Große Zerstörung nach Erdbeben: Zahl der Toten steigt auf Philippinen weiter
Im Süden der Philippinen kam es am Montag, den 8. Juni, zu einem schweren Erdbeben, das unzählige Nachbeben nach sich zog. Die Zahl der Toten steigt immer weiter und die Zerstörung ist groß.
Die Zahl der Todesopfer nach dem schweren Erdbeben auf den Philippinen ist auf mindestens 61 gestiegen. Zudem wurden mehr als 1400 Menschen verletzt, 40 weitere gelten als vermisst, wie der Zivilschutz des südostasiatischen Inselstaats mitteilte. Die Behörden befürchten, dass die Opferzahlen weiter steigen werden.
Eingestürzte Gebäude, Straßen und Brücken
Das Beben der Stärke 7,8 - laut der US-Erdbebenwarte USGS das weltweit stärkste des Jahres - hatte am frühen Montagmorgen die südliche Insel Mindanao erschüttert. Besonders betroffen war die Stadt General Santos City mit rund 700.000 Einwohnern, die für ihre Thunfischindustrie bekannt ist. Dort sowie in den umliegenden Provinzen stürzten Gebäude ein, Straßen und Brücken wurden beschädigt und die Stromversorgung fiel zeitweise aus.
Wichtiger Knotenpunkt beschädigt
Zu den beschädigten Einrichtungen gehört auch der internationale Flughafen von General Santos City, ein wichtiger Knotenpunkt im Süden Mindanaos. Nach Angaben von Verkehrsminister Giovanni Lopez wurden der Kontrollturm und die Terminalgebäude beschädigt, die Start- und Landebahnen blieben jedoch intakt.
Die Gesamtschäden an der Infrastruktur werden auf rund eine Billion Pesos geschätzt, umgerechnet gut 14 Millionen Euro.

Eine Luftaufnahme der teilweise eingestürzten Notre-Dame-Kathedrale der Universität Dadiangas. (Bild: picture alliance / Anadolu | Daniel Ceng)
Über 2200 Nachbeben registriert
Das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) registrierte über 2200 teils heftige Nachbeben, die die Rettungsarbeiten erschwerten. Das heftigste hatte eine Stärke von 6,4, wie die Behörde jetzt mitteilte. Nach Angaben des Zivilschutzes sind insgesamt rund 720.000 Menschen von den Folgen des Bebens betroffen. Etwa 32.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen und kamen in Evakuierungszentren oder bei Verwandten und Freunden unter. Rund 64.000 Gebäude wurden beschädigt oder sind zerstört.
Zunächst ausgegebene Tsunami-Warnungen für die Philippinen und Indonesien wurden bereits am Montag wieder aufgehoben. In mehreren Küstengebieten waren kleinere Flutwellen registriert worden.
Viele Menschen stehen unter Schock
Rettungskräfte und Soldaten bemühen sich derweil weiter, abgeschnittene Ortschaften zu erreichen. Gesundheitsminister Ted Herbosa sagte dem Radiosender DZMM, beschädigte Straßen und Brücken erschwerten den Zugang. Auch stünden viele in der Region unter Schock. Betreuer seien im Einsatz, um traumatisierte Menschen zu unterstützen.

Ein teilweise eingestürztes Gebäude nach einem Erdbeben der Stärke 7,8. (Bild: picture alliance / Anadolu | Daniel Ceng)
Erdbeben ausgerechnet am ersten Schultag
Das Erdbeben hatte sich ausgerechnet am ersten Schultag nach den Ferien ereignet. Über 6200 öffentliche und private Schulen blieben zunächst geschlossen. Zunächst soll die Sicherheit der Gebäude überprüft werden.
Philippinen häufig von Erdbeben heimgesucht
Die Philippinen liegen am Pazifischen Feuerring, einer der seismisch aktivsten Regionen der Erde. Dort stoßen mehrere Erdplatten aufeinander, weshalb es regelmäßig zu starken Erdbeben und Vulkanausbrüchen kommt.
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