Wetterrekorde in Deutschland: Wo und wann Hitze, Kälte, Starkregen, Sturm, Hagel und Schnee extrem waren

- Redaktion - Quelle: DWD, Wikipedia
Wetterrekorde in Deutschland: Von 41 Grad bis Mega-Blitz und 8 Meter Schnee
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Deutschland hat in seiner Geschichte extremes Wetter erlebt: 41,2 Grad Hitze, eisige Kälte, 312 Liter Regen, Orkanböen und Rekordschnee von über 8 Metern. Hier ein Überblick über die Wetterrekorde.

Deutschland wirkt beim Wetter oft gemäßigt. Doch ein Blick auf die Wetterrekorde in Deutschland zeigt: Zwischen Nordsee, Mittelgebirgen, Alpen und Oberrhein sind extreme Wetterlagen möglich. Hitze, Frost, Starkregen, Sturm, Hagel, Blitz, Nebel, Sonne und Schnee haben hierzulande bereits beeindruckende Rekordwerte erreicht.

Einige dieser Extremwerte sind nicht nur meteorologisch spannend, sondern zeigen auch, wie unterschiedlich das Klima in Deutschland regional sein kann. Während an der Ostsee Rekorde bei der Sonnenscheindauer aufgestellt wurden, gelten Berglagen wie Zugspitze oder Brocken als Hotspots für Sturm, Schnee und Nebel.

Hitzerekord in Deutschland: 41,2 Grad in Nordrhein-Westfalen

Der aktuelle Hitzerekord in Deutschland liegt bei 41,2 Grad Celsius. Gemessen wurde dieser Wert am 25. Juli 2019 in Duisburg-Baerl und Tönisvorst in Nordrhein-Westfalen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) nennt beide Orte als Rekordhalter für die bislang höchste offiziell gemessene Temperatur in Deutschland.

Damit wird deutlich, wie stark sich Hitzewellen auch in Deutschland zuspitzen können. Besonders bei langanhaltender Trockenheit, intensiver Sonneneinstrahlung und heißer Luft aus südlichen Regionen steigen die Temperaturen auf extreme Werte.

Anmerkung zum Hitzerekord: Eine ebenfalls am 25.07.2019 gemessene Temperatur von 42,6 °C in Lingen (Ems) galt eine Zeit lang als Rekordwert. Der DWD gab jedoch am 17. Dezember 2020 bekannt, dass er diesen gemessenen Temperaturrekord aus seinen Daten löscht bzw. annulliert. Als Grund wurde angegeben, dass die 42,6 Grad fehlerhaft wegen eines "Wärmestaus" zustande gekommen seien.

Kälterekord am Funtensee: Deutschlands berühmtes Kälteloch

Neben Hitze ist natürlich das andere Extrem ist möglich: Am Funtensee in Bayern wurden am 24. Dezember 2001 extrem niedrige Temperaturen registriert - bis minus 45,9 Grad! Laut Berichten ist dies die tiefste jemals in Deutschland gemessene Temperatur.

Zugleich gilt der Funtensee wegen seiner besonderen Lage in einer Senke aber als Sonderfall und nicht immer als offiziell vergleichbarer "kältester Ort" Deutschlands. Der Grund für die dortigen extremen Minusgrade: Kalte Luft sammelt sich in der Senke wie in einer Schüssel. Bei klarer Nacht, Schneedecke und Windstille kann die Temperatur dort besonders stark absinken.

Wegen der Besonderheit des Funtensees wird daher oft Wolnzach in Bayern als Rekordhalter in Sachen Kälte genannt. Dort wurden am 12. Februar 1929 -37,8 °C  gemessen.

Starkregen-Rekord: 312 Liter Regen pro Quadratmeter in 24 Stunden

Beim Niederschlag zeigt sich ebenfalls, wie extrem Wetter in Deutschland werden kann. Die höchste 24-stündige Niederschlagsmenge wurde mit 312 Millimetern im August 2002 in Zinnwald-Georgenfeld im Osterzgebirge gemessen. Das entspricht 312 Litern Wasser pro Quadratmeter innerhalb eines Tages.

Zum Vergleich: In vielen Regionen Deutschlands fällt in einem ganzen Monat deutlich weniger Regen. Der Rekordwert von Zinnwald-Georgenfeld war damit ein außergewöhnliches Starkregenereignis und steht im Zusammenhang mit der verheerenden Hochwasserlage im Sommer 2002.

Stärkster Blitz in Deutschland: Rund 480 Kiloampere nahe Herzberg

Ein weiterer außergewöhnlicher Wetterrekord betrifft Gewitter. Der stärkste Blitz wurde im Mai 2017 nahe Herzberg an der Elster registriert und erreichte rund 480 Kiloampere.

