Hundertjähriger Kalender

Hundertjähriger Kalender
Der Hundertjährige Kalender wird immer wieder zu Rate gezogen, wenn es um mittel- und langfristige Wetterentwicklungen geht. Der Gedanke, mit diesem Kalender das Wetter oder vielmehr Witterungsphasen vorhersagen zu können, stammt aus dem 17. Jahrhundert.

Der Zisterzienser-Abt Mauritius Knauer (1613-1664) vom Kloster Langheim bei Lichtenfels in Oberfranken zeichnete das Wetter von 1652 bis 1658 in all seinen Erscheinungsformen auf. Dazu notierte er auch himmelskundige Beobachtungen, wie den Stand der Planeten. Grund dafür war seine Annahme, dass sich das Wetter im Zyklus der damals sieben bekannten Planeten (Sonne, Merkur, Venus, Mond, Mars, Jupiter, Saturn) verändern würde. Demnach müsste sich das Wetter alle sieben Jahr wiederholen.

Die Geburt des Hundertjährigen Kalenders
Aus seinen Aufzeichnungen fertigte Knauer einen Kalender an, der genau diese Vorhersage beinhaltete und damit der Landwirtschaft nutzen sollte. In diesem Kalender beschrieb er das Wetter tagesgenau.

Dr. Christoph von Hellwig, ein thüringischer Bekannter des Abtes Mauritius Knauer, führte die Arbeit fort und ließ im Endeffekt ein Buch mit der Vorhersage des Wetters von 1701 bis 1800 drucken. Ein Verleger nannte das Werk 16 Jahre später "Hundertjähriger Kalender".

Irrglaube hält sich bis heute
Auch heute noch wird im Sieben-Jahres-Zyklus die vermeidliche Wettervorhersage weiter fortgeschrieben und als Hundertjähriger Kalender veröffentlicht. Der Inhalt stellt dabei vielmehr eine historische Dokumentation des Wetters aus der Zeit des Zisterziensers dar als eine belastbare Vorhersage. Das Wetter ist im Endeffekt deutlich komplexer und gehorcht keinem linearen Zyklus.

Ein Beispiel: Laut Hundertjährigem Kalender soll an Voll- oder Neumond ein Wetterumschwung stattfinden und bei zunehmendem Mond das Wetter besser werden. Da global die Mondphasen gleich verlaufen, müsste es so gesehen auch global zeitgleich dieselben Wetterverbesserungen und Wetterumschwünge geben. Dies ist natürlich nicht der Fall.

Belastbarer sind manche Bauernregeln
Ein fälschlicherweise oft damit in Zusammenhang gebrachtes Phänomen sind die sogenannten Bauernregeln. Aus diesen lassen sich ab und an schon eher gewisse Gesetzmäßigkeiten ableiten, die auch physikalisch begründbar sind. Eine der bekanntesten und am öftesten zutreffenden Bauernregeln ist der Siebenschläfer.
Diese Infos jetzt teilen
Artikel bewerten
Wetternews per WhatsApp

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

H

Alle Begriffe von A bis Z
Nach oben scrollen