Tierisch starke Zahlen: Deutschlands Störche auf Rekordkurs

- Redaktion - Quelle: dpa
Tierisch starke Zahlen: Deutschlands Störche auf Rekordkurs
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Die Population der Weißstörche hat sich in Deutschland mehr als verfünffacht.

Der Weißstorch ist zurück: Nachdem er in den 1980er Jahren vielerorts fast verschwunden war, brüten heute so viele Störche in Deutschland wie nie zuvor. Warum sich der Bestand so stark erholt hat und in welchen Regionen die meisten Störche leben.

Nach Angaben des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) gibt es rund 15.000 Brutpaare. "Selbst vor 100 Jahren gab es nicht so viele Störche", so Bernd Petri von der NABU-Bundesarbeitsgruppe Weißstorch. Anders als viele andere Tierarten befinde sich der Weißstorch inzwischen wieder in einem guten Erhaltungszustand.

Naturschutz brachte die Wende

Noch vor rund 40 Jahren sah die Situation für die Vögel ganz anders aus. Damals lebten in Ost- und Westdeutschland zusammen weniger als 3.000 Brutpaare. In vielen Regionen waren Weißstörche sogar vollständig verschwunden.

Als Gründe für den dramatischen Rückgang nennt der NABU den Verlust von Lebensräumen durch die Trockenlegung von Mooren, die intensivere Landwirtschaft und den damit verbundenen Nahrungsmangel.

Den Wendepunkt brachten Naturschutzmaßnahmen. Dazu gehören die Wiedervernässung von Mooren und Grünlandbewirtschaftung, die dem Lebensstandard der Weißstörche besser gerecht wird.

Kürzere Zugrouten erhöhen Überlebenschancen

Nicht nur der Mensch hat zum Erfolg beigetragen, sondern auch die Störche selbst. Immer mehr Tiere haben ihren Zug im Herbst verkürzt und dadurch ihre Überlebenschancen verbessert.

Laut Petri verläuft durch Deutschland eine sogenannte Zugschneide. Störche östlich dieser Linie fliegen weiterhin über den Balkan und den Nahen Osten bis nach Afrika. Westlich davon verbringen viele Tiere den Winter inzwischen nur noch in Spanien. Dort finden sie auf Reisfeldern und auch auf Mülldeponien ausreichend Nahrung.

Vor 30 Jahren seien noch drei Viertel der deutschen Störche nach Osten gezogen, heute sei das Verhältnis genau umgekehrt, erklärt Petri. Dadurch habe sich der Schwerpunkt der Storchenvorkommen im Laufe der Jahre von Ostdeutschland zunehmend in den Westen verlagert.

Hier leben heute die meisten Störche

Weißstörche brüten mittlerweile wieder in allen deutschen Bundesländern. Die meisten davon wurden im vergangenen Jahr in Niedersachsen (2.737) und Baden-Württemberg (2.602) gezählt.

Besonders hoch ist die Storchenrate jedoch in Hessen. So leben zum Beispiel im Landkreis Groß-Gerau rund 90 Storchenpaare auf je 100 Quadrakilometern. Weitere Regionen mit besonders vielen Weißstörchen sind Mittelfranken und Oberschwaben.

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