7 Herbstbräuche aus Deutschland, Österreich und der Schweiz

- Laura Weismantel - Quelle: Websites der Länder und Städte
7 Herbstbräuche aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
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Der Zibelemärit in Bern ist ein Brauch der anderen Art.

Jahr für Jahr gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz viele Bräuche, die bei Jung und Alt für Begeisterung sorgen. Hier kommen 7 Bräuche im Überblick, die in der gemütlichen Jahreszeit einfach dazugehören. 

Während die Tage kürzer und die Nächte kühler werden, ziehen bunte Umzüge durch die Dörfer, hier und da duftet es nach Zwiebelkuchen und Federweißem, und in den Alpen kehren die Kühe geschmückt von der Alm ins Tal zurück. Wetter.com stellt dir sieben Bräuche vor, die zeigen, wie unterschiedlich – und wie ähnlich zugleich – der Herbst in Deutschland, Österreich und der Schweiz gefeiert wird. 

Almabtrieb, Zibelemärit und Co. – Diese Herbstbräuche machen die goldene Jahreszeit perfekt

Almabtrieb (Österreich) und Alpabzug (Schweiz) 

Wird im September das Gras auf dem Almen knapp, treten Kühe, Schafe, Ziegen und auch Pferde die Reise zurück ins Tal an. In Österreich heißt dieser Brauch Almabtrieb, in der Schweiz Alpabzug oder Désalpe. Bei dem Umzug der Tiere werden diese – insofern der Sommer ohne Unglück verlaufen ist – bunt geschmückt oder "aufgekranzt", wie es auch genannt wird.

Mit Blumen, farbenfrohen Bändern und großen Glocken wird die Heimreise ins Tal ein bunter Umzug, der regional oft von Musik, kleinen Märkten und traditionellen Schmankerln, also regionalen Leckereien, begleitet wird. In der Westschweiz ist die Désalpe von Charmey besonders bekannt, in Österreich unter anderem die Almabtriebe im Salzburger Land und in Tirol. 


Beim Almabtrieb werden Tiere bunt geschmückt ins Tal gebracht. (Adobe Stock)

Serivce: Hier findest du alle Almabtrieb-Termine in Österreich im Überblick. 

Service: Hier findest du alle Alpabzugs-Termine in der Schweiz im Überblick.

Bauernherbst (Österreich) 

In Österreich wird nicht nur der Almabtrieb gefeiert, sondern auch der sogenannte Bauernherbst. Im Mittelpunkt von kleinen Festen, Kirtagen und Umzügen steht das bäuerliche Leben an sich, vor allem aber auch die Erntezeit. Zum Bauernherbst gehören typischerweise Marktstände und Musik, aber auch Fohlenschauen, bei denen die beste Nachzucht der Saison prämiert wird. Vereinfacht gesagt ist der Bauernherbst also eine Art Sammelbegriff für viele kleine Traditionen, die sich in Österreich über die gesamte Herbstzeit erstrecken. 

Zibelemärit – der Berner Zwiebelmarkt (Schweiz)

Jedes Jahr im November findet in Bern einer der kuriosesten Bräuche statt: der Zibelemärit, also der "Zwiebelmarkt". Bäuerinnen und Bauern verkaufen auf diesem Markt traditionell kunstvoll zu Zöpfen und Kränzen geflochtene Zwiebeln. Wer Hunger hat, kriegt passend dazu, wie sollte es auch anders sein, Zwiebelkuchen oder Zwiebelsuppe satt. Jedes Jahr wieder lockt der Zibelemärit Zehntausende Besucher:innen in die Berner Altstadt.

Übrigens: Seinen Ursprung hat der ungewöhnliche Markt offenbar schon im Spätmittelalter! Wie die Stadt Bern auf ihrer Website schreibt, wurde der Markt bereits im 15. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt. Damals noch Martinimesse genannt, deckten sich Stadtbewohner:innen an den Ständen mit Vorräten für die Wintermonate ein.

