDAP 1935.

So war in Berlin auch die von Rechtsextremen häufig verwendete schwarz-weiß-rote Reichsflagge zu sehen. Daneben wehten Deutschland- und Friedensfahnen mit Taube oder Regenbogen über den Köpfen der Teilnehmer, von deren Seite "Wir sind das Volk", "Reiht euch ein", "Wir kämpfen für eure Freiheit" oder "Widerstand" skandiert wurde.

Passanten mit Mund-Nase-Schutz wurden teils aggressiv aufgefordert, ihre Masken wegzunehmen. Auch Journalisten wurden angegangen. Die ZDF-Journalistin Dunja Hayali etwa brach Dreharbeiten auf Anraten ihres Security-Teams ab. Auf einem von Hayali auf Instagram geposteten Video ist zu sehen, wie Demo-Teilnehmer ihr und ihrem Team "Lügenpresse" und "Schämt euch" entgegenrufen.

Bei der anschließenden Kundgebung schienen sich Hippies, Rechtsextreme und selbst ernannte Bürgerrechtler bunt zu mischen - auch hier ohne Abstand und Masken. Michael Ballweg, Gründer der Initiative, sagte zum umjubelten Auftakt: "Das Freiheitsvirus hat Berlin erreicht." Streckenweise erinnerte die Veranstaltung an ein Happening zwischen mitgebrachten Decken, Picknick und Camping-Stühlen. Auch dort ging es gegen "Mainstream-Medien", die "euch jeden Tag belügen", und gegen die verantwortliche Politik.

Der Polizei war das alles schließlich zu eng und zu wenig Hygiene: Die Kundgebung wurde für beendet erklärt. Unter Pfeifkonzerten und Buhrufen wurden Teilnehmer mehrfach zur Heimkehr aufgefordert. Als Beamte begannen, die Menge aufzulösen, wurden sie zum Widerstand aufgefordert: "Verweigert den Befehl! Vor euch steht das Volk." Einige Tausend Demonstranten wichen zeitweise vor das benachbarte Reichstagsgebäude und das Bundeskanzleramt aus. Insgesamt zog sich die Auflösung bis weit in den Abend.

Doch damit war die Arbeit der Polizei für diesen Tag noch längst nicht beendet: Aus Protest gegen die Räumung einer linken Szene-Kneipe versammelten sich nach Schätzungen der Einsatzkräfte am Abend rund 2500 Personen aus der linken Szene zu einem Aufzug in Berlin-Neukölln. Dabei kam es zu heftigen Ausschreitungen. Wie die Polizei mitteilte, griffen teils Vermummte Polizeikräfte an, bewarfen sie mit Steinen und Flaschen, errichteten Barrikaden und zündeten Pyrotechnik. Mehrere Polizisten wurden verletzt, drei von ihnen wurden ins Krankenhaus gebracht, weil sie etwa durch Glassplitter im Gesicht verletzt wurden. Mehrere Personen wurden festgenommen.

Später am Abend setzten sich die Krawalle dann am Prenzlauer Berg fort. Laut Polizei versammelten sich erneut rund 200 Personen, errichteten weitere Barrikaden und warfen wieder Steine und Flaschen.

Die Polizei nahm drei Personen fest. Der Berliner "Tagesspiegel" wertete den Aufzug in Neukölln als eine der größten Demonstrationen der linksautonomen Szene der vergangenen Jahre.

Die Polizei bilanzierte das Geschehen am Sonntag nur zusammen mit anderen Demonstrationen. Danach gab es in Berlin insgesamt 133 Festnahmen. Es wurden 89 Strafermittlungs- und 36 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Dabei geht es um Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Landfriedensbruch, schweren Landfriedensbruch, Zusammenrottung oder Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Bei den Aktionen seien 45 Polizeikräfte verletzt worden. Auch hier blieb offen, bei welchen Einsätzen im einzelnen.


