WHO warnt vor Gesundheitsrisiken durch schwarzen Regen im Iran

- Johanna Lindner - Digital Editor, Redakteurin - Quelle: WHO/BBC/Reuters/wetter.com
WHO warnt vor Gesundheitsrisiken durch schwarzen Regen im Iran
© picture alliance / Anadolu | Hassan Ghaed
Am 8. März 2026 brach im Öldepot Shahran bei Teheran im Iran nach Angriffen der USA und Israels ein Feuer aus,

Seit einem Angriff auf ein Öllager im Iran fällt dort schwarzer Regen. Die WHO warnt nun vor gesundheitlichen Gefahren.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt im Moment vor gesundheitlichen Schäden durch schwarzen Regen. Dieser ist laut einem Bericht der Nachrichtenagentur "Reuters" in den letzten Tagen im Iran gefallen. Grund für die Bildung des schwarzen Regens ist ein Brand in einem Öllager bei Teheran. Dieses wurde von amerikanischen und israelischen Angriffen getroffen. Auch Tage nach dem Angriff brannten Teile der Anlage noch immer. 

Gesundheitsrisiken durch ölhaltigen Regen

Einem Bericht der "BBC" zufolge versperrt seit Montag Smog und Verschmutzung den Himmel und verdunkelt die Sonne. Zudem gäbe es einen starken Brandgeruch. Dazu gab es Berichte über schwarzen, ölhaltigen Regen. Denn ein Tiefdrucksystem hatte Niederschläge in die Region gebracht. Der Regen nahm die Ölpartikel auf dem Weg zum Boden auf.

"Der schwarze Regen und der saure Regen, der damit einhergeht, ist in der Tat eine Gefahr für die Bevölkerung, vor allem für die Atemwege", sagt WHO-Sprecher Christian Lindmeier bei einer Pressekonferenz. Anwohner sollten wenn möglich zu Hause bleiben. Der Brand des Öllagers habe zu massiver Freisetzung giftiger Kohlenwasserstoffe, Schwefeloxide und Stickoxide in die Luft geführt, so Lindmeier.

Rohöl brenne "schlecht und bei relativ niedrigen Temperaturen", erklärt der Chemiker Andrea Sella vom University College London (UCL) gegenüber dem "Standard". Dadurch werde es bei der Verbrennung nicht vollständig zu Kohlendioxid und Wasser umgewandelt. Stattdessen entstehe ein Mix aus Ruß, sauren Gasen und giftigen chemischen Verbindungen. Rohöl verbrenne außerdem sehr rauchig mit rußreichen Flammen. Das Öl, das nicht vollständig verbrennt, gelangt über kleine Tröpfchen in die Umwelt.  

Das Einatmen oder Berühren des Rauchs oder der Partikel können laut "Reuters" Kopfschmerzen, Haut- und Augenreizungen sowie Atembeschwerden verursachen. Längerfristige Exposition gegenüber einiger dieser Verbindungen erhöhe sogar das Risiko für bestimmte Krebsarten.

Kann der Rauch nach Deutschland ziehen?  

Nach Mitteleuropa oder gar nach Deutschland wird wohl weder die Rauchwolke noch der schwarze Regen ziehen. Wetter.com-Meteorologe Gernot Schütz gibt dahingehend Entwarnung. "Die Höhenströmung ist vom Iran aus eher nach Osten bzw. Nordosten gerichtet. Es trifft also eher Afghanistan, Turkmenistan, Usbekistan und vielleicht auch Kasachstan", so der Meteorologe.

Grundsätzlich gäbe es auch die Frage, wie weit die Rußpartikel überhaupt getragen werden. Das hänge laut Schütz vor allem davon ab, ob Niederschlag falle. Wenn ja, dann würden sie schnell ausgewaschen. Falls es trocken sei, könnten sie je nach dem, in welche Höhe sie kommen, schon weite Entfernungen zurücklegen.

"Grundsätzlich gilt, je höher die Partikel in der Atmosphäre steigen und je länger es trocken ist, desto weiter können sie vorankommen. Grundsätzlich ist die Gesundheitsgefahr durch ruß- und ölhaltigen Regen sehr groß."

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