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Klima

Wetter Juli 2026: So heiß und trocken war der Sommermonat

Letzte Aktualisierung: Mi 22.07.2026 | 12:47 Uhr - Redaktion - Quelle: wetter.com
7-Tage-Wetter: Neue Hitze nach Ende der Hundstage?

Der Juli ist in Deutschland statistisch gesehen der heißeste Monat. Wie entwickelt sich das Sommerwetter in diesem Jahr 2026? Die Langfristprognosen zeigen eine Richtung.

In vielen Bundesländern ist der Juli die Haupturlaubszeit, da die Sommerferien der Schule vielerorts im Juli beginnen oder bereits begonnen haben. Die Wetteraussichten sind dann für viele Menschen besonders wichtig.

In den letzten Jahren war das Wetter im Juli oft extrem. Von der Hochwasserkatastrophe 2021 bis zu Hitze und Dürre 2022 war in Deutschland alles dabei. Im Juli 2024 war es dagegen oft wechselhaft mit vielen extremen Unwettern. Und auch der Juli 2025 war insgesamt zu nass mit wenig Sonnenschein, zu mild fiel er aber am Ende trotzdem aus. Und wie war der Juli im Jahr 2026?

Wie war das Wetter im Juli 2026?

Der Juli ist in diesem Jahr ungewöhnlich warm ausgefallen. Mit 19,7 Grad war der Juli 2026 um 2,8 Grad wärmer als die international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 (16,9 Grad). Auch beim Blick auf die aktuellere und wärmere Periode 1991 bis 2020 (18,3 Grad) ergibt sich ein Plus von 1,4 Grad.

Und wie steht es um den Niederschlag? Mit rund 40 Litern pro Quadratmeter fiel im Juli nur geringfügig mehr als die Hälfte des Niederschlags, der in der Referenzperiode 1961 bis 1990 (78 Liter pro Quadratmeter)  gemessen wurde. 

Den Angaben zufolge war es der fünfte zu trockene Monat in Folge. Historische Ausmaße habe die Niederschlagsarmut im Westen, Teilen des Südwestens und der westlichen Mitte angenommen. So meldeten etwa Hessen und Nordrhein-Westfalen trockenste Juli-Monate seit Beginn der Messgeschichte. Heftige Unwetter mit Starkregen und Hagel gab es auch:

"Eine hohe Waldbrandgefahr, sehr niedrige und die Schifffahrt beeinträchtigende Wasserstände und massive Ertragseinbußen bei der Getreideernte waren die Folge", hieß es beim DWD. Lokal heftige und mit Starkregen einhergehende Gewitter hätten die Trockenheit in der Fläche nicht mindern können. 

Insgesamt wurden im Juli im Schnitt rund 272 Sonnenstunden gemessen. Das waren etwa 30 Prozent mehr als in der Periode 1961 bis 1990 (211 Stunden). Etwas weniger deutlicher fiel das Plus im Vergleich mit der jüngeren Referenzperiode 1991 bis 2020 aus (226 Stunden). 

Wie extrem das Wetter im Juli sein kann, zeigt unser wetter.com-Meteorologe Andreas Machalica in diesem Video:

Ob der August so heiß weitergeht, siehst du im Video ganz zu Beginn des Artikels.

Klimatische Einordnung des Juli

In Zeiten des Klimawandels müssen wir leider häufiger mit Unwettern rechnen. Die Flutkatastrophe im Juli 2021 hat gezeigt, wie verheerend diese sein können. Außerdem ist als Folge der globalen Erwärmung in den letzten Jahrzehnten ein Trend zu höheren Temperaturen erkennbar. 

Die Mitteltemperaturen der vergangenen zehn Jahre liegen mit einer Ausnahme alle über dem langjährigen Mittel von 16,9 Grad. Dieser Durchschnittswert bezieht sich auf die Referenzperiode 1961 bis 1990 (Quelle: DWD).

* vom langjährigen Mittel  (16,9 Grad)

Wie aus der Tabelle zu entnehmen ist, war nur der Juli 2011 unterdurchschnittlich temperiert. In allen anderen Jahren liegt die Abweichung im positiven Bereich. Der Juli 2010 sowie der Juli 2018 stechen mit einer positiven Abweichung von 3,3 Grad besonders heraus. 

Der wärmste Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war allerdings der Juli 2006. Die Durchschnittstemperatur (22 Grad) lag damals 5,1 Grad über dem langjährigen Mittel. Dieser heiße und sonnige Sommer, der uns damals bestes Public-Viewing-Wetter während der Fußball-WM in Deutschland bescherte, ging unter dem Begriff "Sommermärchen" in die Geschichte ein.

