Insektensterben durch Nachtbeleuchtung: "Earth Night" als Zeichen gegen Lichtverschmutzung
Viele Städte sind auch nachts fast taghell erleuchtet. Das ist eine große Gefahr für ohnehin bedrohte Insekten. Mit der "Earth Night" soll auf die Lichtverschmutzung aufmerksam gemacht werden.
Am Freitagabend (11.09.2026) wird es an einigen Orten in Deutschland dunkler als sonst sein. Ab Einbruch der Dunkelheit (spätestens aber ab 22 Uhr) sind Menschen im Rahmen der bundesweiten Aktion "Earth Night" dazu aufgerufen, die ganze Nacht künstliches Außenlicht zu reduzieren oder ganz abzuschalten.
Was ist die "Earth Night"?
Die "Earth Night" wurde 2020 ins Leben gerufen und findet jährlich an dem Freitag im September statt, der am nächsten an der Neumondnacht liegt. Initiiert wurde die Aktion von "Paten der Nacht", einer gemeinnützigen Organisation, die sich sowohl in Deutschland als auch in Österreich für die Eindämmung der Lichtverschmutzung einsetzt.
Die Aktion "Earth Night" will darauf aufmerksam machen, dass künstliches Licht den Nachthimmel aufhellt. Das hat Folgen für Natur und Menschen. Es stört beispielsweise den Tag-Nacht-Rhythmus von Tieren, beeinträchtigt die Orientierung von nachtaktiven Insekten, irritiert Pflanzen und kann bei Menschen zu Schlafstörungen führen.
"Earth Night": Welche Städte beteiligen sich?
Mehrere Städte rufen dazu auf, möglichst viele künstliche Lichtquellen abzuschalten - und beteiligen sich auch selbst an der Aktion.
In Kassel wird etwa am Freitagabend und in der Nacht auf Samstag die Beleuchtung des Fridericianums, der Martins- und der Brüderkirche abgeschaltet. In Darmstadt wird der Hochzeitsturm auf der Mathildenhöhe nicht beleuchtet und in Frankfurt sollen unter anderem der Römer, die Paulskirche oder die Mainbrücke "Eiserner Steg" dunkel bleiben.
Unter anderem machen auch die Städte Stuttgart, Krefeld, Regensburg, Fürth und Eisenach bei der "Earth Night" mit.
So kannst du dich an der "Earth Night" beteiligen
Jeder kann bei der "Earth Night" mitmachen. Dabei kann es schon helfen, einfach nur die Vorhänge, Jalousien oder Rollos zu schließen. Um der zunehmender Lichtverschmutzung und Lichtverschwendung entgegenzuwirken, kann beispielsweise das Dauerlicht im Außenbereich gegen ein Licht mit Bewegungssensor ausgetauscht werden.
Wie auf der Homepage "earth-night.info" beschrieben wird, kann es auch helfen, auf die Lichtfarbe zu achten und diese ggf. auszutauschen. Im Gegensatz zu bläulichem Licht sorgt gelbliches Licht nämlich für eine dunklere Nacht, wodurch weniger Insekten sterben.
Auswirkungen der Lichtverschmutzung auf Lebewesen
"Anders als bei der bereits etablierten "Earth Hour", stehen bei der "Earth Night" die negativen Auswirkungen der Lichtverschmutzung auf Lebewesen im Mittelpunkt", heißt es bei der Stadt Kassel. "Lichtverschmutzung ist ein oft unterschätztes Umweltproblem", betont auch Darmstadts Stadtrat Michael Kolmer.
"Dunkelheit ist kein Mangel, sondern gehört zu einer intakten Umwelt. Viele Tiere und Pflanzen sind auf die natürliche Abfolge von Tag und Nacht angewiesen", erklärte Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez. "Gleichzeitig geht es nicht darum, Frankfurt einfach dunkler zu machen. Es geht darum, künstliche Beleuchtung dort einzusetzen, wo wir sie brauchen und dort wegzulassen, wo Natur und Tiere unnötig belastet werden."
Insektensterben durch nächtliche Außenbeleuchtung
Straßenlampen, Leuchtreklamen und Flutlichter könnten für nachtaktive Insekten zur Todesfalle werden.
Die Tiere werden vom künstlichen Licht angezogen und umfliegen es bis zur Erschöpfung oder kollidieren mit den Lampen. So sind sie eine leichte Beute für ihre Feinde.
"Earth Hour" findet im Frühling statt
Jedes Jahr im März findet außerdem die "Earth Hour" statt. Die Initiative, die 2007 von der Umweltschutzorganisation WWF gestartet wurde, will die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf den Klimaschutz lenken. Am Aktionstag schalten Menschen auf der ganzen Welt für eine Stunde ihre Lichter aus.
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