Niedrigwasser auf der Elbe bremst die Schifffahrt aus

Fehlender Regen lässt die Pegel sinken. Sowohl Güter- als auch Fahrgastschiffe sind vom Niedrigwasser auf der Elbe betroffen. Hilft jetzt eine Welle aus Tschechien?

Veröffentlicht: Di 30.08.16 | 17:41 Uhr - Quelle: dpa
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Niedrigwasser auf der Elbe bremst die Schifffahrt aus

Bereits der Sommer 2015 war wegen Niedrigwasser kein gutes Jahr für die Schifffahrt. © dpa

Das Einzugsgebiet der Elbe bekam in diesem Sommer viel zu wenig Regen ab. Der Pegelstand, der ohnehin schon tief war, ist auch in der letzten Woche gesunken. Die Schifffahrt hat zunehmend Probleme mit dem Niedrigwasser. Der Pegel in Dresden hatte am Dienstag einen Wasserstand von 61 Zentimetern, normal sind zwei Meter. Nun rollt eine Welle aus Tschechien an. Bringt sie Entspannung?

Seit drei Wochen ist die Berufsschifffahrt eingestellt
Betroffen sind unter anderem die Elbe-Projekt-Linie sowie die Elbe-Container-Linie, die von Sachsen nach Hamburg fährt. Vereinzelt gebe es Engpässe beim Transport von Schrott oder Flussspat, der nur zum Teil auf die Schiene verlegt werden könne. Dennoch sei die Situation derzeit noch “verhältnismäßig entspannt“, so Frank Thiele von der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe GmbH
(SBO). 

Auf der anderen Seiten freuten sich Sportboot-Fahrer und Paddler über das schöne Wetter - und ungewöhnlich wenig Verkehr auf der Elbe.

Bereits letztes Jahr gab es Umsatzeinbußen durch Niedrigwasser
Im Vorjahr hatten niedrige Wasserstände über knapp ein halbes Jahr hinweg die Berufsschifffahrt lahmgelegt - und den Häfen erhebliche Umsatzeinbußen beschert. Zum SBO gehören die Häfen in Dresden, Riesa und Torgau, Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt und Mühlberg in Brandenburg sowie die tschechischen Häfen in Decín und Lovosice.

Auch die Flotte der Sächsischen Dampfschifffahrt musste ihre Fahrten wegen Niedrigwassers stark einschränken. Am Dienstag waren nur Stadtrundfahrten durch die Altstadt und Richtung Blaues Wunder möglich. Da verkehren zwei Schiffe mit wenig Tiefgang, erklärte ein Sprecher. 

Am Mittwoch kommt eine Welle aus Tschechien
Entspannung - zumindest vorübergehend - wird für den Mittwoch erwartet. Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) soll der Wasserstand in Dresden um etwa 40 Zentimeter steigen. Grund dafür ist eine Welle aus Tschechien, die aus der Elbe-Staustufe bei Ustinad Labem abgelassen wird. Das sei aber nur von kurzer Dauer, so eine Sprecherin. Fällt im tschechischen Einzugsgebiet der Elbe kein Regen, geht der Pegel schon am Donnerstag wieder rapide nach unten. Den Angaben zufolge führen derzeit mehr als die Hälfte der sächsischen Flüsse und Bäche Niedrigwasser.

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