Der bis zu diesem Jahr geltende Hitzerekord (neuer Rekord: 41,8 Grad am 27.06.2026 in Möckern-Drewitz/Sachsen-Anhalt) wurde aber nicht im Sommer 2006, sondern im Sommer 2019 aufgestellt. So zeigte das Thermometer am 25. Juli 2019 in Duisburg-Baerl und in Tönisvorst (beides NRW) unerträgliche 41,2 Grad an. Auch der Sommer 2022 war deutlich zu warm und außerdem zu trocken.

<p>Deutschland erlebt regelmäßig Wetterextreme von Rekordhitze über meterhohen Schnee bis hin zu gewaltigen Gewittern. In diesem Video zeigen wir euch die spannendsten und außergewöhnlichsten Wetterrekorde Deutschlands. Wie heiß war es in der Spitze? Wo fiel der meiste Regen? Wie stark war der stärkste jemals gemessene Blitz? Und an welchem Ort gab es fast jeden Tag im Jahr Nebel?</p>

Flutkatastrophe Juli 2021 

Der Juli 2021 ist uns durch das Jahrhunderthochwasser im Westen Deutschlands in Erinnerung geblieben. Tief BERND bestimmte ab der zweiten Monatshälfte die Wetterlage. Am 14. Juli setzten im Westen Deutschlands historische Regenfälle ein. Besonders betroffen waren das Ahrtal in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, aber auch die Nachbarländer Niederlande und Belgien.

Massive Überschwemmungen und Sturzfluten zerstörten ganze Ortschaften. Folge waren große Schäden und 186 Todesopfer allein in Deutschland. Damit ist die Flut die schwerste Naturkatastrophe in Deutschland seit der Sturmflut 1962 in Hamburg. An Ahr und Erft sind die Wiederaufbaumaßnahmen auch Jahre später zum Teil noch nicht abgeschlossen. 

Wie kam es zu der Ahrtal-Katastrophe? 

Ursache für die heftigen Niederschläge war Tief BERND, das sehr warme, feuchte und energiehaltige Luft mit kühler Atlantikluft vermischte. Dabei entstand ein großes Regengebiet, das sich vor allem über dem Westen Deutschlands abregnete. Am 14. Juli nahm der Niederschlag zwischen Kölner Bucht und Eifel eine starke Intensität an.

Bei dem Jahrhundertregen fielen über 100 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden. Den höchsten Tagesniederschlag einer DWD-Station übermittelte Wipperfürth-Gardeweg mit 162,4 Liter pro Quadratmeter. 

Eine Studie eines Teams von internationalen Wissenschaftler:innen kam zu dem Ergebnis, dass solche Extremwetterereignisse durch den Klimawandel immer häufiger und wahrscheinlicher werden. Mehr dazu kannst du hier nachlesen.

Wie ist das typische Wetter im Juli?

Juli wärmster Monat des Jahres 

Wie anfangs erwähnt wurde, ist der Juli der wärmste Monat in Deutschland. Warme Luft kann wesentlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte. Deshalb sind insbesondere in den Sommermonaten innerhalb kurzer Zeit kräftige Niederschläge möglich. Nicht umsonst ist der Juli mit 78 Litern Regen auf den Quadratmeter laut Statistik einer der niederschlagsreichsten Monate des Jahres. Nasser ist es mit 85 Litern pro Quadratmeter nur im Juni

Der Juli ist in Deutschland nicht nur der zweifeuchteste und wärmste Monat des Jahres, auch in Sachen Sonnenscheindauer führt er einen Allzeitrekord. So wurden im Juli 1994 am Kap Arkona auf der Ostseeinsel Rügen 404 Stunden Sonne gemessen, das entspricht mehr als 13 Stunden Sonnenschein pro Tag.

Klimatabelle für Berlin

In Berlin sind im Juli ebenfalls die wärmsten Temperaturen zu verzeichnen, wie die untenstehende Klimatabelle für Berlin zeigt. Im Schnitt liegen diese bei rund 23 Grad. 

Da sich asphaltierte Böden im Sommer stark aufheizen, ist es durch den Wärmeinseleffekt der Stadt im Zentrum der Großstädte noch wärmer als in den umliegenden Regionen. In den Sommermonaten und vor allem zu den Hundstagen kann es in einigen Großstädten also zum Teil unerträglich heiß werden. Die höchste jemals gemessene Temperatur in Berlin liegt beispielsweise bei 38 Grad (siehe absoluter Höchstwert in der Klimatabelle).  

(Klimatabelle für Berlin)

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