Unwettergefahr in den Alpen: Bis zu 200 Liter Regen drohen in Italien und der Schweiz
Über Mitteleuropa baut sich eine brisante Wetterlage auf. Während Deutschland weitgehend verschont bleibt, droht in Norditalien und der Südschweiz Überschwemmungsgefahr durch große Regenmengen von bis zu 200 Litern pro Quadratmeter.
Über Mitteleuropa entwickelt sich derzeit eine angespannte Wetterlage, die in den kommenden Tagen besonders südlich von Deutschland für Probleme sorgen könnte. Während Deutschland selbst vermutlich nur am Rand betroffen sein wird, drohen extreme Regenmengen in der Südschweiz und in Norditalien.
Die neuesten Berechnungen der Wettermodelle zeigen, dass zwischen Samstagmittag und Sonntagabend, also innerhalb von nur rund 36 Stunden, regional enorme Niederschlagsmengen zusammenkommen können.
Bis zu 200 Liter Regen in kurzer Zeit
Nach Berechnungen des deutschen Wettermodells ICON-EU des Deutschen Wetterdienstes könnten in den besonders betroffenen Regionen bis zu 194 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Das entspricht fast 200 Litern Niederschlag in nur anderthalb Tagen.
"Solche Regenmengen sind zwar meteorologisch nicht völlig außergewöhnlich, dennoch bergen sie ein hohes Risiko", erklärt wetter.com-Meteorologe Gernot Schütz. Vor allem in den Alpenregionen der Südschweiz sowie im Norden Italiens drohen seinen Ausführungen nach:
- lokale Überschwemmungen
- übertretende Bäche und Flüsse
- Erdrutsche
- Murenabgänge in den Bergen
Besonders kritisch werde die Situation dort, wo bereits gesättigte Böden keinen weiteren Regen mehr aufnehmen könnten, so Wetterexperte Schütz.
Teilweise Entlastung durch Schnee in den Hochlagen
Eine gewisse Entlastung könnte es in den höheren Alpenlagen geben. Gernot Schütz liefert die Begründung: "Dort wird ein Teil der Niederschläge voraussichtlich als Schnee fallen. Gleichzeitig strömt auf der Rückseite des Tiefdrucksystems wieder etwas kältere Luft in die Region. Dadurch könnte ein Teil der extremen Niederschlagsmengen zunächst als Schneedecke gespeichert werden."
Trotzdem bleibe die Situation angespannt, vor allem in den tieferen Lagen der Alpen und entlang der Flüsse.
Zweites Starkregen-Zentrum an der ligurischen Küste
Ein weiteres Niederschlagsmaximum wird am kommenden Wochenende entlang der ligurischen Küste am Golf von Genua erwartet. In diesem Gebiet könnten innerhalb des gleichen Zeitraums - Samstagmittag (14.03., 12 Uhr) bis Sonntagabend (15.03., 18 Uhr) - ebenfalls 120 bis 150 Liter Regen pro Quadratmeter fallen.
Diese Region ist meteorologisch besonders anfällig für Starkregen, weil feuchte Mittelmeerluft dort auf die Alpen trifft und dadurch starke Niederschläge ausgelöst werden.
Ursache: Entstehung einer Genua-Zyklone
Auslöser der intensiven Niederschläge ist ein Tiefdrucksystem, das sich derzeit zwischen Südfrankreich und westlich von Sardinien entwickelt. Meteorologen sprechen hierbei von einer sogenannten Genua-Zyklone.
Diese Tiefdrucksysteme entstehen häufig im Golf von Genua und sind bekannt für extreme Niederschlagsereignisse im Alpenraum. Das Tief verstärkt sich in den kommenden Tagen weiter und verlagert sich anschließend über das westliche Mittelmeer.
Mit dieser Entwicklung wird immer wieder feuchte Mittelmeerluft gegen die Alpen gedrückt, wodurch sich die Niederschläge zusätzlich verstärken können.
Wettermodelle zeigen ähnliche Schwerpunkte
Interessant ist, dass mehrere internationale Wettermodelle unabhängig voneinander ähnliche Entwicklungen zeigen.
- ICON-EU (Deutscher Wetterdienst): bis zu 194 Liter pro Quadratmeter
- ECMWF (Europäisches Modell): gleiche Schwerpunkte, aber etwas geringere Mengen
- GFS (Amerikanisches Modell): größere Niederschlagsflächen bei ähnlicher Intensität
- UKMO (Britisches Modell): ebenfalls starke Regenmaxima in Norditalien mit bis zu rund 178 Litern
"Trotz unterschiedlicher Auflösungen stimmen die Modelle darin überein, dass sich die extremsten Niederschläge über Norditalien und der Südschweiz konzentrieren werden", erläutert Meteorologe Schütz.
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Die Niederschlagsberechnungen für Nordwestitalien verheißen nichts Gutes. Quelle: MetMaps.info, ICON-EU
Sturm und hohe Wellen im Mittelmeer
Neben Starkregen wird auch Wind und Sturm eine Rolle spielen. Besonders im Bereich des nördlichen Mittelmeers können kräftige Winde auftreten, die zusätzlich für unruhige Bedingungen sorgen.
Vor allem an der ligurischen Küste und im westlichen Mittelmeer sind daher neben Starkregen auch stürmische Böen und hoher Wellengang möglich.
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Dieser Text wurde mit Hilfe von KI-Systemen und auf Basis von wetter.com-Daten erstellt und von der Redaktion überprüft.
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