02.08.2020: Weiterer Ausbruch in Betrieb in Bayern

Trotz eines starken Rückgangs der registrierten Corona-Neuinfektionen am Sonntag ist das Robert Koch-Institut (RKI) über die Entwicklung in Deutschland sehr beunruhigt. Bis Sonntag meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland nach RKI-Angaben 240 neue Infektionen innerhalb eines Tages. Diese niedrige Zahl, weniger als ein Drittel der Werte der Vortage, erklärt sich wohl zumindest teilweise dadurch, dass an Wochenenden nicht alle Gesundheitsämter ihre Daten übermitteln. Am Samstag hatte die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden bei 955 gelegen. Das war die höchste gemeldete tägliche Fallzahl seit Anfang Mai - abgesehen vom lokalen Corona-Ausbruch beim Fleischfabrikanten Tönnies Mitte Juni.

"In den letzten Wochen ist der Anteil an Kreisen, die über einen Zeitraum von 7 Tagen keine Covid-19-Fälle übermittelt haben, deutlich zurückgegangen", schreibt das RKI in seinem Lagebericht von Sonntag. Besonders viele Infektionen verzeichnen demnach die Bundesländer Berlin, Hessen und Nordrhein-Westfalen. "Eine weitere Verschärfung der Situation muss unbedingt vermieden werden", mahnte die Behörde. 

Die höchste Fallzahl innerhalb von sieben Tagen entfiel auf den niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau mit 133 Fällen pro 100 000 Einwohnern. Dort wurden nach dem massiven Ausbruch auf einem Gemüsehof in Mamming in einem weiteren Betrieb der Gemeinde 43 Infizierte ermittelt. Wie das Landratsamt am Samstagabend mitteilte, wurden die Infizierten und ihre Kontaktpersonen umgehend isoliert. "Aufgrund der räumlichen Nähe der beiden Mamminger Betriebe gab es offenbar Kontakte zwischen den Saisonarbeitskräften, die zu einer Übertragung des Virus geführt haben", sagte Landrat Werner Bumeder laut Mitteilung. 

In Nürnberg wurden 135 Bewohner einer Gemeinschaftsunterkunft unter Quarantäne gestellt, weil ein Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Wie die Stadt am Samstag mitteilte, handelt es sich bei der infizierten Person um einen Mitarbeiter eines Pflegeheims. "Sowohl die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft als auch die des Pflegeheims werden zurzeit getestet. Ergebnisse liegen noch nicht vor", schrieb die Stadt bei Twitter. 


02.08.2020: Polen verzeichnet Höchstwert bei neuen Corona-Infektionen

Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Samstag verzeichneten die Behörden nach eigenen Angaben 658 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Seit drei Tagen registriert das EU-Land täglich neue Rekordwerte.

Die Regierung in Warschau erwägt deshalb schärfere Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung des Virus. Geprüft werde zum Beispiel erneut eine Quarantäne für Reisende aus einigen Ländern mit hohem Infektionsgeschehen. Im Land gilt eine Maskenpflicht in Bus und Bahn sowie in öffentlichen Gebäuden. In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 46 346 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 1721 Menschen starben demnach mit dem Virus.


02.08.2020: Harte Kritik gegen Demo gegen Corona-Auflagen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat das Demonstrationsrecht unterstrichen, zugleich aber harsche Kritik am Berliner Protestzug gegen staatliche Corona-Beschränkungen geäußert.

"Ja, Demonstrationen müssen auch in Corona-Zeiten möglich sein. Aber nicht so", schrieb der CDU-Politiker am späten Samstagnachmittag auf Twitter. Abstand, Hygieneregeln und Alltagsmasken dienten dem Schutz aller. Die Pandemie sei nur «mit Vernunft, Ausdauer und Teamgeist» zu meistern. "Je verantwortlicher wir alle im Alltag miteinander umgehen, desto mehr Normalität ist trotz Corona möglich", betonte Spahn.

In Berlin demonstrierten am Samstag Tausende Menschen gegen Corona-Auflagen. Bei einem Demonstrationszug durch die Mitte der Hauptstadt kamen laut Polizei bis zu 17 000 Menschen, bei einer anschließenden Kundgebung ging sie von 20 000 Teilnehmern aus. Die Demonstranten forderten das Ende aller Auflagen, sie hielten kaum Abstand, viele trugen keinen Mund-Nasen-Schutz. Die Demonstration wurde vom Veranstalter für beendet erklärt, als der Zug sein Ziel nahe des Brandenburger Tores schon erreicht hatte. Die anschließende Kundgebung erklärte die Polizei für beendet, weil Hygieneregeln nicht eingehalten wurden.


