Ungewöhnlich hohe Opferzahl: Schon 125 Lawinentote in Europa
In den Alpen und anderen Gebirgen sind im Winter 2025/26 ungewöhnlich viele Menschen durch Lawinen ums Leben gekommen. Experten vermuten, dass dies mit dem Klimawandel zu tun hat - aber auch mit einem Trend.
In dieser Wintersaison sind in Europas Gebirgen bereits mindestens 125 Menschen durch Lawinen gestorben. Die höchste Zahl an Lawinentoten wurde mit 32 Todesopfern in Italien registriert, gefolgt von Frankreich (31) und Österreich (29). Dies geht aus einer Übersicht des European Avalanche Warning Service (EAWS) hervor, einem Zusammenschluss von Lawinenwarndiensten.
In Deutschland gab es bislang keine Todesopfer.
Im Winter 2017/2018 mehr Lawinentote
Die Statistik enthält Todesfälle seit dem 1. Oktober, und das vor allem in den Alpen, aber auch in anderen Gebirgen wie beispielsweise den Karpaten weiter östlich. Die Wintersaison gilt noch nicht als beendet. Fest steht jedoch, dass die Zahl der Todesopfer 2025/26 ungewöhnlich hoch ist.
Im vergangenen Jahrzehnt gab es in Europa nur einen Winter, in dem noch mehr Menschen durch Lawinen ums Leben kamen: 2017/18 wurden 147 Todesopfer verzeichnet.
Klimawandel und stärkere Winde als Gründe
Als einer der Gründe wird von Experten der Klimawandel genannt. Demnach verändern sich die traditionellen saisonalen Rhythmen durch höhere Temperaturen, weshalb der Schnee nicht mehr so fest ist.
Außerdem gebe es stärkere Winde, sodass sich gefährlicher "Treibschnee" ansammle, heißt es. Besonders betroffen sind Regionen in Italien, im südlichen Teil der Alpen.
Hinzu kommt, dass Skitouren und Abfahrten außerhalb der präparierten Pisten seit einiger Zeit beliebter werden.
Empfehlungen der Redaktion zum Thema: Bergwetter
- Schneehöhen-Prognose 72 Stunden
- Schnee? Wettertrend für das Alpenvorland
- Mehrere Tote in Österreich, Schweiz und Italien