Mallorca - Weit mehr als nur der Ballermann

- Alexander Marx
Mallorca - Weit mehr als nur der Ballermann
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Der Ballermann und die vielen Kneipen rund um die Schinkenstraße haben Mallorca gerade bei vielen jungen Menschen zum Reise-Hotspot werden lassen. Deutsches Liedgut zu Bier und Party gibt vor allem an der Playa de Palma den Takt an.

Von Inselkennern wird Mallorca aber auch zur Insel der Stille, zum idyllischen Naturparadies mit einsamen Buchten apostrophiert.  Wir stellen Ihnen drei Highlights und Erlebnisse vor, die eine Reise nach Mallorca fernab des Partytrubels auf jeden Fall erstrebenswert machen.
 
 
Die Eisenbahn von Palma nach Soller
Eingeschlossen von der Tramuntana, den Bergrücken der Serra de Alfabia und dem mächtigen Massiv des Puig de Major, war Soller während langer Zeit in einem weiten Talkessel von Palma und dem Rest Mallorcas förmlich abgeschnitten. Im 20. Jahrhundert wurden dann zuerst die Eisenbahn und die Passstraße über den Kamm der der Serra de Alfabia gebaut, kurz vor der Jahrtausendwende folgte der Tunnel, der, knapp drei Kilometer lang, die Serra de Alfabia schnurgerade durchquert und jetzt die direkte Zufahrt nach Soller ist. Dabei ist insbesondere die wildromantische Fahrt mit dem "Roten Blitz", aber auch die abenteuerliche Anfahrt über die verwegene Passstraße ein weit stimmungsgeladeneres Intro zu dieser schmucken Kleinstadt.Eisenbahn, Roter Blitz, Soller, Mallorca, Spanien, Balearen

Die Karriere des "Roten Blitz" begann 1912 als Orangenexpress, der Soller mit der balearischen Hauptstadt Palma verband. Damals als keuchende Dampfeisenbahn, ab 1920 als E-Lok - am Erscheinungsbild jener Tage hat sich aber bis heute nicht viel verändert. 27 Kilometer rumpelt und holpert der Zug auf historischen Schmalspurgleisen gemächlich bis nach Soller, schnaubt, schwankt und pfeift die Tunnelkehren der Tramuntana hinauf und hinunter. Aber gerade das macht einen Teil der Faszination des Roten Blitzes aus, der im Zeitalter explodierender Geschwindigkeit noch Sinn für Gemächlichkeit auf seiner nostalgischen Zeitreise bewahrt hat.

In Soller erwartet den Besucher die malerische Placa Constitucio mit ihren auslandenden Platanen und der Pfarrkirche Sant Bartomeu an ihrer Nordseite. Zu den hübschesten Gassen gehören die Carrer de Sa Lluna (die Einkaufsstraße von Soller), die Avinguda Gran Via und die Carrer de Sa Mar. Dort gelangt man auch zum El Museu del Casal de Cultura, C/. de la Mar 13. In einem schlichten Stadthaus ist das ethnologische Heimatmuseum von Soller untergebracht.
 
 

Kathedrale La Seu
Das außergewöhnlichste aller von Menschenhand geschaffenen Bauwerke der Insel und markantestes Wahrzeichen von Palma: die Kathedrale von La Seu, was bedeutet: "Kathedrale des Lichts". Das Kirchenschiff ist ein rein gotischer Bau, auch wenn seine Vollendung erst Ende des 16. Jahrhunderts gelang.

Sogar Antoni Gaudí bezeichnete La Seu als Inbegriff von Harmonie, Konstruktion und Mechanik, und wer vom Parc de la Mar das Werk von außen betrachtet, kann nicht umhin, diese bauhandwerkliche Leistung zu bestaunen. Bei der Annäherung erkennt man, dass auch die Außenfassaden voller kleinhandwerklicher Finessen stecken. Figuren, Strukturen, Baukunst umgeben den ganzen mächtigen Bau und erstrahlen in einem einzigartigen Spiel von Licht und Schatten. Wenn nicht gerade Messe ist, muss man nördlich des Haupteingangs durch das Museum in die Kathedrale. Ein Trick der Kirchenverwaltung: So nämlich kann, was bei Kirchengebäuden sonst eher ungewöhnlich ist, von dem Besucher ein von Jahr zu Jahr weniger bescheidenes Eintrittsgeld erhoben werden.

Bezauberndes Arta
Ein hübsches, altes Städtchen, dessen frühere Bedeutung an vielen Baudenkmälern erkennbar ist. Die Silhouette von Arta wird durch das Kastell mit der Wallfahrtskirche Sant Salvator auf dem Stadtberg eindrucksvoll geprägt.Arta, Kirche, Mallorca, Balearen, Spanien

Das Gebiet unterhalb des Hügels war bereits in der Vorgeschichte besiedelt, abgeleitet von Jertan (Garten) gaben die Mauren der Stadt Ihren Namen. Die Blütezeit der Stadt begann allerdings erst nach der christlichen Rückeroberung. Der damalige Reichtum der Stadt lockte Piraten an, wovon die Reste des Kastells sowie viele noble Bürgerpaläste mit wehrhaftem Anstrich zeugen.

Sehenswert: Calvario und Sant Salvator: 180 Stufen führen hinter der Kirche über einen von Zypressen beschatteten Kreuzweg zum Kavalarieberg mit der Wallfahrtskirche Sant Salvator. Wer die 180 Stufen erklommen hat, wird mit einem großartigen Blick über die Landschaft bis zur Küste belohnt.

Viel erhalten ist außer Mauern und Trümmern nicht mehr, an der Stelle der ehemaligen Burg steht heute die im 19. Jahrhundert umgebaute, barocke Kirche, in die sich ein Blick auf jeden Fall lohnt. Ausflug in die Umgebung: Ermita de Betlem: Die kleine Einsiedelei liegt in einer der abgeschiedensten Regionen der Insel. Weniger die kunsthistorischen Besonderheiten der Einsiedelei beeindrucken, viel mehr die Anfahrt von Arta auf einer über 10 Kilometer langen, schmalen Straße durch die schöne Landschaft.

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