Astro-Highlights im Juni: Planeten-Treffen am Abendhimmel - Venus jagt Jupiter davon

- Redaktion - Quelle: dpa
Astro-Highlights im Juni: Planeten-Treffen am Abendhimmel - Venus jagt Jupiter davon
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Jupiter zieht sich im Laufe des Junis komplett vom Abendhimmel zurück.

Der Juni 2026 bringt spektakuläre Himmelsmomente: Venus und Jupiter liefern sich ein seltenes Wettrennen am Abendhimmel, dazu gibt es den südlichsten Vollmond des Jahres und beste Chancen auf Sommersternbilder.

Himmelsbeobachter können sich im Juni auf ein besonderes Schauspiel freuen. Gleich zu Monatsbeginn kommt es zu einem Wettlauf der beiden hellsten Planeten am abendlichen Westhimmel. Die hellere Venus verfolgt den Riesenplaneten Jupiter. 

Tag für Tag rückt die deutlich hellere Venus näher an den Gasriesen heran. Am 9. Juni kommt es schließlich zum Höhepunkt des kosmischen Wettrennens: Venus zieht knapp nördlich an Jupiter vorbei. Der Abstand entspricht dabei nur etwa drei Vollmondbreiten.

Mit einem Fernglas lassen sich in diesen Tagen sogar die vier größten Jupitermonde erkennen.

Jupiter verabschiedet sich langsam vom Abendhimmel

Der Riesenplanet Jupiter wird allerdings zunehmend schwerer zu beobachten. Ende Juni verschwindet er immer früher in der Abenddämmerung und zieht sich schließlich komplett vom Abendhimmel zurück.

Am 29. Juli steht Jupiter von der Erde aus gesehen in Richtung der Sonne und bleibt dadurch vorerst unbeobachtbar.

Insgesamt sind inzwischen 101 Monde bekannt, die Jupiter umkreisen. Spitzenreiter im Sonnensystem bleibt jedoch Saturn mit aktuell 285 bekannten Trabanten.

Merkur zeigt sich nur kurz

Auch Merkur stattet dem Abendhimmel noch einen kurzen Besuch ab. In der ersten Monatshälfte taucht der sonnennächste Planet tief über dem Nordwesthorizont auf. In der fortschreitenden Dämmerung zeigt er sich erstmals, gegen 23 Uhr geht er schließlich unter.

Am 15. Juni erreicht Merkur zwar seinen größten östlichen Abstand zur Sonne, verschwindet danach aber schnell wieder.  Nach der Monatsmitte wird man vergeblich nach Merkur Ausschau halten

Saturn am Morgenhimmel sichtbar

Saturn im Sternbild der Fische zeigt sich am Morgenhimmel. Zu Monatsanfang geht der Ringplanet eine Viertelstunde nach 3 Uhr morgens auf. Ende Juni erfolgt der Saturnaufgang bereits eine halbe Stunde nach Mitternacht. Während des Monats nimmt die
Saturnhelligkeit leicht zu.

Mars schwer zu entdecken

Mars bleibt dagegen weiterhin schwierig zu entdecken. Erst gegen Monatsende könnten erfahrene Beobachter den roten Planeten tief am nordöstlichen Morgenhimmel aufspüren.

Südlichster Vollmond des Jahres

Schon am 1. Juni befindet sich der Mond mit 406.366 Kilometer in Erdferne. Am 15. tritt um 4:54 Uhr Neumond ein. Fast gleichzeitig kommt der Mond mit 357.196 Kilometer in Erdnähe. Das Zusammenfallen von Neumond und Erdnähe führt wieder zu Springfluten.

Ein zweites Mal kommt der Mond am 28. Juni mit 406.265 Kilometer in Erdferne. Vollmond wird am 30. um 1:57 Uhr im Sternbild Schütze erreicht. Es ist dies der südlichste Vollmond des ganzen Jahres.

Orangeroter Arktur zu sehen

Am Abend sieht man den hellen, orangeroten Arktur hoch im Süden. Er ist der Hauptstern im Rinderhirt, dem Sternbild Bootes. Arktur wiederum heißt Bärenhüter. Er treibt den Großen Bären um den Polarstern herum. Der Himmelswagen, gebildet vom Schinken und Schwanz des Großen Bären, befindet sich bereits in der westlichen Himmelshälfte. Die Mittagslinie hat er bereits passiert. Nahe des Nordhorizonts findet man das Himmels-W, die Königin Kassiopeia.

