Wettertrend Oktober 2026: Dürre und Trockenheit bis in den Herbst?
Kaum anhaltender Regen und hohe Temperaturen beschäftigen uns in Deutschland seit Wochen. Könnten diese Themen auch im Oktober 2026 noch präsent sein? Eine erste Einschätzung.
Je nach Großwetterlage kann sich das Wetter im Oktober stark unterscheiden. Von Schnee bis zum goldenen Herbst ist alles dabei. Wie der Oktober 2026 verlaufen wird, können Meteorologen noch nicht sicher vorhersagen. Wir wagen aber einen Blick in die Langfristmodelle.
Wie wird das Wetter im Oktober 2026?
In Zeiten des Klimawandels ist es wenig verwunderlich, dass sowohl das europäische ECMWF-Modell als auch das amerikanische NOAA-Modell für den Oktober 2026 überdurchschnittlich warme Temperaturen in Deutschland berechnet.
Das NOAA-Modell prognostiziert im Südwesten Deutschlands bis zu 2 Grad mehr als im langjährigen Mittel, in der Nordosthälfte ist es eine Abweichung von "nur" 1 Grad.
Das ECMWF-Modell sieht für nahezu ganz Deutschland einen Temperaturüberschuss von 1 bis 1,5 Grad (siehe Grafik unten).
Bei der Niederschlagsprognose sind sich die Modelle aber aktuell noch nicht einig. Das europäische Wettermodell zeigt eine durchschnittliche Niederschlagsverteilung, d.h. es sind kaum Abweichungen in Deutschland festzustellen.
Das amerikanische Wettermodelle prognostiziert in vielen Regionen des Landes zu wenig Niederschläge (siehe Grafik unten). Dürre und Trockenheit könnten uns also noch in den Herbst hinein begleiten.
Die Wetteraussichten für die kommenden Tage haben wir im Video ganz zu Beginn des Artikels.
Wie war das Wetter im Oktober 2025?
Der Oktober war beim Wetter eher zu nass und zu trüb. Auch die Temperaturen schwankten im Monatsverlauf. Mit einer Durchschnittstemperatur von 9,9 Grad lag der Oktober 2025 damit um 0,9 Grad über dem Wert der Referenzperiode 1961-1990 (9,0 Grad) und 0,5 Grad über dem aktuellen Vergleichszeitraum 1991-2020 (9,4 Grad).
Es war im Verlauf des Monats bundesweit zu erheblichen Schwankungen bei den Temperaturen gekommen. Zu Monatsbeginn waren vor allem die Nächte empfindlich frisch und in der Osthälfte teilweise frostig, anschließend stiegen die Höchst- und Tiefstwerte verbreitet.
Mit gut 79 Litern pro Quadratmeter war den Meteorologen des DWD zufolge der Oktober deutlich nasser als in den Vergleichsperioden. Gegenüber dem langjährigen Mittel von 1961 bis 1990 (56 Liter) lag der Überschuss bei 42 Prozent. Auch der aktuellere und feuchtere Vergleichszeitraum 1991-2020 (63 Liter pro Quadratmeter) wurde um 25 Prozent übertroffen.
"Insbesondere der Monatsbeginn und das letzte Monatsdrittel erwiesen sich als nass", teilte der DWD mit. Die Nase vorn beim Niederschlag hatten demnach "eindeutig der Norden und Nordwesten sowie einige Mittelgebirge", wo teilweise mehr als 100 Liter pro Quadratmeter fielen.
Im Durchschnitt schien die Sonne im Oktober gerade einmal etwa 79 Stunden. Damit war der Monat unter den acht trübsten der Messhistorie, hieß es vom DWD. "Nur im Januar dieses Jahres gab es noch weniger Sonne."
Klimatische Einordnung des Oktobers
Um die Zahlen für den Oktober besser einordnen zu können, werfen wir jetzt einen Blick auf die durchschnittlichen Oktober-Temperaturen der vergangenen Jahre. Die Werte sind in untenstehender Tabelle aufgelistet, wobei sich die Abweichungen auf die international gültige Referenzperiode 1961 bis 1990 beziehen.
Der Trend hin zu warmen Monaten ist im zweiten Herbstmonat nicht ganz so deutlich erkennbar wie in den Sommermonaten Juni, Juli und August. Zwar gibt es im Oktober auch negative Abweichungen, wie folgende Tabelle zeigt. Doch die letzten neun Jahre war die Abweichung immer positiv.
* vom langjährigen Mittel (9,0 Grad)
Und auch sonst gibt es markante Ausreißer. Als nun viertwärmster Oktober seit Beginn der Wetteraufzeichnungen bleibt dabei der Oktober 2014 in Erinnerung. Damals lag die Mitteltemperatur 2,9 Grad über dem langjährigen Mittel. Nur der Oktober 2001 und der Oktober 2006 und jetzt der Oktober 2022 waren noch wärmer. Der Oktober 2023 war ebenfalls 2,9 Grad, der Oktober 2024 2 Grad zu warm.
Wie ist das typische Wetter im Oktober?
- Durchschnittstemperatur (bezogen auf das Mittel 1961 bis 1990): 9,0 Grad
- Mittlere Niederschlagssumme: 56 Liter pro Quadratmeter
- Mittlere Sonnenscheindauer: 108 Stunden im Monat
- Goldener Oktober - anfangs mit Sommerfeeling
- Im Herbst zunehmende Nebelbildung
- Herbststürme möglich
- Ende Oktober Frostgefahr
- Winterreifen nötig
Kräftige Herbststürme möglich
Neben Frost und Nebel ist der Herbst auch für heftige Stürme bekannt. So machte das Wetter unschöne Schlagzeilen, als am 5. Oktober 2017 XAVIER mit Orkanböen über Norddeutschland zog. Selbst Todesopfer waren damals zu beklagen.
Mit HERWART folgte Ende des Monats ein weiteres tödliches Orkantief. Dieses hatte neben Orkanböen auch Polarluft im Gepäck und sorgte in ganz Deutschland für eine markante Abkühlung.
Zeitumstellung am 26. Oktober 2025
Im Oktober werden die Tage immer kürzer. Wie schnell es abends dunkel wird, bekommen wir spätestens seit dem 25. Oktober 2026 zu spüren. An diesem Datum ist nämlich Zeitumstellung. Da werden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt.
Winterreifen ab Oktober nötig
So ist es auch nicht verwunderlich, dass es im Oktober oft schon Frost und Schnee geben kann. Mitte Oktober 2015 fiel sogar so viel Schnee, dass der Bahnverkehr vereinzelt eingestellt werden musste, da belaubte Bäume den Schneemassen nicht standhalten konnten.
Ob es für den diesjährigen Oktober ebenfalls Anzeichen für winterliche Allüren gibt? Das wird sich zeigen. Auf Winterreifen solltest du ab Oktober aber ohnehin wechseln. Denn auch bei kühlen Temperaturen haben Winterreifen große Vorteile gegenüber Sommerreifen.