Wie werden Mittelfristprognosen erstellt?

Wie werden Mittelfristprognosen erstellt?

Mittelfristprognosen sind besonders für die Vorbereitung auf gefährliche Wetterlagen wichtig.

Die Mittelfristprognose beschäftigt sich mit dem Wetter in den nächsten 4 - 10 Tagen. Mittelfristvorhersagen dienen vor allem der Vorbereitung auf brisante Wetterlagen. So können z.B. THW und Feuerwehr bei einer drohenden Hochwasserlage vorinformiert werden und sich so personal- und materialtechnisch auf die mögliche Gefahr einstellen.

Mittelfristvorhersagen werden aus dem Vergleich verschiedener Computermodelle und verschiedener Modellläufe erstellt. Außerdem bieten Ensemblevorhersagen die Möglichkeit, Unsicherheiten innerhalb eines Modells abzuschätzen.

Verschiedene Modelle, verschiedene Ergebnisse

Die Atmosphäre ist ein chaotisches System. Das bedeutet, dass kleine Unterschiede zwischen verschiedenen Wettermodellen mit der Zeit anwachsen (Stichwort: Schmetterlingseffekt). Wettermodelle von unterschiedlichen Wetterdienstleistern nutzen zudem zum Teil verschiedene Algorithmen in ihren Wettermodellen. Dadurch können nicht exakt die gleichen Vorhersagewerte berechnet werden und erste Unterschiede entstehen zwischen den Modellen. Diese Unterschiede können mit zunehmender Vorhersagezeit immer größer werden.

Je stärker die Ergebnisse der Wettermodelle übereinstimmen, desto wahrscheinlicher ist die berechnete Wetterlage.

Ein Modell, verschiedene Ergebnisse

Außerdem werden Ensemblevorhersagen genutzt, um die Unsicherheit eines spezifischen Wettermodells abzuschätzen. In Ensemblevorhersagen wird ein und dasselbe Modell mehrmals mit leicht veränderten Anfangswerten gestartet, da man davon ausgehen kann, dass auch Messstationen nie den 100% physikalisch korrekten Messwert erfassen. Mit der Zeit beginnen die verschiedenen Modellläufe andere Wetterlagen zu prognostizieren. Je stärker die Modellläufe auseinanderdriften, desto unsicherer ist die Vorhersage des Modells.

Die Mittelfristprognose versucht also aus der Zusammenschau von verschieden Wettermodellen und Ensemblevorhersagen die Witterung in der kommenden Zeit abzuschätzen und Tendenzen im prognostizierten Wetter zu erkennen. Exakte Berechnungen des Wetters zu einem konkreten Zeitpunkt, wie bei der Kurzfrist, sind hier leider nicht mehr möglich.

Mittelfristprognosen

Die Unsicherheiten in der Ensemblevorhersage für Karlsruhe vom 10. Juli 2017 für die Temperatur in 850 hPa (ca. 1500m) und den Niederschlag wachsen mit der Zeit an. Quelle: Wetterzentrale

Nicht das exakte Wetter zählt, sondern die Witterung

Mittelfristprognosen, die über die sogenannte Kurzfrist von 72 Stunden hinausgehen, sind nicht nur für das Vorbereiten auf gefährliche Wetterlagen wichtig.  Versicherungen, Energieerzeuger und -dienstleister sowie der Einzelhandel können Mittelfristprognosen zu ihrem Vorteil nutzen.

Hier ist weniger das genaue Wetter interessant, sondern eher die allgemeine Witterung in der kommenden Zeit.

Ein kleines Beispiel

Daten aus Verkauf und Wettermessungen lassen abschätzen, wie sich Menschen bei bestimmten Wetterlagen verhalten und was sie kaufen. Für den Einzelhandel stellt somit die Vorhersage der Wetterlage in der kommenden Woche einen Vorteil beim Einkauf dar.

Als anschauliches Beispiel kann man sich das Einkaufsverhalten eines Eisladenbesitzers ansehen.

Deutet sich z.B. eine sehr regnerische Woche an, kann der Besitzer eines Eisladens Geld sparen, indem er weniger verderbliche Produkte (z.B. Obst) für die kommenden Tage einkauft. Deutet sich hingegen eine sonnige Woche an, kann der Eisladenbesitzer mehr verderbliche Produkte einkaufen und steht bei hohem Andrang auf den Eisladen nicht ohne Eis da, sondern kann hohe Umsätze generieren.


Mittelfristprognosen3

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