Wetter August 2021: Zu kühl und verregnet

- Bettina Marx
16-Tage-Trend: Altweibersommer? Das sind die Hoffnungsträger
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Der August hat seit Jahren "Fieber". Doch in diesem Jahr erlebten wir einen zu kühlen August. Dazu gab es überdurchschnittlich viel Niederschlag.

Da sich Ende August oft schon der Herbst bemerkbar macht und das Wetter bereits sehr frisch werden kann, ist der letzte Sommermonat mit einer durchschnittlichen Temperatur von 16,5 Grad etwas kühler als der Juli (Temperaturmittel von 16,9 Grad). Auch in diesem Jahr? 

1. Wetter im August 2021

Zu Beginn des August konnte sich eine Wetterlage wiederholen, bei der ein Tief über den Britischen Inseln lag. Diese Wetterlage brachte uns im Juli schon viele Unwetter und transportierte erneut eine feuchte und warme Luftmasse nach Deutschland. Die Unwettergefahr blieb gegeben und auch die Temperatur entwickelte sich eher unterdurchschnittlich.

In der zweiten Augustdekade beruhigte sich die Lage jedoch endlich, sodass wir uns kurz über mehr Sonnenschein und Wärme freuen konnten. Doch in der letzten Augustwoche brachen die Werte ein. Polare Luft wurde nach Deutschland geleitet und brachte ersten Frühherbst.  

Der August war in diesem Jahr das erste Mail seit längerer Zeit zu kühl. Der Temperaturdurchschnitt lag mit 16,4 Grad um 0,1 Grad unter dem Durschnitt der Referenzperiode von 1961 bis 1990. Im Vergleich zur aktuellen Vergleichsperiode von 1991 bis 2020 betrug die negative Abweichung sogar 1,6 Grad. Dazu fiel fast 30 Prozent mehr Niederschlag als für diesen Monat normal gewesen wäre. Auch die Sonnenscheindauer war deswegen unterdurchschnittlich. 

2. Klimatische Einordnung des Augusts 

Wie die NOAA-Prognose klimatisch einzuordnen ist, sehen wir anhand der untenstehenden Tabelle. Sie zeigt die Mitteltemperaturen für August der vergangenen zehn Jahre. Die Abweichungen beziehen sich auf die international gültige Referenzperiode 1961 bis 1990 (Quelle: DWD):

Mitteltemperatur  Abweichung*
August 2020 19,9 Grad +3,4 Grad 
August 2019 19,0 Grad +2,5 Grad
August 2018 20,0 Grad +3,5 Grad
August 2017 17,9 Grad +1,4 Grad 
August 2016 17,9 Grad +1,4 Grad 
August 2015 19,9 Grad +3,4 Grad
August 2014 16,0 Grad -0,5 Grad
August 2013 18,0 Grad  +1,5 Grad 
August 2012 18,5 Grad +2,0 Grad 
August 2011 17,8 Grad +1,3 Grad 
August 2010 16,7 Grad +0,2 Grad

* vom langjährigen Mittel (16,5 Grad)

Ähnlich wie im Juni und Juli fiel auch der August in den vergangenen Jahren fast immer zu warm aus. In den letzten zehn Jahren wurde einzig im August 2014 eine negative Abweichung (-0,5 Grad) verzeichnet. 

Extreme Hitzewellen im August

Mit einer positiven Temperaturabweichung von 4,2 Grad war der August 2003 der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Damals purzelte ein Rekord nach dem anderen. Tausende Menschen starben in Europa an den Folgen der extremen Hitzewelle. Ausgelöst wurde diese außergewöhnliche Hitze durch das häufige Auftreten sogenannter Omega-Wetterlagen.

Zwar gab es im August 2015 im Schnitt nicht ganz so heißes Wetter wie im August zwölf Jahre zuvor, dennoch war der August 2015 rekordwürdig. So meldete die Wetterstation in Kitzingen am 7. August 2015 eine Höchsttemperatur von 40,3 Grad. Damit wurde der aktuelle Temperaturrekord vom 5. Juli 2015 (ebenfalls 40,3 Grad) in Deutschland vorübergehend eingestellt. 

Neben dem August 2015 gehört auch der August 2018 zu den drei wärmsten seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnung 1881. Die extreme Hitze, die im Juli ihren Anfang nahm, setzte sich im August 2018 fort. Langenlipsdorf war damals mit 38,4 Grad der heißeste Ort Deutschlands. Der August 2020 war nach dem August 2003 mit 20,6 Grad gemeinsam mit 2015 und 2018 der zweitwärmste seit 1881. Die höchste Temperatur gab es am 9. August mit 38,6 Grad in Trier-Petrisberg.

