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Klima

Das Wasser wird knapp! Steht der "Day Zero" unmittelbar bevor?

Do 08.08.2019 | 13:39 Uhr - Bettina Marx - Quelle: World Resource Institute
Faktencheck: Klimawandel verändert Natur massiv

Ein Viertel der Weltbevölkerung ist von akuter Wasserknappheit bedroht. Der Klimawandel könnte diesen Wasserengpass noch verstärken. Rückt der "Day Zero" immer näher?

In Kapstadt stand der "Day Zero" im April 2018 kurz bevor. Der "Day Zero" ist der Tag, an dem die Wasserreserven aufgebraucht sind und kein Wasser mehr aus den Leitungen kommt.

In 17 Ländern ist die Wasserknappheit aktuell ähnlich dramatisch. Das geht aus aktuellen Daten des "World Resource Institute" (WRI) hervor. 

Extremer Wassermangel in 17 Ländern 

Demnach ist ein Viertel der Weltbevölkerung von extremem Wassermangel betroffen. Diese lebt vor allem im Nahen und Mittleren Osten sowie in Nordafrika. Nachfolgend ist die Rangliste der Länder aufgelistet:

  1. Katar
  2. Israel
  3. Libanon
  4. Iran
  5. Jordanien
  6. Libyen
  7. Kuwait
  8. Saudi-Arabien
  9. Eritrea
  10. Vereinigte Arabische Emirate
  11. San Marino
  12. Bahrain
  13. Indien
  14. Pakistan
  15. Turkmenistan
  16. Oman
  17. Botswana

Besonders schlimm ist die Lage in Katar, Israel und im Libanon. Pro Jahr verbrauchen diese Länder mehr als 80 Prozent des verfügbaren Wassers. Die Daten des WIR-Wasserrisiko-Atlas beziehen sich auf die Jahre 1960 bis 2014.

(Quelle: wri.org/aqueduct)

Wasserkrise: Die Wasservorräte werden knapp

Fehlender Niederschlag kann in diesen Staaten schlimme Wasserkrisen verursachen. Das beweist das jüngste Beispiel aus Indien. Bereits im Juni 2019 litt die indische Metropole Chennai unter Wasserknappheit. Die Vorräte in den Wasserreservoirs der Hauptstadt des Bundesstaates Tamil Nadu mit ihren 4,5 Millionen Einwohnern waren fast erschöpft. Um die Mindestversorgung der Stadt bis zum Monsunregen sicherzustellen, musste Wasser per Zug eingeführt werden. 

Die Regenzeit in Indien hat zwar bereits im Juni begonnen, aber noch nicht das ganze Land erfasst. In Chennai fallen die meisten Niederschläge gewöhnlich erst zwischen Oktober und November.

Deutschland liegt auf Platz 62 

Auch bei uns in Deutschland wird aufgrund der extremen Hitze und der fehlenden Niederschläge deutlich, wie schnell die Wasservorräte schwinden können. So wurden im Juli beispielsweise in der Lausitz, im Vogtland oder im Vogelsbergkreis erste Verbote zur Wasserentnahme aus Oberflächengewässern wie Flüssen und Seen erlassen. Die Trockenheit setzt zudem immer mehr Wäldern zu. Wegen des niedrigen Wasserstands der Elbe ist die Frachtschifffahrt zeitweise zum Erliegen gekommen.

Die Trinkwasserversorgung ist aber nicht gefährdet. Der WIR-Studie zufolge liegt Deutschland auf Platz 62. Das entspricht der mittleren Kategorie.

In anderen europäischen Ländern wie Zypern, Belgien, Griechenland, Spanien, Portugal und Italien ist die Lage schlimmer als in Deutschland. Sie leiden unter hohem Wasserstress. Das bedeutet, pro Jahr werden 40 bis 80 Prozent des zur Verfügung stehenden Wassers verbraucht.  

Klimawandel könnte Wasserknappheit verschlimmern

Die Prognosen sehen düster aus. Der Wasserengpass könnte sich durch den Klimawandel in Zukunft weiter verschärfen. Denn die Gefahr für extreme Wetterereignisse nimmt zu. Hitzewellen und Dürreperioden könnten immer häufiger auftreten. 

Folglich könnten in Zukunft auch Regionen betroffen sein, in denen die Wasserknappheit aktuell noch kein großes Thema ist. In den bereits betroffenen Ländern würde sich die Wasserknappheit weiter zuspitzen. 

Faktencheck zum Klimawandel

Zum Thema Klimawandel kursieren viele Halbwahrheiten und oft weiß man gar nicht mehr, was man glauben soll. Deswegen gibt Meteorologe Dr. Alexander Hildebrand Antworten auf häufige Fragen zum Klimawandel.

Faktencheck zum Klimawandel mit Meteorologe Dr. Hildebrand

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