Ein normaler Blitz liegt häufig bei etwa 20 bis 30 Kiloampere. Eine Haushaltssteckdose ist in Deutschland meist mit 16 Ampere abgesichert. Der Rekordblitz war damit ein extremes Beispiel dafür, welche Energiemengen bei Gewittern auftreten können.

Größtes Hagelkorn Deutschlands: 14 Zentimeter Durchmesser

Auch Hagel kann in Deutschland enorme Dimensionen erreichen. Das größte in Deutschland registrierte Hagelkorn wurde am 6. August 2013 bei Undingen auf der Schwäbischen Alb gefunden. Es hatte einen Durchmesser von 14 Zentimetern und wog etwa 360 Gramm.

Solche Hagelkörner können erhebliche Schäden verursachen. Dächer, Autos, Solaranlagen, Gewächshäuser und Fassaden sind bei dieser Korngröße besonders gefährdet. Für Menschen und Tiere besteht bei Riesenhagel akute Verletzungs- und Lebensgefahr.

Windrekord in Deutschland: 335 km/h auf der Zugspitze

Die stärkste jemals gemessene Windböe in Deutschland wurde am 12. Juni 1985 auf der Zugspitze registriert. Sie erreichte 335 Kilometer pro Stunde. Damit handelt es sich um den deutschen Rekord für eine Windböe im Bergland.

Die Zugspitze ist durch ihre exponierte Lage besonders anfällig für extreme Windgeschwindigkeiten. In Gipfellagen können Luftströmungen deutlich stärker beschleunigen als im Flachland.

Sonnenrekord: 403 Sonnenstunden am Kap Arkona

Bei der Sonnenscheindauer gibt es in Deutschland große regionale Unterschiede. Besonders sonnige Regionen liegen häufig an der Ostsee sowie am Oberrhein. Einen Monatsrekord stellte Kap Arkona auf Rügen auf: Im Juli 1994 wurden dort 403 Sonnenstunden gezählt. Das entspricht im Schnitt mehr als 13 Sonnenstunden pro Tag.

Damit zählt Kap Arkona zu den bekanntesten Sonnenrekord-Orten Deutschlands. Besonders im Sommer profitiert die Ostseeküste von langen Tagen, trockener Luft und weniger Gewitterneigung als manche Binnenregionen.

Nebelrekord: 330 Nebeltage am Brocken

Der Brocken im Harz ist einer der nebelreichsten Orte Deutschlands. Im Jahr 1958 wurden dort 330 Nebeltage gezählt. Das bedeutet: An rund 90 Prozent aller Tage trat zumindest zeitweise Nebel auf.

Der Grund liegt in der Höhenlage des Brockens. Feuchte Luft wird an den Mittelgebirgen gehoben, kühlt ab und kondensiert. Dadurch entstehen Wolken und Nebel besonders häufig direkt am Gipfel.

Schneerekord: 8,30 Meter Schneedecke auf der Zugspitze

Auch beim Schnee hält die Zugspitze einen herausragenden Rekord. Am 2. April 1944 wurde auf dem Zugspitzplatt/Schneefernerhaus eine Schneedecke von 830 Zentimetern, also 8,30 Metern, gemessen.

Solche Schneehöhen sind in Deutschland nur in extremen Hochlagen möglich. Die Zugspitze profitiert von ihrer alpinen Lage, tiefen Temperaturen und häufigen Niederschlägen, die im Winterhalbjahr als Schnee fallen.

Schnee

In Deutschland sind lokal auch schon mal meterhohe Schneemengen entstanden.  (Quelle: dpa/picture alliance)

Die Wetterrekorde in Deutschland im tabellarischen Überblick

Wetterrekord Wert Ort Datum/Zeitraum
Höchste Temperatur 41,2 Grad Celsius Duisburg-Baerl und Tönisvorst (NRW) 25. Juli 2019
Tiefste Temperatur -45,9 Grad Celsius Funtensee (Bayern) 24. Dezember 2001
Höchster 24-h-Niederschlag 312 mm / 312 l/m² Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen) 12./13. August 2002
Stärkster Blitz rund 480 kA nahe Herzberg an der Elster (Brandenburg) Mai 2017
Größtes Hagelkorn ca. 14 cm, 360 g Undingen (Baden-Württemberg) 6. August 2013
Stärkste Windböe 335 km/h Zugspitze (Bayern) 12. Juni 1985
Meiste Sonnenstunden im Monat 403 Stunden Kap Arkona (MeckPomm) Juli 1994
Meiste Nebeltage im Jahr 330 Tage Brocken (Sachsen-Anhalt) 1958
Höchste Schneedecke 8,30 m Zugspitzplatt / Schneefernerhaus (Bayern) 2. April 1944

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