Erntedankfest (Deutschland) und Bénichon (Schweiz)

In Deutschland feiert man es schon im Kindergarten: das Erntedankfest. Ein kirchlicher und weltlicher Brauch, bei dem in Kirchen etwa mit Feldfrüchten, Gemüse und Brot geschmückt wird. Teils gibt es auch zu diesem Anlass Umzüge, bei denen geschmückte Festwagen mit musikalischer Begleitung durch die Straßen ziehen. Das Erntedankfest ist das deutsche Pendant zu "Thanksgiving", das in den USA in noch größerem Ausmaß jährlich prunkvoll gefeiert wird. 

In der Schweiz nennt man das Erntedankfest Bénichon. In der Westschweiz, vor allem im Kanton Freiburg, versteht man darunter ein mehrtägiges Erntedankfest mit einem üppigen, traditionellen Festmahl, das aus mehreren Gängen besteht und oft Meringue mit Doppelrahm zum Abschluss vorsieht. 

Federweißer und Zwiebelkuchen (Deutschland), Sturm (Österreich)

Müsste man den Herbst mit einem Geschmack beschreiben, würden wohl viele auf, na klar, Zwiebelkuchen und Federweißer setzen. Junger, noch gärender Wein, serviert mit warmem Zwiebelkuchen. In vielen Weinregionen etwa an Rhein, Mosel und in der Pfalz ist genau diese Kombination fester Bestandteil der herbstlichen Speisekarte. Viele Lokale bieten das geschmackvolle Duo an, ebenso findet es sich auf Straßenfesten.

In Österreich heißt das entsprechende Getränk Sturm und wird zur Weinlese ebenfalls in den Heurigen und Buschenschanken ausgeschenkt. 

St. Martin, Martinigansl und Räbeliechtli (alle drei Länder)


Ein typischer St. Martinszug in Deutschland. (Adobe Stock)

Diese Tradition haben alle drei Länder gemeinsam: Am 11. November wird sowohl in Deutschland und Österreich als auch in der Schweiz dem Heiligen Martin gedacht. Das aber auf ganz unterschiedliche Art und Weise: Während in Deutschland Kinder mit selbstgebastelten Laternen bei Martinsumzügen singend durch die Straßen ziehen und dabei oft von einem Reiter begleitet werden, sieht die Tradition in Österreich zum Martinstag traditionell das Martinigansl, also ein festliches Gänseessen, vor. 

In der Nordschweiz wiederum gibt es die sogenannten Räbeliechtli-Umzüge: Kinder schnitzen Räben (Futterrüben) zu leuchtenden Laternen und ziehen damit durch die Dunkelheit. Am bekanntesten ist hier die "Räbechilbi" in Richterswil bei Zürich. 

Service: Alle Infos zur Räbechilbi in Richterswil findest du hier.

Kirchweih, Kirmes und Kirtag (Deutschland und Österreich)

Je nach Region trägt dieses Herbstfest einen anderen Namen: Kirchweih, Kirmes, Kerwa oder in Österreich Kirtag. Möglichkeiten gibt es viele! Ursprünglich erinnerte das Fest an den Jahrestag der Kirchweihe einer Gemeinde, heute ist es vor allem ein geselliges Volksfest mit Fahrgeschäften, Blasmusik, Tanz und deftigem Essen. Fast jedes Dorf und jede Stadt in Deutschland und Österreich hat seine eigene Kirchweih, mit eigenen lokalen Bräuchen und Traditionen – von der Kirchweihkrone bis zum Kirchweihbaum.

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen

Ob nun also Almabtrieb in den Alpen, Zwiebelmarkt in Bern oder der Martinsumzug im Rheinland: Der Herbst in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat so einiges an Traditionen und Bräuchen zu bieten. Oft wurzelnd in der bäuerlichen Kultur werden die abwechslungsreichen Veranstaltungen auch heute noch mit großer Freude gefeiert. Die Umzüge, Märkte und Bräuche bieten sich an, einen authentischen Einblick in regionale Kulturen zu erhalten.

Wer zwischen den einzelnen Events Langeweile hat, kann sich vielleicht anderweitig beschäftigen. Wetter.com hat auch ruhigere Ideen für die gemütliche Jahreszeit. Unseren Idee-Guide zur Cozy Time findest du hier: 

Service: Herbstzeit ist Cozy Time! Bunte Ideen für drinnen und draußen

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