Wie ist das typische Wetter im August?

  • Durchschnittstemperatur (bezogen auf das Mittel 1961 bis 1990): 16,5 Grad
  • Mittlere Niederschlagssumme: 77 Liter pro Quadratmeter
  • Mittlere Sonnenscheindauer: 197 Stunden im Monat
  • Kräftige Gewitter, teils Unwetter im August möglich
  • Hundstage bis 23. August
  • August im Norden Deutschlands wärmster Monat
  • Ende August herbstliche Züge mit Frost

Schwere Unwetter im August möglich

Ohne Gewitter oder gar Unwetter wird der August 2020 wohl nicht zu Ende gehen. Grundsätzlich muss man während der Sommermonate fast immer damit rechnen, dass sich die Hitze in teils heftigen Gewittern entlädt.

Aus diesem Grund zählt der August mit 77 Litern pro Quadratmeter Regen - nach dem Juni (85 Liter pro Quadratmeter) und Juli (78 Liter pro Quadratmeter) - zu den niederschlagreichsten Monaten des Jahres.

Hundstage bringen oft stabile Schönwetterphasen

Abgesehen von einzelnen unwetterartigen Extremwetterereignissen glänzt der August gerade im Zeitraum der Hundstage mit schönen und stabilen Wetterphasen. Nur leider nicht in diesem Jahr. 

Was der Begriff "Hundstage" bedeutet, zeigen wir dir in diesem Video: 

Die monatliche Sonnenscheindauer kann sich im August durchaus sehen lassen. Gemittelt über ganz Deutschland gibt es im letzten Sommermonat knapp 200 Stunden Sonne.

Vor allem im Süden Deutschlands sind im August Temperaturen von 30 Grad keine Seltenheit. Allerdings sollte man bei einem Besuch im Freibad oder im Biergarten berücksichtigen, dass es in den Abendstunden schnell abkühlen kann - insbesondere in der letzten Augustdekade.

Da das Wetter in der ersten Augusthälfte statistisch gesehen wärmer und stabiler ist als in der zweiten Augusthälfte, sind die ersten beiden Augustwochen für den Sommerurlaub besonders beliebt. Auf den Straßen und in den Urlaubsorten könnte allerdings einiges los sein, denn Anfang August haben alle Bundesländer gleichzeitig Sommerferien.

Norden Deutschlands im August am wärmsten

Apropos Sommerurlaub: Die Nord- und Ostsee bieten statistisch gesehen im August gute Bedingungen für den Sommerurlaub. Mit maximal 353 Sonnenstunden liegt der Rekord am Kap Arkona auf der Ostseeinsel Rügen. 

Wie aus unserer Klimatabelle von Warnemünde (Rostock) zu entnehmen ist, ist der August an der Ostsee nicht nur sehr sonnenreich, sondern auch der wärmste Monat des Jahres. Gleiches gilt auch für die Küstenregionen an der Nordsee.

Zum Vergleich: In den meisten Regionen Deutschlands ist nicht der August, sondern der Juli der wärmste Monat des Jahres. Doch warum hinkt der Norden temperaturtechnisch so hinterher? Die Erklärung ist ganz einfach.

Die Wassermassen heizen sich aufgrund der großen Wärmekapazität wesentlich langsamer auf als die Landmassen. So sind die höchsten Wassertemperaturen der Nordsee und Ostsee erst im August zu verzeichnen. Durchschnittlich erwärmen sich sowohl die Nordsee als auch die Ostsee im letzten Sommermonat auf 17 Grad.

Da die Küstenregionen im Einflussbereich des Meeres liegen und die Wassermassen als Wärmespeicher fungieren, verschiebt sich das Temperaturmaximum der küstennahen Landflächen ebenfalls nach hinten. So werden die durchschnittlich wärmsten Temperaturen im Norden Deutschlands nicht im Juli, sondern im August erreicht.

Herbst streckt im August seine Fühler aus

Der Übergang vom Hochsommer in den Spätsommer in Deutschland kann im August aber ziemlich schnell und abrupt vonstattengehen. Dann steuert der Sommer nämlich seinem Finale entgegen und das Wetter kann bereits empfindlich frisch werden. Die Nebelfelder lassen insbesondere Ende August erahnen, dass der Herbst in Deutschland unmittelbar bevorsteht. 

Die Nächte werden im August aufgrund des abnehmenden Sonnenstands immer länger, die Tage knapp zwei Stunden kürzer. Die Temperaturen in der Atmosphäre sinken stetig und so kann es in klaren Augustnächten bei Zufuhr polarer Luft schon zum ersten Frost kommen.

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