Wie entstehen eigentlich Wintergewitter?

Wie entstehen eigentlich Wintergewitter?

Wintergewitter sind Gewitter, die im Winter auftreten. Sie entstehen in einer hochreichend instabilen Kaltluftmasse polaren Ursprungs. Wegen der im Winter im Vergleich zum Festland relativ warmen Nordsee treten sie in Küstennähe besonders häufig auf. Wintergewitter gehen häufig auch im Flachland mit besonders intensiven Schnee- und Graupelschauern nieder.

Labil geschichtete Atmosphäre vorausgesetzt 

Grundvoraussetzung für die Entstehung von Wintergewittern ist wie im Sommer ein starker vertikaler Temperaturunterschied. Dabei muss, wie für jede Gewitterbildung, die Atmosphäre labil geschichtet sein. Stellen Sie sich also ein Luftpaket vor, das wärmer als seine Umgebung ist. Da wärmere Luft leichter ist als kältere, kann das Luftpaket durch einen fortdauernden Temperaturunterschied bis in große Höhen aufsteigen und zu Schauer- bzw. Gewitterwolkenbildung führen. 

In unseren Breiten reicht im Winter die thermische Erwärmung des Bodens durch die Sonne aber bei weitem nicht aus und so muss für die Gewitterentstehung in großen Höhen eine sehr kalte Luft vorhanden sein. Als weitere Zutat muss zudem noch ausreichend Feuchtigkeit zur Verfügung stehen.

Auf die Höhe kommt es an 

Das wäre also die Theorie, aber was bedeutet das in Zahlen? Als Faustregel kann man einen Temperaturunterschied von rund 30 Grad zwischen 1500 m (850 hPa) und 5500 m (500 hPa) annehmen (die Höhenangaben variieren nach Wetterlage). Wenn nun für die Temperatur in Bodennähe typische winterliche Werte um den Gefrierpunkt angenommen werden, die bei uns zurzeit zumindest in der Nacht auftreten, so sollte in einer Höhe von 4 bis 8 km eine ausreichend mächtige Luftschicht mit Temperaturen unter minus 30 Grad vorhanden sein. Ist die Luft auch noch entsprechend feucht, so herrschen in der Atmosphäre gute Bedingungen für die Entstehung von Wintergewittern.

Wintergewitter häufig über der Nordsee und in Küstennähe

Im Winter ist die Nordseeluft verglichen zum Festland relativ warm und feucht. Dort kann der nötige Temperaturunterschied "leichter" erreicht werden, sodass die Wintergewitter häufig über der Nordsee und in Küstennähe auftreten.

Schneeschauer begleiten oftmals die Gewitter im Winter

Wintergewitter entstehen somit nicht so schnell und häufig wie im Sommer. Auch die Blitzentladungen sowie die Lebensdauer fallen meist wesentlich geringer aus als bei kräftigen Sommergewittern. Dafür treten im Winter zusätzliche Phänomene auf. So werden Wintergewitter nicht nur von kräftigen Regen- oder Graupel-, sondern auch von Schneeschauern begleitet.

Je nach Stärke des Gewitters und je nachdem, wie kalt die Luftmasse insgesamt ist, ist auch ein kräftiges Schneetreiben möglich.

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