Dürre-Folgen! Warum dein Hausbau jetzt ins Stocken geraten könnte

- Redaktion - Quelle: dpa
Dürre-Folgen! Warum dein Hausbau jetzt ins Stocken geraten könnte
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Wer ein Haus baut, könnte mit Folgen der Dürre in Berührung kommen. (Adobe Stock)

Die Dürre hat nicht nur weitreichende Folgen für die Natur und Umwelt, sondern auch für die Baubranche. Es drohen Preiserhöhungen und Lieferengpässe!

Das Rekord-Niedrigwasser im Rhein und an anderen Flüssen macht zunehmend auch der Baubranche zu schaffen. Weil Transportschiffe weniger laden können, verzögern sich Lieferungen und die Transportkosten steigen. Für Bauherren könnte das höhere Preise bedeuten – und im ungünstigsten Fall sogar Verzögerungen beim Hausbau.

Niedrigwasser macht wichtige Baustoffe teurer

Viele für die Baubranche wichtige Güter werden in großen Mengen über Flüsse transportiert. Doch wegen der niedrigen Wasserstände können Schiffe derzeit deutlich weniger laden. Das hat Auswirkungen auf die Lieferketten.

„Wir sehen etwa, dass Transporte auf dem Wasser zunehmend schwieriger werden. Das führt auch zu Problemen beim Bau von Mehrfamilienhäusern oder Schulen, da Lieferzeiten sich verlängern“, sagt Thomas Reimann, Präsident des Verbands Baugewerblicher Unternehmer Hessen, laut der dpa.

Betroffen sind unter anderem Sand und Kies, die normalerweise in großen Mengen per Schiff zu Betonwerken gelangen. Durch die eingeschränkten Transportmöglichkeiten werden die Rohstoffe knapper und damit teurer. Auch Bitumen, Split und Natursteine sowie Brenn- und Kraftstoffe und mineralische Bauabfälle werden häufig über die Wasserstraßen transportiert.

Noch sei der durch das Niedrigwasser verursachte Preisanstieg überschaubar. Allerdings haben sich Baumaterialien und insbesondere Transporte in den vergangenen Jahren bereits stark verteuert. Nach der Energiekrise im Ukraine-Krieg und dem Iran-Konflikt sei das Niedrigwasser nun der dritte Preistreiber innerhalb weniger Jahre, so Reimann. Erfahrungsgemäß blieben viele Preisanhebungen dauerhaft bestehen.

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Warum andere Transportwege das Problem nicht einfach lösen

Lieferungen per Schiff lassen sich nur begrenzt ersetzen. Im Extremfall müssen zusätzliche Schiffe eingesetzt oder Transporte auf Schiene und Straße verlagert werden, erklärt der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbands HDB, Tim-Oliver Müller.

Das sei allerdings nur eingeschränkt möglich und meist deutlich teurer. Für Bauprojekte könne das höhere Material- und Logistikkosten verursachen und im ungünstigsten Fall zu Verzögerungen im Bauablauf führen.


Niedrigwasser am Rhein in Duisburg (picture alliance / Rupert Oberhäuser | Rupert Oberhäuser)

Der HDB warnt bereits vor möglichen Lieferengpässen. Lieferanten hätten Engpässe bei ersten Baustoffen für den Fall angekündigt, dass die Situation länger anhalte. Je länger das Niedrigwasser dauert, desto größer werde das Risiko für Engpässe, steigende Logistikkosten und Verzögerungen.

Einen flächendeckenden Stillstand auf deutschen Baustellen erwartet Müller allerdings nicht.

Baukosten sind ohnehin bereits stark gestiegen

Das Niedrigwasser trifft die Baubranche in einer ohnehin schwierigen Situation. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts hat sich der Anstieg der Baukosten in diesem Jahr beschleunigt. Die hohen Kosten sind ein wichtiger Grund dafür, dass insbesondere der Wohnungsbau stockt.

Geschätzt fehlen in Deutschland rund eine Million Wohnungen. Das lässt die Mieten vor allem in Städten steigen. Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) hatte zuletzt kritisiert, die Baukosten seien auf ein "unsägliches Niveau" gestiegen, und mehrere Gegenmaßnahmen angekündigt.

Auch für viele einzelne Bauprojekte ist die Lage schwierig. Reimann zufolge rechnen sich bereits jetzt zahlreiche Vorhaben wegen gestiegener Zinsen und teurer Materialien kaum noch.

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