Der westliche Teil des Firmaments wird noch von den Frühlingsbildern geprägt. Weit im Westen steht schräg zum Horizont das mächtige Sternentrapez des Löwen. Im Südwesten trifft man auf die Jungfrau mit ihrem bläulichen Hauptstern Spica.

Sommersternbilder erobern den Himmel

In der östlichen Himmelshälfte kündigt sich bereits der Sommer an. Das Sommerdreieck ist bereits vollständig aufgegangen. Es setzt sich aus den drei Sonnen Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler zusammen. Sterne sind bekanntlich Sonnen, selbstleuchtende, glühend heiße Gasbälle, gewissermaßen Geschwister unserer eigenen Sonne. 

Wega und Arktur sind die beiden hellsten Sterne des Nordhimmels und somit auch von unseren lichtüberfluteten Städten aus gut zu sehen. Die Wega sendet ein grelles, bläulich-weißes Licht aus. Mit 25 Lichtjahren, das sind 236 Billionen Kilometer, gehört Wega zu den Nachbarsonnen unserer Sonne. Sie ist allerdings dreimal so groß wie die Sonne, was den Äquatordurchmesser betrifft.

Die Wegasonne rotiert viel schneller als unsere eigene Sonne, die für eine Umdrehung 25 Tage braucht. Wega dreht sich in nur zwölf Stunden einmal um sich selbst. Infolge ihrer raschen Rotation ist die Wega stark abgeplattet.

Während unsere Sonne kugelförmig aussieht, sieht Wega wie ein runder Laib Brot aus. Ihr Poldurchmesser ist ein Fünftel kürzer als der Äquatordurchmesser. Wega ist auch heißer als unsere Sonne. Am Äquator misst ihre Oberflächentemperatur 7400 Grad Celsius, an den Polen sogar knapp 10.000 Grad.

Der Skorpion krabbelt am Horizont

Tief im Süden krabbelt der Skorpion den Horizont entlang. Sein tiefroter Hauptstern Antares ist kaum zu übersehen. Antares ist eine rote Überriesensonne in 550 Lichtjahren Entfernung und so riesengroß, dass bequem die Sonne samt der Erdbahn in seinem riesigen Gasleib Platz fände.

Der Skorpion ist Mitglied des Tierkreises, gehört also zu jenen dreizehn Sternbildern, durch die Sonne, Mond und Planeten wandern. Nur eine Woche, vom 23. bis 30. November, hält sich die Sonne im Sternbild Skorpion auf. Dies ist die kürzeste Zeitspanne, die die Sonne in einem Tierkreissternbild verbringt.

Nördlich des Skorpions stößt man auf das umfangreiche aber nur aus lichtschwachen Sternen bestehende Bild des Schlangenträgers mit der Schlange.

Der längste Tag des Jahres

Die Sonne erklimmt am 21. Juni um 10:25 Uhr im Sternbild Stier den Gipfel ihrer Jahresbahn. Der Sommerpunkt liegt an der Grenze zum Sternbild Zwillinge, in das die Sonne nur wenige Stunden später, nämlich am 21. um Mitternacht eintritt. Der Sommerpunkt markiert den Beginn des Tierkreiszeichens Krebs, weshalb man vom Wendekreis des Krebses spricht.

Die Sommersonnenwende beschert uns den längsten Tag des Jahres. Er dauert in München 16 Stunden und vier Minuten, in Hamburg 17 Stunden und drei Minuten und in Berlin 16 Stunden und 57 Minuten.

Am nördlichen Polarkreis geht die Sonne gar nicht unter, es bleibt 24 Stunden Tag. Um Mitternacht sieht man dort die Sonne über dem Nordhorizont. Die Sonne erreicht zur Sonnenwende ihre höchste Mittagsstellung. In Konstanz steht sie fast 66 Grad über dem Südpunkt am Horizont und in Kiel gut 59 Grad.

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