Wetter Sommer 2021: Sommer endet wechselhaft und kühl

- Bettina Marx
16-Tage-Trend: Altweibersommer? Das sind die Hoffnungsträger
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Auf einen Sommer mit stabilem Badewetter warteten wir in diesem Jahr vergebens. Trotz einiger trockenen Phasen war der Sommer in diesem Jahr insgesamt deutlich zu nass.

Trotz oder gerade wegen der Coronakrise sehnen sich wohl viele danach, ihre Freizeit während des Sommers 2021 draußen zu verbringen und an lauen Sommerabenden den Grill im Garten anzuwerfen.

Vor allem die Schüler wünschen sich zu den Sommerferien sonniges Badewetter. Geht dieser Wunsch in Erfüllung oder müssen wir uns ausgerechnet zur Urlaubszeit auf weitere Gewitter oder gar Unwetter einstellen?

So wird das Wetter im Sommer 2021

Während der erste Sommermonat Juni viel zu warm war (siehe Juni-Bilanz) sieht es beim wechselhaften Juli schon anders aus. Im Schnitt war der Juli etwas zu kühl und zu nass. Auch der August war nur durchschnittlich temperiert.

Der Sommer 2021 zeichnete sich durch einen Wechsel von einigen warmen Phasen und heftigen Unwettern aus. In der letzten Augustwoche setzte sich bereits der Frühherbst durch. Nach drei zu trockenen Sommern in Folge hat es in diesem Jahr so viel geregnet wie in nur wenigen Jahren seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Es fiel fast ein Drittel mehr Niederschlag. Eine ausführliche Bilanz des Sommers 2021 könnt ihr hier nachlesen: Analyse: Sommer 2021 war viel zu nass und zu warm.

Im September kann sich nun wahrscheinlich ein schöner Altweibersommer zeigen. Wie wahrscheinlich das ist, zeigen wir im Video zu Beginn des Artikels. 

Hundstage  

Stabile Wetterlagen mit einem beständigen Sommerhoch treten in Deutschland wesentlich seltener auf, als es von den meisten angenommen wird. Die Wahrscheinlichkeit für wechselhaftes Wetter ist gerade in den Sommermonaten Juni und Juli recht hoch. Vor dem kalendarischen Sommeranfang am 21. Juni 2021 kann uns sogar nochmal ein Kälteeinbruch (die sogenannte Schafskälte) drohen. 

Hitzeperioden gibt es dagegen üblicherweise am ehesten im Juli und August. Denn die heißesten Tage treten meist im Zeitraum zwischen dem 23. Juli und 23. August auf. Diese heißeste Zeit des Jahres wird bei uns Meteorolog:innen als Hundstage bezeichnet. Die Hundstage sind nicht selten von Hitzewellen geprägt, die mit tropischen Nächten und neuen Temperaturrekorden einhergehen, wie wir in diesem Video erklären: 

41,2 Grad: Hitzerekord 2019 in NRW gemessen

Auch wenn die aktuellen Prognosen nicht unbedingt auf astreines Sommerwetter schließen lassen, Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad werden sicherlich auch in diesem Jahr zum Baden einladen. 

Eine Abkühlung war bei den extremen Hitzewellen im Juli 2019 definitiv nötig. Vom 24. bis 26. Juli 2019 wurden in Deutschland jeden Tag 40 Grad überschritten. Der alte Spitzenwert (40,3 Grad in Kitzingen) wurde gleich an 14 Stationen übertroffen. Am heißesten war es in Duisburg-Baerl und Tönisvorst in Nordrhein-Westfalen. Dort wurden 41,2 Grad gemessen - das ist neuer Rekord.   

Land unter! Historische Unwetter in Berlin 

In Erinnerungen blieb aber vermutlich auch das historische Unwetter, das Berlin am 29. Juni 2017 heimsuchte. Stundenlanger Starkregen setzte die Hauptstadt unter Wasser. 

Tief RASMUND brachte in Berlin-Tegel zum Beispiel eine Rekordtagesmenge von 197 l/m². Zahlreiche Keller liefen voll und Straßen wurden überschwemmt. Aufgrund dieser enormen Regenmengen wurde in Berlin sogar der Ausnahmezustand ausgerufen. Bleibt zu hoffen, dass wir im Sommer 2021 von solch heftigen Unwettern verschont bleiben.

2. Klimatische Einordnung des Sommers

Auch der Blick in die Wetter-Statistik würde einen durchschnittlichen bis leicht überdurchschnittlich temperierten Sommertrend untermauern. Denn in den vergangenen 10 Jahren waren die Sommer sehr warm. Nicht ein Sommer lag unter dem langjährigen Mittel der Jahre 1961 bis 1990, wie in der untenstehenden Tabelle zu erkennen ist. 

Sommer in den letzten 10 Jahren überdurchschnittlich warm

Der Sommer hat eine Durchschnittstemperatur von 16,3 Grad - diese Mitteltemperatur bezieht sich auf den Referenzzeitraum 1961 - 1990. Eine Übersicht der Durchschnittstemperaturen der letzten Sommer erhältst Du in folgender Tabelle (Quelle: DWD):

Mitteltemperatur Abweichung *
Sommer 2020 18,2 Grad  +1,9 Grad
Sommer 2019 19,2 Grad  +2,9 Grad
Sommer 2018 19,3 Grad +3,0 Grad
Sommer 2017 18,0 Grad +1,7 Grad 
Sommer 2016 17,8 Grad +1,5 Grad
Sommer 2015 18,5 Grad +2,2 Grad
Sommer 2014 17,2 Grad +0,9 Grad
Sommer 2013 17,8 Grad +1,5 Grad
Sommer 2012 17,2 Grad +0,9 Grad
Sommer 2011 16,8 Grad +0,5 Grad
Sommer 2010 17,8 Grad +1,5 Grad
Sommer 2009 17,3 Grad +1,0 Grad

* vom langjährigen Mittel (16,3 Grad) 

Wie ist das typische Wetter im Sommer?

  • Durchschnittstemperatur (bezogen auf das Mittel 1961 bis 1990): 16,3 Grad
  • Mittlere Niederschlagssumme: 239  Liter pro Quadratmeter
  • Mittlere Sonnenscheindauer: 604  Stunden im Monat
  • Schafskälte im Juni 
  • Hundstage im Juli/August 
  • Sommer immer wieder geprägt von heftigen Gewittern
  • Siebenschläfer (am 27. Juni 2021) gibt Trend für Sommerwetter

Siebenschläfer entscheidet über das Wetter im Sommer 2021

Anhaltspunkte für den Sommertrend gibt es zwischen 27. Juni und 8. Juli 2021. Zu diesem Zeitraum ist nämlich Siebenschläfer. Laut der Bauernregel "Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen lang so bleiben mag" entscheidet sich am Siebenschläfer, wie das Wetter im Sommer wird. 

In der Siebenschläferzeit stabilisiert sich nämlich die Großwetterlage in der Regel, die häufig über einen längeren Zeitraum Bestand hat. Das heißt, wenn Ende Juni bzw. Anfang Juli nasses und kühles Wetter überwiegt, ist die Wahrscheinlichkeit für einen unterkühlten und feuchten Sommer relativ hoch. Und jetzt kommt die gute Nachricht für alle Wärme-Liebhaber: Das Gleiche gilt natürlich auch in Bezug auf warmes und trockenes Wetter.

Im Siebenschläferzeitraum 2021 gab es immer wieder Unwetter. Diese Wetterlage setze sich auch in den kommenden Wochen so fort. Der Siebenschläfer hat in diesem Jahr also Recht behalten. 

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