Gewitter

Gewitter
Gewitter gehören zu den extremen Wettererscheinungen. Sie werden im Allgemeinen mit dunklen, großen Wolkentürmen sowie mit Blitz und Donner in Verbindung gebracht. Tatsächlich unterscheiden sich Schauer und Gewitter nur durch eben diesen zusätzlichen Blitz, der nachfolgend den Donner auslöst.

Wie entstehen Gewitter?
Meteorologisch betrachtet sind Gewitter riesige Haufenwolken (Cumulus), die Cumulonismbus-Wolken. Sie entstehen, wenn die Luft labil geschichtet ist. Die Luft muss mit der Höhe übermäßig stark abkühlen. Das kann zum einen geschehen, wenn sich kalte Luft in den höheren Schichten hereinschiebt. Oder zum anderen, wenn die Luft in den unteren Luftschichten stark erwärmt wird. Letzteres sind die bekannten sommerlichen Hitzegewitter.

Ist ein gedachtes Luftpaket leichter als seine Umgebung, was durch eine höhere Temperatur und/oder eine höhere Feuchtigkeit geschieht, dann steigt es auf. Dieser Vorgang wird konvektive Bewegung oder Konvektion genannt. Im neu erreichten Höhenniveau ist es bei labiler Schichtung aber immer noch - beispielsweise - wärmer, weil die Umgebungsluft mit zunehmender Höhe deutlich kälter wird. Somit steigt es immer weiter auf. Dabei kühlt es sich selbst auch leicht ab, der Wasserdampf kann nicht mehr gehalten werden und er kondensiert - eine Wolke entsteht. Bleibt die Luft mit zunehmender Höhe labil, steigt das Luftpaket immer weiter an. Eine Gewitterwolke entsteht.

Wie groß die Labilität der Luftsäule ist, entscheidet darüber, wie schnell das Luftpaket aufsteigen kann - wie schnell sich also ein Gewitter bildet - und auch wie heftig das Gewitter werden kann. Kommt ausreichend Luftfeuchtigkeit mit ins Spiel, ist die Größe der Labilität nämlich mit dem Energiegehalt der Atmosphäre quasi gleichzusetzen. Wesentliche Größen zur Beschreibung der Energie sind das CAPE und der Lifted Index (LI).

Wenn die Oberseite der Wolken in sehr großer Höhe an eine Sperrschicht, also auf eine Inversion trifft, was in diesem Fall fast immer an der Tropopause geschieht, breitet sich die Wolke nicht mehr vertikal, sondern horizontal aus und es entsteht der typische Amboss. Deshalb wird die Gewitterwolke auch oft als Ambosswolke bezeichnet. In diesem oberen Teil der Wolke befindet sich nur noch Eis.

Charakteristisch für Gewitter sind die oben schon erwähnten elektrischen Entladungen, also die Blitze. Auf den Blitz folgt dann der Donner.

Gefährliche Begleiterscheinungen
Bei Gewittern gibt es häufig starke Niederschläge, im Volksmund auch Wolkenbrüche, in der Meteorologie auch eher Starkregen genannt. Ist es in den hohen Luftschichten kalt genug, was in unseren geografischen Breiten eigentlich immer gegeben ist, und sind die Aufwinde in einer Gewitterwolke durch die Konvektion stark genug, gehen die Niederschläge auch mit Hagel einher. 

Genauso charakteristisch sind heftige Winde. Sie entstehen hauptsächlich neben dem Aufwindbereich, wo sich im Starkregen ein Abwindbereich bildet. Die Regentropfen reißen die Luft mit sich und beschleunigen sie. Gleichzeitig verdunstet in diesem Bereich Wasser, es kühlt die Luft, macht sie schwerer und beschleunigt sie zusätzlich. Heftige Fallböen mit teils Orkanstärke (sogenannte Downbursts) können die Folge sein. Abseits dieser Fallwinde gehen manchmal auch Tornados mit Gewittern einher, wenn der Aufwindbereich in Rotation versetzt wurde. Dies geschieht vor allem bei sehr großen Gewitterzellen, die bereits Eigenschaften von kleinen Tiefdruckgebieten ausbilden - sogenannte Mesozellen oder Superzellen.

Unterschiedliche Arten von Gewittern
Je nach Entstehungsart können Gewitter in verschiedene Arten eingeteilt werden:

Weitere Videos zu diesem Thema aus unserer Gewitterserie

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