Unwetterbilanz: Tödlicher Baumsturz, Aquaplaning-Unfälle und Großbrand nach Blitzeinschlag

- Redaktion - Quelle: dpa
Todesfall, Großbrand und Millionenschäden - Unwetterfolgen in Süddeutschland
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Schwere Unwetter haben Baden-Württemberg und Bayern getroffen. Eine Superzelle brachte riesigen Hagel, ein Mensch kam durch einen umstürzenden Baum ums Leben. Ein Blitz löste auch einen Großbrand aus.

Schwere Unwetter haben in weiten Teilen Baden-Württembergs ihre Spuren hinterlassen und nach ersten Erkenntnissen ein Todesopfer und Verletzte hinterlassen. Besonders tragische Folgen hatte das Unwetter in Karlsruhe. Hier erschlug ein während eines Gewitters umstürzender Baum einen Menschen, wie die Polizei mitteilte. Eine Superzelle zog am Donnerstagnachmittag von Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart bis nach Ulm. Diese hatte starke Windböen und bis zu fünf Zentimeter große Hagelsteine im Gepäck. Auch in Bayern kam es zu Unfällen durch Aquaplanning sowie einem Großbrand durch einen Blitzeinschlag in der Nacht. Alle Infos im Überblick.

Baden-Württemberg: Überschwemmungen, Menschen von Ästen getroffen, Dachbrand

Hunderte Einsatzkräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk waren in Karlsruhe im Einsatz, die Branddirektion sprach von mehr als 250 witterungsbedingten Einsätzen am Abend und in der Nacht. Karlsruhe ruft "außergewöhnliche Einsatzlage" aus Laut einem Polizeisprecher des Präsidiums Karlsruhe gab es zwischen 19 und 23 Uhr Überflutungen und Überschwemmungen, Ampeln und Autos wurden beschädigt.

Zudem wurden Radfahrer und ein Kind von herabfallenden Ästen getroffen und leicht verletzt. Die Stadt hatte wegen der anhaltenden Ausnahmesituation eine sogenannte außergewöhnliche Einsatzlage ausgerufen, um die zahlreichen Einsätze zentral zu koordinieren.

Auch andernorts hatten die Einsatzkräfte viel zu tun: In Pforzheim zählte die Polizei rund 30 Unwettereinsätze bis in die Nacht. Bäume stürzten um und Gullydeckel wurden hochgespült. Verletzt wurde niemand.

Herunterstürzende Ziegel und Brand durch Blitzeunschlag

Im Gebiet des Polizeipräsidiums Ludwigsburg war laut einer Polizeisprecherin «einiges los wegen Unwettern». Es gab demnach rund 70 Einsätze, unter anderem wegen heruntergefallener Dachziegel und vollgelaufener Keller. In Besigheim (Landkreis Ludwigsburg) schlug nach ersten Erkenntnissen ein Blitz in ein Dach ein und löste einen Brand aus, dabei wurden Menschen leicht verletzt. 

In der Gemeinde Neckartailfingen im Kreis Esslingen stürzte ein Carport im Unwetter auf vier Fahrzeuge. Die Polizei bestätigte den Vorfall und sprach von einem geschätzten Schaden von 60.000 bis 70.000 Euro.


Autos stehen nach Unwetter unter einem eingestürzten Carport. (Bild: picture alliance)

Im Rems-Murr-Kreis beschädigten umstürzende Bäume zwei Häuser stark, es entstand ein Schaden von etwa 100.000 Euro. Insgesamt gab es wegen der Unwetter 37 Einsätze, wie die Polizei am Freitagmorgen mitteilte. Auch Stromausfälle seien gemeldet worden.

Bayern: Verletzte nach Aquaplaning und Brand durch Blitzeinschlag

Auf der Autobahn 8 in Schwaben kam es zu einer Unfallserie mit sechs Unfällen durch Aquaplaning. Ein Mensch wurde dabei am Donnerstagabend schwer verletzt, zwei weitere Menschen leicht, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Unfälle ereigneten sich demnach zwischen den Anschlussstellen Burgau (Landkreis Günzburg) und Günzburg in Fahrtrichtung Stuttgart.

Ein Blitzeinschlag hat nach ersten Erkenntnissen der Polizei einen Großbrand auf einem Hofgut im Landkreis Ansbach ausgelöst. Mit einem Aufgebot von zeitweise rund 350 Einsatzkräften kämpfte die Feuerwehr gegen die Flammen. Ein Giebel der Scheune in Wilburgstetten stürzte ein, ein weiterer sollte wegen der schweren Brandschäden mit einem Bagger eingerissen werden, wie die Leitstelle mitteilte.

Zunächst waren auch benachbarte Gebäude bedroht, die Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen jedoch verhindern. Weil das Feuer bereits weit fortgeschritten war, konnten die Einsatzkräfte den Stall nicht mehr betreten. Rinder aus einem angebauten Stall wurden mit Hilfe von Landwirten ins Freie gebracht, wie die Feuerwehr weiter mitteilte. Menschen wurden nicht verletzt. 

Bereits beim Eintreffen der Einsatzkräfte hatte der Dachstuhl des rund 300 Quadratmeter großen Gebäudes in Vollbrand gestanden. Anrufer hatten nach Feuerwehrangaben berichtet, einen Blitzeinschlag beobachtet zu haben. Ein Polizeisprecher bestätigte am Morgen, dass ein Blitz nach derzeitigen Erkenntnissen den Brand verursacht habe.



Wegen der schwierigen Wasserversorgung musste Löschwasser über lange Schlauchleitungen aus der Wörnitz zur Einsatzstelle gepumpt werden. Die Nachlöscharbeiten mit Unterstützung eines Baggers sollten noch mehrere Stunden dauern. Ersten Schätzungen zufolge entstand ein Schaden von mehreren Hunderttausend Euro.

Saarbrücken: Feuerwehr an 50 Einsatzstellen

Auch in Saarbrücken haben Starkregen, Windböen und ein Blitzeinschlag die Feuerwehr am Donnerstagabend beschäftigt. Nach ihren Angaben mussten mehr als 50 Einsatzstellen abgearbeitet werden. Besonders betroffen war demnach der Osten von Saarbrücken mit dem Stadtteil Güdingen.

Wie geht es weiter?

Am Freitagnachmittag drohen verbreitet kräftige Gewitter, stellenweise auch Unwetter mit Starkregen, Hagel bis 5 cm und schwere Sturm- bis Orkanböen.

Die größten Regenmassen werden dabei wohl im Nordosten niedergehen, weil dort die Gewitter nur langsam ziehen. Lediglich in weiten Teilen von Nordrhein-Westfalen und im südwestlichen Niedersachen ist das Gefahrenpotenzial nicht vorhanden.

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