Schlüsselströmung im Atlantik vor dem Kollaps? Südlicher Ozean droht zur CO₂-Quelle zu werden

- Redaktion - Quelle: PIK, nature.com
Schlüsselströmung im Atlantik vor dem Kollaps? Südlicher Ozean droht zur CO₂-Quelle zu werden
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Bricht die AMOC zusammen, könnten die Temperaturen in der Antarktis um bis zu 6 Grad steigen.

Eine neue Studie warnt: Der Zusammenbruch der Atlantischen Meridionalen Umwälzströmung (AMOC) könnte die Erderwärmung zusätzlich anheizen. Nun ist der Mensch gefordert.

Ein möglicher Zusammenbruch der Atlantischen Meridionalen Umwälzströmung (AMOC) könnte gravierende Folgen für das globale Klima haben. Das zeigt eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), veröffentlicht im Fachjournal Nature Communications Earth & Environment.

Die AMOC ist ein zentrales System von Meeresströmungen, das warmes Wasser nach Norden und kaltes Wasser nach Süden transportiert und damit maßgeblich das Weltklima reguliert.

Ozean könnte zur CO₂-Quelle werden

Die Forschenden kommen zu einem alarmierenden Ergebnis: Ein Kollaps der AMOC könnte dazu führen, dass der Südliche Ozean große Mengen an gespeichertem Kohlendioxid freisetzt. Bislang wirkt der Ozean als wichtige CO₂-Senke und nimmt etwa ein Viertel der menschengemachten Emissionen auf. Fällt dieses System aus, könnte sich dieser Effekt umkehren.

Durch verstärkte Durchmischung gelangt CO₂-reiches Tiefenwasser an die Oberfläche und entweicht in die Atmosphäre.

Zusätzliche Erwärmung von bis zu 0,2 Grad

Die Folge wäre eine zusätzliche globale Erwärmung von etwa 0,17 bis 0,27 Grad Celsius. Dieser Effekt käme zur ohnehin bestehenden Erderhitzung hinzu.

Damit würde sich die Klimakrise weiter verschärfen, selbst wenn die ursprünglichen Bedingungen stabil bleiben.

Kipppunkt bei steigenden CO₂-Werten

Besonders kritisch: Die Stabilität der AMOC hängt stark von der CO₂-Konzentration in der Atmosphäre ab. Während sich die Strömung bei vorindustriellen Werten langfristig erholen könnte, bleibt sie bei höheren Konzentrationen - bereits ab etwa 350 ppm - dauerhaft im "Aus"-Zustand. Heute liegt der Wert bei rund 430 ppm.

Die Forschenden sprechen von einem sogenannten bistabilen Zustand:  "Ist sie einmal zum Erliegen gekommen, sehen wir, dass sie sich langfristig nicht wieder erholt", erklärt Leitautorin und PIK-Forscherin Da Nian.

Extreme regionale Klimafolgen möglich

Neben der globalen Erwärmung erwarten die Wissenschaftler auch drastische regionale Veränderungen. In einem Szenario mit CO₂-Konzentrationen von 450 ppm - wie sie auf der Erde zuletzt vor vielen Millionen Jahren auftraten, als es deutlich weniger Polareis gab - könnten die Temperaturen in der Antarktis um bis zu 6 Grad steigen, während sie in der Arktis gleichzeitig um etwa 7 Grad sinken.

Forscher warnen vor wachsendem Risiko

PIK-Direktor Johan Rockström betont die zentrale Rolle der Ozeane im Klimasystem: "Der Ozean war bislang unser größter Verbündeter." Ein Kollaps der AMOC könnte diesen Verbündeten in einen Verstärker des Klimawandels verwandeln. "Je mehr CO₂ sich zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs in unserer Atmosphäre befindet, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer zusätzlichen Erwärmung. Das heißt: Je mehr Emissionen wir heute ausstoßen, desto größer wird das Risiko für stärkere Klimafolgen in der Zukunft."

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Dieser Text wurde mit Hilfe von KI-Systemen und auf Basis von wetter.com-Daten erstellt und von der Redaktion überprüft.

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