Nach den Flammen: So werden Deutschlands Wälder brandfester
Warum der Waldumbau jetzt an Tempo gewinnen muss – und was genau in den Wäldern passieren muss, um die Gefahr Waldbrand einzudämmen.
Mehrere schwere Waldbrände haben zuletzt gezeigt, wie verwundbar deutsche Wälder gegenüber Hitze und Trockenheit sind. Expert:innen fordern nun mehr Prävention, um Deutschlands Wälder brandfester zu machen.
Waldbrandgefahr eindämmen: Expert:innen fordern Waldumbau
Der wichtigste Hebel zur Eingrenzung möglicher Waldbrände liegt in der Beschaffenheit des Waldes selbst. Wie Tanja Sanders vom Thünen-Institut für Waldökosysteme in Eberswalde laut der dpa betont, sei die Art der Bäume von enormer Bedeutung. Während Kiefernwälder extrem stark brennen, würden Eichen mögliche Feuer bremsen. Das Pflanzen von Laubbäumen in einen Nadelwald könne die Feuerintensität daher deutlich senken.
"Das, was alle Förster und Waldbesitzer sowieso seit Jahren eigentlich vorantreiben, den Waldumbau hin zu einer Mischung mit mehr Laubholz, ist auch etwas, was gegen Feuer gut funktioniert", so die Waldökologin. Eichen und auch Buchen hätten schlechte Brenneigenschaften, zudem gebe es weniger Unterwuchs, da das Laub von Eichen schnell verrotte. Auch Wasser könnten sie besser halten als Nadelbäume. Heißt im Klartext: Weniger Nahrung für mögliche Flammen.
Service: Das richtige Verhalten bei einem Waldbrand
Gefahr durch Waldbrände steigt: Forderung nach schnelleren Umbaumaßnahmen
In den vergangenen 30 Jahren ist die Waldbrandgefahr durch den Klimawandel nach Angaben des Thünen-Instituts immer weiter gestiegen. Die Anzahl der Tage mit mittlerer bis hoher Waldbrandgefahr nahm demnach signifikant zu. "Der Klimawandel dürfte dieses Problem durch höhere Temperaturen und längere Trockenperioden weiter verschärfen", schreibt das Institut.
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat und der WWF fordern angesichts der zuletzt zunehmenden Brände einen schnelleren Umbau von Nadel- zu Mischwäldern. Der Prozess laufe zwar bereits, werde aber laut Forstwirtschaftsrats-Präsident Christian Haase noch etwa ein Jahrzehnt dauern. Der WWF verlangt zudem ein modernes Bundeswaldgesetz, das Klimakrise und Artensterben stärker berücksichtigt.
"Was wir derzeit erleben, ist kein Ausnahmeereignis mehr, sondern ein deutliches Warnsignal. Daher müssen wir jetzt aus dieser Katastrophe lernen und die Waldbrandvorsorge entschlossen vorantreiben", betonte Johannes Zahnen, Waldexperte beim WWF Deutschland, gegenüber der dpa.
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