Wenig Regen, wenige Pilze? Das bedeutet die Trockenheit für die Pilzsaison
Viele Pilzsammler:innen hoffen im Herbst auf volle Körbe. Doch nach einem trockenen Sommer sind die Bedingungen in den Wäldern zunächst schwierig.
Besonders in Berlin und Brandenburg lief die Sommerpilzsaison wegen der geringen Niederschläge schlecht. Für die kommenden Wochen gibt es allerdings noch Hoffnung: Entscheidend wird sein, wie viel Regen fällt.
Regen entscheidet über die Herbstsaison
Wie sich die Pilzsaison im Herbst entwickelt, hängt laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) stark davon ab, wie viel Niederschlag in den kommenden Wochen fällt. "Pilzleer" seien die Wälder trotz der aktuellen Trockenheit nicht.
Nach ausreichenden Niederschlägen könnten vielerorts wieder Fruchtkörper erscheinen. Damit kommt dem Wetter in den kommenden Wochen eine entscheidende Bedeutung zu. Fallen ausreichend Niederschläge, kann sich die Situation für die Pilze wieder verbessern.
Pilze verschwinden bei Trockenheit nicht einfach
Nur weil derzeit weniger Pilze sichtbar sind, bedeutet das laut BUND nicht, dass sie verschwunden sind. Ihr Myzel, das fadenförmige Geflecht unter der Erde, kann weiterhin im Boden oder Holz vorhanden sein.
Für Pilzsammler:innen bedeutet das: Auch wenn die Wälder nach einer trockenen Phase auf den ersten Blick wenig hergeben, können nach ausreichendem Regen wieder Fruchtkörper erscheinen. Eine Erholung ist also durchaus möglich.
Aber lohnt sich das Pilzesammeln damit aktuell überhaupt?
Warum Trockenheit Pilzen zu schaffen macht
Der Klimawandel setzt den Pilzen zu. Viele Waldpilze leben in Symbiose mit Bäumen. Besonders in Brandenburg spielt laut BUND die Kombination aus geringen Niederschlägen, sandigen Böden und großen Kiefernbeständen eine wichtige Rolle.
Waldkiefern geraten bei lang anhaltender und wiederkehrender sommerlicher Trockenheit unter Stress. Das kann sich wiederum auf die mit ihnen verbundenen Mykorrhizapilze auswirken. Dabei handelt es sich um Bodenpilze, die mit den Wurzeln von Pflanzen eine Symbiose eingehen.
Manche Pilze profitieren von der Trockenheit
Allerdings leiden nicht alle Pilze gleichermaßen unter den trockenen Bedingungen. In Berlin und Brandenburg kann die Trockenheit auch dazu führen, dass mehr geschädigtes und abgestorbenes Holz entsteht.
Für manche Pilzgruppen entstehen dadurch laut BUND neue Lebensräume und zusätzliche Nahrung. Die Trockenheit hat für Pilze deshalb nicht ausschließlich negative Folgen. Während sich die Bedingungen für einige Arten verschlechtern, können andere von geschädigtem und abgestorbenem Holz profitieren.
Berlin und Brandenburg besonders im Blick
In Berlin sind für Pilze neben der Trockenheit unter anderem Versiegelung und verdichtete Böden ein Problem. In Brandenburg kommen die sandigen Böden und die großen Kiefernbestände hinzu.

Ob Pilzsammler:innen dieses Jahr viel finden werden, entscheidet sich in den kommenden Wochen. (Adobe Stock)
Nach dem trockenen Sommer ist die Situation für die Pilze damit schwierig. Komplett verschwunden sind sie laut BUND jedoch nicht.
Lohnt sich das Pilzesammeln im Herbst?
Leidenschaftliche Pilzsammler:innen dürften sich angesichts der aktuellen Situation also zu Recht fragen: Lohnt es sich in diesem Jahr überhaupt, auf Pilzsuche zu gehen?
Fakt ist: Entscheidend für die weitere Entwicklung der Herbstsaison wird vor allem das Wetter in den kommenden Wochen sein. Bei entsprechenden Niederschlagsmengen kann sich die Lage für Pilzliebhaber:innen also deutlich entspannen.
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