01.08.2020: Start für kostenlose Tests für Reiserückkehrer

Im Kampf gegen eine Ausbreitung des Coronavirus über die Sommerreisezeit sollen auf breiter Front freiwillige Tests bei Urlaubsrückkehrern anlaufen. Ab Samstag können sich alle Einreisenden innerhalb von 72 Stunden nach der Ankunft in Deutschland auch ohne Krankheitsanzeichen kostenlos testen lassen. Das legt eine Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fest. Dies soll zum Beispiel in Teststellen an Flughäfen, in Gesundheitsämtern und Arztpraxen möglich sein. Die Kosten trägt letztlich der Staat.

Kostenfreie Tests können innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise gemacht werden - die Zeitspanne entspricht drei Tagen. Möglich sein sollen sie etwa an Flughäfen, Bahnhöfen und anderen Reiseknotenpunkten, in Gesundheitsämtern oder Arztpraxen. Teststellen soll man zudem unter der ärztlichen Servicenummer 116 117 erfragen können.

Übernommen werden auch die Kosten für einen Wiederholungstest pro Person. Dass man ein Reiserückkehrer ist, kann man zum Beispiel durch einen Boarding-Pass, ein Ticket, eine Hotelrechnung oder andere Nachweise eines Auslandsaufenthalts belegen. Je nach Auslastung der Testzentren sollte das Ergebnis nach etwa 24 bis 48 Stunden vorliegen, erläuterte das Gesundheitsministerium.

Bezahlt werden die Tests zunächst von den gesetzlichen Krankenversicherungen - das Gesundheitsministerium hat aber bereits signalisiert, dass der Bund die Finanzierung am Ende über einen schon beschlossenen höheren Milliardenzuschuss an die Kassen übernimmt. Pro Test setzt die Verordnung vorerst 50,50 Euro für Laborleistungen an, für Ärzte ist eine pauschale Vergütung von 15 Euro vorgesehen. 


01.08.2020: Über 900 neue Infektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 955 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit bleiben die täglichen Fallzahlen weiterhin auf einem hohen Niveau. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 209 653 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 1.8., 0.00 Uhr).

Am Freitag hatte die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen bei 870 gelegen. Aufgrund der steigenden Fallzahlen fürchtet das RKI eine Trendumkehr in Deutschland. Grund dafür sei Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9148.

Bis Samstagmorgen hatten 192 700 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 31.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,06 (Vortag: 1,02). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.


01.08.2020: Corona-Ausbruch in hessischem Seniorenheim

In einem Seniorenheim im hessischen Niedernhausen sind 19 Bewohner und sieben Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte die Verwaltung des Rheingau-Taunus-Kreises am Freitag mit.

Einige Befunde stünden noch aus. Insgesamt wurden am Donnerstag 180 Menschen - Bewohner, Personal und Kontaktpersonen - getestet. Bisher gehe es allen gut, drei Bewohner litten an einem trockenen Husten. Eine Person werde stationär im Krankenhaus behandelt.


31.07.2020: Finnland erlaubt wieder Veranstaltungen mit mehr als 500 Teilnehmern

Wegen seiner unverändert niedrigen Corona-Zahlen rückt Finnland von weiteren während der Pandemie erlassenen Maßnahmen ab. Als erstes Land Nordeuropas erlaubt das nördlichste Mitglied der EU wie geplant ab Samstag wieder öffentliche Veranstaltungen und Versammlungen mit mehr als 500 Teilnehmern.

Wie die finnische Regierung am Freitag mitteilte, gilt dies für Indoor-Veranstaltungen und auch für Events auf umschlossenen Außenflächen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Richtlinien der Behörden zur Vermeidung von Infektionen eingehalten werden. Außerdem empfiehlt die Regierung den Finnen nicht länger, überwiegend aus dem Homeoffice zu arbeiten.

Verglichen mit dem Rest Europas hat Finnland eine der niedrigsten Neuinfektionszahlen des Kontinents: Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) gab es in den vergangenen sieben Tagen nur knapp 0,9 neue bestätigte Fälle pro 100 000 Einwohner in Finnland, verglichen mit etwa 4,4 in Deutschland, 13,1 in Schweden und 27,7 in Spanien. Da die finnischen Zahlen seit Monaten niedrig sind, wurden die dortigen Corona-Maßnahmen nach und nach zurückgefahren.

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