Was sind Langfristprognosen?

Was sind Langfristprognosen?

Die Landwirtschaft kann sich durch Langfristprognosen frühzeitig auf kommende Witterungen einstellen.

Langfristprognosen beschäftigen sich mit dem Wetter ab 10 oder mehr Tagen. Für diesen Zeitraum ist keine Aussage mehr über den exakten Wetterverlauf möglich, jedoch können weiterhin Tendenzen abgeschätzt und Monats- oder Saisonmittel vorhergesagt werden.

In der Langfristprognose arbeitet man aufgrund der erhöhten Unsicherheit der Vorhersage mit Wahrscheinlichkeiten. Man trifft dabei z.B. Aussagen wie: "Mit 60% Wahrscheinlichkeit liegt die Monatsmitteltemperatur im September über dem langjährigen Mittel."

Nicht nur die Atmosphäre wird simuliert

Das Besondere an Langfristmodellen ist, dass sie auch die Ozeanströmung und sogar das Meereis simulieren. Wettermodelle sind häufig reine Atmosphärenmodelle. Das bedeutet: Sie simulieren z.B. nicht den Ozean und dessen Verhalten, sondern nutzen lediglich die am Vorhersagetag gemessenen Werte - wie beispielsweise die Oberflächentemperatur. Für die Kurzfristprognose (bis 3 Tage) hat diese starke Vereinfachung der Realität kaum Auswirkung und spart enorme Rechenzeit.
 
Mit zunehmender Vorhersagezeit wird es jedoch immer wichtiger, das Verhalten des Ozeans und dessen Interaktion mit der Atmosphäre mit einzubeziehen.

langfrist

Beispiel einer Langfristprognose der amerikanischen Wetterbehörde (NOAA). Dargestellt sind die prognostizierten Abweichungen der Monatsmitteltemperatur im Juli vom langjährigen Mittel.

Wer braucht Langfristprognosen?

Langfristprognosen sind beispielsweise für die Landwirtschaft von Interesse.  Sie können unter anderem dafür genutzt werden, um sich auf Hitzewellen oder Phasen großer Trockenheit einzustellen. Wird z.B. ein ungewöhnlich trockener Sommer vorhergesagt, können größere Wasserreserven als für gewöhnlich angelegt werden.

Die Langfristprognose steckt noch in den Kinderschuhen, jedoch schaffen es mittlerweile viele Modelle, die Witterung besser vorherzusagen als monatliche oder saisonale Mittelwerte aus langjährigen meteorologischen Beobachtungen.  Es lohnt sich also als Landwirt, einen Blick auf die Langfristvorhersage zu werfen.

Zukünftige Entwicklung von Langfristprognosen

Mit steigender Leistungsfähigkeit von Supercomputern werden in der Zukunft immer mehr Prozesse in einer immer kürzeren Rechenzeit in der Modellvorhersage simuliert werden können. Das wird die Vorhersagequalität der Langfristprognosen steigern. Möglicherweise werden sich Landwirte in 10 bis 20 Jahren genauso gut auf Langfristprognosen verlassen können, wie man sich heute schon auf die Wettervorhersage der nächsten Tage verlassen kann.

Langfristvorhersagen in der Vergangenheit

Auch schon vor langer Zeit hatten die Menschen Interesse daran das Wetter in der Zukunft vorherzusagen. Aus überlieferten Wetterbeobachtungen entwickelten sich die sogenannten Bauernregeln. Die berühmteste unter ihnen ist wohl die Siebenschläferregel. Sie besitzt eine erstaunlich hohe Treffergenauigkeit, jedoch sind moderne Computermodelle heute deutlich besser in der Vorhersage als die Siebenschläferregel.

Im Video erklärt ihnen unsere Meteorologin was genau die Siebenschläferregeln besagt und wo sie am besten zutrifft.

Siebenschläfer-Bauernregel: Darum ist die Trefferquote so hoch

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