Mit dem Rollstuhl auf den Berg - Seilbahnen wollen inklusiver werden

- Redaktion
Mit dem Rollstuhl auf den Berg - Seilbahnen wollen inklusiver werden
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Ein weiter Blick über die Gipfel, spektakuläre Felsformationen - das lockt viele Menschen in die Berge.

Ein weiter Blick über die Gipfel, spektakuläre Felsformationen - das lockt viele Menschen in die Berge. Wer es zu Fuß nicht bis oben schafft, kann die Bergbahn nutzen. Barrierefreiheit ist auch hier ein großes Thema.

Inklusion auf dem Weg zum Gipfel: Weil behinderte Menschen, aber auch Senioren und Leute mit kleinen Kindern den Weg nach oben oft nicht zu Fuß schaffen, wollen die deutschen Seilbahnen mehr für diese Fahrgäste tun. Unter dem Motto «Bergerlebnis für Alle» wollen sie die Barrierefreiheit ihrer Anlagen weiter verbessern, wie der Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte (VDS) am Donnerstag in München mitteilte.

«Viele verbinden mit Bergbahnen immer sofort Wintersport. Aber Bergbahnen sind auch Sommerbahnen», sagte Verbandsvorstand Peter Schöttl. Viele wollten einfach die Aussicht genießen und Sonne tanken - auch im Winter steige der Anteil dieser Gäste. Zudem könnten Seilbahnen wie in Berlin als Verkehrsmittel genutzt werden.

In Deutschland lebten zehn Millionen Menschen mit Behinderung. Für diesen Gästekreis Angebote zu schaffen, sei auch wirtschaftlich interessant, sagte Schöttl. Rampen anstelle von Treppen seien auch an anderer Stelle hilfreich - zum Beispiel beim Schneeräumen im Winter.

Schon jetzt gebe es viele Angebote. Viele der insgesamt mehr als 200 Seilbahnen in Deutschland seien bereits mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen nutzbar.

In Oberstdorf (Landkreis Oberallgäu) sei darüber hinaus der Nebelhorngipfel auf dem etwa 100 Meter langen, rollstuhl- und kinderwagengerechten Nordwandsteig zu umrunden - mit atemberaubendem Blick 600 Meter in die Tiefe. «Sie fühlen sich wie ein Bergsteiger in der Felswand - aber Sie müssen dazu kein Alpinist sein», sagte Schöttl.

An der Schauinslandbahn bei Freiburg erreichen Gäste mit verminderter Mobilität über kurze Rampen die Gebäude und Kabinen; außerdem verfügen Berg- und Talstation über eine extra Sanitärausstattung mit Pflegeliegen und Personen-Lifter. Am Ettelsberg im Sauerland bringt eine Plattform mit Aufzug auch Kinderwagen oder Rollstuhl komfortabel in die Höhe.

Am 22. Dezember geht die neue Seilbahn zur Zugspitze in Betrieb - dann geht es rollstuhlgerecht auch auf Deutschlands höchsten Berg. Hier laufen seit vergangener Woche die ersten Probefahrten, wie Matthias Stauch von der Bayerischen Zugspitzbahn berichtete. Eine Vision werde damit Wirklichkeit, sagte Stauch, der zweiter stellvertretender VDS-Vorstand ist.

An der Zugspitze startete bereits der Winterbetrieb, in den nächsten beiden Wochen sollen auch in vielen anderen Skigebieten in Deutschland die Lifte anlaufen.

Quelle: dpa

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